Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

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sünnerklaas
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon sünnerklaas » So 18. Mär 2018, 13:37

Alexyessin hat geschrieben:(17 Mar 2018, 12:03)

Sorry, ich glaube ich hatte falsch rübergebracht. Ich bin nicht derjenige, der rüber zeigt und meint "aber der Osten". Durch meine eigene Erfahrung in Leipzig aber auch weit in die Provinz hinein bis Döbeln weiß ich durchaus, das es dort auch "normale" Menschen gibt die die Mehrzahl bilden. Ich glaube nicht, das die bürgerliche Mitte dieses Problem bagatellisieren. Was mir in Leipzig, auch bei gebildeten Menschen im Gespräch aufgefallen ist, ist ein latenter Außländerunwohl. Die Mutter meiner damaligen Freundin meinte, das sie froh ist, das ihre Tochter keinen Ausländer heimgebracht hätte. Darauf entgegnete ich, das ich als Baier wohl sehr gut als Ausländer durchgehen würde. Aber das war schon eine sehr erkennbare Grenze. Nicht das es Mütter hier in Bayern nicht geben würde, die das meinen. Nur so offen ansprechen würde es hier keine. Zumindest nicht die ersten paar Mal.




Auf alle Fälle spielt dieser Umbruch, gerade im Arbeitsmarkt eine sehr große Rolle in der Radikalisierung einiger. Was mich aber verwundert ist eben die Tatsache, das in den Ländern, die halbwegs eine Arbeitsmarktsituation geschaffen haben die Radikalisierung größer ist oder spürbarer vorhanden. Natürlich rede ich hier von Sachsen und Thüringen und die beiden südlichen Regionen angrenzend von Brandenburg und Anhalt.
Dann kommt der Bruch mit der Vergangenheit, die Demokratie, die dann auch nicht wirklich das gehalten hat, was von selbiger erwartet wurde.




Die Demokratie lebt nicht von sich selbst. Und diese Erkenntnis ist glaub ich im Osten nicht so angekommen wie sie sich im Westen entwickeln konnte. Die Verwurzelung zwischen Demokratie vor Ort und den Vereinen, den jeweiligen sozialen Verbänden den Handwerkskammern und Industrievereinigungen hat im Osten keine Verwurzelung ( mehr ) da ja diese politischen Geschichten von der SED ja durchaus kritisch in Erinnerung waren.
In der alten Bundesrepublik hatten die Menschen mindestens 20 Jahre Vorsprung mit der innerstaatlichen Demokratie. Es bedurfte bei uns die Menschen, die im allgemeinen mit der Generation 68 umschrieben wird, die das lange Zeit getragen hatten.
Und das die SED bei den Menschen kein Vertrauen mehr hatte war nach Mielke keine große Überraschung, das Problem war eher, das sich circa 30 % in den neuen Bundesländern entpolitisiert hatten. Die PDS hat es lange Zeit verstanden zumindest das Ohr bei den Sorgen der meisten dieser Menschen zu haben und
hat meiner Meinung nach lange versucht diese der Politik mitzuteilen. Aber es gab halt auch, verständlicherweise, Menschen die ihre Sorgen eben nicht an die "ehemaligen Spitzel" anvertrauen konnten. Da aber halt auch die Kirche die 40 Jahre DDR nicht gut überstanden haben fehlte auch hier auf großer Fläche eine soziale Anlaufstation. So, jetzt gibt´s halt dann langsam nur noch die Wirtshäuser und Bier ist kein guter Begleiter bei politischen Diskussionen von sozial isolierten Menschen. Und dort denk ich, ist der Nährboden für das, was sich jetzt im Bundestag als AfD sammelt, natürlich auch mit Stimmen aus dem Westen und vor allem aus Bayern.



