Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Dieses Forum dient dazu, dass sich Vereine, Parteien, Interessengruppen, Gruppierungen aller Art vorstellen können und für sich auch ein bißchen Werbung machen dürfen.

Moderator: Moderatoren Forum 9

Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon Tantris » Sa 13. Apr 2013, 01:42

frems » Sa 13. Apr 2013, 02:25 hat geschrieben:Klar. Mir ging's in dem Zusammenhang nur um die Darstellung, "die Etablierten" würden irgendwie nur Phrasen dreschen und hier sei die Alternative, wo alles anders ist. Schaut man sich dann etwas um, z.B. Talkshowauftritte, kommt da nichts. Das Parteiprogramm wird lieber heruntergespielt und in Internetauftritten wird auch nur laut auf den Tisch gehauen. Der Inhalt bleibt da immer auf der Strecke. Immer nur allgemeine Dinge wie "Mehr Transparenz!", "Klare Worte" und so weiter. Was damit konkret gemeint ist, bleibt ein Geheimnis, aber erstmal klingt's toll. Fehlt noch "Mehr Kooperation!" und "Gemeinsam statt gegeneinander!".


Daß Radikale das Ding unterwandern, glaub ich nicht. Die Führung scheint ja aus relativ seriösen Gestalten zu bestehen.

Halte ich auch für unwahrscheinlich, aber, es kann ausreichen, ihren ruf zu zerstören. Und wenn sie die partei wirlich übernehmen, wird sie so bedeutungslos sein, wie die pro-dinger und andere npd-tarnorganisationen. Da die sprüche die gleichen sind, merken das auch ganz normale leute.

Ob nur Euroskeptiker die Partei wählen, denke ich ebenfalls nicht. In Umfragen zeigte sich ja, daß vor allem Wähler der Linken diese AfD wählen würden. Und ich hatte nun nicht den Eindruck, als wär die Währungsfrage irgendwie ein Kern der Linken gewesen. Vielleicht schwebt da ein bisschen Protest und "gegen die da oben" mit, keine Ahnung. Mehr als abzuwarten bleibt einem da auch nicht. Offiziell existiert die Partei ja noch nicht einmal.


Hm... euro-ausstieg ist doch der kern dieser partei?
Also, wird sie niemand wählen, der den euro behalten will.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41284
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon frems » Sa 13. Apr 2013, 01:45

Tantris » Sa 13. Apr 2013, 02:42 hat geschrieben:Halte ich auch für unwahrscheinlich, aber, es kann ausreichen, ihren ruf zu zerstören. Und wenn sie die partei wirlich übernehmen, wird sie so bedeutungslos sein, wie die pro-dinger und andere npd-tarnorganisationen. Da die sprüche die gleichen sind, merken das auch ganz normale leute.

Die NPD versucht es ja schon für sich zu nutzen und lobt die Partei teilweise, auch wenn sie sich selbstverständlich weiterhin als die einzige Alternative sieht: http://www.youtube.com/watch?v=eaT9o2oHvFk

Aber das tat die NPD ja schon häufiger, u.a. damals bei der WASG. Kriegen wohl nicht genug Aufmerksamkeit. Sollte man nicht überbewerten.

Hm... euro-ausstieg ist doch der kern dieser partei?
Also, wird sie niemand wählen, der den euro behalten will.

Ich glaub aber auch nicht, daß irgendwer denkt, Deutschland würde aus dem Euro austreten, wenn diese Partei die 5%-Hürde knacken. Im Zweifel gibt's wohl eine große Koalition. Aber ob die AfD überhaupt im Herbst antritt, war ja bisher auch noch nicht klar.
Zuletzt geändert von frems am Sa 13. Apr 2013, 01:47, insgesamt 1-mal geändert.
Labskaus!
Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon Tantris » Sa 13. Apr 2013, 01:57

frems » Sa 13. Apr 2013, 02:45 hat geschrieben:Die NPD versucht es ja schon für sich zu nutzen und lobt die Partei teilweise, auch wenn sie sich selbstverständlich weiterhin als die einzige Alternative sieht: http://www.youtube.com/watch?v=eaT9o2oHvFk

Aber das tat die NPD ja schon häufiger, u.a. damals bei der WASG. Kriegen wohl nicht genug Aufmerksamkeit. Sollte man nicht überbewerten.


