Drogenhandel und Terrorismus

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schokoschendrezki
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Drogenhandel und Terrorismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 1. Jun 2018, 11:01

Recherchiert man ein wenig, wie Terrororganisationen, inbesondere islamistische, sich eigentlich finanzieren, so stößt man zunächst auf ziemlich unterschiedliche, uneinheitliche Darstellungen. Nach einiger Zeit stellt sich aber doch als grobe Annäherung heraus: Ungefähr Fifty Fifty. Zur einen Hälfte aus Spenden reicher Privatleute, vornehmlich aus der Golf-Region oder überhaupt aus Regionen mit großen Rohstoffreichtümern. Die zum Teil über dubiose Stiftungen übermittelt werden, die zum Teil ihren Sitz in westlichen Ausland haben.

Und zur anderen Hälfte aus Einnahmen im Drogenhandel. Dass Afghanistan der weltweit größte Drogenexporteur ist und sich die Taliban mit dem Milliardengeschäft finanzieren, ist allgemein bekannt. In jüngerer Zeit spielen vor allem die afrikanischen Länder Guinea-Bissau und Mali eine wichtige Rolle als Drogenumschlagplatz zwischen Lateinamerika und Europa/Asien. Der Aufstieg der Terrorgruppe Boko Haram, die Tatsache, dass die schon lange nicht mehr mit ausgedienten Kalaschnikows sondern mit modernen Waffen operieren dürfte nicht zuletzt ebenfalls mit dem Drogenmilliardengeschäft in der Region zusammenhängen.

Wie sollte der Westen vorgehen? Mit Militäreinsätzen zur Unterstützung nicht verteidigungsfähiger Staaten wie Mali oder Tschad? Aber was, wenn die Regierungen selbst dort in den Drogenhandel verwickelt sind. Oder ist etwas an der häufig vorgebrachten Aussage dran, dass die Legalisierung von Drogen in Europa, USA, Asien wirksamer sowohl gegen Drogenhandel wie auch gegen Terrorismus sei als alle Militäraktionen zusammen. Da der Motor des ganzen nunmal durch die exorbitant hohen Gewinnraten beim Drogenhandel am Laufen gehalten wird.

Und wie verhält es sich in religiöser Hinsicht mit dem Verhältnis Islam/Drogen. An sich verbietet der Koran ja nicht nur Alkohol sondern überhaupt irgendwelche Rauschmittel. Andererseits gibts gerade auch in streng islamischen Ländern wie Saudi Arabien und vor allem Iran massive Drogenabhängigkeitsprobleme.

Waffenhandel und Entführungen kommen natürlich ebenfalls noch als Finanzquellen in Frage.
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SpukhafteFernwirkung
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Re: Drogenhandel und Terrorismus

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Sa 2. Jun 2018, 23:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Jun 2018, 12:01)

Recherchiert man ein wenig, wie Terrororganisationen, inbesondere islamistische, sich eigentlich finanzieren, so stößt man zunächst auf ziemlich unterschiedliche, uneinheitliche Darstellungen. Nach einiger Zeit stellt sich aber doch als grobe Annäherung heraus: Ungefähr Fifty Fifty. Zur einen Hälfte aus Spenden reicher Privatleute, vornehmlich aus der Golf-Region oder überhaupt aus Regionen mit großen Rohstoffreichtümern. Die zum Teil über dubiose Stiftungen übermittelt werden, die zum Teil ihren Sitz in westlichen Ausland haben.

Und zur anderen Hälfte aus Einnahmen im Drogenhandel. Dass Afghanistan der weltweit größte Drogenexporteur ist und sich die Taliban mit dem Milliardengeschäft finanzieren, ist allgemein bekannt. In jüngerer Zeit spielen vor allem die afrikanischen Länder Guinea-Bissau und Mali eine wichtige Rolle als Drogenumschlagplatz zwischen Lateinamerika und Europa/Asien. Der Aufstieg der Terrorgruppe Boko Haram, die Tatsache, dass die schon lange nicht mehr mit ausgedienten Kalaschnikows sondern mit modernen Waffen operieren dürfte nicht zuletzt ebenfalls mit dem Drogenmilliardengeschäft in der Region zusammenhängen.

Wie sollte der Westen vorgehen? Mit Militäreinsätzen zur Unterstützung nicht verteidigungsfähiger Staaten wie Mali oder Tschad? Aber was, wenn die Regierungen selbst dort in den Drogenhandel verwickelt sind. Oder ist etwas an der häufig vorgebrachten Aussage dran, dass die Legalisierung von Drogen in Europa, USA, Asien wirksamer sowohl gegen Drogenhandel wie auch gegen Terrorismus sei als alle Militäraktionen zusammen. Da der Motor des ganzen nunmal durch die exorbitant hohen Gewinnraten beim Drogenhandel am Laufen gehalten wird.

Waffenhandel und Entführungen kommen natürlich ebenfalls noch als Finanzquellen in Frage.

da bist du bei allem ein bisschen auf dem holzweg.
die cia war lange jahre der größte drogendealer der welt.
da hat sich auch heute wenig geändert. in afghanistan haben die lokalen stammesoberhäupte, gerne von den militärs warlords genannt, wieder den drogenanbau und handel intensiviert, aber wer importiert den scheiß? immer noch die cia, die kommen immer am zoll vorbei.
auch wenn die meisten warlords einen verhandlungsfrieden mit den taliban geschlossen haben, beim geld hört der spass auf. die taliban werden hauptsächlich vom pakistanischen ausland finanziert.
wenn man den internationalen drogenhandel austrocknen wollte, würde die cia gegen die maßgeblichen entscheidungsträger dieser initiative vorgehen.
Und wie verhält es sich in religiöser Hinsicht mit dem Verhältnis Islam/Drogen. An sich verbietet der Koran ja nicht nur Alkohol sondern überhaupt irgendwelche Rauschmittel. Andererseits gibts gerade auch in streng islamischen Ländern wie Saudi Arabien und vor allem Iran massive Drogenabhängigkeitsprobleme.


bei den islamistischen terroristen sind drogen aller art recht weit verbreitet, das is fast schon das rückrat der frontkämpfer. die verluste der terroristen vom fusssoldaten bis in alle ebenen der kommandantur sind enorm, seit obama und andere gezielte tötungen als mittel der wahl intensiviert haben. der glaube an 72 jungfrauen scheint im kampf nicht viel zu helfen.
ich frag mich oft, was für verrückte leute das sein müssen, die in IS, taliban, al quaida, hamas und hisbollah führungspositionen anstreben wollen.
die gezielten tötungen der usa und israels dünnen die human resources da schon gewaltig aus.
jede reguläre armee würde unter diesem druck kapitulieren.
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Re: Drogenhandel und Terrorismus

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 4. Jun 2018, 07:06

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(03 Jun 2018, 00:30)
da bist du bei allem ein bisschen auf dem holzweg.
die cia war lange jahre der größte drogendealer der welt.
da hat sich auch heute wenig geändert.

Schon die ersten drei Sätze deiner Entgegnung lassen mich skeptisch werden. Es geht gar nicht darum, ob und in welcher Art die CIA auch oder möglicherweise vorrangig im Drogengeschäft verwickelt ist. Fakt ist, dass die gegenwärtigen Terrorgruppen sich daraus zu großen Teilen finanzieren.

Dass das "goldene Dreieck" in Südostasien während des Vietnamkriegs von der CIA zu einem Drogenzentrum ausgebaut wurde, unter anderem um verbündete Armeen zu finanzieren scheint sicher. Ebenso die Verwicklungen der CIA beginnend mit dem sowjetisch-afghanischen Krieg in der Region Afghanistan. Auch die internen Machtkämpfe zwischen der CIA und der Regierung in Washington bzw. geradezu die Sabotierung der US-Regierungspolitik durch die CIA wären ein Thema für sich.

Fakt heute ist, dass insbesondere Nordmali ein Zentrum internationalen Drogenhandels ist und dass sich Terrororganisationen wie Boko Haram zu großen Teilen aus solchen Quellen finanzieren. Und wir vor der Aufgabe stehen, das Verhältnis von Ideologie, insbesondere religiös-verbrämter Ideologie und Kampf um Macht, Einfluss und vor allem Geld zu klären haben.
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Re: Drogenhandel und Terrorismus

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 4. Jun 2018, 07:13

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(03 Jun 2018, 00:30)

da bist du bei allem ein bisschen auf dem holzweg.
die cia war lange jahre der größte drogendealer der welt.
da hat sich auch heute wenig geändert. in afghanistan haben die lokalen stammesoberhäupte, gerne von den militärs warlords genannt, wieder den drogenanbau und handel intensiviert, aber wer importiert den scheiß? immer noch die cia, die kommen immer am zoll vorbei.
auch wenn die meisten warlords einen verhandlungsfrieden mit den taliban geschlossen haben, beim geld hört der spass auf. die taliban werden hauptsächlich vom pakistanischen ausland finanziert.
wenn man den internationalen drogenhandel austrocknen wollte, würde die cia gegen die maßgeblichen entscheidungsträger dieser initiative vorgehen.


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Ich wundere mich immer wieder wenn wie hier Behauptungen aufgestellt werden ohne jeglichen Beweis und ohne Hinweis auf glaubhafte Quellen. Das erschwert eine serioese Diskussion.
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