Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

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Nomen Nescio
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 28. Aug 2017, 10:15

H2O hat geschrieben:(28 Aug 2017, 10:50)

Bei aller Freude an politischen Gesprächen empfinde ich doch einen Widerwillen, wenn Leute einen so unüberlegten und pampigen Beitrag absondern.

ich dachte zuerst, du meintest meinen beitrag. aber danach folgert ich, daß du auch bei dem anfangsbeitrag bedenken hast.
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H2O
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon H2O » Mo 28. Aug 2017, 13:42

Nomen Nescio hat geschrieben:(28 Aug 2017, 11:15)

ich dachte zuerst, du meintest meinen beitrag. aber danach folgert ich, daß du auch bei dem anfangsbeitrag bedenken hast.


Aber nicht doch; ich wollte Ihre Sichtweise verstärken! Ohne Ihren Beitrag hätte ich mich in der Sache gar nicht gerührt.

Für gewöhnlich bin ich stinksauer, wenn Leute aus sicherer Deckung über andere zu Gericht sitzen, die für die Sicherheit und Zukunft unserer Gemeinschaft schlimmstensfalls mit ihrem Leben oder ihrer Gesundheit bezahlen. Denken Sie an den Einsatz beim G20; gerade erst gewesen. Gottlob ohne dieses höchste Opfer. Natürlich ist mir bewußt, daß viele der jungen Leute keine "Philosophen" sind und auch gar nicht sein dürfen. Ich war mit diesen jungen Leuten jahrzehntelang international verbunden und wußte ihre Hilfsbereitschaft und ihre Kameradschaft zu schätzen... übrigens auch ihren Respekt vor dem älteren und erfahrenen Kollegen.

Na gut, Schwamm drüber!
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Nomen Nescio
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 28. Aug 2017, 13:47

H2O hat geschrieben:(28 Aug 2017, 14:42)

Aber nicht doch; ich wollte Ihre Sichtweise verstärken! Ohne Ihren Beitrag hätte ich mich in der Sache gar nicht gerührt.
...
Na gut, Schwamm drüber!

wenn ich einen nicht fundierten beitrag lese, denke ich meist »ade«. wenn aber billige, falsche propaganda betrieben wird, reagiere ich. denn gerade das fehlen daran kann zu katastrophen führen. vide brexit, vide trump, um in unsrer zeit zu bleiben.
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H2O
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon H2O » Mo 28. Aug 2017, 14:01

Nomen Nescio hat geschrieben:(28 Aug 2017, 14:47)

wenn ich einen nicht fundierten beitrag lese, denke ich meist »ade«. wenn aber billige, falsche propaganda betrieben wird, reagiere ich. denn gerade das fehlen daran kann zu katastrophen führen. vide brexit, vide trump, um in unsrer zeit zu bleiben.


Gerade die genannten Veränderungen... siehe auch Ukraine und Krim... verdeutlichen doch die Notwendigkeit, unsere Wehrhaftigkeit auf einen Stand zu bringen, der unserer Bevölkerungszahl und unserer Wirtschaftskraft entspricht. Das meine ich jetzt nicht nur deutsch, sondern europäisch.

Wenn man dann solche Beiträge findet, dann gehen bei mir alle Gäule durch!
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 28. Aug 2017, 14:02

H2O hat geschrieben:(28 Aug 2017, 15:01)

Gerade die genannten Veränderungen... siehe auch Ukraine und Krim... verdeutlichen doch die Notwendigkeit, unsere Wehrhaftigkeit auf einen Stand zu bringen, der unserer Bevölkerungszahl und unserer Wirtschaftskraft entspricht. Das meine ich jetzt nicht nur deutsch, sondern europäisch.

Wenn man dann solche Beiträge findet, dann gehen bei mir alle Gäule durch!

GENAU !!
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 28. Aug 2017, 16:43

Senexx hat geschrieben:Meine Meinung dazu ist klar: Jedes Opfer ist eines zu viel. Die Bundeswehr sollte sich überall, wo es schnell möglich ist, zurückziehen. Es wären ja ganz andere Strategien denkbar. Zum Beispiel Waffenlieferungen, damit sich die jeweiligen Kriegsparteien gegenseitig in Schach halten.
Darin enthalten, die immer gleiche Forderung - darauf bin ich eingegangen.

Die Position der Bundesrepublik Deutschland ist auf Grund unserer Interessen mindestens "vielschichtig" ein Punkt davon heben die "üblichen Kritiker" meist und als ausschlaggebend hervor. Dabei finde ich es eben bemerkenswert, bei all diesen (größtenteils) unerklärten Kleinkriegen (soweit überhaupt zwei Staaten gegeneinander Krieg führen) oder was meist der Fall ist "irgendwelche irreguläre Freischärler" extern oder intern gegen die eigene oder fremde Regierung(en) kämpfen oder eben eine oder mehrere "Terrororganisationen" (eine der Wortschöpfungen, welche von unterschiedlichen Protagonisten als solche bezeichnet werden).

Die Idee diese Einsätze als quasi "Polizeiaktionen" kommt der Realität meist sehr nahe - wenn auch die daraus entstehenden (meist lokalen) Kampfhandlungen sich von kriegerischen Auseinandersetzungen (Waffeneinsatz) nur wenig unterscheiden. Deutschland führt seit 1945 mit keinem Staat der Welt einen regulären - im Völkerrecht recht klar definierten - Krieg. Auch nicht mit Afghanistan.

Eine völlige "Nichtbeteiligung" erscheint mir als völlig illusorisch. D wird aus vielen unterschiedlichen Gründen mehr oder weniger "freiwillig" an derartigen "Veranstaltungen" teilnehmen. Es ist schlicht naiv, das ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland durch eine große Zahl von Interessen, aber auch vertragliche Bindungen, sich vollständig aus allen derartigen "Gelegenheiten" heraushalten kann.

Die Forderung - keine Waffen produzieren und exportieren wird immer im selben "Atemzug" mit der Nichtteilnahme an Einsätzen im Ausland genannt. Wer dies gewöhnlich und aus gut erkennbarer politischer Absicht geradezu penetrant fordert, ist ganz vorn DIE LINKE. Ohne jedoch auch nur einen Ansatz von realistisch möglicher Lösung mitzuliefern. In dieser Partei gibt es auch heute noch Mitglieder, welche dies in deren Vorgängerorganisation durchaus anders sahen.

Den Kriegsdienst zu verweigern zu können, ist einer der vielen Vorzüge, welches die Bundesrepublik Deutschland ihren Staatsbürgern bietet - bieten muss. Wer, warum auch immer nicht dieser Idee folgt ("Streitkräfte" zu unterhalten), weil dann eben andere diesen Dienst leisten (mussten), steht für mein Empfinden auf Augenhöhe zu all denen, die realistisch einen wehrhaften Staat bevorzugen. Zu denen gehöre ich aus Überzeugung (auch wenn ich aus Altersgründen längst aus der "Reserve I" (Reservisten, die auf einem V-STAN-Dienstposten eingeplant sind und im Spannungs- oder Verteidigungsfall zum zeitlich unbegrenzten Wehrdienst einberufen werden (sogenannte „mob-eingeplante Reservisten“) ausgeschieden bin. Bis vor ca. 14 Jahren hätte ich jederzeit wieder einberufen und werden können.

Selbstverständlich haben sich durch politische Veränderungen, auch die potentiellen Gegner inzwischen nahezu völlig verändert. Der relativen "klaren" Vorstellung "Freund / Feind" ist längst einer völlig undurchsichtiges Geflecht von möglichen und tatsächlichen Gegnern gewichen. Die Kampfführung der Gegner entspricht aus naheliegenden Gründen der Guerillataktik. Die heutige BW ist darauf in ihrer Doppelrolle nur sehr unzureichend vorbereitet. Die Bewaffnung ist zum Teil noch auf "reguläre Kampfhandlungen" mit regulären Gegnern eingestellt und die zwangsweise nahezu regellose "Kampfführung" durch gegnerische Terrorgruppen hat mit dem was als "klassische Kriegsführung" verstanden wird, nichts mehr zu tun.

Dass besonders perfide an hiesigen Kritikern ist - sie messen mit deutlich zweierlei Maß bei der Beurteilung von Kampfhandlungen, in die BW-Einheiten zwangsläufig verwickelt werden, sollen sie ihren vom dt. Parlament beschlossenen Aufträgen gerecht werden. Wenn selbst dt. Polizisten in D zunehmend durch "Ableger" dieser Terrororganisationen sich tödlicher Gefahr aussetzen müssen (was nicht zu deren Pflichten gehört - in Ausübung ihres Dienstes verwundet - getötet zu werden), ist dieser Teil für Angehörige dt. Streitkräfte durchaus "part and parcel" ihres Dienstes, besonders, wenn sie an solchen "Auslandsmissionen" teilnehmen.

SAZ (Soldat auf Zeit) und Berufssoldaten, haben sich "automatisch" auch zu der Möglichkeit zum Auslandseinsatz befohlen zu werden, anlässlich ihrer Einstellung in die BW verpflichte. Wem das - warum auch immer - später nicht mehr passt, hat nur noch die Möglichkeit eines K-Verweigerungsverfahrens und anerkannt, hat dies die Entlassung aus der BW zur Folge. Da die Wehrpflicht (die Einberufung zum Grundwehrdienst wurde im März 2011 ausgesetzt) nur noch im Spannungs- oder Verteidigungsfall wieder "auflebt", stellt sich die Frage der Freiwilligkeit zu Auslandseinsätzen für alle derzeitigen BW-Soldaten nicht. Ein Einsatz wird grundsätzlich befohlen und eine Weigerung ist damit schlicht eine Befehlsverweigerung (§ 19 Wehrstrafgesetz (WStG) "Ungehorsam").

Vielleicht sollten Kritiker die den Tod von BW (zu Recht) beklagen, darüber nachdenken, dass dies immer (Ausnahmen Unfall) durch feindliche Aktivitäten geschieht und erst mittelbar mit dem befohlenen Einsatz in Verbindung steht. Es ist eine Handlung des Gegners, welches Verwundung und oder Tod eines rechtmäßig vor Ort befindlichen Soldaten verursacht.

Das Risiko auch durch den Einsatz eines dt. Truppenkontingents das erhoffte Ziel - akzeptiert durch Mehrheitsbeschluss des BT - Quelle : bpb "Die Mandatierung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr" nicht zu erreichen, kann wohl kaum der Grund dafür sein, diese Notmaßnahme nicht durchzuführen.

Ich gehe noch einen Schritt weiter, wer glaubt ein sich aufbauender Krisenherd verschwinde, weil man selbst als "tapferer Pazifist" Gewalt grundsätzlich ablehnt, fördert womöglich diese Entwicklung durch Passivität und wird so mitschuldig. Es mag ja kindisch klingen, aber ein Feuer ist zu Beginn leichter und mit Aussicht auf Erfolg zu bekämpfen. Gerade die Ereignisse der letzten Jahre zeigen, ohne militärisches Eingreifen versinken ganze Regionen im Chaos. Die miese Behauptung dies sei erst ein Eingreifen entstanden, ist solange tatsächlich berechtigt, wie weder Wille noch Plan existieren das "Nachher" gestalten zu wollen. Libyen ist ganz genau so ein Fall. Eine "robuste" Eingreiftruppe (also eine Truppe, welche die notwendigen Kämpfe mit Aussicht auf Erfolg führen kann) hätte mit großer Erfolgsaussicht die chaotische Lage von Heute verhindern helfen können. Allein die dort vorhanden Waffen sofort und vor Ort zu vernichten, wäre schon ein großer Erfolg gewesen. So hat Europa aus den falschen Motiven und Appeasementpolitik die kleine Gewalt verweigert, um heute vor einer praktisch total außer Kontrolle geratenen Situation zu stehen und reichlich Krokodilstränen über die "unmenschlichen Verhältnisse" dort zu vergießen.

Nur weil die USA seit ihrem Erfolg in Europa und Asien ~1945 nicht im Ansatz wiederholen konnten, sind solche Aktionen nicht unmöglich oder für immer "unstatthaft". Da alles mit allem zusammenhängt, die heutige Rolle der USA hat sehr viel mit dem europäischen Unvermögen seine Angelegenheiten sinnvoll selbst zu regeln ( nicht nur die Kriegseintritte 1916 & 1941) zu tun. Besonders die Appeasementpolitik der Briten und Franzosen führte geradewegs in den WK II. (nur ein Beispiel) die Besetzung der "entmilitarisierte Zone" des Rheinlands durch deutsche Truppen 1936. Hätte durch ein sofortiges Eingreifen der dazu vertraglich verpflichteten / berechtigten Franzosen dem "Spuk" ein sofortiges Ende bereitet. F hatte ~12 Divisionen unter Waffen - auch ohne eine Generalmobilmachung Frankreichs, wäre es den schon zahlenmäßig unterlegenen dt. Truppen nicht gelungen, den Verbündeten des "Locarno-Vertrages" zu widerstehen usw. usf.

Auch das lässt sich aus Geschichte lernen.....
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 30. Aug 2017, 14:24

Es wäre gut, deutsche Soldaten aus Kriegen abzuziehen. Deutschland ist ein Hochlohnland. Warum sollen deutsche Interessen in Afrika oder Asien nicht zu lokalen Marktpreisen durchgesetzt werden?
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Re: Schon 108 Tote Bundeswehrsoldaten

Beitragvon Flaschengeist » Do 31. Aug 2017, 12:48

Senexx hat geschrieben:(26 Aug 2017, 10:58)

Siet 1992 starben bereits 108 Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinätzen, die Kosten beliefen sich auf über 21 Milliarden Euro.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 64708.html

Ist dieser Preis, insbesondere der Blutzoll angemessen?

Wohl gemerkt, es handelt sich nirgendwo um richtige "Kriesgseinsätze", es sind immer nur mehr oder minder angebliche "Polizei" oder Friedensmissionen.

Meine Meinung dazu ist klar: Jedes Opfer ist eines zu viel. Die Bundeswehr sollte sich überall, wo es schnell möglich ist, zurückziehen. Es wären ja ganz andere Strategien denkbar. Zum Beispiel Waffenlieferungen, damit sich die jeweiligen Kriegsparteien gegenseitig in Schach halten.



Wer mitreden will muß Opfer bringen. Soldaten bringen die Opfer. PolitikerInnen reden mit.

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