Ich glaub aber auch nicht, daß irgendwer denkt, Deutschland würde aus dem Euro austreten, wenn diese Partei die 5%-Hürde knacken. Im Zweifel gibt's wohl eine große Koalition. Aber ob die AfD überhaupt im Herbst antritt, war ja bisher auch noch nicht klar.


Naja... würdest du eine partei wählen, die währungspolitische abenteuer anstrebt?
Ich auch dann nicht, wenn sie chancenlos wäre.

Es kommt darauf, ob sie ein brauchbares konzept auf den tisch legt!
Panikmache und hohle sprüche reichen nicht. Nicht bei diesem thema. Der durchschnittliche wähler ist kein jugendlicher desperado, der zwar keine ahnung hat, aber um so mehr leidenschaft, sondern hat seinen platz im leben gefunden und ist daher eher vorsichtig.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41284
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon frems » Sa 13. Apr 2013, 02:04

Tantris » Sa 13. Apr 2013, 02:57 hat geschrieben:
Naja... würdest du eine partei wählen, die währungspolitische abenteuer anstrebt?
Ich auch dann nicht, wenn sie chancenlos wäre.

Es kommt darauf, ob sie ein brauchbares konzept auf den tisch legt!
Panikmache und hohle sprüche reichen nicht. Nicht bei diesem thema. Der durchschnittliche wähler ist kein jugendlicher desperado, der zwar keine ahnung hat, aber um so mehr leidenschaft, sondern hat seinen platz im leben gefunden und ist daher eher vorsichtig.

Keine Ahnung. Vielleicht wird das Programm ja noch etwas umfangreicher und kriegt einen Inhalt. Davon ist derzeit bloß nichts erkennbar. Und ob dem Durchschnittsdeutschen die Währungsfrage das wichtigste bei Wahlen ist, wird man dann bei den Wahlen sehen. Ich gehe nur davon aus, daß eine sachliche Debatte über Vor- und Nachteile ausbrechen würde, wenn die Partei in Umfragen auf über 5% kommt. Und das (also die öffentliche Diskussion) wäre ja schon einmal ein positiver Nebeneffekt.
Labskaus!
Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon Tantris » Sa 13. Apr 2013, 03:01

frems » Sa 13. Apr 2013, 03:04 hat geschrieben:Keine Ahnung. Vielleicht wird das Programm ja noch etwas umfangreicher und kriegt einen Inhalt. Davon ist derzeit bloß nichts erkennbar. Und ob dem Durchschnittsdeutschen die Währungsfrage das wichtigste bei Wahlen ist, wird man dann bei den Wahlen sehen. Ich gehe nur davon aus, daß eine sachliche Debatte über Vor- und Nachteile ausbrechen würde, wenn die Partei in Umfragen auf über 5% kommt. Und das (also die öffentliche Diskussion) wäre ja schon einmal ein positiver Nebeneffekt.



Das passiert dann wohl schon vor der wahl, wenn so etwas abzusehen wäre. Ja, ich fände es auch gut, wenn die euro-gegner sich konzentrieren würden und mit einer stimme sprechen.

Bis jetzt sehe ich in der bevölkerung ein abnehmendes vertrauen in bargeld. Allerdings unabhängig von der währung. Man hortet auch keine dollar oder pfund, man weiss, dass die die gleichen probleme haben.
Gold und immobilien werden gekauft und gehortet und die allermeisten werden einen großen teil ihres vermögens genau dadurch verlieren. Enteignet durch eine spekulationsblase , weil sie der enteignung durch inflationierung entkommen wollten.

Durch kriege und krisen erhält man sein vermögen am besten mit wäldern, äckern und aktien. Nicht so gut mit wohnhäusern und gold und niemals mit staats- oder kriegsanleihen.

Die eurogegner müssen zeigen, wie sie das vermögen der leute mit ihren plänen weniger gefährden, als eine beibehaltung des euro.
Wenn sie eine eigene organisation mit vielen klugen köpfen haben, ist sowas doch auch zu erwarten.

