Iran 2016 - Perspektiven

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King Kong 2006
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Jan 2016, 09:09

palulu » So 10. Jan 2016, 02:21 hat geschrieben:Du verstehst nicht, worauf ich hinaus möchte in dieser Debatte, worauf ich verweise - und das überrascht mich nicht. Diese Diskussion endet immer in der gleichen Sackgasse, wenn ich mit EuropäerInnen oder AmerikanerInnen darüber diskutiere; Verständnis schlägt mir eher von MuslimInnen, AsiatInnen, AfrikanerInnen oder - und das nicht selten - von IranerInnen entgegen.

Ich habe gar nicht dir widersprochen, was Lebensqualität und Luxus nach Aufhebung der Sanktionen angeht. Mein Augenmerk liegt auf etwas anderem, das Du anscheinend nicht verstehst oder willens bist zu verstehen, aber für Schwellen- und Entwicklungsländer und deren Gesellschaften nicht nur einen materielle Relevanz darstellt, sondern auch auch eine symbolische.

Der Iran vergisst, dass die eigene Produktion nicht mit westlichen Waren konkurrieren kann und öffnet überstürzt und hastig den eigenen Markt und hat es z.B. laut deinen Links in Sachen EE-Industrie bereits gründlich verkackt. Es gibt keinen Plan, keine Strategie, keine Vision - man möchte zunächst in den Genuss westlicher Güter kommen, ohne an das Morgen zu denken; nicht unähnlich zu einigen EU-Staaten.

Die Sanktionen - das wird dir fast jeder Mensch aus dem Nahen Osten bestätigten - haben dem Iran geschadet, ihn aber auch vorangebracht und zwar nicht zu wenig.

Dem Land fehlt es schlicht an einer Privatwirtschaft, um in einem Wettbewerb standzuhalten oder Produkte zu entwickeln, die auf westlichen Märkten konkurrenzfähig wären. Das Ende des Sanktionsregimes wird den Iran technologisch und wissenschaftlich nur dann - gesetzt dieses Falles - voranbringen, wenn das Land gleichzeitig in eine liberale Marktwirtschaft übergeht. Andernfalls wird der Iran seinen Status als KonsumentInnenmarkt zementieren. Denn die IranerInnen mögen Raketen haben und sie sind auch in einigen wissenschaftlichen Disziplinen beachtenswert, aber es fehlt etwas Elementares: die Rückbindung zur Privatwirtschaft, ohne die sie nicht einmal die modernste Technologie in Geld umsetzen können.

Der Iran ist im Begriff, Wohlstand zu gewinnen, aber langfristige technologisch-wissenschaftliche Entwicklung zu verlieren - auch deshalb, weil westliche Firmen kaum bis gar nicht Wissen liefern - im Gegensatz zu asiatischen. Der Iran wollte eigentlich mit China ein Hochgeschwindigkeitsnetz aufziehen - jetzt aber doch mit den Deutschen (Siemens), die einen Scheiß an Knowhow (ToT) herausrücken werden.

Das ist in meinen Augen eine Saudisierung des Irans. Die größten Unternehmen gehören ohnehin schon den regimnahen Menschen und Verbänden. Wenn erst einmal Milliarden Öldollar ins Land fließen, werden sie mehr denn je ihre Pfründe schützen und Entwicklung bremsen.


Ich verstehe dich schon.

Es verhält sich nicht so, wie du es darstellst. Wir sprechen nicht über eine Krabbenpuhlfabrik z.B. in Marokko, wo Nordseekrabben hinverschifft werden und dort einfach nur gepuhlt werden, um dann wieder den Weg hierher zu finden. Also, die marokkanischen Krabbenpuhlerinnen nur zum Krabben puhlen gut sind.

Der Iran wird natürlich Technologie erhalten. Wenn Mercedes wieder größer zurückkommt, dann z.B. mit Produktionsstandorten im Iran. Das bedeutet Technologietransfer und Ausbildung qualifiziertem Personals vor Ort. Das hat auch Synergieeffekte für Zulieferer vor Ort und den Berufsschulen, dem Bildungssystem. Wenn dadurch das Personal höher als bisher qualifiziert wird und höherwertige Produkte produziert werden können, mit besserer Technologie, Effizienz und Logistik ist das immer vorzuziehen. Wir sprechen nicht nur von Endprodukten, die gekauft werden. Sondern von Produktionsstandorten im Iran.

China kann deshalb einigermassen zu gebrauchende Kampfflugzeuge bauen, weil sie die Technologie durch Lizenz aus Russland bekommen haben. Sie bauen jetzt ihren ersten Träger, weil sie einen russischen kaufen konnten. Huawei gibt es, weil US-Firmen, wie Apple ihre Produkte in China fertigen lassen. Ohne technologischen Austausch, mit Sanktionen wäre das nie gegangen. Und das war/ist dem Iran verwehrt. Aus gutem Grund. Damit wollte man u.a. verhindern, daß diese Technologie z.B. dual-use in die Rüstung geht. Der Iran gehört nicht zu den Staaten, die nur als Werkbank dienen. Sie lassen diese Technologie in ihre Produktionszyklen einfliessen. Bekommt der Iran nur eine Gasultrazentrifuge in die Hand, wie geschehen, dann baut er die nach und entwickelt sie weiter. Deshalb wurde dies sanktioniert. Keinen Technologietransfer. Er hat sich diese dann schwarz beschafft. Inzwischen sind die Zentrifugen x-mal so effizient geworden.

Das Beispiel mit den Kampfpanzern von dir hinkt. Es macht einfach keinen Sinn eine teure Panzerentwicklung zu unterhalten, wenn anschliessend etwas dabei herauskommt, das einfach nicht Massentauglich ist. Das teuer ist und im Feld im Ernstfall völlig vergeigt. Nicht effizient ist. Wenn z.B. dann Spanien, Norwegen, die Niederlande, die Schweiz, Indien oder der Iran sagen, daß man lieber Panzer (Flugzeuge, Schiffe...) aus XY kauft und in Lizenz produziert (gilt auch für den Iran), dann ist das weder dumm, eine Katastrophe, noch eine Schande. Der Iran baut russische Panzer in Lizenz. Und wenn der T-90 kommen sollte, dann wird das vermutlich ähnlich laufen. In den iranischen Panzerwerken, mit besserer Technologie als bisher möglich. Welcher Staat kann denn heute alles im zivilen und militärischen Bereich selbst aus eigener Kraft entwickeln und produzieren? Ein Mercedes besteht doch fast komplett aus Teilen, die weltweit entwickelt und produziert worden sind. Am Ende kommt der Stern dran und fertig. Der US-Abrams Panzer hat eine dt. Rheinmetallkanone. Die Europäer brauchen einander um Raketen ins All zu schiessen. Der Iran braucht den Austausch, wie jeder andere Staat auch. Sonst kommt man nicht vorwärts. Er braucht Technologietransfer, Wirtschaftskontakte uvm. um weiterzukommen. Die iranischen IT-Startups brauchen das. Die iranische Gesellschaft braucht das.

Wenn durch den Wegfall der Sanktionen im Iran erstmal Produkte verschwinden, wie einst nach der Wiedervereinigung in der DDR, dann ist das so. Letztendlich wird es besser fürs Land sein, wie im Falle der DDR. Die iranischen Hardliner fürchten, daß nicht nur iranische Produkte, sondern auch sie verschwinden bzw. an Bedeutung verlieren könnten. Dann ist das so.

Der Gedanken eines Ausverkaufs Irans, wie unter dem Schah beschrieben existiert. Nur, es muß nicht so laufen. Oder ist das in der Türkei auch so? In China? Oder Indien? Ist das von Nachteil ohne Sanktionen zu sein? Für die Wirtschaft und Technologie? Wäre mir neu. Wie gesagt, der Iran ist auch nicht Bangladesch oder Marokko. Und wie es bis jetzt läuft, ist keine besonders charmante Zukunftsversion. Davon erzählen die Millionen ausgewanderten IranerInnen. Das ist keine Alternative.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Platon » So 10. Jan 2016, 10:21

Nun die iranischen Produkte sind in vielen Fällen halt auch ziemlicher Mist. Ich vermute aber, dass die Revolutionsgarden teilweise versuchen werden Schutzzölle zu errichten um Bereiche der Wirtschaft die sie stark dominieren zu schützen. Irgendwelche Beschlüsse keine US-amerikanischen Waren zu importieren gehen ja ein bisschen in diese Richtung.

Dazu kann man nach wie vor nicht mal eben im Iran eine Zweigstelle aufmachen, weil Ausländer im Land kein Land und keine Firmen besitzen dürfen. Es hängt sehr stark davon ab wie die Iraner diese Öffnung ihrer Wirtschaft managen. Ich denke man wird am Ende sein Potenzial nicht ausschöpfen können, weil der Staat nach wie vor autoritär ist und im Zweifelsfall auch eine ausländische Firma mal enteignet, wenn sie Fehler macht oder glaubt zu forsch mit Vertretern der IRI umzugehen.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Kohlmeise » So 10. Jan 2016, 10:27

Dürfen Europäer im Iran Grund und Boden besitzen?
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Jan 2016, 11:13

Platon » So 10. Jan 2016, 11:21 hat geschrieben:Nun die iranischen Produkte sind in vielen Fällen halt auch ziemlicher Mist. Ich vermute aber, dass die Revolutionsgarden teilweise versuchen werden Schutzzölle zu errichten um Bereiche der Wirtschaft die sie stark dominieren zu schützen. Irgendwelche Beschlüsse keine US-amerikanischen Waren zu importieren gehen ja ein bisschen in diese Richtung.

Dazu kann man nach wie vor nicht mal eben im Iran eine Zweigstelle aufmachen, weil Ausländer im Land kein Land und keine Firmen besitzen dürfen. Es hängt sehr stark davon ab wie die Iraner diese Öffnung ihrer Wirtschaft managen. Ich denke man wird am Ende sein Potenzial nicht ausschöpfen können, weil der Staat nach wie vor autoritär ist und im Zweifelsfall auch eine ausländische Firma mal enteignet, wenn sie Fehler macht oder glaubt zu forsch mit Vertretern der IRI umzugehen.


Alleine durch diese bürokratischen Hemmnisse wird es in absehbarer Zeit nicht zu strategischen Umbrüchen in Punkto Zusammenbruch eigener Produktionsergebnisse kommen (die allerdings durch effizienteres durchaus ersetzt werden kann). Die Schutzmechanismen für einige Zweige werden weiterhin geschützt. Egal, was dabei an guten oder schlechten Dingen produziert wird. Allerdings plant man Lockerungen.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Di 12. Jan 2016, 08:37

Wie im Falle des LNG (Flüssigerdgas) könnte ein Teil des iranischen Öls über Spanien kommen.

Iran in Talks to Help Build Refinery in Spain

Refinery would have capacity of 200,000 barrels of oil a day

http://www.wsj.com/articles/iran-in-tal ... 1452441781


Seit einigen Jahren im Rahmen verschärfter Sanktionen gegen den Iran haben sich die große Schifffahrtslinien im Bereich des Cargo-Transports (z.B. Maersk) abgewandt. Nun können sie wiederkommen. Der Iran ist als Bindeglied zwischen dem Weltmeer und der innerasiatischen Landmasse als Transportweg für Güter und Rohstoffe interessant.

Container Ships Prepare to Steam into Iran

With a deal to repeal sanctions in place, container shipping lines begin to make Iran a port of call

http://www.wsj.com/articles/container-s ... 1452036749
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Di 12. Jan 2016, 16:08

Altkanzler Schröder ist im Iran. Vermutlich auf Promotion-Tour für die dt. Wirtschaft. Es geht aber auch um eine geostrategische Betrachtung der Region durch Berlin und Teheran.

"German companies and business owners are ready to participate in all economic and industrial fields" in Iran, he said.

Schroeder also stressed Iran's role in regional peace and security.

"After the closing of the nuclear file, Europe and Germany hope to make utmost use of Iran's great potential to solve regional crises," he said.

Zarif said Tehran was entering "a new phase of relations with Germany".

Schroeder and Zarif also spoke about Saudi Arabia, which has severed diplomatic ties with Iran in a row over the execution of a Shiite cleric.


With the fourth-largest oil reserves and the second in gas, Iran has the biggest combined energy deposits in the world.

https://www.yahoo.com/news/german-ex-ch ... 57429.html


CDU-Mann Pflüger meldete sich auch zu Wort.

Energy superpower Iran will be a global game-changer

Once the West’s sanctions against Iran are dropped, says Friedbert Pflüger, the Islamic Republic’s energy bonanza will have worldwide repercussions

http://europesworld.org/2015/11/03/ener ... pSpUbT3X5b


Bei Arak wird ein heiß diskutierter Vorgang in Gang gesetzt. Der dortige Reaktorkern wird entfernt, der Reaktor neu konfiguriert. Eine wesentliche finale Hürde bei der Umsetzung des Atomabkommens.

Arak heavy water reactor undergoes change

TEHRAN - Iran has taken out the core of its heavy water reactor in Arak to bring it into compliance with its nuclear deal with the world powers that will now require the sextet to initiate action to remove all sanctions against Tehran, an informed source told FNA on Monday.

http://tehrantimes.com/index_View.asp?code=252151
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Jan 2016, 16:33

Sanktionsende in Sicht?

Iran rechnet am Freitag mit grünem Licht für Sanktionsende

Vizeaußenminister erwartet Abschlussbericht der Atomenergiebehörde Teheran/Wien – Der Iran erwartet für Freitag den Abschlussbericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu seinem Atomprogramm, der grünes Licht zur Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran bedeuten könnte. Die IAEA werde in ihrem Bericht bestätigen, dass der Iran seine Auflagen erfüllt habe, sagte der stellvertretende Außenminister Abbas Araqchi am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Fars.


Araqchi sagte am Mittwoch, dem Abschlussbericht folge am Samstag oder Sonntag eine gemeinsame Erklärung des iranischen Außenminister Mohammed Javad Zarif und der EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini über die Umsetzung des Atomdeals und eine Aufhebung der Sanktionen.

http://derstandard.at/2000028992039/Ira ... ktionsende
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon palulu » Do 14. Jan 2016, 20:50

King Kong 2006 hat geschrieben:(10 Jan 2016, 09:09)

Ich verstehe dich schon.

Es verhält sich nicht so, wie du es darstellst. Wir sprechen nicht über eine Krabbenpuhlfabrik z.B. in Marokko, wo Nordseekrabben hinverschifft werden und dort einfach nur gepuhlt werden, um dann wieder den Weg hierher zu finden. Also, die marokkanischen Krabbenpuhlerinnen nur zum Krabben puhlen gut sind.

Der Iran wird natürlich Technologie erhalten. Wenn Mercedes wieder größer zurückkommt, dann z.B. mit Produktionsstandorten im Iran. Das bedeutet Technologietransfer und Ausbildung qualifiziertem Personals vor Ort. Das hat auch Synergieeffekte für Zulieferer vor Ort und den Berufsschulen, dem Bildungssystem. Wenn dadurch das Personal höher als bisher qualifiziert wird und höherwertige Produkte produziert werden können, mit besserer Technologie, Effizienz und Logistik ist das immer vorzuziehen. Wir sprechen nicht nur von Endprodukten, die gekauft werden. Sondern von Produktionsstandorten im Iran.

China kann deshalb einigermassen zu gebrauchende Kampfflugzeuge bauen, weil sie die Technologie durch Lizenz aus Russland bekommen haben. Sie bauen jetzt ihren ersten Träger, weil sie einen russischen kaufen konnten. Huawei gibt es, weil US-Firmen, wie Apple ihre Produkte in China fertigen lassen. Ohne technologischen Austausch, mit Sanktionen wäre das nie gegangen. Und das war/ist dem Iran verwehrt. Aus gutem Grund. Damit wollte man u.a. verhindern, daß diese Technologie z.B. dual-use in die Rüstung geht. Der Iran gehört nicht zu den Staaten, die nur als Werkbank dienen. Sie lassen diese Technologie in ihre Produktionszyklen einfliessen. Bekommt der Iran nur eine Gasultrazentrifuge in die Hand, wie geschehen, dann baut er die nach und entwickelt sie weiter. Deshalb wurde dies sanktioniert. Keinen Technologietransfer. Er hat sich diese dann schwarz beschafft. Inzwischen sind die Zentrifugen x-mal so effizient geworden.

Das Beispiel mit den Kampfpanzern von dir hinkt. Es macht einfach keinen Sinn eine teure Panzerentwicklung zu unterhalten, wenn anschliessend etwas dabei herauskommt, das einfach nicht Massentauglich ist. Das teuer ist und im Feld im Ernstfall völlig vergeigt. Nicht effizient ist. Wenn z.B. dann Spanien, Norwegen, die Niederlande, die Schweiz, Indien oder der Iran sagen, daß man lieber Panzer (Flugzeuge, Schiffe...) aus XY kauft und in Lizenz produziert (gilt auch für den Iran), dann ist das weder dumm, eine Katastrophe, noch eine Schande. Der Iran baut russische Panzer in Lizenz. Und wenn der T-90 kommen sollte, dann wird das vermutlich ähnlich laufen. In den iranischen Panzerwerken, mit besserer Technologie als bisher möglich. Welcher Staat kann denn heute alles im zivilen und militärischen Bereich selbst aus eigener Kraft entwickeln und produzieren? Ein Mercedes besteht doch fast komplett aus Teilen, die weltweit entwickelt und produziert worden sind. Am Ende kommt der Stern dran und fertig. Der US-Abrams Panzer hat eine dt. Rheinmetallkanone. Die Europäer brauchen einander um Raketen ins All zu schiessen. Der Iran braucht den Austausch, wie jeder andere Staat auch. Sonst kommt man nicht vorwärts. Er braucht Technologietransfer, Wirtschaftskontakte uvm. um weiterzukommen. Die iranischen IT-Startups brauchen das. Die iranische Gesellschaft braucht das.

Wenn durch den Wegfall der Sanktionen im Iran erstmal Produkte verschwinden, wie einst nach der Wiedervereinigung in der DDR, dann ist das so. Letztendlich wird es besser fürs Land sein, wie im Falle der DDR. Die iranischen Hardliner fürchten, daß nicht nur iranische Produkte, sondern auch sie verschwinden bzw. an Bedeutung verlieren könnten. Dann ist das so.

Der Gedanken eines Ausverkaufs Irans, wie unter dem Schah beschrieben existiert. Nur, es muß nicht so laufen. Oder ist das in der Türkei auch so? In China? Oder Indien? Ist das von Nachteil ohne Sanktionen zu sein? Für die Wirtschaft und Technologie? Wäre mir neu. Wie gesagt, der Iran ist auch nicht Bangladesch oder Marokko. Und wie es bis jetzt läuft, ist keine besonders charmante Zukunftsversion. Davon erzählen die Millionen ausgewanderten IranerInnen. Das ist keine Alternative.


Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, deswegen mache ich es kurz:

1. Der Iran wird definitiv keine hochmoderne Technologie erhalten; weder Brasilien, Mexiko, die Türkei noch Südafrika, Russland, China, Malaysia oder Indien haben moderne Technologien vom Westen in Form von "Investitionenbeifang" erhalten, zumindest nicht flächendeckend. Eine Fabrik in Iran (oder einem anderen Land der Erde) zu eröffnen, geht immer auch mit einem gewissen Grad an Transfer von Wissen einher, aber dies bedeutet nicht - niemals - dass dem Rezipientenstaat einer FDI [Ausländische Direktinvestition] kritisches Wissen übermittelt würde. Dieser Logik folgend müssten alle Schwellenstaat auf dem besten Weg sein, sich westlichen Industrienationen im Bereich von Wissen, Forschung, Technologie und Entwicklung anzunähern - das sind sie aber nicht.

2. Ein Atomprogramm mit "Reverse Engineering (engl., bedeutet: umgekehrt entwickeln, rekonstruieren, Kürzel: RE)" zu verbinden, ist sachlich falsch. Zumal in Bezug zum iranischen Programm viel zu große Wissenslücken vorhanden sind. Wir wissen bis heute nicht, wieviel Knowhow-Transfer der Iran vom wem, wann, wie genau erhielt - und was der Iran selbst baute. Das meiste hierzu beruht auf Mutmaßungen, Schätzungen und Annahmen. Genaues wird man wohl nie erfahren.

3. Ein Atomwaffenprogramm wird unter Hinnahme eines mehrfachen Bruchs des Völkerrechts unterhalten. Gesetze, Normen, Vorschriften, Zertifikate etc. pp. spielen hierbei keine Rolle. Eine funktionierende Privatwirtschaft, die global agieren möchte, ist auf solche Regeln angewiesen, denen sich sogar China im Großen und Ganzen unterordnet.

Ein Beispiel: Werden bestimmte Teil der saudischen Waffensysteme defekt, dürfen saudische Mitarbeiter diese weder öffnen noch versuchen, selbst zu reparieren. Es wird der Herstellerfirma gemeldet, die wiederum die Reparatur übernimmt. Das gilt auch für russische Systeme. Werden diese Verträge gebrochen, müssen empfindliche Strafen gezahlt werden. Wiederholt ein Staat dieses Benehmen, wird es zukünftig nicht mehr bedient. Mit der Ausnahme von...

4. China. China ist ein Fall für sich und in jeglicher Hinsicht nicht vergleichbar mit einem der anderen Schwellenstaaten. Dieser Vergleich hinkt nicht, er läuft gar nicht erst. Das Land lässt Firmen nur in Kooperation mit eigenen Staatsunternehmen auf den riesigen heimischen Markt. Die Hauptquelle für ausländisches Knowhow ist aber der Aufkauf ausländischer Betriebe, was weder der Iran noch ein anderer sich entwickelnder Staat leisten kann; davon abgesehen bietet kein anderer Staat die Profitchancen an, die China Investoren verspricht. Kein Vergleich zum Iran oder der Türkei - nicht mal der gesamten Golfregion.

Jüngstes Beispiel:Krauss-Maffei: Chinesische Staatsfirma kauft deutschen Maschinenbauer


Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen:

Stelle dem Iran 500 Mrd. USD bar zur Verfügung und das Land wird dennoch niemals auch nur im Entferntesten ein Kampfflugzeug aus dem Blauen heraus konzipieren und bauen können, das dem F-35 in Sachen Leistung ähnelt. Das gilt für die Türkei, für Indien (das bis heute am schrottreifen HAL Tejas bastelt) und sogar für China. RE hat seine Grenzen. Das Reich der Mitte hängt immer noch Korea in Sachen Hochtechnologie hinterher.

Zusammengefasst: Der Iran wird zweifellos wohlhabender werden. Das Land wird Fortschritte erleben. Neue Produkte werden entwickelt, aber alte werden verschwinden - darunter auch sehr wichtige Eigenentwicklungen, deren Modernisierungsprogramme mit dem schreitenden Fortschritt nicht standhalten können. Im Groben und Ganzen wird sich das die Waage halten. Einen immensen technologischen und produktiven Sprung nach vorne wird es deshalb nicht geben. Dafür spricht schlicht und ergreifend die Empirie gegen deine Annahme. Ob der Iran vielleicht die eine Ausnahme wird, die die Regel bestätigt, bleibt abzuwarten. Ich glaube es nicht.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 16. Jan 2016, 13:33

palulu hat geschrieben:(14 Jan 2016, 20:50)

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, deswegen mache ich es kurz:

Zusammengefasst: Der Iran wird zweifellos wohlhabender werden. Das Land wird Fortschritte erleben. Neue Produkte werden entwickelt, aber alte werden verschwinden - darunter auch sehr wichtige Eigenentwicklungen, deren Modernisierungsprogramme mit dem schreitenden Fortschritt nicht standhalten können. Im Groben und Ganzen wird sich das die Waage halten. Einen immensen technologischen und produktiven Sprung nach vorne wird es deshalb nicht geben. Dafür spricht schlicht und ergreifend die Empirie gegen deine Annahme. Ob der Iran vielleicht die eine Ausnahme wird, die die Regel bestätigt, bleibt abzuwarten. Ich glaube es nicht.


Ich denke, du hast deinen Standpunkt deutlich gemacht.

Grundsätzlich sind wir da nicht weit auseinander.

Meine Eingabe war allerdings primär, daß es gut sein wird, daß die Sanktionen fallen. Und zwar positiv auf sehr breiter Basis. Inklusive Technologietransfer. Das wir in einigen Jahren kein zweites Japan sehen werden, wie einst der Schah dies wollte, ist anzunehmen. Das wird auch nirgendwo behauptet und nicht von mir. Es ist jedoch davon auszugehen, daß sich die Entwicklungen beschleunigen werden. Allein durch mehr zur Verfügung stehenden Geldes.


Fallen heute die Sanktionen gegen den Iran?

Mit Spannung erwartet der Iran den heutigen Tag. Denn in Wien könnten bei einem prominent besetzten Treffen die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden. Dafür müsste die IAEA allerdings den Rückbau des Atomprogramms bestätigen. Ein Schritt mit massiven Folgen.

http://www.tagesschau.de/ausland/iran-s ... n-107.html


Die Verantwortlichen treffen in Wien zusammen.

Iranian foreign minister to meet with John Kerry and EU's Federica Mogherini in Vienna before releasing statement on deal's implementation.

Zarif told journalists on his plane heading to Vienna that sanctions on Iran will be lifted today, saying the event "marks a good day for Iran and the Middle East."

http://www.haaretz.com/world-news/1.697734


Spannend werden Fragen sein, wie sich die weitere gesellschaftliche Entwicklung im Iran über die Jahre dadurch entwickeln könnte. Das sind die Sorgen der jetzigen Regierung, genauergesagt der Hardliner. Sozioökonomische Krisen oder Herausforderungen, Forderungen der Gesellschaft. Und eine sich verändernde Kooperation Irans mit regionalen und überregionalen Staaten.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon palulu » Sa 16. Jan 2016, 16:27

Brent Ölpreis unter 29$. -6,28 Prozent.

Danke, Iran. :D
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Kohlmeise » Sa 16. Jan 2016, 17:15

CNN hat ihre Bilder und Namen gezeigt. Die Jungs sind mehr Iraner als Amerikaner. Man sollte solche Menschen als Brücke und gute Vermittler zwischen den beiden Ländern einsetzen, statt sie zu verhaften. Irgendwie werden eigene Ressourcen nicht genutzt.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Kohlmeise » Sa 16. Jan 2016, 17:27

palulu hat geschrieben:(16 Jan 2016, 16:27)

Brent Ölpreis unter 29$. -6,28 Prozent.

Danke, Iran. :D

Der niedrige Ölpreis hat auch im Westen Probleme geschaffen, der Export in die Erdölförderländer sinkt signifikant. Ausserdem leidet die deutsche Maschinenbauindustrie, da die Erdölförderländer ihre Anlagen nicht mehr modernisieren. Um nur zwei Beispiele zu nennen.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Platon » Sa 16. Jan 2016, 17:54

So lange geht das mit dem niedrigen Ölpreis ja noch gar nicht und er wird auch wieder steigen, da habe ich keine Sorgen.
So ein Preiskampf wie es ihn derzeit gibt wird zwangsläufig irgendwann ein Ende haben und dann geht es wieder in die genau andere Richtung.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Kohlmeise » Sa 16. Jan 2016, 20:54

Platon hat geschrieben:(16 Jan 2016, 17:54)

So lange geht das mit dem niedrigen Ölpreis ja noch gar nicht und er wird auch wieder steigen, da habe ich keine Sorgen.
So ein Preiskampf wie es ihn derzeit gibt wird zwangsläufig irgendwann ein Ende haben und dann geht es wieder in die genau andere Richtung.

Der Preiskampf hat gerade für Russland drastische Folgen. Medwedev geht nicht vom baldigen Anstieg des Ölpreises aus, schon eher vom Gegenteil.

Earlier, Russia's Prime Minister, Dmitry Medvedev, warned tumbling oil prices could force his country to revise its 2016 budget.

He said that the country must be prepared for a "worst-case" economic scenario if the price continued to fall.

http://www.bbc.com/news/business-35302509
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Platon » Sa 16. Jan 2016, 21:31

Kohlmeise hat geschrieben:(16 Jan 2016, 20:54)

Der Preiskampf hat gerade für Russland drastische Folgen. Medwedev geht nicht vom baldigen Anstieg des Ölpreises aus, schon eher vom Gegenteil.

Earlier, Russia's Prime Minister, Dmitry Medvedev, warned tumbling oil prices could force his country to revise its 2016 budget.

He said that the country must be prepared for a "worst-case" economic scenario if the price continued to fall.

http://www.bbc.com/news/business-35302509

Die Russen können ja mal anfangen ein paar Kriege weniger zu führen, dann wird das mit dem Haushalt auch was.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 16. Jan 2016, 21:50

Atomabkommen: Iran erfüllt laut IAEA alle Verpflichtungen

Iran hat laut internationaler Atomenergiebehörde seine wichtigsten Verpflichtungen aus dem Atomabkommen erfüllt. Die Finanz- und Handelssanktionen von EU, USA und Uno können damit aufgehoben werden
.


Bei seiner Ankunft in der österreichischen Hauptstadt hatte Irans Außenminister Dschawad Mohammed Sarif Zuversicht verbreitet. "Heute ist ein großer und guter Tag für die ganze Welt", hatte der Chefdiplomat am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde gesagt. Mit der Umsetzung des Atomabkommens eröffneten sich neue Perspektiven für eine politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Westen.

Die EU hat für die Aufhebung der Sanktionen bereits letzte Vorbereitungen getroffen. Nach Angaben von Diplomaten liegt ein entsprechender Beschluss seit Freitagvormittag bereit. Nicht zuletzt Deutschland erhofft sich von den neuen Beziehungen zu Iran einen politischen und wirtschaftlichen Vorteil. So kann die deutsche Industrie mit vielen Aufträgen aus der Öl-Nation rechnen. Zudem spielt Iran eine zentrale Rolle bei möglichen Lösungen regionaler Konflikte wie in Syrien und im Jemen. Dagegen wird die politische Annäherung in Israel, in Golfstaaten wie Saudi-Arabien und von konservativen US-Politikern mit großer Sorge verfolgt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/a ... 72400.html


Erstaunlich was geht, wenn auf beiden Seiten der politische Wille vorhanden ist und ernsthaft gearbeitet wird. Allerdings muß man wohl sagen, daß das politische Klima in den USA und dem Iran, wie im Kontext der regionalen Entwicklungen dafür erst in den letzten Jahren entstanden ist.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 16. Jan 2016, 23:16

Quasi als erstes greifbares werden über 100 Milliarden an iranischen Vermögen freigesetzt.

With lifting of sanctions, $100 billion in Iranian assets frozen overseas would be immediately thawed.

read more: http://www.haaretz.com/world-news/1.697752


Der Iran wird wieder mit SWIFT verbunden.

Der erste Großeinkauf sollen 114 Flugzeuge von Airbus sein.

Indeed, Iran's transportation minister said on Saturday that, immediately upon implementation of the JCPOA, Tehran will have a new deal signed at the ready to purchase 114 Airbus planes.

http://www.wsj.com/articles/iran-plans- ... 1452975657


Boeing könnte nachziehen.

Obama lifts ban on selling passenger planes to Iran

https://www.rt.com/business/329193-us-s ... raft-iran/
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Wolverine » Sa 16. Jan 2016, 23:56

Für mich wird der Iran immer der Staat innerhalb der UN sein, der vollkommen sanktionslos die Vernichtung eines Staates und seiner Einwohner fordern darf und dafür auch noch mit der Aufhebung von Sanktionen belohnt wird. Und das 71 nach der Befreiung von Auschwitz. Ich kann irgendwie nicht ganz nachvollziehen wie man über ein solch extremistisches Gebilde fabulieren kann, welches eine ganze Bevölkerung in Geiselhaft hält. Die offene Unterstützung des weltweiten Terrorismus wollte ich eigentlich unerwähnt lassen, aber jetzt ist es doch rausgerutscht.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » So 17. Jan 2016, 00:17

Wolverine hat geschrieben:(16 Jan 2016, 23:56)

Für mich wird der Iran immer der Staat innerhalb der UN sein, der vollkommen sanktionslos die Vernichtung eines Staates und seiner Einwohner fordern darf und dafür auch noch mit der Aufhebung von Sanktionen belohnt wird. Und das 71 nach der Befreiung von Auschwitz. Ich kann irgendwie nicht ganz nachvollziehen wie man über ein solch extremistisches Gebilde fabulieren kann, welches eine ganze Bevölkerung in Geiselhaft hält. Die offene Unterstützung des weltweiten Terrorismus wollte ich eigentlich unerwähnt lassen, aber jetzt ist es doch rausgerutscht.


Kein Problem. Die Nazigeschichte Deutschlands ja auch. Alles drin.

Unter deiner Betrachtung muß man sich fragen, was sich der Westen dabei denkt? Will man, also der Westen, Israel etwas antun?
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Wolverine » So 17. Jan 2016, 00:24

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Jan 2016, 00:17)

Kein Problem. Die Nazigeschichte Deutschlands ja auch. Alles drin.

Unter deiner Betrachtung muß man sich fragen, was sich der Westen dabei denkt? Will man, also der Westen, Israel etwas antun?


Mmh, diese gespielte Naivität kaufe ich dir nicht ab. Die Industrie setzt die Regierungen unter Druck, weil die Mächtigen und Reichen Geld verdienen wollen. Jetzt habe ich es so einfach erklärt, dass sogar du es kapieren müsstest. :D
Die geplante Vernichtung Israels durch den Iran ist da wohl eher so ein nervender Klingelton. :rolleyes:
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