Natürlich, da bin ich vollkommen deiner Meinung. Und zwar sowohl wie auch. Einerseits ist da wieder diese Abneigung gegen politisch organisierter Arbeitnehmerschaft, somit die fehlende Weitergabe von Informationen an die Politik und auf der anderen Seite der Effekt, das es nicht die alte Bundesrepublik war, der sogenannte rheinische Kapitalismus, die die DDR einfach eingegliedert hat, sondern eine viel wirtschaftsliberalere Variante.
Es hieß 1998, die SPD hätte die Wahl vor allem im Osten gewonnen. Das stimmt. Helmuts Versprechungen haben nichts mehr gebracht, eine zweite rote Socken Kampagne ging schief und die Sozialdemokratie stellte den Kanzler. Also zusammen mit den neuen Bundesländern hat die Bundesrepublik dann das geschafft, was in einer Demokratie an sich normal sein sollte - den Machtwechsel durch Wahlen im Bund. Auf einmal war sie da, die Berliner Republik - und mit dem ganzen Strahlen durch dies und der ersten Regierung rot - grün schaute keiner auf die existierenden Probleme jenseits des Schmelztiegels Berlin.
Und wir wissen wie es weiterging, Schröder hatte es verstanden die Oder-Flut und die Irakpläne von Breznschorsch und schaffte mit Hilfe des Grünen Ströbele - dessen Direktmandat verhindert hat das die PDS mit drei Direktmandaten als Gruppe in den Bundestag zog - noch mal die Kanzlerschaft. Und dann kam Hartz.
Jetzt wurden die Menschen, gerade im Osten, ein zweites Mal verarscht. Statt der erwarteten staatlichen Wärme unter der SPD kam der Abstieg in H4. Das ist frustrierend. Und was machen diese Menschen? Es gibt einige, die zu Lafontaines Linken vertrauen finden, rechts fallen noch keine runter, es ist ja die SPD und dann kommt Merkel. Und Merkel hat es in den südlichen Ländern verstanden auf der wirtschaftlichen Erfolgswelle die aus den Hartz-Reformen entstanden sind zu reiten aber die Probleme die damit entstanden sind der SPD zuzuschieben. Dann kommt die Eurokrise mit Griechenland und den damit verbundenen Zahlungen aus der Regierungskasse. Und hier passiert ein Vorbeben, das ich erst in der Nachbetrachtung erkannt habe, und erzeugt den Anfang eines Risses bei den Konservativen der dann in der AfD münden sollte.




Es gibt eine Studie aus den 90ern, die hatte den etwas anrüchigen Namen "Rotlicht macht braun" - leider habe ich diese nicht mehr greifbar. Ich hoffe ich bekomme die nochmal, denn es war vor allem ein Teil, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist.
Die DDR war schon als Staatsräson verpflichtet antifaschistisch zu sein und war demnach nie zimperlich NS-Verbrecher zu verurteilen und auch bei jungen Menschen da schnell den Riegel vorgeschoben hat. Das Problematische an der Geschichte war, das die Jungen, die, und das ist nicht als Relativierung verstanden werden sondern als Maßstab an der Strafe, mal den rechten Arm gehoben haben, die kamen zusammen mit den alten Nazis. Und dort konnte sich Gedankengut konservieren und weitermittelt werden, Netzwerke geschaffen werden und, so seltsam es klingt, eine Art Paralellgeschellschaft dadurch aufgebaut haben. Und natürlich kannten die Spitzel die Menschen, ein Wissen, das später dann auch zur Verwicklung zwischen einigen Verfassungsschutzämtern, den V-Leuten und der rechten Szene führte. Das war ein Punkt, der vollkommend von den Bundesbehörden verpennt wurde.
Und natürlich gibt es bei der AfD Menschen, deren Verbindungen sich bis in diese Zeit zurückverfolgen lassen können. Und dafür werden sie gewählt, von denen, die sich offen undemokratisch Rechts geben.