Wenn nichts gescheites kommt, sind sie fertig.
Benutzeravatar
GG146
Beiträge: 768
Registriert: Fr 23. Dez 2011, 22:31
Wohnort: Recklinghausen
Kontaktdaten:

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon GG146 » So 14. Apr 2013, 18:03

Heute ist der offizielle Gründungsparteitag der "Alternative für Deutschland":

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/alternative-fuer-deutschland-gruendet-sich-und-beschliesst-programm-a-894277.html

Der GG-Aktiv - Teilnehmer und Publizist ("Wie der Nil in der Wüste") DrWo ist auf Prof. Lucke wegen dessen Unterzeichnung des "Hamburger Appels" ziemlich schlecht zu sprechen:

(...)

4. Abschließende Bemerkungen

Die hohen Professoren, die den Hamburger Appell verfasst und die sich damit solidarisch erklärt haben, zeigen, dass sie nicht eine “Volkswirtschaft” heilen wollen, sondern nur die Situation der Unternehmer. Die volkswirtschaftlich völlig unsinnige Konfrontation von Arbeitnehmern und Unternehmern (ich verweise auf [Irrwege/Sozialpartner] “Die Gewerkschaften haben Recht - Und die Arbeitgeber haben auch Recht”) wird hier auf verklausulierte Weise auf die Spitze getrieben. Es mag sein, dass die Professoren das Wesen unserer Geldwirtschaft (ich verweise auf [Modelle/Der Nil] “Wenn das Geld fließt, wie der Nil in der Wüste”, [Fakten/Kaufkraft] “Geld, Kaufkraft und die Einkommensverteilung”, [Fakten/Einkommen] “Die Einkommensentwicklung steht Kopf”, [Modelle/Reich ./. Arm] “Einsamer Reichtum basiert auf der Verarmung der Bevölkerung”) begriffen haben. Sie ziehen daraus aber öffentlich keine Schlüsse und schützen damit die Reichen (die oberen Zehntausend) in Deutschland und in der Welt.

Ein Gutes hat aber der Hamburger Appell: Er liefert uns kostenlos eine Liste der Professoren, die wir nicht mehr ernst nehmen können.

(...)


http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/hamburger_appell.htm
Muninn

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon Muninn » So 14. Apr 2013, 18:47

GG146 » So 14. Apr 2013, 18:03 hat geschrieben:Heute ist der offizielle Gründungsparteitag der "Alternative für Deutschland":

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/alternative-fuer-deutschland-gruendet-sich-und-beschliesst-programm-a-894277.html

Der GG-Aktiv - Teilnehmer und Publizist ("Wie der Nil in der Wüste") DrWo ist auf Prof. Lucke wegen dessen Unterzeichnung des "Hamburger Appels" ziemlich schlecht zu sprechen:



http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/hamburger_appell.htm


Er liefert uns kostenlos eine Liste der Professoren, die wir nicht mehr ernst nehmen können.


Der Artikel ist doch entlarvend. Wer nicht die politische Linie der Blockparteien vertritt ist also nicht ernst zu nehmen... Manche machen es sich sehr einfach.
Benutzeravatar
GG146
Beiträge: 768
Registriert: Fr 23. Dez 2011, 22:31
Wohnort: Recklinghausen
Kontaktdaten:

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon GG146 » So 14. Apr 2013, 20:48

Muninn » So 14. Apr 2013, 19:47 hat geschrieben:


Der Artikel ist doch entlarvend. Wer nicht die politische Linie der Blockparteien vertritt ist also nicht ernst zu nehmen... Manche machen es sich sehr einfach.


DrWo hast Du in der Tat missverstanden ...

Muninn

missverstanden
Benutzeravatar
d'Artagnan
Beiträge: 3058
Registriert: Mo 23. Jan 2012, 11:21
Benutzertitel: Superintendent Lookout
Wohnort: Packfreies Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon d'Artagnan » Mo 15. Apr 2013, 00:08

frems » Sa 13. Apr 2013, 02:45 hat geschrieben:Ich glaub aber auch nicht, daß irgendwer denkt, Deutschland würde aus dem Euro austreten, wenn diese Partei die 5%-Hürde knacken. Im Zweifel gibt's wohl eine große Koalition. Aber ob die AfD überhaupt im Herbst antritt, war ja bisher auch noch nicht klar.


