Großer konventioneller Krieg heutzutage

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NMA
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Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon NMA » Mo 16. Jan 2017, 22:08

Es gibt ja Leute, die allen Ernstes einen Krieg zwischen Russland und Europa/NATO befürchten. Ich halte das nicht für möglich. Das Gleichgewicht des Schreckens unterbindet das, es werden nach wie vor "nur" Stellvertreterkriege an der Peripherie ausgefochten (z. B Syrien).

Aber zurzeit werden NATO-Verbände nach Osteuropa geschickt. Kann das je was bringen oder ist das letztlich immer nur machtpolitisches Gezicke?

Meine Frage ist: Welchen Zweck haben konventionelle Waffensysteme/Einheiten noch, wenn man sich ein wirklich großes Szenario ausmalt?
Ist der Kampf um See- und Luftherrschaft über Europa, über dem Atlantik oder dem Mittelmeer via GPS bereits nach 12 Stunden entschieden? Eine Rakete aus einem Kampfjet dürfte ja reichen, um eine ganze Fregatte unschädlich zu machen oder zu versenken.(?) Läuft das zwangsläufig auf Pyrrhussiege hinaus?
Wo sind eigentlich unsere Panzerverbände oder unsere großen Heereseinheiten stationiert? Wie schnell sind die ausgeschwärmt? Muss man sich das so vorstellen, dass sich innerhalb weniger Tage mit taktischen Manövern dann doch eine wie zu früheren Zeiten weitgehend geschlossene Front entwickelt? Ist Landgewinn überhaupt noch das entscheidende Mittel, eine Kapitulation des Gegners zu erreichen?

Wie könnte man sich das vorstellen? Lassen wir mal meine Vermutung, nach der das gar nicht erst startet, weil das spätestens am Tag 3 sowieso zum Start der Atomraketen führt, außer Acht.
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Quatschki
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Quatschki » Mo 16. Jan 2017, 22:23

Das GPS-System kann man abschalten. Oder ausschalten.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 16. Jan 2017, 22:26

NMA hat geschrieben:(16 Jan 2017, 22:08)
Aber zurzeit werden NATO-Verbände nach Osteuropa geschickt. Kann das je was bringen oder ist das letztlich immer nur machtpolitisches Gezicke?

das ist unverständliches gezicke seitens der nato.. trump wird das zum glück beenden. IS ist der feind und nicht russland.
eine nato deren einzige daseinsberechtigung zu sein scheint, russland auf den sack zu gehen, braucht keine sau.

eine nato die zusammen mit russland und in enger abstimmung mit der UN für mehr globale sicherheit sorgt, wäre begrüßenswert, davon sind wir aber weit weg.
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H2O
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon H2O » Mo 16. Jan 2017, 22:30

[quote="NMA"](16 Jan 2017, 22:08)
Völlig klar: So mit Tschingderassabum wird es keinen großen Aufzug der Heerscharen geben. Was man sich aber vorstellen kann, das sind Scharmützel an strittigen Landesgrenzen. Strittig heißt hier: Eine Seite stellt sie in Frage, der Bludruck steigt und am Ende kommt es aus nichtigem Anlaß zu etwas mehr als einem Gerangel von Unbewaffneten.

Wenn sie die Frage nach dem Sinn der entsandten NATO-Truppen im Baltikum und in Polen stellen: Aus meiner Sicht soll damit die Schwelle für einen unbeabsichtigten oder leichtfertigen Konflikt angehoben werden. Im Baltikum heißt das, daß die russischen Minderheiten dort für die russische Regierung keinen Vorwand liefern werden, dort etwa zum Mittel der Destabilisation mit "netten grünen Männchen" zu greifen. In Polen soll vermutlich die schwebende russische Drohung aus dem alten Ostpreußen eingedämmt werden... da sollte also besser nichts mehr dem Zufall überlassen bleiben.

