Iran & USA - Ende der Feindschaft?

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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Cobra9 » So 29. Jan 2017, 07:07

Mit Trump hat der Iran eine negative Perspektive im Verhältnis langfristig. Ich bin gespannt ob der Atomdeal bestehen bleibt
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » So 29. Jan 2017, 08:15

Cobra9 hat geschrieben:(29 Jan 2017, 07:07)

Mit Trump hat der Iran eine negative Perspektive im Verhältnis langfristig. Ich bin gespannt ob der Atomdeal bestehen bleibt


Auf jedenfall ein Iran, welches man eher als Partner des Westens sehen möchte. Mit möglicherweise entsprechenden Entwicklungen im Inneren. Die Politik Trumps positioniert die Hardliner im Iran stärker und die Position Irans im sogenannten China-Iran-Russland Block.

Sollte der Deal aufgekündigt werden, könnte es langfristig zur Konfrontation zwischen den USA und den Iran kommen. Daran hat Washington und Teheran kein Interesse. Dabei muß stets beachtet werden, daß wenn ein Stein mal rollt, das ein ergebnisoffener Prozess sein kann. Nicht kontrollierbar. Einfach nur zu sagen, daß der Deal schlecht wäre - aus Sicht amerikanischer und iranischer Hardliner - reicht nicht. Wenn er zerstört wird, werden Prozesse in Gang gesetzt, die bis hin zur militärischen Konfrontation in der gesamten Region führen kann.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Cobra9 » So 29. Jan 2017, 08:37

King Kong 2006 hat geschrieben:(29 Jan 2017, 08:15)

Auf jedenfall ein Iran, welches man eher als Partner des Westens sehen möchte. Mit möglicherweise entsprechenden Entwicklungen im Inneren. Die Politik Trumps positioniert die Hardliner im Iran stärker und die Position Irans im sogenannten China-Iran-Russland Block.

Sollte der Deal aufgekündigt werden, könnte es langfristig zur Konfrontation zwischen den USA und den Iran kommen. Daran hat Washington und Teheran kein Interesse. Dabei muß stets beachtet werden, daß wenn ein Stein mal rollt, das ein ergebnisoffener Prozess sein kann. Nicht kontrollierbar. Einfach nur zu sagen, daß der Deal schlecht wäre - aus Sicht amerikanischer und iranischer Hardliner - reicht nicht. Wenn er zerstört wird, werden Prozesse in Gang gesetzt, die bis hin zur militärischen Konfrontation in der gesamten Region führen kann.


Ich gebe Dir ja Recht. Nur was Trump plant weiss man ja nicht. Unberechenbar und braucht ein Feindbild. China ist da zu groß, der Iran eher passend
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » So 29. Jan 2017, 19:12

Österreicher erwischt es auch.

Zehntausende Österreicher dürfen wohl nicht in die USA reisen

Allein den mehr als 30.000 Österreichern mit iranischem Doppelpass droht Abweisung bei der Einreise – Österreichischer Pass hilft ihnen dabei wohl nicht

derstandard.at/2000051713623/Zehntausende-Oesterreicher-duerfen-derzeit-wohl-nicht-in-USA-einreisen


Saudis, Afghanen, Pakistanis, Tunesier usw. dürfen weiterhin einreisen. Was genau ist der Plan von Trump?
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jan 2017, 12:51

Trump hält am "schlechtesten Deal aller Zeiten" fest.

Trump befürwortet Umsetzung des Iran-Atomdeals nun doch

http://diepresse.com/home/ausland/ausse ... s-nun-doch


Wieder ein Wahlversprechen futsch. Bisher hat keines gehalten. Weder Geld aus Mexiko, noch Einreiseverbot von Muslimen z.B. aus Saudi-Arabien. Dafür dürfen z.B. Österreicher und Deutsche zu Hause bleiben.

Gewohnte Trump- Qualität. Gesagt - Getrumped!
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Feb 2017, 20:08

Der Iran testet weiterhin ballistische Raketen. Nichts ungewöhnliches. Nun ist aber der mächtige TV-Star Trump US-Präsident. Und Trump hat stets die Rolle gespielt, daß er handlungsmächtig und willig ist. Jetzt kommt der für die US-Präsidenten seit 1979 unheilvolle Iran. Galt besonders für Carter, Reagan und G.W.Bush.