Als letztes kommt natürlich die Entscheidung von 2015 hinzu. Und da hat es Tom Bombadil mir mal gut beschrieben - es wurde schnell geholfen, aber um die Hilfe an Teile der deutschen Bevölkerung kümmerte sich niemand. ( Als Gefühl !! Keine Wertung )
Und genau da punktete dann die AfD. Nährboden. Kohl abgewählt - nix gebracht, SPD gewählt Hartz IV bekommen. Nach 45 erfolglosen Bewerbungen apathisch geworden. Abgehängt worden. Und was macht Mutti? Lässt die ganzen Ausländer rein und die bekommen sofort alles........




Was genau unter König Kurt nicht funktioniert hat, möchte ich auch mal gerne wissen. Es kann doch niemand behaupten, das es unbekannt war, das gerade in Sachsen der Rechtsextremismus tiefer verwurzelt war als woanders. Kopernikus, hier unser alter Vorstand und Moderator, kam aus dem braunen Dreieck, wie er es gerne geschildert hat. Irgendwo Freiberg. Der meinte auch, das in den Bergen die Nationalen wirklich stark vertreten waren.
Also, warum wurde diese Szene vom Verfassungsschutz nicht genauer, nicht stringenter überwacht? Keine Ahnung.´

Leipzig ist wirklich dahingehend ein gutes Vorbild. Ich erinnere mich noch an diesen Legida Tag Anfang 2015. Zum Glück wars es danach.



Es ist nicht nur in der ehemaligen DDR nach 1990 vieles schief gelaufen, sondern im gesamten RGW-Raum. Ursache waren meiner Meinung nach auch die völlig überzogenen Erwartungen in den Ostblockländern, die auf verantwortungslose Versprecherei der westlichen Staaten basierte. Teilweise herrschten da kindische Vorstellungen über den "Goldenen Westen". Man hat 1990 geglaubt, jetzt bräche der pure Luxus aus. Und zwar gratis und ohne eigenes Zutun. Sich einfach mal bedienen lassen... Als das nicht kam, wurde man sauer.

König Kurt hat aus meiner Sicht in Sachsen den Fehler begangen, alles mit Geld lösen zu wollen. Gleichzeitig wurde die Vergangenheit glorifiziert - besonders in Dresden. Nur war das alte Dresden im Februar 1945 untergegangen. Man holt aber nicht die Vergangenheit zurück. Das kann nicht funktionieren, weil es der heutigen Lebensrealität nicht entspricht.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Selina » So 18. Mär 2018, 18:16

jorikke hat geschrieben:(18 Mar 2018, 13:02)

Selina und Alexyessin, einfach mal Danke für das Beispiel einer sinnvollen Diskussion.


Immer wieder gerne :)
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Mo 19. Mär 2018, 05:30

sünnerklaas hat geschrieben:(18 Mar 2018, 13:37)

Es ist nicht nur in der ehemaligen DDR nach 1990 vieles schief gelaufen, sondern im gesamten RGW-Raum. Ursache waren meiner Meinung nach auch die völlig überzogenen Erwartungen in den Ostblockländern, die auf verantwortungslose Versprecherei der westlichen Staaten basierte. Teilweise herrschten da kindische Vorstellungen über den "Goldenen Westen". Man hat 1990 geglaubt, jetzt bräche der pure Luxus aus. Und zwar gratis und ohne eigenes Zutun. Sich einfach mal bedienen lassen... Als das nicht kam, wurde man sauer.

König Kurt hat aus meiner Sicht in Sachsen den Fehler begangen, alles mit Geld lösen zu wollen. Gleichzeitig wurde die Vergangenheit glorifiziert - besonders in Dresden. Nur war das alte Dresden im Februar 1945 untergegangen. Man holt aber nicht die Vergangenheit zurück. Das kann nicht funktionieren, weil es der heutigen Lebensrealität nicht entspricht.


