Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

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Julian
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Julian » Di 26. Sep 2017, 08:20

becksham hat geschrieben:(26 Sep 2017, 08:49)

Also in Brandenburg wurde die AfD hauptsächlich in berlinfernen Regionen mit geringem Ausländeranteil von überwiegend Rentnern gewählt. Da passt deine Analyse nicht so wirklich.


Die Flüchtlinge wurden überall hinverteilt, selbst in kleinste Dörfer. Und Einbrüche und importierte Kriminalität gibt es überall, gerade auch in grenznahen Gebieten zu Polen oder Tschechien, sofern sie durch gut ausgebaute Straßen erreichbar sind.

Zudem vergisst du, dass die Leute an Beispielen wie Duisburg und Berlin vor Augen geführt bekommen, wie sie eben nicht leben wollen. Im Gegensatz zu vielen Politikern denken Wähler manchmal auch an die fernere Zukunft und überlegen sich, was passiert, wenn die schon jetzt sichtbaren Entwicklungen weitergehen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Senexx » Di 26. Sep 2017, 08:29

Julian hat geschrieben:(26 Sep 2017, 09:13)

Wir wissen doch aber, wo die AfD vor der Flüchtlingskrise stand - bei 3 oder 4%, und damit außerhalb des Bundestags. Selbstverständlich war vor der Flüchtlingskrise die Euro-Rettungspolitik das Thema der AfD, und in einem geringen Maße hat das auch zu dieser Wahl beigetragen. Allerdings bin ich überzeugt, dass ohne die Flüchtlingskrise - und meinetwegen die weitere Diskussion um Multikulturalismus - die AfD an der Fünfprozenthürde gescheitert wäre.

Natürlich hat die AfD ein Programm, das über die Flüchtlingsproblematik hinausgeht. Allerdings ist da vieles (noch?) inkonsistent. So ist die AfD als wirtschaftsliberale Partei gestartet; allerdings sind einige rechtsnationale Vertreter und viele ihrer Wähler wohl eher national-sozial eingestellt - das heißt: der Sozialstaat ist gut, soll vielleicht noch weiter ausgebaut werden, aber eben nur für Deutsche. Das passt nicht mit den ursprünglichen Programmpunkten zusammen, und wer sich hier durchsetzt, ist mir noch unklar.

Das Parteiprogramm ist irrelevant. Es geht um die Frage, warum so viele AfD gewählt haben.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Di 26. Sep 2017, 09:03

Helmuth_123 hat geschrieben:(25 Sep 2017, 23:16)

Wer sagt denn, dass die Leute mit ihren Gemeinderäten und Bürgermeistern unzufrieden sind? Vielleicht sind die Leute eher mit der Bundespolitik unzufrieden. Immerhin waren es ja Bundestagswahlen und keine Kommunalwahlen.

Genau und desahlb wähle ich dann einen AfDler in den Bundestag, der 4 Jahre darum kämpft, um den Ausländer vor Ort zu beseitigen, den es gar nicht gibt? Welchen Preis soll dann die Bevölkerung dafür bezahlen, für Beseitigung von Ausländern, die es dort nicht gibt?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Sep 2017, 09:15

Senexx hat geschrieben:(26 Sep 2017, 08:16)

Die AfD ist ein Indikator für den Zustand des Landes. Von daher interessiert sie sehr wohl. Ihre Haltung dazu ist unklug, unreif, kindisch. Und Ihre Haltung zu einem solchen Phänomen, die ja weit verbreitet ist, ist ebenfalls ein Symptom für den Zustand des Landes.

Vernunft und Verstand in diesem Land werden immer knapper.



Der Zustand unseres Landes ist gesellschsaftlich und wirtschaftlich so hoch zu werten, wie nie zuvor.
Kindisch oder dumm ist ergo Derjenige, der meint mittels der Wahl von Rassisten, Antisemiten und Extremisten dagegen angehen zu wollen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Mari » Di 26. Sep 2017, 09:25

Gerade die Linken hier im Forum sollten sich Gedanken machen, ob nicht Karl Marx heute AfD wählen würde!
Immerhin hat er den Koran und die muselmanische Scharia-Gesetzgebung damals schon durchschaut:

"Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung
reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf
die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der
Ungläubige ist 'harby', d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation
der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft
zwischen Muselmanen und Ungläubigen."

