Iran 2016 - Perspektiven

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Alexyessin
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Alexyessin » Mi 31. Jan 2018, 10:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(31 Jan 2018, 10:07)

Wo schon vom Wetter die Rede ist: wie sieht man im Iran eigentlich die globale Erwärmung? Fake News aus dem Westen oder wissenschaftliche Realität?


Die Frage könnte Platon beantworten - soweit ich weiß war er ja mal unten für gewisse Zeit. Aber ist schon ein interessanter Gedanke mal zu fragen, wie die Menschen dort das sehen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 31. Jan 2018, 10:25

Ist für den Iran ja auch von wirtschaftlicher Bedeutung, von wegen Erdöl- und Gasexporten.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 31. Jan 2018, 16:22

Im Iran ist die Expansion der Wüste ein Problem. Ebenso Wüstenstürme. Im Iran gibt es zwar auch Wälder, ewiges Eis im Gebirge und fast tropische Verhältnisse, also ein klimatisch und ökologisch vielfältiges Land, aber die Wüste (auch da ist Wüste nicht gleich Wüste - Steinwüsten, Sandwüsten oder gerade im Iran auch Salzwüsten) nimmt ein großen Teil des Landes ein. Inwieweit die Entwicklungen im Iran der Klimaerwärmung zu schulden ist, weiß ich nicht, wobei anhand von Seen man Entwicklungen empirisch sehen und beweisen kann. Aber im Iran wird darüber mehr oder weniger debattiert wie hier. Es wird dann von großer Bedeutung, wenn es existientiell wird. Also, wenn Anbauflächen davon betroffen werden oder Wasserknappheit.

Iran´s climate change office

http://en.climate-change.ir


Climate Change May Have Helped Spark Iran’s Protests

https://www.scientificamerican.com/arti ... -protests/

IRAN

A mega-drought and intense temps seen as tinder for uprising

https://www.eenews.net/stories/1060070321


Unlike President-elect Donald Trump, Iranian President Hassan Rouhani has said that he believes that fossil-fuel consumption is the main driver of climate change. Last year, he signed the Paris climate agreement, and* *his government has committed* *to reducing Iran’s greenhouse-gas emissions by four per cent, or up to twelve per cent if the United States reverses its sanctions against the country. But efforts to build a clean-energy infrastructure are not yet widespread. Last October, researchers at M.I.T. published* *a study* *titled “Future Temperature in Southwest Asia Projected to Exceed a Threshold for Human Adaptability.” They found that, by 2070, if worldwide emissions aren’t sufficiently reduced, the Persian Gulf would experience heat waves impossible for many humans to survive. The oil-producing city of Bandar-e Mahshahr, on Iran’s southwest coast, got a preview of that boiling future two summers ago. One day in July, temperature and humidity conspired to make the air feel like a hundred and sixty-three degrees Fahrenheit.

https://www.newyorker.com/culture/photo ... ate-change


In Iran gibt es in der Salzwüste Dasht-e Lut vermutlich die weltweit höchste Temperaturmessung, ca. 70 Grad. Aber da wohnt praktisch keiner. Brutal wird es in der Region Persischer Golf, wenn man dort lebt und arbeitet. Ich selbst war dort noch nicht. Eher im Norden und im Zentrum. Aber schon jetzt wird es dort unglaublich heiß. 40 bis über 50 Grad kann es dort werden. Fast unerträglich auch auf arabischer Seite des Persischen Golfes. Wenn die Temperaturen weiter steigen, wird es an der Küstenlinie Irans und vor allen Dingen in den arabischen Staaten weiter südlich auf der anderen Seite des Golfs praktisch "nicht aushaltbar"... Aber solange das Geld für Klimaanlagen da ist?

Das Thema Klima(veränderung) ist vermutlich das größte Thema der Zukunft. Viel gefährlicher als Atomwaffen oder Terrorismus. Denn wenn bei steigender Bevölkerung in der sogenannten 2. und 3. Welt die Dürre, Wasserknappheit und Stürme zunehmen, werden diese Staaten noch instabiler werden. Man kann sich auch in Europa dagegen nicht abschotten. Weder (welt-) wirtschaftlich, politisch noch demografisch. Klimaveränderungen als praktisch nicht beeinflußbar (durch den Menschen) zu bezeichnen und somit geeignete Maßnahmen von vorneherein deshalb abschlägig zu beurteilen. könnte am Ende alle einholen. Dazu muß man nicht mal ein Grüner oder Baumumarmer sein.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Ammianus » Sa 3. Feb 2018, 12:27

Wie es aussieht geht es weiter. Immer mehr iranische Frauen haben nicht mehr nur keine Lust sich irgendwelchen Stoff um den Kopf zu wickeln nur weil es irgendwelche Unrasierte so vorschreiben, sie treten auch offen dagegen auf. Das begann bei den letzten Protesten und scheint sich nun fortzusetzen.

Das Mullah-Regime wird von einer totalitären Ideologie, dem politischen Islam getragen. Derartige Ideologien sind in sich geschlossene Denksysteme die vorgeben, auf jede Frage eine Antwort zu haben. Sie sind der geistige Überbau der Herrschaft. Gleichzeitig sorgen sie für treue Anhänger. Diese glauben, wenn sie sich für die vorgegebene Ideologie einsetzten das Richtige und einzig wahre Gute zu tun. Dazu gehört auch, ein wachsames Auge auf seine Mitmenschen, deren Tun und Handeln zu haben und gegebenenfalls einzuschreiten, wenn diese die vorgegebenen Normen nicht erfüllen, in Frage stellen oder gar dagegen aufbegehren. Selbst der letzte ungebildete und moralisch verkommene Systemling hat so die Möglichkeit, sich als Kämpfer des Guten zu verstehen.

Derartige Prozesse arbeiten in allen ideologisch geprägten Diktaturen, egal ob Faschismus, Nationalsozialismus, Kommunismus oder eben politischer Islam. Die iranischen Frauen, die das Kopftuch nur als Andeutung tragen tun im Prinzip das Gleiche wie die jungen Männer in den 60er in der DDR, die sich die Haare lang wachsen ließen, die Stones hörten und Jeans aus dem Westen trugen. Damit wird deutlich eine Ablehnung gegenüber den Machthabern, dem herrschenden System und seinen Anhängern demonstriert.

Das Kopftuch ist ein Marker mit dem die Herrschenden ihre Macht demonstrieren, ihr Revier markieren und gleichzeitig ihre Anhänger bestärken und beschäftigen. Wer es ablehnt muss es trotzdem tragen und wird so immer an die Macht der Mullahs erinnert. Wer die Nachbarin auf den „schlechten Hijab“ hinweist, fühlt sich als großer Kämpfer für die islamische Befreiungstheologie und glaubt gleichzeitig auf diese Arte einen Fensterplatz im erträumten Paradies beanspruchen zu können.

Zur Zeit toleriert das Regime so ein Verhalten. Aber so ist es nun mal in derartigen Diktaturen. Gibt man den Leuten einen Finger, dann wollen sie den nächsten. Und haben sie erst eine Hand, dann dauert es nicht mehr lange, bis sie auch die andere verlangen.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 5. Feb 2018, 20:49

Lt. Umfrage eines Instituts, das dem Präsidialamt Irans nahe steht, sind fast 50 % der Befragten der Meinung, das die Frage des Kopftuches eine Privatangelegenheit wäre.

Iran publishes report saying 49% of Iranians against compulsory veil

The release of the report on Sunday by the Iranian Center for Strategic Studies -- a research arm of the President's office --


The poll, which is at the heart of the report, found that 49.2% of 1,167 respondents said it was a private matter.

https://edition.cnn.com/2018/02/05/midd ... index.html
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Referendum?

Beitragvon King Kong 2006 » So 11. Feb 2018, 20:37

Rouhani bringt das Thema Referendum zur Sprache. Er stellt die Verfassung nicht per se in Frage. Aber zumindest Teile davon, wenn sie von der Mehrheit denn abgelehnt werden würden.

“Today, we need everyone, including principlists, reformists, moderates and everyone who recognises the constitution, for the country’s development and progress,” Rouhani said.

“The constitution should be our point of reference … If we disagree on some issues, we should refer to the article 59 [the constitutional article on holding referendums].”

Rouhani’s speech was largely aimed at his domestic audience, but he also talked about regional issues without directly addressing the confrontation over the weekend between the Syrian army and Iranian-backed forces, and Israeli fighter jets.

https://www.theguardian.com/world/2018/ ... -divisions
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Re: Referendum?

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 12. Feb 2018, 06:57

King Kong 2006 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 20:37)

Rouhani bringt das Thema Referendum zur Sprache. Er stellt die Verfassung nicht per se in Frage. Aber zumindest Teile davon, wenn sie von der Mehrheit denn abgelehnt werden würden.

wird die geistlichkeiit ein referendum überhaupt zulassen?
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon Ger9374 » Mo 12. Feb 2018, 07:02

Ein Referendum wird Geistlichkeit nicht erlauben.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Do 22. Feb 2018, 13:40

In Bezugnahme zu dem Post "Verteilungsgerechtigkeit im Iran". Also, die wirtschaftliche Entwicklung Irans. Teheran bringt noch einmal ins Gespräch, wenn der Atomdeal keinen wirtschaftliche Erleichterung für den Iran und somit der iranischen Bevölkerung bringt, könne man sich vom Vertrag zurückziehen. Der Deal war, daß Teheran sich an die Bestimmungen im Vertrag hält, was von der Interanationalen Atomenergiebehörde laufend bestätigt wird und dafür die Sanktionen aufgehoben werden. Die Trump-Administration hat aber noch viele Hürden, die us-amerikanische, europäische und asiatische Firmen und vor allen Banken vorsichtig agieren lassen, da man Sorge hat mit der Trump-Administration und entsprechenen US-Gesetzen in den USA in Konflikt zu kommen.

Iran Will Withdraw From Nuclear Deal If 'No Economic Benefit'

"If the same policy of confusion and uncertainties about the JCPOA [nuclear agreement] continues, if companies and banks are not working with Iran, we cannot remain in a deal that has no benefit for us," Deputy Foreign Minister Abbas Araqchi said on February 22 in a speech at the Chatham House policy institute in London.


Under the July 2015 agreement between Iran and six major powers -- Britain, China, France, Germany, Russia, and the United States -- Tehran pledged to restrict its nuclear program in return for relief from crippling international economic sanctions.

But U.S. President Donald Trump delivered an ultimatum to European powers on January 12, saying they must agree to “fix the terrible flaws of the Iran nuclear deal” or he would refuse to extend the U.S. sanctions relief on Iran that it calls for.

U.S. sanctions will resume unless Trump issues fresh “waivers” to suspend them on May 12.

"The deal would not survive this way even if the ultimatum is passed and waivers are extended," Araqchi said.

https://www.rferl.org/a/iran-nuclear-ag ... 56411.html
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » So 25. Feb 2018, 10:51

Der Machtkampf entzündet sich an vielen Stellen zwischen Reformern und Hardlinern. Architektur ist auch immer präsentativ und oft politisch. Eine Moschee ohne Minarett und ohne Dom? Für einige geht das gar nicht.

Modern Vali-E-Asr Mosque In Tehran Stirs Controversy As It Has No Minaret Or Dome

https://worldarchitecture.org/architect ... _dome.html


The mosque is located in “one of the most culturally sensitive places in Tehran”, according to its architects. It is at a point where the Enghelab (Revolution) Street crosses the tree-lined Vali-e-Asr, the most important junction in the city, not far from Tehran University and its surrounding bookshops.

“We tried to create an interaction between the mosque, which has a cultural essence, and the City theatre. We wanted to make it a cultural project that would be in harmony with its surroundings – the mosque should respond to the needs of its own time,” the architects said.

Built over an area of 3,855 sq metres (4,600 sq yards), the seven-floor mosque is 32 metres high, only 20 metres of which is above ground. It has big prayer halls, cultural centres, an imam’s residence and parking spaces.


Das man zuguterletzt - theoretisch - sogar aufgrund der Architektur über die Moschee klettern könnte, macht die Sache in Augen der Konservativen nicht besser...

“Whilst there are examples of humble religious spaces … religious buildings are often created from grand atriums, domes and towers which stand high to dominate the visitors,” Gharleghi said. “These typologies metaphorically refer to the grand nature of God. Breaking this tradition is in contrast with the religious beliefs of many. The geometry of Vali-e-Asr mosque doesn’t follow this logic. It dissolves into its surrounding context. Its ascending planing even suggests that people can climb over it and reach the top. This makes the mosque an accessible and a humble religious space … most important purposes of the mosque which praying and gathering people in a public space have been fulfilled.”

Daneshmir and Spiridonoff said: “The Vali-e-Asr mosque doesn’t have a minaret, nor a dome; neither did the first mosque. A mosque is a place for worship, and the Qur’an doesn’t dictate a special structure for it. It’s what it contains that is important.”

https://www.theguardian.com/world/2017/ ... -in-tehran


Architekturbüro
http://vavstudio-biennale.com/vali-e-asr-mosque
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » So 25. Feb 2018, 20:06

Ehemaliger Geheimdienstchef räumt Fehler bei dem Fall der in Haft verstorbenen iranisch-kanadischen Journalistin Kazemi ein. Sie wäre im Sinne der Anklage unschuldig gewesen. Auch sei der Tod vermeidbar gewesen.

Iran: 2003 zum Tode gekommene kanadische Reporterin war unschuldig

Teheran – Die während einer Verhaftung 2003 zu Tode gekommene kanadisch-iranische Fotojournalistin Zahra Kazemi war nach Angaben eines Beraters von Präsident Hassan Rouhani unschuldig. Im Fall der wegen Spionage verhafteten Frau seien viele Fehler gemacht worden. "Sie war keine Spionin", sagte Ali Yunessi, auch Leiter der Abteilung für politische Minderheiten, der Zeitung "Iran"

Die damals 54-jährige Journalistin hatte im Juni 2003 vor dem berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran fotografiert und Interviews mit Besuchern geführt. Bei ihrer Verhaftung unter Spionagevorwurf starb sie unter ungeklärten Umständen an einer Gehirnblutung.

Yunessi war damals selbst Chef des Geheimdienstes und seine Agenten hatten die Frau vor ihrer Festnahme verhört. Sie kamen zum Ergebnis, dass Kazemi lediglich journalistisch arbeite. Aber laut Yunessi bestand der Oberstaatsanwalt Saeid Mortasawi auf dem Spionagevorwurf und übergab den Fall der Polizei. Bei ihrer Verhaftung wollte Kazemi den Polizisten ihre Kamera nicht übergeben. In dem Gerangel soll sie gestürzt und mit dem Kopf auf eine Gehsteigkante geprallt sein.

"Leider wurden viele Fehler gemacht"

Bei einer schnellen Einlieferung ins Krankenhaus wäre Kasemi laut Yunessi vielleicht nicht an der Gehirnblutung gestorben. "Leider wurden viele Fehler gemacht", sagte er. "Ein einfacher Fall wurde unnötig politisiert und seitdem muss der Iran für diese Fehler international einen hohen Preis bezahlen."

derstandard.at/2000074977758/Iran-2003-zum-Tode-gekommene-kanadische-Reporterin-war-unschuldig
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon tabernakel » Mo 26. Feb 2018, 07:56

Iran’s eastern shift shows patience running out with the West “If the Europeans don’t have the courage to stand up to the US then they shouldn’t expect to be partners with us,” said Marandi. “If some doors are closed and some doors are open, we are not going to wait outside the closed doors forever.”

Fair, dann können wir uns ja auch wieder entspannen. Sanktionen wieder einführen, Laden isolieren, gut ist. Wir müssen die aggressive Interessenpolitik der Iraner nicht auch noch mit freiem Handel goutieren, die Pläne für die Atombombe haben sie eh in der Schublade und werden sie bauen wann immer es ihnen passt, aber wenigstens müssen sie dann berücksichtigen dass der Westen ihrem Treiben nicht mehr wie aktuell praktisch tatenlos zusieht. Zumal Putin und Xi für den Iran bei zentralen Dingen wie Demokratieverständnis, Menschenrechte und Machtpolitik schlicht deutlich kompatibler sind.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 26. Feb 2018, 13:00

tabernakel hat geschrieben:(26 Feb 2018, 07:56)

Fair, dann können wir uns ja auch wieder entspannen. Sanktionen wieder einführen, Laden isolieren, gut ist. Wir müssen die aggressive Interessenpolitik der Iraner nicht auch noch mit freiem Handel goutieren, die Pläne für die Atombombe haben sie eh in der Schublade und werden sie bauen wann immer es ihnen passt, aber wenigstens müssen sie dann berücksichtigen dass der Westen ihrem Treiben nicht mehr wie aktuell praktisch tatenlos zusieht. Zumal Putin und Xi für den Iran bei zentralen Dingen wie Demokratieverständnis, Menschenrechte und Machtpolitik schlicht deutlich kompatibler sind.


Das sogenannte "Atomabkommen" wurde ja von der Obama-Administration favorisiert, weil es sonst kaum Instrumente der Intervention gegenüber dem Iran gibt. Wenn man intervenieren will kann man das ja auf zwei Arten machen, um die Extreme zu bemühen. Man kann auf den Knien anrutschen und "Bitte, bitte" sagen. Das hat sich als nicht effektiv herausgestellt. Man kann mit der Fahrradkette in der Faust kommen und Schlimmstes androhen. Ein iranisches Schnellboot rauscht heran, ganz nah kommt es einem US-Kriegsschiff, so dass deren Matrosen das Banner auch gut lesen können. Aufschrift: "Ihr könnt uns gar nichts." (http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 28576.html). Hat sich - im Falle Irans - auch nicht als effektiv herausgestellt. Dann gibt es Sanktionen als "Kriegswaffe". War bedingt durchaus erfolgreich.

Das "Atomabkommen" soll zwar vorgeblich den Iran an der Atomwaffe hindern, ist aber ein Feigenblatt für das dahinter liegende Instrumentarium. Vorgeblich hat es zwei Gründe. Iran kann aufgrund vorhandener Technologie die Waffe bauen, vielleicht gibt es sie schon - lagernd in Nordkorea oder im Iran. Das "Atomabkommen" soll ein Wettrüsten atomarer Art verhindern. Auch eine Scheindiskussion. Natürlich könnten Nachbarn wie Israel, Pakistan (nukleare Teilhabe Saudi-Arabien), Indien, Russland, China oder die Türkei (nukleare Teilhabe NATO) plötzlich auch an Nuklearwaffen denken. Nun ja, man findet sicher den Fehler bei diesem Argument. Nein, es geht natürlich darum mit dem "Atomabkommen" und dahinter den Sanktionsdrohungen ein Druckmittel gegenüber dem Iran zu haben. Jetzt kann man sagen wie? Es geht doch nur um diese verdammten iranischen Atomwaffen (seit 30 Jahren Scheinargumentation..). Das Geheimwort ist "im Geiste des Vertrages". Da kann man alles reinpacken. Iran ist in Syrien aktiv? Tja, Verletzung des "Atomabkommens"! Der Iran schiesst Trägerraketen ins All? Verletzung des "Atomabkommens"! Nicht explizit. Aber "im Geiste des Abkommens". Damit will man den Iran festnageln und beeinflussen können.

So, jetzt kann man sagen, daß der Vertrag ein Totalversagen ist. Der Iran, so sagen einige, hat Syrien in seine größte Kaserne verwandelt. Kein anderes Land unterhält soviele Basen und Stützpunkte in Syrien wie der Iran, nicht mal Russland oder die USA. Es stehen praktisch soviele Kombattanten in Syrien unter direktem Befehl Irans, wie die syrischen Streitkräfte aufbieten können. Irak ist ein Allierter Irans, usw. Der Iran will weiterhin an der Luft- und Weltraumtechnik festhalten. Auch militärisch. Wo konnte man da den Iran manipulieren und beeinflussen? Jetzt muß man aber fragen, ohne dieses "Atomabkommen" als Drohung für Sanktionen, was wäre dann? Wenn der Iran auch jetzt schon mit Atomabkommen, mit diesen Ketten soweit fahren kann? Ohne "Wohlverhalten" Irans wären vielleicht schon viel mehr Raketen ins All geflogen. Der Auftritt in der Region massiver. Wie auch immer. Auch im Iran stellen nicht wenige die Frage, was dieser Vertrag überhaupt soll? Kein Land dieser Erde wird so eng kontrolliert wie der Iran. Und der Iran verhält sich absolut gemäß des Vertrages korrekt. Wird ständig bestätigt. Kein Land mußte sich so ein Alleinstellungsmerkmal unterziehen. Unregelmäßigkeiten im Atomprogramm? Passiert weltweit ständig. In GB, in Brasilien usw. Werden alle nicht sanktioniert. Pakistan, Indien, Israel bauen munter Atomwaffen und Raketen. Unterstützen dabei Gruppen, die man als Terroristen bezeichnet. Und da passiert nix! Trotzdem keine Sanktionen, sondern sogar beste Wirtschaftskontakte. Viele IranerInnen fragen sich, wieso man sich freiwillig so demütigt mit so einem Vertrag und behindern lässt. Und dann ändert sich nicht mal nach Abschluß dessen etwas signifikant, obwohl man sich sogar auch noch exakt dran hält. Durch US-Sanktionen trauen sich selbst die Staaten nicht richtig wieder an den Iran ran, die das wollen. Wozu dann dieser "sinnlose" Vertrag? In der Tat fragen sich viele in den USA oder im Iran was dieser Vertrag soll.

Was sagen die Verfechter dieses Vertrages? Was würde passieren, wenn er gekündigt wird? Warum sollte er nicht gekündigt werden? Ein Grund ist vermutlich, daß man sich ohne irgendeine Übereinkunft davor fürchtet, wenn es deswegen eskaliert. Das erhöht die Kriegsgefahr, das bringt Unruhe, Flüchtlinge, schlechtes Investitionsklima für die Region, schlechte Vorraussetzungen für die geordnete Ausbeutung der Rohstoffe usw.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Di 27. Feb 2018, 23:02

Bezüglich dem "Wohlverhalten" und dem "Geiste des Abkommens". Die Sanktionen sollten nach der Unterzeichnung und Erfüllung des Atomabkommens fallen. Das macht aber keinen Sinn, wenn die USA weiterhin an ihren Sanktionen festhalten. Die Bundeswehr, bzw. die Luftwaffe mußte sogar einschreiten. Sonst kommen nicht einmal mehr Diplomaten zum bzw. ins Gespräch.

Münchner Sicherheitskonferenz

Keiner wollte iranischen Airbus betanken

Ein Eklat wurde gerade noch abgewendet: Vor der Münchener Sicherheitskonferenz lehnten es die Mineralölfirmen am Flughafen ab, dem iranischen Außenminister Kerosin zu verkaufen. Rettung kam von unerwarteter Stelle.


Nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" reiste Sarif erst an, nachdem die Bundeswehr sich bereit erklärte, das zu übernehmen. Das Auswärtige Amt war um diese Hilfe ersucht worden. Dem Bericht zufolge fürchteten die Firmen offenbar, gegen US-Sanktionen zu verstoßen.


Letztlich übernahm die Luftwaffe die Betankung des iranischen Airbus. "Was immer man von Sanktionen halten will, hier hätten sie beinahe dazu geführt, dass wir in einer gefährlichen Lage nicht einmal mehr miteinander reden können", sagte Ischinger dem Bericht zufolge.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/m ... 95728.html
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Do 26. Apr 2018, 20:00

Eventuell ist die Leiche vom vorletzten Schah (1878-1944) im Iran wiedergefunden worden. Während der Revolution im Iran 1979 wurde das Mausoleum bewußt zerstört. Der mumifizierte Leichnam ging verloren.

Reza Pahlavi: Wurde die Leiche seines Großvaters endlich gefunden?

Seit fast 40 Jahren gilt die Leiche von Schah Reza Pahlavi im Iran als vermisst. Nun hegt sein gleichnamiger Enkel die Hoffnung, dass die Überreste seines Großvaters wieder aufgetaucht sein könnten. Doch bei der Überprüfung gibt es ein Problem.

Hat die Ungewissheit bald ein Ende? Fast 40 Jahre sucht die iranische Kaiserfamilie nach den Überresten von Schah Reza. Der Begründer der Pahlavi-Dynastie starb 1944 im südafrikanischem Exil an einem Herzanfall. Sechs Jahre später wurde der neunfache Vater in einem für ihn erbautem Mausoleum bestattet. Doch seinen ewigen Frieden fand Schah Reza dort nicht. Während der Islamischen Revolution wurde die Gedenkstätte aus Rache gesprengt. Seitdem suchen seine Angehörigen verzweifelt nach seinen Überresten.

Am Standort des Mausoleums wurde bei Bauarbeiten nun eine mumifizierte Leiche entdeckt. Eventuell handelt es sich dabei um Schah Reza. Bilder, die im Internet kursieren, zeigen eine verblüffende Ähnlichkeit. Auch sein Enkel Reza Pahlavi hält das für möglich. Der Kronprinz gab nun eine öffentliche Erklärung heraus. Darin heißt es: „Nach einer weiteren Auswertung glauben wir, dass dieser Körper höchstwahrscheinlich meinem Großvater Reza Shah gehört.“ Der 57-Jährige möchte nun einen DNA-Test durchführen lassen, um sicherzugehen.

Reza Pahlavi bittet seine Landsleute um Hilfe

Dabei gibt es jedoch ein Problem: Seit der Revolution im Jahr 1979 durfte kein Mitglied der Pahlavi-Familie wieder einen Fuß auf iranischen Boden setzen. Der in Amerika lebende Kronprinz richtete deswegen einen bewegenden Appell an die Machtinhaber: „Wir bitten darum, dass das derzeitige Regime und seine Beamten unserer Familie Zugang zu der Leiche gewähren, und zwar durch Ärzte und wissenschaftliche Experten, die von uns vertraut und ausgewählt werden, um die ordnungsgemäße Bestattung zu verifizieren und sicherzustellen“, bittet der Sohn von Farah Diba.

Falls es sich wirklich um seinen Großvater handelt, möchte er ihn gerne standesgemäß beerdigen lassen. Wenn auch nicht als Schah, dann zumindest als Soldat, damit das iranische Volk einen Ort zum Trauern hat. Denn: „Diese Angelegenheit ist nicht nur persönlicher oder familiärer Natur; vielmehr hat es eine bedeutende kulturelle und historische Bedeutung, da Reza Shah allen Iranern gehört.“ Reza Pahlavi bittet seine Landsleute nun um Hilfe. Sie sollen die Angelegenheit durch die sozialen Medien und friedlichen Proteste unterstützen. Ob man seine Bitte um einen DNA-Test wohl erhören wird?

https://www.adelswelt.de/aktuell/reza-p ... ater-schah


Reza Pahlavi galt als knallharter Schah, der den Iran ähnlich modernisieren wollte wie Atatürk in der Türkei. Anders als sein Sohn der letzt Schah galt er als "starker Mann". Nicht als Statthalter und abhängig von einer starken Macht (wie den USA im Falle seines Sohnes). Unter seiner Herrschaft erfolgten Reformen im Rechtssystem, Industrialisierungsmaßnahmen, Bildung und Gesundheit. Vor allen Dingen wurde er berühmt und berüchtigt, weil er mit Gewalt für den Verbot des Tschadors für Frauen eintrat. Knallhart. Kritisch wurde es während des Zweiten Weltkrieges und der Ölfrage... Briten, die USA und die Sowjets brauchten den Transitkorridor Iran für den Nachschub für die Versorgung der Roten Armee mit US-Rüstungsgütern.

Ende der Reformen mit der anglo-sowjetischen Invasion des Iran

Es ist unbestritten, dass Iran unter Reza Schah, das die ersten Schritte ins Industriezeitalter erfolgreich bewältigt hatte, sich aus der britischen und russischen Fremdbestimmtheit weitgehend gelöst hatte und in einer zweiten Entwicklungsphase zu den modernen westlichen Industrienationen hätte aufschließen können, wäre die nationale Entwicklung nicht jäh durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs durch die anglo-Sowjetische Invasion des Iran unterbrochen worden.



Am 14. September forderten der britische und sowjetische Botschafter Reza Schah ultimativ auf, bis zum 17. September 12 Uhr zurückzutreten. Sollte dies nicht geschehen, würde Teheran besetzt, die Monarchie abgeschafft und eine Besatzungsverwaltung errichtet werden. Vorausgegangen war eine von Churchill initiierte Propagandakampagne über einen im Irak stationierten britischen Radiosender. In den an das iranische Volk gerichteten Sendungen wurde Reza Schah vorgeworfen, dass er sein Volk schlecht regiere, es seit Jahren ausbeute und sich auf Kosten der hart arbeitenden iranischen Bevölkerung schamlos bereichere.[28]

https://de.wikipedia.org/wiki/Reza_Schah_Pahlavi


Reza Shah's major achievements included:

Successful suppression of separatist movements and reunification of Iran under a powerful central government.
Foundation of the first judicial system of Iran.
Foundation of the first health care system and public hospitals across the country.
Eradication of epedemic diseases such as malaria.
Reestablishment of Iranian Gendarmerie and Shahrbani in order to enforce the law, limit civil disorder and protect property.
Foundation of Trans-Iranian Railway which connected Caspian Sea to Persian Gulf.[97]
Nationalizing Iranian forests and jungles.
Creation of the modern-day Iranian Army (Iranian Air Force, Iranian Navy, Iranian Ground Forces).
Creation of the first Iranian radio.
Creation of national Museum of Iran.
Rebuilding Iran's historical sites including Tomb of Ferdowsi and Tomb of Hafez.
Organizing the Ferdowsi Millenary Celebrations to commemorate the thousandth anniversy of Ferdowsi's birth as the savior of Persian language and Iranian identity.
Creation of Iran's Academy of Persian Language and Literature in order to protect Iran's official language.
Building many roads, tunnels and bridges all over the country such as Kandovan road, Pahlavi Street, Kandovan tunnel and Veresk bridge.
The first scientific excavations at Persepolis, the ancient capital of the Achaemenid Empire, were carried out by the initiative of Reza Shah. Ernst Herzfeld and Erich Schmidt representing the Oriental Institute of the University of Chicago conducted excavations for eight seasons, beginning in 1930, and included other nearby sites.
Creation of the Iran's first national bank known as Bank Melli Iran and other Iranian banks such as Bank Sepah and Keshavarzi Bank.[98]
Creation of the first university in Iran which is known as University of Tehran.
Transferring and providing full scholarships for the Iranian students to European countries for studying abroad.
Eradication of corruption in civil servants, paying wages in time so people did not have to rely on bribes.
Creation of the first national school system and schoolbooks in Iran; before Reza Shah Pahlavi, the Islamic madreseh and Quran was the only form of schooling available.
Establishment of the first Iranian kindergarten and school for deaf people.
Creation of the Iran Scout Organization.
Creation of birth certificates and Identification cards for all Iranians.[99]
Creation of the first Iranian airplane factory with buying license from Germany.
Builiding the first Iranian airport known as Mehrabad airport.
Changing Iranian currency from Toman to Rial.
Restoring Persian calendar and making it the official calendar of Iran.
Kashf-e hijab (Unveiling). On 8 January 1936, Reza Shah issued a decree banning all veils (headscarf and chador), an edict that was swiftly and forcefully implemented.[100][79][101][102][103] The government also banned many types of male traditional clothing.[104][105][106]
In the Western world, Persia (or one of its cognates) was historically the common name for Iran. In 1935, Reza Shah asked foreign delegates to use the term Iran, the historical name of the country, used by its native people, in formal correspondence.

https://en.wikipedia.org/wiki/Reza_Shah#Legacy


Daneben war er aber auch ähnlich wie Atatürk kompromisslos im Rahmen der Schaffung eines modernen Staates im Umgang mit ethnischen Minderheiten.

Sein Sohn wurde Nachfolger. Gestützt von Großbritannien und den USA. Der gewählte Premier Mossadegh versuchte den Einfluß der Mächte noch zurückzudrängen und der Schah mußte gehen. Ausgleich mit der Sowjetunion, mehr Einfluß Irans auf iranische Rohstoffe gegenüber den westlichen Konzernen. Dann kam Operation Ajax. Mossadegh wurde abgewickelt. Der letzte Schah, abhängig von den USA herrschte dann bis 1979. Dessen Sohn ist in den USA im Exil und will jetzt Aufschluss über den Fund der Mumie, ob es sein Großvater ist.

Reza Schah fühlte sich Atatürk sehr verbunden. Als dieser starb schickte der persische Schah eine Ehrenformation nach Ankara. Sie marschierte im Trauerzug mit.

Das ist nicht die Wehrmacht, sondern die iranische Ehrenformation 1938 bei der Beerdigung Ataturks.
https://archive.is/b4CkH/e2bc0bc4396d71 ... 87717b.jpg
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 28. Mai 2018, 06:53

Trump kann schon etwas vorweisen. Eine Selbstständige im Iran, die Ausrüstung für Behinderte und alte Menschen produziert kann schon mal einpacken.

Iran’s first female manufacturer, a victim of Trump


Interessanterweise auch hier. Die günstigen Produktionsmittel sind ausgebremst.

Breaks my Heart

Things were looking up: low production costs meant they could charge five times less than foreign firms and they were doubling sales each year, finally landing a major contract with Qatari hospitals


It soon became hard to import crucial raw materials, particularly stainless steel. “We already had problems in getting raw materials… and now it’s impossible. Either I have to close the factory, or have to continue with much higher prices,” said Leila.


That made me so angry. These sanctions are not on the government, it’s on the people. I can give less to disabled people, to the elderly. Our saying was that we are providing European quality with affordable prices. Can I do that anymore? I don’t know.” Anna remains defiantly positive.

“Iran has 10 million older or injured people who can use our product. With or without Trump, we still have a business,” she said.

https://www.globalvillagespace.com/iran ... -of-trump/


Die Erfahrungen im Iran zeigten, daß die Begeisterung bei Sanktionen für Washington nicht stiegen. In der Bevölkerung. Trump kann im Iran dafür keine Anhänger finden. Wenn er weg ist, wird es viel mehr Anstrenungen als unter Obama brauchen, da wieder Vertrauen zurückzugewinnen. Vor allen Dingen das in Vertragsform zu giessen. Wenn ein Vertrag mit den USA 2 Jahre Haltbarkeit bedeutet und anschliessend sogar ein Zustand aus den USA der extremen Steigerung zu erwarten ist. Es ist wirklich fraglich, was Trump da für die Zukunft hinterlässt...?
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 9. Jun 2018, 10:11

Neben einer Selbständigen für Sanitärprodukte triffts jetzt auch den Fussball. Damit wird man weder die iranische Bevölkerung für sich gewinnen (ganz im Gegenteil....), noch den Iran auf den Verzicht von Hochtechnologie in der Nukleartechnik begeistern.

Dieser Schritt stößt beim iranischen Team auf großes Unverständnis. Es sei "eine Beleidigung des Irans und wir werden daher der FIFA ein Protest-Schreiben schicken, um gegen die Entscheidung von Nike zu protestieren", sagte Nationaltrainer Carlos Queiroz iranischen Medienberichten zufolge in der Nähe von Moskau, wo sich das Team derzeit auf die WM vorbereitet. Der Portugiese forderte den Weltverband zur Unterstützung auf. "Es kann doch nicht sein, dass kurz vor einer WM den Spielern ein Verbot aufgedrängt wird. Jeder weiß, wie wichtig es für die Spieler ist, mit ihren eigenen Schuhen zu spielen."

m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/us-sanktionen-keine-nike-schuhe-fuer-iran-spieler-mehr-a-1212059.html
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Jun 2018, 10:37

Alte Mechanismen greifen. In der Not und bei äußeren Feinden rückt man zusammen. Wie einst gegen Saddam. Das geht nicht nur von Hardlinern zu Liberalen, auch ehemalige Schahanhänger. Am Ende ist man Iraner.

Iranian nationalism grows amid rising US pressure

But perhaps the most surprising reaction to Trump’s anti-Iran rhetoric in recent weeks has come from Ardeshir Zahedi, a high-ranking official of the ousted Pahlavi regime that was overthrown in 1979. Few would expect that a man who lost his position and influence with the rise of the Islamic Republic would venture to pay for the publication of an open letter in a New York Times' advertisement to defend the current Iranian state’s foreign policy.

Warning US Secretary of State Mike Pompeo over his threats against Tehran, Zahedi wrote May 25, "Cats will dream of mice ... Iran is not Iraq,” adding, “Through the millennia of its history, my country has never stooped or bowed to foreigners and has always remained united in the face of adversity. … Iran’s noble people always stand together and help defend their homeland. History has quickly taught foreign aggressors to abandon their wishful thinking of crushing Iran." Referring to Iran’s regional policies, Zahedi further emphasized, "What is not mentioned is that Iran is in Syria by the invitation of Syria, the legitimate government of a sovereign nation. It is the presence in Syria of secret armies from the US and other Western countries that violates international law."


Within Iran, outspoken figures such as Sadegh Zibakalam, a prominent critic of the hard-line camp, have publicly stated a willingness to “pick up a gun” and go to the front lines to defend their country, driven by fear of a Syria-type scenario. Mostafa Tajzadeh, a prominent Reformist former political prisoner and longtime critic of Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei, tweeted Jan. 29, “Inattention to Trump, Netanyahu and Bin Salman’s project to turn Iran into Syria is not rational.” He called for “efforts to achieve freedom, justice and democracy and at the same time protect national independence, territorial integrity and the people’s security.”

Along with Trump's and Pompeo's remarks, more fuel for the upswing in nationalism in Iran may have come from the Saudi crown prince’s threat to “take the battle inside Iran” while hawks such as John Bolton, who has a warm relationship with the outlawed Mujahedeen-e Khalq, have been given prominent positions in the US administration.


The joint US-Saudi-Israeli offensive against Iran appears to be forging political unity among Iranians. The threats seem to have fueled a tendency to support the country’s ballistic missile program as a symbol of national sovereignty and a necessity for survival. The political establishment in Iran also appears to be cautiously endeavoring to bring usually bitterly divided political factions in the country closer to each other.

https://www.al-monitor.com/pulse/origin ... alism.html


Der Iran hat eine sehr lange Geschichte der Identität. In Krisensituationen, die Trump jetzt gezielt forciert hat, rückt man zusammen. Man will kein Irak oder Syrien im Iran. Oder Afghanistan.

Es wird wie gesagt, sehr viel Zeit und Vertrauen und ein neues "Weichei" wie Obama benötigen, um das wieder geradezubiegen. Mit Pech vergräzt man auch noch die westlich orientierten Iraner, die soviel in das von den USA und Iran ausgearbeitete internationale Abkommen gelegt haben, an das man sich so ordnungsgemäß gehalten hat. Dann hat man ein wirkliches Problem. Um irgendwelche Spender von der arabischen Halbinsel oder die US-Wählerschaft vom Stammtisch zu begeistern hat er mit dem Aufkündigen des Vertrages der Welt ein echtes Ei gelegt. Denn Trump wird so oder so, spätestens nach 6 Jahre weg sein. Der Iran und die Folgen des Rückzug vom internationen Abkommen nicht.
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Re: Iran 2016 - Perspektiven

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 23. Jun 2018, 08:59

Der Iran bereitet sich vor durch die Kündigung von Trump wieder in die Zeit vor 2015, den über Jahre ausgehandelten und funktionierenden Vertrag, zurückzugehen.

Nuclear deal in 'intensive care unit': Iranian official

The Europeans are scrambling to protect their businesses from new American sanctions, with Washington warning to punish all foreign companies that engage in trade with Iran after the end of a three-month period to leave the country.

Russia and China have reaffirmed their support for the deal, stressing that they would continue to do business with Iran.

The UK, France and Germany have, however, failed to make a decision that guarantees the deal's future and protects their financial interests in Iran.


“What matters for us is the dividends of the deal. So, we don’t care how Europeans would protect their companies but we care that their companies work with us," Araqchi said.

http://www.presstv.com/Detail/2018/06/2 ... -sanctions


Damit wäre der von den USA, den Europäern, Russland, China und Iran über viele Jahre ausgehandelte internationale Deal, der nachweislich funktioniert hat durch Trump Geschichte. Alle Verpflichtungen aus diesem Vertrag fallen. Das keiner behaupten wird, das hätte Trump nicht gewußt. Ob es ihn interessiert hat, ist eine andere Frage. Dieses große Abkommen wurde ohne ihn geschmiedet. Deshalb hat es in seinem Kurzzeitgedächtnis keinen Platz. Nichtssagende Fotos mit Kim dagegen schon. Weil er drauf ist. Das ist der springende Punkt.

Wie gehts dann weiter? Diese Frage wird Trump auch nicht verstehen. Andere Staaten wie China, Russland oder Indien werden aufrücken. Das iranische Atomprogramm wieder hochgefahren.
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