Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 17:35

imp hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:26)

Wie neu das ist, mag ich nicht beurteilen. Die AfD-Wähler von 2014 und die NPD-Wähler von 2004 sind nicht prinzipiell verschieden.

Prinzipiell unterschieden sich die AfD-Wähler von 2014 wirklich nicht von Wählern anderer Parteien. Sie hatten auch nur eine Stimme.

Die von Dir gewählte Gleichsetzung trifft sachlich betrachtet allerdings allenfalls auf die aktuellen AfD-Fans und -Wähler zu, die deren Entwicklung an den rechten Rand unterstützen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 18:12

Selina hat geschrieben:(12 Jan 2019, 16:06)

Dieselben Leute aus der AfD, die sich heute regelrecht faschistoid äußern (Beispiele habe ich oft zitiert), waren doch damals auch schon dabei.

Und diejenigen, die sich derer Einflussgewinnung zu widersetzen versuchten, waren es eben nur die ersten beiden Jahre. Allein daraus ergibt sich bereits, dass Deine behauptete Kontinuität nicht zutrifft. Es hat eine ENTWICKLUNG stattgefunden.

Meine Innenansicht hierzu habe ich in der Vergangenheit bereits wiederholt lang und breit gepostet. Als interessierte "Basherin" aller politischen Parteien, die nicht deutlich links der Mitte angesiedelt sind, dürften Dir diese Ausführungen bekannt sein.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Echt » Sa 12. Jan 2019, 18:24

Vongole hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:35)

Aha.
Wie stellt sich denn die AfD die Stärkung der Mittelschicht vor und wie definiert sie diese?


Die AfD definiert die Mittelschicht nicht. Das machen Ökonomen. Und die Mittelschicht wird gestärkt, in dem man sie entlastet. Entlastet von überhöhten Steuerabgaben. Wenn man sich die Mittelschicht mal über die Jahrzehnte anguckt, dann stellt man fest, dass die Kaufkraft der Mittelschicht immer weiter gesunken ist. Die Mittelschicht ist der Motor der Wirtschaft und damit auch des Sozialsystems. Nur mit einer starken Wirtschaft und einer starken Mittelschicht kann man sich auch ein Sozialsystem leisten. Die Mittelschicht wurde aber im Laufe der Jahrzehnte geschwächt. Was im Übrigen auch der Grund ist warum die FDP 2013 aus dem Bundestag geflogen ist. Mit einer geschwächten Mittelschicht hat die FDP weniger Wähler. 2017 ist die FDP zwar wieder eingezogen, aber in einem anderen Gewand. Die FDP hat rechte Milleus bedient und ist dadurch wieder eingezogen. 2021 ist die FDP Geschichte. Dann fliegt sie wieder raus. Was sehr schade sein wird. Im Moment wird die Gefahr, die vor uns steht, noch nicht für jedermann sichtbar, weil die Wirtschaftslage im Moment sehr gut ist. Topökonomen warnen aber schon länger vor einer drohenden Wirtschaftskrise. Und dann wird es Deutschkand hart treffen. Teile aus der Regierung, um nicht zu sagen die SPD, sind leider zu blöde, um das zu erkennen. Die reden lieber davon Hartz4 zu kassieren. Die haben nichts gelernt. Nur den Reformen von Schröder haben wir es zu verdanken, dass Deutschland 2008/2009 gut überstanden hat. Jetzt gibt es einen kurzen Aufschwung und die SPD will schon wieder Sozialgeschenke verteilen. Bezahlt wird das natürlich von der Mittelschicht.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon imp » Sa 12. Jan 2019, 18:34

Kritikaster hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:35)

Prinzipiell unterschieden sich die AfD-Wähler von 2014 wirklich nicht von Wählern anderer Parteien. Sie hatten auch nur eine Stimme.

Die von Dir gewählte Gleichsetzung trifft sachlich betrachtet allerdings allenfalls auf die aktuellen AfD-Fans und -Wähler zu, die deren Entwicklung an den rechten Rand unterstützen.

Ich sollte das vielleicht präzisieren, da es sonst zu Mißverständnissen kommt. Der Landesverband Sachsen war schon 2014 national versaut und zahlreiche Wähler der NPD 2004 dürften 2014 diese Truppe gewählt haben - wie man ja schon den 2004ern nachsagte, ein relevanter Anteil sei angeblich so bürgerlich - und dann wählten sie Leute wie Apfel oder Leichenring, Schön, Baier insbesondere im heutigen Direktmandat-Gebiet dieser AfD. Das hat nichts damit zu tun, dass es Leute gab, die wegen Starbatty oder Henkel oder Lucke in die AfD kamen und irgendwas mit Euro wollten und dass diese anderswo 2014 vielleicht noch den Ton angaben. Lucke hat möglicherweise manchen Satz, für den er Kritik bekam, später bereut - bei dem Sachsenpersonal glaube ich das weniger. Frau Petry war auch 2014 schon nicht eine "liberale" weltläufige Unternehmerin, die neben Eurokritik auch konservative Ideen hatte. Jedenfalls kann mir das keiner verkaufen. Sollte ich den Eindruck erweckt haben, dass die ganze AfD 2014 ohne Einschränkung wie die NPD 2004 war - das war nicht mein Plan.

Wahr ist jedoch, dass ich auch jenes Programm damals problematisch fand - im Gegensatz etwa zu Vorschlägen Bekannter Vertreter der FDP, einiger Gruppen der Union oder meinetwegen libertärer Denkkreise, die einfach nur aus meiner Sicht untauglich, aber im Rahmen einer allgemein akzeptierten Ordnungsvorstellung daherkamen. Aus heutiger Sicht ist das nicht mehr spannend. Bei der AfD geht es heute ganz überwiegend nicht um Themen wie den Euro, die Fortentwicklung der EU oder dergleichen. Das wissen wir beide.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Vongole » Sa 12. Jan 2019, 18:36

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:24)

Die AfD definiert die Mittelschicht nicht. Das machen Ökonomen. Und die Mittelschicht wird gestärkt, in dem man sie entlastet. Entlastet von überhöhten Steuerabgaben. Wenn man sich die Mittelschicht mal über die Jahrzehnte anguckt, dann stellst man fest, dass die Kaufkraft der Mittelschicht immer weiter gesunken ist. Die Mittelschicht ist der Motor der Wirtschaft und damit auch des Sozialsystems. Nur mit einer starken Wirtschaft und einer starken Mittelschicht kann man sich auch ein Sozialsystem leisten. Die Mittelschicht wurde aber im Laufe der Jahrzehnte geschwächt. Was im Übrigen auch der Grund ist warum die FDP 2013 aus dem Bundestag geflogen ist. Mit einer geschwächten Mittelschicht hat die FDP weniger Wähler. 2017 ist die FDP zwar wieder eingezogen, aber in einem anderen Gewand. Die FDP hat rechte Milleus bedient und ist dadurch wieder eingezogen. 2021 ist die FDP Geschichte. Dann fliegt sie wieder raus. Was sehr schade sein wird. Im Moment wird die Gefahr, die vor uns steht, noch nicht für jedermann sichtbar, weil die Wirtschaftslage im Moment sehr gut ist. Topökonomen warnen aber schon länger vor einer drohenden Wirtschaftskrise. Und dann wird es Deutschkand hart treffen. Teile aus der Regierung, um nicht zu sagen die SPD, sind leider zu blöde, um das zu erkennen. Die reden lieber davon Hartz4 zu kassieren. Die haben nichts gelernt. Nur den Reformen von Schröder haben wir es zu verdanken, dass Deutschland 2008/2009 gut überstanden hat. Jetzt gibt es einen kurzen Aufschwung und die SPD will schon wieder Sozialgeschenke verteilen. Bezahlt wird das natürlich von der Mittelschicht.


Alles klar, du hast das wirtschaftsbezogene Programm der AfD entweder nicht gelesen oder nicht verstanden, oder beides.
Könnte natürlich daran liegen, dass sie keines hat.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 18:44

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:40)

Danke für die Diskussion. Und Tschüss. Fürs nächste Mal weiß ich, dass ich mir bei dir keine Mühe mehr geben muss.

Wenn Du so weiter zu machen beabsichtigst, könnte es sehr bald sehr einsam für Dich in diesem Forum werden.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Sa 12. Jan 2019, 18:46

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 14:48)

... Die Medien sind Wirtschaftsunternehmen. Die müssen Geld verdienen. Allein dieser Umstand reicht schon, um zu wissen, dass auch Medien übertreiben und Effekthascherei betreiben ...


Sind Dir etwa die Öffentlich-Rechtlichen Medien lieber? Bei denen handelt es sich nämlich um Anstalten des Öffentlichen Rechts, und die arbeiten nicht gewinnorientiert. Aber selbstverständlich hält der gestandene AfD-Fan nichts vom ÖRR, da es sich hierbei selbstverständlich auch nur um Lügenpresse handelt (dem AfD-Fan zu Folge).

Wie sollte denn Deiner Meinung nach die Medienlandschaft in Deutschland idealerweise aussehen?
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 18:48

Echt hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:47)

Ich kann ja nichts dafür, wenn hier so eine miserable Diskussionskuktur herrscht.

Du hörst/liest Dein Echo. Das solltest Du zu ertragen lernen.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon sünnerklaas » Sa 12. Jan 2019, 18:50

Vongole hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:36)

Alles klar, du hast das wirtschaftsbezogene Programm der AfD entweder nicht gelesen oder nicht verstanden, oder beides.
Könnte natürlich daran liegen, dass sie keines hat.


Auf Wirtschaftspolitik wollen AfDler in der Regel gar nicht angesprochen werden. Man solle gefälligst selber im Programm nachlesen, wäre das Programm der CDU von 2002... :D
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon imp » Sa 12. Jan 2019, 18:52

Kritikaster hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:12)

Und diejenigen, die sich derer Einflussgewinnung zu widersetzen versuchten, waren es eben nur die ersten beiden Jahre. Allein daraus ergibt sich bereits, dass Deine behauptete Kontinuität nicht zutrifft. Es hat eine ENTWICKLUNG stattgefunden.

Meine Innenansicht hierzu habe ich in der Vergangenheit bereits wiederholt lang und breit gepostet. Als interessierte Basherin aller politischen Parteien, die nicht deutlich links der Mitte angesiedelt sind, dürften Dir diese Ausführungen bekannt sein.

Ich möchte hier wirklich nicht auf dir herumtrampeln oder auf anderen, die einen ähnlichen Weg gewählt haben. Es ist mutig, etwas auszuprobieren, das man für nötig hält und es ist mutig, damit aufzuhören, wenn es nicht gelingt, wenn es in eine ganz andere Richtung geht als gewollt. Der eine etwas früher, der andere etwas später, weil er andere Ereignisse für maßgeblich hielt oder irgendetwas retten, verteidigen wollte, das dann nicht gelang. Oder auch, weil es schlicht schmerzhaft ist, wenn man mit Überzeugung, Leidenschaft, erheblichem Einsatz etwas voran treibt und dann ... sowas bekommt. Ich denke, das sehen viele hier im Forum so und ich hoffe, Selina sieht das auch so.

Ich würde mir von der Selina wünschen, dass sie weiter ausführt, wie sie diese Kontinuität meint, sodass man differenzieren kann, ob es hier überhaupt Grund zum Streit gibt. Dass es die letztlich erfolgreiche Fraktion und ihre wichtigsten Köpfe ziemlich früh schon gab, dürfte keinen Streit wert sein - und dass sie anfangs eher als unangenehmen, peinlichen Beifang aufgefasst wurden, mit dem Lucke nicht so glücklich hantierte, auch. Das war in vielen Medienartikeln der Tenor, damals noch. Lucke Europawahl 2014 ist nicht Petry Landtagswahl 2014 ist nicht Höcke Landtagswahl 2014 ist nicht Poggenburg (Landesvorsitz 2014, Fraktionsvorsitz 2016) und du bist auch keiner von den diesen. Das war aber dasselbe Jahr. Dass immer wieder und unter deutlichen Erklärungen dort Leute rausgehen, seit Jahren schon, die den aktuellen Kurs nicht wollten, zeigt doch bereits, dass man die AfD wohl irgendwann auch anders hat betrachten können. Nehmen wir mal den Juli 2015 als Scheidelinie oder gern auch die Europawahl 2014. Wie viele, die damals schon Mitglied waren, sind es deiner Meinung noch heute noch? 90%? 70%? 40%? Wie viele der Delegierten, die damals über Eurothemen im Wahlprogramm abstimmten oder über Lucke, aber auch Storch & co auf der Liste stimmen dieser Tage wieder mit ab? Vielleicht ist das Außenbild nicht korrekt, dass es da tatsächlich immer noch erhebliche Kontinuität gibt - obwohl es doch heute eine wahrnehmbar andere Partei ist.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Echt » Sa 12. Jan 2019, 18:53

Kritikaster hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:48)

Du hörst/liest Dein Echo. Das solltest Du zu ertragen lernen.


Nein, höre ich nicht. Solange man mir nicht krumm kommt, solange behandle ich hier jeden mit Respekt.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 18:55

imp hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:34)

Ich sollte das vielleicht präzisieren, da es sonst zu Mißverständnissen kommt. Der Landesverband Sachsen war schon 2014 national versaut und zahlreiche Wähler der NPD 2004 dürften 2014 diese Truppe gewählt haben - wie man ja schon den 2004ern nachsagte, ein relevanter Anteil sei angeblich so bürgerlich - und dann wählten sie Leute wie Apfel oder Leichenring, Schön, Baier insbesondere im heutigen Direktmandat-Gebiet dieser AfD. Das hat nichts damit zu tun, dass es Leute gab, die wegen Starbatty oder Henkel oder Lucke in die AfD kamen und irgendwas mit Euro wollten und dass diese anderswo 2014 vielleicht noch den Ton angaben. Lucke hat möglicherweise manchen Satz, für den er Kritik bekam, später bereut - bei dem Sachsenpersonal glaube ich das weniger. Frau Petry war auch 2014 schon nicht eine "liberale" weltläufige Unternehmerin, die neben Eurokritik auch konservative Ideen hatte. Jedenfalls kann mir das keiner verkaufen. Sollte ich den Eindruck erweckt haben, dass die ganze AfD 2014 ohne Einschränkung wie die NPD 2004 war - das war nicht mein Plan.

Wahr ist jedoch, dass ich auch jenes Programm damals problematisch fand - im Gegensatz etwa zu Vorschlägen Bekannter Vertreter der FDP, einiger Gruppen der Union oder meinetwegen libertärer Denkkreise, die einfach nur aus meiner Sicht untauglich, aber im Rahmen einer allgemein akzeptierten Ordnungsvorstellung daherkamen. Aus heutiger Sicht ist das nicht mehr spannend. Bei der AfD geht es heute ganz überwiegend nicht um Themen wie den Euro, die Fortentwicklung der EU oder dergleichen. Das wissen wir beide.

Alles gut, imp, überhaupt kein Problem.

Deine kritische Haltung gegenüber der Partei seit ihrer Gründung ist mir ja bekannt, und das ist zu akzeptieren. Ich sehe es mittlerweile ähnlich wie Hans-Olaf Henkel, der bekanntlich sein Bedauern darüber deutlich gemacht hat, sich am Aufbau der organisatorischen Grundlagen dieses demokratiefeindlichen Monsters beteiligt zu haben.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 19:45

imp hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:52)

Ich möchte hier wirklich nicht auf dir herumtrampeln oder auf anderen, die einen ähnlichen Weg gewählt haben. Es ist mutig, etwas auszuprobieren, das man für nötig hält und es ist mutig, damit aufzuhören, wenn es nicht gelingt, wenn es in eine ganz andere Richtung geht als gewollt. Der eine etwas früher, der andere etwas später, weil er andere Ereignisse für maßgeblich hielt oder irgendetwas retten, verteidigen wollte, das dann nicht gelang. Oder auch, weil es schlicht schmerzhaft ist, wenn man mit Überzeugung, Leidenschaft, erheblichem Einsatz etwas voran treibt und dann ... sowas bekommt. Ich denke, das sehen viele hier im Forum so und ich hoffe, Selina sieht das auch so.

Ich würde mir von der Selina wünschen, dass sie weiter ausführt, wie sie diese Kontinuität meint, sodass man differenzieren kann, ob es hier überhaupt Grund zum Streit gibt. Dass es die letztlich erfolgreiche Fraktion und ihre wichtigsten Köpfe ziemlich früh schon gab, dürfte keinen Streit wert sein - und dass sie anfangs eher als unangenehmen, peinlichen Beifang aufgefasst wurden, mit dem Lucke nicht so glücklich hantierte, auch. Das war in vielen Medienartikeln der Tenor, damals noch. Lucke Europawahl 2014 ist nicht Petry Landtagswahl 2014 ist nicht Höcke Landtagswahl 2014 ist nicht Poggenburg (Landesvorsitz 2014, Fraktionsvorsitz 2016) und du bist auch keiner von den diesen. Das war aber dasselbe Jahr. Dass immer wieder und unter deutlichen Erklärungen dort Leute rausgehen, seit Jahren schon, die den aktuellen Kurs nicht wollten, zeigt doch bereits, dass man die AfD wohl irgendwann auch anders hat betrachten können. Nehmen wir mal den Juli 2015 als Scheidelinie oder gern auch die Europawahl 2014. Wie viele, die damals schon Mitglied waren, sind es deiner Meinung noch heute noch? 90%? 70%? 40%? Wie viele der Delegierten, die damals über Eurothemen im Wahlprogramm abstimmten oder über Lucke, aber auch Storch & co auf der Liste stimmen dieser Tage wieder mit ab? Vielleicht ist das Außenbild nicht korrekt, dass es da tatsächlich immer noch erhebliche Kontinuität gibt - obwohl es doch heute eine wahrnehmbar andere Partei ist.

Es fällt mir nicht wirklich leicht, hier Prozentzahlen zu nennen, die den heutigen Anteil der ursprünglichen Mitglieder wiedergeben.

Aus dem Kreis der Funktionsträger, dem ich angehörte, haben bis Juli 2015 über 70% ihre Funktion wegen des damals bereits eingeleiteten Rechtsrucks niedergelegt und ihren Parteiaustritt erklärt, mich eingeschlossen. Allerdings weiß ich auch, dass das längst nicht überall und auf allen Parteiebenen in dem Umfang geschah.

Der Lucke-Aderlass von 2015 betrug mindestens 21%, siehe hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mitgliede ... en#Tabelle

Dabei ist zu berücksichtigen, dass in diesen Zahlen auch diejenigen mit eingerechnet sind, die gerade WEGEN der Entwicklung nach Rechts in dem Jahr in die Partei eingetreten sind. Der Pro-Petry-Flügel hat damals im Vorfeld des Parteitags schließlich ganz gezielt im rechten Spektrum um Beitritte geworben, um dadurch eine Mehrheit gegen die Wiederwahl Luckes zu erreichen.

Und dieser, durch die rechten Pöbler in Erinnerung gebliebene, Essener Parteitag dokumentiert den Erfolg ihrer Kampagne. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass Frau Petry durch dieselben unzähmbaren rechten Kräfte, die ihr zum kurzzeitigen Erfolg verhielfen, selbst aus der Partei gedrängt wurde.

Aber irgendwie ist das dann ja auch wieder ausgleichende Gerechtigkeit. ;)
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 12. Jan 2019, 19:53

poggi ist mittlerweile auch gefallen - als Rechtsabweichler. gauland wird aus Altersgründen bald wegfallen und wahrscheinlich kommt dann höcke, der seine truppe bereits in Stellung gebracht hat.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]

* derzeit wg. handverletzung im schreiben eingeschränkt. die texte fallen daher kürzer aus.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon imp » Sa 12. Jan 2019, 19:58

Kritikaster hat geschrieben:(12 Jan 2019, 19:45)
Und dieser, durch die rechten Pöbler in Erinnerung gebliebene, Essener Parteitag dokumentiert den Erfolg ihrer Kampagne. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass Frau Petry durch dieselben unzähmbaren rechten Kräfte, die ihr zum kurzzeitigen Erfolg verhielfen, selbst aus der Partei gedrängt wurde.

Aber irgendwie ist das dann ja auch wieder ausgleichende Gerechtigkeit. ;)

Ja, man darf spekulieren, ob das nicht für die aktuelle Parteispitze auch wieder ein Problem wird. Gauland und die aktuelle "Gemäßigte" stoßen nicht nur auf Liebe mit ihren Versuchen, die Nazisprüche nicht aus den Hinterzimmern und Chatgruppen rauszulassen. Dass es, da wo du es genauer weißt, so viele waren, die gingen, erstaunt mich. Da habe ich dazugelernt.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 20:20

imp hat geschrieben:(12 Jan 2019, 19:58)

Ja, man darf spekulieren, ob das nicht für die aktuelle Parteispitze auch wieder ein Problem wird. Gauland und die aktuelle "Gemäßigte" stoßen nicht nur auf Liebe mit ihren Versuchen, die Nazisprüche nicht aus den Hinterzimmern und Chatgruppen rauszulassen. Dass es, da wo du es genauer weißt, so viele waren, die gingen, erstaunt mich. Da habe ich dazugelernt.

Das muss für Außenstehende erstaunlich sein.

Diese Tatsache gilt mir selbst als deutlichster Beleg für die von mir hier wiederholt genannte Feststellung, dass die AfD zu Beginn eine erheblich heterogenere Partei war, als dies in der Öffentlichkeit gemeinhin wahrgenommen wurde.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Senexx » Sa 12. Jan 2019, 20:27

Kritikaster hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:20)

Das muss für Außenstehende erstaunlich sein.

Diese Tatsache gilt mir selbst als deutlichster Beleg für die von mir hier wiederholt genannte Feststellung, dass die AfD zu Beginn eine erheblich heterogenere Partei war, als dies in der Öffentlichkeit gemeinhin wahrgenommen wurde.


Was immer Sie unter "heterogen" verstehen.

Ich habe sie immer als eine "Ansammlung (<-heterogen)" von politischen Wirrköpfen und Extremisten gesehen. Die Gründungsführer habe ich schon immer als politische Extremisten betrachtet. Dass so etwas andere Extremisten anzieht, ist klar.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 20:32

Senexx hat geschrieben:(12 Jan 2019, 20:27)

Was immer Sie unter "heterogen" verstehen.

Ich habe sie immer als eine "Ansammlung (<-heterogen)" von politischen Wirrköpfen und Extremisten gesehen. Die Gründungsführer habe ich schon immer als politische Extremisten betrachtet. Dass so etwas andere Extremisten anzieht, ist klar.

Mit Verweis auf bereits weiter oben Geschriebenes stelle ich fest, dass aus Deiner eigenen extremistisch-wirrköpfigen Warte keine sachlich zutreffende Bewertung der frühen AfD zu erwarten ist.
he·te·ro·gen
/heteroˈɡeːn,heterogén/
Adjektivbildungssprachlich

nicht gleichartig im inneren Aufbau; uneinheitlich, aus Ungleichartigem zusammengesetzt; ungleichmäßig aufgebaut, ungleichartig, nicht homogen
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon think twice » Sa 12. Jan 2019, 21:14

Allein, als ich den Namen "Alternative" für Deutschland das erste Mal las, war ich alarmiert. Ich dachte, wofür braucht Deutschland eine Alternative? Deutschland ist ein tolles Land mit einem funktionierenden Rechtsstaat, einer funktionierenden Demokratie, wirtschaftlich stark. Mir war von Anfang an klar, dass es sich um Spinner handeln musste. Die unrealistische, europafeindliche Forderung nach dem Austritt aus dem Euro bestärkte mich in meiner Einschätzung. Extremes, nationalistisches Gedankengut. Kein Wunder, dass die Rechten auf den Plan gerufen wurden.
Lucke selbst ist ziemlich schnell auf den Anti-Islam/Zuwanderungs-Zug aufgesprungen, als er merkte, dass damit Wähler zu gewinnen waren und es hat anfangs auch niemanden der Anhaenger gestört. Nur haben ihm die Geister, die er rief, ziemlich schnell die Zuegel aus der Hand genommen und die Partei vereinnahmt. Es ehrt diejenigen, denen die Entwicklung zu heavy wurde und abgesprungen sind.
Aber so zu tun, als ob die AfD anfangs eine demokratische, deutschlandfreundliche Partei mit innovativen Köpfen war, die ohne die ultrarechten Elemente eine demokratische Chance gehabt haetten, entspricht m. M. nicht den Tatsachen. Sie hatten von Anfang an den Plan, Deutschland umzukrempeln...als Alternative halt...
Es ist nicht immer einfach, ein guter Mensch zu sein. Aber es kommt auf den Versuch an.
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Re: Sammelstrang: Alternative für Deutschland (AfD)

Beitragvon Kritikaster » Sa 12. Jan 2019, 22:05

think twice hat geschrieben:(12 Jan 2019, 21:14)

Allein, als ich den Namen "Alternative" für Deutschland das erste Mal las, war ich alarmiert. Ich dachte, wofür braucht Deutschland eine Alternative? Deutschland ist ein tolles Land mit einem funktionierenden Rechtsstaat, einer funktionierenden Demokratie, wirtschaftlich stark. Mir war von Anfang an klar, dass es sich um Spinner handeln musste. Die unrealistische, europafeindliche Forderung nach dem Austritt aus dem Euro bestärkte mich in meiner Einschätzung. Extremes, nationalistisches Gedankengut. Kein Wunder, dass die Rechten auf den Plan gerufen wurden.
Lucke selbst ist ziemlich schnell auf den Anti-Islam/Zuwanderungs-Zug aufgesprungen, als er merkte, dass damit Wähler zu gewinnen waren und es hat anfangs auch niemanden der Anhaenger gestört. Nur haben ihm die Geister, die er rief, ziemlich schnell die Zuegel aus der Hand genommen und die Partei vereinnahmt. Es ehrt diejenigen, denen die Entwicklung zu heavy wurde und abgesprungen sind.
Aber so zu tun, als ob die AfD anfangs eine demokratische, deutschlandfreundliche Partei mit innovativen Köpfen war, die ohne die ultrarechten Elemente eine demokratische Chance gehabt haetten, entspricht m. M. nicht den Tatsachen. Sie hatten von Anfang an den Plan, Deutschland umzukrempeln...als Alternative halt...

Sie war demokratisch, sie war gewiss aus Sicht der Mitglieder, die sich dort engagierten, auch deutschlandfreundlich - wobei Du zur Vermeidung von Missverständnissen definieren solltest, was das für Dich heißt - und es fanden sich dort Bürger ein, die zuvor bereits parteipolitische Erfahrung in diversen anderen Parteien des demokratischen Spektrums gesammelt hatten. Ich habe das hier in den letzten Jahren mehrfach beschrieben.

Die Behauptung, es habe niemanden der Anhänger gestört, dass von Teilen der Partei auch im Kreis von Anti-Islamisten "gefischt" wurde, ist nicht zutreffend und von Dir auch nicht objektiv belegbar.

Auch was den Begriff "Alternative" betrifft, sollte man genauer argumentieren als Du. Der Begriff hat seinen Ursprung in der angeblich "alternativlosen" €uro-/Bankenrettung. Mit der Namensgebung war seinerzeit keineswegs ein von Dir unterstelltes "umkrempeln" Deutschlands gemeint.

Aus heutigem Kenntnisstand über die nachfolgende Entwicklung heraus die Unterstellung abzuleiten, eine solche sei von der Gesamtheit der Mitgliedschaft von vornherein beabsichtigt gewesen, ist, wenn schon keine vorsätzliche Falschdarstellung, so doch zumindest ein schwerer Irrtum.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
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