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Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Mi 29. Nov 2017, 20:44
von Provokateur
Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(29 Nov 2017, 20:42)

Es dürfte mehr Krebspatienten und Menschen mit beginnender Alzheimer geben, die sich selbst töteten als Nazis.


Aber für die Schuldigen ist es bequem. Natürlich ist der Suizid nicht "Schuldigen" vorbehalten, doch viele Schuldige wählen ihn eben.

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Mi 29. Nov 2017, 20:45
von Sole.survivor@web.de
SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(29 Nov 2017, 20:43)

zum glück hast du rudolf heß ned angeführt. auf dessen leben gabs 4 mordanschläge. das wäre ein politikum geworden...- :D

Kirsten Heisig.

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Mi 29. Nov 2017, 21:04
von SpukhafteFernwirkung
Provokateur hat geschrieben:(29 Nov 2017, 20:44)

Aber für die Schuldigen ist es bequem. Natürlich ist der Suizid nicht "Schuldigen" vorbehalten, doch viele Schuldige wählen ihn eben.

schuldig de jure, was nur die ablehnung der verantwortung und konsequenzen für die zur last gelegten taten bedeutet. für justizopfer gilt das nicht. die sind oftmals sehr, sehr hoch selbstmordgefährdet, weil sie faktisch den glauben an die gerechtigkeit verlieren. und dabei muss man sich vor augen halten, dass ca. 25% der verurteilten ohne beweise nur an hand von indizien verurteilt werden...- :rolleyes:

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Do 30. Nov 2017, 11:14
von Nomen Nescio
SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(29 Nov 2017, 20:43)

zum glück hast du rudolf heß ned angeführt. auf dessen leben gabs 4 mordanschläge. das wäre ein politikum geworden...- :D

dagegen konnte er auch nero nennen. ;)

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Do 30. Nov 2017, 11:52
von schokoschendrezki
Politisch wesentlich interessanter als die persönlichen Motive von Praljak für den Suizid sind die Hintergründe im Zusammenhang mit dem kroatischen Nationalismus und vor allem auch seine Rolle als kroatischer staatlicher Beauftragter für die Beziehungen zur UNPROFOR-UN-Schutztruppe. Der Kern der Problematik, nochmal: Die Politik der UNO zur Trennung von ethnischen Gruppen zur kurzfristigen Lösung von ethnischen Konflikten läuft auf eine langfristige Verfestigung solcher Konflikte hinaus. So zu tun, als wäre es normal, dass nur Kroaten unter Kroaten und Serben nur unter Serben usw. glücklich sein könnten.

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Do 30. Nov 2017, 12:07
von Provokateur
schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Nov 2017, 11:52)
So zu tun, als wäre es normal, dass nur Kroaten unter Kroaten und Serben nur unter Serben usw. glücklich sein könnten.


Wenn jeder andere Zustand zum Genozid führt, wird es vielleicht normal - auch, wenn es nicht wünschenswert ist.

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Do 30. Nov 2017, 15:15
von H2O
Sollten wir angesichts dieser Greuel nicht doch etwas Trost finden darin, daß Kroaten und Serben zu einem erträglichen Miteinander gefunden haben? Kroatien hat 200.000 Serben die Rückreise nach Kroatien gestattet, und der kroatische Staat unterstützt den Wiederaufbau zerstörten serbischen Eigentums. Ich will hier kein Idealbild zeichnen: Aber immerhin geht es doch unter demokratischen Randbedingungen, daß zwei ursprünglich verfeindete Völkerschaften miteinander leben können.

Mit den Serben ist nach Tito wohl der Chauvinismus durchgegangen. Nun ja, wir Deutschen kennen das!

https://de.wikipedia.org/wiki/Krajina-Serben

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Do 30. Nov 2017, 16:35
von schokoschendrezki
Provokateur hat geschrieben:(30 Nov 2017, 12:07)

Wenn jeder andere Zustand zum Genozid führt, wird es vielleicht normal - auch, wenn es nicht wünschenswert ist.

Ivo Komšić, bis vor kurzem Bürgermeister von Sarajevo, hat seinerzeit als Mitverhandler bei den Dayton-Verträgen bis zuletzt dagegen votiert und argumentiert auch heute noch so: Mit dieser Art der Konfliktlösung durch ethnische Trennung werde ein Konflikt nicht gelöst sondern zementiert. Und der leider sehr kurzlebige sogenannte "bosnische Frühling" 2014 hat gezeigt: Durchaus nicht jeder "andere Zustand" führt zum Genozid. Bei den jungen Leuten in Tuzla, die für eine Zukunft ohne den Wahnsinn der ethnischen Trennung bis in die kleinste Verwaltungseinheit eintraten, spielte ethnische Zugehörigkeit überhaupt keine Rolle. Es gibt einfach kleine mächtige Minderheiten, die von einer Aufrechterhaltung solcher Trennungen profitieren und die genau wissen, wie leicht es ist, jemandem einzureden, er müsse für seine "Identität" einstehen.

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Fr 1. Dez 2017, 22:06
von Nomen Nescio
der tote praljac hatte KCN (kaliumzyanid) eingenommen. jetzt wird untersucht wie er es bekam.

die häftlinge vom bosnientribunal standen unter aufsicht der VN und nicht von NL. das könnte also noch komplikationen verursachen.
jedenfalls hatte praljac sehr viel besuch, ergo auswählen bitte. soweit ich es verstand konnte man nicht waffen usw schmuggeln. glas dagegen wird m.e. nicht angezeigt.

Re: der damalige krieg in bosnien

Verfasst: Sa 2. Dez 2017, 20:08
von Sole.survivor@web.de
Nomen Nescio hat geschrieben:(01 Dec 2017, 22:06)

der tote praljac hatte KCN (kaliumzyanid) eingenommen. jetzt wird untersucht wie er es bekam.

die häftlinge vom bosnientribunal standen unter aufsicht der VN und nicht von NL. das könnte also noch komplikationen verursachen.
jedenfalls hatte praljac sehr viel besuch, ergo auswählen bitte. soweit ich es verstand konnte man nicht waffen usw schmuggeln. glas dagegen wird m.e. nicht angezeigt.

Evtl hatte er es schon sehr lange bei sich, zB irgendwo am/im Körper. Ich finde diesen Suizid nicht politisch interessant. Wer sich lebenslänglich verhaftet sieht, vielleicht der eigenen Meinung nach zu hart oder generell zu Unrecht bestraft, kann schon der Meinung sein, er will lieber tot sein. Ich will da nicht für werben, aber ist doch nachvollziehbar. Interessant sind die Reaktionen aus Kroatien, wo das hektische Aktivitäten der Spitzenpolitiker auslöste. Offiziell forderten viele einen Freispruch in der Revision.