Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Europa2050 » Do 15. Mär 2018, 20:29

Selina hat geschrieben:(15 Mar 2018, 20:13)

Der Wunsch, den Kapitalismus zu transformieren in eine gerechtere Gesellschaft, ist nicht linksextremistisch.


Das ist zweifelsohne schön ausgedrückt, kann aber operativ durchaus extremistisch oder verfassungsfeindlich werden. Kommt halt drauf an, welches Bild man von denen hat, die das nicht so sehen (diese Kapitalisten) und wollen und wie man mit denen umgeht.
Da muss man linkerseits aufpassen, dass man die nicht genau so herabwürdigt, wie auf der anderen Seite eben alles ausländische.

Letztlich muss die „breite Mitte“ eben dafür sorgen, dass weder Kommunisten noch Faschisten unsere Bundesrepublik kaputt reden/machen. Und zur Zeit kommt diese Gefahr eben ausschließlich von rechts, da bin ich voll bei Dir.

Und (weil Du das oben geschrieben hast): Für die Auswüchse 33-45 tragen die Faschisten alle Schuld für alle Ewigkeit.
An der vorhergehenden Unregierbarkeit und Damit Zerstörung der Weimarer Republik waren jedoch die KPD und ihre Kampfverbände nicht unbeteiligt.
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stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 15. Mär 2018, 20:57

JJazzGold hat geschrieben:(15 Mar 2018, 20:21)

Es geht um die Aussage zur Intention der Die Linke. Das Erfurter Programm lebt noch.

Ehrlich gesagt sind mir die Programme der Parteien ziemlich egal. An ihren konkreten Aktionen kann man die Parteien messen. Da brauche ich bei der SPD kein SPD-Programm, bei der AfD kein AfD-Programm. Warum sollte ich die Linke-Partei mit ihrem obrigkeitsfixierten, sozialdemokratischen Ansatz da anders behandeln? Das ist einfach nur uninteressant. Bei der AfD nützt es ja auch nichts, Wortlaut des Programms an der Realität zu blamieren.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon JJazzGold » Do 15. Mär 2018, 22:36

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Mar 2018, 20:57)

Ehrlich gesagt sind mir die Programme der Parteien ziemlich egal. An ihren konkreten Aktionen kann man die Parteien messen. Da brauche ich bei der SPD kein SPD-Programm, bei der AfD kein AfD-Programm. Warum sollte ich die Linke-Partei mit ihrem obrigkeitsfixierten, sozialdemokratischen Ansatz da anders behandeln? Das ist einfach nur uninteressant. Bei der AfD nützt es ja auch nichts, Wortlaut des Programms an der Realität zu blamieren.


Ich gehöre zur raren Spezies der Programmleser. Sowohl die Kluft zwischen Worten und Taten (AfD), als auch das Beharren auf einst Geschriebenem (Die Linke) finde ich interessant, obwohl auch ich an letzendlich an Taten messe. Aus der Melange ergibt sich ab und an eine erstaunliche Übereinstimmung, zwischen beiden.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 15. Mär 2018, 22:52

JJazzGold hat geschrieben:(15 Mar 2018, 22:36)

Ich gehöre zur raren Spezies der Programmleser. Sowohl die Kluft zwischen Worten und Taten (AfD), als auch das Beharren auf einst Geschriebenem (Die Linke) finde ich interessant, obwohl auch ich an letzendlich an Taten messe. Aus der Melange ergibt sich ab und an eine erstaunliche Übereinstimmung, zwischen beiden.

Das kann ich so nicht nachvollziehen. Für mich sind die Programme bei allen weit weg von dem, das sie (nicht) tun.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon JJazzGold » Do 15. Mär 2018, 23:06

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Mar 2018, 22:52)

Das kann ich so nicht nachvollziehen. Für mich sind die Programme bei allen weit weg von dem, das sie (nicht) tun.