Es gab ein weiteres Problem innerhalb der DDR auch für den Westen. Dadurch das man in der DDR sofort die DM wollte wurden andere Ostblockländer billiger. So hatte man, beispielsweise in der DDR nicht nur relativ marode Kugellagerindustrie, so waren Produktionsstätten wie in Ungarn oder Rumänien plötzlich auch noch wesentlich billiger. Dies spürte auch FAG die Kugellagerfabriken in der DDR aufkaufte und daran fast Pleite ging und am Standort in Schweinfurt von 11 000 Arbeitsplätzen über 6000 verlor. Dazu hatten ehemalige Absatzmärkte im Osten selbst kein Geld und brachen ein.
Aber immer wieder erstaunlich, dass man glaubt mit einer AfD alles zurückdrehen zu können. Es war die westliche Wirtschaft die überlegen war und nicht umgekehrt. Der AfD Glauben sich Putin zu unterwerfen und der kauft dann schon ist der Weg in den Untergang und nicht umgekehrt. Ebenfalls habe ich kein Bock auf russische Renten, hat die ehemalige DDR diesen?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Orbiter1 » Mo 19. Mär 2018, 07:11

Weidel fordert ein Referendum über den Austritt Deutschlands aus der EU.

„Finanzminister Scholz für mehr Geld an EU: Ich fordere ein EU-Referendum in Deutschland!
Die Bürger sollten nun über den Dexit abstimmen können, statt dass immer mehr des von ihnen erwirtschafteten Geldes nach Brüssel transferiert wird.“

Gibt es denn niemanden in der AfD der zumindest einen Hauch von Ahnung über wirtschaftliche Zusammenhänge im Allgemeinen und die Vorteile eines gemeinsamen Marktes wie der EU (für so eine exportstarke Nation wie Deutschland) im Speziellen hat? Die Betriebs- und Volkswirtschafterin Weidel versteht davon offenbar nichts. Von den Nöten der Briten durch den Brexit hat sie offenbar auch noch nichts gehört.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Orbiter1 » Mo 19. Mär 2018, 07:21

Tomaner hat geschrieben:(19 Mar 2018, 05:30)

Ebenfalls habe ich kein Bock auf russische Renten, hat die ehemalige DDR diesen?

Soll das ein Witz sein? Zitat von der Seite der deutschen Rentenversicherung.

„Was für die Neuen Bundesländer gilt
Damit sich für Versicherte und Rentner aus den neuen Bundesländern aus den vergleichsweise niedrigen Arbeitsentgelten in der DDR und dem heute noch bestehenden Unterschied im Lohnniveau keine Nachteile bei der Rentenberechnung ergeben, werden dort die Entgelte auf "Westniveau" angehoben. Das heißt, Ihr Verdienst in den neuen Bundesländern oder in der DDR wird mit einem Umrechnungsfaktor erhöht. Dieser Faktor entspricht etwa dem Verhältnis West­Durchschnittsentgelt zu Ost­Durchschnittsentgelt und wurde für jedes Jahr einzeln festgelegt.“

Trotz aller Umbrüche. Niemand aus dem ehemaligen Ostblock ist so weich gefallen wie die Bürger aus den Neuen Bundesländern. Da wurden 3-stellige Mrd-Beträge mehr durch die Sozialkassen ausbezahlt, als in sie einbezahlt wurde.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Mo 19. Mär 2018, 08:08

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Mar 2018, 07:11)

Weidel fordert ein Referendum über den Austritt Deutschlands aus der EU.

„Finanzminister Scholz für mehr Geld an EU: Ich fordere ein EU-Referendum in Deutschland!
Die Bürger sollten nun über den Dexit abstimmen können, statt dass immer mehr des von ihnen erwirtschafteten Geldes nach Brüssel transferiert wird.“

Gibt es denn niemanden in der AfD der zumindest einen Hauch von Ahnung über wirtschaftliche Zusammenhänge im Allgemeinen und die Vorteile eines gemeinsamen Marktes wie der EU (für so eine exportstarke Nation wie Deutschland) im Speziellen hat? Die Betriebs- und Volkswirtschafterin Weidel versteht davon offenbar nichts. Von den Nöten der Briten durch den Brexit hat sie offenbar auch noch nichts gehört.

