Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 1622
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Senexx » Sa 26. Aug 2017, 09:58

Siet 1992 starben bereits 108 Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinätzen, die Kosten beliefen sich auf über 21 Milliarden Euro.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 64708.html

Ist dieser Preis, insbesondere der Blutzoll angemessen?

Wohl gemerkt, es handelt sich nirgendwo um richtige "Kriesgseinsätze", es sind immer nur mehr oder minder angebliche "Polizei" oder Friedensmissionen.

Meine Meinung dazu ist klar: Jedes Opfer ist eines zu viel. Die Bundeswehr sollte sich überall, wo es schnell möglich ist, zurückziehen. Es wären ja ganz andere Strategien denkbar. Zum Beispiel Waffenlieferungen, damit sich die jeweiligen Kriegsparteien gegenseitig in Schach halten.
Trollprovokationen prallen an mir ab. Nicht immer, aber immer öfter.

[size=50]Meine Ignorelist: Alexyessin, Cobra9, Frems, Moses, Nomen Nescio[/size]
JFK
Beiträge: 7324
Registriert: Di 13. Jan 2015, 16:19
Wohnort: München

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon JFK » Sa 26. Aug 2017, 10:10

Senexx hat geschrieben:(26 Aug 2017, 10:58)

Siet 1992 starben bereits 108 Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinätzen, die Kosten beliefen sich auf über 21 Milliarden Euro.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 64708.html

Ist dieser Preis, insbesondere der Blutzoll angemessen?

Wohl gemerkt, es handelt sich nirgendwo um richtige "Kriesgseinsätze", es sind immer nur mehr oder minder angebliche "Polizei" oder Friedensmissionen.

Meine Meinung dazu ist klar: Jedes Opfer ist eines zu viel. Die Bundeswehr sollte sich überall, wo es schnell möglich ist, zurückziehen. Es wären ja ganz andere Strategien denkbar. Zum Beispiel Waffenlieferungen, damit sich die jeweiligen Kriegsparteien gegenseitig in Schach halten.


Sind doch alles Wirtschaftskriege, da ist jedes opfer zu viel, aber wenn Geld die Welt regiert, wird Blut zur Währung.
Benutzeravatar
yogi61
Moderator
Beiträge: 47719
Registriert: So 1. Jun 2008, 10:00
Benutzertitel: Lupenreiner Demokrat
Wohnort: Bierstadt von Welt

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon yogi61 » Sa 26. Aug 2017, 10:16

Da die meisten Parteien dieses Thema immer einhellig aus der politischen Diskussion verbannen, wird es auch kaum zur Kenntnis genommen.
Die Familien der getöteten Soldaten können einem Leid tun, denn ihre Angehörigen sind völlig sinnlos gestorben. Vergessen wir auch bitte nicht, dass es auch genügend Opfer unter den Soldaten gibt, die geistig oder körperlich verstümmelt wurden, auch bei denen dürfte sich die Frage nach dem Sinn inzwischen stellen.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 1622
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Senexx » Sa 26. Aug 2017, 10:18

JFK hat geschrieben:(26 Aug 2017, 11:10)

Sind doch alles Wirtschaftskriege, da ist jedes opfer zu viel, aber wenn Geld die Welt regiert, wird Blut zur Währung.

Inwieweit ist der Krieg in Afghanistan ein Wirtschaftskrieg?
Zuletzt geändert von Senexx am Sa 26. Aug 2017, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
Trollprovokationen prallen an mir ab. Nicht immer, aber immer öfter.

[size=50]Meine Ignorelist: Alexyessin, Cobra9, Frems, Moses, Nomen Nescio[/size]
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4032
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Aug 2017, 10:18

Das sind Soldaten, ich dachte immer töten und sterben sei deren Job.
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
yogi61
Moderator
Beiträge: 47719
Registriert: So 1. Jun 2008, 10:00
Benutzertitel: Lupenreiner Demokrat
Wohnort: Bierstadt von Welt

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon yogi61 » Sa 26. Aug 2017, 10:21

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Aug 2017, 11:18)

Das sind Soldaten, ich dachte immer töten und sterben sei deren Job.