Parteiprogramme sind Absichtserklärungen, mehr oder weniger detailliert formuliert. Einige Absichten finden Umsetzung, anteilig oder in Gänze, andere werden nach der Erstellung in die Schublade versenkt, in der Hoffnung, man möge nicht daran erinnert werden.
Womit wir wieder bei der AfD wären.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Do 15. Mär 2018, 23:11

Hyde hat geschrieben:(15 Mar 2018, 18:37)

Wie definiert man denn dann, wo Rechtsradikalismus anfängt? Wenn man der Meinung ist, dass in den letzten Jahren zu viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen und dass die Zuwanderung auf ein niedrigeres Niveau begrenzt werden muss, ist man dann schon rechtsradikal?

Sind die 48% der Wähler von Trump in den USA rechtsradikal? Also die Hälfte der US-Bevölkerung?

Ich kenne aus meinem persönlichen Umfeld den ein oder anderen, der AfD gewählt hat. Keinen von denen würde ich als rechtsextrem bezeichnen, keiner von denen hat irgendwas mit irgendeiner Nazi-Szene zu tun.

Und bezüglich der NPD: was heißt hier verbrannt? Rechtsextreme sind doch stolz darauf, eine Partei wie die NPD zu wählen. Wenn es also 20% Rechtsextreme und Nazis in Deutschland gäbe, dann müsste auch die NPD ca bei 20% stehen. Oder warum sollte ein überzeugter Rechtsextremer in einer geheimen Wahl nicht eine rechtsextreme Partei wie die NPD wählen?

Stellt sich erst mal die Frage wo rechtsextrem anfängt. Wenn jemand aus Umfeld AfD wählt, muß er doch auch wissen welche Aussagen die machen und für was die stehen. Kann man sich dann damit entschuldigen, rechtsextreme Aussagen und Handeln zu tolerieren durch Wahl, will damit aber nichts damit zu tun haben? Wegen was wählen sie AfD? Wegen eines Punktes, den Flüchtlingen? Bestellen sie auch in Lokal ein Essen von dem sie nichts mögen, außer einer Scheibe Orange zur Verzierung?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Fr 16. Mär 2018, 05:28

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Mar 2018, 22:52)

Das kann ich so nicht nachvollziehen. Für mich sind die Programme bei allen weit weg von dem, das sie (nicht) tun.

Hast du Demokratie und ihre spielregeln jemals verstanden? Jedenfalls in Programmen steht für was man steht oder in welcher Richtung man will. Das andere ist, welche Mehrheiten bekomme ich um was durchzusetzen. Selbst dir mußte doch klar sein, eine SPD wird doche realistisch gesehen, nicht 100 Prozent Programm mit 25 Prozent durchsetzen können, als kleiner Koalitionspartner. Das können auch Grüne nicht, keine FDP und sonst keiner, auch keine CDU die Koalitionspartner suchen muß. Im Prinzip forderst du ja Diktatur um alles 100 Prozent durchsetzen zu können.
Wenn ich mir sogar die jetztigen Koalitionsverträge so anschaue, trägt die sogar relativ starke sozialdemokratische Handschrift zum Verhältnis des Wahlergebnisses.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Fr 16. Mär 2018, 06:39

Selina hat geschrieben:(15 Mar 2018, 20:11)

Ich streite es ja nicht ab. Ich sagte nur, in der Partei Die Linke gibt es keine.

Machen wir hier weiter:
viewtopic.php?f=34&t=30277&p=4156309#p4156309
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon think twice » Fr 16. Mär 2018, 07:08

Tomaner hat geschrieben:(15 Mar 2018, 23:11)

Wegen was wählen sie AfD? Wegen eines Punktes, den Flüchtlingen? Bestellen sie auch in Lokal ein Essen von dem sie nichts mögen, außer einer Scheibe Orange zur Verzierung?


Sehr gute Frage. :thumbup:
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Roady66 » Fr 16. Mär 2018, 07:18

think twice hat geschrieben:(16 Mar 2018, 07:08)

Sehr gute Frage. :thumbup:


Nein irgendwie albern. Ein Essen wird nach eigenem Geschmack bestellt. Nach Bekömmlichkeit. Da hat jeder seine Wahl. Wie bei einer politischen Wahl. Die rechts draußen werden nur stark gemacht, weil man keine Wahl angeboten hat.