Für den Fall der Fälle bleibt dann immer noch ein tüchtiger Abstand bis zum Einsatz der Weltvernichtungsmaschinerie. Wichtige Zeit zum Nachdenken, ob denn der Angriff ernst gemeint war. Als "Angriff" dürfte die Anwesenheit bewaffneter Soldaten Rußlands auf dem gegenwärtigen Staatsgebiet unserer NATO-Partner gewertet werden. Faustpfänder sind so sehr viel schwieriger und risikoreicher zu erlangen.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mo 16. Jan 2017, 22:33

NMA hat geschrieben:(16 Jan 2017, 22:08)

Es gibt ja Leute, die allen Ernstes einen Krieg zwischen Russland und Europa/NATO befürchten. Ich halte das nicht für möglich. Das Gleichgewicht des Schreckens unterbindet das, es werden nach wie vor "nur" Stellvertreterkriege an der Peripherie ausgefochten (z. B Syrien).

Aber zurzeit werden NATO-Verbände nach Osteuropa geschickt. Kann das je was bringen oder ist das letztlich immer nur machtpolitisches Gezicke?

Meine Frage ist: Welchen Zweck haben konventionelle Waffensysteme/Einheiten noch, wenn man sich ein wirklich großes Szenario ausmalt?
Ist der Kampf um See- und Luftherrschaft über Europa, über dem Atlantik oder dem Mittelmeer via GPS bereits nach 12 Stunden entschieden? Eine Rakete aus einem Kampfjet dürfte ja reichen, um eine ganze Fregatte unschädlich zu machen oder zu versenken.(?) Läuft das zwangsläufig auf Pyrrhussiege hinaus?
Wo sind eigentlich unsere Panzerverbände oder unsere großen Heereseinheiten stationiert? Wie schnell sind die ausgeschwärmt? Muss man sich das so vorstellen, dass sich innerhalb weniger Tage mit taktischen Manövern dann doch eine wie zu früheren Zeiten weitgehend geschlossene Front entwickelt? Ist Landgewinn überhaupt noch das entscheidende Mittel, eine Kapitulation des Gegners zu erreichen?

Wie könnte man sich das vorstellen? Lassen wir mal meine Vermutung, nach der das gar nicht erst startet, weil das spätestens am Tag 3 sowieso zum Start der Atomraketen führt, außer Acht.


die Bundeswehr wird bei einem großen schlagabtausch kaum eine rolle spielen. große teile der russischen Streitkräfte rosten zwar vor sich hin, dennoch können sie von europa nicht aufgehalten werden.
die us-streitkräfte verfügen über weit über 2000 flugzeuge, mit abstand die größte Luftwaffe der welt, deren Aufgabe es sein wird, eine wenn auch fragile Luftüberlegenheit um die fronten zu erreichen. das wird in etwa mindestens 3 tage dauern und die Verluste werden bis an die substanz gehen. mit glück kann man die russen mit der Luftüberlegenheit dann zurückdrängen.
„Machen Sie sich jeden Tag ein Geschenk. Ungeplant. Ohne darauf zu warten. Lassen Sie es einfach zu.“ –Dale Cooper, Twin Peaks
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon H2O » Mo 16. Jan 2017, 22:42

Die ganz große Drängelei wird es vermutlich nicht geben, weil die unterliegende Seite dann mit Sicherheit Kernwaffen einsetzen dürfte. Aber zur Abtrennung von Faustpfändern könnte es an einigen geopolitisch wichtigen Stellen schon kommen. Um das Vorgehen zu vereiteln, braucht man aber konventionelle Kräfte, die die zeitweise Besetzung von Nato-Gebieten oder deren dauerhafte Einverleibung in Rußland verhindern.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Quatschki » Mo 16. Jan 2017, 22:51

Es geht um Operationen konventioneller Streitkräfte, bei denen ein begrenztes ungeschütztes Operationsziel im Handstreich besetzt und dann so gesichert wird, dass der Gegner für die Rückeroberung einen richtigen Krieg anfangen müßte.

Um solche Handstreiche zu verhindern, stationiert man verteidigungsbereite Truppen.
Bekanntestes Beispiel hierfür war früher Westberlin.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 16. Jan 2017, 22:57

@ NMA
Nee, das ist alles Gezicke auf hohem Niveau.
Aber vergiss eines nicht.
Europa macht derzeit ca.8% der Weltbevölkerung aus.
Putin und Trump werden überleben,
Europa ist dann Geschichte, nicht mehr und nicht minder.
Amerika und Russland werden überleben.
In der Gegenwart hilft nur ein geeintes Europa.
Haben England und Frankreich eigentlich Atomwaffen?
Das wäre eine Antwort zwischen dem Putin und dem Trump.
Eine europäische Antwort eben.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 16. Jan 2017, 23:23

Quatschki hat geschrieben:(16 Jan 2017, 22:51)

Es geht um Operationen konventioneller Streitkräfte, bei denen ein begrenztes ungeschütztes Operationsziel im Handstreich besetzt und dann so gesichert wird, dass der Gegner für die Rückeroberung einen richtigen Krieg anfangen müßte.

Um solche Handstreiche zu verhindern, stationiert man verteidigungsbereite Truppen.
Bekanntestes Beispiel hierfür war früher Westberlin.

So ist das eben mit der stationierung von U.S. Soldaten in Polen
und weiterer Nato Truppen im Baltikum.
Frieden kann so einfach sein.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 16. Jan 2017, 23:30

Konventionelle Streitkräfte sind nach wie vor wichtig. Warum sollten sie unwichtig sein? Ohne diese hätten z.B. die USA weder in Afghanistan, Vietnam noch im Irak überhaupt intervenieren können. Russland nicht in Tschetschenien, Krim, Urkraine oder Afghanistan. Egal, was dabei herausgekommen ist. Oder die Briten bei den Falklands. Mit Atomwaffen alleine kann China im Pazifik auch nichts werden. Das geht nur über konventionelle Streitkräfte in Inselstreitigkeiten, Transportwegen und Rohstoffen. Auch der Krieg in Syrien oder Irak ist nur mit Atomwaffen nicht zu führen.

Was die direkte Konfrontation der NATO und Russland betrifft ist das doch auch nicht anders. Wie könnte die eine oder andere Seite darauf verzichten?

Natürlich ist Diplomatie, Wirtschaftskrieg und soft power wichtig. Aber wenns hart auf hart kommt sichert man eine Brücke eben mit konventionellen Kräften, oder eine Stadt.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 16. Jan 2017, 23:33

Bielefeld09 hat geschrieben:(16 Jan 2017, 22:57)
Europa macht derzeit ca.8% der Weltbevölkerung aus.

nimm russland dazu und die ach so eingebildeten europäer und russen müssen feststellen, dass sie zusammen nur auf 10% der weltbevölkerung kommen.
sich dafür aber ganz schön großmächtig aufspielen, während sie demografisch kaput gehen..

kurzsichtiger geht es kaum. wozu sollte russland land erobern, wenn das russische volk ohne zutun von außen sowieso ausstirbt?
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 16. Jan 2017, 23:51

watisdatdenn? hat geschrieben:(16 Jan 2017, 23:33)

nimm russland dazu und die ach so eingebildeten europäer und russen müssen feststellen, dass sie zusammen nur auf 10% der weltbevölkerung kommen.
sich dafür aber ganz schön großmächtig aufspielen, während sie demografisch kaput gehen..

kurzsichtiger geht es kaum. wozu sollte russland land erobern, wenn das russische volk ohne zutun von außen sowieso ausstirbt?

Na, das erklär den Russen, aber nicht mir.
Erklär doch mal, was denn ein Krieg in Eurpa bringen soll?
Mal abgesehen von den Atomwaffen?
Was bringt ein Krieg in Europa?
Bitte nachdenken?!
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon NMA » Di 17. Jan 2017, 01:39

watisdatdenn? hat geschrieben:(16 Jan 2017, 22:26)

das ist unverständliches gezicke seitens der nato.. trump wird das zum glück beenden. IS ist der feind und nicht russland.
eine nato deren einzige daseinsberechtigung zu sein scheint, russland auf den sack zu gehen, braucht keine sau.

eine nato die zusammen mit russland und in enger abstimmung mit der UN für mehr globale sicherheit sorgt, wäre begrüßenswert, davon sind wir aber weit weg.


So sehe ich das auch :thumbup:

@alle
Eigentlich geht es mir gar nicht um die Sinnfrage sonder darum, wie man sich das vorstellen kann. Es gibt ja keine Millionenheere mehr bzw. bis man da alles "mobilgemacht" hat ist der Russe doch schon in Straßburg oder resp. Die NATO schon in Smolensk. Wobei ich wie bereits erwähnt schon anzweifle, dass In dieser Konstellation Geländegewinne überhaupt noch entscheidend sind.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Bielefeld09 » Di 17. Jan 2017, 02:14

NMA hat geschrieben:(17 Jan 2017, 01:39)

So sehe ich das auch :thumbup:

@alle
Eigentlich geht es mir gar nicht um die Sinnfrage sonder darum, wie man sich das vorstellen kann. Es gibt ja keine Millionenheere mehr bzw. bis man da alles "mobilgemacht" hat ist der Russe doch schon in Straßburg oder resp. Die NATO schon in Smolensk. Wobei ich wie bereits erwähnt schon anzweifle, dass In dieser Konstellation Geländegewinne überhaupt noch entscheidend sind.

@ NMA
Nein, Krieg geht heute eben anders.
Er wird eben medial geführt in Europa.
Die Toten an der Krim sind eben vergessen,
Majdan auch!
Aber man kann auch eine neue europäische Friedensordnung aufbauen.
Man muss es nur tun.
Mehr ist es ja nicht.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon King Kong 2006 » Di 17. Jan 2017, 08:04

Ein konventioneller Krieg wird wohl nicht anders ablaufen, nach denselbe Regeln, wie die Kriege zuvor in Europa. Man muß dabei klar zwischen den Möglichkeiten in Europa und z.B. in Nahost unterscheiden. Aufgrund der Geografie und sozioökonomischen Verhältnissen. Warum in Europa der Krieg anders aussehen sollte als vor Jahrzehnten kann ich nicht erkennen. Irgendwann wird er stoppen, wenn eine Seite ernsthaft mit Atomwaffen droht.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Ger9374 » Di 17. Jan 2017, 09:04

Wenn wird Infrastruktur das Ziel einer Aggression
sein. Das eher wie in der Ukraine durch Unterwanderung stattfinden.
Punktuelle gezielte Aktionen um Logistik zu
zerstören.Partisanen Taktik.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Yossarian » Di 17. Jan 2017, 09:14

Quatschki hat geschrieben:(16 Jan 2017, 22:51)

Es geht um Operationen konventioneller Streitkräfte, bei denen ein begrenztes ungeschütztes Operationsziel im Handstreich besetzt und dann so gesichert wird, dass der Gegner für die Rückeroberung einen richtigen Krieg anfangen müßte.

Um solche Handstreiche zu verhindern, stationiert man verteidigungsbereite Truppen.
Bekanntestes Beispiel hierfür war früher Westberlin.


Trifft es kurz und knapp sehr gut.
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Yossarian » Di 17. Jan 2017, 09:23

NMA hat geschrieben:(17 Jan 2017, 01:39)

So sehe ich das auch :thumbup:

@alle
Eigentlich geht es mir gar nicht um die Sinnfrage sonder darum, wie man sich das vorstellen kann. Es gibt ja keine Millionenheere mehr bzw. bis man da alles "mobilgemacht" hat ist der Russe doch schon in Straßburg oder resp. Die NATO schon in Smolensk. Wobei ich wie bereits erwähnt schon anzweifle, dass In dieser Konstellation Geländegewinne überhaupt noch entscheidend sind.


Das ist schlicht Quatsch.
Erstens ist eine Agression der Nato so undurchführbar und undenkbar wie nur irgendwie möglich außer man hält sputnik news für den Anwärter auf den Pulitzer Preis. 28 Staatschef treffen sich geheim um einen Invasion Russlands zu verabreden um, ja warum eigentlich, und wie eigentlich und womit eigentlich und wie soll der russische nukleare vergeltungsschlag abgewendet werden?

Das ist einfach so grotesk wie ... mir fehlt ein Vergleich.

Zweitens, ein russischer Angriff gegen einzelne Natostaaten ist leide nicht undenkbar da das Konzept der nuklearen Abschreckung auf dieser Seite leider Löcher bekommen hat und konventionell Europa Russland nichts entgegenzusetzen hat.
Und die USA Monate brauchen würden um ausreichend Truppen zu verlegen.

Im folgenden einfach ein Repost von mir wie ein konflikt ablaufen könnte...

Kommt auf die Definition von "direkter Krieg" an.
Stehen wir bereits in einem Konflikt mit Russland? Meines erachtens ja. Bisher allerdings in indirekter Form als Informationskrieg und durch hybride Stellvertreter Konflikte.

Besteht die Gefahr eines wie auch immer gearteten bewaffneten Konfliktes mit Russland innerhalb der nächsten 5 Jahre?
Ja. Und zwar mit einer viel zu hohen Wahrscheinlichkeit, denke 50%+.

Gründe:
Die massive Aufrüstung Russlands. Der Spiegel schneidet das nur grob an und vernachlässigt dass Russland neben einer starken professionellen Berufsarmee auch immer noch im Bedarfsfall eine riesige Wehrplichtigen Armee aufstellen kann.

Nicht gut ausgerüstet, aber auch ein 40 Jahrer alter Panzer ist ist immer noch ein Panzer. Ganz zu schweigen davon dass Nato Kräfte was großflächige konventionelle Kriegsführung angeht auch nur veraltetes Material ins Feld führen können (M1-> alt, Leo2-> alt. nichtmnal 300 einsatzfähig) oder viel zu geringe Mengen wie Tiger Helis (17 gesamt, einsatzfähig 5?) und Munition für ganze 48h!! Operationen besitzen. Für die ganzen Eurofighter zB. gibt es 18!!!!! AAM. Danach können sie mit Stöcken werfen.

Und die Russen haben immer noch 40.000 funktionierende Panzer in Reserve...

Kurz: Konventionell ist Russland tatsächlich allen Nato Staaten Europas zusammen massiv überlegen.
Bis amerikanische Verstärkungen in entscheidender Zahl eintreffen würden wäre alles schon lange vorbei. (Innerhalb der ersten Wochen könnten die Amerikaner gerade mal 2 Brigaden und 1 leichte Division in europa einsetzen). Russische Flugabwehr ist mit die beste und zahlreichste der Welt, vor allem an der Westgrenze, Nato Luftüberlegenheit kommt kaum zum tragen.

Nun kommen viele zu dem Schluss dass Russland durch das atomare Arsenal abgeschreckt werden kann. Das wäre in einem totalen Krieg auch der Fall, die russische Doktrin sieht aber diesen so nicht vor und würde den Krieg durch einen nuklearen Erstschlag (Deeskalierung laut ihrer doktrin) stoppen.

Wie würde also zB. ein Konflikt um die Balten ablaufen?

So:

1. Massive Manöver und Einberufung von Reservisten in kleinen Schritten ( Daran haben uns die Russen schon gewöhnt, der Schritt ist Realität)
2. Propagandaberichte über verfolgte russische Minderheit in den Balten (auch schon Realität)
3. Eine einschneidende Aktion, zb der "Abschuss" eines russischen Flugzeugs, am besten zivil durch die Balten oder eine Bombe gegen eine russische Schule etc. Auftauchen erster grüner Männchen.
4. Friedendiplomatie von Russland zur "Entschärfung" der Situation und um die Nato zu spalten. Deutsche und Franzosen springen dankbar darauf an, verzögern und verhindern Natobeschlüsse und Reaktionen.
5. Proteste, erste Gefechte durch "hybride" Truppen, Ausschaltung von Radar und Flugabwehrstellungen durch Spetsnaz und GRU
6. Großmanöver angekündigt, verlegen von starken Kräften.
7. Polen mobilisiert
8. Besetzung der baltischen Staaten, startend an einem Freitag abend oder Samstag vormittag mit der 1 Panzerarmee und der 21 kombinierten Armee.
9. Gleichzeitig atomare Drohgebärden von Russland.
10. Die USA beginnen mit der Verlegung der 2 Brigaden in Europa und der mobilen Luftlandedivison nach Polen.
11. Die Besetzung der baltischen Staaten ist inerhalb von 48h abgeschlossen begleitet von Friedensbemühungen Deutschlands und Frankreichs. an der Grenze zu Polen und Königsberg (Kaliningrad) gibt es Gefechte zwischen Polnischen und Russischen Truppen.
12. Russland zündet ausgehend von ihrer Doktrin eine nuklearwaffe über polnischem Gebiet, taktisch oder strategisch begleitet von einer erneuten Friedensinitiative "um einen globalen nuklearen Schalgabtausch zu verhindern" und verkündet keine weiteren Ziele zu haben.
13. Deutschland und andere Staaten scheeren aus Natobündnis aus.
14. Entweder die Amerikaner Schlagen nuklear zurück oder nicht. Ich denke eher nicht. Mourir pour Estonie?
15. Nato ist als Bündniss erledigt
16. Russland verleibt sich nach und nach ein was auch immer es will


Mit Trump ist dieses Szenario leider um einiges realistischer als unwahrscheinlicher geworden. Statt Balten kann man btw. auch Schweden oder Finnland oder sonstwas einsetzen.
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon schokoschendrezki » Di 17. Jan 2017, 09:40

King Kong 2006 hat geschrieben:(16 Jan 2017, 23:30)
Konventionelle Streitkräfte sind nach wie vor wichtig. Warum sollten sie unwichtig sein? Ohne diese hätten z.B. die USA weder in Afghanistan, Vietnam noch im Irak überhaupt intervenieren können. Russland nicht in Tschetschenien, Krim, Urkraine oder Afghanistan. Egal, was dabei herausgekommen ist.

Das ist doch nicht egal. Die beiden Afghanistan-Kriege, der Vietnam- und der Irakkrieg sind letztendlich gescheiterte konventionelle Militär-Interventionen. Und die Tschetschenien-Kriege, die Krim-Annexion und der Ostukraine-Konflikt waren (aus Sicht Russlands jedenfalls) mehr oder weniger möglicherweise deshalb erfolgreich, weil sie eben keine konventionellen Militär-Interventionen bzw. Kriege waren. Die Tschetschenien-Kriege wurden als Terror-Bekämpfung verkauft, der Ostukraine-Konflikt läuft als verdeckte Operation und die Krim-Annexion lief zum größten Teil unmilitärisch. Zu befürchten ist doch im Grunde, dass Donald Trump daraus lernt und einen der eigenen Konflikte auf dem amerikanischen Doppelkontinent (Venezuela, Nikaragua) mit ähnlichen Methoden zu lösen versucht.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Großer konventioneller Krieg heutzutage

Beitragvon Boraiel » Di 17. Jan 2017, 09:44

NMA hat geschrieben:(17 Jan 2017, 01:39)

So sehe ich das auch :thumbup:

@alle
Eigentlich geht es mir gar nicht um die Sinnfrage sonder darum, wie man sich das vorstellen kann. Es gibt ja keine Millionenheere mehr bzw. bis man da alles "mobilgemacht" hat ist der Russe doch schon in Straßburg oder resp. Die NATO schon in Smolensk. Wobei ich wie bereits erwähnt schon anzweifle, dass In dieser Konstellation Geländegewinne überhaupt noch entscheidend sind.

Konventionelle Kriege sind mit einer überlegenden Luftwaffe nicht zu verlieren, würde ich meinen. Auch wenn das noch nicht den Sieg bedeutet, aber es schränkt halt die Bedeutung von Millionenheeren und riesigen Panzerverbänden ein.
Vielen Dank an alle, die wählen waren und weise entschieden haben.

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