Nein, Bundeswehrsoldaten sollen das Land verteidigen.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4032
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Aug 2017, 10:44

yogi61 hat geschrieben:(26 Aug 2017, 11:21)

Nein, Bundeswehrsoldaten sollen das Land verteidigen.

Wie machen die das?
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
yogi61
Moderator
Beiträge: 47719
Registriert: So 1. Jun 2008, 10:00
Benutzertitel: Lupenreiner Demokrat
Wohnort: Bierstadt von Welt

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon yogi61 » Sa 26. Aug 2017, 11:00

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Aug 2017, 11:44)

Wie machen die das?


Ein Blick ins Grundgesetz ist manchmal hilfreich.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1042
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 26. Aug 2017, 11:27

OK - "wir" die Bundesrepublik Deutschland produziert und liefert keine Waffen mehr - das klingt erst einmal ganz toll und freut die potenten anderen Waffenproduzenten ganz ungemein. Es ist recht naiv anzunehmen, das dadurch auch nur eine der Konflikte plötzlich ohne Waffen dastünden. Sog. "Kleinwaffen" sind das wohl wirksamste Tötungsmittel. Die kann inzwischen jeder produzieren. Es gibt für den eher ärmlichen Krieger auf den zahlreichen "Kleinkriegsschauplätzen" dieser Welt seit Jahren eine Art Standardwaffe und das ist kein "Hightech Made in Germany", es ist das überall und in zahlreichen Fertigungsvariationen bekannt AK 47 - die Kalaschnikow. Ein Gerät, dessen Handhabung jedem Idioten in ~20 Minuten beigebracht werden kann - "wartungsarm" - vergleichbar gute Trefferquote - funktioniert unter allen Bedingungen und ist einfach und billig in der Herstellung. Die vorhandenen Bestände rund 100 Millionen auf 5 Kontinenten verschwinden nicht, nur weil hier in D friedensbewegten Idealisten das gern (durch den Verzicht auf dt. Waffenhandel) suggerieren möchten.

Die überwiegende Mehrzahl der Waffen wurde als AK-47 aus chinesischer Produktion identifiziert, ebenfalls vertreten waren Varianten aus Ägypten, Rumänien, Bulgarien, Serbien und Russland.
Oxfam hat geschrieben:Hergestellt werden Kalaschnikow-Gewehre und ihre Varianten in mindestens 14 Ländern:
Albanien, Bulgarien, China, Deutschland (ehemalige DDR), Ägypten, Ungarn, Indien, Irak, Nordkorea, Polen, Rumänien, Russland, Serbien und neuerdings auch in Venezuela.

Daneben gibt es Nachbauten und Weiterentwicklungen, die sich stark an den Funktionen und Konstruktionsprinzipen des AK-47 orientieren: die finnische Sako, das israelische Galil Schnellfeuergewehr und die südafrikanische R4, die alle auf Kalaschnikow-Technik basieren und entsprechende Komponenten verwenden.

Insgesamt wurden ca. 50-70 Millionen Kalschnikow-Gewehre produziert, einige Schätzungen gehen sogar bis zu 100 Millionen.

Zum Vergleich: Vom deutschen G3, der früheren Standardwaffe der Bundeswehr, wurden 15-20 Millionen Exemplare produziert, vom US-
amerikanischen M-16 5-7 Millionen.

Die Nachfrage nach AK-47-Gewehren ist an vielen Orten der Welt ungebrochen, unter anderem auch wegen ihres relativ günstigen Preises. Ein fabrikneues Gewehr aus russischer Produktion kostet um die 240 US-Dollar, abhängig von Modell, Ausstattung und Bestellmenge.

