Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon imp » Sa 12. Jan 2019, 22:55

Der Name "Alternative" ist nicht spezifisch rechts.
Auch die Linke ging aus der WASG hervor, die wiederum zusammenkam aus zwei Gruppen. Die eine: "Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit", die andere "Wahlalternative". Es ist auch nicht jede Kritik an der EU und anderen superstaatlichen Institutionen eine nationalistische Kritik - obwohl es solche Töne in der AfD auch gab. Man wird in praktisch jeder neuen Gruppierung Spinner finden, zitierbare Ausländerfeinde, Antisemiten oder was auch immer. Durch glücklose Kommunikation einerseits und andererseits klar erkennbare Bemühungen einiger Personen, rechte und rechtsradikale Positionen nach und nach prägend zu machen, wurde aus diesem vorhersehbaren Maß an Störpersonen ein verfestigtes Bild der Partei. Nachträglich nicht ganz unberechtigt, jedoch geht manche Antenne bereits bei kleinsten Anzeichen - und gelegentlich fehl - und andere reagieren nur auf markantere Signale.

Dass es die AfD-Mitglieder nicht störte, immer wieder auf peinliche oder unerhörte Aussagen angesprochen zu werden, kann man nicht glauben.
Unglücklich ist, dass parallel die selbstbewusst-unerfahrenen Führungspersonen in Fettnäpfchen jeder Art traten und dies etwas trotzig-hemdsärmelig wegwischten. "Wir lernen noch" kann man unter unprofessionell abtun, "aber man wird doch noch sagen dürfen" gab es auch bei den Piraten, ist aber für die, die sehr sensible Antenne haben, schon wieder ein deutliches Signal, das sie entsprechend interpretiert haben. Deshalb kamen manche sehr früh zu dem Schluss, dass es in der Partei - teilweise - etwas braunt und dass die Führung das nicht gut managt, wenn sie es denn wollte. Was manche eben zugestanden und andere zunehmend bezweifelten.

Geht man von dem vernünftigen Standpunkt aus, dass weder alle frühen Kritiker noch alle frühen Mitglieder böse Absichten hatten, ist es vollkommen erklärbar, wie sie sich gegenseitig im Weg standen: Die Kritik der einen erschien den anderen bisweilen als unangemessener Angriff, die Reaktion darauf erschien manchen Kritikern als Bestätigung ihrer Befürchtungen. Da nach und nach vermehrt echte Problemfälle dazukamen, gab es immer neue Eskalationen, immer negativere Eindrücke und Berichterstattungen - die wiederum einigen Mitgliedern bestätigten, dass die Medien insgesamt böse sind und Hand in Hand mit Konkurrenzparteien die AfD nur kleinmachen wollten - manche sich entsprechend gegenüber Kritik auch taub stellten.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon think twice » Sa 12. Jan 2019, 23:11

Ich habe jetzt mal nachgelesen: Schon auf ihrem Gründungsparteitag forderte die AfD:

Austritt aus der Eurozone
Wiedereinführung der D-Mark
Verweigerung von Hilfskrediten an Krisenlaender
Stopp der Energiewende
Mehr direkte Demokratie
Foerderung des Zuzugs von qualifizierten Arbeitskräften statt "Einwanderung in die Sozialsysteme"

Bernd Lucke rief auf dem Gründungsparteitag: "Die Partei ist angetreten, die Zwangsjacke der erstarrten und verbrauchten Altparteien zu sprengen!"

Das war 2013 schon Rechtsdenk und Rechtssprech und ist es heute noch.
Es ist nicht immer einfach, ein guter Mensch zu sein. Aber es kommt auf den Versuch an.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Senexx » Sa 12. Jan 2019, 23:24

think twice hat geschrieben:(12 Jan 2019, 23:11)

Ich habe jetzt mal nachgelesen: Schon auf ihrem Gründungsparteitag forderte die AfD:

Austritt aus der Eurozone
Wiedereinführung der D-Mark
Verweigerung von Hilfskrediten an Krisenlaender
Stopp der Energiewende
Mehr direkte Demokratie
Foerderung des Zuzugs von qualifizierten Arbeitskräften statt "Einwanderung in die Sozialsysteme"

Bernd Lucke rief auf dem Gründungsparteitag: "Die Partei ist angetreten, die Zwangsjacke der erstarrten und verbrauchten Altparteien zu sprengen!"

