Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

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zollagent
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon zollagent » Mi 10. Okt 2018, 16:42

Wolverine hat geschrieben:(10 Oct 2018, 15:56)

Es ist doch ganz einfach. Respektiere einfach die Demokratie und erkenne Wahlergebnisse an. Mache ich auch. Funktioniert. Dieses Vokabular haben auch schon etablierte Parteien verwendet, so ist es ja nun nicht. Wenn Seehofer die Flüchtlingspolitik kritisiert mault ja auch keiner.

Die einzigen Spinner, die Wahlergebnisse nicht anerkennen und meinen, ihre 15 %-Meinung müsse den Staat bestimmen, sind doch die Vogelschisser von der AfD, denen du hier eine Lanze nach der Anderen brichst.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Wolverine » Mi 10. Okt 2018, 16:42

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2018, 17:38)

Wobei ich damals als Schülerin nie aufgefordert worden bin, einen kritischen Lehrer irgendwohin zu melden. Und soweit ich weiß, meine Klassenkameraden wurden dazu ebenfalls nicht aufgefordert. Hat auch keiner gemacht. Und kritische Lehrer gabs zuhauf, auch kritische Schüler. Da haben wir uns dann eher verbrüdert mit denen. Ja, ich weiß schon, was die Stasi für ein Haufen war, aber diese Art von Schüler-Lehrer-Denunziantentum gabs nicht.

Was die Bespitzelung anderer Menschen anging, gibt es frappierende Übereinstimmungen zwischen SED und Nazis. In dem Fall von Schüler-Lehrer vielleicht nicht, aber insgesamt....
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Wolverine » Mi 10. Okt 2018, 16:45

jack000 hat geschrieben:(10 Oct 2018, 17:40)

Grüne als AfD-Wahlhelfer:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... D-vor.html


Immer mal wieder......
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon JJazzGold » Mi 10. Okt 2018, 16:48

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2018, 17:38)

Wobei ich damals als Schülerin nie aufgefordert worden bin, einen kritischen Lehrer irgendwohin zu melden. Und soweit ich weiß, meine Klassenkameraden wurden dazu ebenfalls nicht aufgefordert. Hat auch keiner gemacht. Und kritische Lehrer gabs zuhauf, auch kritische Schüler. Da haben wir uns dann eher verbrüdert mit denen. Ja, ich weiß schon, was die Stasi für ein Haufen war, aber diese Art von Schüler-Lehrer-Denunziantentum gabs nicht.



Sie wurden wahrscheinlich als nicht geeignet betrachtet.

Dass die STASI auch Jugendliche rekrutierte, solle allgemein bekannt sein. Nichts anderes als ein analoger Versuch mit modernen Mitteln ist diese AfD Denunziantenplattform in Schulen. Hervorragend geeignet, um Schülern geschichtliche Parallelen zu vermitteln.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Letzter_Hippie » Mi 10. Okt 2018, 21:39

Wolverine hat geschrieben:(10 Oct 2018, 15:16)

Hättest du vielleicht ein Zitat, um deinen "leisen " Vorwurf zu konkretisieren? Wenn die AfD heute die Positionen besetzt, die früher einmal die CSU bedient hat, so sollte man die Schuld nicht bei mir oder der AfD suchen. Mal abgesehen davon, dass ich die AfD so ablehne wie jede andere Partei auch. Ich sehe bestimmte Sachverhalte kritisch. Das äußere ich auch. Denn wir leben ja angeblich in einer Demokratie in der die Meinungsfreiheit durch Artikel 5 GG gewährleistet ist. Wenn andere Parteien diese Kritik nicht annehmen und sich dann aber negativ darüber äußern, wenn die AfD solche Themen aufgreift, dann finde ich das ein bisschen merkwürdig. Das eigentliche Problem in Deutschland ist nämlich dergestalt, dass die AfD mit den Themen Erfolg hat, die für die etablierten Parteien unwichtig sind, aber wenn auch einem kleinen Teil der deutschen Bevölkerung eine Stimme verleiht. Wäre alles in Ordnung und hätten die etablierten Parteien eine Lösung für bestimmte Probleme, gäbe es für die AfD nichts zu holen. Der Einzug der AfD war nur möglich, weil die Politik machtversessen und machtvergessen einfach bestimmte Probleme ignoriert hat. Nur deshalb gibt es jetzt eine AfD im Bundestag und das liegt einzig und allein in der Verantwortung der jetzigen und somit ehemaligen GroKo.


Als grobe Beschreibung ist das okay. Man kann es auch strenger fassen. Woll mer mal:

Es gab/gibt zahlreiche Statements, dass die AfD "nur das Thema Flüchtlinge" hat. Ob das nun stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Aber: es gibt hier im Forum mehrfach die Behauptung, es würde (seitens der "rechten" oder seitens der AfD oder whatever) nicht unterschieden zwischen einerseits berechtigten Asylsuchenden+Kriegsflüchtlingen und andererseits illegalen Migranten. Diese Unterscheidung ist aber genau der springende Punkt: die Berechtigten sind nach unterschiedlichen Quellen zwischen 5'000 und 50'000. Die Gesamtzahl ist nach verschiedenen unwidersprochenen Aussagen um 2 Millionen. Es stellt sich also die Frage: was ist mit den verbleibenden 1.98 Millionen? Und auf diese Frage geht niemand ein, und das ist der entscheidende Punkt.

Es ist an der Stelle auch völlig unwichtig, ob die Zahlen genau stimmen oder die Hälfte oder das Doppelte sind - die vorhandenen Zahlen sind nunmal mangelhaft - ob das daran liegt dass man sie nicht offenbaren möchte oder daran dass schlichtweg niemand was genaues weiss (was schlimm genug ist), sei dahingestellt. In jedem Fall kommt hinten heraus, dass irgendwie 98% der sog. Flüchtlinge (und auch da ist völlig wurscht ob es nun 80% oder 99.8% sind) offenbar nicht wirklich nach geltendem Recht anerkennbar sind.

Kein Mensch hat ein Problem damit, irgendwelche 10'000 oder auch 100'000 Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. Aber irgendwelche ein oder zwei Millionen, Tendenz weiter zunehmend, bei den offenbar niemand weiss oder niemand sagen will was damit ist (und vor allem auch, wie das bezahlt werden soll), das ist politisch inakzeptabel und keinem denkenden Menschen so zu vermitteln.

Und die AfD ist offenbar die einzige Partei, die dazu überhaupt Statements abgibt.

Das ist aber offenbar immer noch kein Anlaß, um das bestehende Defizit zu beheben, sondern nur Anlaß, um gegen die AfD zu agitieren. (Und auch da hab ich noch keine sachlich haltbaren Argumente gesehen, sondern nur Unterstellungen.)

Und in vielen anderen politischen Bereichen sieht es leider ähnlich aus: es wird seitens der regierenden Kräfte (oder ihrer Anhänger) nicht geliefert. Und solange nicht geliefert wird, nämlich erstens, ganz konkret wie dieses Land in zwanzig Jahren aussehen soll, und zweitens, was ganz konkret gegen die AfD spricht (und das in einer sachlich belastbaren Weise, so wie ich das zB aus dem Projektmanagement kenne), solange sehe ich keinen Grund, die AfD nicht zu empfehlen. Wenn das die einzigen sind, die noch was arbeiten wollen *schulterzuck*
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon relativ » Mi 10. Okt 2018, 22:05

Letzter_Hippie hat geschrieben:(10 Oct 2018, 22:39)

Als grobe Beschreibung ist das okay. Man kann es auch strenger fassen. Woll mer mal:

Es gab/gibt zahlreiche Statements, dass die AfD "nur das Thema Flüchtlinge" hat. Ob das nun stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Aber: es gibt hier im Forum mehrfach die Behauptung, es würde (seitens der "rechten" oder seitens der AfD oder whatever) nicht unterschieden zwischen einerseits berechtigten Asylsuchenden+Kriegsflüchtlingen und andererseits illegalen Migranten. Diese Unterscheidung ist aber genau der springende Punkt: die Berechtigten sind nach unterschiedlichen Quellen zwischen 5'000 und 50'000. Die Gesamtzahl ist nach verschiedenen unwidersprochenen Aussagen um 2 Millionen. Es stellt sich also die Frage: was ist mit den verbleibenden 1.98 Millionen? Und auf diese Frage geht niemand ein, und das ist der entscheidende Punkt.

Es ist an der Stelle auch völlig unwichtig, ob die Zahlen genau stimmen oder die Hälfte oder das Doppelte sind - die vorhandenen Zahlen sind nunmal mangelhaft - ob das daran liegt dass man sie nicht offenbaren möchte oder daran dass schlichtweg niemand was genaues weiss (was schlimm genug ist), sei dahingestellt. In jedem Fall kommt hinten heraus, dass irgendwie 98% der sog. Flüchtlinge (und auch da ist völlig wurscht ob es nun 80% oder 99.8% sind) offenbar nicht wirklich nach geltendem Recht anerkennbar sind.

Kein Mensch hat ein Problem damit, irgendwelche 10'000 oder auch 100'000 Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. Aber irgendwelche ein oder zwei Millionen, Tendenz weiter zunehmend, bei den offenbar niemand weiss oder niemand sagen will was damit ist (und vor allem auch, wie das bezahlt werden soll), das ist politisch inakzeptabel und keinem denkenden Menschen so zu vermitteln.

Und die AfD ist offenbar die einzige Partei, die dazu überhaupt Statements abgibt.

Das ist aber offenbar immer noch kein Anlaß, um das bestehende Defizit zu beheben, sondern nur Anlaß, um gegen die AfD zu agitieren. (Und auch da hab ich noch keine sachlich haltbaren Argumente gesehen, sondern nur Unterstellungen.)

Und in vielen anderen politischen Bereichen sieht es leider ähnlich aus: es wird seitens der regierenden Kräfte (oder ihrer Anhänger) nicht geliefert. Und solange nicht geliefert wird, nämlich erstens, ganz konkret wie dieses Land in zwanzig Jahren aussehen soll, und zweitens, was ganz konkret gegen die AfD spricht (und das in einer sachlich belastbaren Weise, so wie ich das zB aus dem Projektmanagement kenne), solange sehe ich keinen Grund, die AfD nicht zu empfehlen. Wenn das die einzigen sind, die noch was arbeiten wollen *schulterzuck*

Netter Versuch ...mal wieder. :D
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Selina » Mi 10. Okt 2018, 22:16

Wolverine hat geschrieben:(10 Oct 2018, 17:42)

Was die Bespitzelung anderer Menschen anging, gibt es frappierende Übereinstimmungen zwischen SED und Nazis. In dem Fall von Schüler-Lehrer vielleicht nicht, aber insgesamt....


Trotzdem erinnert mich die AfD eher an die NSDAP statt an die SED.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Letzter_Hippie » Mi 10. Okt 2018, 22:29

relativ hat geschrieben:(10 Oct 2018, 23:05)

Netter Versuch ...mal wieder. :D


Danke für die Zustimmung. :thumbup:
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Raul71 » Mi 10. Okt 2018, 22:33

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2018, 23:16)

Trotzdem erinnert mich die AfD eher an die NSDAP statt an die SED.
Absolut weder noch. Allerdings trotzdem nicht wählbar. Zu einseitig.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Vongole » Mi 10. Okt 2018, 23:21

jack000 hat geschrieben:(10 Oct 2018, 17:40)

Grüne als AfD-Wahlhelfer:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... D-vor.html


Heißt übersetzt, Politiker, die sich nicht vor der AfD hertreiben lassen, spielen ihr in die Hände.
Da frage ich mich, was Herrn Lindner zu diesem Statement treibt.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Tomaner » Do 11. Okt 2018, 04:30

Wolverine hat geschrieben:(10 Oct 2018, 15:16)

Hättest du vielleicht ein Zitat, um deinen "leisen " Vorwurf zu konkretisieren? Wenn die AfD heute die Positionen besetzt, die früher einmal die CSU bedient hat, so sollte man die Schuld nicht bei mir oder der AfD suchen. Mal abgesehen davon, dass ich die AfD so ablehne wie jede andere Partei auch. Ich sehe bestimmte Sachverhalte kritisch. Das äußere ich auch. Denn wir leben ja angeblich in einer Demokratie in der die Meinungsfreiheit durch Artikel 5 GG gewährleistet ist. Wenn andere Parteien diese Kritik nicht annehmen und sich dann aber negativ darüber äußern, wenn die AfD solche Themen aufgreift, dann finde ich das ein bisschen merkwürdig. Das eigentliche Problem in Deutschland ist nämlich dergestalt, dass die AfD mit den Themen Erfolg hat, die für die etablierten Parteien unwichtig sind, aber wenn auch einem kleinen Teil der deutschen Bevölkerung eine Stimme verleiht. Wäre alles in Ordnung und hätten die etablierten Parteien eine Lösung für bestimmte Probleme, gäbe es für die AfD nichts zu holen. Der Einzug der AfD war nur möglich, weil die Politik machtversessen und machtvergessen einfach bestimmte Probleme ignoriert hat. Nur deshalb gibt es jetzt eine AfD im Bundestag und das liegt einzig und allein in der Verantwortung der jetzigen und somit ehemaligen GroKo.

Welche Positionen die die union besetzt hatte, sind von AfD genau besetzt? Die Einführung von Euro und die EU wie sie heute ist? Rentenpolitik? Tarifautonomie?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Europa2050 » Do 11. Okt 2018, 07:02

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2018, 23:16)

Trotzdem erinnert mich die AfD eher an die NSDAP statt an die SED.


Richtig.

Was Faschisten (und einzelne Teile der AfD sind nunmal in der Richtung unterwegs) und Kommunisten (real existierende Sozialisten...) eint, sind die Ablehnung des Individuums als Träger von Rechten. Das Kollektiv geht über alles. Damit rechtfertigen sie natürlich auch parteiische Exekutive, parteiische Juristerei, Bespitzelung und Ablehnung unabhängiger Presse - ist ja für die „gute“ Sache.

Das dahinter liegende ideologische Konstrukt unterscheidet sich natürlich diametral.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon becksham » Do 11. Okt 2018, 07:57

Na guck an. Was haben die Rechten immer gesagt? Sie wollen immer mit Anwesenheit im Bundestag glänzen? Klappt wohl nicht so gut. Wieder mal große Töne gespuckt und nichts gehalten.

Die Auswertung der namentlichen Abstimmungen zeigt auch, dass die Präsenz der AfD in den vergangenen Monaten abgenommen hat. Mit 9,24 Prozent hat die AfD nach der Linkspartei zudem die zweithöchste Fehlquote. Dabei hatten AfD-Politiker in der Vergangenheit betont, wie wichtig eine hohe Präsenz der Abgeordneten im Plenum sei. Auf Anfrage schreibt die AfD: "Die ARD-Statistik können wir auf die Schnelle nicht überprüfen. (...) Wir sind die Fraktion, die in der Gesamtpräsenz im Plenum Vorreiter ist." Die Auswertung von Kontraste steht dieser Aussage der AfD-Fraktion jedoch entgegen.

https://www.tagesspiegel.de/politik/anw ... 20490.html
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Selina » Do 11. Okt 2018, 09:15

Europa2050 hat geschrieben:(11 Oct 2018, 08:02)

Richtig.

Was Faschisten (und einzelne Teile der AfD sind nunmal in der Richtung unterwegs) und Kommunisten (real existierende Sozialisten...) eint, sind die Ablehnung des Individuums als Träger von Rechten. Das Kollektiv geht über alles. Damit rechtfertigen sie natürlich auch parteiische Exekutive, parteiische Juristerei, Bespitzelung und Ablehnung unabhängiger Presse - ist ja für die „gute“ Sache.

Das dahinter liegende ideologische Konstrukt unterscheidet sich natürlich diametral.


Ich finde erstens gut, dass du differenzierst und nicht diese platte Rechts-Links-Gleichsetzung mitmachst. Zweitens aber muss ich dich enttäuschen: Auch die Geschichte mit dem Individualismus ist bei den Linken mit ihrer Vorstellung vom demokratischen Sozialismus völlig anders, als du es beschreibst. Sämtliche Linke, die ich kenne, und ich selbst natürlich auch, lehnen niemals das "Individuum als Träger von Rechten ab". Das taten wir früher im real existierenden Sozialismus nicht und heute tun wir das erst recht nicht. Ich benutze ausnahmsweise mal das Wörtchen "wir", weil ich wirklich etliche mir persönlich gut bekannte Linke im Auge habe, die da genauso wie ich denken. Dieses Individualismus-Argument ist ein wenig ein Totschlagargument und hat viel mit dem zu tun, was damals im Westen über den Osten vermittelt wurde.

AfD und Linke sind so weit voneinander entfernt wie der Regenwurm vom Elefanten (auch wenn der Rüssel die Form eines Wurmes hat, alter Kalauer über eine Biologieprüfung an der Uni :D ) Und ja, selbstverständlich standen im Sozialismus das Kollektiv, die Gesellschaft, die Gemeinschaft quasi über allem, und es kam schon vor, dass man ordentlich eins auf den Deckel kriegte, wenn man mal nicht so wollte, wie es das Kollektiv gerne gehabt hat. Aber dennoch haben sich viele auch damals ihre Würde bewahrt und haben den ganzen Kollektiv-Mist nicht mitgemacht. Und nein, die, die das nicht mitmachten, landeten selbstverständlich nicht alle in Bautzen. Nur einige von ihnen, die als "Staatsfeinde" gebrandmarkt worden sind. Schlimm genug. Die Millionen Normalos aber, die den ganzen Kollektiv-Zirkus nicht mitmachten, aber trotzdem keine großartigen Widerständler waren, hatten es zwar manchmal etwas schwerer, wenn sie nicht im Strom mitschwammen, aber sie blieben immer kenntlich als Individuum. Und heute erst recht. Darauf legen sie großen Wert verständlicherweise.

Und was den philosophischen Aspekt dabei anbelangt: Da geht es ja gerade um die Befreiung des Individuums von Not, Elend und Unterdrückung und darum, dass der Einzelne sich nur in dem Maße frei entfalten kann, so frei das auch der "Nebenmann" kann. Die Bedingungen, so die linke Vorstellung, sollten für alle Individuen so sein, dass sie sich gleichermaßen frei - und nicht unterdrückt und kleingehalten - entfalten können.

Diese Geschichte mit dem Individualismus und dem Linkssein ist eine äußerst differenziert zu betrachtende Angelegenheit und man kriegt nur raus, was wirklich Sache war und ist, wenn man mit den Linken selbst spricht. Wie du es ja dankenswerterweise tust ;)
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Do 11. Okt 2018, 09:55

Raul71 hat geschrieben:(10 Oct 2018, 23:33)

Absolut weder noch. Allerdings trotzdem nicht wählbar. Zu einseitig.

Nicht nur "einseitig", sondern schlichtweg inakzeptabel. Selektion nach Herkunft und damit Spaltung der Bevölkerung ist für unsere Gesellschaft ungefähr so nützlich wie ein geplatzter Blinddarm.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon relativ » Do 11. Okt 2018, 10:00

Vongole hat geschrieben:(11 Oct 2018, 00:21)

Heißt übersetzt, Politiker, die sich nicht vor der AfD hertreiben lassen, spielen ihr in die Hände.
Da frage ich mich, was Herrn Lindner zu diesem Statement treibt.