In dem Atomabkommen soll es auch einen Teil über "Atomraketen" geben. Tests dieser soll für den entsprechenden Zeitraum untersagt sein. Bei dieser Begrifflichkeit handelt es sich genauer gesagt um Raketensysteme, die einen Sprengkopf so konzipiert haben, daß er nuklear bestückt werden kann. Teheran sagt, daß die getestete Rakete nicht als Traglast für eine Atombombe gedacht war. Somit also ok. Die USA sehen das Erwartungsgemäß anders.

In der Resolution, die im Juli 2015 in Zusammenhang mit dem Nukleardeal einstimmig verabschiedet wurde, heißt es: "Iran ist aufgefordert, keine Tätigkeiten im Zusammenhang mit ballistischen Flugkörpern durchzuführen, die dazu angelegt sind, Kernwaffen zum Einsatz bringen zu können, einschließlich Starts unter Verwendung von Technologie für solche ballistischen Flugkörper."

Iran behauptet, dass das kein striktes Verbot für Raketentests bedeute und bestreitet zudem, dass die getestete Rakete überhaupt mit einem atomaren Sprengkopf bestückt werden könnte.

Iran provoziert, Trump schweigt

Die USA sehen das anders: Der am Sonntag abgefeuerte Flugkörper hätte eine 500-Kilogramm-Last 300 Kilometer weit tragen können, behauptete die von Trump gerade erst eingesetzte US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. "Das ist mehr als genug, um eine Atomwaffe abzuwerfen." Die USA würden Iran beibringen, dass sie so etwas niemals akzeptierten.

Doch passiert ist seither wenig. Der sonst so mitteilsame Trump hat sich selbst noch gar nicht zu der Provokation geäußert, sein Sprecher Sean Spicer sagte lapidar: "Wir haben mitbekommen, dass Iran diese Rakete abgefeuert hat. Wir gucken uns das jetzt genau an." Darüber hinaus reagierte die US-Regierung ähnlich wie Barack Obama nach dem letzten iranischen Raketentest im vergangenen Jahr: Sie berief eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrats hinter verschlossenen Türen ein, um über den Test und seine Folgen zu beraten.


Irans Präsident Hassan Rohani setzte derweil am Mittwoch den nächsten Nadelstich Richtung Trump. Der neue US-Präsident sei unreif und kenne die politische Weltkarte nicht. "Für Leute wie ihn, die nie in der Politik waren und in einer anderen Welt lebten, ist die politische Bühne Neuland", sagte Rohani. Dann schob er eine Warnung in Richtung Washington hinterher: "Er wird lange brauchen, und es wird die USA viel kosten, bis er lernt, was in der Welt vor sich geht."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 32675.html


Trump weiß doch zu jedem Thema etwas. Fünfjährige US-Amerikaner, die eine Gefahr für die USA darstellen, oder wie man Behinderte nächäfft. Warum feuert er nicht ein paar markige Worte Richtung Iran?

Das Thema ist auf jedenfall ein heißes Eisen. Eine Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarden (AFAGIR) kontrolliert die Raketenstreitkräfte mit einer Reichweite über 1000 km. Diese Waffensysteme, das hat Teheran mehrmals klar gemacht, sind nicht verhandelbar. Das ist so ähnlich, wie die Frage Taiwans mit China. Oder die Krim mit Russland. Das steht nicht einmal zur Diskussion. Das führt automatisch zum Krieg.

Seit 1979 hat die iranische Luftwaffe schwer gelitten. Als die Westkontakte zusammenbrachen. Sie hat sich bis heute nicht erholt. Das wird jetzt versucht die nächsten Jahre nachzuholen, siehe Rüstungskooperation mit Russland, z.B. Su-30/35 Verhandlungen. D.h. der Iran hat im Bereich hard power keine wirklich effizienten Distanzwaffen zur Abschreckung. Oder zur Powerprojektion. Die Luftwaffe ist nicht zeitgemäß. Im Rahmen der hard power, der militärischen Abschreckung setzt der Iran deshalb auf ein sehr großes Arsenal an ballistischen Raketen und Marschflugkörpern. In dieser Sparte eine Abrüstung durchzuführen wäre so ähnlich wie wenn man Israel auffordern würde seine Luftwaffe zu demontieren oder GB seine Navy zu verschrotten. Deshalb hat Teheran kategorisch abgelehnt dies überhaupt zu thematisieren. Nun, es geht ja vordergründig um atomwaffenfähige Raketen. Das ist zu klären. Natürlich kann man auf eine Rakete auch eine Kernwaffe schrauben. Nur ist deshalb jedes Raketensystem dann als Atomrakete zu sehen? Teheran testet nicht nur Waffensysteme im üblichen Zyklus. Jetzt wird Trump getestet. Fake News, Behinderte und Fünfjährige sind eines. China, Russland oder eben Iran etwas anderes. Man darf gespannt sein.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Platon » Do 2. Feb 2017, 19:35

Ich gehe davon aus, dass Trump - der nicht mal in der Lage ist ein paar einfache Dekrete zu erlassen ohne damit sich selbst und den USA größten Schaden zuzufügen - im Moment noch zu unerfahren ist um etwas sinnvolles über den Iran auszusagen. DIe Leute um ihn herum und er selbst haben zu diesem Thema im Moment einfach nicht das außenpolitische Know-How um in irgendeiner Form zu agieren. Die sind vollends mit anderen Sachen zu beschäftigen und die Beamten die so etwas übernehmen könnten, stellen sich ja quer und machen nicht mehr mit.

Die USA sind im Moment außenpolitisch praktisch nicht existent.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon SirToby » Fr 3. Feb 2017, 13:24

Platon hat geschrieben:(02 Feb 2017, 19:35)

Ich gehe davon aus, dass Trump - der nicht mal in der Lage ist ein paar einfache Dekrete zu erlassen ohne damit sich selbst und den USA größten Schaden zuzufügen - im Moment noch zu unerfahren ist um etwas sinnvolles über den Iran auszusagen. DIe Leute um ihn herum und er selbst haben zu diesem Thema im Moment einfach nicht das außenpolitische Know-How um in irgendeiner Form zu agieren. Die sind vollends mit anderen Sachen zu beschäftigen und die Beamten die so etwas übernehmen könnten, stellen sich ja quer und machen nicht mehr mit.

Die USA sind im Moment außenpolitisch praktisch nicht existent.


Wie man bereits seit über einem Jahr sieht, hindert Trump Unerfahrenheit nicht, Sinnloses zu plappern, von daher würde ich sagen, ist das Wunschdenken.

Mit del letzten Satz haben Sie Recht, und das war es im Grunde imho ja auch, was die zahlreichen antiamerikanischen Kräfte erreichen wollten.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Nosony » Fr 3. Feb 2017, 17:00

Also wieder US-Sanktionen gegen den Iran? Gäääähn. Kennt der Iran seit 30 Jahren und hat das Land nicht gehindert sich rasant zu entwickeln.

Warten wir mal ab wann wieder Bombardierungen diskutiert werden...
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 3. Feb 2017, 17:16

Der Marschflugkörper Soumar wurde angeblich getestet. Basiert auf ein russisches System, das von der iranischen Rüstungsindustrie studiert und kopiert wurde. Reichweite bis zu 3000 km. Von Schiffen, U-Booten oder Flugzeugen einzusetzen. Solche Waffensysteme werden auch noch neben Iran und Russland von China eingesetzt. Neben einen thermonuklearen Sprengkopf gibt's auch den konventionellen. Das wird Washington auch nicht gefallen.

Iran said to test second nuclear-capable Missile

http://www.timesofisrael.com/iran-said- ... e-missile/
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Platon » Sa 4. Feb 2017, 14:04

Nosony hat geschrieben:(03 Feb 2017, 17:00)

Also wieder US-Sanktionen gegen den Iran? Gäääähn. Kennt der Iran seit 30 Jahren und hat das Land nicht gehindert sich rasant zu entwickeln.

Warten wir mal ab wann wieder Bombardierungen diskutiert werden...

Die Sanktionen betreffen Einzelpersonen und sind eine Fortsetzung der politischen Lage. Die USA finden das Raketenprogramm nicht gut und sanktionieren jeden, der daran beteiligt ist. Gesamtwirtschaftlich haben sie null Auswirkung. Die Sanktionen der letzten 30 Jahre wiederum haben massive Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes. Das sollte man nicht leichtfertig unterschätzen. Das ist ja der Witz an der Sache. Man müsste sich mal vorstellen wo der Iran ohne die Sanktionen heute stehen könnte, wirtschaftlich und technologisch. Ein Krieg gegen den Iran ist mit Abschluss des Abkommens zum iranischen Atomprogramms vom Tisch. So etwas ist keine Option mehr.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Nosony » So 5. Feb 2017, 18:18

Platon hat geschrieben:(04 Feb 2017, 14:04)

Man müsste sich mal vorstellen wo der Iran ohne die Sanktionen heute stehen könnte, wirtschaftlich und technologisch.


Ist auch meine Meinung.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 7. Feb 2017, 11:39

Trump wird wohl da ansetzen, wo der beste US-Praesident G.W.Bush nach ihm aufgehört hat. Im Westen nichts Neues.

Trumps gefährliche Iran-Strategie

Anders als Obamas Regierung verfügen Trumps Leute nicht über direkte Kanäle nach Teheran, um etwa Zwischenfälle im Persischen Golf zu entschärfen.

Die USA sollten sich öffentlich zum Atom-Deal mit Iran bekennen. Andernfalls könnte ein kleines Scharmützel zur großen Krise führen. Aber ist Trump zu einer Lösung fähig?

http://www.sueddeutsche.de


Die strategische Energieellipse ist immer noch von Bedeutung. Diverse Doktrinen existieren. Dort gibt es bei zwei Platzhirschen einfach Stress. Viele arabische Führungen sind zu managen. Teheran, wie Peking weniger.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Feb 2017, 10:06

Besonders die Tech-Firmen sind von der "Auswahl" der Staaten, die Trump vorstellte in seinem Reisedekret nicht begeistert. Während Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Ägypten, Pakistan, Afghanistan usw. im Besonderen Zusammenhang mit den Attentaten in den USA stehen, sind sie nicht betroffen. U.a. der Iran hingegen schon. Allerdings gibt dort weniger Handelsbeziehungen zur USA. Zum Thema Geschäftsmann Trump.

Aber es arbeiten viele IranerInnen in US-Tech Firmen. Also, zumindest mit potentiellen Doppelpass.

900 Iran-educated techies have helped power top U.S. tech juggernauts

By researching on LinkedIn and compiling a list of the Iranian universities in the top 1,000 global universities (including standouts such as Sharif University of Technology) and where their alumni work (both in terms of company and geographic location), I found that there are roughly 924 graduates of Iranian universities currently employed by 12 of the largest U.S. technology companies by market capitalization.


Given that there have been zero terror-related fatalities committed by refugees in the United States since the 1980s and, as the Cato Institute has pointed out, the chances of being killed by a permanent legal resident are about 1 in 1.3 billion and that, in fact, no foreign nationals from Iran have been implicated in a terror attack on U.S. soil, the cost/benefit curve quickly becomes clear.

To put it starkly, there are hundreds if not thousands of nationals from different countries building their lives in America, creating technology that benefits everybody, and paying taxes while contributing to the prosperity of America.

If there has been a silver lining to this whole situation, it is the constant reminder from the stories of those denied entry and those threatened that immigrants make America great.

http://venturebeat.com/2017/01/31/900-i ... ggernauts/


Business/technology: Iranian-Americans are among the most educated and successful communities in the U.S., according to a report by Iranian Studies group at MIT, Iranian-Americans have founded and/or participated in senior leadership positions of many major US companies, including many Fortune 500 companies such as GE, Intel, Citigroup, Verizon, Motorola, Google, and AT&T.[77] Pierre Omidyar, founder/CEO of eBay is of Iranian origin, as well as the founder of Bratz Isaac Larian. Hamid Biglari is Vice-Chairman of Citicorp.[78] Bob Miner was the co-founder of Oracle Corporation and the producer of Oracle's relational database management system.[79] In 2006, Anousheh Ansari, co-founder of the Ansari X Prize, became the first female tourist in space. Ansari is also the co-founder and former CEO of Prodea Systems Inc. and Telecom Technologies, Inc. Other well-known Iranian-American entrepreneurs include designer Bijan Pakzad, entrepreneur Sam Nazarian, business executive Hamid Akhavan, former CEO of Unify GmbH & Co. KG (formerly Siemens Enterprise Communications),[80] Omid Kordestani of Google, CEO of YouTube Salar Kamangar and Sina Tamaddon of Apple Inc., and Shahram Dabiri, Lead Producer for the massively multiplayer online role-playing game (MMORPG) World of Warcraft from 1999 to 2007.

Science/academia: Well-known Iranian Americans in science include Firouz Naderi director at NASA, Ali Javan inventor of the first gas laser, Maryam Mirzakhani the first female winner of the Fields Medal, Nima Arkani-Hamed a leading theoretical physicist, Gholam A. Peyman, the inventor of LASIK, Lotfi Asker Zadeh, Vartan Gregorian, Cumrun Vafa, Babak Hassibi, Nouriel Roubini, Pardis Sabeti, Vahid Tarokh, George Bournoutian, and Rashid Massumi, M.D., a pioneer in the fields of electrophysiology and cardiology. Prominent Iranian Americans in American higher education include Rahmat Shoureshi, researcher, professor, and provost of New York Institute of Technology (NYIT) and Nariman Farvardin, president of Stevens Institute of Technology.

Media/entertainment: Well-known media personalities of America, of Iranian descent, include Christiane Amanpour of ABC News and CNN, Daron Malakian, member of rock band System of a Down,[89] Susie Gharib of Nightly Business Report, Asieh Namdar, Roya Hakakian, Yara Shahidi and Rudi Bakhtiar. In literature, Cyrus Copeland, the Iranian-American author of Off the Radar, a chronicle and investigation of his father's imprisonment for alleged spying on behalf of the CIA.[90][91] There are several Iranian American actors, comedians and filmmakers, including the Academy Award nominee and Emmy Award winner Shohreh Aghdashloo, actresses Catherine Bell, Sarah Shahi, Nadia Bjorlin, Nasim Pedrad, Desiree Akhavan, Sheila Vand, Necar Zadegan, Rosie Malek-Yonan, and Bahar Soomekh, comedians Max Amini and Maz Jobrani, filmmakers Bavand Karim and Kamshad Kooshan, actor Adrian Pasdar, producer Bob Yari, Farhad Safinia, author and performer Shahram Shiva, and Daryush Shokof.

https://en.wikipedia.org/wiki/Iranian_Americans


Zur Erinnerung, Trump wollte ursprünglich gar keine Muslime mehr ins Land lassen. Auch dieses Wahlversprechen konnte er nicht halten. Hat es nicht einmal versucht. Sie strömen weiterhin aus Dutzenden muslimischen Staaten in die USA. Beim Iran gibts enorme Schwierigkeiten. Das gilt auch für die vielen in den USA lebenden US-Iranern, die dort arbeiten. Diese wirre Politik von ihm setzt weiter bei der Zerstörung des Systems an. In den USA.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 27. Feb 2017, 08:16

Der diesjährige Oskargewinner für den besten fremdsprachigen Film Asghar Farhadi (The Salesman) aus dem Iran boykottiert die Veranstaltung in den USA aus Solidarität mit den von Geschäftsmann Trump organisierten und zurückgewiesenen Reisebann.

Stattdessen sollten zwei andere US-Amerikaner, mit iranischem Hintergrund, an seiner Stelle bei der Verleihung sein. Anousheh Ansari, eine Techfirmen-Gründerin und US-Astronautin und Firouz Naderi, hochausgezeichneter ehemaliger NASA Projektleiter für die Marsmissionen. Also Leute, wie auch Farhadi, die für Trump eine signifikante Gefahr für seine USA darstellen.

Farhadi blieb in London.

Asghar Farhadi Tells London Protesters: Global Opposition to Trump Travel Ban Is "Powerful" Movement

http://www.hollywoodreporter.com/news/a ... -movement-
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 15. Mär 2017, 23:37

Das wars dann wohl (erstmal).

"Wendepunkt" in amerikanisch-saudischen Beziehungen

Trump sei im Gegensatz zu Barack Obama mit den Saudis einer Meinung in Bezug auf "die Gefahr des iranischen Expansionismus"

Washington – Der Besuch des saudi-arabischen Vizekronprinzen und Verteidigungsministers Mohammed bin Salman bei US-Präsident Donald Trump am Dienstag markiert laut einem saudischen Delegationsmitglied einen "historischen Wendepunkt" in den amerikanisch-saudischen Beziehungen. Damit soll betont werden, wie gestört das Verhältnis zwischen Washington und Riad unter Barack Obama war, dem die Saudis vorwarfen, mit dem Atomdeal mit dem Iran Verrat an einem alten Verbündeten zu begehen.

Trump hingegen sei mit den Saudis einer Meinung, "was die Gefahr des iranischen Expansionismus" betreffe, sagte ein Berater des Vizekronprinzen. Trump schwebt eine arabische Militärallianz vor, die mit Israel gegen den Iran kooperieren könnte. Trump, der als Unternehmer selbst Geschäftsinteressen in Saudi-Arabien hatte, hat Bürger und Bürgerinnen aus Saudi-Arabien von seinem Einreisestopp ausgenommen, obwohl die Mehrzahl der Attentäter vom 11. September 2001 aus dem wahhabitischen Königreich stammte.

derstandard.at/2000054239902/Wendepunkt-in-US-saudischen-Beziehungen


Damit wäre die der Iran weiterhin machtpolitisch mit Moskau und China (den Klimawandelmanipulatoren) verzahnt. Den Hardlinern im Iran, die auf Trump hofften, wird das sicher besser passen. Für die anderen im Iran ist das mehr als betrüblich.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 24. Mär 2017, 00:18

Trump sendet warme Grüße zum Neujahrsfest. Weil die iranische Community so gut integriert und erfolgreich ist.

Ne, schon klar, deshalb hat Trump in seiner großen Weisheit genau da mit seinem Einreisedekret angesetzt. Und bei Saudi-Arabien oder Afghanistan nicht. Alternative Logik eines Trump eben. ;)

Trump issues warm New Year greeting to Iranians

White House statement mentions US president’s ‘wonderful friendships’ with Iranian-Americans, a ‘successful immigrant group’

US President Donald Trump on Wednesday issued belated best wishes to those celebrating the Persian New Year.

In a statement, the outspoken critic of the Iranian regime sent “best wishes to all those around the world celebrating the wonderful ancient holiday of Nowruz.”

This year the Persian New Year, or Nowruz, fell on Tuesday, March 21.

“Nowruz means ‘new day’ in Persian. It is an occasion to celebrate new beginnings, a sentiment that is particularly meaningful for so many Iranians who have come to our country in recent decades to make a new start in a free land,” Trump said.

“For many years, I have greatly enjoyed wonderful friendships with Iranian-Americans, one of the most successful immigrant groups in our country’s contemporary history,” he added.

http://www.timesofisrael.com/trump-issu ... -iranians/


Tja, warum dieser für die USA erfreulichen Entwicklung nicht einen Riegel vorschieben? Abgenervte und stigmatisierte Immigranten sind offenbar erwünscht?
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Business - unter der Ägide von Geschäftsmann Trump

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 7. Apr 2017, 06:53

Boeing Co. says it signed new $3 billion deal with Iranian airline

Boeing Co. said on Tuesday it has signed a new, $3 billion deal with Iran's Aseman Airlines to supply 30 737 MAX aircraft to the carrier, the first major sale by a U.S. company to the Islamic Republic under new President Donald Trump.

http://www.cnbc.com/2017/04/04/boeing-s ... rline.html


Demnächst kann, von den USA garantiert, BP zusammen mit der National Iranian Oil Company das North Sea Field angehen.

Wenn Trump das Atomabkommen für den "schlechtesten Deal aller Zeiten" hält, wäre es Zeit das anzugehen.
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USA vs Iran - Will wieder meine alten Karten

Beitragvon King Kong 2006 » Do 20. Apr 2017, 15:04

Ex-Ölmanager von Exxon, der neue US-Außenminister Tillerson werde das Atomabkommen mit dem Rohstoffriesen Iran in der Strategischen Energieellipse überprüfen. Ägerlicherweise hält der Iran seinen Teil ein. Von daher könnte man schon die Frage stellen, wieso, was dann gescheitert wäre. Man werde aber sicher etwas finden. In 90 Tagen. Postfaktisch.

Tillerson kritisiert Atomabkommen mit Iran heftig

Im Wahlkampf hatte Donald Trump das Atomabkommen mit Iran als "schlechtesten Deal aller Zeiten" bezeichnet. Nun hat sein Außenminister die Vereinbarung als gescheitert eingestuft, das Abkommen werde überprüft.


Am Dienstag hatte Außenminister Rex Tillerson mitgeteilt, dass sich Iran bislang an seine Verpflichtungen im Rahmen des Abkommens gehalten habe, die USA das Abkommen aber trotzdem auf den Prüfstand stellen werde.

Nun hat Tillerson nachgelegt und den Deal als gescheitert eingestuft.


Der Atomdeal erfülle nicht das Ziel, das Land von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. "Er verzögert nur das Erreichen des Ziels Irans, eine Nuklearmacht zu werden", sagte Tillerson.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/r ... 43979.html


Nun ja, wohl war. Diese Aufgabe sollte das Abkommen nicht haben. Ein Land von der Fähigkeit Atomwaffen abzuhalten geht praktisch nur, wenn man es dekonstruiert. Technologisch und industriell. Japan, Brasilien, Südkorea, Deutschland, Niederlande, Iran usw. kann man die Fähigkeit zum Atombombenbau nur nehmen, wenn man es zu Agrarstaaten dekonstruiert. Und vertraglich für alle Zeiten versichern lässt - sicherlich gegen gute Sitten verstossend, so etwas - Agrarland zu bleiben. Von daher ist der Zusammenstoss mit dem Iran, wenn Trump dabei bleibt unausweichlich. Die Frage lautet, ob Trump das durchziehen kann. Geopolitisch. Wohl kaum. Von daher sollte er überlegen das Gesicht wahren zu können, wenn das scheitert. Das steht einer großen Macht, wie der USA nicht gut.

Aufgabe dieser Atomkrise, aus Sicht der USA ist sowieso gegenüber dem - momentanen - Gegner Iran containment begründen zu können. Den wirtschaftlichen und politischen Kalten Krieg. Ohne gutes Argument hätte das gegen das Rohstoffreiche, in einer rohstoffreichen Region liegende Land, das praktisch für die USA unantastbar ist einen unschönen Geruch. Die vermeintliche Verhinderung eines seit 25 Jahren prognostizierten gewaltigen Atomkrieges, in Sechsmonatsankündigungen - das liest sich besser.

Die USA merken, daß dieses Atomabkommen den Iran Druck genommen hat. Druck, den man gegen einen Gegner braucht. Und natürlich wäre binnen "sechs Monate" sonst wieder der Atomkrieg da. So, wie in den letzten Jahrzehnten.

Trumps Taktik ist erstmal angsterregend aufzutreten. In der Hoffnung, daß der andere zuckt. Oder sich dealmäßig dann in der Mitte zu treffen.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Platon
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Platon » Do 20. Apr 2017, 15:07

Das wird ähnlich laufen wie mit Obamacare. Ist einfach so komplex und detailliert eingerichtet, dass Trump und seine Leute da so schnell nichts dran machen können. Man wusste offenbar auch warum.

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