Über Nacht würde ja die AfD nicht aus dem Euro austreten wollen, selbst wenn sie die absolute Mehrheit bekäme und die Politik alleine bestimmen könnte (was natürlich ein reines Gedankenspiel ist):

Interview im Deutschlandfunk
Wir wollen die Rettungsschirmpolitik beenden, die uns mehr als 100 Milliarden Euro kosten wird. Und wir wollen den Euro selbst geordnet auflösen. Stattdessen wollen wir zu nationalen Währungen zurück und zu kleineren, stabileren Währungsverbünden. Geordnete Auflösung heißt, dass wir nicht etwa über Nacht austreten wollen, sondern in einer mehrjährigen Übergangsphase zunächst die Südländer aus dem Euro ausscheiden lassen und dann das Restgebiet auflösen.
...Dem Restgebiet wird sicherlich der Kern der mitteleuropäischen Länder gehören, also natürlich Deutschland, die Beneluxstaaten, Österreich, sicherlich auch Finnland. Ob Frankreich zum Restgebiet gehört, ist wahrscheinlich mehr eine politische Frage. Ökonomisch gehört Frankreich eher zu den Südländern.
“Most men would rather deny a hard truth than face it.”
(Ser Barristan)
Bitku ne dobiva mač u ruci, već srce u grudima junaka.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41284
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon frems » So 12. Mai 2013, 17:18

d'Artagnan » Mo 15. Apr 2013, 01:08 hat geschrieben:
Über Nacht würde ja die AfD nicht aus dem Euro austreten wollen, selbst wenn sie die absolute Mehrheit bekäme und die Politik alleine bestimmen könnte (was natürlich ein reines Gedankenspiel ist):

Interview im Deutschlandfunk

Mittlerweile ist die D-Mark-Chose wohl auch nicht mehr alternativlos.

Die Anti-Euro Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ihre Position zur Zukunft des Euro relativiert. Die Partei fordert jetzt offenbar nicht mehr die Rückkehr zu nationalen Währungen. Vor allem will sie ausdrücklich nicht mehr die Rückkehr Deutschlands zur D-Mark.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... -das-ziel/

Stattdessen höchstens ein "Kern-Euro", ähnlich der Idee mehrerer Währungen (z.B. "Nord-" und "Süd-Euro"), die gelegentlich in den letzten Jahren aufkam. Und auch da soll Griechenland erstmal im Euro bleiben und nur ggf. eine Zweitwährung einführen. Ob die das tun, wenn eine Partei in Deutschland die 5% knackt und es fordert? Und wichtiger: Wer wählt für deutsche Politik eine Partei, die sich für eine Zweitwährung für ein relativ bedeutungsloses Land am anderen Ende des Kontinents einsetzen will? Mit Anti-Euro-Kurs und D-Mark-Nostalgie hat sie ja durchaus eine Existenzberechtigung, wenn man sieht, daß teilweise jeder vierte Bürger nicht den Euro bevorzugt. Aber so? Man darf gespannt sein.
Zuletzt geändert von frems am So 12. Mai 2013, 17:37, insgesamt 1-mal geändert.
Labskaus!
Benutzeravatar
d'Artagnan
Beiträge: 3058
Registriert: Mo 23. Jan 2012, 11:21
Benutzertitel: Superintendent Lookout
Wohnort: Packfreies Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon d'Artagnan » So 12. Mai 2013, 22:04

frems hat geschrieben:Mittlerweile ist die D-Mark-Chose wohl auch nicht mehr alternativlos.


http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... -das-ziel/

Stattdessen höchstens ein "Kern-Euro", ähnlich der Idee mehrerer Währungen (z.B. "Nord-" und "Süd-Euro"), die gelegentlich in den letzten Jahren aufkam.

Wieso "mittlerweile"?

Das Programm der AfD war doch kurz genug - war die Kürze nicht einer der Vorwürfe der Kritiker? Und doch war es wohl für manche noch immer zu umfangreich um dessen Inhalt zu erfassen. :)

=>

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro.

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

==

Dass die AfD nicht per Brechstange die D-Mark einführen will und sich auch einen Währungsverbund wie den Nordeuro vorstellen könnte, ist also keine Neuigkeit.