Karl Marx, Die Kriegserklärung - Zur Geschichte der orientalischen Frage,
Marx-Engels-Werke, Band 10, S. 170. mlwerke.de

Der Islam, das hat schon Marx erkannt, erwies sich schon damals als Feind von Freiheit und Frieden in der Welt.
Ihr heutigen naiven Linken mit Eurem Multi-Kulti und Toleranz-für-alles Gehabe leistet der religiösen Intoleranz immer weiter Vorschub. Wäre es nicht an der Zeit, dass Ihr Euch auf die klassischen Werte von Marx und Bakunin besinnt?
Die Toleranz der Intoleranz ist der Untergang der Toleranz. Die AfD wendet sich gegen die Intoleranz des Islam. Genau deshalb wenden sich gerade im Osten die echten Linken ab zur AfD. Ihr übrigen naiven Linken dagegen führt Euch selbst auf die Schlachtbank der Unterwerfung und merkt es nicht mal.
LG Mari
Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen. (Abraham Lincoln)
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon ThorsHamar » Di 26. Sep 2017, 09:34

JJazzGold hat geschrieben:(26 Sep 2017, 07:03)


Bis vor zwei Tagen waren Gauland&Konsorten Anschauungsmaterial für Rassismus, Antisemitismus und Extremismus. Seit gestern haben sie ausgedient. Wen interessiert noch, was ein paar alte Männer auf der Hinterbank der Opposition von sich geben, soweit nicht GG Art 5 oder die Geschäftsordnung des BT verletzt werden.


...das hängt aber und eben von den "Vorderbänklern" ab. Die haben sich imho nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was den bisherigen Umgang mit der AfD betrifft.
Und wenn die AfD sich nun, angesichts der drohenden Verantwortung, tatsächlich verflüchtigt, haben die, also die "Vorderbänkler", wieder nichts lernen müssen ....
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Sep 2017, 09:41

ThorsHamar hat geschrieben:(26 Sep 2017, 10:34)

...das hängt aber und eben von den "Vorderbänklern" ab. Die haben sich imho nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was den bisherigen Umgang mit der AfD betrifft.
Und wenn die AfD sich nun, angesichts der drohenden Verantwortung, tatsächlich verflüchtigt, haben die, also die "Vorderbänkler", wieder nichts lernen müssen ....


Dass die Vorderbänkler nach wie vor lernfähig sind, beweist Lindner. Ich gehe davon aus, dass du die Elefantenrunde verfolgt hast.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Di 26. Sep 2017, 09:42

Loki hat geschrieben:(26 Sep 2017, 00:21)

PDS, FDP und Union stimmten mit ab, entweder für, dagegen oder Enthaltung. Rot-Grün hat sie entsendet.


Mit Vergnügen stelle ich mich hin und erkläre es der Welt. Nicht daß Deutschland jedoch es nötig hätte, seine friedliche Einstellung und Erziehung irgendjemanden erklären zu müssen.


Die Mehrheit des Bundestages hat die Truppen entsendet. Es ging niemals um Gebiete zu erobern, sondern um dort unten Frieden zu schaffen, was schließlich auch gelang. Fakt ist, wäre nicht eingegriffen worden, hätte es viel mehr Tote gegeben und würde man dort die Truppen herausziehen, würde es wiederum Tote geben.

Beantworte doch die Frage! Würde eine AfD die dort stehenden Truppen herausziehen und wollen, dass die verfeindeten Parteien wieder aufeinander losgehen? Oder will eine AfD die Serben unterstützen um Moslems abzuschlachten und einen Antrag in Den Haag stellen um die verurteilten Kriegsverbrecher freizulassen?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon ThorsHamar » Di 26. Sep 2017, 09:58

Julian hat geschrieben:(26 Sep 2017, 08:21)

Ich finde es einigermaßen erstaunlich, dass landauf, landab immer noch so viel über den Erfolg der AfD und die Gründe dafür geredet und diskutiert wird. Die Sache ist doch aber nicht wirklich schwierig zu verstehen.

Es gibt meiner Meinung nach im wesentlichen drei Gründe, warum die AfD diesen relativen Erfolg eingefahren hat.