Davon will sie nichts hören. Ihr Klientel sind die Abgehängten, die Schuldigen dafür stehen für sie ebenfalls fest. Diese Demagogin legt keinen Wert auf Fakten. Solche Leute leben von negativen Emotionen. Was später kommt, kann ja dann auch entsprechend erklärt werden. Schuldige findet man immer.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Mo 19. Mär 2018, 08:10

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Mar 2018, 07:21)

Soll das ein Witz sein? Zitat von der Seite der deutschen Rentenversicherung.

„Was für die Neuen Bundesländer gilt
Damit sich für Versicherte und Rentner aus den neuen Bundesländern aus den vergleichsweise niedrigen Arbeitsentgelten in der DDR und dem heute noch bestehenden Unterschied im Lohnniveau keine Nachteile bei der Rentenberechnung ergeben, werden dort die Entgelte auf "Westniveau" angehoben. Das heißt, Ihr Verdienst in den neuen Bundesländern oder in der DDR wird mit einem Umrechnungsfaktor erhöht. Dieser Faktor entspricht etwa dem Verhältnis West­Durchschnittsentgelt zu Ost­Durchschnittsentgelt und wurde für jedes Jahr einzeln festgelegt.“

Trotz aller Umbrüche. Niemand aus dem ehemaligen Ostblock ist so weich gefallen wie die Bürger aus den Neuen Bundesländern. Da wurden 3-stellige Mrd-Beträge mehr durch die Sozialkassen ausbezahlt, als in sie einbezahlt wurde.

Das aber hat Keiner dort bemerkt. Da hat der Knall gefehlt, mit dem Länder wie Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder auch Russland gefallen sind. DANN hätte man das sicher auch als Aufstieg verstanden.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Teekanne » Mo 19. Mär 2018, 08:20

zollagent hat geschrieben:(19 Mar 2018, 08:10)

Das aber hat Keiner dort bemerkt. Da hat der Knall gefehlt, mit dem Länder wie Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder auch Russland gefallen sind. DANN hätte man das sicher auch als Aufstieg verstanden.

Man will halt mehr und mehr. Genauso wie man sich einen Führer wie einen Putin wünscht aber man sich nicht diktieren lassen will. ;) Man möchte Hetzen ohne selbst aufs Korn genommen zu werden und sich als Elite der Welt aufspielen. Die einzigen Wahren. Nur etwas dafür tun will man nicht. Kein Wunder weiß keine Sau was mit einigen Vielen da drüben los ist.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » Mo 19. Mär 2018, 11:56

Mal wieder ein paar Nachrichten aus dem Verein "Jobangebote für Rechtsextremisten"

http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/1268012/
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Teekanne » Mo 19. Mär 2018, 12:00

Alexyessin hat geschrieben:(19 Mar 2018, 11:56)

Mal wieder ein paar Nachrichten aus dem Verein "Jobangebote für Rechtsextremisten"

http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/1268012/

Leider wird auch das keine Konsequenzen nach sich ziehen. Schockieren tut es jedenfalls nicht mehr. Alltag hinter den Kulissen dieser sogenannten "Alternative für Deutschland".
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » Mo 19. Mär 2018, 12:08

Teekanne hat geschrieben:(19 Mar 2018, 12:00)

Leider wird auch das keine Konsequenzen nach sich ziehen. Schockieren tut es jedenfalls nicht mehr. Alltag hinter den Kulissen dieser sogenannten "Alternative für Deutschland".


Es geht nicht nur um Konsequenzen sondern um Aufklärung.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Mo 19. Mär 2018, 15:28

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Mar 2018, 07:21)

Soll das ein Witz sein? Zitat von der Seite der deutschen Rentenversicherung.

„Was für die Neuen Bundesländer gilt
Damit sich für Versicherte und Rentner aus den neuen Bundesländern aus den vergleichsweise niedrigen Arbeitsentgelten in der DDR und dem heute noch bestehenden Unterschied im Lohnniveau keine Nachteile bei der Rentenberechnung ergeben, werden dort die Entgelte auf "Westniveau" angehoben. Das heißt, Ihr Verdienst in den neuen Bundesländern oder in der DDR wird mit einem Umrechnungsfaktor erhöht. Dieser Faktor entspricht etwa dem Verhältnis West­Durchschnittsentgelt zu Ost­Durchschnittsentgelt und wurde für jedes Jahr einzeln festgelegt.“

Trotz aller Umbrüche. Niemand aus dem ehemaligen Ostblock ist so weich gefallen wie die Bürger aus den Neuen Bundesländern. Da wurden 3-stellige Mrd-Beträge mehr durch die Sozialkassen ausbezahlt, als in sie einbezahlt wurde.

Es ist mir schon Ernst! Denn Putinversteher sollen mir schon mal erklären, was sie wirklich wollen. Russische Verhältnisse und Putin zusammen mit AfD in den Himmel heben, aber Rentenniveau der verhasten Altparteien?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Mo 19. Mär 2018, 15:40

Alexyessin hat geschrieben:(19 Mar 2018, 12:08)

Es geht nicht nur um Konsequenzen sondern um Aufklärung.

Ich habe es schon mehrmals gesagt, hinter der ganzen AfD stehen knallharte Nazis, die darau spekulieren an die Macht zu kommen. Nicht die Ideologie von denen ist umstritten, sondern der Weg zur Macht. Nur eine AfD muß für Nazsi liefern und die rückt täglich weiter nach rechts. Das im Hintergrund für die AfD kriminelle Faschisten arbeiten wundert doch keinen, es würde einen wundern wenn es nicht so wäre. Oder glaubt hier jemand, der von der AfD benutzte Nazijargon fällt vom Himmel? Wo bekommt man solche Schulungen? Bestimmt nicht von demokratischen Organisationen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Cat with a whip » Mo 19. Mär 2018, 15:48

Teekanne hat geschrieben:(19 Mar 2018, 12:00)

Leider wird auch das keine Konsequenzen nach sich ziehen. Schockieren tut es jedenfalls nicht mehr. Alltag hinter den Kulissen dieser sogenannten "Alternative für Deutschland".

Zum Glück haben die Franzosen und Briten Atomwaffen. Die Pest wird sich also sicher nicht nochmal weit ausbreiten können. :thumbup:
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » Mo 19. Mär 2018, 15:49

Tomaner hat geschrieben:(19 Mar 2018, 15:40)

Ich habe es schon mehrmals gesagt, hinter der ganzen AfD stehen knallharte Nazis,


Nicht hinter der ganzen AfD.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Cat with a whip » Mo 19. Mär 2018, 15:55

Ein paar stehen auch hinter der NPD, klar.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Selina » Mo 19. Mär 2018, 16:24

Tomaner hat geschrieben:(19 Mar 2018, 15:40)

Ich habe es schon mehrmals gesagt, hinter der ganzen AfD stehen knallharte Nazis, die darau spekulieren an die Macht zu kommen. Nicht die Ideologie von denen ist umstritten, sondern der Weg zur Macht. Nur eine AfD muß für Nazsi liefern und die rückt täglich weiter nach rechts. Das im Hintergrund für die AfD kriminelle Faschisten arbeiten wundert doch keinen, es würde einen wundern wenn es nicht so wäre. Oder glaubt hier jemand, der von der AfD benutzte Nazijargon fällt vom Himmel? Wo bekommt man solche Schulungen? Bestimmt nicht von demokratischen Organisationen.


Diese Geschichte passt ganz gut zum Stichwort Nazi-Schulungen (und sie passt auch zur AfD, weil diese ja oft mit solchen Leuten Kontakt hat; irgendwelche Berührungsängste gibts da jedenfalls nicht):

http://www.sz-online.de/sachsen/im-nazi ... 18106.html
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Teekanne » Mo 19. Mär 2018, 17:25

Cat with a whip hat geschrieben:(19 Mar 2018, 15:48)

Zum Glück haben die Franzosen und Briten Atomwaffen. Die Pest wird sich also sicher nicht nochmal weit ausbreiten können. :thumbup:

Die Franzosen haben eine Le Pen. Der würde ich noch zutrauen, im Rassenwahn Abomben auf sich selbst zur Befreiung des Christentums zu werfen. Hätte nie gedacht das Menschen derart in Verfolgungswahn vor anders farbigen Menschen geraten können. Nicht mal Tiere tun das.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Mo 19. Mär 2018, 18:04

Selina hat geschrieben:(19 Mar 2018, 16:24)

Diese Geschichte passt ganz gut zum Stichwort Nazi-Schulungen (und sie passt auch zur AfD, weil diese ja oft mit solchen Leuten Kontakt hat; irgendwelche Berührungsängste gibts da jedenfalls nicht):

http://www.sz-online.de/sachsen/im-nazi ... 18106.html

Ihr erster Freund war ein Musiker aus Sachsen und ebenfalls in der Szene. Waren Sie oft bei ihm in Bautzen?

Ja, eine ganze Weile. Was mir auffiel: Unter den Jugendlichen war und ist es wohl auch noch völlig normal und allgemein akzeptiert, rechtsextremistisch zu sein. Man kann in den heftigsten Neonazi-Klamotten überall hingehen, niemand regt sich darüber auf. Weil jeder jeden kennt. Die Kreise, in denen mein Freund und ich unterwegs waren, waren politisch kaum gebildet, aber alle extrem politisiert, nämlich rassistisch, völkisch und antisemitisch. Als Frau war das manchmal ziemlich schwierig: Oft wurde ich auf Veranstaltungen sexistisch angemacht oder angepöbelt, ohne dass jemand eingeschritten wäre.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon sünnerklaas » Mo 19. Mär 2018, 20:42

Tomaner hat geschrieben:(19 Mar 2018, 18:04)

Ihr erster Freund war ein Musiker aus Sachsen und ebenfalls in der Szene. Waren Sie oft bei ihm in Bautzen?

Ja, eine ganze Weile. Was mir auffiel: Unter den Jugendlichen war und ist es wohl auch noch völlig normal und allgemein akzeptiert, rechtsextremistisch zu sein. Man kann in den heftigsten Neonazi-Klamotten überall hingehen, niemand regt sich darüber auf. Weil jeder jeden kennt. Die Kreise, in denen mein Freund und ich unterwegs waren, waren politisch kaum gebildet, aber alle extrem politisiert, nämlich rassistisch, völkisch und antisemitisch. Als Frau war das manchmal ziemlich schwierig: Oft wurde ich auf Veranstaltungen sexistisch angemacht oder angepöbelt, ohne dass jemand eingeschritten wäre.


In diesen Kreisen sieht man sich als Opfer.
Hinzu kommt, dass viele nicht mehr wissen, wohin mit ihren Aggressionen. Sie stehen auf den unterersten Stufen der sozialen Rangordnung. Nach oben können sie nicht treten, nur nach unten. So lange sie nach unten treten, sind sie politisch-strategisch absolut harmlos. Was passiert, wenn dann Aggressionen auch nur ansatzweise und zaghaft nach oben gerichtet werden, konnte man eindrucksvoll bei der NPD beobachten. Da wurde der Staat plötzlich sehr humorlos und fing an mit gnadenloser Effektivität zu arbeiten: die NPD richtete sich gegen das Wirtschaftssystem. Damit war sichtbar eine Rote Linie überschritten.

Es ist eben so, wie es Georg Kreisler schon vor über einem Jahrhundert besungen hat...


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