Es stimmt(e) halt nicht, dass die AfD sofort und "kamikaze"mäßig die DM einführen wolle. Das war vor allem eine diffamierende Behauptung der politischen Gegner.
Auch stimmte es nicht, dass es keinerlei Konzept für die Abschaffung des Euros in der derzeitigen Form gäbe, was man ja auch immer wieder als Kritik von Seite politischer Gegner lesen musste.

Hier erklärt Lucke die AfD Absichten recht deutlich:

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wi ... 1.18079264

Die AfD wird in der Öffentlichkeit stark als Partei wahrgenommen, die zurück zur D-Mark will. Stimmt dieses Bild nicht?

Nun, das ist die falsche Reihenfolge. Was wir wollen, ist zunächst einmal, dass die Südländer aus dem Euro ausscheiden. Danach muss man aber natürlich auch darüber reden, wie die Rest-Euro-Zone ausgestaltet sein soll. Kann und will etwa ein Land wie Frankreich in einer Währungsunion mit Deutschland bleiben? Falls ja, soll Deutschland für französische Schulden haften müssen, oder für belgische? Wenn Haftung für fremde Schulden explizit verboten wird, muss Frankreich entscheiden, ob es sich dem Wettbewerbsdruck des Euro stellen will. Falls ja, soll mir das recht sein. Wenn die Partnerländer hingegen wollen, dass die Schulden weiter vergemeinschaftet werden, dann setzen wir uns dafür ein, dass Deutschland zur D-Mark zurückkehrt.




frems hat geschrieben:Und auch da soll Griechenland erstmal im Euro bleiben und nur ggf. eine Zweitwährung einführen. Ob die das tun, wenn eine Partei in Deutschland die 5% knackt und es fordert?



Was auch häufig unerwähnt bleibt ist dass die AfD zuvorderst auf Dialog und Verhandlungen mit den europäischen Partnerländern setzt, weniger auf nationale Alleingänge.
Das schließt natürlich nicht aus, dass man bei den Verhandlungen auf gewisse Vertragsbestimmungen wie die No-bailout-Klausel hinweisen kann. :)


Hintergründe zum Parallelwährungskonzept sind hier zu finden:
https://www.facebook.com/notes/alternat ... 6943651649
Zuletzt geändert von d'Artagnan am So 12. Mai 2013, 22:06, insgesamt 1-mal geändert.
“Most men would rather deny a hard truth than face it.”
(Ser Barristan)
Bitku ne dobiva mač u ruci, već srce u grudima junaka.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41284
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon frems » Mo 13. Mai 2013, 00:01

d'Artagnan » So 12. Mai 2013, 23:04 hat geschrieben:Dass die AfD nicht per Brechstange die D-Mark einführen will und sich auch einen Währungsverbund wie den Nordeuro vorstellen könnte, ist also keine Neuigkeit.

Es stimmt(e) halt nicht, dass die AfD sofort und "kamikaze"mäßig die DM einführen wolle. Das war vor allem eine diffamierende Behauptung der politischen Gegner.

Von "über Nacht" sprach ich nicht, auch nicht der verlinkte Artikel. Keine Ahnung, welche "Kritiker" und "Gegner" Du nun meinst.

Was auch häufig unerwähnt bleibt ist dass die AfD zuvorderst auf Dialog und Verhandlungen mit den europäischen Partnerländern setzt, weniger auf nationale Alleingänge.

Auch das hat niemand geleugnet. Die Frage ist bloß, ob ein "Wir wollen den Griechen vorschlagen, erst einmal eine Zweitwährung einzuführen. Und deshalb wollen wir in den Bundestag" jene überzeugt, die beispielsweise per se jede Währungsunion ablehnen. Soll's ja auch geben. :|
Labskaus!
Benutzeravatar
logiCopter
Beiträge: 4845
Registriert: So 8. Jun 2008, 09:33
Benutzertitel: kommt in den Himmel

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon logiCopter » Mo 13. Mai 2013, 06:44

frems » Mo 13. Mai 2013, 01:01 hat geschrieben:Auch das hat niemand geleugnet. Die Frage ist bloß, ob ein "Wir wollen den Griechen vorschlagen, erst einmal eine Zweitwährung einzuführen. Und deshalb wollen wir in den Bundestag" jene überzeugt, die beispielsweise per se jede Währungsunion ablehnen. Soll's ja auch geben. :|