Daher das Abwatschen. Ich verlasse auch das Lokal, wo es zwar eine Speisekarte gibt aber nur ein Gerücht angeboten wird.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Alexyessin » Fr 16. Mär 2018, 08:17

Selina hat geschrieben:(15 Mar 2018, 20:06)

Ja. Und was tust du nun mit dieser Erkenntnis? Nee, ich würde schon auch gerne in die Ecken im ganzen Land schauen, wo die AfD ebenfalls schlagartig zweistellig war oder auch "nur" nahe an der Zehn-Prozent-Grenze. Ich weiß selbst, was hier los ist, ich sehe es ja täglich. Aber wie gesagt: Mit der Ost-West-Geschichte kommt man im Moment nicht weiter.


Doch, die Ost-West Geschichte muss mit betrachtet werden um dieses Problem konkret anzufassen. Es bringt nichts in Sachsen zu sagen - aber in Bayern haben die auch 13 % bekommen. Fakt ist, das die AfD in Sachsen die stärkste Partei bei der BTW wurde. Und da hilft nur schonungslose Analyse und kein wegducken.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Fr 16. Mär 2018, 08:43

Roady66 hat geschrieben:(15 Mar 2018, 19:17)

Soll ich jetzt lachen?

Hast mal genau hingeschaut, in welches Neudeutsche Milieu die AfD ein Stein im Brett hat. Hast mal überlegt, das Protest bei anderen ein legitimes Mittel Demokratie auszudrücken ist. Hast mal überlegt, das Abbügeln von Argumenten aus anderem Hintergrund eigentlich nich ht diese Argumente trifft, sondern das Argumentieren.

Ich schaue weniger auf das, was sie sagen, sondern darauf, auf welchen Grundlagen diese Argumentation fußt. Und da lugt der kleine Herrenmensch aus allen Ritzen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Fr 16. Mär 2018, 08:46

Hyde hat geschrieben:(15 Mar 2018, 19:21)

Ja, aber die NPD hatte selbst bei Wahlen, bevor es die AfD gab, höchstens 2% der Stimmen, was der These widerspricht, dass es 20-25% Rechtsextreme in Deutschland gibt.

Vielleicht verkehrt ausgedrückt. Das Wählerpotential für rechte Parteien liegt in diesem Bereich. Wobei ich die 20-25 % für übertrieben halte. Meine Schätzung liegt bei etwa um die 15-17 % herum. Das heißt nicht, daß auch alle, die deren Thesen zumindest aufgeschlossen gegenüberstehen, diese Rechten Parteien dann auch wählen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Selina » Fr 16. Mär 2018, 09:26

Alexyessin hat geschrieben:(16 Mar 2018, 08:17)

Doch, die Ost-West Geschichte muss mit betrachtet werden um dieses Problem konkret anzufassen. Es bringt nichts in Sachsen zu sagen - aber in Bayern haben die auch 13 % bekommen. Fakt ist, das die AfD in Sachsen die stärkste Partei bei der BTW wurde. Und da hilft nur schonungslose Analyse und kein wegducken.


Ich bin nun wirklich am allerwenigsten jemand, der sich in irgendeiner Form wegduckt. Das weißt du auch. Für mich ist Antifaschismus ein festverankertes und selbstverständliches Lebensprinzip. Daher empfinde ich es als sehr schmerzhaft, dass es gerade in Ostdeutschland so viele sind, die diesen Rechtspopulisten hinterherlaufen. Wir haben alle schon einmal erlebt (über Eltern und Großeltern), wo das hinführen kann. Und ich mache mir große Sorgen, dass gerade viele Menschen aus der so genannten "bürgerlichen Mitte" der Gesellschaft - und das natürlich in Ost und West - den Rechtsruck mit seinem wachsenden Nationalismus und seiner Fremdenfeindlichkeit eher bagatellisieren, als ihn wirklich ernstzunehmen und ihm etwas Wirksames entgegenzusetzen. Und obwohl ich es hier schon häufig beschrieben habe, was ich für die Gründe halte, warum im Osten der Zuspruch zur AfD so stark ist, versuche ich es noch einmal. Das ist aber nur meine ganz unmaßgebliche persönliche Meinung; ich bin weder Politologin noch anderweitig beruflich mit der Materie befasst. Ich schaue nur genau hin, was um mich rum passiert:

Vorbemerkung: Meines Erachtens gibt es nicht die eine Ursache, sondern ein ganzes Ursachengeflecht:

Erstens: Viele Ostdeutsche haben zur Wende erfahren, was es bedeutet, mit eigener Kraft ein System umzuwälzen, Regierende abzulösen, eine alles beherrschende "Diktatur des Proletariats" abzuschütteln und einen demokratischen Weg einzuschlagen. Sie waren wer in der Wendenzeit, standen im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, wurden als "Revolutionäre" bezeichnet. In den Jahren danach bröckelte diese Kraft, diese Bedeutsamkeit und Ausstrahlung immer mehr. Schließlich war es dann soweit: Kein Hahn krähte mehr nach ihnen, ihre "geschichtliche Leistung" wurde zur Selbstverständlichkeit, ja zur Nebensächlichkeit. Das zeigte sich auch darin, dass ihre Biografien nichts mehr wert waren in den Augen vieler Politiker und vieler Westdeutscher. Sie wurden nur dann mal beachtet, wenn es um die Erwähnung ihrer Wenden-Taten ging, aber nie als ganze Menschen, die ein Gesamtleben führen und führten: Vor, während und nach der Wende. Und dieses Leben hatte aufgrund der geschichtlichen Ereignisse viele gravierende Brüche. Das, was die meisten zur Wendenzeit leisten und aushalten mussten, ist einmalig und mit nichts zu vergleichen: Das Gesellschaftssystem hatte sich komplett geändert, es kamen neue Gesetze, neue Regeln, neue Umstände, alles, aber auch alles war anders. Der Arbeitsplatz war nicht mehr sicher und brach schließlich ganz weg.

Hinzu kommt (und das halte ich für einen wesentlichen Punkt): Ihre kurze, aber starke Erfahrung der Mitbestimmung, des Mitregierens und Mitgestaltens der Politik, die sie logischerweise während der Wende auf beindruckende Weise machten, galt später nichts mehr. Alles ging seinen Lauf, niemand fragte mehr "wie seht ihr die Entwicklung, ihr Ossis? Wie fühlt ihr euch? Was wollt ihr ändern? Was muss anders werden?" Ihre Stimme war einfach nicht mehr gefragt. Sie spürten: Wir können hier auf- und niederspringen, es ist egal, es interessiert "da oben" sowieso keinen. Das ist sozusagen eine Art traumatische Demokratie-Erfahrung. Erst hui, dann pfui.

Zweitens: Die nach wie vor noch gravierenden Unterschiede der Lebensverhältnisse in Ost und West. Das zeigt sich auf vielen Gebieten, zum Beispiel niedrigere Löhne und Gehälter bei ähnlichen Preisen wie im Westen (wegen der niedrigeren Produktivität, aber auch wegen der weniger starken Tarifbindung der Unternehmen), niedrigere Renten, größerer Anteil an Arbeitslosigkeit, mehr Hartz-vier-Bezieher, mehr prekäre Arbeit mit Aufstockerei, mehr Kinder- und Altersarmut, mehr Unsicherheit in Handwerk und Gewerbe wegen schlechter Zahlungsmoral der Kundschaft (die selbst auch bereits am Limit rumkraucht). Der bescheidene Wohlstand, den sich einige nach der Wende aufgebaut haben, gilt vielen als hochgradig gefährdet, daher sehen diese Leute alle als Feinde an, die von außen kommen und ihnen etwas wegnehmen könnten. Stichwort: Sündenbockpolitik.

Drittens: Warum ist der Rechtsruck und die Affinität zur AfD in Sachsen besonders stark? Hier hat die jahrzehntelange Alleinherrschaft der CDU das Ihrige getan. Alle immer latent vorhandenen rechten Erscheinungen wurden stets heruntergespielt, nicht ernst genommen und nicht entschieden genug bekämpft. Im Gegenteil, einige von der CDU setzten sich mit Pegida zusammen und trafen mit denen seltsame Übereinkünfte, bei denen sogar Geld geflossen sein soll, damit man sich mal montags nicht mehr in der sächsischen Perle, inmitten von Dresden, auf diese Krawall-Tour bewegt. Hat nix geholfen. Das Kuriose: Sachsen hatte immer nur einen etwa zwei Prozent starken Ausländeranteil (heute sind es durch die Flüchtlinge ein kleines bisschen mehr, aber nicht gravierend mehr). Und trotzdem wurde dort immer schon am meisten gegen Ausländer gewettert. Nach der Wende ganz laut und offensiv, vor der Wende eher im Stillen, eher unauffällig. Das gilt im Übrigen für alle neuen Bundesländer. Denn Fremdenfeindlichkeit gab es natürlich auch in der DDR. Ich weiß nicht genau, wie die Menschen in der alten BRD damals mit den türkischen und italienischen Gastarbeitern umgegangen sind, denn auch da wird es neben viel Freude sicher auch so manche Fremdenfeindlichkeit gegeben haben, denke ich mal. Aber hier im Osten war es schon so, dass die sozialistischen Vertragsarbeiter aus Kuba, Vietnam und aus afrikanischen Staaten und auch die Soldaten der Sowjetarmee oft angefeindet worden sind. Hab ich selbst erlebt. Das kam also vor, wurde aber durch Polizei und Stasi engmaschig kontrolliert und kleingehalten. Die "Russen" und die "Fidschis" war oft abfällig zu hören. Ich denke mal, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Osten auch schon vor der Wende latent fremdenfeindlich waren. Das wird aber im Westen ebenfalls so gewesen sein.

Dass das in Sachsen dann nach der Wende auf so besonders fruchtbaren Boden fiel, hat wie gesagt viel damit zu tun, dass die Regierenden dort immer auf dem rechten Auge blind waren. Da wurde bagatellisiert, was das Zeug hält. Und da ist der Boden halt schnell bereitet für so etwas wie Pegida, den Vorläufer der AfD. Die Anhänger wussten immer schon "uns passiert hier nicht viel, da können wir schalten und walten, wie wir wollen". Das sächsische Leipzig war da eine wohltuende Ausnahme, was auch mit dem tollen SPD-Bürgermeister Jung (mal ein wirklich positiver West-Import ;)) zusammenhängt. Der stand immer mit in der ersten Reihe, wenn die zahlreichen Gegendemos gegen Legida organisiert wurden, und unterstützte die Demokraten bei ihren vielfältigen Anti-Legida-Aktionen. So konnte sich dieses rechtspopulistische Bündnis dort nicht so rasant ausbreiten. Und auch die AfD-Zahlen sind somit in einzelnen Leipziger Gebieten nicht ganz so groß wie anderswo.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Fr 16. Mär 2018, 10:21

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Mar 2018, 20:19)

Bisky ist nun schon eine ganze Weile tot.

Sein Programm auch?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Fr 16. Mär 2018, 10:23

Tomaner hat geschrieben:(15 Mar 2018, 23:11)

Stellt sich erst mal die Frage wo rechtsextrem anfängt. Wenn jemand aus Umfeld AfD wählt, muß er doch auch wissen welche Aussagen die machen und für was die stehen. Kann man sich dann damit entschuldigen, rechtsextreme Aussagen und Handeln zu tolerieren durch Wahl, will damit aber nichts damit zu tun haben? Wegen was wählen sie AfD? Wegen eines Punktes, den Flüchtlingen? Bestellen sie auch in Lokal ein Essen von dem sie nichts mögen, außer einer Scheibe Orange zur Verzierung?

Bei sehr vielen ist es genau diese Scheibe Orange, wobei diese in ihrer Wahrnehmung wagenradgroß ist.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Fr 16. Mär 2018, 10:27

Roady66 hat geschrieben:(16 Mar 2018, 07:18)

Nein irgendwie albern. Ein Essen wird nach eigenem Geschmack bestellt. Nach Bekömmlichkeit. Da hat jeder seine Wahl. Wie bei einer politischen Wahl. Die rechts draußen werden nur stark gemacht, weil man keine Wahl angeboten hat.

Daher das Abwatschen. Ich verlasse auch das Lokal, wo es zwar eine Speisekarte gibt aber nur ein Gerücht angeboten wird.

Oder weil das Gewünschte in einer demokratischen Partei schlicht keinen Platz hat....
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Hyde » Fr 16. Mär 2018, 10:33

Selina hat geschrieben:(16 Mar 2018, 09:26)

Drittens: Warum ist der Rechtsruck und die Affinität zur AfD in Sachsen besonders stark? Hier hat die jahrzehntelange Alleinherrschaft der CDU das Ihrige getan. Alle immer latent vorhandenen rechten Erscheinungen wurden stets heruntergespielt


Das rechte Problem wird ja nicht nur von der CDU heruntergespielt. Alle Parteien im Osten betätigen sich als Relativierer der Fremdenfeindlichkeit. Kein Politiker im Osten schafft es, mal die besondere Fremdenfeindlichkeit im Osten zu benennen, ohne gleich relativierend hinzufügen zu müssen: „aber im Westen gibt es ja genauso Fremdenfeindlichkeit!“

Im Osten muss man mal diesen Westkomplex und diese Minderwertigkeitsgefühle ablegen.
Ich für meinen Teil habe auch kein Problem damit zu sagen, dass im Osten manches besser ist als im Westen. Zum Beispiel ist der Osten bei der Erwerbsbeteiligung der Frauen und bei dem Ausbau der Kita-Betreuung viel fortschrittlicher und besser als der Westen.
Ich habe kein Problem, diesbezüglich den Westen für seine Rückständigkeit zu kritisieren, und muss dann auch nicht relativierend hinzufügen: „aber im Osten gibt es ja auch noch genauso Probleme in diesen Bereichen, das ist also kein West-Problem!“

Auch kenne ich keine West-Politiker, die darauf hingewiesen haben, dass im letzten Kabinett die Ost-Spitzenpolitiker überrepräsentiert waren (wenn man noch hinzuzählt, dass auch die Bubdeskanzlerin und der Bundespräsident aus dem Osten kamen). Warum auch? Was interessiert mich, wo die herkommen? Die Mauer in den Köpfen wird doch vor allem von den Ostdeutschen immer wieder aufrechterhalten, wenn sie solche Kategorisierungen vornehmen wie „die Ostdeutschen sind im Kabinett unterrepräsentiert!“

Wenn man immer wieder diese Teilung, diese Kategorisierung vornimmt, ja natürlich verschwindet dann die Mauer in den Köpfen und die Spaltung nicht.
Zuletzt geändert von Hyde am Fr 16. Mär 2018, 10:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon zollagent » Fr 16. Mär 2018, 10:33

Selina hat geschrieben:(16 Mar 2018, 09:26)

....
Hinzu kommt (und das halte ich für einen wesentlichen Punkt): Ihre kurze, aber starke Erfahrung der Mitbestimmung, des Mitregierens und Mitgestaltens der Politik, die sie logischerweise während der Wende auf beindruckende Weise machten, galt später nichts mehr. Alles ging seinen Lauf, niemand fragte mehr "wie seht ihr die Entwicklung, ihr Ossis? Wie fühlt ihr euch? Was wollt ihr ändern? Was muss anders werden?" Ihre Stimme war einfach nicht mehr gefragt. Sie spürten: Wir können hier auf- und niederspringen, es ist egal, es interessiert "da oben" sowieso keinen. Das ist sozusagen eine Art traumatische Demokratie-Erfahrung. Erst hui, dann pfui.

....


Du beschreibst ziemlich deutlich ein Lebensgefühl, das darauf basiert, daß jemand "abgeholt wird". Sich selbst bewegen, sich selbst einbringen, selbst lautstark zu Wort melden, scheint schwer zu fallen. Aber genau das macht letztlich eine Demokratie aus, nämlich das Mitmachen und nicht das Bedientwerden.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon relativ » Fr 16. Mär 2018, 10:58

Selina hat geschrieben:(16 Mar 2018, 09:26)

Ich bin nun wirklich am allerwenigsten jemand, der sich in irgendeiner Form wegduckt. Das weißt du auch. Für mich ist Antifaschismus ein festverankertes und selbstverständliches Lebensprinzip. Daher empfinde ich es als sehr schmerzhaft, dass es gerade in Ostdeutschland so viele sind, die diesen Rechtspopulisten hinterherlaufen. Wir haben alle schon einmal erlebt (über Eltern und Großeltern), wo das hinführen kann. Und ich mache mir große Sorgen, dass gerade viele Menschen aus der so genannten "bürgerlichen Mitte" der Gesellschaft - und das natürlich in Ost und West - den Rechtsruck mit seinem wachsenden Nationalismus und seiner Fremdenfeindlichkeit eher bagatellisieren, als ihn wirklich ernstzunehmen und ihm etwas Wirksames entgegenzusetzen. Und obwohl ich es hier schon häufig beschrieben habe, was ich für die Gründe halte, warum im Osten der Zuspruch zur AfD so stark ist, versuche ich es noch einmal. Das ist aber nur meine ganz unmaßgebliche persönliche Meinung; ich bin weder Politologin noch anderweitig beruflich mit der Materie befasst. Ich schaue nur genau hin, was um mich rum passiert:

Vorbemerkung: Meines Erachtens gibt es nicht die eine Ursache, sondern ein ganzes Ursachengeflecht:

Erstens: Viele Ostdeutsche haben zur Wende erfahren, was es bedeutet, mit eigener Kraft ein System umzuwälzen, Regierende abzulösen, eine alles beherrschende "Diktatur des Proletariats" abzuschütteln und einen demokratischen Weg einzuschlagen. Sie waren wer in der Wendenzeit, standen im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, wurden als "Revolutionäre" bezeichnet. In den Jahren danach bröckelte diese Kraft, diese Bedeutsamkeit und Ausstrahlung immer mehr. Schließlich war es dann soweit: Kein Hahn krähte mehr nach ihnen, ihre "geschichtliche Leistung" wurde zur Selbstverständlichkeit, ja zur Nebensächlichkeit. Das zeigte sich auch darin, dass ihre Biografien nichts mehr wert waren in den Augen vieler Politiker und vieler Westdeutscher. Sie wurden nur dann mal beachtet, wenn es um die Erwähnung ihrer Wenden-Taten ging, aber nie als ganze Menschen, die ein Gesamtleben führen und führten: Vor, während und nach der Wende. Und dieses Leben hatte aufgrund der geschichtlichen Ereignisse viele gravierende Brüche. Das, was die meisten zur Wendenzeit leisten und aushalten mussten, ist einmalig und mit nichts zu vergleichen: Das Gesellschaftssystem hatte sich komplett geändert, es kamen neue Gesetze, neue Regeln, neue Umstände, alles, aber auch alles war anders. Der Arbeitsplatz war nicht mehr sicher und brach schließlich ganz weg.

Hinzu kommt (und das halte ich für einen wesentlichen Punkt): Ihre kurze, aber starke Erfahrung der Mitbestimmung, des Mitregierens und Mitgestaltens der Politik, die sie logischerweise während der Wende auf beindruckende Weise machten, galt später nichts mehr. Alles ging seinen Lauf, niemand fragte mehr "wie seht ihr die Entwicklung, ihr Ossis? Wie fühlt ihr euch? Was wollt ihr ändern? Was muss anders werden?" Ihre Stimme war einfach nicht mehr gefragt. Sie spürten: Wir können hier auf- und niederspringen, es ist egal, es interessiert "da oben" sowieso keinen. Das ist sozusagen eine Art traumatische Demokratie-Erfahrung. Erst hui, dann pfui.

Zweitens: Die nach wie vor noch gravierenden Unterschiede der Lebensverhältnisse in Ost und West. Das zeigt sich auf vielen Gebieten, zum Beispiel niedrigere Löhne und Gehälter bei ähnlichen Preisen wie im Westen (wegen der niedrigeren Produktivität, aber auch wegen der weniger starken Tarifbindung der Unternehmen), niedrigere Renten, größerer Anteil an Arbeitslosigkeit, mehr Hartz-vier-Bezieher, mehr prekäre Arbeit mit Aufstockerei, mehr Kinder- und Altersarmut, mehr Unsicherheit in Handwerk und Gewerbe wegen schlechter Zahlungsmoral der Kundschaft (die selbst auch bereits am Limit rumkraucht). Der bescheidene Wohlstand, den sich einige nach der Wende aufgebaut haben, gilt vielen als hochgradig gefährdet, daher sehen diese Leute alle als Feinde an, die von außen kommen und ihnen etwas wegnehmen könnten. Stichwort: Sündenbockpolitik.

Drittens: Warum ist der Rechtsruck und die Affinität zur AfD in Sachsen besonders stark? Hier hat die jahrzehntelange Alleinherrschaft der CDU das Ihrige getan. Alle immer latent vorhandenen rechten Erscheinungen wurden stets heruntergespielt, nicht ernst genommen und nicht entschieden genug bekämpft. Im Gegenteil, einige von der CDU setzten sich mit Pegida zusammen und trafen mit denen seltsame Übereinkünfte, bei denen sogar Geld geflossen sein soll, damit man sich mal montags nicht mehr in der sächsischen Perle, inmitten von Dresden, auf diese Krawall-Tour bewegt. Hat nix geholfen. Das Kuriose: Sachsen hatte immer nur einen etwa zwei Prozent starken Ausländeranteil (heute sind es durch die Flüchtlinge ein kleines bisschen mehr, aber nicht gravierend mehr). Und trotzdem wurde dort immer schon am meisten gegen Ausländer gewettert. Nach der Wende ganz laut und offensiv, vor der Wende eher im Stillen, eher unauffällig. Das gilt im Übrigen für alle neuen Bundesländer. Denn Fremdenfeindlichkeit gab es natürlich auch in der DDR. Ich weiß nicht genau, wie die Menschen in der alten BRD damals mit den türkischen und italienischen Gastarbeitern umgegangen sind, denn auch da wird es neben viel Freude sicher auch so manche Fremdenfeindlichkeit gegeben haben, denke ich mal. Aber hier im Osten war es schon so, dass die sozialistischen Vertragsarbeiter aus Kuba, Vietnam und aus afrikanischen Staaten und auch die Soldaten der Sowjetarmee oft angefeindet worden sind. Hab ich selbst erlebt. Das kam also vor, wurde aber durch Polizei und Stasi engmaschig kontrolliert und kleingehalten. Die "Russen" und die "Fidschis" war oft abfällig zu hören. Ich denke mal, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Osten auch schon vor der Wende latent fremdenfeindlich waren. Das wird aber im Westen ebenfalls so gewesen sein.

Dass das in Sachsen dann nach der Wende auf so besonders fruchtbaren Boden fiel, hat wie gesagt viel damit zu tun, dass die Regierenden dort immer auf dem rechten Auge blind waren. Da wurde bagatellisiert, was das Zeug hält. Und da ist der Boden halt schnell bereitet für so etwas wie Pegida, den Vorläufer der AfD. Die Anhänger wussten immer schon "uns passiert hier nicht viel, da können wir schalten und walten, wie wir wollen". Das sächsische Leipzig war da eine wohltuende Ausnahme, was auch mit dem tollen SPD-Bürgermeister Jung (mal ein wirklich positiver West-Import ;)) zusammenhängt. Der stand immer mit in der ersten Reihe, wenn die zahlreichen Gegendemos gegen Legida organisiert wurden, und unterstützte die Demokraten bei ihren vielfältigen Anti-Legida-Aktionen. So konnte sich dieses rechtspopulistische Bündnis dort nicht so rasant ausbreiten. Und auch die AfD-Zahlen sind somit in einzelnen Leipziger Gebieten nicht ganz so groß wie anderswo.


Bei den krassen Veränderungen die die ostdeutschen erleben mussten, bei der schnellen häufig für sie negativen Umgestaltung des Arbeitsmarktes und der m.M. unsäglich langen Dauer der ungleiche Bezahlung gehe ich zu 100% mit.
Alles andere empfinde ich hier aber eher als subjektive Sichtweise. Denn die Aufmerksamkeit für den Aufbau Ost war über jahrzehnte da, aber natürlich wird dann auch, über Jahrzehnte gesehen, dies zur Routine bzw. etwas Normales für den Bürger und der Öffentlichkeit.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.

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