Neues von der Mitleidsindustrie

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Kleinlok
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Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Di 6. Mär 2018, 21:39

In ihrem Buch "Die Mitleidsindustrie" klagt die Journalistin Linda Polman die NGOs in Krisengebieten an.

In diesem Buch geht es um Korruption, um die brutalsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Es handelt von Metzeleien an Minderjährigen, Verstümmelungen, Vergewaltigungen, von Hungerkatastrophen alttestamentarischen Ausmaßes und Seuchen, die Westeuropäer nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen. (...)

Die 50-jährige Journalistin, die seit mehr als 20 Jahren von den Krisenschauplätzen der Welt, vor allem aus Afrika berichtet, schaut hinter die Kulissen der internationalen Hilfsorganisationen. Diese gelten automatisch als die Guten, doch Polman entdeckt, dass sie in vielen Kriegs- und Katastrophen nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Sie beschreibt vor allem die Hilfseinsätze in Darfur, im Kongo und in Sierra Leone.

Die Kapitel heißen Goma. Die 'totale ethische Katastrophe' , Humanitäre Hilfe als Kriegswaffe oder Flüchtlingskrieger . In ihnen beschreibt Polman das Dilemma: Sie brauchen von Menschen oder der Natur verursachte Katastrophen, um ihre Arbeit zu finanzieren. Sie müssen Mitleid in den Geberstaaten erwecken, die Plakate mit den ausgemergelten Kindern mit den großen Augen in die Fußgängerzonen hängen. Es sind so viele Organisationen, die ihren Teil vom großen Spendenkuchen abhaben wollen.


http://www.zeit.de/kultur/literatur/201 ... rie-polman

Diese Kritik halte ich für nötig, auch wenn ich das Buch (noch) nicht gelesen habe. Mir fehlt zwar die Kenntnis der Autorin, aber allein was ich früher an Werbepost bekam und heute an Werbemails von caritativen Organisationen bekomme. empfiand und empfinde ich meist als schlichtweg verlogen und sehr unseriös. Ich (und Millionen andere) werden fast jeden Tag angebettelt, damit wir mit Spendem helfen ein klein wenig gegen die viele Not in der Welt anzustinkenn. Einen Beitrag, der ungeachtet des Hilfewillens der so umworbenen Personen angesichts der vielen Not weltweit immer nur den berühmt-berüchtigten Tropfen auf dem heißen Stein abbilden kann.

Nun könnte diese pessimistische Sicht als Argument dienen, dass man Hilfe per se als nicht effizient oder gar unmöglichg ansieht
und dem zur Folge seine Unterstützung verweigert. Das ist nicht meine Intention.

Der oben verlinkte Zeit-Artikel sieht das Buch "Mitleidsinsustrie" der Journalistin Linda Polman insofern unter anderem auch kritisch:

Und dennoch stellt sich das schlechte Gefühl beim Lesen vor allem im letzten Kapitel von Die Mitleidsindustrie ein. Denn dort, wo andere Autoren Lösungsvorschläge bieten, offenbart die niederländische Autorin Linda Polman, dass auch sie nicht weiter weiß. (...)
Tief schwarz pinselt sie ihr Bild der NGOs. Und das letzte Kapitel, das Nachwort, trägt den Titel: Stellt ihnen Fragen . Und das ist dann auch alles, was Linda Polman ihren Lesern mit auf dem Weg gibt. Stellt den NGOs Fragen. Dass sie damit enttäuscht, weiß die Autorin selbst.(...)
Kaum ein Vorschlag, wie man der Verschwendung von Geld Herr und wie verhindert werden könnte, dass Rebellen, Warlords und andere Verbrecher ihre Bürgerkriege am Laufen halten, um auf Kosten der Darbenden reich zu werden.


http://www.zeit.de/kultur/literatur/201 ... rie-polman

Diese Kritik kann ich zwar nachvollziehen, dennoch finde ich es gut, dass hier einmal eine sinnvolle Kritik zur einer Hilfepolitik versucht wird, die ich für überfällig und nötig halte. Mir geht es nicht darum, dass wir nicht helfen, sondern dass wir sinnvoll helfen. Dazu gehört, dass auf die Ursachen der Probleme geschaut wird, welche die vielen Nöte bedingen. Genau das machen viele Hilfsorganisationen nicht, zumindest nicht in ihren Spendenaufrufen. Dort wird meist unpolitisch vorgegangen, sprich die oft politisch und wirtschaftspolitisch bedingten Ursachen der Not werden ausgeblendet und den umworbenen potentiellen Spendern wird dann erastzweise suggeriert, Wohl und Leid der Welt hingen vorwiegend von derem Spendewillen ab. Diese vielfach erkennbare Form der Spendenwerbung ist feige und verlogen und hat meines Erachtensein ordentliches Störfeuer verdient, damit diese Verlogenheit aufhört.

IIm benannten Zeit-Artikel wird die Buchautorin Polmann mit den Worten zitiert:

"Ich plädiere vielmehr dafür, das System nicht vor Kritik zu bewahren, denn es läuft zu vieles falsch."

Genau so sehe ich das auch, wenn vielleicht auch aus teils anderen Gründen.
Nichts gegen eine ehrbar versuchte Hilfe, aber die muss etwas anderes abgeben, als die viele verlogene Heuchelei,
die im Bereich vieler NGOs und Hilfeorganisationen zu finden ist.

Beispiele für diese viele Heuchelei und wie ich dagegen vorzugehen suche, sollen hier dokumentiert werden.
Zuletzt geändert von Kleinlok am Di 6. Mär 2018, 23:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Di 6. Mär 2018, 22:03

Kleinlok hat geschrieben:(06 Mar 2018, 21:39)
...

Der oben verlinkte Zeit-Artikel sieht das Buch "Mitleidsinsustrie" der Journalistin Linda Polman insofern unter anderem auch kritisch:


Diese Zusammenhänge sind seit vielen Jahren bekannt; sie betreffen durchaus auch große und sehr angesehene Hilfsorganisationen. Vielleicht hilft der Gegenvorschlag: Stellen Sie sich eine verrückt gewordene Welt ganz ohne diese "Mitleidsindustrie" vor.

Hat die Autorin mit ihrem "schonungslosen Buch" die Welt ein wenig verbessert... oder ist auch sie auf ihre Weise eben auch nur ein Teil der "Mitleidsindustrie"?

Was wir als Spender weit ab vom Schuß tun können, das ist dort spenden, wo unmittelbar täglich sichtbar und regelmäßig das Spendengeld in gute Taten verwandelt wird. Mein Tipp: Das Hilfswerk "SOS Kinderdorf".
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Di 6. Mär 2018, 22:10

Kleinlok hat geschrieben:(06 Mar 2018, 21:39)

Nichts gegen eine ehrbar versuchte Hilfe, aber die muss etwas anderes abgeben, als die viele verlogene Heuchelei,
die im Bereich vieler NGOs und Hilfeorganisationen zu finden ist.

Beispiele für diese viele Heuchelei und wie ich dagegen vorzugehen suche, sollen hier dokumentiert werden.


Ein Beispiel für den moralischen Graubereich, in dem sich Hilfsorganisationen bewegen. könnte die Aktion "Deutschland hilft" liefern: Am 13.10.2016 wendet sich diese Aktion, die einen Zusammenschluss bekannter Hilfsorganisationen abbildet und mit den Schirmherren Frank-Walter Steinmeier und Horst Köhler aufwartet, mit folgender Massenmail an eine vermutlich mindestens sechsstellige, eher siebenstellige Anzahl von Adressen, unter anderem an die Adresse eines Herrn "Totti van Tellenbeck":

Sehr geehrter Herr Van Tellenbeck,

mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern fegt Hurrikan Matthew derzeit über die Karibik hinweg. Wassermassen, Erdrutsche und heftige Windböen entwurzeln Bäume, lassen Häuser einstürzen, reißen Müll und Habseligkeiten der Menschen mit sich und rauben vielen ihr Zuhause. Auf Haiti trifft der Sturm die Menschen besonders hart. Denn das bitterarme Land hat noch immer mit den Auswirkungen des schweren Erdbebens im Jahr 2010 zu kämpfen.

Mitarbeiter unserer Bündnisorganisationen sind für die Menschen im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre da und unterstützen sie mit Nahrungsmittelpaketen, Trinkwasser, Hygieneartikeln und medizinischer Nothilfe.

Bitte helfen auch Sie – mit Ihrer Spende!

Herzliche Grüße

Manuela Roßbach
Geschäftsführerin

P.S.: Schon mit 80 Euro finanzieren Sie ein Hilfspaket mit Zeltplanen, Seilen, Decken, Wasserreinigungstabletten und einem Kanister für eine sechsköpfige Familie.


Was die gute Frau Roßbach, ihres Zeichens Geschäftsführerin von "Deutschland hilft" nicht wissen kann: Totti van Tellenbeck ist ein Pseudonym mit dem meine Wenigkeit Thomas Schüller seit einigen Jahren an den Gewinnspielen des Adresssammlers Planet 49 GmbH aus Sulzbach im Taunus teilnimmt. Das hat seine Gründe: Planet 49 ist der König unter den Gewinnspielabzockern und Adresshaien, Tante Google liefert halbe Anklageschriften, wenn diesen Firmennamen bei ihr eingibt. Wer freiwillig bei Planet 49 seine Daten hinterlässt, wird mit Werbung aller möglicher oder unmöglicher Art bombardiert. Mal ist es eine Hilfsorganisation, wie Deutschland hilft, mal ein Lottospielbetreiber oder ab und zu auch ein putziges Luder, das mit Totti durchstarten möchte:

Hallo Totti Van Tellenbeck, kennst Du mich noch?

Lydia80 hat Dich eingeladen!

huhu, hast du meine nachricht das letzte mal nicht bekommen oder hast du kein intresse an mir? :-( dachte eigentlich das wir beide ne menge spass zusammen haben könnten ;-) was machst du denn dieses wochenende noch so? bist du total ausgebucht oder ist noch platz in deinem terminkalender? :-) wäre schön wenn du mir auf http://www.duwillstspass.de antworten würdest, ist auch kostenlos. mein whatsapp kontakt hab ich da auch mal für dich ins profil geschrieben. freu mich auf deine nachricht.

:-* ly Lydia80


Frau Geschäftsführerin Roßbach kommt etwas langweiliger als das die nackerte Lydia80 rüber, aber auch sie will wie Lydia bzw. die dahinterstehende Partnervermittlung an mein Geld und das auf krumme Tour:

Verdachtmoment 1:

Auch "Deutschland hilft" bedient sich
der gewerblichen Dienste der Planet 49 GmbH um an möglichst viele Adressen heranzukommen.

Verdachtmoment 2:

"Deutschland hilft" bezahlt die die Planet 49 GmbH für die Übermittlung einer großen Adressenanzahl, frage wäre wenn auch dieses Verdachtsmoment sich bestätigen würde, wie viel "Deutschland hilft" für diesen Service seitens Planet 49 bezahlt und ob dieses Geld aus Spendengelder finanziert wird.

Um ein wenig Klarheit in dieser Angelegenheit zu bekommen, habe ich an die Versandadresse der oben zitierten Massenmail von "Deutschland hilft" am 13.10.2016 folgende Anfrage gestellt:

Sehr geehrte Damen und Herren
Sie senden mir diesen Newsletter zu in dessen unteren Bereich erklärt wird:

"Sie erhalten diese Nachricht,
weil Sie sich bei uns oder bei einem unserer Kooperationspartner für diesen Service registriert haben."

Ich bitte Sie mir den Namen und den Sitz Ihres Kooperationspartner für diesen Service mitzuteilen,
da ich aktuell nicht weiß in welchem Zusammenhang meine Adressenvergabe stattfindet.
Weiterhin möchte ich gerne wissen, ob Ihr Unternehmen für den Erhalt meiner Adresse bezahlt hat,
wenn ja, wievviel?

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller


Da ich am 27.10.2016, also 2 Wochen nach dem Versand dieser Anfrage keine Reaktion seitens "Deutschland hilft" verzeichnen konnte, legte ich nach:

Thomas Schüller
Taunusstr. 50
63303 Dreieich

Aktion Deutschland Hilft e.V.
Willi-Brandt-Allee 10-12
53113 Bonn

Betreff: Verdacht auf unseriöse Spendenwerbung "Deutschland hilft"

Sehr geehrte Frau Roßbach (Geschäftsführerin "Deutschland hilft),
Sehr geehrter Herr Pastors (Vorstand "Deutschland hilft),
Sehr geehrter Herr Frank-Walter Steinmeier (Außenminister, Schirmherr und Kurator "Deutschland hilft")
Sehr geehrter Herr Köhler (Ex-Bundespräsident, Schirmherr und Kurator "Deutschland hilft")
Sehr geehrter Herr Waffenschmidt (Vorsitzender "Word Vision")
Sehr geehrte Damen und Herren,

Am Donnerstag, 13. Oktober 2016 um 15:39 Uhr wendet sich die Organisation "Deutschland hilft" mit einem von Frau Geschäftsführerin Roßbach unterzeichneten Massenmail unter anderem an
eine Adresse, die ich bei einem Gewinnspiel der Fa. Planet 49 verwendet habe.

Am Donnerstag, 13. Oktober 2016 um 16:52 Uhr stelle ich die unten in Anlage 1 wiedergegebene
Anfrage an die von "Deutschland hilft" benutzten Versandadresse. wo ich bis heute Donnerstag, den 27. Oktober 2016 keine auf diese Anfrage bezogene Antwort von seiten "Deutschland hilft" feststellen kann.

Ich möchte deswegen "Deutschland hilft" an diese Anfrage erinnern,
die ich hiermit noch einmal wiederhole:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie senden mir diesen Newsletter zu in dessen unteren Bereich erklärt wird:

"Sie erhalten diese Nachricht,
weil Sie sich bei uns oder bei einem unserer Kooperationspartner für diesen Service registriert haben."

Ich bitte Sie mir den Namen und den Sitz Ihres Kooperationspartner für diesen Service mitzuteilen,
da ich aktuell nicht weiß in welchem Zusammenhang meine Adressenvergabe stattfindet.
Weiterhin möchte ich gerne wissen, ob Ihr Unternehmen für den Erhalt meiner Adresse bezahlt hat,
wenn ja, wievviel?"

Ich bitte "Deutschland hilft" auf diese erneut gestellte Anfrage zeitnah zu reagieren,
zudem bitte ich um eine Stellungsnahme zu folgend genannten 3 Verdachtsmomenten,
die ich Thomas Schüller gegenüber der Aktion "Deutschland hilft" erhebe:

Verdachtmoment 1:

Auch "Deutschland hilft" bedient sich
der gewerblichen Dienste der Planet 49 GmbH um an möglichst viele Adressen heranzukommen.

Verdachtmoment 2:

"Deutschland hilft" bezahlt die Planet 49 GmbH für die Übermittlung von Adressen,
die Planet 49 aus Gewinnspielen generiert. Dieser Gewinnspielbetreiber ist im Netz
hinlänglich wegen seiner unserlösen Geschäftsweise bekannt:

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/e ... 76133.html
https://telekomhilft.telekom.de/t5/Apps ... -p/1664626
https://www.verbraucherschutz.tv/2009/0 ... -der-szene



Verdachtsmoment 3:

Deutschland hilft" verwendet Spendengelder
um die Dienste des Gewinnspielbetreibers Planet 49 GmbH zu finanzieren.

Aus Gründen politischer Effizienz erlaube ich mir, diese erneute Anfrage einschließlich von
Hintergrundinformationen an verschiedenen Stellen im Internet zu veröffentlichen, z.B.:

http://www.politopia.de/threads/4793...l=1#post906479

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller


Fortsetzung in Beitrag # 3
Zuletzt geändert von Kleinlok am Di 6. Mär 2018, 23:13, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Di 6. Mär 2018, 22:36

Kleinlok hat geschrieben:[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=4149687#p4149687] (06 Mar 2018, 22:10)[/url

Da ich am 27.10.2016, also 2 Wochen nach dem Versand dieser Anfrage keine Reaktion seitens "Deutschland hilft"
verzeichnen konnte, legte ich nach: (...)

Am Folgetag (28.10.2016) teilte mit die Geschäftsführerin von "Deutschland hilft" Frau Rossbach mit, dass ich in der nächsten Woche eine Stellungsnahme bezogen auf meine Anfrage vom 27.10.2016 erhalten würde. Dieses Versprechen wurde am 31.10.2016) eingehalten, als "Deutschland hilft"versuchte Informationen bezüglich der von "Deutschland hilft" betriebenen Spendenwerbung zu geben. Diese Informationen bestätigen jedoch meine Verdachtsmomente, was ich in meiner Antwort vom 31.10.2016 "Deutschland hilft" mitteile:

Thomas Schüller
63303 Dreieich

Leitung Stabsstelle Marke & Online
Aktion Deutschland Hilft e.V. - Bündnis deutscher Hilfsorganisationen
53113 Bonn

Betreff: Ihre Antwort auf Anfrage Thomas Schüller
´Verdacht auf unseriöse Spendenwerbung "Deutschland hilft"´


Sehr geehrter Herr Reichenbach (Leitung Stabsstelle Marke & Online Aktion Deutschland Hilft e.V. ),
Sehr geehrte Frau Roßbach (Geschäftsführerin "Deutschland hilft),
Sehr geehrter Herr Pastors (Vorstand "Deutschland hilft),
Sehr geehrter Herr Frank-Walter Steinmeier (Außenminister, Schirmherr und Kurator "Deutschland hilft")
Sehr geehrter Herr Köhler (Ex-Bundespräsident, Schirmherr und Kurator "Deutschland hilft")
Sehr geehrter Herr Waffenschmidt (Vorsitzender "Word Vision")
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen Herr Reichenbach für Ihr Schreiben vom 31.Oktober 2016 (Anlage 1), mit dem Sie im Auftrag der Geschäftsführerin von "Deutschland hilft" Frau Manuela Roßbach auf mein Schreiben vom 27.10.2016 (Anlage 3) reagieren, in dem ich meinen Verdacht auf eine unseriöse Spendenwerbung seitens "Deutschland hilft" erhoben habe. Ich möchte gerne auf Ihre Ausführungen eingehen:

Mir ist (wie Sie richtig vermuten) bekannt, dass die Mitgliedsorganisationen Ihrer Organsiation vielen betroffene Menschen nach dem schweren Hurrikan Matthew auf Haiti helfen wollen. Ich kann auch Verständnis dafür entwickeln, dass um eine solche Hilfe im Katastropfenfall leisten zu können "Deutschland hilft" bzw. weitere Hilfsorganisationen sich mit Spendenaufrufen an die Öffentlichkeit wenden und dafür unter anderem das Medium E-Mail benutzen. Dafür kann die kostengünstige Effizienz sprechen und dagegen habe ich grundsätzlich nichts.

Kritisch könnte ich in diesem Zusammenhang anmerken, ob es Sinn macht, als Einzelperson am Tag bis zu 4 Spendenaufrufe zu bekommen?
So ein Sammelsurium von Spendenaufrufen kann schnell bei allein einer Adresse auftreten, wenn der/die Inhaber/in dieser Adresse gut vernetzt bzw. politisch oder sonst wie gesellschaftspolitisch engagiert ist. Der/die Normalbürger/in kann seine im Vergleich zu den wirklich reichen Personen/Institutionen dieser Welt begrenzt vorhandenen Euros nur einmal ausgeben und die Häufung solche Aufrufen per billiger mail kann dann kontraproduktiv wirken. Doch um diesen Kritikpunkt geht es mir weniger.

Als sehr wichtig erkenne ich die Art und Weise, wie Hilfsorganisationen generell an die Adressen gelangen, welche dermaßen um finanzielle Unterstützung für die humanitäre Hilfe angefragt werden. Diese humanitäre Hilfe sehe ich per se als wichtig und ethisch fundiertes Anliegen, ich erwarte aber umgekehrt, dass alle eine solche Hilfe leistenden Organsationen sich ebenso ethischen Prinzipien verpflichtet fühlen, wenn es um die Ansprache der potentiellen bzw. realen Spendern geht. Da erkenne ich seit langem sowohl in Form und Inhalt der diesbezüglichen Kommunikation erhebliche Defizite, welche die gesamte Hilfspolitik vieler Organisationen in Frage stellen können.

Die von Frau Geschäftsführerin Roßbach in dem Spendenaufruf von "Deutschland hilft" gewählte Anrede "Sehr geehrter Herr van Tellenbeck" lässt die Herkunft meiner Adresse unzweifelhaft aus den Niederungen eines meines Erachtens unseriös arbeitenden Gewinnspielbetreibers erkennen,
hinter dem ich dem Adressensammler Planet 49 GmbH aus Sulzbach /Ts. vermute. Wenn die benannte E-Mail über die auf E-Mail-Marketing spezialisierte Firma adRom versendet (http://www.adrom.net/) wurde und wenn diese Firma Ihrer Organisation "Deutschland hilft" laut Ihrer Auskunft seit längerer Zeit beim Versand von E-Mails an eine breitere Öffentlichkeit unterstützt, dann bedeutet das mir als neues weiteres Verdachtsmoment (neben den schon von mir am 27.10.2016 geäußerten 3 Verdachtsmomenten):

Verdachtsmoment 4:

"Deutschland hilft" bzw. die für die Öffentlichkeitsarbeit dieses Netzwerkes zuständigen Verantwortlichen sind in all dieser "längeren Zeit" nicht einmal in der Lage gewesen den Begriff "adRom" in eine Suchmaschine einzugeben.

Meine Begründung für diesen Verdacht: Die Suchmaschine Google liefert beispielsweise in nur 0,49 Sekunden 144 000 Resultate,
wo sich schon an 4. Stelle eine Seite abrufen lässt, die diese Firma wenig vorteilhaft darstellt:

http://www.antispam-ev.de/forum/archive ... 31967.html?

Auch dieser bei meiner weiteren Recherche gefunden Link weit auf eine unseriöse Adressgewinnung:

https://janschejbal.wordpress.com/2009/ ... nnspielen/

Verdachtsmoment 5:

"Deutschland hilft" stellt bezogen auf den sensiblen Bereich der Adressengewinnung keine Recherchen über seine diesbezüglichen Geschäftspartner an oder "Deutschland Hilft" sind die Methoden seiner Geschäftspartner egal.

Mein Fazit:

"Deutschland hilft" agiert entweder hochgradig unprofessionell
oder ist hochgradig korrupt bzw. erfüllt diese beiden Kritikpunkte gleichzeitig.

Auch wenn der Geschäftsführer der Firma adRom Ihnen versichert haben mag, dass ein rechtssicheres Opt-In, also die Einverständniserklärung seitens der Adressinhaber bezüglich eines solchen e-mail Versands vorliegen würde, dann sagt das noch herzlich wenig über die wirkliche Lauterbarkeit dieser Adressgewinnung aus, weil viele Firmen bezüglich einer solchen Adressgewinnung den Graubereich eines m.E. zu sehr rechtsfreien Raums schamlos ausnutzen. Von mir hobbymäßig unternommene Recherchen lassen mich da vorwiegend Gewinnspiele erkennen, die mit falschen Versprechen arbeiten, vieles kommt da für meine Begriffe im Stil einer digitalen Kaffeefahrt daher und ich erwarte von AdRom einen unbedingten Nachweis, wie diese Firma an meine benannte e-mail Adresse sowie die Anrede "Totti van Tellenbeck" gekommen ist.

Dass meine Adresse ab sofort für den Versand weiterer E-Mails gesperrt wurde ist mir egal und löst das Problem nicht, dass ich darin erkenne, das "Deutschland hilft" bezogen auf die Adressgewinnung für seine Newsletter keine ethisch solide Grundhaltung erkennen lässt.

Verdachtsmoment 6:

Deutschland hilft" verwendet Spendengelder um die Dienste eines Adressenhändlers bzw.
eines hiermit in Verbindung stehenden Netzwerkes zu finanzieren, dass unseriös arbeitet.

Ich sehe das Problem als tiefgehend und erwarte von Deutschland hilft" sowie seinen Partnern eine lückenlose Aufklärung dieser Problematik sowie eine ethisch zuverlässige Aufarbeitung. Aktuell stehen wir da bestenfalls am Anfang.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller

P.S.: Diese Nachricht wir im Netz veröffentlicht, z.B.:

http://politopia.de/threads/4793-Die-Mi ... post907416
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Di 6. Mär 2018, 23:21

Kleinlok hat geschrieben:(06 Mar 2018, 22:10)

Ein Beispiel für den moralischen Graubereich, in dem sich Hilfsorganisationen bewegen. könnte die Aktion "Deutschland hilft" liefern: Am 13.10.2016 wendet sich diese Aktion, die einen Zusammenschluss bekannter Hilfsorganisationen abbildet und mit den Schirmherren Frank-Walter Steinmeier und Horst Köhler aufwartet, mit folgender Massenmail an eine vermutlich mindestens sechsstellige, eher siebenstellige Anzahl von Adressen, unter anderem an die Adresse eines Herrn "Totti van Tellenbeck": (...)


Um dem m.E. sehr unseriösen Adresshandel bei "Deutschland hilft" auf den Grund zu gehen, habe ich am 9.11.2016 den damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf der Frageplattform Abheordnetenwatch befragt. Steinmeier ist neben Alt-Bundespräsident Horst Köhler Schrirmerr bei "Deutschland hilft".

Frage an Dr. Frank-Walter Steinmeier bezüglich Verbraucherschutz - 09. Nov. 2016 - 11:28

Sehr geehrter Herr Steinmeier,

Ihre Person fungiert neben Herrn Ex-Bundespräsident Horst Köhler als Kurator des Aktionsbändnisses "Deutschland hilft".

https://www.aktion-deutschland-hilft.de ... isationen/

Meine aktuellen Erfahrungen mit "Deutschland hilft" begründen mir den Verdacht, dass "Deutschland hilft" bei der Gewinnung der Adressen von Spender/innen auf die Mitwirkung eines unseriös arbeitenden Adresssammlers setzt.

So erhalte ich am 13.10.2016 den von Frau Geschäftsführerin Manuela Roßbach unterzeichneten aktuellen Newsletters von "Deutschland hilft" in dem mir gegenüber die Anrede "Sehr geehrter Herr van Tellenbeck" verwendet wird. Den Namen "Totti van Tellenbeck" verwende ich Thomas Schüller als Pseudonym für die Teilnahme an Gewinnspielen, die mir wegen suggestiver Werbung sowie ungenügend kommunizierter Chancen und Folgen als unseriös erscheinen. Ich verdächtige wegen dem oben benannten Umstand "Deutschland hilft" der unseriösen Adressgewinnung, deswegen habe ich am 27.10.2016 eine kritische Anfrage an "Deutschland hilft" (unter anderem auch an Ihre Person)gerichtet:

http://politopia.de/threads/4793-Die-Mi ... post906479

Am 31.10.2016 teilt mir die Leitung der Stabsstelle Marke & Online von Aktion Deutschland Hilft e.V mit, dass der besagte Newsletter an meine Adresse über die auf E-Mail-Marketing spezialisierte Firma adRom versendet wurde, mit der "Deutschland hilft" seit längerer Zeit zusammenarbeiten würde.

http://politopia.de/threads/4793-Die-Mi ... post907416

Diese Firma wird kritisch beschrieben:

https://janschejbal.wordpress.com/2009/ ... nnspielen/

Wie werten Sie Herr Steinmeier als Kurator meinen Verdacht auf eine unseriöse Adressgewinnung seitens "Deutschland hilft"?

Werden Sie die Geschäftsführung diesbezüglich kontaktieren?

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller


https://www.abgeordnetenwatch.de/profil ... -09/273633
Zuletzt geändert von Kleinlok am Di 6. Mär 2018, 23:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Di 6. Mär 2018, 23:22

H2O hat geschrieben:(06 Mar 2018, 22:03)

Diese Zusammenhänge sind seit vielen Jahren bekannt; sie betreffen durchaus auch große und sehr angesehene Hilfsorganisationen. Vielleicht hilft der Gegenvorschlag: Stellen Sie sich eine verrückt gewordene Welt ganz ohne diese "Mitleidsindustrie" vor.

Hat die Autorin mit ihrem "schonungslosen Buch" die Welt ein wenig verbessert... oder ist auch sie auf ihre Weise eben auch nur ein Teil der "Mitleidsindustrie"?

Was wir als Spender weit ab vom Schuß tun können, das ist dort spenden, wo unmittelbar täglich sichtbar und regelmäßig das Spendengeld in gute Taten verwandelt wird. Mein Tipp: Das Hilfswerk "SOS Kinderdorf".


Zum Hilfswerk "SOS Kinderdorf" möchte ich folgendes anmerken: Dieses scheint eine solide Arbeit zu machen und mit dem im anvertrauten Geldern laut meiner Internetrecherche gut umzugehen. Die Spendenwerbung von "SOS Kinderdorf" zeigt sich bisweilen aber auch unseriös oder zumindest mit Widersprüchen behaftet. Am 23.Februar 2018 erhalte ich von "SOS-Kinderdorf" folgenden Spendenaufruf:

Sehr geehrter Herr Schüller,

Tag und Nacht schlagen Bomben und Granaten ein: Die belagerte Rebellenbastion Ost-Ghouta in Syrien steht unter Dauerbeschuss. 400.000 Menschen, etwa die Hälfte davon Kinder, sitzen in der Todesfalle. Die Eingeschlossenen haben nichts zu essen, es fehlen Medikamente - und die Verzweiflung wächst.

Auch SOS-Mitarbeiter gerieten unter Beschuss: Ein SOS-Nothilfezentrum in unmittelbarer Nähe des Belagerungsrings musste vorübergehend evakuiert werden."Wir haben die Kapazitäten, umfangreich Hilfe zu leisten, aber erst müssen die Gefechte aufhören", berichtet eine SOS-Helferin.

Erfahren Sie mehr und spenden Sie jetzt!

Herzliche Grüße, Ihr Wilfried Vyslozil
Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit



Hier meine Antwort vom 23.03.2018:

Betreff: Das Schweigen der Lämmer Teil 1 - Hilferuf SOS-Kinderdörfer aus Ost-Ghouta

Sehr geehrter Her Vyslozil (Vorstandsvorsitzender SOS-Kinderdörfer weltweit),
Sehr geehrte Damen und Herren.

am 23. Februar 2018 weisen Sie Herr Vyslozil in einem Rundbrief der Organisation SOS-Kinderdörfer auf die dramatische Situation in Ost-Ghouta in Syrien, wo laut Ihren Angaben 400 000 Menschen, davon in etwa die Hälfte Kinder, unter extrem menschenunwürdigen und lebensbedrohlichen Bedingungen ausharren müssen (s. Anlage 1).

Von dieser extremen Notlage wäre auch ein SOS-Nothilfezentrum betroffen, das in unmittelbarer Nähe des Belagerungsrings befindlich vorübergehend hätte evakuiert werden müssen. Eine Ihrer Mitarbeiterinnen wird von Ihnen mit der Aussage zitiert, dass SOS-Kinderdörfer die Kapazitäten hätten um umfangreich Hilfe leisten zu können, dass aber erst die Gefechte aufhören müssen.

Diese Darstellung erscheint mir überzeugend und einmal Tante Google fragen bestätigt Ihre Schilderung. In Ost-Ghouta ist die Hölle auf Erden los, leider auf so fatale Art, dass die umfangreiche Hilfe seitens Ihrer und anderen Organisationen auszufallen droht.

https://www.tagesschau.de/ausland/uno-s ... n-101.html

Hier scheint inzwischen jeder gegen jedem zu kriegen, Russland legt sein Veto gegen den sofortigen Waffenstillstand ein und im schlimmsten Fall der Fälle wird es bald nicht mehr viel zu helfen geben. Was das für die betroffenen 400 000 Menschen bedeuten kann, dafür braucht es nicht viel Kreativität.

So ein Gräuel sollte niemanden kalt lassen, nur was bietet SOS Kinderdörfer zur Mithilfe an?

In Ihrem benannten Schreiben entdecke ich 2 Möglichkeiten,
wie dessen Leser/innen aktiv werden könnten:

a Sie bieten einen Link, der laut Ihrer Aussage zu weiteren Infos führen soll:

Erfahren Sie mehr und spenden Sie jetzt!

b) auf die von Ihnen gestellte Frage "Sie möchten helfen?" bieten sie folgende drei Optionen:

- Pate werden
- Spenden
- Spendenaktion starten

Ich habe den unter a) benannten verdeckten Link betätigt, dieser führt auf die Seite

https://www.sos-kinderdoerfer.de/aktuel ... $&ecid=EMW: NL20180223:NL:NN:20180223

Obwohl der verdeckte Link überschrieben war mit "Erfahren Sie mehr und spenden sie jetzt" muss ich feststellen, dass SOS-Kinderdörfer keinen eigentlichen informativen Mehrwert bietet. Es wird noch einmal die oben benannte Mitarbeiterin Ihrer Organisation zitiert:

"Wir brauchen dringend einen Waffenstillstand, der von allen Konfliktparteien eingehalten wird. Wenn es zu keiner Einigung kommt, wird ein schon jetzt kaum in Worte zu fassendes Elend, sich noch weiter verschlimmern."

Was man als Besucher kann bzw. können soll, ist spenden. Auf der Seite findet sich ein Button mit dem Titel "Syrien: Spenden Sie jetzt!" und im Zusammenhang mit diesem Button ist ein Foto platziert, auf ein Kind mit großen Augen unmittelbare in Richtung des/der Betrachter/in blickt. Die übliche Tour also, mit der gutmütige Omas und Opas oder sonstige Menschenfreunde zum ließen von Tränen aus den Tränendrüsen und Euros auf das Konto der so vorgehenden Organisationen bewegt werden sollen. Eine Tour, die genauso üblich ist wie das millionenfache absurde Sterben auf diesem Globus, den Kriegstreiber, Diktatoren, Warlords, Bankiers, Börsianer, CEOs multinational agierender Konzerne, Waffenbauer und Weicheier in den westlichen Weichspüldemokratien in unseliger Allianz so nachhaltig versauen, dass sich irgendwann niemand mehr auf dieser eigentlich netten Weltkugel heimisch fühlen kann.

In diesem ganzen bescheuerten globalen Geschehen offenbart ihr m.E. relativ absurder Hilfeaufruf die Hilflosigkeit der Helfenden, die in diesem ganzen absurden Weltpolitiktheater leider auch nur typisch ist. Es wird mit dem Geld der Spender/innen an den Symptomen von Problemen gedoktert, zu deren Lösung der Weltgemeinschaft in langer unguter Tradition scheinbar die Kompetenz fehlt.

Laut den Worten Ihrer Mitarbeiterin kann Ihre Organisation in Ost-Ghouta erst dann helfen, wenn dort der dringend notwendige Waffenstillstand kommt und von allen Konfliktparteien eingehalten wird. Sonst wird sich das perverse Elend noch weiter verstärken. Das bedeutet mir, dass kein Geld der Welt allein diese hier vorhandene Problematik lösen kann. Die ganze Menschheit könnte spenden wie blöde, das allein würde den Menschen in Osr-Ghouta aktuell wenig nützten.

Warum also animieren Sie in diesem Zusammenhang zu einem Spenden, das diesen Menschen allein wenig nutzen kann?

Warum soll gespendet werden, wenn SOS-Kinderdörfee eigentlich genügend Kapazitäten in der Region hat, diese aber auf Grund des Krieges nicht so einsetzen kann, wie die Menschen vor Ort das brauchen?

Halten Sie die Adressaten Ihres Newsletters für so realitätsfern, dass diese die benannte Problematik nicht erkennen können/wollen?

Wie wäre es, wenn sich Ihr Hilferuf zur Abwechslung an die Politik richten würde, damit diese sich für einen Waffenstillstand in Ost-Ghouta einsetzt oder wenn SOS-Kinderdörfer den Hersteller des Leopard 2 Panzers Krauss.Maffei Wegmann dazu befragen würde, dass möglicherweise genau dieser Panzertyp, der mit insgesamt rund 3000 gebauten Exemplaren einen kommerziellen Erfolg für dieses Unternehmen bildet, aktuell in Syrien alles andere als humanitär wirkt?

Erkennen Sie nicht das Risiko, dass die in Ihrem Newsletter m.E. unschwer erkennbaren Widersprüche an der Glaubwürdigkeit Ihrer Person und Organisation zweifeln lassen können (?)- was de facto schade wäre, weil Ihre Organisation laut meiner Recherche gute Werte in Puncto seriösem Wirtschaften und Transparenz erhalten hat.

Oder wollen Sie in diesem ganzen absurden Theater, das jeden Tag unzähligen unschuldigen Menschen Leben und Lebensperspektive kostet, mit den in Ihrem Newsletter enthaltenden absurden Widersprüchen einen drauf setzen, damit endlich der verschlafenste Zeitgenosse kapiert wie absurd, lächerlich aber gleichzeitig schwer inhuman dieser ganze Schwachsinn ist, der in der Welt läuft?

Vielleicht leiden Sie genauso wie meiner einer an diesem globalen Irrsinn und der damit verbundenen absurden hoch pathologischen Hilflosigkeit der Menschheit und versuchen da irgendwie gegen anzulaufen?

Ich würde mich freuen, wenn Sie zu diesen öffentlich gestellten Fragen Stellung nehmen würden. Die benannte Hilflosigkeit ist absurd, aber gerade aus diesem Grund abstellbar. Wenn ich diese Hoffnung nicht hätte, würde ich Ihnen und den anderen Adressaten (von denen die meisten laut meiner langjährig gewonnenen Wahrnehmung von dieser absurden Hilflosigkeit betroffen sein dürften) diesen Brief nicht schreiben.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller

P.S.: Dieses Schreiben wird verschiedentlich im Internet veröffentlicht, z.B.:

http://politopia.de/threads/4793-Die-Mi ... post980920
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Mi 7. Mär 2018, 07:46

Nun, ich habe anstelle langer Briefe mit regelmäßigen Spenden einen Beitrag geleistet, daß diese Organisation ihre Aufgaben erfüllen kann. Das schien mir unter dem Strich sinnvoller zu sein.

Man muß auch wissen, daß etliche Hilfsorganisationen Werbungsunternehmen mit der Werbung um Spenden beauftragen; ich gehe davon aus, daß diese Unternehmen entsprechend dem erzielten Spendeneingang bezahlt werden. Kein Wunder, wenn dann Werbeprofis schöpferisch werden. Die Hauptsache ist der Effekt... hieß es einmal in einem netten Kinofilm.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Mi 7. Mär 2018, 17:03

H2O hat geschrieben:(07 Mar 2018, 07:46)

Nun, ich habe anstelle
Spenden einen Beitrag geleistet, daß diese Organisation ihre Aufgaben erfüllen kann. Das schien mir unter dem Strich sinnvoller zu sein.

Man muß auch wissen, daß etliche Hilfsorganisationen Werbungsunternehmen mit der Werbung um Spenden beauftragen; ich gehe davon aus, daß diese Unternehmen entsprechend dem erzielten Spendeneingang bezahlt werden. Kein Wunder, wenn dann Werbeprofis schöpferisch werden. Die Hauptsache ist der Effekt... hieß es einmal in einem netten Kinofilm.


Das sehe ich anders. Ich habe früher, als ich mir das wegen halbwegs guter Studentenjobs das noch leisten konnte, regelmäßig und dann relativ viel (ca. 25-30% meines Netto-Einkommens) gespendet. Schon damals hat mich aber gestört, dass die nötigen politischen Lösungen durch das Spenden nicht zustande kamen, wollte aber schnell und unmittelbar helfen.

Damals ging noch viel per Briefpost, d.h. die Organisationen, denen ich gespendet hatte, haben sich alle halbe Jahr in Erinnerung gerufen und das ging lange Zeit noch ok für mich. Die Qualität dieser Erinnerungen wurde aber von mal zu mal schlechter und landete bei dem heut zu Tage üblichen Bettelbrief-Niveau, wo mit viel Druck auf die Tränendrüsen der vermutlich meist älteren Zielgruppe gearbeitet wird. Und im Gegensatz zu dir bin ich der Meinung, dass der Zweck nicht automatisch die Mittel heiligt.
Der Effekt, um den es hier laut deinen Worten geht, ist zudem m.E. nur kurzfristig und nicht wirklich nachhaltig definiert. Während von der Spendenmafia vermutlich vorwiegend gutmütigen Opas und Omas das Geld aus der Tasche gezogen werden sollen, ruinieren multinationale Konzerne, Warlords und Waffenlieferanten rund um den Globus die Lebensgrundlagen und das Leben von hunderten Millionen Menschen, wo dann genau diese Bettelmafia ein wenig zu helfen versucht. Das ganz dicke Geld wird mit der Zerstörung von Umwelt und Missachtung der Menschenrechte gemacht und dann kommt diese Mitleidsindustrie mit ihrer entpolitisierten Bettelei daher, will mit großen Kinder-Kulleraugen bei Oma und Oma punkten, die vielleicht auch Kaffee und Schokolade konsumieren, wo in der Produktion der dafür nötigen Rohstoffe Kinder schamlos ausgebeutet werden....

Das alles ist verlogen und wenig nachhaltig und das erklärt auch, warum sich so wenig zum Besseren tut.

Wir brauchen mehr Ehrlichkeit und Problembewusstsein, um wirklich sinnvolle Analysen der Probleme und Lösungen für diese entwickeln und umsetzen zu können.
Und dafür sehe ich meine "langen" Briefe für besser geeigneter als wenn ich in der Zeit, die ich zum Briefeschreiben brauche, mich in irgendeinen Hungerleiderjob ausbeuten lassen würde, mit dessen geringen lohn ich nur einen Mini-Mini-Tropfen auf den unnötig heißen Stein purzeln lassen könnte oder wo ich mit meiner sauer verdienten Spende dann noch unethische Webefuzzies finanziere. Nicht mehr mit mir. Du darfst gerne auf deine Art helfen, ich machedort, wo meine Kraft am besten wirken kann. :thumbup:
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Mi 7. Mär 2018, 17:26

Die Stiftung "SOS Kinderdorf" hat jüngst ihren 60. Geburtstag gefeiert, hat tausende Kinderschicksale erträglich gemacht. An 35 Jahren davon habe ich mitgewirkt als Spender. Die Verwendung der Gelder ist zertifiziert. Was will ich mehr?

Ich möchte Sie auch bitten, in Zitaten Ihnen mißfallende Vorhaltungen im laufenden Text nicht einfach weg zu löschen und so den Sinn einer Aussage verfälschen. Dann sollten Sie Zitate auf das verkürzen, was ihnen wesentlich erscheint.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Mi 7. Mär 2018, 18:59

H2O hat geschrieben:(07 Mar 2018, 17:26)

Die Stiftung "SOS Kinderdorf" hat jüngst ihren 60. Geburtstag gefeiert, hat tausende Kinderschicksale erträglich gemacht. An 35 Jahren davon habe ich mitgewirkt als Spender. Die Verwendung der Gelder ist zertifiziert. Was will ich mehr?


ich will eine ehrliche Information und Ansprache, wenn ich um eine Spende gebeten werde.
Das war in dem von mir kritisierten Schreiben, das "SOS-Kinderdörfer" versendet hat, m.E. nicht der Fall
und diese Meinung habe ich begründet.

Eine gute Arbeit und ein gutes Fundraising (Spendensammeln) schließen sich nicht aus,
beides sehe ich als wichtig.

H2O hat geschrieben:(07 Mar 2018, 17:26)Ich möchte Sie auch bitten, in Zitaten Ihnen mißfallende Vorhaltungen im laufenden Text nicht einfach weg zu löschen und so den Sinn einer Aussage verfälschen. Dann sollten Sie Zitate auf das verkürzen, was ihnen wesentlich erscheint.


Wo habe ich das gemacht?

Sinn von Aussagen will ich nicht entstellen, deswegen frage ich.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Mi 7. Mär 2018, 19:06

Kleinlok hat geschrieben:(07 Mar 2018, 18:59)

ich will eine ehrliche Information und Ansprache, wenn ich um eine Spende gebeten werde.
Das war in dem von mir kritisierten Schreiben, das "SOS-Kinderdörfer" versendet hat, m.E. nicht der Fall
und diese Meinung habe ich begründet.

Eine gute Arbeit und ein gutes Fundraising (Spendensammeln) schließen sich nicht aus,
beides sehe ich als wichtig.



Wo habe ich das gemacht?

Sinn von Aussagen will ich nicht entstellen, deswegen frage ich.


Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mit dem Zitat meines Beitrags an: da fehlt sehr auffällig "langer Briefe mit regelmäßigen" was eine sehr deutliche Kritik meinerseits bedeutete. Ich will das jetzt als Versehen bei der Handhabung des Editors werten, weil Sie sagen, daß Sie so etwas nicht machen wollten.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon tabernakel » Fr 9. Mär 2018, 12:08

Das Problem ist alles andere als neu, und die Dame ist mitnichten die erste die drauf hinweist. Dieser Artikel Funding al-Shabaab zum Beispiel ist erst vor ein paar Wochen erschienen. Und bereits zuvor hatte die EU nicht umsonst bereits zahlreiche Anstrengungen unternommen die bestimmungsgerechte Verwendung der Hilfsgeldern zu garantieren. Auch die NGOs sind da zumeist durchaus auch dran interessiert. Allein es hilft aus meiner Sicht nichts. Wir können bürokratisch noch so viel Hemmnisse einbauen Missbrauch zu behindern, ein Anteil der Hilfsgelder wird am Ende trotzdem entweder veruntreut oder verschwendet, das ist natürlicher Teil jedes Systems welches Gelder umverteilt, und nicht das zugrundeliegende Problem weil sich mit ein bisschen Phantasie meistens ein akzeptabler Kompromiss findet.

Das wirkliche Problem ist dass die Warlords der Welt inzwischen Strategien entwickelt haben bei denen sie die Gelder nicht mal mehr veruntreuen müssen, sondern sie quasi legal geliefert bekommen! DARUM geht's aus meiner Sicht. Al-Shabaab finanzierte sich jahrelang dadurch dass sie ihre eigenen Landsleute absichtlich hungern ließen. Als die Hilfsorganisationen dann verzweifelt helfen wollten, sahnte die Organisation mittels Einfuhrabgaben und Schutzgeld für die Lieferungen ab. Aktuell werden ganz dolle intelligent Geldkarten an die Bedürftigen verteilt um das zu "lösen", nur ist jetzt schon klar wie das von Al-Shabaab ausgenutzt werden wird: Die prügeln die Karten einfach aus den Hungernden raus! Wenn heute ein Warlord oder ein Diktator die Finanzierung eines Konflikts plant, dann sitzt sein Propagandachef vorne mit am Tisch. Und die diskutieren zuallererst wie man Funds durch Kürzen oder Einstellen essentieller stattlicher Leistungen freimachen könnte, mit der Idee dass der Westen den Ausfall schon kompensieren wird wenn die Augen der betroffenen Kinder auf den Titelseiten nur traurig genug gucken - die Fatah hatte letztes Jahr 400m€ übrig um Kopfgeldstipendien auf Israelis von lebenslang 2500€ monatlich zu finanzieren, klar bleibt für solch essentielle Ausgaben Geld übrig wenn man seine Schulen nicht selbst finanzieren muss. Die Hamas hatte in den letzten Jahren auf dieselbe Art und Weise hunderte Millionen Euro übrig um Raketen und Tunnel zu bauen, war doch klar dass der Zement für den Wiederaufbau nach dem letzten Konflikt als erstes in die Tunnel wandert.

Wir Europäer sollten eine Sache ganz schnell kapieren: Die Welt ist inzwischen erwachsen geworden, wir haben es weltweit nicht mehr mit Amateuren zu tun, sondern mit Profis. Wir sollten die Welt dementsprechend auch wie Erwachsene behandeln, die Entwicklungshilfe drastisch reduzieren, und Notfallhilfe nur noch gewähren wenn garantiert ist dass wenigstens keine Konfliktpartei profitiert. Denn am Ende helfen wir allzu oft leider eben nicht dem traurigen Kind auf dem Photo. Wir helfen einem zynischen Arschloch der das Kind gezielt traurig macht, und seinen Kumpels die die gewaltsame Durchsetzung irgendeiner fixen Idee finanzieren wollen! Das Kind wäre gar nicht traurig wenn es unsere Hilfsgelder nicht gäbe, denn dann wäre es auch nicht so leicht als Mittel zum Zweck mißbrauchbar!

An fixen Ideen hat es der Welt noch nie gemangelt, genauso wenig wie an Radikalen und Populisten die sie möglichst gewaltsam durchsetzen wollen. Geld dagegen ist eine vergleichsweise begrenzte Ressource, und wir fluten die Welt geradezu damit. Und daher sind wir am Ende wirklich verantwortlich dafür dass auf der Welt so viele asymmetrische Konflikte so lange gewaltsam ausgetragen werden. Nicht wegen Hunger, nicht wegen Ungleichheit, nicht wegen des Kolonialismus den maximal noch die Großeltern erlebt haben. Sondern weil wir zu viel Geld in Konfliktgebiete pumpen, und die intellektuelle Evolution inzwischen dafür gesorgt hat dass die Konfliktparteien wissen dass das ihre Chance ist wenn sie nur zynisch genug vorgehen.
Zuletzt geändert von tabernakel am Fr 9. Mär 2018, 12:22, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon zollagent » Fr 9. Mär 2018, 12:12

"Mitleidsindustrie". Schon die Verwendung dieses Begriffs zeugt von der ethischen Vorrohung derer, die ihn in agitatorischer Absicht gebrauchen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Sa 10. Mär 2018, 16:43

H2O hat geschrieben:(07 Mar 2018, 19:06)

Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mit dem Zitat meines Beitrags an: da fehlt sehr auffällig "langer Briefe mit regelmäßigen" was eine sehr deutliche Kritik meinerseits bedeutete. Ich will das jetzt als Versehen bei der Handhabung des Editors werten, weil Sie sagen, daß Sie so etwas nicht machen wollten.


Stimmt, da sind einige Wörter aus dem Zitat gerutscht, das ist aber aus Versehen geschehen.
Wenn ich bewusst Auslassungen vornehme, dann werden die von mir gekennzeichnet,.

Ihre deutliche Kritik ist sehr wohl bei mir angekommen und genau auf diese Kritik wollte ich mich dann
auch in meiner Antwort beziehen (was ich auch versucht habe).

Ich sehe lange Briefe nicht als Manko,. Die Länge ist natürlich per se noch kein Qualitätskriterium,
weder im guten wie schlechten Sinne. Wer´s schafft sich kurz gut auszudrücken, alle Achtung,
ich gebe mir aber meist sehr viel Mühe für eine solide Recherche und Argumentation,
etwas was ich in unserer schnelllebigen auf Oberflächlichkeit setzenden Gesellschaft von Vorteil sehe.

Wie gesagt, ich habe nicht per se etwas gegen das Spenden und habe das früher (wenn auch mit Bedenken) gemacht,
als ich mir das wegen halbwegs anständiger Joblage noch leisten konnte und wollte. Damit ist es vorbei,
wo auch ich nur auf dem Arbeitsmarkt verarscht werden soll wo es nur geht und mir das natürlich nicht gefallen lasse.
Somit muss ich dann kleine Brötchen backen und wenn dann noch diese verlogenen Spendenaufrufe kommen,
die blind für die politischen Ursachen des Elends sind, dann ist bei mir dicke Schluss mit lustig
und ich erkläre in langen Briefen meinen Protest und das ist gut so.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Sa 10. Mär 2018, 16:54

zollagent hat geschrieben:(09 Mar 2018, 12:12)

"Mitleidsindustrie". Schon die Verwendung dieses Begriffs zeugt von der ethischen Vorrohung derer, die ihn in agitatorischer Absicht gebrauchen.



Ne Zollagent, das sehe ich anders:

Diese Welt ist versaut und verroht, aber anstatt den Dummehiten auf die Spur zu kommen, die für diese Versauung und Verrohung verantwortlich sind, wird schwer bei8 den gutmütigen Zeitgenossen einen auf Mitleid gemacht und schamlos deren Tränendrüsen gemolken, damit die ein Geld locker machen, das andere locker machen könnten und locker machen sollten. Ebenso sollten diese Scharlane, die das ganz große Geld einfahren, ihre Politik überdenken, mit der sie diese Gewinne einfahren. Oft ist die dafür höchst verantwortlich, dass diese Welt so verroht und sich einsaut.

Darüber erden die Mitleidsfuzzies nicht und das ist widerlich. Planmäßig wird mit der Mitleidstour versucht an den m.E. falschen oder zumindest ungenügenden Enden anzusetzen und deswegen ist der Begriff "Mitleidsindustrie" als Anklage meist sehr gerechtfertigt.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Sa 10. Mär 2018, 17:55

Diese Erkenntnisse sind ja nicht urplötzlich gereift! viewtopic.php?p=4152463#p4151751

Deshalb versuche ich auch, nur dort Geld hin zu leiten, wo ich noch ganz gut sehen und abschätzen kann, was damit geschieht. Auch da sind Enttäuschungen nicht aus zu schließen, aber ich hoffe immer noch, daß das Maß der Verfehlungen erträglich bleibt.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon zollagent » Sa 10. Mär 2018, 20:32

Kleinlok hat geschrieben:(10 Mar 2018, 16:54)

Ne Zollagent, das sehe ich anders:

Diese Welt ist versaut und verroht, aber anstatt den Dummehiten auf die Spur zu kommen, die für diese Versauung und Verrohung verantwortlich sind, wird schwer bei8 den gutmütigen Zeitgenossen einen auf Mitleid gemacht und schamlos deren Tränendrüsen gemolken, damit die ein Geld locker machen, das andere locker machen könnten und locker machen sollten. Ebenso sollten diese Scharlane, die das ganz große Geld einfahren, ihre Politik überdenken, mit der sie diese Gewinne einfahren. Oft ist die dafür höchst verantwortlich, dass diese Welt so verroht und sich einsaut.

Darüber erden die Mitleidsfuzzies nicht und das ist widerlich. Planmäßig wird mit der Mitleidstour versucht an den m.E. falschen oder zumindest ungenügenden Enden anzusetzen und deswegen ist der Begriff "Mitleidsindustrie" als Anklage meist sehr gerechtfertigt.

Du magst das sehen, wie du möchtest. Für mich ist das nichts weiter als ein Schlechtreden von humanitären Aktivitäten. Widerlich ist die Rohheit und Feindseligkeit, die aus deinen Worten spricht. Zivilisierte Menschen sollten weiter sein.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Sa 10. Mär 2018, 20:43

zollagent hat geschrieben:(10 Mar 2018, 20:32)

Du magst das sehen, wie du möchtest. Für mich ist das nichts weiter als ein Schlechtreden von humanitären Aktivitäten. Widerlich ist die Rohheit und Feindseligkeit, die aus deinen Worten spricht. Zivilisierte Menschen sollten weiter sein.


Diese Schärfe ist aus meiner Sicht auch nicht das, was zur Verbesserung der Welt gebraucht wird. Ich habe schon Verständnis dafür, daß Menschen sich nicht gern für dumm verkaufen lassen und dann sehr empört losschimpfen. Und daß es tatsächlich auch humanitäre Organisationen gibt, die übel aufgefallen sind durch Mißbrauch der Spendengelder, durch hohen Eigenverbrauch der Mittel, das ist der Grund, weshalb es inzwischen Zertifizierungen für solche Organisationen gibt.

Insofern halte ich es schon für sinnvoll, recht genau hin zu sehen, was mit meinen Spendengeldern geschieht. Natürlich kein Grund, alle in einen Sack zu stopfen und dann nur noch draufhauen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 10. Mär 2018, 21:07

Kleinlok hat geschrieben:(06 Mar 2018, 21:39)
In ihrem Buch "Die Mitleidsindustrie" klagt die Journalistin Linda Polman die NGOs in Krisengebieten an. ....

Ganz grundsätzlich ist das erstmal ein guter Beitrag, weil er scheinbare Selbstverständlichkeiten ("NGOS sind per se 'gut'") hinterfragt. Die wirklch ganz großen Brüche, die radikalen Wendungen hin zu Wohlstand und Verabschiedung von existenziellen Sorgen ... wurden sie irgendwo durch Wohlstandsorganisationen bewirkt? Das extremste und einfach aufgrund von Größe und Bevölkerungszahl relevanteste Beispiel ist und bleibt natürlich China.Von der verheerendsten Hungerkatastrophe der Menschheitsgeschichte (zwischen 59 und 61) bis zu dem durchschnittlich bescheidenen und wenn auch stark polarisierten Wohlstand heute: Waren es NGO's, die das bewirkten? Keineswegs. NGOs beklagen die Arbeitsbedingungen in Ländern wie China. Völlig an der Realität der tatsächlichen Entwicklungen vorbei. In vielen Regionen Afrikas wird aktuell inzwischen immer klarer: Wir brauchen chinesische Verhältnisse und nicht "Save the Children", wenn sich etwas zum Positiven verändern solll. Und die Spenden der Mitleidsindustrie-UNterstützer sind ein Tropfen auf den heißen Stein gemessen an dem, was an einer solchen chinesischen Entwicklung auch für Afrika denkbar wäre.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon zollagent » Sa 10. Mär 2018, 21:27

H2O hat geschrieben:(10 Mar 2018, 20:43)

Diese Schärfe ist aus meiner Sicht auch nicht das, was zur Verbesserung der Welt gebraucht wird. Ich habe schon Verständnis dafür, daß Menschen sich nicht gern für dumm verkaufen lassen und dann sehr empört losschimpfen. Und daß es tatsächlich auch humanitäre Organisationen gibt, die übel aufgefallen sind durch Mißbrauch der Spendengelder, durch hohen Eigenverbrauch der Mittel, das ist der Grund, weshalb es inzwischen Zertifizierungen für solche Organisationen gibt.

Insofern halte ich es schon für sinnvoll, recht genau hin zu sehen, was mit meinen Spendengeldern geschieht. Natürlich kein Grund, alle in einen Sack zu stopfen und dann nur noch draufhauen.

DAS bestreitet Keiner. Genau hinschauen muß jeder sorgfältig. Nur wird mit diesem widerlichen Begriff jedwede humanitäre Hilfe diffamiert.

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