Ja das Frage ich mich uahc, evtl. hat der herr Lindner mehr mit Herrn Söder und Seehofer gemein als ihm evtl. lieb ist.
Herr Lindner weiss ja sehr wohl, daß man dies auch genau Umgekehrt sehen könnte.
Nämlich, daß die AfD und ihre lauten Gesinnungshilfen von Pegida und Co schreien, "wir sind das Volk" und Herr Lindner und Co folgen mit fehenden Fahnen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon sünnerklaas » Do 11. Okt 2018, 11:57

relativ hat geschrieben:(11 Oct 2018, 11:00)

Ja das Frage ich mich uahc, evtl. hat der herr Lindner mehr mit Herrn Söder und Seehofer gemein als ihm evtl. lieb ist.
Herr Lindner weiss ja sehr wohl, daß man dies auch genau Umgekehrt sehen könnte.
Nämlich, daß die AfD und ihre lauten Gesinnungshilfen von Pegida und Co schreien, "wir sind das Volk" und Herr Lindner und Co folgen mit fehenden Fahnen.


Alle haben eines gemeinsam: es geht um die Verteidigung des Privateigentums und um die Verteidigung von (vermeintlichen) Rechten. Man ist defensiv eingestellt. Bei der AfD wird das besonders deutlich: die Partei provoziert aus der sicheren Deckung heraus, man sitzt im Schützengraben bzw. der Wagenburg.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon ThorsHamar » Do 11. Okt 2018, 12:10

becksham hat geschrieben:(11 Oct 2018, 08:57)

Na guck an. Was haben die Rechten immer gesagt? Sie wollen immer mit Anwesenheit im Bundestag glänzen? Klappt wohl nicht so gut. Wieder mal große Töne gespuckt und nichts gehalten.
https://www.tagesspiegel.de/politik/anw ... 20490.html



Ähm .... ich zitiere mal aus "Deinem" Artikel:

" Mit 9,24 Prozent hat die AfD nach der Linkspartei zudem die zweithöchste Fehlquote."

Da hätte ich mir jetzt mal ein anderes "Argument" ausgesucht, Frau Nachbarin. Immerhin zeigt sich auch wieder die frappierende Ähnlichkeit von Links und Rechts ...
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon ThorsHamar » Do 11. Okt 2018, 12:14

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Oct 2018, 12:57)

Alle haben eines gemeinsam: es geht um die Verteidigung des Privateigentums und um die Verteidigung von (vermeintlichen) Rechten. Man ist defensiv eingestellt. Bei der AfD wird das besonders deutlich: die Partei provoziert aus der sicheren Deckung heraus, man sitzt im Schützengraben bzw. der Wagenburg.


....kennt man von der SED-PDS, PDS in ihrer Entwicklung zu "Die Linke" .... Die AfD übernimmt im Osten einfach deren frühere, durch die Praxis beseitigte, Funktion ....
Die AfD in Verantwortung bringen - und schon ist er aus, der Traum .... :cool:
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon becksham » Do 11. Okt 2018, 12:36

ThorsHamar hat geschrieben:(11 Oct 2018, 13:10)

Ähm .... ich zitiere mal aus "Deinem" Artikel:

" Mit 9,24 Prozent hat die AfD nach der Linkspartei zudem die zweithöchste Fehlquote."

Da hätte ich mir jetzt mal ein anderes "Argument" ausgesucht, Frau Nachbarin. Immerhin zeigt sich auch wieder die frappierende Ähnlichkeit von Links und Rechts ...

Die Linke hat im Gegensatz zur AfD diesbezüglich keine großen Töne gespuckt.
Ansonsten, wenn du über die Linke diskutieren willst, tu das doch bitte im entsprechenden Strang. Hier ist das Spam.

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