Es spricht für die AfD, dass sie nicht jeden Holzkopf auf Deibel komm raus überzeugen will, sie zu wählen.
Und wer per se jede Währungsunion ablehnt, ist ein Holzkopf.
Es ist schön zu sehen, dass es der AfD in erster Linie um die Sache geht, nicht um die Macht.
Die AfD muss aber trotzdem noch viel deutlicher Klarheit schaffen, dass sie nicht die radikale "Anti-Euro-Partei" ist, mit der sie ihre um ihre Macht fürchtenden Gegner immer so lautstark diskreditieren wollen.
***
YOU DON'T NEED A WEATHERMAN TO KNOW WHICH WAY THE WIND BLOWS
Bob Dylan
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41284
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon frems » Mo 13. Mai 2013, 23:18

logiCopter » Mo 13. Mai 2013, 07:44 hat geschrieben:Es spricht für die AfD, dass sie nicht jeden Holzkopf auf Deibel komm raus überzeugen will, sie zu wählen.
Und wer per se jede Währungsunion ablehnt, ist ein Holzkopf.
Es ist schön zu sehen, dass es der AfD in erster Linie um die Sache geht, nicht um die Macht.
Die AfD muss aber trotzdem noch viel deutlicher Klarheit schaffen, dass sie nicht die radikale "Anti-Euro-Partei" ist, mit der sie ihre um ihre Macht fürchtenden Gegner immer so lautstark diskreditieren wollen.

Jopp, sehe ich auch so. Die Frage ist nur, ob sie dann noch für Protestwähler attraktiv ist. Und die könnte man benötigen, um das erste Mal in den BT einzuziehen. Arbeitet man dort politisch souverän, gewinnt man andere Wähler hinzu und braucht keine "Ich wähl die Partei XY, damit die da oben mal aufschrecken. Ha!"-Leute mehr.

Zur Zeit gehen ja in Bayern schon die ersten Streitereien los. Wie sowas beim Wähler ankommt, hat man ja zuletzt bei den Piraten gesehen.
Zuletzt geändert von frems am Mo 13. Mai 2013, 23:21, insgesamt 1-mal geändert.
Labskaus!
Benutzeravatar
d'Artagnan
Beiträge: 3058
Registriert: Mo 23. Jan 2012, 11:21
Benutzertitel: Superintendent Lookout
Wohnort: Packfreies Europa

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon d'Artagnan » Di 14. Mai 2013, 00:32

frems hat geschrieben:Von "über Nacht" sprach ich nicht, auch nicht der verlinkte Artikel. Keine Ahnung, welche "Kritiker" und "Gegner" Du nun meinst.

Der Artikelschreiber behauptet die Rückkehr zur DM sei eine "Kernforderung" der AfD gewesen, und verkauft es dann als angebliche Neuigkeit dass Lucke davon "abrückt".
Dabei kann doch jeder nachlesen dass sich exakt Null an der Haltung der AfD geändert hat.


Auch das hat niemand geleugnet. Die Frage ist bloß, ob ein "Wir wollen den Griechen vorschlagen, erst einmal eine Zweitwährung einzuführen. Und deshalb wollen wir in den Bundestag" jene überzeugt, die beispielsweise per se jede Währungsunion ablehnen. Soll's ja auch geben. :|

Gut, stell Dir mal vor (ich weiß ja dass es nicht ganz einfach für Dich ist^^), Du wärst jetzt Hardcore-DM-Fan.
Was wären denn die derzeitigen Alternativen bei der BT Wahl 2013?
Merkels "alternativlose" "Rettungs"politik fortführen mit der sie uns bereits gewaltige Haftungsrisiken auferlegt hat - oder per rotgrünen "Eurobonds" ganz unverholen und direkt in die Schuldenunion eintreten.

Also bei solchen Alternativen wird selbst die fanatisch preußenskeptische bajuwarischen Separatistenfraktion unter den Anhängern des "Chiemgauers"^^ die Währungsgebietskonsolidierung in Form eines PIGS-befreiten N-Euros -zumindest als ersten Schritt- bevorzugen. Es sei denn es tritt plötzlich noch eine spalterische Bajuwarische Volksfront in Erscheinung.
Zumal die direktdemokratische Bürgerbeteiligung in Grundsatzfragen ein Kernprogrammpunkt der AfD ist. Da hat man dann später immer noch die Chance seiner Stimme Geltung zu verschaffen, wenn es um Grundsatzfragen der europäischen Integration geht..