1. Die Flüchtlingspolitik Angela Merkels. In einer nie dagewesenen Weise hat Frau Merkel die Grenzen geöffnet und Menschen weitgehend unkontrolliert ins Land gelassen, Menschen, die aus Bürgerkriegsgebieten kamen, und die der deutschen Kultur ganz überwiegend fremd gegenüberstehen. Darunter waren sicher viele echte Flüchtlinge, aber leider auch Menschen, die nur auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück, zum Teil auch auf der Suche nach Versorgung oder gar nach kriminellen Möglichkeiten waren.

Frau Merkel und ihre Regierung haben dann auch noch behauptet, dass eine Grenzsicherung nicht nur nicht erwünscht, sondern gar nicht möglich sei, und für ein paar Monate sahen sich die Bürger mit einem Gefühl des Kontrollverlustes konfrontiert. Täglich strömten bis zu 10.000 Menschen über die Grenze, und die Kanzlerin sagt: Das können wir nicht stoppen. Also fingen die Bürger an hoch zurechnen, wie viele Millionen denn pro Jahr nun kommen würden, und ab wann dieser Zustrom unabwendbar zu einer nicht mehr rückgängig zu machenden Veränderung Deutschlands führen würde.

Man muss sich vor Augen führen, dass der Schutz des Staatsgebietes, der Schutz der Grenzen, die Unterscheidung zwischen Bürgern und Nichtbürgern und eine rechtliche Vorgehensweise fundamental für moderne demokratische Staaten sind, insbesondere auch, weil es sich um Sozialstaaten handelt, die ihren Bürgern zahlreiche Privilegien einräumen. Die ganze Welt hat sich verwundert die Augen gerieben aufgrund der grenzenlosen deutschen Naivität. Letztlich war es nur Glückssache, dass andere Regierungen - und nicht etwa die deutsche Bundesregierung - begonnen, die deutschen Grenzen vorgelagert zu schützen.


2. Die Leugnung, dass die Flüchtlingskrise überhaupt ein wirtschaftliches Problem darstelle und darüber hinaus Gefahren im Hinblick auf Kriminalität und Terror mit sich bringe.

Das Problem in puncto Kriminalität und Terror ist letztlich für alle sichtbar geworden, dennoch wurde weiterhin das Gegenteil behauptet. Die Bürger haben aber gemerkt, dass hier gelogen wurde.

Bezüglich der wirtschaftlichen Probleme ist für jeden - trotz aller Lügen - offenbar geworden, dass die Mehrheit der Flüchtlinge eben nicht gebildet ist und kaum in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden kann. Dass im übrigen die ohnehin schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt durch das Hinzukommen von Millionen von Menschen nicht einfacher, sondern schwieriger wird, ist eine Binsenweisheit, die zwar von zahlreichen Politikern verschwiegen oder geleugnet wird, aber auch diese Lüge ist für Menschen mit einfachsten wirtschaftlichen Grundkenntnissen über Angebot und Nachfrage leicht zu enttarnen.


3. Die Stigmatisierung eines jeden, der auf diese Punkte hinwies, als Nazi. Viele Bürger haben sich voller Ekel von den Parteien abgewendet, die sie nun plötzlich als Nazis bezeichnet haben, nur weil sie auf die gerade erwähnten Punkte, die im übrigen im Ausland als selbstverständlich gelten, hingewiesen haben. Damit sind ernsthafte Zweifel aufgekommen, ob die herrschenden Parteien wirklich an Demokratie und Meinungsfreiheit interessiert sind.

---

Was die AfD nun anbelangt - nun, natürlich ist das ein "gäriger Haufen", oder besser, eine äußerst heterogene Chaotentruppe, unter der sich teilweise sicher auch Rassisten befinden und Leute, die schon immer mal eine andere Meinung zum Dritten Reich verbreiten wollten. Und es sieht nicht so aus, dass die AfD das in den Griff bekäme; nach und nach ist es zu zwei Häutungen gekommen, die jeweils mit einer Radikalisierung verbunden waren. Auch aufgrund der Größe der Fraktion erwarte ich von daher, dass sich die AfD selbst zerlegt.

Auf der anderen Seite wird die Jamaika-Regierung wohl eher weiter nach links rücken müssen, treten die Grünen doch für offene Grenzen ein und dafür, dass selbst kriminelle Ausländer eben nicht abgeschoben werden. Man erinnere sich an das Krakeele wegen der Abschiebung von Sextätern nach Afghanistan, oder die Weigerung der Grünen, die Maghreb-Staaten für sicher zu erklären, um Nafris dorthin abschieben zu können und Asylanträge von dort beschleunigt ablehnen zu können. Damit wird sich die CDU und insbesondere die CSU völlig unglaubwürdig machen, was zu weiterem Protestpotential unter den Wählern führen wird. Ob die AfD dieses Potential wird einfangen können, wird aber davon abhängen, ob sie es schafft, sich als bürgerlich-konservative Partei zu präsentieren. Der Abgang Petrys und die prominente Rolle des Sprücheklopfers Gauland ist hierfür allerdings ein schlechtes Omen.


Finde ich insgesamt treffend formuliert.
" ....und für ein paar Monate sahen sich die Bürger mit einem Gefühl des Kontrollverlustes konfrontiert." steht ja beispielhaft prolematisch auch für die gleichzeitig stattfindende Verschärfung der eigenen Kontrolle durch den Staat!
Die Sicherheitslage verschärft sich, wegen bestimmter Ursachen und die Ursache dieser Ursache wird praktisch unkontrolliert verschärft und Hinweise werden diffamiert.
Da eine relevante Zahl Bürger seit langem annehmen, dass Parteien eh nichts verändern - damit meine ich die Nichtwähler - bietet sich diesen Bürgern auf einmal eine Partei, welche wenigstens in dieser Frage definitiv ganz laut hörbar Krach macht.
Das gilt auch für alle anderen Diffamierten.
Diese werden nun gehört und die "Volksparteien" müssen handeln, allerdings auch nur wegen der eigenen Verluste, denn die parteiliche Firmenpolitikstruktur bleibt ja ...
Solange an der Stelle nichts verändert wird, wird es immer wieder AfDs geben .... und wer weiss, irgendwann passt mal, dass eine Partei an dieser Stelle ansetzt.
Frau Petry hat es erkannt: Meckern allein verändert nichts, habe ich sie eben sagen hören ....
Und damit hat sie ja Recht!
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon ThorsHamar » Di 26. Sep 2017, 10:00

JJazzGold hat geschrieben:(26 Sep 2017, 10:41)

Dass die Vorderbänkler nach wie vor lernfähig sind, beweist Lindner. Ich gehe davon aus, dass du die Elefantenrunde verfolgt hast.


Ja, der ist wirklich eine der beiden Ausnahme. Ich habe nach der Wahl nur 2 akzeptable Äusserungen gehört, von Lindner und von Wagenknecht.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon DarkLightbringer » Di 26. Sep 2017, 10:11

Heute ist Zählappell bei der AfD. Wer fehlt, wird zur Petry übergelaufen sein.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Senexx » Di 26. Sep 2017, 10:21

JJazzGold hat geschrieben:(26 Sep 2017, 10:15)

Der Zustand unseres Landes ist gesellschsaftlich und wirtschaftlich so hoch zu werten, wie nie zuvor.
Kindisch oder dumm ist ergo Derjenige, der meint mittels der Wahl von Rassisten, Antisemiten und Extremisten dagegen angehen zu wollen.

13% AfD sind Fakt. Man kann Fakten natürlich ignorieren oder als unwesentlich abtun.

Man kann Fakten aber auch ernst nehmen und sich überlegen, wie es dazu kam.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Di 26. Sep 2017, 10:21

Quatschki hat geschrieben:(26 Sep 2017, 07:59)

Wie stehst du denn zu der Aussage von Milton Friedman von vor 40 Jahren, dasss offene Grenzen und ein Wohlfahrtsstaat einander ausschließen?



Ich glaube, die AfD hat in nahezu jeder Wahlkampfrede auf diese Binsenweisheit verwiesen und das einzige Gegenargument darauf von den Befürwortern offener Grenzen:
"Deutschland sei doch reich!"

Milton Friedman stand für Pinochet in Chile und Militärdiktatur in Argentinien. Die Boys der Chicagoer Schule haben dort Folter und den Ruin der Staaten zu verantworten und nicht einen Wohlfahrtsstaat. Friedman ist ein Verfechter der totalen freien Marktwirtschaft, die die Vernichtung jeglichen Sozialen vorsieht, selbst wenn man dafür Kritiker in Folterkeller sperren muß. Für Friedman ist der Wohlfahrtsstaat ein Betrug an den Leuten, die noch arbeiten und Steuern zahlen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Sep 2017, 10:27

Senexx hat geschrieben:(26 Sep 2017, 11:21)

13% AfD sind Fakt. Man kann Fakten natürlich ignorieren oder als unwesentlich abtun.

Man kann Fakten aber auch ernst nehmen und sich überlegen, wie es dazu kam.


Der Wille der 13% AfD Wähler erfährt in der Bildung einer Jamaikakoamition Berücksichtigung.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Yossarian » Di 26. Sep 2017, 10:30

JJazzGold hat geschrieben:(26 Sep 2017, 11:27)

Der Wille der 13% AfD Wähler erfährt in der Bildung einer Jamaikakoamition Berücksichtigung.


Ich habe das Gefühl dieser Post wird nicht sehr gut altern^^
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon pikant » Di 26. Sep 2017, 10:30

Senexx hat geschrieben:(26 Sep 2017, 11:21)

13% AfD sind Fakt. Man kann Fakten natürlich ignorieren oder als unwesentlich abtun.

Man kann Fakten aber auch ernst nehmen und sich überlegen, wie es dazu kam.


die Politik zieht doch schon Konsequenzen und es wird eine neue Bundesregierung mit anderen Partner geben.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Mari » Di 26. Sep 2017, 10:31

Julian hat geschrieben:(26 Sep 2017, 08:21)

Ich finde es einigermaßen erstaunlich, dass landauf, landab immer noch so viel über den Erfolg der AfD und die Gründe dafür geredet und diskutiert wird. Die Sache ist doch aber nicht wirklich schwierig zu verstehen.

Es gibt meiner Meinung nach im wesentlichen drei Gründe, warum die AfD diesen relativen Erfolg eingefahren hat.

1. Die Flüchtlingspolitik Angela Merkels. In einer nie dagewesenen Weise hat Frau Merkel die Grenzen geöffnet und Menschen weitgehend unkontrolliert ins Land gelassen, Menschen, die aus Bürgerkriegsgebieten kamen, und die der deutschen Kultur ganz überwiegend fremd gegenüberstehen. Darunter waren sicher viele echte Flüchtlinge, aber leider auch Menschen, die nur auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück, zum Teil auch auf der Suche nach Versorgung oder gar nach kriminellen Möglichkeiten waren.

Frau Merkel und ihre Regierung haben dann auch noch behauptet, dass eine Grenzsicherung nicht nur nicht erwünscht, sondern gar nicht möglich sei, und für ein paar Monate sahen sich die Bürger mit einem Gefühl des Kontrollverlustes konfrontiert. Täglich strömten bis zu 10.000 Menschen über die Grenze, und die Kanzlerin sagt: Das können wir nicht stoppen. Also fingen die Bürger an hoch zurechnen, wie viele Millionen denn pro Jahr nun kommen würden, und ab wann dieser Zustrom unabwendbar zu einer nicht mehr rückgängig zu machenden Veränderung Deutschlands führen würde.

Man muss sich vor Augen führen, dass der Schutz des Staatsgebietes, der Schutz der Grenzen, die Unterscheidung zwischen Bürgern und Nichtbürgern und eine rechtliche Vorgehensweise fundamental für moderne demokratische Staaten sind, insbesondere auch, weil es sich um Sozialstaaten handelt, die ihren Bürgern zahlreiche Privilegien einräumen. Die ganze Welt hat sich verwundert die Augen gerieben aufgrund der grenzenlosen deutschen Naivität. Letztlich war es nur Glückssache, dass andere Regierungen - und nicht etwa die deutsche Bundesregierung - begonnen, die deutschen Grenzen vorgelagert zu schützen.


2. Die Leugnung, dass die Flüchtlingskrise überhaupt ein wirtschaftliches Problem darstelle und darüber hinaus Gefahren im Hinblick auf Kriminalität und Terror mit sich bringe.

Das Problem in puncto Kriminalität und Terror ist letztlich für alle sichtbar geworden, dennoch wurde weiterhin das Gegenteil behauptet. Die Bürger haben aber gemerkt, dass hier gelogen wurde.

Bezüglich der wirtschaftlichen Probleme ist für jeden - trotz aller Lügen - offenbar geworden, dass die Mehrheit der Flüchtlinge eben nicht gebildet ist und kaum in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden kann. Dass im übrigen die ohnehin schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt durch das Hinzukommen von Millionen von Menschen nicht einfacher, sondern schwieriger wird, ist eine Binsenweisheit, die zwar von zahlreichen Politikern verschwiegen oder geleugnet wird, aber auch diese Lüge ist für Menschen mit einfachsten wirtschaftlichen Grundkenntnissen über Angebot und Nachfrage leicht zu enttarnen.


3. Die Stigmatisierung eines jeden, der auf diese Punkte hinwies, als Nazi. Viele Bürger haben sich voller Ekel von den Parteien abgewendet, die sie nun plötzlich als Nazis bezeichnet haben, nur weil sie auf die gerade erwähnten Punkte, die im übrigen im Ausland als selbstverständlich gelten, hingewiesen haben. Damit sind ernsthafte Zweifel aufgekommen, ob die herrschenden Parteien wirklich an Demokratie und Meinungsfreiheit interessiert sind.

---

Was die AfD nun anbelangt - nun, natürlich ist das ein "gäriger Haufen", oder besser, eine äußerst heterogene Chaotentruppe, unter der sich teilweise sicher auch Rassisten befinden und Leute, die schon immer mal eine andere Meinung zum Dritten Reich verbreiten wollten. Und es sieht nicht so aus, dass die AfD das in den Griff bekäme; nach und nach ist es zu zwei Häutungen gekommen, die jeweils mit einer Radikalisierung verbunden waren. Auch aufgrund der Größe der Fraktion erwarte ich von daher, dass sich die AfD selbst zerlegt.

Auf der anderen Seite wird die Jamaika-Regierung wohl eher weiter nach links rücken müssen, treten die Grünen doch für offene Grenzen ein und dafür, dass selbst kriminelle Ausländer eben nicht abgeschoben werden. Man erinnere sich an das Krakeele wegen der Abschiebung von Sextätern nach Afghanistan, oder die Weigerung der Grünen, die Maghreb-Staaten für sicher zu erklären, um Nafris dorthin abschieben zu können und Asylanträge von dort beschleunigt ablehnen zu können. Damit wird sich die CDU und insbesondere die CSU völlig unglaubwürdig machen, was zu weiterem Protestpotential unter den Wählern führen wird. Ob die AfD dieses Potential wird einfangen können, wird aber davon abhängen, ob sie es schafft, sich als bürgerlich-konservative Partei zu präsentieren. Der Abgang Petrys und die prominente Rolle des Sprücheklopfers Gauland ist hierfür allerdings ein schlechtes Omen.


Mit den 3 wesentlichen Gründen für die AfD stimme ich weitgehend überein.

Was die mögliche Jamaika-Koalition betrifft wird entscheidend, ob sich die FDP durchsetzen kann. Wenn sie wieder so versagt wie unter Westerwelle wird sie für lange Zeit verschwinden. Das Finanzministerium wäre sehr wichtig für die FDP.
Ähnliches gilt für die CSU. Seehofer hat viel gebellt, sich aber im Ergebnis als Erika Merkels Schoßhündchen erwiesen, da haben die Wähler gleich AfD gewählt. Für die CSU wäre das Innenministerium eine Möglichkeit, das Ruder herumzureißen. Ob die Grünen mitmachen wird ebenfalls davon abhängen, welche Ministerien sie bekommen; Umweltministerium dürfte sicher sein.

Die AfD ist jetzt als Opposition gefordert anstatt die Gegner in den eigenen Reihen zu suchen und zu spalten. Wenn die AfD eine Volkspartei mit breiter Basis werden möchte muss sie für möglichst viele unterschiedliche Meinungen offen sein, so lange sie dem Parteiprogramm nicht widersprechen. Die Etablierten und Mainstreammedien hetzen ja gerade deswegen mit der Nazikeule gegen die AfD, um das zu verhindern. Frau Dr. Petri und einige andere müssen das aber erst noch durchschauen.
LG Mari
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Sep 2017, 10:33

Yossarian hat geschrieben:(26 Sep 2017, 11:30)

Ich habe das Gefühl dieser Post wird nicht sehr gut altern^^


Ich gehe davon aus, dass Sie ihr Gefühl, wie üblich, trügt.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Quatschki » Di 26. Sep 2017, 10:38

Tomaner hat geschrieben:(26 Sep 2017, 11:21)

Milton Friedman stand für Pinochet in Chile und Militärdiktatur in Argentinien. Die Boys der Chicagoer Schule haben dort Folter und den Ruin der Staaten zu verantworten und nicht einen Wohlfahrtsstaat. Friedman ist ein Verfechter der totalen freien Marktwirtschaft, die die Vernichtung jeglichen Sozialen vorsieht, selbst wenn man dafür Kritiker in Folterkeller sperren muß. Für Friedman ist der Wohlfahrtsstaat ein Betrug an den Leuten, die noch arbeiten und Steuern zahlen.

Das ist keine Antwort auf die Frage.
Unter den Bedingungen einer totalen freien Marktwirtschaft sind offene Grenzen kein Problem.
Wer offene Grenzen und freie Migration fordert, stellt den Sozialstaat zur Disposition.

Der Sozialstaat oder gar das bedingungslose Grundeinkommen setzt eine Solidargemeinschaft voraus, aus der sich weder die Leistungsträger durch Republik-, Kapital- oder Steuerflucht entziehen, noch die Armen dieser Welt nach Belieben zuwandern können. Eine Gemeinschaft, in der die Müßiggänger beiseite geschoben werden und einem sozialen Druck ausgesetzt sind, sich entsprechend einzubringen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tomaner » Di 26. Sep 2017, 10:46

Senexx hat geschrieben:(26 Sep 2017, 08:16)

Die AfD ist ein Indikator für den Zustand des Landes. Von daher interessiert sie sehr wohl. Ihre Haltung dazu ist unklug, unreif, kindisch. Und Ihre Haltung zu einem solchen Phänomen, die ja weit verbreitet ist, ist ebenfalls ein Symptom für den Zustand des Landes.

Vernunft und Verstand in diesem Land werden immer knapper.


Wobei man dann doch mal fragen darf, wann ging es Deutschland in welchen Zeitraum besser? Deutschland hat sogar noch die Kosten von 2000 Milliarden für Wiedervereinigung geschultert. Ich bin während der Wende durch DDR gefahren und heute, was für einen Unterschied.

Was wir haben ist eine enorme Veränderung in der ganzen Welt. Märkte verändern sich und wo Deutschland früher konkurenzlos Produkte hinliefern konnte, können das inzwischen andere auch. Eine AfD hält aber an einem Weltbild fest, das sagt es bleibt alles so wie es war. Dies ist aber nicht so und Geschäfte machen wir inzwischen vor allem auf chinesischen Markt, was eben früher nicht so war. Damit Deutschland weiter erfolgreich auf dem Weltmarkt Geschäfte machen kann, bedarf es schlicht Produkte die man woanders nicht kann, Neuentwicklungen die andere nicht haben und oder höhere Produktivitäten. Eine AfD die den Leuten sagt, durch einmauern könnten wir Jeans herstellen und uns gegen Bangladesch durchsetzen lügt!
Ein zweiter Punkt ist, es muß geforscht werden, welche Produkte in 10, 20 bis 30 Jahren überhaupt noch gebraucht werden? Wenn eine AfD auf Verbrennungsmotoren bis zum Sankt Nimmerleinstag setzen will, bist du in naher Zukunft weg vom Fenster. Wer wie AfD in Sachsen Anhalt alle Arbeitsplätze für neue Energien in die tonne treten will, für Braunkohle handelt unverantwortbar. Man wird dort in 10 Jahren kein Geld mit Braunkohle verdienen, sondern mit Produkten weltweit, die neue Energien unterstützt. Dazu bedarf es ehrlich zum Volk zu sein und dies ihnen auch so zu sagen, statt wie eine AfD es darf alles so bleiben wie es ist oder wir könnten Schrauben noch um Jahrzehnte zurückdrehen.

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