AK-47-Nachbauten aus ehemals jugoslawischen Armeebeständen kosten in Europa und den USA zwischen 50 und 100 US-Dollar pro Stück. In bestimmten Konfliktgebieten Afrikas, wo eine große Anzahl von Schusswaffen im Umlauf und das Angebot entsprechend umfangreich ist, ist eine gebrauchte Kalaschnikow ab 30 US-Dollar zu bekommen.
Was den dt. Waffenhandel angeht, ist der Löwenanteil meist in sehr teuren und großen Einzelkomponenten gebunden. Was dt. Kleinwaffen angeht - da wurden Lizenzen verkauft - die Kontrolle darüber liegt nun bei denen, welche diese Nachbauten produzieren.

Bei der AK-47 wird ohne jede Lizenz und Kooperationsvereinbarung munter überall produziert, wo diese vergleichsweise einfach herstellbare "Allroundwaffe" techn. machbare Produktion ermöglicht. Was mit den Waffen der exDDR geschah und wo diese nun "Dienste leisten" hier die WELT : Belgien wollte von der NVA nur ein MG und eine Patrone alles längst Vergangenheit, aber die Folgen sind aktuell und nicht rückholbar.

Waffen aus D fehlen ? Toll, da gibt es zahlreiche Staaten die sofort den "entstehenden Mangel" ausgleichen. Übrigens die Selben, welch dann unsere Polizei und "Streitkräfte" beliefern werden - eine Produktion nur für den vergleichbar geringen Eigenbedarf ist schlich zu teuer.

OK - die Bundeswehr soll sich überall zurückziehen - "wir" die Bundesrepublik Deutschland tun das selbe, was Unternehmer in einen solchen Fall tun - wir "sourcen out" - irgendwer wird schon unsere Interessen vertreten - oder schlich dann ist in dieser realen Welt D "außen vor". Eine wunderbare friedliche Welt ganz wie sich das der naive Gutmensch so gern vorstellt - ist also der Plan :?: Auf welchem Planeten denn :?: Die Erde kann da wohl kaum gemeint sein. Sapiens mordet sich da seit wenigsten 500.000 Jahren in wechselnder Intensität und jetzt, wo das Gedränge immer größer, die Ressourcen immer geringer und teurer werden, fällt das Morden einfach flach :?: Nicht das ich dies nicht begrüßen würde - nur wie realistisch sind diese Forderungen tatsächlich ?

Menschen (auch) in zivilisierten Weltgegenden können nur mühsam und durch Waffengewalt davon abgehalten werden sich gegenseitig zu ermorden. Ob die einzelnen BW-Einsätze immer so der Weisheit letzter Schluss sind und ob ab und an statt "herumzukleckern" nicht ein massiver, rechtzeitiger militärischer Schlag, bestimmte Entwicklungen im Keim erstickt hätten, ist ebenfalls eine Frage zum Thema.

Gute Idee die BW-Soldaten nicht für unsere wirtschaftlichen und sonstigen Interessen sterben zu lassen - schließlich gibt es ja genügen andere die das für eine ordentliche Bezahlung "in Vertretung" tun würden. Andererseits handelt es sich bei der derzeitigen BW um eine Armee in "Transition zur Berufsarmee" - da kann man nur sagen "Augen auf bei der Berufswahl" - zum Soldatsein in der Realität gehört auch das Sterben und verwundet werden. Nun ja, womöglich fällt das ja im "Cyberwar" dann einfach wech.. :thumbup: Bis dahin ???
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4032
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Aug 2017, 12:07

yogi61 hat geschrieben:(26 Aug 2017, 12:00)

Ein Blick ins Grundgesetz ist manchmal hilfreich.


Da steht leider auch nicht drinnen wie so eine Verteidigung im Praxisfall abläuft. :( Aber ich vermute da immer noch ganz stark das dabei Menschen aufeinander schießen würden, bei so einer Verteidigung.
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
yogi61
Moderator
Beiträge: 47719
Registriert: So 1. Jun 2008, 10:00
Benutzertitel: Lupenreiner Demokrat
Wohnort: Bierstadt von Welt

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon yogi61 » Sa 26. Aug 2017, 12:12

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Aug 2017, 13:07)

Da steht leider auch nicht drinnen wie so eine Verteidigung im Praxisfall abläuft. :( Aber ich vermute da immer noch ganz stark das dabei Menschen aufeinander schießen würden, bei so einer Verteidigung.


Das ist anzunehmen. Es geht hier aber darum, dass unsere Soldaten unter fadenscheinigen Gründen irgendwo in der Welt herumballern. Junge Menschen dem man irgendeinen Mist einredet und denen es später eh keiner mehr dankt. Nicht die Bevölkerung und schon gar nicht die, die sie dort hingejagt haben.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4032
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Aug 2017, 12:19

yogi61 hat geschrieben:(26 Aug 2017, 13:12)

Das ist anzunehmen. Es geht hier aber darum, dass unsere Soldaten unter fadenscheinigen Gründen irgendwo in der Welt herumballern. Junge Menschen dem man irgendeinen Mist einredet und denen es später eh keiner mehr dankt. Nicht die Bevölkerung und schon gar nicht die, die sie dort hingejagt haben.


Ja so ist das Soldatenleben, Herr befehle ich mache.
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 6903
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Moses » Sa 26. Aug 2017, 12:33

Wenn sich dieser Strang genau so weiter entwickelt wie es jetzt abzusehen ist - und ich befürchte, das war die Intension des Starngerstellers - dann geht er bald den Weg alles Überflüssigen, direkt in die Ablage.

Moses
Mod
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6782
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Quatschki » Sa 26. Aug 2017, 12:55

OK, wenn die Diskussion grundsätzlicher geopolitischer Aspekte hier nicht erwünscht ist...
Aber wieviele Gegner haben die Bundeswehrsoldaten getötet? Wieviel Kriegsgefangene eingebracht? Was ist mit denen geschehen?
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1042
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 26. Aug 2017, 13:09

Auch wenn nach Deiner Einschätzung Moses womöglich "überflüssig", möchte ich dennoch (weiter) meinen Senf dazugeben...

Ja so sind sie halt die Fehlschlüsse und falschen Erklärungen :
Senexx hat geschrieben:....und den Bevölkerungsüberschuss zu reduzieren
Einfach mal nachdenken - besser nachrechnen - selbst WK II - das wohl mörderischste Großereignis im vergangenen Jahrhundert hat für diesen von Dir kolportierten "Zweck" ganze sechs Jahre benötigt um ~ 80 Millionen Menschen am Ende tot zu sehen (das ist der Maximalwert)

Um den Unsinn, Kriege (jedenfalls selbst dieser Größenordnung !) könnten das Bevölkerungswachstum "erfolgreich" wenigstens bremsen, lässt sich mit einer Zahl recht gut verifizieren - beim gegenwärtigen (durchschnittlichen !) Tempo des Bevölkerungszuwachs von nur 1,1 % kommen jährlich in etwa 80.000.000 neue "Erdenbürger" auf diese Welt. Um also auf Nullwachstum zu kommen, bedeutet die jährlich und das für eine sehr lange Zeit - einmal zum Vergleich alle Einwohner in D zu ermorden - " jährlich" also auch im nächsten Jahr usw. usf. :s

Trotz all des Leids von all diesen Kriegen, einen Beitrag zur Verhinderung des Bevölkerungsüberschuss leisten Kriege eher nicht. Durch das damit verbundene Wegbrechen von Staatlichkeit, tritt eher das Gegenteil ein.