Anmerkung in eigener Sache:
Ich selbst wäre übrigens mit einem N-Euro zufrieden und wollte gar nicht unbedingt zur DM zurück. Es wäre IMHO ein vernünftiger Kompromiss zwischen europäischen Nutzen und wirtschaftlicher Vernunft. Der hakeligste Punkt dabei ist IMHO die Rolle Frankreichs. Wenn Frankreich Hegemon des S-Euros und Deutschland des N-Euros werden würden, dann könnte man als Pessimist befürchten, dass das die deutsch-französische Achse belasten könnte.
ALLERDINGS muss man als Realist dem entgegenhalten dass die dt-frz. Achse heute bereits - und zwar doch GENAU WEGEN der gemeinsamen Währung (und der unterschiedlichen Auffassung zur Spar- und Schuldenpolitik) - so beschädigt ist wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr.
Eine stärkere Trennung der Haushalte und eine dadurch erfolgte Verringerung der Einmischung in die Innenpolitik des jeweils anderen Landes (wie sie zuletzt Hollande praktizierte) dürfte daher eher zur Entspannung des Verhältnisses zwischen Berlin und Paris beitragen.
Man könnte den jeweils anderen nicht als Sündenbock missbrauchen.
Wäre doch ein Fortschritt.
Zuletzt geändert von d'Artagnan am Di 14. Mai 2013, 00:33, insgesamt 1-mal geändert.
“Most men would rather deny a hard truth than face it.”
(Ser Barristan)
Bitku ne dobiva mač u ruci, već srce u grudima junaka.
Benutzeravatar
logiCopter
Beiträge: 4845
Registriert: So 8. Jun 2008, 09:33
Benutzertitel: kommt in den Himmel

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon logiCopter » Di 14. Mai 2013, 06:36

frems » Di 14. Mai 2013, 00:18 hat geschrieben:Jopp, sehe ich auch so. Die Frage ist nur, ob sie dann noch für Protestwähler attraktiv ist. Und die könnte man benötigen, um das erste Mal in den BT einzuziehen. Arbeitet man dort politisch souverän, gewinnt man andere Wähler hinzu und braucht keine "Ich wähl die Partei XY, damit die da oben mal aufschrecken. Ha!"-Leute mehr.

Zur Zeit gehen ja in Bayern schon die ersten Streitereien los. Wie sowas beim Wähler ankommt, hat man ja zuletzt bei den Piraten gesehen.

Ich denke ja immer noch, dass ein Zusammengehen von AfD und FDP das Beste wäre. Dann bräuchten sich beide um den Einzug in den Bundestag keinerlei Sorgen mehr zu machen. Und auf programmatischer und rationaler Ebene passen sie auch ziemlich problemlos zusammen. Von eurokratischen Denkverboten und Alternativlosigkeitsbeschwörungen halten jedenfalls beide Parteien nicht viel. Zusätzlich könnte die FDP vom Sachverstand der AfD-Leute genauso nur profitieren, wie es eine mögliche spätere Regierung mit AfD-Beteiligung täte. Die Gefahr von Hau-Ruck-Radikalismus sehe ich bei der AfD überhaupt nicht.
Leider habe ich in letzter Zeit gemerkt, dass die FDP wohl doch zu behäbig und unflexibel ist, über ein FDP/AfD-Projekt noch vor den Wahlen überhaupt nachzudenken.
Das ist sehr schade. Nicht nur für AfD und FDP, sondern vielleicht auch für uns alle.
***
YOU DON'T NEED A WEATHERMAN TO KNOW WHICH WAY THE WIND BLOWS
Bob Dylan
Benutzeravatar
Dampflok
Beiträge: 10653
Registriert: Di 3. Jun 2008, 08:18
Benutzertitel: Macho

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon Dampflok » Di 14. Mai 2013, 07:10

An der FDP kleben zu viele Erfahrungen, die im Wahlkampf diffamierend eingesetzt werden. Die würden auf die AfD übertragen werden, die Medien würden sich freuen.