Das war 2013 schon Rechtsdenk und Rechtssprech und ist es heute noch.

Am Wahlabend sprach er von Entartung.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Echt » Sa 12. Jan 2019, 23:25

think twice hat geschrieben:(12 Jan 2019, 23:11)

Ich habe jetzt mal nachgelesen: Schon auf ihrem Gründungsparteitag forderte die AfD:

Austritt aus der Eurozone
Wiedereinführung der D-Mark
Verweigerung von Hilfskrediten an Krisenlaender
Stopp der Energiewende
Mehr direkte Demokratie
Foerderung des Zuzugs von qualifizierten Arbeitskräften statt "Einwanderung in die Sozialsysteme"

Bernd Lucke rief auf dem Gründungsparteitag: "Die Partei ist angetreten, die Zwangsjacke der erstarrten und verbrauchten Altparteien zu sprengen!"

Das war 2013 schon Rechtsdenk und Rechtssprech und ist es heute noch.


Die letzten beiden gefallen mir besonders gut.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » So 13. Jan 2019, 08:23

Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 08:27)

Bedeutungslos. Auflage < 30000.


Naja, überregional und bereits in kleinen Städten erhältlich. An den Auflagen alleine mache ich Bedeutung nicht fest. Da wären ja dann tz und Bild die bedeutungsvollsten Zeitungen in München...…...
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » So 13. Jan 2019, 08:37

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 11:44)

Im Bundesvorstand sitzen bis auf die Storch die Moderaten. Die Storch hat einen an der Klatsche, aber der Rest ist in Ordnung. Was soll denn schon passieren? Selbst wenn der Höcketeil Oberwasser gewonnen sollte und im Extremfall mal den Kanzler stellen sollte, was denkst du wird dann passieren? Im schlimmsten Fall haben wir dann eine Trumpregierung. Auf keinen Fall haben wir dann Hitler 2.0. Das ist unseriöse Panikmache. Und wenn der sehr unwahrscheinliche Höckekanzler keine gute Arbeit macht, dann ist er in vier Jahren wieder Geschichte. Schlimmer als jetzt kann es ja nicht werden. Von daher weiß ich nicht wo das Problem sein sollte.


Weder Meuthen ( es ist sein Landesverband und seine ehemalige Fraktion, wo sich Antisemiten und Rechtsextreme Mitarbeiter finden - von den ganzen Querelen der Maulkorbgegner ganz abgesehen, dazu ist er auch bei den Kyhäusser Treffen der Nationalkonservativen auch immer mit am Start ) noch Gauland - Höcke ist dessen Protege - sind moderat.
Wobei die Frage erlaubt sein darf, was du unter Moderat verstehen magst.
Und nein, es ist keine Panikmache davon auszugehen, das Fahnenapell und 180° Kehrtwende in der Erinnerungspolitik nicht gerade das sind, wonach ich streben und kein Land sein soll, wo meine Kinder groß werden.
Und so unzufrieden bin ich mit der Regierung Merkel nicht, das ich mir so einen Retrokurs wirklich vorstellen mag.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Senexx » So 13. Jan 2019, 08:42

AfD kriegt noch nicht mal eine Regierungsbeteiligung. Thema beendet.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » So 13. Jan 2019, 09:57

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 16:16)

Kann ja nicht jeder so drauf sein sie Merkel und ihre Mitstreiter. Einfach mal Millionen Muslime ins Land lassen ist auch nicht gerade moderat.


Nein, es ist die christliche Nächstenliebe. Hätte die Regierung Orban dieses Gebot nicht mit Füßen getreten, wäre das Flüchtlingsdrama von 2015 unnötig gewesen.
Aber die Fidesz, die gerne den hl. Stefan nützt um ihre Wähler zu mobilisieren hatte für dies wohl wenig verständlich. Diese Doppelmoral ist nicht untypisch für reaktionäre sich auf das Christentum berufene Regierungsparteien.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » So 13. Jan 2019, 10:07

imp hat geschrieben:(12 Jan 2019, 22:55)

Der Name "Alternative" ist nicht spezifisch rechts.
Auch die Linke ging aus der WASG hervor, die wiederum zusammenkam aus zwei Gruppen. Die eine: "Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit", die andere "Wahlalternative". Es ist auch nicht jede Kritik an der EU und anderen superstaatlichen Institutionen eine nationalistische Kritik - obwohl es solche Töne in der AfD auch gab. Man wird in praktisch jeder neuen Gruppierung Spinner finden, zitierbare Ausländerfeinde, Antisemiten oder was auch immer. Durch glücklose Kommunikation einerseits und andererseits klar erkennbare Bemühungen einiger Personen, rechte und rechtsradikale Positionen nach und nach prägend zu machen, wurde aus diesem vorhersehbaren Maß an Störpersonen ein verfestigtes Bild der Partei. Nachträglich nicht ganz unberechtigt, jedoch geht manche Antenne bereits bei kleinsten Anzeichen - und gelegentlich fehl - und andere reagieren nur auf markantere Signale.

Dass es die AfD-Mitglieder nicht störte, immer wieder auf peinliche oder unerhörte Aussagen angesprochen zu werden, kann man nicht glauben.
Unglücklich ist, dass parallel die selbstbewusst-unerfahrenen Führungspersonen in Fettnäpfchen jeder Art traten und dies etwas trotzig-hemdsärmelig wegwischten. "Wir lernen noch" kann man unter unprofessionell abtun, "aber man wird doch noch sagen dürfen" gab es auch bei den Piraten, ist aber für die, die sehr sensible Antenne haben, schon wieder ein deutliches Signal, das sie entsprechend interpretiert haben. Deshalb kamen manche sehr früh zu dem Schluss, dass es in der Partei - teilweise - etwas braunt und dass die Führung das nicht gut managt, wenn sie es denn wollte. Was manche eben zugestanden und andere zunehmend bezweifelten.

Geht man von dem vernünftigen Standpunkt aus, dass weder alle frühen Kritiker noch alle frühen Mitglieder böse Absichten hatten, ist es vollkommen erklärbar, wie sie sich gegenseitig im Weg standen: Die Kritik der einen erschien den anderen bisweilen als unangemessener Angriff, die Reaktion darauf erschien manchen Kritikern als Bestätigung ihrer Befürchtungen. Da nach und nach vermehrt echte Problemfälle dazukamen, gab es immer neue Eskalationen, immer negativere Eindrücke und Berichterstattungen - die wiederum einigen Mitgliedern bestätigten, dass die Medien insgesamt böse sind und Hand in Hand mit Konkurrenzparteien die AfD nur kleinmachen wollten - manche sich entsprechend gegenüber Kritik auch taub stellten.

Damit hast Du wesentliche Aspekte und Zusammenhänge gewohnt kritisch, dabei angenehm sachlich und zutreffend beschrieben, wofür ich mich ausdrücklich bedanke. :thumbup:
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » So 13. Jan 2019, 10:11

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 16:24)

Das wirst du dann sehen, wenn die nächste Finanzkrise kommt. Ich meine nicht diese Vorwehen wie 2008/2009, sondern die echte wie in den 20er und 30er Jahren. Dann wird man die Auswirkungen der Merkelpolitik erst so richtig erkennen. Zerfall des Sozialsystems, Massenarbeitslosigkeit, Ausschreitungen werden dann den Alltag bestimmen. Das ist nur eine Frage der Zeit. Wird „lustig“ werden. Man bekommt, was man wählt.

Dürfte ich dich mal fragen, aufgrund welcher Parameter du auf so eine Aussage kommst?
Die Finanzkrise - auch die Ende der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts - haben ja ihren Hintergrund darin, das zu viel Kapital zu wenig reguliert wurde. Wie verträgt sich dann bitte das doch sehr finanzliberale Wirtschaftsprogramm der AfD mit den Absicherungen, wenn du schon meinst, das so eine Finanzkrise wieder ins Haus steht?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » So 13. Jan 2019, 10:22

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 16:55)

Okay. Ciao. In Zukunft kennst du die Regeln. Wenn du mich zitierst, dann erfüllst du sie oder du bekommst keine Antwort.

So, jetzt nochmal als Moderator.
Wenn du auf Quellen nicht antworten möchtest, ist es deine Sache. Aber du bestimmst hier nicht die Regeln, wie auf deine Antworten zu reagieren ist.
Hoffe mich klar ausgedrückt zu haben

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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon sünnerklaas » So 13. Jan 2019, 10:31

Alexyessin hat geschrieben:(13 Jan 2019, 10:11)

Dürfte ich dich mal fragen, aufgrund welcher Parameter du auf so eine Aussage kommst?
Die Finanzkrise - auch die Ende der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts - haben ja ihren Hintergrund darin, das zu viel Kapital zu wenig reguliert wurde. Wie verträgt sich dann bitte das doch sehr finanzliberale Wirtschaftsprogramm der AfD mit den Absicherungen, wenn du schon meinst, das so eine Finanzkrise wieder ins Haus steht?


Das sind die warmen Träume der Rechten. Die wissen, dass eine tiefgreifende Wirtschaftskrise der einzige Hoffnung ist, endlich auf legalem Wege an die "Regierung" zu kommen.
Allerdings kann man die Situation heute überhaupt nicht mir der der Weimarer Republik vergleichen. Ursachen der hiesigen Wirtschaftskrise waren

. sehr hohe Reparationslasten
- eine unterfinanzierte und technologisch rückständige Landwirtschaft mit völlig veralteten Produktionsmethoden und Arbeitsweisn
- mangelnde Investitionen der Unternehmen
- eine Reichsregierung, die in eine schwere Rezession hineingespart und die somit noch verschärft hat.

Dazu kamen töricht handelnde Reichskanzler - Leute, wie Brüning, von Papen, Schleicher.
Heute weiß man, dass man niemals in eine Rezession hineinsparen darf; ist eine schwere Rezession im Anmarsch, muss der Staat Geld raus hauen: durch Konjunkturpakete, staatliche Investitionen, Finanzierung von Kurzarbeit, Steuersenkungen. Dass Keynes funktioniert, wissen wir ja heute.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » So 13. Jan 2019, 10:31

Wären sie in ihrer Substanzlosigkeit nicht so armselig, könnte man über die "Argumentations"methoden der Rechtsknaller nur noch laut lachen. In was für einer Parallelwelt muss man leben, wenn man sich ständig dazu genötigt sieht, in keinem sich gegenseitig definierenden Zusammenhang stehende Eigenschaften als sich einander ausschließend darzustellen. In den letzten Tagen wollte man uns hier einreden, weshalb man in der AfD kein Nazi sein kann, wenn man

- direkte Demokratie fordert, und zwar weil ... :?: ... ja, nun, doch wohl, weil das ja KEINESFALLS als Hilfsmittel populistischer Untergrabung verfassungsrechtlicher Grundlagen missbraucht werden kann

- als Deutscher in -zigter Ehe mit einer türkischstämmigen Frau verheiratet ist, weil ... :?: ... ja, nun, da reicht doch wohl schon die Behauptung, weshalb auf verschiedentliche Nachfrage nicht geantwortet werden muss

Ach ja, und nach deren "Logik" lernten wir ja bereits, dass sich der Rassismusvorwurf ganz leicht durch die Existenz farbiger Parteifeigenblätter entkräften lässt.

Was zu Beginn des letzten Jahres bereits zutraf, sieht im Januar 2019 nicht besser aus:
Er will provozieren und seiner Verachtung für Menschen mit anderer Hautfarbe Ausdruck verleihen. Und in der AfD darf er das. Selbst in der Bundestagsfraktion. Parteichef Alexander Gauland bemerkte dazu, das sei "nicht sein Stil". Offener Rassismus ist in der AfD inzwischen also höchstens schlechter Stil. (...)
Höcke hatte damals im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der NS-Verbrechen von "dämlicher Bewältigungspolitik" gesprochen und das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet. Doch es war nicht nur das, was er gesagt hat, sondern auch das Wie. Wer der Rede gelauscht hat, fühlte sich an Vorträge von Joseph Goebbels erinnert. Auch Höcke hat es nun offiziell: Er muss keine Konsequenzen mehr fürchten. (...)
Gedeon, an dessen mutmaßlich antisemitischen Schriften einst die Landtagsfraktion in Baden-Württemberg zerbrach, hatte das Judentum als historischen "inneren Feind" des Abendlandes bezeichnet. Die Juden arbeiteten an einer "Versklavung der Menschheit". Freilich hat Gedeon auch zum Holocaust eine Meinung. Die trägt er nicht ganz so offen zur Schau; der Umstand jedoch, dass er Neonazis wie Horst Mahler und Holocaust-Leugner wie Ernst Zündel als "Dissidenten" bezeichnet, beantwortet jede Frage danach. In diesem Fall entschied das AfD-Schiedsgericht ebenfalls gegen einen Ausschluss. (...)
Dass gerade jetzt gleich mehrere radikale Akteure fast zeitgleich einen Freifahrtschein bekommen, ist ein Indiz für die fortschreitende Schwächung des gemäßigten Lagers. Die Bundestagsabgeordnete Frauke Petry ist seit der Wahl weg und auf dem Parteitag im November hat der rechte Flügel erfolgreich verhindert, dass ein Gemäßigter – Georg Pazderski – Parteivorsitzender wird.
https://www.n-tv.de/politik/politik_kom ... 23244.html
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon sünnerklaas » So 13. Jan 2019, 10:36

Alexyessin hat geschrieben:(13 Jan 2019, 09:57)

Nein, es ist die christliche Nächstenliebe. Hätte die Regierung Orban dieses Gebot nicht mit Füßen getreten, wäre das Flüchtlingsdrama von 2015 unnötig gewesen.
Aber die Fidesz, die gerne den hl. Stefan nützt um ihre Wähler zu mobilisieren hatte für dies wohl wenig verständlich. Diese Doppelmoral ist nicht untypisch für reaktionäre sich auf das Christentum berufene Regierungsparteien.


...zumal Orban mit Sicherheit die "Nazi-Karte" gezogen hätte, wären die Flüchtlinge in Ungarn nicht aufgenommen worden. Ungarn wäre das Opfer der deutschen Nazis.
Man darf ja nicht vergessen, dass es sich bei Orban und Co. um Leute handelt, die sich

a) stets als Opfer sehen
b) gerne mal offen heucheln und lügen
c) sich wie Dreijährige aufführen, wenn sie ihren Willen nicht bekommen
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon sünnerklaas » So 13. Jan 2019, 10:39

Kritikaster hat geschrieben:(13 Jan 2019, 10:31)

Wären sie in ihrer Substanzlosigkeit nicht so armselig, könnte man über die "Argumentations"methoden der Rechtsknaller nur noch laut lachen. In was für einer Parallelwelt muss man leben, wenn man sich ständig dazu genötigt sieht, in keinem sich gegenseitig definierenden Zusammenhang stehende Eigenschaften als sich einander ausschließend darzustellen. In den letzten Tagen wollte man uns hier einreden, weshalb man in der AfD kein Nazi sein kann, wenn man

- direkte Demokratie fordert, und zwar weil ... :?: ... ja, nun, doch wohl, weil das ja KEINESFALLS als Hilfsmittel populistischer Untergrabung verfassungsrechtlicher Grundlagen missbraucht werden kann

- als Deutscher in -zigter Ehe mit einer türkischstämmigen Frau verheiratet ist, weil ... :?: ... ja, nun, da reicht doch wohl schon die Behauptung, weshalb auf verschiedentliche Nachfrage nicht geantwortet werden muss

Ach ja, und nach deren "Logik" lernten wir ja bereits, dass sich der Rassismusvorwurf ganz leicht durch die Existenz farbiger Parteifeigenblätter entkräften lässt.

Was zu Beginn des letzten Jahres bereits zutraf, sieht im Januar 2019 nicht besser aus:



Die haben nicht umsonst überall Feigenblätter installiert.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Cat with a whip » So 13. Jan 2019, 10:39

think twice hat geschrieben:(12 Jan 2019, 23:30)

Mir gefallen besonders gut die "Nazis raus"-Rufe bei ihren heutigen Demos. :)


Der Presse ist zu entnehmen dass einige AfD-Sympathisanten in den Strassen vor Ort ihren rechten Arm nach oben eingerastet haben. Vermutlich alles nur Koinzidenz.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » So 13. Jan 2019, 10:55

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 23:32)

Klar. Nazis fordern ja auch direkte Demokratie. :D


Ich komme aus einem Bundesland in dem die Möglichkeiten der direkten Demokratie so gut sind, wie in keinem anderen Bundesland. Bayern hat dahingehend wirklich ein progressives Bürgerbeteiligungsverfahren. Nur, es wird selten in Anspruch genommen.
Meinst du wirklich, das dies Bundesweit mehr Anlauf hätte und welche Thematiken würden denn damit angestoßen? Ein leicht abschreckender Blick in Richtung Groß Britannien dürfte momentan langen ;)
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » So 13. Jan 2019, 10:58

Alexyessin hat geschrieben:(13 Jan 2019, 10:55)

Ich komme aus einem Bundesland in dem die Möglichkeiten der direkten Demokratie so gut sind, wie in keinem anderen Bundesland. Bayern hat dahingehend wirklich ein progressives Bürgerbeteiligungsverfahren. Nur, es wird selten in Anspruch genommen.
Meinst du wirklich, das dies Bundesweit mehr Anlauf hätte und welche Thematiken würden denn damit angestoßen? Ein leicht abschreckender Blick in Richtung Groß Britannien dürfte momentan langen ;)

Das ist aber doch nicht für Leute abschreckend, für deren rattenfängerische Agenda ein solches Chaos ein Beschleunigungsmittel wäre. ;)
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » So 13. Jan 2019, 11:13

Kritikaster hat geschrieben:(13 Jan 2019, 10:58)

Das ist aber doch nicht für Leute abschreckend, für deren rattenfängerische Agenda ein solches Chaos ein Beschleunigungsmittel wäre. ;)


Was ja ein Problem darstellt. Sie machen sich aus Machtgründen überhaupt keine Gedanken über solche Sachen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon think twice » So 13. Jan 2019, 12:03

Nightrain hat geschrieben:(13 Jan 2019, 09:51)

Ich finde es weniger gut, wenn sich eigentlich schlaue Leute mit solchen "Menschen entsorgen" Parolen auf das geistige Niveau von Nationalsozialisten begeben.

Wenn wir einem Bernd Höcke und seiner kläglichen Anhängerschaft (bestehend aus 80 Rentnern und 15 Neonazis) "Nazis raus" zurufen, meinen wir damit: "Raus aus unseren Strassen, raus aus unserer Stadt". Das sind legitime Forderungen. Entsorgungsfantasien überlassen wir denen, die Politiker mit Migrationshintergrund nach Anatolien entsorgen wollen. (Wörtlich!)
Es ist nicht immer einfach, ein guter Mensch zu sein. Aber es kommt auf den Versuch an.

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