Es existiert allerdings ein Problem, welches durch den Bevölkerungsüberschuss nicht besser wird. Im Prinzip ist es ein reines Energie- und Ressourcenproblem und in geringem Umfang auch ein "Verteilungsproblem". Aber wenn schon Europäer - das sind wir doch hier wohl alle - trotz eines sehr hohen Bildungsgrads das nicht zu erkennen vermögen, dann, wer sonst (klar alle die funktionierende Bildungssysteme unterhalten, könnten das auch erkennen) :?:

Mangel, gleichgültig durch welche Mechanismen hervorgerufen, führt "am Ende der Kette" wie selbstverständlich zu Krieg und Gewalt. Nun das letzte Glied einer Kette zu entfernen, ändert rein garnix an allen davor. Nach dem Verursachungszusammenhang ist das einfach zu kurz gedacht. Klingt nobel - wäre nobel - ist aber Dank der "vorgelagerten" Zusammenhänge schlicht Unsinn...
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6782
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Quatschki » Sa 26. Aug 2017, 13:39

immernoch_ratlos hat geschrieben:(26 Aug 2017, 14:09)
Ja so sind sie halt die Fehlschlüsse und falschen Erklärungen : Einfach mal nachdenken - besser nachrechnen - selbst WK II - das wohl mörderischste Großereignis im vergangenen Jahrhundert hat für diesen von Dir kolportierten "Zweck" ganze sechs Jahre benötigt um ~ 80 Millionen Menschen am Ende tot zu sehen (das ist der Maximalwert)

Der schlimmste Krieg in unserer Gegend war diesbezüglich der dreißigjährige Krieg.
Die Landbevölkerung ging um ca. 40 Prozent, die städtische Bevölkerung um ca. 25 Prozent zurück. Das Auszugleichen hat Jahrzehnte gedauert.
Und man kann es vom Ausmaß her überhaupt nur vergleichen mit den großen Pestepidemien des 15.Jahrhunderts und mit dem Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 1622
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Senexx » Sa 26. Aug 2017, 13:58

immernoch_ratlos hat geschrieben:(26 Aug 2017, 14:09)

Auch wenn nach Deiner Einschätzung Moses womöglich "überflüssig", möchte ich dennoch (weiter) meinen Senf dazugeben...

Ja so sind sie halt die Fehlschlüsse und falschen Erklärungen : Einfach mal nachdenken - besser nachrechnen - selbst WK II - das wohl mörderischste Großereignis im vergangenen Jahrhundert hat für diesen von Dir kolportierten "Zweck" ganze sechs Jahre benötigt um ~ 80 Millionen Menschen am Ende tot zu sehen (das ist der Maximalwert)

Um den Unsinn, Kriege (jedenfalls selbst dieser Größenordnung !) könnten das Bevölkerungswachstum "erfolgreich" wenigstens bremsen, lässt sich mit einer Zahl recht gut verifizieren - beim gegenwärtigen (durchschnittlichen !) Tempo des Bevölkerungszuwachs von nur 1,1 % kommen jährlich in etwa 80.000.000 neue "Erdenbürger" auf diese Welt. Um also auf Nullwachstum zu kommen, bedeutet die jährlich und das für eine sehr lange Zeit - einmal zum Vergleich alle Einwohner in D zu ermorden - " jährlich" also auch im nächsten Jahr usw. usf. :s

Trotz all des Leids von all diesen Kriegen, einen Beitrag zur Verhinderung des Bevölkerungsüberschuss leisten Kriege eher nicht. Durch das damit verbundene Wegbrechen von Staatlichkeit, tritt eher das Gegenteil ein.

Das ist letztlich eine Funktion der Länge der Kriege und ihrer Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Die Kriege in Afrika haben eher den Charakter wie der 30jährige Krieg, den schon Quatschki in die Debatte geworfen hat.
Trollprovokationen prallen an mir ab. Nicht immer, aber immer öfter.