""Political correctness" sollte das Unwort des Jahrzehnts werden!"
pikant
Beiträge: 49927
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon pikant » Di 14. Mai 2013, 08:26

logiCopter » Di 14. Mai 2013, 06:36 hat geschrieben:
Ich denke ja immer noch, dass ein Zusammengehen von AfD und FDP das Beste wäre. Dann bräuchten sich beide um den Einzug in den Bundestag keinerlei Sorgen mehr zu machen. Und auf programmatischer und rationaler Ebene passen sie auch ziemlich problemlos zusammen. Von eurokratischen Denkverboten und Alternativlosigkeitsbeschwörungen halten jedenfalls beide Parteien nicht viel. Zusätzlich könnte die FDP vom Sachverstand der AfD-Leute genauso nur profitieren, wie es eine mögliche spätere Regierung mit AfD-Beteiligung täte. Die Gefahr von Hau-Ruck-Radikalismus sehe ich bei der AfD überhaupt nicht.
Leider habe ich in letzter Zeit gemerkt, dass die FDP wohl doch zu behäbig und unflexibel ist, über ein FDP/AfD-Projekt noch vor den Wahlen überhaupt nachzudenken.
Das ist sehr schade. Nicht nur für AfD und FDP, sondern vielleicht auch für uns alle.


ich sehe keine Notwendigket einer Fusion!
die FDP ist fuer den Euro, europafreundlich und die AfD ist gegen den Euro und will spalten
Feuer und Wasser - da geht nichts zusammen
Benutzeravatar
Tantris
Beiträge: 37991
Registriert: So 22. Jun 2008, 08:13
Benutzertitel: Sihanoukville

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon Tantris » Di 14. Mai 2013, 10:50

pikant » Di 14. Mai 2013, 09:26 hat geschrieben:
ich sehe keine Notwendigket einer Fusion!
die FDP ist fuer den Euro, europafreundlich und die AfD ist gegen den Euro und will spalten
Feuer und Wasser - da geht nichts zusammen


Das sowieso. Es gibt zwar auch euro-gegner in der fdp, aber die haben nirgendwo ne mehrheit. Die fdp wird also federn lassen müssen, wie auch die linke, wenn die afd es vermeiden kann, über die eigenen beine zu stoplern.

Und nur darum gehts eigentlich:
sie sind keine piraten oder ur-grünen, auch keine npd. Es gibt also keine äusserlichen merkmale, mit denen sie sich von den etablierten unterscheiden.
Sie müssen es über inhalte tun.

Und ob sie es schaffen, sich auf etwas zu einigen, was einem relevanten teil der wähler attraktiv erscheint, das müssen sie erst noch zeigen. Sie müssen noch den einen oder anderen idioten zum schweigen bringen, diesen oder jenen spaltungsversuch entgehen und echten einigungswillen zeigen.
Nicht einfach, wenn man sich gerade gründet... schaumermal...
Sal Paradise
Beiträge: 2715
Registriert: Sa 28. Mai 2011, 05:47

Re: Neue Partei "Alternative für Deutschland"

Beitragvon Sal Paradise » Di 14. Mai 2013, 13:07

logiCopter » Di 14. Mai 2013, 07:36 hat geschrieben:Ich denke ja immer noch, dass ein Zusammengehen von AfD und FDP das Beste wäre. Dann bräuchten sich beide um den Einzug in den Bundestag keinerlei Sorgen mehr zu machen. Und auf programmatischer und rationaler Ebene passen sie auch ziemlich problemlos zusammen. Von eurokratischen Denkverboten und Alternativlosigkeitsbeschwörungen halten jedenfalls beide Parteien nicht viel. Zusätzlich könnte die FDP vom Sachverstand der AfD-Leute genauso nur profitieren, wie es eine mögliche spätere Regierung mit AfD-Beteiligung täte. Die Gefahr von Hau-Ruck-Radikalismus sehe ich bei der AfD überhaupt nicht.


Ich hielte das auch für eine gute Lösung. Allerdings wird das wohl nicht passieren.

Zurück zu „99. Vereine, Interessengruppen und Parteien stellen sich vor“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast