Partei "Die Linke": linksradikal?

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Ammianus
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Ammianus » Di 13. Dez 2016, 14:56

Atheist hat geschrieben:(12 Dec 2016, 18:10)

... Kleiner Tipp: informelle Mitarbeiter haben nicht für die Stasi gearbeitet,

...



War das jetzt ein Tippfehler?
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Ammianus
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Ammianus » Di 13. Dez 2016, 15:09

firlefanz11 hat geschrieben:(12 Dec 2016, 18:05)

On-topic:
Wie war das doch gleich mit der Linken und ihrer Vergangenheitsbewältigung als Nachfolgepartei der SED?
http://www.n-tv.de/politik/Berlins-Oppo ... 09116.html



Ein lehrbuchmäßiger Satz, den sicher auch nach dem Kriege so mancher ehemaliger freiwilliger Hitlerjugend o. NSDAP Angehöriger abgesondert hätte...


Na ja, wenn man sich seine Biographie (soweit bei Wiki) ansieht, dann ist das auch eine DDR-typische Geschichte: Eltern das sowjetische Exil überlebt, wohl absolut gläubige Kommunisten. Dadurch wurde der Sohn wahrscheinlich in einem total staatstreuen Milieu geprägt. Eventuell waren für ihn sogar Westsender tabu. Er dürfte sich dann wohl als Berufsrevolutionär gesehen haben, dessen Lebensaufgabe der Kampf für diese DDR war.
Bei einem 20jährigen sollte man auch gewissen Abstriche machen. Da sieht die Welt noch anders aus. Man denke jetzt nur an den jungen Grass bei der Waffen-SS.
Sein weiteres Leben ist dann sowohl von Fleiß, aber auch einem deutlichen Hang zur Linksradikalität geprägt. Insgesamt war es wohl eine nicht so gute Wahl, ihn in ein öffentliches Amt zu setzten.
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harry52
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon harry52 » Di 13. Dez 2016, 15:12

Progressiver hat geschrieben:Das Sozialstaatsgebot wird allerdings immer mehr ausgehöhlt.

Das sehe ich nicht so.
Du bist vermutlich noch sehr jung und weisst gar nicht wie armselig im Vergleich zu heute, die Menschen vor wenigen Jahrzehnten gelebt haben. Ich kenne auch ein paar Haushalte, die von Sozialleistungen leben müssen. Denen geht es weit besser als den Facharbeitern der 70er oder 80er Jahre.

Ich kenne zusätzlich noch die Hungerrenten der Kriegsgeneration.
Den heutigen Rentnern geht es besser als je zuvor und es gibt viele milliarden für Pflegebedürftige. Vor Helmut Kohl gab es nicht einmal eine Pflegeversicherung.

Außerdem:
Wir haben deutlich mehr Kitas als früher, mehr Frauenhäuser, mehr Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, ... mehr Lebensmittel und Kleider, die im guten Zustand weggeworfen werden, oder für wenig Geld bzw. umsonst denen zur Verfügung gestellt werden, die gerne ein paar Euros mehr hätten.

Auch Du würdest einen Schock erleben, wenn Du so leben müsstest wie die Menschen vor 30, 40, oder 50 Jahren.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 16. Dez 2016, 23:10

harry52 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 15:12)

Das sehe ich nicht so.
Du bist vermutlich noch sehr jung und weisst gar nicht wie armselig im Vergleich zu heute, die Menschen vor wenigen Jahrzehnten gelebt haben. Ich kenne auch ein paar Haushalte, die von Sozialleistungen leben müssen. Denen geht es weit besser als den Facharbeitern der 70er oder 80er Jahre.

Ich kenne zusätzlich noch die Hungerrenten der Kriegsgeneration.
Den heutigen Rentnern geht es besser als je zuvor und es gibt viele milliarden für Pflegebedürftige. Vor Helmut Kohl gab es nicht einmal eine Pflegeversicherung.

Außerdem:
Wir haben deutlich mehr Kitas als früher, mehr Frauenhäuser, mehr Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, ... mehr Lebensmittel und Kleider, die im guten Zustand weggeworfen werden, oder für wenig Geld bzw. umsonst denen zur Verfügung gestellt werden, die gerne ein paar Euros mehr hätten.

Auch Du würdest einen Schock erleben, wenn Du so leben müsstest wie die Menschen vor 30, 40, oder 50 Jahren.

Das können sich Menschen die in diesen Wohlfahrtsstaat hineingeboren wurden ,die alles für selbstverständlich erachten ,die nicht annähernd
erahnen können ,was dieser Staat an Sozialleistungen ,von der Altenpflege bis hin zur Unterstützung für geistig und körperlich Behinderte ,für
Kinder und Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten leistet . Alle diese sozialen
Errungenschaften werden ergänzt durch
gemeinnützige Organisationen die durch Spenden in Mrd. Höhe von Privatpersonen und Unternehmen gefördert werden .
Das heute jedes Kind ein Anrecht auf einen Krippen und Kita Anspruch hat, sorgt dafür dass heute die Berufsbiographien in den Familien nicht mehr unterbrochen werden müssen. Dies hat wiederum zur Folge dass Familien auf 2 Einkommen zurückgreifen können . Dies bewirkt wiederum dass später Rentnerfamilien über 2
recht ordentliche Renten verfügen können . Die erneute Anhebung des Kinderfreibetrages ist eine weitere Leistung die dieser Staat Familien gewährt.
Kürzere Arbeitszeiten ,5 Tage Woche 40 oder 36 Std .Wochen Verdoppelung oder gar Verdreifachung der Urlaubszeiten sollten nur am Rande erwähnt sein .
Diese Beispiele streifen nur einen kleinen Teil der Erleichterungen und sozialen Errungenschaften dieses Staates ,die Stück für Stück erreicht wurden .
Dazu gehören natürlich auch die finanziellen Zuwendungen des Staates wie Hartz IV oder Grundsicherung die es jedem Bürger ermöglichen ein Leben (wenn auch nicht in Saus und Braus) im bescheidenen Wohlstand führen zu können .Diese Großzügigkeit hat sich anscheinend weltweit herumgesprochen .
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Adam Smith
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Adam Smith » Fr 16. Dez 2016, 23:26

Deutschland ist kein Wohlfahrtsstaat. Schweden und Dänemark sind Wohlfahrtsstaaten. In Deutschland gibt es die soziale Marktwirtschaft.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon harry52 » Fr 16. Dez 2016, 23:48

Ja, Adam und Positiv Denkender.
Ich sehe das genauso und will nur eine Sache ergänzen:
Wohlfahrt und soziale Leistungen kann man sich nur leisten, bzw. werden nur dann geleistet, wenn es genug andere gibt, die so viel erwirtschaften, dass sie bereit sind, abzugeben. Auch dieses Abgeben ist übrigens purer Egoismus, denn was nützt es, viel zu haben, aber gleichzeitig von Nachbarn umringt zu sein, die so wenig haben, dass sie auf den Gedanken kommen, gewalttätig zu werden.

Kurz gesagt: Die Armen und Erfolglosen können froh sein, wenn es auch genug Reiche und Erfolgreiche gibt.
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Zunder
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Zunder » Fr 16. Dez 2016, 23:54

harry52 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 15:12)
Ich kenne auch ein paar Haushalte, die von Sozialleistungen leben müssen. Denen geht es weit besser als den Facharbeitern der 70er oder 80er Jahre.

Auch Du würdest einen Schock erleben, wenn Du so leben müsstest wie die Menschen vor 30, 40, oder 50 Jahren.

Die Facharbeiter der 70er und 80er Jahre konnten mit ihren Löhnen noch Häuser bauen oder Eigentumswohnungen kaufen.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon JJazzGold » Sa 17. Dez 2016, 00:24

Zunder hat geschrieben:(16 Dec 2016, 23:54)

Die Facharbeiter der 70er und 80er Jahre konnten mit ihren Löhnen noch Häuser bauen oder Eigentumswohnungen kaufen.


Die mussten auch kaum Bauvorschriften, einschließlich Energievorschriften, beachten.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Zunder » Sa 17. Dez 2016, 00:43

JJazzGold hat geschrieben:(17 Dec 2016, 00:24)

Die mussten auch kaum Bauvorschriften, einschließlich Energievorschriften, beachten.

Sie mußten ihre Immobilien bezahlen. Mit Hartz IV geht das nicht.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon JJazzGold » Sa 17. Dez 2016, 09:19

Zunder hat geschrieben:(17 Dec 2016, 00:43)

Sie mußten ihre Immobilien bezahlen. Mit Hartz IV geht das nicht.