[size=50]Meine Ignorelist: Alexyessin, Cobra9, Frems, Moses, Nomen Nescio[/size]
jellobiafra
Beiträge: 993
Registriert: Sa 20. Sep 2008, 18:42

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon jellobiafra » Sa 26. Aug 2017, 14:20

Peter Scholl Latour sagte mal in einer Talkshow sinngemäß, dass die Auslandseinsätze der Bundeswehr keine erhöhte Gefahr für die Soldaten darstellen, verglichen mit normalen Bundeswehrmanövern, in denen auch immer Soldaten durch Unfälle ums Leben kommen. Während meiner 15monatigen Wehrpflicht waren es 2 Soldaten aus unserer Kompanie. 108 Tote erscheint mir jetzt für 25 Jahre keine sehr hohe Zahl. (Wobei natürlich jeder tote Soldat einer zuviel ist). Ich habe auch den Spiegel-Artikel gelesen. Da waren es tatsächlich 37 Soldaten, die durch Kampfhandlungen im weitesten Sinn gestorben sind (Attentate, Beschuss).

Über Todesfälle bei der Bundeswehr allgemein:

Todesfälle in der Bundeswehr

Berlin, 02.08.2017.
Seit Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 haben rund 3.200 militärische und zivile Angehörige der Bundeswehr infolge der Ausübung ihrer Dienstpflichten ihr Leben verloren.


Hier der Link:
[url]
https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde ... 52DK9R00I0[/url]

Es fällt auf, dass die Zahl der getöteten Soldaten stark rückläufig ist, seitdem sich die Bundeswehr im Ausland engagiert. (Ist natürlich eine Korrelation und kein Kausalnexus)
Zuletzt geändert von jellobiafra am Sa 26. Aug 2017, 15:02, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Cat with a whip
Beiträge: 9496
Registriert: Fr 4. Jul 2008, 20:49

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Cat with a whip » Sa 26. Aug 2017, 14:45

yogi61 hat geschrieben:(26 Aug 2017, 11:16)

Da die meisten Parteien dieses Thema immer einhellig aus der politischen Diskussion verbannen, wird es auch kaum zur Kenntnis genommen.
Die Familien der getöteten Soldaten können einem Leid tun, denn ihre Angehörigen sind völlig sinnlos gestorben. Vergessen wir auch bitte nicht, dass es auch genügend Opfer unter den Soldaten gibt, die geistig oder körperlich verstümmelt wurden, auch bei denen dürfte sich die Frage nach dem Sinn inzwischen stellen.


Es ist ganz sicher so, dass gerade jungen Männer und Frauen die eigene Erfahrung der Traumatisierung durch intensive Gewalterlebnisse fehlt, die auch meinen sich einem kalkulierbaren Risiko auszusetzen oder naiv genug sind der propagandistischen Eigendarstellung der BW als "THW in Flecktarn" hereinzufallen. Jedoch spätestens in der Ausbildung wird auch der trübsten Tasse am Schießstand mit dem MG3 im Anschlag klar wohin der Zug fährt weil mit dem Zusammenzählen von eins und eins diese Simulation nicht mehr nur Spiel bleiben wird, sondern sie sich ja verpflichtet haben im Extremfall ohne doppelten Boden sich in Kriegsgebieten realen Kampfeinsätzen auszusetzen, wenn dies so befohlen würde.

Dumm nur, es geht dem Eingangsbeitrag um etwas ganz anderes:

Im weiterhin sollten Sie auch geschnallt haben dass es rechtsextremen Thesen weniger um Menschenleben geht, sondern eher darum dass der Schutz von Menschen irgendwo auf der Welt des Opfers deutschen Blutes nicht wert ist und schon gar nicht dafür Deutsche zahlen sollten. Stattdessen verlegt man sich auf die skrupellose Bedienung jeglicher Kriegsparteien mit Waffen was natürlich auch dann wirtschaftliche Interessen im eignen Land zugute käme.
Das bedeudet, dass der Standpunkt kein pazifistischer ist, sondern lediglich die Praxis von ausgedehnten Kriegswaffenexporten wiederspiegelt.
Diese Praxis ist ja gescheitert und kann keine Konflikte eindämmen. Daher gibt es ja mandatierte Einsätze unter der UN und zumindest die Absicht die verbreitung von Kriegswaffen zu reglementieren und zu begrenzen.

Insofern gilt die These des Eingangsthread von der Realität längst überholt.

