konsequenzen chinas kinderpolitik

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Nomen Nescio
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konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon Nomen Nescio » Di 26. Apr 2016, 11:17

das ein kind system ist verlassen worden. jetzt werden die chinesen mit einem neuen problem konfrontiert: was zu tun, wenn die hortnerin selbst schwanger ist? ein einigen städten hat man darum schon ein plan aufgestellt. :D
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H2O
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon H2O » So 1. Mai 2016, 07:19

Unter den herrschenden Umständen war die "Einkindpolitik" der Kommunisten ein Schritt zur Rettung Chinas vor einer wahren Bevölkerungsbombe. Man konnte vorhersehen, daß sehr schnell 2 Mrd Menschen dort leben würden, wo derzeit 1,3 Mrd Menschen unter wirtschaftlich sehr schwierigen Bedingungen leben müssen, mit Smog und Umweltzerstörung, Wassermangel und Überschwemmungen von dicht besiedelten Landstrichen.

Wir erleben parallel dazu das Ergebnis eines politisch ungebremsten Wachstums der Bevölkerungszahlen in Bangladesch, Indonesien, Pakistan und vielen Gegenden Afrikas. Verglichen mit deren Nöten ist die schwangere Erzieherin in China eher unbequem als katastrophal.
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon Provokateur » Fr 17. Feb 2017, 13:04

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watisdatdenn?
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 17. Feb 2017, 17:35

H2O hat geschrieben:(01 May 2016, 08:19)
Unter den herrschenden Umständen war die "Einkindpolitik" der Kommunisten ein Schritt zur Rettung Chinas vor einer wahren Bevölkerungsbombe. Man konnte vorhersehen, daß sehr schnell 2 Mrd Menschen dort leben würden, wo derzeit 1,3 Mrd Menschen unter wirtschaftlich sehr schwierigen Bedingungen leben müssen, mit Smog und Umweltzerstörung, Wassermangel und Überschwemmungen von dicht besiedelten Landstrichen.

Ich denke das hätte sich schnell geregelt wie in Europa.
Die Chinesen sind pfiffig. Die hätten nie so Probleme wie die Afrikaner bekommen.
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H2O
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon H2O » Fr 17. Feb 2017, 18:35

watisdatdenn? hat geschrieben:(17 Feb 2017, 17:35)

Ich denke das hätte sich schnell geregelt wie in Europa.
Die Chinesen sind pfiffig. Die hätten nie so Probleme wie die Afrikaner bekommen.


Die Chinesen sind pfiffig. Darum haben sie die Ein-Kind-Politik mit Gewalt durchgesetzt. Das politische Herrschaftssystem eignete sich auch zur Durchsetzung derart unmenschlich harter Maßnahmen. Damit hat China sich gerettet vor immer wiederkehrenden Hungersnöten von unvorstellbarem Ausmaß. In meiner Jugendzeit war davon zeitweise zu hören. Später gab es das nicht mehr in diesem Ausmaß.
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 17. Feb 2017, 21:06

H2O hat geschrieben:(17 Feb 2017, 18:35)
In meiner Jugendzeit war davon zeitweise zu hören. Später gab es das nicht mehr in diesem Ausmaß.

Krass.. Ich kenne China nur als ein land auf der Überholspur.
Hungersnot kann man sich da kaum vorstellen.
Ich mein die machen ja auch quantenkryptografieexperimente und haben eine eigene Weltraumstation.
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon H2O » Sa 18. Feb 2017, 09:01

watisdatdenn? hat geschrieben:(17 Feb 2017, 21:06)

Krass.. Ich kenne China nur als ein land auf der Überholspur.
Hungersnot kann man sich da kaum vorstellen.
Ich mein die machen ja auch quantenkryptografieexperimente und haben eine eigene Weltraumstation.


Das ist das augenblickliche Erscheinungsbild, schon wahr. Aber in den 1950ern und 1960ern gab es etliche Fehlschläge auf der Überholspur. Einmal in der Schwerindustrie (viele kleine Schmelzöfen...) und später dann noch einmal die "Kulturrevolution", weil man die kommunistische Gesellschaftsordnung auf ewig gaaaanz tief in der Gesellschaft verankern wollte. "Mein Held" der chinesischen Entwicklung ist Deng Xia Ping, der ganz einfach auf den Wirkungsgrad politischer Beschlüsse setzte: "Ob schwarz oder weiß, Hauptsache die Katze fängt Mäuse!" Dieser Grundsatz in Verbindung mit einer sehr straffen Parteidisziplin hat China zur leisen Weltmacht gemacht.
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon Boracay » Sa 18. Feb 2017, 11:39

watisdatdenn? hat geschrieben:(17 Feb 2017, 21:06)

Krass.. Ich kenne China nur als ein land auf der Überholspur.
Hungersnot kann man sich da kaum vorstellen.
Ich mein die machen ja auch quantenkryptografieexperimente und haben eine eigene Weltraumstation.


Die absolute Armut ist in China von 60% auf 4% gesunken, bereits eine halbe Milliarden Menschen sind in die Mittelschicht aufgestiegen. Niedere Jobs werden oftmals schon gar nicht mehr von Chinesen gemacht.
Das Land ist auf der Überholspur.
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 18. Feb 2017, 19:29

Die Frage ist aber was passiert wenn der demografiehammer in China eintritt.
Der kommt zwar erst 2050 (also 20 Jahre später als bei uns) aber dafür dann sogar heftiger.
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon Ammianus » Di 21. Feb 2017, 16:48

watisdatdenn? hat geschrieben:(17 Feb 2017, 21:06)

Krass.. Ich kenne China nur als ein land auf der Überholspur.
Hungersnot kann man sich da kaum vorstellen.
Ich mein die machen ja auch quantenkryptografieexperimente und haben eine eigene Weltraumstation.


In den 50er und 60er Jahren war China ein Land des absoluten Grauens. Die Zahl der Ermordeten und Verhungerten ging weit in den zweistelligen Millionenbereich. Als nach Maos Tod der Realismus einkehrte gab die damalige Führung z.B. in den 80ern zu, dass noch gut 40 Millionen Menschen im Land Hunger leiden und sich nicht genügend kleiden können. Zu der Zeit begannen die Modernisierungen aber schon zu greifen.
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon Quatschki » Di 21. Feb 2017, 17:21

watisdatdenn? hat geschrieben:(18 Feb 2017, 19:29)

Die Frage ist aber was passiert wenn der demografiehammer in China eintritt.
Der kommt zwar erst 2050 (also 20 Jahre später als bei uns) aber dafür dann sogar heftiger.

Für uns ist interessanter, wenn Ägypten die 200 Millionen überschreitet.
Die haben jetzt schon nur 300 m² Ackerfläche pro Kopf. Und die Verfügbarkeit sauberen Wassers ist auch ein Problem.

Überalterung bedeutet (vielleicht) soziale Not für die Alten.
Bevölkerungsexplosion hingegen bedeutet mit Sicherheit Hunger und Krieg.

Die Chinesen haben gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen.
Bei Einführung der Ein-Kind-Politik 1979 hatten sie 900 Millionen, heute 1,4 Milliarden.
Man muß bedenken, dass selbst nach Einführung so einer Politik zunächst die Anzahl der Mütter im gebährfähigen Alter noch 20 Jahre weiter wächst. Und die Gesamtbevölkerung sowieso weiter wächst, weil die absolute Zahl der Geborenen die der Gestorbenen noch über viele Jahrzehnte übertrifft, da die Jahrgänge der Alten, die nun am Lebensende stehen, vergleichsweise viel kleiner waren.
Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!
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Re: konsequenzen chinas kinderpolitik

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 22. Feb 2017, 14:00

China mußte irgendwie eine Handbremse ziehen. Die werden aber noch richtig Probleme bekommen. Dagegen sieht die demografische Entwicklung in Deutschland, in Sachen Alter, noch sehr vielversprechend aus.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

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