Iran & USA - Ende der Feindschaft?

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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 10:14

Die von Trump angestossene Zuspitzung nach der Torpedierung des funktionierenden Atomabkommens der USA mit dem Iran wächst. Nach martialischen Wortwechsel zwischen Trump, Rouhani und Zarif versucht Oman jetzt zwischen Trump und Teheran zu vermitteln. Oman, das als das liberalste arabische Land am Persischen Golf gilt, hat hervorragende sicherheitspolitische Kontakte zum Iran und auch zu den USA.

Oman FM in Washington 'trying to reduce Iran-US tensions'

The meeting between the two officials came just one day after Yusuf bin Alawi met with senior Iranian militia commander Qassem Soleimani, who on Thursday threatened that Tehran was "ready" for war with Washington.

The Iranian foreign minister visited Oman last week, confirming that Tehran is seeking to use Muscat as a mediator in resolving the current crisis between the two adversaries.

Iran also wants Muscat to open a channel of communication with the US, in a similar fashion to 2013 which paved the way for the landmark nuclear talks in 2015.

https://www.alaraby.co.uk/english/news/ ... s-tensions


Mattis versuchte die Drohungen von Trump herunterzuspielen, was aber nicht überzeugend klingt. Am klarsten äußerte sich jetzt General Soleimani, dabei sprach er wohl gezielt zwei Punkte an. Einmal, daß die USA bei einem ausbrechenden militärischen Konflikt nicht mehr in der Lage sein werden das Ende zu bestimmen, sprich es wird ein Faß ohne Boden, für die USA unkontrollierbar und das Trump selbst "alles verlieren" würde. Gemeint ist wohl weniger sein Geld, sondern seine politische Karriere und die weiteren militärischen Fähigkeiten der USA. Die sind bereits nach Bush und seinen Kriegen in der Region geschrumpft. Das sind Signalwörter, die für die USA tatsächlich traumatisch sind.

Wird Trump einen Superdeal versuchen aus der Tasche zu ziehen? Das ist kaum vorstellbar. Trump hat Weichen gesetzt, die schwer umzustellen sind.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 20:28

"Ohne Vorbedingungen"

Trump zu Treffen mit iranischer Führung bereit

Im Atomstreit mit Iran ist US-Präsident Trump nach eigenen Worten zu einem Treffen mit Staatschef Ruhani bereit - "jederzeit".

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 20903.html


Teheran zeigt sich skeptisch.

Iran says it is impossible to engage in talks with the US under the current administration which has adopted a fiercely hostile policy toward the Islamic Republic.

"With current America and these policies, there will definitely not be the possibility of dialogue and engagement, and the United States has shown that it is totally unreliable," Foreign Ministry spokesman Bahram Qassemi said on Monday.

https://www.presstv.com/Detail/2018/07/ ... am-Qassemi


Mal abwarten. Mit ein paar guten Fotos mit den Mächtigen Irans hätte Trump auf jedenfall einen Triumph. Für sein Ego. Was dabei herauskommt wäre die Frage... Trump braucht geile Fotos. Der Iran will die Rücknahme der US-Sanktionen. Prinzipiell ist die Rücksteuerung Irans in der Region unrealistisch und praktisch nicht umsetzbar. Mit etwas Glück, bzw. Pech, je nach Blickwinkel würde man Fotos machen und der Rest... naja. Ähnlich wie mit Kim und seinen Atomwaffen.

Das Problem für Trump ist, das er nicht ewig warten kann den Iran weichzukochen. So, wie Trump wirtschaftlich die Eskalationsstufe hochschrauben kann, kann der Iran den Druck in der Region sukzessiv erhöhen. Am Ende käme es zur Konfrontation. Ein no go. Egal ob sogar unter Bush, oder Obama oder Trump. Trump hat mit dem Ausstieg aus dem Abkommen einen Zug in Bewegung gesetzt, den er jetzt irgendwie stoppen muß. Sonst kann er entgleisen und eine Katastrophe droht. Trump hält sich für den besten Pokerspieler der Welt. Er jagt den Einsatz hoch und blufft gerne.Das Problem mit Iran war jeher, daß sie Schachspieler sind. Sie sind systemisch anders aufgestellt. Hat schon mit Bush Junior nicht funktioniert.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Uffzach » Mo 30. Jul 2018, 20:38

Die USA bereiten bereits den Schlag gegen den Iran vor. Sie müssen zuschlagen, wenn der Iran nicht einknickt. Ich tippe auf einen Blitzkrieg, der die Mullahs beseitigen wird. Fragt sich nur, was dann kommt.
Für die Freiheit des sprachlichen Ausdrucks !
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 20:43

Uffzach hat geschrieben:(30 Jul 2018, 21:38)

Die USA bereiten bereits den Schlag gegen den Iran vor. Sie müssen zuschlagen, wenn der Iran nicht einknickt. Ich tippe auf einen Blitzkrieg, der die Mullahs beseitigen wird. Fragt sich nur, was dann kommt.


Klingt brilliant.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Uffzach » Mo 30. Jul 2018, 21:41

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Jul 2018, 21:43)

Klingt brilliant.


"Folgerichtig" ist das angemessene Wort, nicht "brilliant". Auf Folgerichtigkeit kommt es in der Politik an.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 21:48

Uffzach hat geschrieben:(30 Jul 2018, 22:41)

"Folgerichtig" ist das angemessene Wort, nicht "brilliant". Auf Folgerichtigkeit kommt es in der Politik an.


Das war schon unter Bush Junior so gesehen folgerichtig. Es wurde ihm abgeraten. Seitdem ist die Position der USA nicht besser geworden. Es ist eher viel komplizierter geworden. Du meinst ein Blitzkrieg der USA ist folgerichtig? Also ist kein Krieg gegen ein Land wie Iran wie unter den vorherigen Präsidenten falsch gewesen?
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Uffzach » Mo 30. Jul 2018, 21:53

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Jul 2018, 22:48)

Das war schon unter Bush Junior so gesehen folgerichtig. Es wurde ihm abgeraten. Seitdem ist die Position der USA nicht besser geworden. Es ist eher viel komplizierter geworden. Du meinst ein Blitzkrieg der USA ist folgerichtig? Also ist kein Krieg gegen ein Land wie Iran wie unter den vorherigen Präsidenten falsch gewesen?



1.
"Du meinst ein Blitzkrieg der USA ist folgerichtig?"
Wie ich sagte, wenn der Iran nicht einknickt, ist ein Blitzkrieg folgerichtig.


2.
"Also ist kein Krieg gegen ein Land wie Iran wie unter den vorherigen Präsidenten falsch gewesen?"

Du formulierst deine Frage sehr irrational.

Was bitte ist "ein Land wie Iran"? Iran ist unique. Da also Iran unique ist, kann es keinen Krieg gegen "ein Land wie Iran " bisher gegeben haben.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 21:58

Uffzach hat geschrieben:(30 Jul 2018, 22:53)

1.
"Du meinst ein Blitzkrieg der USA ist folgerichtig?"
Wie ich sagte, wenn der Iran nicht einknickt, ist ein Blitzkrieg folgerichtig.


2.
"Also ist kein Krieg gegen ein Land wie Iran wie unter den vorherigen Präsidenten falsch gewesen?"

Du formulierst deine Frage sehr irrational.

Was bitte ist "ein Land wie Iran"? Iran ist unique. Da also Iran unique ist, kann es keinen Krieg gegen "ein Land wie Iran " bisher gegeben haben.


Warum haben denn die US-Admiräle und Generäle, Diplomaten und Politiker Bush geraten keinen Blitzkrieg gegen den Iran zu führen? Die Aussagen sind bekannt. Die militärische Ausgangslage danach für Obama, jetzt unter Trump hat sich nicht gebessert, sie ist schlechter geworden. Warum ist das dann gerade folgerichtig? Weil der Iran nicht macht, was der TV-Star sagt? Machen andere Staaten auch nicht. Deshalb ist es nicht folgerichtig gegen sie Krieg zu führen. Es hängt immer von der Kosten/Nutzen Rechnung ab. Die stimmt hier einfach nicht.

Auf jedenfall steht Trump unter Druck, sonst würde er so ein Angebot nicht machen.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon zollagent » Mo 30. Jul 2018, 22:27

Uffzach hat geschrieben:(30 Jul 2018, 21:38)

Die USA bereiten bereits den Schlag gegen den Iran vor. Sie müssen zuschlagen, wenn der Iran nicht einknickt. Ich tippe auf einen Blitzkrieg, der die Mullahs beseitigen wird. Fragt sich nur, was dann kommt.

Das wird es schlichtweg nicht geben, weil man nicht mit einem Blitzkrieg "die Mullahs" alle erwischt. Und so würde den Verbleibenden wieder das iranische Volk zugetrieben. Das wird nicht funktionieren.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon zollagent » Mo 30. Jul 2018, 22:28

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Jul 2018, 22:58)

Warum haben denn die US-Admiräle und Generäle, Diplomaten und Politiker Bush geraten keinen Blitzkrieg gegen den Iran zu führen? Die Aussagen sind bekannt. Die militärische Ausgangslage danach für Obama, jetzt unter Trump hat sich nicht gebessert, sie ist schlechter geworden. Warum ist das dann gerade folgerichtig? Weil der Iran nicht macht, was der TV-Star sagt? Machen andere Staaten auch nicht. Deshalb ist es nicht folgerichtig gegen sie Krieg zu führen. Es hängt immer von der Kosten/Nutzen Rechnung ab. Die stimmt hier einfach nicht.

Auf jedenfall steht Trump unter Druck, sonst würde er so ein Angebot nicht machen.

Rein militärisch dürfte der Iran nach wenigen Tagen ausgeschaltet sein. Die Frage ist, was danach kommt. Noch ein Terrornest wie Afghanistan können sich auch die USA nicht leisten.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Enas Yorl » Mo 30. Jul 2018, 22:32

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Jul 2018, 21:28)
Das Problem für Trump ist, das er nicht ewig warten kann den Iran weichzukochen. So, wie Trump wirtschaftlich die Eskalationsstufe hochschrauben kann, kann der Iran den Druck in der Region sukzessiv erhöhen. Am Ende käme es zur Konfrontation. Ein no go. Egal ob sogar unter Bush, oder Obama oder Trump. Trump hat mit dem Ausstieg aus dem Abkommen einen Zug in Bewegung gesetzt, den er jetzt irgendwie stoppen muß. Sonst kann er entgleisen und eine Katastrophe droht. Trump hält sich für den besten Pokerspieler der Welt. Er jagt den Einsatz hoch und blufft gerne.Das Problem mit Iran war jeher, daß sie Schachspieler sind. Sie sind systemisch anders aufgestellt. Hat schon mit Bush Junior nicht funktioniert.


Das wird ein weiterer Akt in Trumps "Viel Lärm um Nichts". Am Ende fehlen dieser US-Regierung wieder die Konzepte was man eigentlich mit den Anderen verhandelt will, und tatsächlich anzubieten bereit ist. Rouhani sollte wohl als nächstes bei Putin und Kim Jong-un anrufen und sich mit diesen beraten. ;) In Pjöngjang wartet man immer noch auf Vorschläge der USA, wie deren Sicherheitsgarantien den aussehen. Das Gesicht von Netanjahu hätte ich gerne gesehen, als er von Trumps Angebot an den Iran erfahren hat. :D
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 22:49

zollagent hat geschrieben:(30 Jul 2018, 23:28)

Rein militärisch dürfte der Iran nach wenigen Tagen ausgeschaltet sein. Die Frage ist, was danach kommt. Noch ein Terrornest wie Afghanistan können sich auch die USA nicht leisten.


Sicher können die USA militärisch viel vernichten. Aber vom Mittelmeer bis Afghanistan wird es Stunk geben. Mit der asymmetrischen Kriegsführung, die vom Iran seit Jahren abgestimmt wurde (speziell gegen weit überlegene US-Streitkräfte), werden sich nicht fertig werden. Das ist es was General Soleimani mit seinen Aussagen sagte. Die anderen Punkte wie ein hochgefahrenes militärisches Atomprogramm, Flüchtlingswellen, Instabilität bei Nachbarstaaten usw. hat sich seit Bush und den Betrachtungen dazu auch nicht viel geändert. Wenn es so einfach wäre und irgendwie "zielführend" wäre, dann wäre das vor Jahren über die Bühne gegangen.

Wenn Trump kein Superangebot macht, dann kann ich mir vorstellen, daß Teheran diese Durststrecke mit Trump aussitzen wird. Ob nach der 1. oder 2. Legislaturperiode. Es gibt die These, daß es eine Absprache zwischen dem Wahlkampfteam Reagans und Teheran gab die US-Geiseln der US-Botschaft nicht noch unter Carter freizulassen. Damit Carter einen miesen Abgang hat und Reagan die Publicity bekommt. Vielleicht wartet man auf den Nachfolger. Der oder die will mit Erfolgen starten. Teheran kann sich dann positiv präsentieren, weniger mit Gesichtsverlust. Vielleicht macht man dann von beiden Seiten interessante Angebote. Wie seinerzeit.

Die iranische Regierung gab die Freilassung der Geiseln 20 Minuten nach dem Ende von Reagans Rede bei seinem Amtsantritt am 20. Januar 1981 bekannt. Dies und weitere Indizien sollen darauf hindeuten, dass das Reagan-Lager schon längere Zeit vor der Wahl am 4. November 1980 geheime Verhandlungen mit Vertretern Teherans führte, um die Freilassung der Geiseln hinauszuzögern, damit sich diese bei der Wahl nicht als sogenannte October Surprise zugunsten Carters auswirke.[33] Als Gegenleistung soll der iranischen Regierung Unterstützung bei der Freigabe gesperrter Auslandskonten sowie verdeckte Waffenlieferungen in Aussicht gestellt worden sein – tatsächlich kamen wenige Jahre später im Rahmen des Iran-Contra-Skandals 1986 umfangreiche, illegale Waffenlieferungen der Reagan-Regierung an den Iran ans Licht. Die Kontaktabwicklung soll über Reagans Wahlkampfleiter und späteren Director of Central Intelligence William Joseph Casey sowie den iranischen Waffenhändler Dschamschid Haschemi gelaufen sein. Die October-Surprise-Theorie stützt sich auf iranische und amerikanische Quellen, vor allem Gary Sick, Berater von Carter und Mitarbeiter im Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten zu der Zeit sowie Abu l-Hasan Banisadr, damaliger Präsident des Iran. Ein letzter Beweis für die Einflussnahme Reagans konnte jedoch nie erbracht werden.[34][35][36][37][38]

https://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnah ... -Wahlkampf
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 22:50

Enas Yorl hat geschrieben:(30 Jul 2018, 23:32)

Das Gesicht von Netanjahu hätte ich gerne gesehen, als er von Trumps Angebot an den Iran erfahren hat. :D


Ich bin sicher, das er entsetzt ist. Das meine ich nicht ironisch.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 31. Jul 2018, 08:52

Teheran will zuerst, daß Trump die Sanktionen wieder zurücknimmt.

Iran stellt Bedingungen für ein Treffen mit Donald Trump. Der US-Präsident müsste seinen Ausstieg aus dem Atomabkommen rückgängig machen und die neuen Sanktionen gegen Teheran außer Kraft setzen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 20917.html


Trumps Aussage, er wäre ohne Vorbedingung bereit zu Gesprächen stimmt so natürlich auch nicht. Als erstes hat er die USA aus das Abkommen geschossen, dann Druck auf andere Staaten wegen dem Iran gemacht und neue Sanktionen verhängt (brutalstmögliche, wie es ja aus dem Weissen Haus hieß) und dannach bietet er jetzt Gespräche an. Nach diesen Vorraussetzungen/Bedingungen.

Trump wird das genauso wenig annehmen können, wie der Iran die Forderung der Trump-Administration. Jetzt kann Trump mal zeigen, was er als Dealmaker drauf hat. Der Iran ist eine viel härtere Nuss als NK. War es für die USA immer. Trump muß jetzt zeigen, daß es genial richtig war das funktionierende Abkommen der USA mit dem Iran zu zerstören. Das es jetzt "besser für alle wird" nicht noch schlimmer...
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon zollagent » Di 31. Jul 2018, 09:19

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Jul 2018, 23:49)

Sicher können die USA militärisch viel vernichten. Aber vom Mittelmeer bis Afghanistan wird es Stunk geben. Mit der asymmetrischen Kriegsführung, die vom Iran seit Jahren abgestimmt wurde (speziell gegen weit überlegene US-Streitkräfte), werden sich nicht fertig werden. Das ist es was General Soleimani mit seinen Aussagen sagte. Die anderen Punkte wie ein hochgefahrenes militärisches Atomprogramm, Flüchtlingswellen, Instabilität bei Nachbarstaaten usw. hat sich seit Bush und den Betrachtungen dazu auch nicht viel geändert. Wenn es so einfach wäre und irgendwie "zielführend" wäre, dann wäre das vor Jahren über die Bühne gegangen.

Wenn Trump kein Superangebot macht, dann kann ich mir vorstellen, daß Teheran diese Durststrecke mit Trump aussitzen wird. Ob nach der 1. oder 2. Legislaturperiode. Es gibt die These, daß es eine Absprache zwischen dem Wahlkampfteam Reagans und Teheran gab die US-Geiseln der US-Botschaft nicht noch unter Carter freizulassen. Damit Carter einen miesen Abgang hat und Reagan die Publicity bekommt. Vielleicht wartet man auf den Nachfolger. Der oder die will mit Erfolgen starten. Teheran kann sich dann positiv präsentieren, weniger mit Gesichtsverlust. Vielleicht macht man dann von beiden Seiten interessante Angebote. Wie seinerzeit.

Diesen "Stunk" gibt es ohnehin schon. Das würde nicht viel ändern. Nur würde der Iran von einer ähnlich niedrigen Stufe aus agieren müssen, wie es Al Kaida oder die Taliban taten.

Vor allem der Hass würde neuen Auftrieb bekommen. Aber das würde Trump sogar in die Karten spielen, denn dann wäre seine ständige Prophezeihung der Herkunft des Terrors bestätigt. Er hätte sie selbst wahr gemacht.

Wir müssen auch nicht drumherum reden. Ich mag Trump nicht und ich mag das theokratische Regime im Iran nicht. Beide spielen nicht ehrlich. Denn daß der Iran in seiner Umgebung, im mittleren und nahen Osten, zündelt, dürfte nicht bestreitbar sein. Jetzt noch der eingebildete Dummkopf auf der anderen Seite, das ergibt eine hochexplosive Mischung.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 31. Jul 2018, 09:38

zollagent hat geschrieben:(31 Jul 2018, 10:19)

Diesen "Stunk" gibt es ohnehin schon. Das würde nicht viel ändern. Nur würde der Iran von einer ähnlich niedrigen Stufe aus agieren müssen, wie es Al Kaida oder die Taliban taten.

Vor allem der Hass würde neuen Auftrieb bekommen. Aber das würde Trump sogar in die Karten spielen, denn dann wäre seine ständige Prophezeihung der Herkunft des Terrors bestätigt. Er hätte sie selbst wahr gemacht.

Wir müssen auch nicht drumherum reden. Ich mag Trump nicht und ich mag das theokratische Regime im Iran nicht. Beide spielen nicht ehrlich. Denn daß der Iran in seiner Umgebung, im mittleren und nahen Osten, zündelt, dürfte nicht bestreitbar sein. Jetzt noch der eingebildete Dummkopf auf der anderen Seite, das ergibt eine hochexplosive Mischung.


Kernthema an dieser Stelle ist ja, ob ein Krieg mit dem Iran in der Region besser ist oder nicht. Das ist bisher abschlägig beurteilt worden. Dem kann ich folgen.

Letztendlich müssen die USA (egal unter welchem Präsidenten) und der Iran einen Modus Vivendi finden. Einen Weg, wie sie in der Region miteinander umgehen. Das galt und gilt für Russland in Europa (neuerdings auch wieder in Nahost), gilt für China in Fernost und neuerdings global und für die USA und dem Iran nach 1979 für die Region middle east.

Unter Clinton/Khatami oder zuletzt im Rahmen des Atomabkommens Obama/Rouhani gab es Anläufe dies in geordnete Bahnen zu lenken, diese wurden dann von Bush Junior und jetzt von Trump, stets von Neocons flankiert, gestoppt. Trump versucht jetzt so etwas. Was die Situation für ihn druckvoll macht, ist daß er die Temperatur im Kessel massiv erhöht hat. Damit hat er sich in Zugzwang gesetzt. Entweder er nimmt Hitze raus, oder es kann allen um die Ohren fliegen. Er ist nicht der Typ, der sich an den Herd stellt und die Temperatur senkt oder Finger an Haushaltsgeräte setzt.

Aber er hat es auch im Falle NKs gemacht. Zuerst gedroht, auch mit totaler Vernichtung. Kim hat nicht reagiert, weiter getestet. Da mußte er handeln, da er sonst Gefahr lief als Hanswurst entlarvt zu werden. Da reichten ihm sogar Fotos und lobende Worte, nur um ein Date zu bekommen. Atomwaffen? War da noch was in NK? Gerade in Israel muß jetzt einigen die Haare zu Berge stehen, wenn er das im Falle Irans wiederholt... Lobende Worte (Gesicht gewahrt) und der Rest? Nur keine Eile.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon zollagent » Di 31. Jul 2018, 10:09

King Kong 2006 hat geschrieben:(31 Jul 2018, 10:38)

Kernthema an dieser Stelle ist ja, ob ein Krieg mit dem Iran in der Region besser ist oder nicht. Das ist bisher abschlägig beurteilt worden. Dem kann ich folgen.

Letztendlich müssen die USA (egal unter welchem Präsidenten) und der Iran einen Modus Vivendi finden. Einen Weg, wie sie in der Region miteinander umgehen. Das galt und gilt für Russland in Europa (neuerdings auch wieder in Nahost), gilt für China in Fernost und neuerdings global und für die USA und dem Iran nach 1979 für die Region middle east.

Unter Clinton/Khatami oder zuletzt im Rahmen des Atomabkommens Obama/Rouhani gab es Anläufe dies in geordnete Bahnen zu lenken, diese wurden dann von Bush Junior und jetzt von Trump, stets von Neocons flankiert, gestoppt. Trump versucht jetzt so etwas. Was die Situation für ihn druckvoll macht, ist daß er die Temperatur im Kessel massiv erhöht hat. Damit hat er sich in Zugzwang gesetzt. Entweder er nimmt Hitze raus, oder es kann allen um die Ohren fliegen. Er ist nicht der Typ, der sich an den Herd stellt und die Temperatur senkt oder Finger an Haushaltsgeräte setzt.

Aber er hat es auch im Falle NKs gemacht. Zuerst gedroht, auch mit totaler Vernichtung. Kim hat nicht reagiert, weiter getestet. Da mußte er handeln, da er sonst Gefahr lief als Hanswurst entlarvt zu werden. Da reichten ihm sogar Fotos und lobende Worte, nur um ein Date zu bekommen. Atomwaffen? War da noch was in NK? Gerade in Israel muß jetzt einigen die Haare zu Berge stehen, wenn er das im Falle Irans wiederholt... Lobende Worte (Gesicht gewahrt) und der Rest? Nur keine Eile.

Gehört eigentlich nicht hierher, aber Trump ist von Kim als Hanswurst entlarvt worden.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Aug 2018, 13:56

Es sieht nicht so aus, als ob der Iran erpicht auf Foto-Shootings mit Trump ist. Man hat Jahre mit den USA und anderen Mächten verhandelt und ist zum Abschlluß gekommen. Ein funktionierendes Abkommen. Trump ist polternd abgehauen. Es soll erstmal wieder zurückkommen und sich wieder hinsetzen. Keine extra Gespräche.

Trumps Angebot stößt in Teheran auf Ablehnung

Der Iran habe mit den USA und den anderen UNO-Vetomächten sowie Deutschland zwei Jahre lang Gespräche geführt, schrieb Zarif am Dienstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das Ergebnis sei das internationale Atomabkommen von 2015 gewesen, "ein einzigartiges multilaterales Abkommen", das gut "funktioniert" habe. Die USA seien allein verantwortlich dafür, dass sie "den Tisch verlassen haben", kritisierte Zarif.


Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte, Trump verfolge beim Iran das gleiche Vorgehen wie gegenüber Nordkorea. "Er attackiert, er ergreift harte Maßnahmen und anschließend schlägt er Gespräche vor", sagte Le Drian dem Rundfunksender France Info. Allerdings habe dieses Vorgehen bei Nordkorea bisher nicht die erwünschten Folgen gehabt.

derstandard.at/2000084551346/Iran-will-keinen-Dialog-mit-dem-grossen-Satan-USA


Tja, lohnt sich ein Treffen mit dem Komiker?

Wemple von der Washington Post über "Gespräche" mit Trump.

Von weiteren Treffen mit Trump sollte er dabei vielleicht aber absehen. Das riet ihm jedenfalls Erik Wemple, der Medienkritiker der "Washington Post": "Trump hört nicht zu, Trump ändert sich nicht, Trump interessiert sich nicht."

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 20915.html


Iran can afford to play the long game with Trump

https://edition.cnn.com/2018/07/31/midd ... index.html


Trump der Dealmaker hat sicher auch andere Tricks, Täuschungsmanöver und Verhaltensmuster als "Er attackiert, er ergreift harte Maßnahmen und anschließend schlägt er Gespräche vor"? Wird er doch hoffentlich haben? Kritiker haben ihm immer vorgeworfen, er habe nie einen Plan B. Das wird doch im Falle eines US-Präsidenten nicht der Realität entsprechen? :eek:
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Enas Yorl » Mi 1. Aug 2018, 15:27

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Aug 2018, 14:56)Tja, lohnt sich ein Treffen mit dem Komiker?


Für Kim Jong-un hat es sich sicherlich gelohnt. Er hat auch ohne Denuklearisierung oder amerikanische Sicherheitsgarantien, einen enormen diplomatischen Prestigegewinn daraus gezogen. Für den Iran gibt es bei so einen Treffen nicht wirklich etwas zu gewinnen. Vielmehr würde man dadurch eher den Druck auf die anderen Vertragspartner verringern, den Atomdeal an leben zu erhalten.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Aug 2018, 21:06

Enas Yorl hat geschrieben:(01 Aug 2018, 16:27)

Für Kim Jong-un hat es sich sicherlich gelohnt. Er hat auch ohne Denuklearisierung oder amerikanische Sicherheitsgarantien, einen enormen diplomatischen Prestigegewinn daraus gezogen. Für den Iran gibt es bei so einen Treffen nicht wirklich etwas zu gewinnen. Vielmehr würde man dadurch eher den Druck auf die anderen Vertragspartner verringern, den Atomdeal an leben zu erhalten.


Ich weiß nicht, ob Kim unbedingt scharf war auf so ein Treffen. Oder sagen wir unter diesen Umständen. Aber er hat sicher seinen Schnitt gemacht. Trump hat ihn gelobt. Kim hat sich auf Augenhöhe mit dem Führer einer Supermacht getroffen. Und Trump bewundert, wieviel Respekt Kim von seinen Untergegebenen entgegengebracht wird. Der Rest ist... wie auch immer.

Der Iran würde Trump und seiner Taktik Recht geben. Das werden sie nicht machen. Desweiteren stellt er Forderungen (egal, was er im Vorfeld jetzt sagt), die für den Iran praktisch nicht annehmbar sind. Und der ist in ein paar Jahren sowieso weg... Der Iran denkt da wohl in größeren Zeiträumen. ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

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