Und wenn wir jedoch die Unfallrisiken unter den Soldaten ganz nüchtern anhand nackter Zahlen betrachten und mit anderen Berufsgruppen vergleichen, dann stellen wir statistisch keine besondere Gefährung für Bundeswehrsoldaten gegenüber anderer Berufsgruppen wie z.B. dem Handwerker fest. Im Schnitt verunglücken tödlich im gesamten Handwerksbereich jährlich ca. 400 Beschäftigte bei 5,45 Mio. Beschäftigten. Dagegen stehen ca. 178.000 Bundeswehrsoldtaen im aktiven Dienst. Von den seit 1992 in die Auslandseinsätze entsandten Bundeswehrangehörigen starben 108 – 37 Soldaten fielen durch Fremdeinwirkung, 71 kamen durch sonstige Umstände ums Leben. Das heist nur ein Drittel der Toten ist von feindlicher Wirkung getötet worden. Also in 25 Jahren 37 Kriegstote. Nehmen wir aber die anderen 71 noch mit dazu. Dann rechnen wir wie folgt das Risiko bei der Bundeswehr: 108 Tote / (178.000 aktive Soldaten * 25 Jahre). Im Kehrwert wäre das pro Kopf ein Toter in 41.000 Jahren bei der Bundeswehr.
Im Handwerk sind das 400 Tote / 5.450.000 Beschäftigte, und somit stirbt alle 13600 Jahre unser Handwerker für seine Arbeit.
Damit ist das Risiko eines Handwerkers durch seine Arbeit zu sterben dreimal höher als das eines Bundeswehrsoldaten. Den Arbeitern kann man nur zurufen, geht zum Bund, dann lebt ihr länger.

Stellen wir mal ohne das übliche VERLOGENE vaterländische "Holt-unsere-armen-Jungs-heim-Geschmusi" und Heuchelei klipp und klar fest: Es gab in der BRD zu keiner Zeit den Zwang sich für Auslandseinsätze rekrutieren zu lassen und für die Verpflichtung zu Auslandseinsätzen war IMMER die ausdrückliche freie Willensbekundung erforderlich.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 1622
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Senexx » Sa 26. Aug 2017, 14:58

Cat with a whip hat geschrieben:(26 Aug 2017, 15:45)

Dumm nur, es geht dem Eingangsbeitrag um etwas ganz anderes:

Im weiterhin sollten Sie auch geschnallt haben dass es rechtsextremen Thesen weniger um Menschenleben geht, sondern eher darum dass der Schutz von Menschen irgendwo auf der Welt des Opfers deutschen Blutes nicht wert ist und schon gar nicht dafür Deutsche zahlen sollten. [/b][/i][/u]

Ich muss Sie enttäuschen. Ich bin nicht rechtsextrem. Woher nehmen Sie das Recht, mich derart zu diffamieren?

Ich bin anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Mit Prüfungsausschuss, durchfallen, und Spruchkammer-Sieg. Ich habe nicht weinerlich argumentiert, sondern politisch. Mit der Schnez-Studie u.a. Was Ihnen vielleicht nichts sagen dürfte. Dem Ersatzdienst habe ich mich selbstverständlich auch entzogen.

Mit den Jahren, der politischen Erfahrung, bin ich von meiner früheren pazifistischen Grundhaltung etwas abgerückt und habe durchaus militärische Aktionen für nicht ganz sinnlos gehalten.

Heute kehre ich zu den Grundeinstellungen meiner Jugend wieder zurück. Die Ergebnisse der letzten 20 Jahre haben mich etwas ernüchtert.

Ich finde, Sie sollten sich einfach mit Beleidigungen zurückhalten. So etwas sollte in einer politischen Diskussion keinen Platz halten.
Trollprovokationen prallen an mir ab. Nicht immer, aber immer öfter.

[size=50]Meine Ignorelist: Alexyessin, Cobra9, Frems, Moses, Nomen Nescio[/size]

Zurück zu „3. Außenpolitik - Aus aller Welt“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste