Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

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King Kong 2006
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Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 20. Mär 2017, 21:06

Wenn man sich Bilder von Weltkarten aus den USA ansieht, sieht man oft den Amerikanischen Kontinent in der Mitte. Im Osten Europa, dann ein harter Schnitt und Ende. Im Westen sieht man Asien (wie man sieht ist das auch nur eine Ansichtssache, was "Westen" und "Osten" ist, entpolitisiert sozusagen). Eine zerschnittene Weltkarte. Unsinnig, aber die USA in der Mitte. Das Reich der Mitte. Auf anderen Weltkarten ist Europa in der Mitte. Ist ja aus europäischer Sicht auch völlig logisch. Schon recht in Kolonialzeiten. Dabei hielt und hält sich ja China als Reich der Mitte auf deren Karten ist meist China in der Mitte, wenigstens werden da die Kontinente nicht zerschnitten. Der Osten ist für sie die USA. Auch hält sich das Kalifat und oder für die Muslime Mekka um das sich sprichwörtlich alles dreht für den Nabel der Welt. Je nach Kultur hält sich so manches Völkchen für den Mittelpunkt der Erde. Bei einer grafischen Darstellung würden sie sich wohl zentralisiert darstellen.

In den USA wird jetzt wieder eine Weltkarte herausgekramt - von einem Deutschen - der die geografischen Verhältnisse an die realen Umstände angepasst darstellen soll. Die asiatische Landmasse ist nicht mehr zerschnitten und die Flächen der Kontinente und somit Staaten ist der Realität entsprechender. Erstaunend in der Relation, wie groß Afrika wirklich ist. Und China und Indien. Insgesamt "wird" die sogenannte 2. und 3. Welt größer und Nordamerika, Europa und Russland deutlich kleiner. Ist das in der Korrelation in der Bedeutung in der Gegenwart Asiens zum "Westen"? (z.B. „Die Rückkehr Asiens. Das Ende der westlichen Dominanz“ von Kishore Mahbubani)

Man mag meinen, ist doch eh egal, aber solch eine Darstellung ist mutig. Und die Verschiebung der Darstellung. Wie wichtig das ist sieht man wie gesagt daran, daß die USA sich gerne in der Mitte der Weltkarte sehen. Solche Fragen können existentieller und streitsüchtiger sein, als man denkt. Und die Sicht auf die Dinge verändern, siehe die Schüler.

Maßstabsgetreue Kontinente

US-Schüler lernen mit neuer Weltkarte

Europa und die USA schrumpfen, Indien und Australien wachsen: Die Bostoner Schulbehörde will Kindern zeigen, wie die Welt wirklich aussieht - und verabschiedet sich von der Standardweltkarte.


So erscheint Grönland etwa gleich groß wie Afrika, obwohl der afrikanische Kontinent in Wahrheit gut 14-mal größer ist. Schweden wirkt dreimal so groß wie Indien, dabei weist es nur ein Siebtel von dessen Landfläche auf.

In öffentlichen Schulen in Boston wird deshalb neuerdings eine andere, maßstabsgetreuere Weltkarte verwendet: Im Vergleich zur Mercator-Karte sind die USA und Europa darauf geschrumpft, Afrika und Lateinamerika schmaler, aber länger. Und Deutschland liegt nicht mehr in der Mitte der Karte, sondern im Norden.

"Die Mercator-Projektion zeigt Europa als Zentrum der Welt", sagt Colin Rose, der bei der Bostoner Schulbehörde für das Pilotprojekt zuständig ist. Mit den neuen Weltkarten wolle man "den Lehrplan entkolonialisieren" und nicht mehr nur die "weiße Sicht der Geschichte" zeigen.


Die Weltkarte, die nun in Boston zum Einsatz kommt, geht auf den Bremer Historiker und Hobby-Kartograf Arno Peters zurück. Er versuchte in den Siebzigerjahren, Mercators Verzerrung mit seiner "Peters-Projektion" auszugleichen. Anders als Mercator ließ er die Abstände zwischen den Breitengraden zum Äquator hin anwachsen.

Als er seine Karte 1973 der Öffentlichkeit präsentierte, urteilte die Deutsche Gesellschaft für Kartografie, sie zeige "groteske Deformierungen der einzelnen Erdteile" und die Kontinente sähen aus, "als wären sie aus zerlaufenem Soft-Eis". Trotzdem konnte Peters Kirchen und Uno-Organisationen für seine Karte begeistern und auch ein Atlas wurde gedruckt.


In Boston bekommen die Schüler im Unterricht nun die Kartenversionen von Mercator und Peters vorgelegt. Die ersten Reaktionen seien erstaunlich gewesen, sagt eine Lehrerin. "Es war spannend zu sehen, wie die Schüler plötzlich infrage gestellt haben, was sie bisher zu wissen glaubten."

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 39537.html
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon Perdedor » Di 21. Mär 2017, 01:02

Naja. Die Wahl zwischen einer winkelgetreuen (z.B. Marcator) oder flächengetreuen (z.B. Peters) Darstellung hat nichts mit Kolonialismus zu tun.
Winkeltreue ist für die Navigation wichtig. Im schulischen Kontext mag Flächentreue wichtiger sein, aber die Petersprojektion ist doch ziemlich verzerrt und macht die Wiederekennung von Formen schwieriger. Besser wären da nicht-zylindrische Projektionen, z.B. Eckert IV
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... ion_SW.jpg
Siehe https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_map_projections
Hier sind Längengrade aber leider keine Geraden mehr. Die perfekte Projektion einer Kugeloberfläche auch eine Ebene ist eben nicht möglich.

Die Frage nach der Zentrierung ist davon unabhängig und natürlich ist es nicht sinnvoll eine Landmasse zu durchschneiden. Ebenso wäre es nicht sinnvoll die Pole nicht oben bzw unten darzustellen. Demnach muss der Äquator immer in der vertikalen Mitte sein, unabhängig von der historischen Relevanz der Region.
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon Quatschki » Di 21. Mär 2017, 07:21

Da gibt es noch was viel genialeres. Nennt sich Globus!
In seiner digitalen Form auch Google Earth
Sollte man denen in Boston vielleicht mal sagen?

Da versteht man auch, warum die Flugzeuge nach Amerika alle auf so (auf der flachen Karte komisch krummen) Routen über Grönland und das Polargebiet fliegen
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon Perdedor » Di 21. Mär 2017, 12:48

Quatschki hat geschrieben:Da gibt es noch was viel genialeres. Nennt sich Globus!


Der passt aber nicht in den Schulranzen.
Ein Globus ist als Ergänzung im Unterricht sinnvoll, ersetzt aber nicht den Weltatlas. Die Frage nach der Darstellung bleibt also.
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon Quatschki » Di 21. Mär 2017, 13:03

Perdedor hat geschrieben:(21 Mar 2017, 12:48)

Der passt aber nicht in den Schulranzen.
Ein Globus ist als Ergänzung im Unterricht sinnvoll, ersetzt aber nicht den Weltatlas. Die Frage nach der Darstellung bleibt also.

Eine dreidimensionale Erd-Visualisierung passt in jedes Handy.
Papieratlanten sind eine aussterbende Gattung genau wie Lexika

Und die Weltkarten in unseren Schulatlanten hatten alle gekrümmte Meridiane. Vermittelnde Netzentwürfe mit hoher flächentreue
Ungefähr so:
http://www.welt-karte.com/plan/weltkarte-lander/
Die Mercator-Projektion mit grotesk vergrößerten Polarregionen kannte ich eigentlich nur aus Vorkriegs-Atlanten. Keine Ahnung, warum die Amerikaner diese Darstellung beibehalten haben.
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon Perdedor » Di 21. Mär 2017, 13:40

Quatschki hat geschrieben:Papieratlanten sind eine aussterbende Gattung genau wie Lexika


Lexika wurden in der Schule nie verwendet.
Wie lange es dauert bis Atlanten (an der Schule) sinnvoll durch digitale Karten ersetzt können werden ist abzuwarten. Vorerst spielen Atlanten noch eine wichtige Rolle.

Quatschki hat geschrieben:Und die Weltkarten in unseren Schulatlanten hatten alle gekrümmte Meridiane.


Ja. Der Diercke Weltatlas nutze für die Übersichtskarte die Winkel Tripel Darstellung.
Sicherlich ein guter Kompromiss (der allerdings weder Winkel- noch Flächentreu ist).
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 6. Jul 2017, 08:02

Neben der geografischen Präsenz wächst die ökonomische.

Die Bedeutung des Westens schrumpft

Die globalen Gewichte verschieben sich: Seit dem ersten G20-Treffen von 1999 sinkt der Beitrag der etablierten Industrienationen zur Weltwirtschaft kontinuierlich. Klare Gewinner sind nur zwei Nationen.


Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung Chinas von 7,1 Prozent auf 17,6 Prozent und Indiens (von 4,23 auf 7,3 Prozent). Die beiden asiatischen Mächte sind die einzigen Länder, die klar an Gewicht gewinnen konnten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/g20-la ... 55920.html
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Wort case - Für eine europazentrierte Welt?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 4. Nov 2017, 10:29

Militärplaner halten Zerfall der EU für denkbar

Erstmals hat die Bundeswehr nach SPIEGEL-Informationen gesellschaftliche und politische Trends bis 2040 durchgespielt. Die Strategen entwickeln dabei auch ein Worst-Case-Szenario.


Die Bundeswehr hält ein Ende des Westens in seiner jetzigen Form in den nächsten Jahrzehnten für möglich. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus der "Strategischen Vorausschau 2040" hervor, die Ende Februar von der Spitze des Verteidigungsministeriums verabschiedet wurde und seitdem unter Verschluss gehalten wird.


In diesem - möglichen - Szenario kommen Gegner der EU (Europäer selbst, oder Trump, Russland und andere asiatische Mächte) voll auf ihre Kosten.

In einem der sechs Szenarien ("Die EU im Zerfall und Deutschland im reaktiven Modus") gehen die Autoren von einer "multiplen Konfrontation" aus. Die Zukunftsprojektion beschreibt eine Welt, in der die internationale Ordnung nach "Dekaden der Instabilität" erodiert, die Wertesysteme weltweit auseinanderdriften und die Globalisierung gestoppt ist.

"Die EU-Erweiterung ist weitgehend aufgegeben, weitere Staaten haben die Gemeinschaft verlassen. Europa hat seine globale Wettbewerbsfähigkeit verloren", schreiben die Bundeswehrstrategen: "Die zunehmend ungeordnete, zum Teil chaotische und konfliktträchtige Welt hat das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands und Europas dramatisch verändert."


Im fünften Szenario ("Westen gegen Osten") frieren einige östliche EU-Staaten den Stand der europäischen Integration ein, während sich andere "dem östlichen Block angeschlossen" haben. Im vierten Szenario ("Multipolarer Wettbewerb") ist der Extremismus auf dem Vormarsch, und es gibt EU-Partner, die "sogar gelegentlich eine spezifische Annäherung an das 'staatskapitalistische Modell' Russlands" zu suchen scheinen.

Das Dokument gibt ausdrücklich keine Prognose ab, aber alle Szenarios seien "mit dem Zeithorizont 2040 plausibel", schreiben die Autoren. Die Simulationen wurden von Wissenschaftlern des Bundeswehrplanungsamtes erarbeitet.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 76367.html


Wie bereits erwähnt, hält der (asiatische) Politikwissenschaftler Kishore Mahbubani die Dominanz des Westens für eine Anomalie. Die nicht lange andauern wird. Es wird untersucht (auch von anderen Wissenschaftlern), weshalb Europa ab der Renaissance so einen Leistungsschub bekommen hat und traditionelle Taktgeber in Asien abgehängt wurden (China, Osmanisches Reich, Persien, Indien usw.)

Teilweise mit guten Gründen wird die EU als Organisation kritisiert. Aber sie bietet auch Schutz.

In der postamerikanischen Welt

Asien als Gewinner der Weltkrise? Zwei kluge Publizisten rufen das Ende der westlichen Dominanz aus.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/liter ... 20688.html


„Die Rückkehr Asiens. Das Ende der westlichen Dominanz“ von Kishore Mahbubani

„Vor allem ein Grund ist ausschlaggebend dafür, warum sich der Westen nicht über die große Demokratisierung des menschlichen Geistes freuen kann: Er ist sich nur zu deutlich bewusst, dass der große Tag der Abrechnung kommen wird, wenn sich dieser Trend fortsetzt.“ (Kishore Mahbubani)

http://www.eurasischesmagazin.de/artike ... i/20090417


So gesehen scharen sich durchaus viele Menschen um Heilsbringer wie Donald Trump (make america great again). Nur der Mann interessiert sich zuerst für sich, dann für die USA. Nicht für Europa ("Deutschland ist böse", wozu eine NATO oder EU - kann man doch - fair - alles unter vier Augen regeln...) ihm ist ein zerfleddertes Europa ein leichterer Gegner als ein geschlossenes. Auch für Putin. Oder für das dahinter liegende Asien. China, Indien, Iran, Türkei, Südkorea, Japan. Mahbubani vertritt diese Meinung. Das muß nicht Kampf bedeuten. Aber es kann sich bemerkbar machen, wenn Asien sich auf einen anderen Level bewegt, als noch zu Kolonialzeiten oder in der postkolonialen Phase. Siehe den Fettdruck seines Zitates. Es ist ein Unterschied, ob man einen Barbaren vor sich hat, den man mit Spiegeln, Messern oder Glasperlen bezaubern und beschwupsen kann oder einen Partner auf gleicher Augenhöhe. Gilt auch für die militärische Komponente. Kanonenbootpolitik, ob es Opiumkriege damals waren oder US-Interventionen in der strategischen Energieellipse. Wenn sich der Asiate verteidigen kann ist das unangenehm.
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon Ebiker » Sa 4. Nov 2017, 10:40

Quatschki hat geschrieben:(21 Mar 2017, 13:03)

Eine dreidimensionale Erd-Visualisierung passt in jedes Handy.
Papieratlanten sind eine aussterbende Gattung genau wie Lexika



Sind sie nicht. Die US- Marine will wieder verstärkt klassische Navigation in ihrer Ausbildung vermitteln.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Die entkolonialisierte Sicht der Weltkarte - Gerechte Verteilung und Präsenz?

Beitragvon Quatschki » Sa 4. Nov 2017, 12:37

Ebiker hat geschrieben:(04 Nov 2017, 10:40)

Sind sie nicht. Die US- Marine will wieder verstärkt klassische Navigation in ihrer Ausbildung vermitteln.

Weil es zur elektronischen Kriegsführung gehört, die Elektronik des Gegners zu neutralisieren und dies natürlich auch mal andersherum passieren kann.

Für uns Zivilisten bringt es hingegen keinerlei Vorteil, auf Atlanten, Nachschlagewerke, Wörterbücher oder Formelsammlungen aus Papier zu setzen.
Die sterben ebenso aus wie einst der Rechenschieber nach der Erfindung des Taschenrechners
Im normalen Leben brauchen wir sie nicht mehr.
Und im 3.Weltkrieg nach dem EMP hat man ganz andere Sorgen...
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Das pazifische Jahrhundert?

Beitragvon King Kong 2006 » So 18. Feb 2018, 09:31

Unter Obama kam dieser Begriff verstärkt auf. Unter Bush konnte man dazu Tendenzen beobachten und Trump scheint auch diese Region "interessanter" zu empfinden als Europa, das er eher stiefmütterlich behandelt. Wobei Trump ja eher versucht sich auf dem indo-pazifischen Raum durch Kündigungen von Verträgen zu schützen. Der Kehrschluß wäre, daß er meint, die USA wären nicht mehr in der Lage offensiv in ihrem Sinne diese Region "mitzugestalten". Wirtschaftlich war es früher dieser Raum (siehe Opiumkriege), der sich nicht schützen konnte.

All about “Indo-Pacific,” the new term Trump is using to refer to Asia
https://qz.com/1121336/trump-in-asia-al ... r-to-asia/


The Origin of ‘Indo-Pacific’ as Geopolitical Construct
https://thediplomat.com/2018/01/the-ori ... construct/


Ein Interview von 2012.

„Das ‚pazifische Jahrhundert‘ ist so etwas wie ein Codewort“

Für Washington steht fest: Dem indo-pazifischen Raum gehört die Zukunft. Im IP-Interview erläutert der amerikanische Journalist Robert D. Kaplan, was die Region so bedeutungsvoll macht, warum die Vereinigten Staaten ihre außenpolitischen Prioritäten immer mehr in Asien sehen und welche Rolle die vorherrschenden Mächte China und Indien spielen.


IP: Herr Kaplan, Hillary Clinton hat jüngst das „pazifische Jahrhundert“ ausgerufen: Spricht sie da von dem richtigen Ozean?

Robert D. Kaplan: Ja, das tut sie. Das „pazifische Jahrhundert“ ist so etwas wie ein Codewort. In Wirklichkeit handelt es sich um den Indo-Pazifik, also um das Gebiet zwischen Indien und Japan. Den Begriff „Indo-Pazifik“ würde allerdings niemand verstehen. Man könnte auch sagen, es ist eine Verlagerung weg vom Nahen und Mittleren Osten.

IP: Warum ist der Indische Ozean oder der Indo-Pazifik so wichtig?

Kaplan: Der Indische Ozean ist die wichtigste Energieautobahn der Welt, über die das Erdöl und das Erdgas des Mittleren Ostens zu den Hunderten Millionen Konsumenten in Ostasien transportiert wird, die nach dem Status einer Mittelschicht streben. Der Indische Ozean verbindet den Mittleren Osten mit Asien. Der Indo-Pazifik ist das maritime Ordnungsprinzip Eurasiens.


Kaplan: … das zwischen Indien und China ausgetragen wird, die sich in einem heftigen Konkurrenzkampf um Einfluss in Ländern wie Sri Lanka, Bangladesch oder Nepal befinden. Es hat etwas von „wie du mir, so ich dir“: Die Chinesen bauen einen Hochseehafen in Gwadar in Pakistan, also bauen die Inder Hochseehäfen entlang ihrer Ostküste. Manche Länder sind sehr geschickt darin, beide Seiten gegeneinander auszuspielen. Bangladesch hat es geschafft, in beachtlichem Maße sowohl chinesische als auch indische Entwicklungshilfen zu beziehen, Birma auch.

IP: Spielen die USA auch eine Rolle in diesem „New Great Game“?

Kaplan: Die amerikanischen Interessen stimmen mit denen der Inder völlig überein. Die bloße Existenz Indiens ist ein strategischer Glücksfall für die USA. Allein der Platz, den die Inder auf der Landkarte einnehmen, beschert Indien eine Schlüsselrolle. Vor der jüngsten Annäherung zwischen Washington und Rangun waren es beispielsweise auch die Inder, die die amerikanischen Interessen in Birma vertreten haben.

https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/ip-d ... erz-april/„das-‚pazifische-jahrhundert‘-ist-so-etwas-wie


In Neu-Delhi feiert man jetzt ein Abkommen, das Indien einen Bereich des neuen iranischen Tiefseehafens Chahbahar (Shahed Beheshti Port) least. Damit erhält Indien Zugang zu der riesigen innerasiatischen Landmasse. Vorbei an Pakistan und China. Andersherum die Märkte natürlich einen weiteren Zugang zum indo-pazifischen Raum. Zugleich hoffen beide auf eine Stabilisierung in Afghanistan und haben ein Auge auf Pakistan/Saudi-Arabien.

Hassan Rouhani visit: Iran ties key for India's central Asia power game; but Narendra Modi must remain cautious

To quote from Georgetown University associate professor C Christine Fair's paper India-Iran Security Ties: Thicker Than Oil in the journal Middle East Review of International Affairs (MERIA): "India needs Iran to achieve its varied objectives in Central Asia. Iran, for its part, sees a tremendous complementarity (sic) of interest with India. Both states seek to undermine unipolarity, and both states are uncomfortable with the role that the United States has played and will likely continue to play in West Asia — despite the fact that both states have very different relations with the United States."

The shared concerns also extend to Pakistan where Iran fears a consolidation of Sunni influence (exacerbated by Saudi Arabia’s recent decision to appoint former Pakistan COAS general Raheel Sharif as the chief of Saudi-led Islamic Military Alliance) and New Delhi is wary of Rawalpindi's sub-conventional war against India to destabilise the region and maintain international focus on Kashmir.

http://www.firstpost.com/india/hassan-r ... 54587.html


Gleichzeitig haben drei Schiffe der iranischen Marine in Sri Lanka halt gemacht. Seinerzeit war die Unterstützung Irans bei dem Kampf Sri Lankas gegen die Tamil Tigers signifikant. Irans "look east" war nach 1979 ein ideologischer Schritt, Distanz zum Westen. Heute wird es für viele Staaten und Organisationen zu einer pragmatischen Realität.

During the Sri Lankan Civil War the Government of Sri Lanka approached Iran for loans at low interest to afford Sri Lanka purchases of electronic surveillance aircraft and unmanned aerial vehicles after a particularly daring attack on the Sri Lankan Air Force by the Liberation Tigers of Tamil Eelam.[9] Iran agreed covertly to issue the loan and also invited selected Sri Lankan officers to train in Iran for the war.[10] Analysts have termed Iran's aggressive courting of Sri Lanka's military capacity as a geostragetic implication of Iran's "Look east" strategy.[11] For Iran's assistance in the Sri Lankan Civil War, Sri Lankan minister Wimal Weerawansa said that: "Iran has never let us down, even when many other countries in the world refused to back us. The county as a whole is very grateful for this brotherly treatment".[12]

https://en.wikipedia.org/wiki/Iran–Sri_Lanka_relations


Gegenüber Iran liegt Oman. Beide Staaten teilen sich die Straße von Hormuz, die in und aus dem Persischen Golf führt. Einer der meistbefahrensten Wasserwege der Welt. Auch dort tritt Indien auf.

India gets access to strategic port in Oman for military use, to counter China in the Indian Ocean

The Duqm port is located close to both the Chabahar port in Iran, which India is helping develop, and the Gwadar port in Pakistan, which has Beijing’s help.

https://scroll.in/latest/868490/india-g ... dian-ocean


Oman unterhält militärische und sicherheitspolitischer Kontakte zu Indien und Iran. Indien hat wirtschaftlich nicht den drive wie China, aber Neu-Delhi versucht den wachsenden Einfluß Chinas zumindest im Indischen Ozean zu kontern. Die USA unter Trump wollen oder müssen sich zurückziehen. Gleichzeitig legt Trump große Rüstungsprojekte auf. Um die Position der USA halten zu können, muß die maritime Überlegenheit gesichert werden. Der ehemalige dt. Bundespräsident Köhler (der nach der ehrlichen Einlassung gehen mußte). Dazu muß die dt. Marine allerdings stärker an der Einsatzfähigkeit arbeiten. A2/AD - Anti-Access/Area Denial Konzepte sind für Staaten, die entsprechend von Rohstoffen oder Transportwegen interessant für Industrienationen sind das Mittel der Wahl.

Der Bundespräsident im O-Ton: "Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen - negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen."

http://www.sueddeutsche.de/politik/bund ... n-1.950594
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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