Mit einem Facharbeitergehalt geht das auch heute noch.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Kritikaster » Sa 17. Dez 2016, 09:44

Zunder hat geschrieben:(17 Dec 2016, 00:43)

Sie mußten ihre Immobilien bezahlen. Mit Hartz IV geht das nicht.

Der typische FachARBEITER hat mit H4-Beziehern nichts gemein.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Boracay » Sa 17. Dez 2016, 10:00

Zunder hat geschrieben:(16 Dec 2016, 23:54)

Die Facharbeiter der 70er und 80er Jahre konnten mit ihren Löhnen noch Häuser bauen oder Eigentumswohnungen kaufen.


Das tun die heute mehr den je - glaubst du der Bauboom kommt von ein paar Vorstandsvorsitzenden?

Ich weiß - das Leben in Ossiland und Ruhrgebiet ist beschissen, aber das sollte man nicht auf den Rest der Republik übertragen.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Zunder » Sa 17. Dez 2016, 12:50

Es scheint ja wahnsinnig schwer zu sein, einen Beitrag in seinem Kontext zu erfassen.

Geantwortet habe ich auf diese Behauptung von harry52:

"Ich kenne auch ein paar Haushalte, die von Sozialleistungen leben müssen. Denen geht es weit besser als den Facharbeitern der 70er oder 80er Jahre."

Das ist offensichtlich Käse und nur darum geht es.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Kritikaster » So 18. Dez 2016, 09:36

Zunder hat geschrieben:(17 Dec 2016, 12:50)

Es scheint ja wahnsinnig schwer zu sein, einen Beitrag in seinem Kontext zu erfassen.

Geantwortet habe ich auf diese Behauptung von harry52:

"Ich kenne auch ein paar Haushalte, die von Sozialleistungen leben müssen. Denen geht es weit besser als den Facharbeitern der 70er oder 80er Jahre."

Das ist offensichtlich Käse und nur darum geht es.

Was willst Du denn? Durch die Folgebeiträge wurde Deine Auffassung doch bloß unterstützt. ;)
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Hamilton » So 25. Dez 2016, 06:55

Boraiel hat geschrieben:(09 Dec 2016, 18:05)

„Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch.“ - Ludwig Erhard
Weitere Ausführungen dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Marktwirtschaft#Ludwig_Erhard

Richtig. Und momentan erleben wir, dass unsere Marktwirtschaft zunehmend an Liberalität verliert.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Hamilton » So 25. Dez 2016, 06:56

Adam Smith hat geschrieben:(16 Dec 2016, 23:26)

Deutschland ist kein Wohlfahrtsstaat. Schweden und Dänemark sind Wohlfahrtsstaaten. In Deutschland gibt es die soziale Marktwirtschaft.

Welches Wirtschaftssystem haben dann Schweden und Dänemark? Beide Staaten werden ja – vor allem von Linken – gerne als Vorbild gesehen.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Adam Smith » So 25. Dez 2016, 08:34

Hamilton hat geschrieben:(25 Dec 2016, 06:56)

Welches Wirtschaftssystem haben dann Schweden und Dänemark? Beide Staaten werden ja – vor allem von Linken – gerne als Vorbild gesehen.

Das gleiche wie wir. Nur ist die Umverteilung in Schweden und Dänemark höher.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Hamilton » So 25. Dez 2016, 09:46

Adam Smith hat geschrieben:(25 Dec 2016, 08:34)

Das gleiche wie wir. Nur ist die Umverteilung in Schweden und Dänemark höher.


Dann hat das aber mit Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun. Die Staatsquote liegt in diesen Ländern zum Teil deutlich über 50%, das ist zu viel.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Adam Smith » So 25. Dez 2016, 09:50

Hamilton hat geschrieben:(25 Dec 2016, 09:46)

Dann hat das aber mit Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun. Die Staatsquote liegt in diesen Ländern zum Teil deutlich über 50%, das ist zu viel.


Es wird halt viel umverteilt. Bevor die Umverteilung erfolgt liegt aber definitiv Marktwirtschaft vor.
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Re: Partei "Die Linke": linksradikal?

Beitragvon Hamilton » So 25. Dez 2016, 10:00

Adam Smith hat geschrieben:(25 Dec 2016, 09:50)

Es wird halt viel umverteilt. Bevor die Umverteilung erfolgt liegt aber definitiv Marktwirtschaft vor.

Ist es dann auch eine relativ freie Marktwirtschaft vor der Umverteilung? Denn bei solchen Umverteilung kann man ja davon ausgehen, dass linke Parteien regieren.

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