Die Grünen in der Abwärtsspirale?

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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 7. Aug 2018, 07:38

JJazzGold hat geschrieben:(14 May 2018, 07:49)

Die abgehängten Regionen hätten den Soli in Breitband, statt in Freibäder oder Asphaltbeläge stecken sollen, dann wären sie heute nicht abgehängt.

Es gibt in Städten wie Merseburg, Gera oder Zerbst nicht messbar mehr Bäder und Straßen als in Leipzig, Jena, Dresden oder Potsdam. Breitband aber schon, jedenfalls auf dem Stand der späten 90er, als das veraltete Telefonnetz der DDR praktisch flächendeckend durch Glasfaser ersetzt wurde. Gera hat um 2005 sein letztes städtisches Freibad geschlossen. Die Stadt verfügt noch über eine Sportschwimmhalle und ein Schlammloch in einem Vorort, das so aussieht wie es heißt (Kaimberg). Jena dagegen hat mehrere Freibäder, eine Sportschwimmhalle und ein Spaßbad und lebt finanziell sehr gut. Man muss nicht alles so pauschal betrachten.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon JJazzGold » Di 7. Aug 2018, 09:08

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(07 Aug 2018, 08:38)

Es gibt in Städten wie Merseburg, Gera oder Zerbst nicht messbar mehr Bäder und Straßen als in Leipzig, Jena, Dresden oder Potsdam. Breitband aber schon, jedenfalls auf dem Stand der späten 90er, als das veraltete Telefonnetz der DDR praktisch flächendeckend durch Glasfaser ersetzt wurde. Gera hat um 2005 sein letztes städtisches Freibad geschlossen. Die Stadt verfügt noch über eine Sportschwimmhalle und ein Schlammloch in einem Vorort, das so aussieht wie es heißt (Kaimberg). Jena dagegen hat mehrere Freibäder, eine Sportschwimmhalle und ein Spaßbad und lebt finanziell sehr gut. Man muss nicht alles so pauschal betrachten.


Dann haben die Einen es anscheinend richtig gemacht und die Anderen nicht. Zum Jammern haben beide keinen Grund.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 7. Aug 2018, 10:03

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2018, 10:08)

Dann haben die Einen es anscheinend richtig gemacht und die Anderen nicht. Zum Jammern haben beide keinen Grund.

Jammern ist mir egal. Deine These vom Ruin durch Spaßbad und Straßen, die für Einzelfälle vielleicht gilt, will ich generalisiert nicht nachvollziehen. Genau, wie Fehler, Korruption, "unfaire" Praktiken bei der Treuhand und ihrer Kundschaft nicht singulär erklären können, wie aus einer vom Niveau her "europäischen" Volkswirtschaft binnen kurzem ein dauerhafter Nettoempfänger ohne klare Perspektive wurde, von Einzelbeispielen abgesehen. Das führt aber weg von den Grünen hin zu Themen wie Wegbrechen des Ostblockmarktes, objektiver Rückstand gegenüber Konkurrenten im hindernislosen gemeinsamen Markt, Perspektivlosigkeit ganzer Industriezweige, die in Deutschland bereits über Jahrzehnte auf dem Rückzug waren (Textilindustrie, Standardkeramik, bestimmte Sparten der Chemie), unerfahrenes Management... Wir wollen irgendwie zurück zu den Grünen, oder? Die sind ganz wesentlich durch die Ostgrünen und Bündnis 90 über ihr Formtief 1989-93 gerettet worden.

Weiter zu Osteuropa und dem Beitrittsgebiet und wie das mit den Grünen hier und heute zusammenhängt: viewtopic.php?f=4&t=66508&p=4268989#p4268989
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon BlueMonday » Di 7. Aug 2018, 12:21

H2O hat geschrieben:(15 May 2018, 13:14)

Ja, mich wundert auch, daß DIE GRÜNEN auf dem Gebiet "Lebensgrundlagen" nicht wilder auf die Pauke hauen. "Der Markt" richtet gar nichts; immer findet sich eine Gelegenheit, zum Nachteil der Lebensgrundlagen einen tüchtigen Gewinn ein zu fahren: Luftverschmutzung... reine Marktsache, Trinkwasservergiftung... reine Marktsache, Bodenvergiftung... reine Marktsache. Im Grunde kann man auf dem Gebiet gar nicht rabiat genug auftreten. Da verstehe ich diese grüne Truppe überhaupt nicht mehr!

Nach uns die Sintflut, wenn sie uns nicht schon zu Lebzeiten erwischt!


Wurde schon oft hier angesprochen: Das Problem nennt sich "negative Externalität" in der Ökonomik und hat nichts spezifisch mit "Markt" zu tun. Umweltverschmutzung und -zerstörung gab es im massiven Ausmaß in den ehemaligen Planwirtschaften ohne irgendeinen nennenswerten "Markt". Das Problem sind die zu schwachen oder gänzlich fehlenden Eigentumsrechte/titel. Die Kosten können so nicht internalisiert werden (fallen nicht auf den Verursacher zurück). Stichwort "Tragik der Allmende".

"Markt" ist der gegenseitig nutzenstiftende Ausstausch zwischen Akteuren. Für Ausstausch braucht es sondernden Eigentum(Privateigentum), sonst gibt es nichts auszutauschen. Ein Stück Umwelt, das der sog. Öffentlichkeit gehört, also nicht sondert und ausschließt, und so von jedermann genutzt, übernutzt, verschmutzt etc. werden kann, ist nicht "Markt", sondern das glatte Gegenteil davon.
But who would build the roads?
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon H2O » Di 7. Aug 2018, 12:51

BlueMonday hat geschrieben:(07 Aug 2018, 13:21)

Wurde schon oft hier angesprochen: Das Problem nennt sich "negative Externalität" in der Ökonomik und hat nichts spezifisch mit "Markt" zu tun. Umweltverschmutzung und -zerstörung gab es im massiven Ausmaß in den ehemaligen Planwirtschaften ohne irgendeinen nennenswerten "Markt". Das Problem sind die zu schwachen oder gänzlich fehlenden Eigentumsrechte/titel. Die Kosten können so nicht internalisiert werden (fallen nicht auf den Verursacher zurück). Stichwort "Tragik der Allmende".

"Markt" ist der gegenseitig nutzenstiftende Ausstausch zwischen Akteuren. Für Ausstausch braucht es sondernden Eigentum(Privateigentum), sonst gibt es nichts auszutauschen. Ein Stück Umwelt, das der sog. Öffentlichkeit gehört, also nicht sondert und ausschließt, und so von jedermann genutzt, übernutzt, verschmutzt etc. werden kann, ist nicht "Markt", sondern das glatte Gegenteil davon.


Gut, das sagt die analysierende Wissenschaft; keine Einwände meinerseits. Dann aber bitte einen Lösungsvorschlag, der öffentliches Eigentum an Lebensgrundlagen definiert und seine Schädigung unter harte Strafen stellt, wer immer sich dessen schuldig macht. Dabei geht es langfristig um Leben und Tod einer Gemeinschaft. Das ist ja ganz offenbar ein Eigentumsrecht der besonderen Art, weil es auch Grundeigentümer oder Grundbesitzer in dieser Hinsicht enteignet.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 7. Aug 2018, 14:14

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2018, 10:08)

Dann haben die Einen es anscheinend richtig gemacht und die Anderen nicht. Zum Jammern haben beide keinen Grund.

Die Einen haben das Glück, Standort eines großen Konzerns zu sein.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon frems » Di 7. Aug 2018, 14:24

Quatschki hat geschrieben:(07 May 2018, 09:10)

Sie haben ihr Alleinstellungsmerkmal verloren, weil alle Parteien von Linken bis FDP es auf diese Wählerklientel großstädtischer Hipster abgesehen haben

Großstädtische Hipster wählen doch nicht die Partei der Spießer und Hausbesitzern vom Prenzlauer Berg. Erstere wählen, wenn überhaupt, Miniparteien ohne Aussicht auf Einzug in irgendein Parlament.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Raul71 » Di 7. Aug 2018, 19:28

Der Thread müsste eigentlich "Die Grünen in der Aufwärtsspirale heißen". Aber sobald die SPD ihren unglaublich selbstgefährdenden Kurs auf normal bürgerlich verändert, verlieren die Grünen innerhalb kurzer Zeit 5-6% und die SPD bekommt sie wieder. Die Grünen sind deutlich über Wert, die SPD darunter.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 20. Aug 2018, 11:21

Raul71 hat geschrieben:(07 Aug 2018, 20:28)

Der Thread müsste eigentlich "Die Grünen in der Aufwärtsspirale heißen". Aber sobald die SPD ihren unglaublich selbstgefährdenden Kurs auf normal bürgerlich verändert, verlieren die Grünen innerhalb kurzer Zeit 5-6% und die SPD bekommt sie wieder. Die Grünen sind deutlich über Wert, die SPD darunter.



Richtig, die Grünen stehen derzeit in den Umfragen gar nicht schlecht da. Vor Linken und FDP auf Augenhöhe mit AFD und SPD. Wenn dann trifft die Überschrift des Stranges eher auf die SPD zu.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 20. Aug 2018, 20:42

frems hat geschrieben:(07 Aug 2018, 15:24)

Großstädtische Hipster wählen doch nicht die Partei der Spießer und Hausbesitzern vom Prenzlauer Berg. Erstere wählen, wenn überhaupt, Miniparteien ohne Aussicht auf Einzug in irgendein Parlament.



Wer bitteschön ist der "Großstädtische Hipster"?
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 20. Aug 2018, 20:48

Alpha Centauri hat geschrieben:(20 Aug 2018, 12:21)

Richtig, die Grünen stehen derzeit in den Umfragen gar nicht schlecht da. Vor Linken und FDP auf Augenhöhe mit AFD und SPD. Wenn dann trifft die Überschrift des Stranges eher auf die SPD zu.


Die Grünen werden auch weiter zulegen. Der katastrophale Sommer und seine Folgen wird ein schlagkräftiges Argument sein, die Grünen zu wählen. Und die AfD hat ja nicht nur nichts, der Vorsitzende Gauland hat ja schon blank gezogen und erklärt, er und seine gesamte Partei wüssten überhaupt nicht, was man da noch machen solle.
Ich fände es übrigens richtig cool, wenn die CSU in Bayern so richtig abschmiert und dem Söder nichts anderes übrig bleibt, als mit den Grünen zu koalieren... So denn der Söder nicht vorher rausgeworfen und durch Ilse Aigner ersetzt wird.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Julian » Mo 20. Aug 2018, 20:56

sünnerklaas hat geschrieben:(20 Aug 2018, 21:48)

Die Grünen werden auch weiter zulegen. Der katastrophale Sommer und seine Folgen wird ein schlagkräftiges Argument sein, die Grünen zu wählen. Und die AfD hat ja nicht nur nichts, der Vorsitzende Gauland hat ja schon blank gezogen und erklärt, er und seine gesamte Partei wüssten überhaupt nicht, was man da noch machen solle.
Ich fände es übrigens richtig cool, wenn die CSU in Bayern so richtig abschmiert und dem Söder nichts anderes übrig bleibt, als mit den Grünen zu koalieren... So denn der Söder nicht vorher rausgeworfen und durch Ilse Aigner ersetzt wird.


Als ob ein Sommer Auskunft über das Klima geben könnte, und als ob die Abschaltung von Atomkraftwerken zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen würde.

Dennoch denke ich, dass die Grünen weiter zulegen werden. Sie sind im Besitz der Deutungshoheit; sie sind in allen Machtpositionen deutlich überrepräsentiert, insbesondere bei Journalisten und Lehrern. Und letztlich hat Merkel mit ihrer linksgrünen Politik massiv Werbung für die Grünen gemacht.

Die Wähler der Grünen sind auch nicht die, die primär unter der Politik der Grünen leiden. In der Regel sind sie beispielsweise wohlhabend und können über eine Verdoppelung der Strompreise herzlich lachen. Sie können auch in ein gutes Viertel ziehen, um den Folgen ihrer Einwanderungspolitik zu entgehen, oder um ihren Sprössling auf eine Schule mit wenig Migrationshintergründlern zu schicken.

Zu Lasten der AfD wird ihr Erfolg aber nicht gehen, eher auf Kosten der anderen linken Parteien, also CDU/CSU, SPD und Linke. Gerade CDU/CSU und SPD könnten zwischen den Grünen und der AfD, den beiden Polen deutscher Politik, zerrieben werden.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon ThorsHamar » Mo 20. Aug 2018, 21:05

Julian hat geschrieben:(20 Aug 2018, 21:56)

Als ob ein Sommer Auskunft über das Klima geben könnte, und als ob die Abschaltung von Atomkraftwerken zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen würde.

Dennoch denke ich, dass die Grünen weiter zulegen werden. Sie sind im Besitz der Deutungshoheit; sie sind in allen Machtpositionen deutlich überrepräsentiert, insbesondere bei Journalisten und Lehrern. Und letztlich hat Merkel mit ihrer linksgrünen Politik massiv Werbung für die Grünen gemacht.

Die Wähler der Grünen sind auch nicht die, die primär unter der Politik der Grünen leiden. In der Regel sind sie beispielsweise wohlhabend und können über eine Verdoppelung der Strompreise herzlich lachen. Sie können auch in ein gutes Viertel ziehen, um den Folgen ihrer Einwanderungspolitik zu entgehen, oder um ihren Sprössling auf eine Schule mit wenig Migrationshintergründlern zu schicken.

Zu Lasten der AfD wird ihr Erfolg aber nicht gehen, eher auf Kosten der anderen linken Parteien, also CDU/CSU, SPD und Linke. Gerade CDU/CSU und SPD könnten zwischen den Grünen und der AfD, den beiden Polen deutscher Politik, zerrieben werden.


Gute Analyse, Julian!
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Mahmoud » Mo 20. Aug 2018, 21:33

Komischer Faden! In welcher Welt lebt der Ersteller? Sicher nicht in Deutschland. Denn hier eilen die Grünen von Umfragerekord zu Umfragerekord....

In meinen Augen sind die Grünen die einzige Partei, die sich halbwegs treu geblieben sind und bei denen man weiß, für was sie stehen und die ein breites Spektrum an Themen abdecken ( im Gegensatz zur AfD )

Das hat übrigens nichts damit zu tun ob man die Inhalte der Grünen gut findet. Es ist einfach eine Feststellung!
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Raul71 » Mo 20. Aug 2018, 23:03

Mahmoud hat geschrieben:(20 Aug 2018, 22:33)

Komischer Faden! In welcher Welt lebt der Ersteller? Sicher nicht in Deutschland. Denn hier eilen die Grünen von Umfragerekord zu Umfragerekord....

In meinen Augen sind die Grünen die einzige Partei, die sich halbwegs treu geblieben sind und bei denen man weiß, für was sie stehen und die ein breites Spektrum an Themen abdecken ( im Gegensatz zur AfD )

Das hat übrigens nichts damit zu tun ob man die Inhalte der Grünen gut findet. Es ist einfach eine Feststellung!
Die Grünen haben derzeit nur geliehene Empörungsstimmen von der SPD. Wenn die SPD zur Besinnung kommt, ist der Spuk vorbei.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Tomaner » Mo 20. Aug 2018, 23:12

Julian hat geschrieben:(20 Aug 2018, 21:56)

Als ob ein Sommer Auskunft über das Klima geben könnte, und als ob die Abschaltung von Atomkraftwerken zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen würde.

Dennoch denke ich, dass die Grünen weiter zulegen werden. Sie sind im Besitz der Deutungshoheit; sie sind in allen Machtpositionen deutlich überrepräsentiert, insbesondere bei Journalisten und Lehrern. Und letztlich hat Merkel mit ihrer linksgrünen Politik massiv Werbung für die Grünen gemacht.

Die Wähler der Grünen sind auch nicht die, die primär unter der Politik der Grünen leiden. In der Regel sind sie beispielsweise wohlhabend und können über eine Verdoppelung der Strompreise herzlich lachen. Sie können auch in ein gutes Viertel ziehen, um den Folgen ihrer Einwanderungspolitik zu entgehen, oder um ihren Sprössling auf eine Schule mit wenig Migrationshintergründlern zu schicken.

Zu Lasten der AfD wird ihr Erfolg aber nicht gehen, eher auf Kosten der anderen linken Parteien, also CDU/CSU, SPD und Linke. Gerade CDU/CSU und SPD könnten zwischen den Grünen und der AfD, den beiden Polen deutscher Politik, zerrieben werden.

Hier wird von dir wieder mal Politik für Dumme gemacht, ein Gemisch von Lügen, Halbwahrheiten und Ungenauigkeiten. Erstens sind Grüne nicht in Regierung! Zweitens haben sie nichts damit zu tun das Verbraucher Billigenergie für Unternehmen mitzahlen müssen. Drittens sind Energiekosten durch Kernkraft von Anfang an eine Lüge gewesen und die Risikokosten von den Energieherstellern nicht bezahlt worden, sondern vom Staat übenommen. Dann kann man Energiepreise am Besten mit Entwicklung vom Stundenlohn vergleichen, also wie lange hat man 1970, 1990, im Jahre 2000 und heute arbeiten müssen um ein Kilowatt Strom zu kaufen. Dies dann auch noch in Relation zur Energieersparnis. Eine 80 Wattbirne damals ist inzwischen ersetzt durch LED Birne mit gleicher Helligkeit, aber einen Bruchteil vom Energiebedarf. Ähnliches bei Autos. Um ein Auto mit ca 100 PS 100 Kilometer zu bewegen, benötigte man 1970 15 bis 18 Liter Sprit, heute schluckt es bei gleicher Leistung vielleicht 4 bis 8 Liter. Vergleicht man also 1970, wie lange man bei damaligen Lohn arbeiten mußte um 100 Kilometer zu fahren, mit heutigen Lohn um gleiche Strecke zurückzulegen, würde man sogar billiger kommen, also kürzer arbeiten müssen.
Dann vor allem wirft man den Grünen vor, in Auftrag gegeben zu haben, welche Schäden angerichtet werden. Würde man privat ein Sandsteinhaus besitzen, nagt der Schadstoffausstoss an den Mauern. Nun frage ich mich wo du stehst? Ist es das Problem und damit Pech der Besitzer dieser Werte oder zählt für Rechte auch das Verursacherprinzip und damit eigendlich Zahlungen die das Ganze, also auch die Schäden auffangen? Damit müßte man dann auf verbrannten Treibstoff Zahlungen aufschlagen, die verursachte Schäden beseitigen könnten.

Eine AfD stellt sich klar auf einer Seite, Umweltverschmutzung durch Verbrennung von Kohlenwasserstoffe spielen keine Rolle. Eine AfD positioniert sich Unverantwortlich, aber ohne jegliche Verantwortung zu übernehmen. Was eben auch nichts anderes heißt, wir leugnen den Klimawandel, können daher so weiter machen, im Prinzip noch schlimmer als heute. Aber für den Fall, es würden Millionen Leute die Lebensgrundlage entzogen, und es wird bewießen es lag an Lüge der AfD, übernehme sie auch die Verantwortung?
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sünnerklaas » Di 21. Aug 2018, 05:51

Julian hat geschrieben:(20 Aug 2018, 21:56)

Als ob ein Sommer Auskunft über das Klima geben könnte, und als ob die Abschaltung von Atomkraftwerken zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen würde.


Es geht hier nicht allein um die URSACHEN des Kliawandels - darüber kann man streiten, es geht auch und vor allem um den Umgang mit den Folgen der unbestrittenen Veränderungen - angefangen bei der existenziellen Bedrohung für die deutsche Landwirtschaft über den Brandschutz bis hin zu wichtigen Fragen in der Wasserwirtschaft.

Die Wähler der Grünen sind auch nicht die, die primär unter der Politik der Grünen leiden. In der Regel sind sie beispielsweise wohlhabend und können über eine Verdoppelung der Strompreise herzlich lachen. Sie können auch in ein gutes Viertel ziehen, um den Folgen ihrer Einwanderungspolitik zu entgehen, oder um ihren Sprössling auf eine Schule mit wenig Migrationshintergründlern zu schicken.


Die hohen Strompreise sind nicht das Werk der Grünen, sondern ein Werk der Regierung Merkel/Westerwelle. Da waren die Grünen nicht mit dabei beim Beschluss. Die Regierung Schröder/Fischer hatte einen tragfähigen und bezahlbaren Kompromiss mit der Energiewirtschaft ausgehandelt. Die Regierung Merkel/Westerwelle hatte den Energiekonsens dann aber ohne Not aufgekündigt, um dann, als klar wurde, dass man demit Wahlen nicht gewinnen, sondern nur verlieren konnte, Murks produziert. an darf ja nicht vergessen, dass die Kehrtwende vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Baden-Württemberg vollzogen wurde. Da wurde die CDU nach über 50 Jahren abgewählt. Und die Wut war seinerzeit groß - nicht nur in CDU/CSU und FDP, sondern auch und besonders in der Energiewirtschaft und bei den Aktionären. Schliesslich hatte man für den Ausstieg aus dem Ausstieg alles vorbereitet: sogar einen braven Parteisoldaten im Schloss Bellevue hatte man installiert. Einer, der keine Schwierigkeiten macht und alles unterschreibt, was ihm vom Kanzleramt vorgelegt wird. Als der Regierung Merkel/Westerwelle dann alles um die Ohren zu fliegen drohte galt das Credo, wenn Wahl-Michel keine Kernenergie und keine "bürgerlichen Koalitionen" wolle, solle er zumindest dafür kräftig zahlen. Würde er schon sehen, was er davon hätte.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sünnerklaas » Di 21. Aug 2018, 05:59

Tomaner hat geschrieben:(21 Aug 2018, 00:12)
Eine AfD stellt sich klar auf einer Seite, Umweltverschmutzung durch Verbrennung von Kohlenwasserstoffe spielen keine Rolle. Eine AfD positioniert sich Unverantwortlich, aber ohne jegliche Verantwortung zu übernehmen. Was eben auch nichts anderes heißt, wir leugnen den Klimawandel, können daher so weiter machen, im Prinzip noch schlimmer als heute. Aber für den Fall, es würden Millionen Leute die Lebensgrundlage entzogen, und es wird bewießen es lag an Lüge der AfD, übernehme sie auch die Verantwortung?


Nein. Im Katastrophenfall wird sich hingestellt und ordentlich geheult und gejammert. Man setzt darauf, dass dann "Der Staat" hilft und rettet. Man selber könne ja nix dafür, man sei Laie und halt doof. Man habe doch alles nicht gewusst und das alles nicht gewollt, man sei doch selber Opfer.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Julian » Di 21. Aug 2018, 07:13

Tomaner hat geschrieben:(21 Aug 2018, 00:12)

Hier wird von dir wieder mal Politik für Dumme gemacht, ein Gemisch von Lügen, Halbwahrheiten und Ungenauigkeiten. Erstens sind Grüne nicht in Regierung! Zweitens haben sie nichts damit zu tun das Verbraucher Billigenergie für Unternehmen mitzahlen müssen. Drittens sind Energiekosten durch Kernkraft von Anfang an eine Lüge gewesen und die Risikokosten von den Energieherstellern nicht bezahlt worden, sondern vom Staat übenommen. Dann kann man Energiepreise am Besten mit Entwicklung vom Stundenlohn vergleichen, also wie lange hat man 1970, 1990, im Jahre 2000 und heute arbeiten müssen um ein Kilowatt Strom zu kaufen. Dies dann auch noch in Relation zur Energieersparnis. Eine 80 Wattbirne damals ist inzwischen ersetzt durch LED Birne mit gleicher Helligkeit, aber einen Bruchteil vom Energiebedarf. Ähnliches bei Autos. Um ein Auto mit ca 100 PS 100 Kilometer zu bewegen, benötigte man 1970 15 bis 18 Liter Sprit, heute schluckt es bei gleicher Leistung vielleicht 4 bis 8 Liter. Vergleicht man also 1970, wie lange man bei damaligen Lohn arbeiten mußte um 100 Kilometer zu fahren, mit heutigen Lohn um gleiche Strecke zurückzulegen, würde man sogar billiger kommen, also kürzer arbeiten müssen.
Dann vor allem wirft man den Grünen vor, in Auftrag gegeben zu haben, welche Schäden angerichtet werden. Würde man privat ein Sandsteinhaus besitzen, nagt der Schadstoffausstoss an den Mauern. Nun frage ich mich wo du stehst? Ist es das Problem und damit Pech der Besitzer dieser Werte oder zählt für Rechte auch das Verursacherprinzip und damit eigendlich Zahlungen die das Ganze, also auch die Schäden auffangen? Damit müßte man dann auf verbrannten Treibstoff Zahlungen aufschlagen, die verursachte Schäden beseitigen könnten.

Eine AfD stellt sich klar auf einer Seite, Umweltverschmutzung durch Verbrennung von Kohlenwasserstoffe spielen keine Rolle. Eine AfD positioniert sich Unverantwortlich, aber ohne jegliche Verantwortung zu übernehmen. Was eben auch nichts anderes heißt, wir leugnen den Klimawandel, können daher so weiter machen, im Prinzip noch schlimmer als heute. Aber für den Fall, es würden Millionen Leute die Lebensgrundlage entzogen, und es wird bewießen es lag an Lüge der AfD, übernehme sie auch die Verantwortung?


Wieso schreiben Sie denn so viel und erklären mir trotzdem nicht, wie der Ausstieg aus der Kernkraft, der zuerst von den Grünen propagiert, unter ihrer Regierung beschlossen, und dann von anderen Parteien aufgenommen wurde, den CO2-Ausstoß reduzieren soll, wenn man für die geschaffene Lücke Kohlekraftwerke bauen muss?

Warum ist man in Deutschland ideologisch so verblendet, dies nicht zu sehen? Im Ausland macht man sich darüber lustig!

Es kann den Grünen also gar nicht um eine wissenschaftliche Betrachtung gehen. Dafür spricht auch, dass man nicht bereit ist, die Dinge im Kontext zu sehen, also etwa die gesamte Ökobilanz des Solarstromes zu berücksichtigen (etwa die Herstellung, die Lebenszeit und die Entsorgung von Solarzellen), oder sich mit grundlegenden Dingen wie Grundlast und Spitzenlast auseinanderzusetzen. Auch geopolitische Aspekte bleiben unberücksichtigt, etwa die Tatsache, dass sich Deutschland in starke Abhängigkeit von Russland begeben hat.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde zuerst unter einer rotgrünen Regierung beschlossen. Deswegen, und natürlich wegen der Vergrünung der CDU, hat Deutschland heute mit die höchsten Strompreise in Europa. Dass es Ausnahmen für die Industrie gibt, ist eine Notwendigkeit, sonst wäre die Industrie nämlich einfach weg. Die Verbraucher, die nicht so viel Geld haben, trifft es dagegen hart.

Die Grünen betreiben eben Klientelpolitik, indem sie Subventionen an alle möglichen Wirtschaftszweige verteilen, etwa die Solarindustrie oder die Asylindustrie, wovon dann ihre ohnehin wohlhabenden Wähler profitieren. Denn wer würde wohl Solarzellen auf dem eigenen Hausdach installieren, der wohlhabende Oberstudienrat mit eigenem Haus oder der Arbeiter in der Mietwohnung, der nicht über die Runden kommt? Wer würde wohl ein Haus an sogenannte Flüchtlinge vermieten. Das ist doch wohl derjenige, der sich ein großes Haus kaufen kann und die Willkommenspolitik toll findet.

Das ist ja auch alles legitim, aber man sollte es auch als das, was es ist, benennen dürfen, eben Klientelpolitik.

Von motorisierten Individualverkehr habe ich im übrigen gar nicht geschrieben; meine Meinung dazu würde Sie möglicherweise überraschen.

Es ist im übrigen auch lächerlich zu glauben, Deutschland mit seinem Anteil von 2% des weltweiten CO2-Ausstoßes könne die Welt retten. Wollen Sie anderen Ländern verbieten, ihren Lebensstandard zu erhöhen?

Das effektivste Mittel gegen eine Erhöhung des CO2-Ausstoßes wäre eine Bekämpfung des Bevölkerungswachstums gewesen. Es leben einfach schon jetzt viel zu viele Menschen auf der Erde.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Julian » Di 21. Aug 2018, 07:19

Raul71 hat geschrieben:(21 Aug 2018, 00:03)

Die Grünen haben derzeit nur geliehene Empörungsstimmen von der SPD. Wenn die SPD zur Besinnung kommt, ist der Spuk vorbei.


Die SPD kommt aber nicht zur Besinnung. Man sieht doch, wo die Schwerpunkte liegen: Flüchtlinge, Islam, Vielfalt, Öko, deutsche Vergangenheit. Was soll denn daran den deutschen Arbeiter interessieren? Und die Oberstudienräte aus dem Rotweingürtel wählen inzwischen lieber die Grünen, das ist cooler.
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