Iran & USA - Ende der Feindschaft?

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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » So 17. Jan 2016, 23:07

Wolverine hat geschrieben:(17 Jan 2016, 22:43)

1) Leute, die der Ansicht sind, man sollte mit Gangstern oder Terroristen verhandeln.
2) Israel verhandelt definitiv nicht mit Kuriositäten. Die USA und die EU finanzieren den Terrorismus der Hamas und die Verweigerungshaltung der Araber im Mandat.
Ich bin mir vollkommen sicher, dass du dort lebst. Deine Postings sind erschreckend naiv und von der Hoffnung erfüllt, die militärische und theokratische Führung des Iran hätte auch nur im entferntesten menschliche Züge.


Ich lebe nicht in den besetzten Gebieten.

Ich bin mit der göttlichen Gnade des Realismus ausgestattet. Der bescheidene Rest lebt in Tagträumen vor sich hin und vor allem leben sie in einer Illusion. Deswegen hat man mich geschickt, um die Leute aufzuklären. Mit jedem Beitrag, der sich ad personam gegen mich richtet, merke ich, dass ich richtig liege.


Damit ist wohl das wesentliche gesagt. Dagegen kann man schwer argumentieren. Da bin ich auch nicht der richtige Ansprechpartner. :s
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Wolverine » So 17. Jan 2016, 23:40

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Jan 2016, 23:07)

Ich lebe nicht in den besetzten Gebieten.



Es gibt keine besetzten Gebiete. Sie sind umstritten, da es konkurrierende Ansprüche darauf gibt. Israel hat zum Schutz seiner Bürger in den Siedlungen der Israelis die Militärverwaltung aufgestellt, allerdings auch, um dem Terror vorzubeugen, dem die Israelis seit über 60 Jahren ausgesetzt sind. Des Weiteren wird verhindert, dass in Judäa und Samaria sich feindliche Armeen versammeln. Eine Besatzung sieht ganz anders aus. Aber woher sollen Propagandisten wissen, was eine Besatzung ist? Für viele Nationalisten gilt Deutschland immer noch als besetzt, weil die Amerikaner militärische Einrichtungen in Deutschland betreiben. Das Besatzungsstatut wurde allerdings schon 1955 aufgehoben. Deutschland war nur bis 1992 nicht vollkommen souverän.
Israels Aufenthalt in den ehemals von Jordanien besetzten Mandatsgebieten ist selbstverständlich rechtmäßig, denn aus dem Mandat heraus hat Israel immer noch Ansprüche auf die Gebiete. Es gibt keinen Vertrag zweier Hoher Parteien, die jemals die Ansprüche aus dem Mandat vollständig aufgelöst hätten. Das sind die Fakten, die den meisten Leuten verborgen bleiben, weil sie eben doch keine Ahnung vom Konflikt im ehemaligen Mandat haben. So traurig sieht es aus. :)
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Adlerauge » So 17. Jan 2016, 23:44

Und wo sollen die Palis hin, die dort leben müssen?
So gut wie die Israelis haben sie es bei weitem nicht, wie ich mit eigenen Augen gesehen habe.
Das ist ganz wertfrei gefragt?
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 13. Feb 2016, 11:43

Oktober surprise reloaded? Zur Erinnerung, in Teheran wurden 52 Botschaftsangehörige nach dem Bruch mit den USA als Geiseln festgehalten. Der damalige US-Präsident Carter galt im Iran als verhasst, da er als Partner des Schahs galt. In Teheran sah man es sicher nicht ungerne den Demokraten Carter eine Schmach zu bereiten. So sollen die US-Geiseln in möglicher Absprache mit den US-Republikanern so lange festgehalten worden sein, bis Reagan an die Macht kam.

One of the leading national issues during that year was the release of 52 Americans being held hostage in Iran since 4 November 1979.[1] Reagan won the election. On the day of his inauguration, in fact, 20 minutes after he concluded his inaugural address, the Islamic Republic of Iran announced the release of the hostages.


According to the allegations, the Reagan Administration rewarded Iran for its participation in the plot by supplying Iran with weapons via Israel and by unblocking Iranian government monetary assets in U.S. banks.

https://en.wikipedia.org/wiki/October_S ... acy_theory


Jetzt werden ähnliche "Vorwürfe" wieder erhoben. Die Freilassung von US-Bürgern in iranischer Haft war für Obama ein großer Erfolg. Angeblich hätten sich wieder Republikaner an Teheran gewandt mit der Bitte noch etwas zu warten.

Republicans 'asked Iran to delay prisoner swap' until after US election

Members of the US Republican Party asked officials in Tehran to delay a January prisoner swap until after the 2016 presidential election, an Iranian admiral told FRANCE 24 on Thursday.

http://www.france24.com/en/20160212-rep ... s-election
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Kohlmeise » Mo 15. Feb 2016, 20:38

Bei der Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen Iran hat man auch Gefangene ausgetauscht. Jedoch stand der iranische Mann nicht auf der Liste der Freigelassenen, der wegen Attentats auf Saudi-Arabiens Außenminister al-Dschubeir (damals der Botschafter seines Landes in den USA) im Gefängnis sitzt. Schon sehr merkwürdig. Oder wurde das Attentat nur vorgetäuscht?
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 19. Feb 2016, 07:21

Die USA und der Iran könnten - offiziell - in Gespräche über Syrien zusammenkommen.

US may soon break Iran taboo with new military discussions

WASHINGTON (AP) — The pursuit of peace in Syria may require the United States and Iran to break new ground in their increasingly comfortable diplomatic relationship, propelled by last year’s nuclear accord and their more recent prisoner swap. Another taboo could be shattered soon: Military discussions.

http://www.timesofisrael.com/us-may-soo ... scussions/
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 4. Mär 2016, 23:19

Teheran lädt Boeing ein. Boeing ist bekanntermaßen ein großer US-Konzern. Dieser hat grünes Licht aus Washington für Verhandlungen mit iranischen Partnern bekommen. Auch ohne ein Ok von höchster iranischer Stelle wäre das nicht möglich.

Iran Invites Boeing for Talks, a Stride Toward Business Ties With the U.S.

The talks would be among the first tangible results of a less-hostile climate between the United States and Iran since a landmark international agreement on Iran’s disputed nuclear activities took effect in January. The agreement ended or relaxed many sanctions on Iran in exchange for its verifiable guarantees of peaceful nuclear work.

As part of the agreement, the United States will permit “the sale of commercial passenger aircraft and related parts and services to Iran,” which despite political sensitivities could make the country a potentially big customer for the civilian American aerospace industry.

http://www.nytimes.com/2016/03/04/world ... .html?_r=0


Washington gibt offiziell Details zu den Vorkommnissen bekannt, die zum Festsetzen des US-Marinepersonals im Persischen Golf geführt haben. Offenbar eine Verkettung von Umständen. Sie haben einen Navigationsfehler gemacht und hatten dann noch einen Motorschaden in iranischen Gewässern.

Initial Navy report finds sailors captured by Iran made several errors

According to the report, the sailors originally set out from Kuwait for Bahrain but quickly -- and unknowingly -- went off course and headed almost directly for Iran's Farsi Island in the middle of the Persian Gulf.

The report found that several factors may have contributed to the failure:

The sailors had never made the trip before.
They had been up most of the night before conducting maintenance on one of the boats that had broken down.
They had to "cannibalize" parts from a third boat in order to have two working vessels.
They then experienced problems with their satellite communications gear.

http://edition.cnn.com/2016/03/01/polit ... index.html


Das wichtigste war, daß das Militär auf beiden Seiten die Ruhe bewahrt hat und nicht um sich geschossen hat.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 30. Mär 2016, 18:22

Möglicherweise steht der Abschluß mit dem US-Konzern Boeing bevor.

Iran says talks with Boeing over the purchase of new planes are continuing, stressing that a deal with the American aviation giant is “very likely” to be sealed.


The media in late January quoted a top Iranian official in a report as saying that the country plans to purchase over 100 planes from Boeing.


Iranian officials have already emphasized that the country will need to buy 500 commercial jets of various models for various short-, medium- and long-distance routes.

http://www.presstv.ir/Detail/2016/03/25 ... eal-coming
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 31. Mär 2016, 23:38

Officials: US mulls new rules on dollars to help Iran

WASHINGTON (AP) — The Obama administration may soon tell foreign governments and banks they can start using the dollar in some instances to facilitate business with Iran, officials told The Associated Press, describing an arcane tweak to U.S. financial rules that could prove significant for Tehran's sanctions-battered economy.

Because of its status as the world's dominant currency, the dollar often is used in money conversions. For example: If the Iranians want to sell oil to India and be paid in euros instead of rupees, so they could more easily purchase European goods, the process commonly starts with the rupees being converted into dollars.

American sanctions block Iran from exchanging the money on its own. And Asian and European banks have steered clear of such transactions, fearful of U.S. regulators who have levied billions of dollars in fines in recent years and threatened transgressors with a cutoff from the far more lucrative American market. Using dollars to make even a rupees-to-euros conversion, following that example, would still involve the money entering the U.S. financial system, if only momentarily.

http://gazette.com/officials-us-mulls-n ... eed/331793


Den Kritikern von Rouhani und Co. geht es mit dem Aufschwung nicht schnell genug. Bzw. mit klar vorzeigbaren Tendenzen. Ein Grund ist, daß zwar die Sanktionen fallen, jedoch die USA immer noch mit Sanktionen und Strafzahlungen auch gegenüber außeramerikanischen Handelspartnern Irans am Horizont drohen können. Das könnte sich ändern.

Walter Posch wertet iranische Raketentests als Warnung Khameneis an Rohani und die internationale Gemeinschaft

Rund ein halbes Jahr nach der Einigung im Atomdeal ist Khamenei laut Posch "frustriert". Es sei nicht das eingetreten, was das Atomabkommen Khameneis Ansicht nach hätte bringen sollen – nämlich ein Aufschwung der Wirtschaft und die Auflösung der Sanktionen im Bankwesen. Dabei geht es um den erhofften Anschluss an den internationalen Zahlungsverkehr (Swift). Als Warnung an Rohani gerichtet, wollte Khamenei laut Posch mit den Raketentests auch der internationalen Gemeinschaft deutlich machen: "Wir haben ein Abkommen. Haltet euch an unser Versprechen."

Zögerliches Bankgeschäft Nach der Einigung im Atomstreit hatten die EU und die USA im Jänner die meisten Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. Europäische Banken fürchten jedoch noch immer rechtliche Probleme, weil einige US-Strafmaßnahmen in Kraft geblieben sind – etwa das Verbot für US-Banken, direkt oder indirekt mit dem Iran Geschäfte zu machen. Zuletzt beklagte die iranische Notenbank ein zögerliches Bankgeschäft. - derstandard.at/2000033915127/Experte-Platzen-von-Rohani-Besuch-wegen-innenpolitischer-Krise


Aus Sicht Teherans hat man seine Verpflichtungen erfüllt. Abbau der geforderten Anzahl von Gasultrazentrifugen, Verschiffung der geforderten Menge an angereichertem Uran ins Ausland, Entnahme des Schwerwasserreaktorkerns bei Arak usw.. Die Internationale Atomenergiebehörde bestätigt die Umsetzung und Erfüllung. Die Aufhebung der Sanktionen reicht offenbar nicht, solange die derzeit stärkste Wirtschaftsmacht, die USA, nicht ihre individuellen Sanktionen ebenfalls aufhebt, oder zumindest lockert.

Der Test der ballistischen Raketen könnte somit auch als ein Zeichen verstanden werden, daß man nicht komplett "eingetütet" wurde, vom Westen. In der Tat tut sich der Westen schwer die Waffentests im Iran schnell und scharf vor der UN zu verurteilen. Abgesehen davon, ob das funktioniert. Russland sieht da gar kein Problem. Es geht nicht um den Raketentest an sich. Kann sich Rouhani im Iran halten, wenn er nicht "liefern" kann? Er kann nicht liefern, wenn die USA nicht "liefern". Das röhren der Raketentriebwerke sollte darauf hinweisen.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Neocon » Fr 8. Apr 2016, 11:44

Mit der annäherung an den Iran hat man auf jeden Fall die Saudis verprellt und es ist auch nicht zu übersehen, dass man auch in Syrien an verschiedenen Enden zieht, da die Iraner auch weiterhin an Assad festhalten. Auch die in Irak und Syrien aktiven Schiiten sind ein massives Problem für den Frieden in dieser Region und auch mit ein Grund warum der IS sich so lange halten konnte. Für die sunnitische Welt ist der Deal mit dem Iran jedenfalls ein Provokation.

Von daher sehe ich die Annäherung an den Iran äußerst kritisch und sehe da sehr viel Wunschdenken in der Obamaadministration.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 9. Apr 2016, 08:35

"Die sunnitische Welt" ist so eine Sache. Im Kontext des Verhältnisses der USA zum Iran.

Die sunnitische Welt hat damit kein Problem. Mit der Beziehung der Staaten USA und Iran zueinander. Weder Kasachstan, Indonesien, Malaysia, Bosnien, Usbekistan, Bangladesh, Turkmenistan, Pakistan, Türkei uvm. sehen eine weniger belastete Beziehung zwischen den USA und dem Iran als "Provokation" an. Für sie ist es endlich soweit. Weil auch sie davon profitieren.

Wenn wir uns das genauer besehen, sind es die arabischen Königshäuser am Persischen Golf. Die sogenannten Golfaraber, selbst da bestätigen Ausnahmen die Regel. Wenn wir von dem großen "die sunnitische Welt" die regionale Küche näher betrachten, dann fallen selbst arabische Staaten wie Ägypten da raus. Auch Kairo hat mit der Beziehung der Staaten USA und Iran kein sunnitisches Problem. Oder Libyen, oder Algerien. Es sind die Königshäuser direkt neben dem Iran am Persischen Golf. Warum? Es geht um Macht. Sicherheitspolitisch und vor allen Dingen wirtschaftlich. Deshalb freut sich "die sunnitische Welt" über die Aufhebung der Sanktionen. Malaysia, Turkmenistan uvm. können jetzt befreiter wirtschaften. Nicht unbedingt die Königshäuser am Persischen Golf. Der Iran kann Konkurrenzhäfen, Luftflotten, Infrastruktur in die Waagschale werfen, in der OPEC anders auftreten, was den Ölpreis senkt. Alles nicht mit Begeisterung der arabischen Königshäuser am Persischen Golf aufgenommen. Aber auch da gibt es Ausnahmen wie den Oman. Sie haben gute Beziehungen zum Iran. Bis hin zu gemeinsamen Militärübungen und sicherheitstechnischen Austausch.

Oman and Iran share close diplomatic, economic, and military ties.
https://en.wikipedia.org/wiki/Iran–Oman_relations


Vielleicht ist es kein Zufall, daß gerade Oman als das fortschrittlichste Königshaus auf der Halbinsel am Persischen Golf gilt. ;)

Natürlich geht es nicht nur um die demokratischen Königshäuser und die tausenden Prinzen und Könige. Auch "kleine Sunniten" haben mit dem Iran ein Problem. Wenn man einen IS-Kämpfer oder jemanden von Al-Qaida fragt, dann werden die nichts positives zu berichten haben. Versteht sich. Aber auch hier müssen wir genauer schauen. Worüber? Über den Iran? Oder über die Beziehungen des Staates Iran und der USA? Im letzteren Falle werden diese Leute nichts negatives zu berichten haben. Warum? Weil eine Entspannung zwischen den USA und dem Iran den arabischen Königshäusern am Persischen Golf (Ausnahme Oman) tierisch auf die Nerven geht. Man fühlt sich zurückgesetzt und wirtschaftlich in Frage gestellt und ist deshalb verdrossen. Und das ist gut so aus Sicht "der Sunniten". Denn der IS und die Al-Qaida (alles Sunniten) sehen in den dekadenten arabischen Königshäusern ihr main target.

Riad, Doha, Manama, Dubai, die Prinzen dort am Persischen Golf und deren Wirtschaft dort. Die regen sich auf. Ob das "die sunnitische Welt" ist? Die die Beziehungen der USA und Iran möglichst belastet sehen wollen? Der "Rest" der sunnitischen Staaten sieht das diametral anders. Auch wirtschaftlich.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 12. Apr 2016, 14:51

Ist das US-Flaggschiff im Iran gelandet?

Boeing Meets With Iranian Airlines to Discuss Jets, Aircraft Services

Boeing that is a flagship of U.S. technology and manufacturing around the globe.

http://www.wsj.com/articles/boeing-meet ... 1460406482
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 23. Apr 2016, 12:23

Die USA kaufen Schweres Wasser im Iran.

U.S. to buy heavy water from Iran's nuclear program

The U.S. Department of Energy, or DOE, will buy 32 metric tonnes of heavy water from Iran worth $8.6 million, a department spokeswoman said.

http://www.reuters.com/article/us-iran- ... SKCN0XJ25G


Interessanter Kunde. ;)

Hoffentlich wird es in der USA nicht zum Bau von Atomwaffen genutzt! Sonst könnte man den Iran wegen Proliferation drankriegen.

Iran

Seit 1996 war eine Anlage zur Gewinnung von schwerem Wasser in Khonbad nahe Arak im Bau. Die Kapazität war auf 8 Tonnen pro Jahr ausgelegt. 2003 wurde die Produktionsanlage fertiggestellt, zugleich wurde eine zweite Ausbaustufe angekündigt, so dass sich die Produktion auf 16 Tonnen jährlich verdoppeln würde. Das schwere Wasser wird für den Betrieb des 40-MW-Natururan-Reaktors IR-40 benötigt.[7]

https://de.wikipedia.org/wiki/Schweres_Wasser
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Mai 2016, 09:38

Eine Atomindustrie und die nukleare Technologie dient bekanntermaßen nicht nur dem Zwecke Atombomben herzustellen. Energie, Industrie, Agrarwirtschaft, Wissenschaft und Medizin sind darin enthalten. Kann Teheran nach dem Ende der Sanktionen auch damit "befreiter" wirtschaften? Kanada hat ähnliche Elemente in seiner Atomindustrie, wie der Iran. Der Konkurrent Iran wurde auch in der Nuklearwirtschaft gerne mit Sanktionen behindert. Primär um einen Atomweltkrieg zu verhindern. Versteht sich.

Iran replaces Canada in US heavy water market

Global heavy water market consists of the pharmaceutical research sector and heavy water power reactors, said Kamalvandi, adding that the quality of the heavy water used in the two sectors is different.

Iran plans to gain access to the markets that want high quality heavy water, added the spokesman.

Tehran also aims to become the biggest heavy water producer in the world, he said.

http://en.trend.az/iran/politics/2527318.html
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Vardarovic » So 1. Mai 2016, 09:41

Die neue "Freundschaft" wird so lange anhalten, bis die USA meinen, ihren neuerfundenen Feind (Russland) in die Knie gezwungen zu haben.

Die USA/NATO versprachen ja auch einst, auf dem ehemaligen Gebiet der Sowiet Union nicht zu expandieren.
Man sieht, auf die Versprechen der USA/NATO kann sich die Welt verlassen.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Vardarovic » So 1. Mai 2016, 09:52

Zu Deiner Signatur:
King Kong 2006 hat geschrieben:(01 May 2016, 10:38)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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"Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen."

Du brauchst hierfür keinen Frank Herbert bemühen.
Es gibt hierfür einen Fachbegriff, da den Griechen bereits vor Jahrtausenden bekannt: Akrasia.

Also: keinen Lorbeerkranz auf ein falsches Haupt.

Gruss.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Mai 2016, 10:10

Vardarovic hat geschrieben:(01 May 2016, 10:52)

Zu Deiner Signatur:

"Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen."

Du brauchst hierfür keinen Frank Herbert bemühen.
Es gibt hierfür einen Fachbegriff, da den Griechen bereits vor Jahrtausenden bekannt: Akrasia.

Also: keinen Lorbeerkranz auf ein falsches Haupt.

Gruss.


Ich hatte meine Signatur gar nicht mehr auf den Schirm. Letztendlich wird das Rad ja nie neu erfunden. Akrasia umschreibt letztendlich auch nur etwas, was vor dieser Bedeutung auch schon gehandhabt und benutzt wurde. Allerdings erscheinen mir diese Sätze schmissiger als die Bedeutungserklärung von Akrasia.

Beim Thema USA/Iran gilt auch hier, daß nie etwas von Dauer ist und jeder natürlich auch auf seinen Vorteil bedacht ist. Das die USA aber Schweres Wasser aus der iranischen Atomindustrie kaufen, nach all dem "Geschreie" zwischen Bush und Ahmadinejad und dem Hype um einen Atomkrieg, ist immerhin eine Notiz wert.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Vardarovic » So 1. Mai 2016, 10:19

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 May 2016, 11:10)
Ich hatte meine Signatur gar nicht mehr auf den Schirm

Deine Signatur ist jedem ersichtlich.

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 May 2016, 11:10)Letztendlich wird das Rad ja nie neu erfunden. Akrasia umschreibt letztendlich auch nur etwas, was vor dieser Bedeutung auch schon gehandhabt und benutzt wurde. Allerdings erscheinen mir diese Sätze schmissiger als die Bedeutungserklärung von Akrasia.

Ja, schmissiger, dahingeworfen.

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 May 2016, 11:10)Beim Thema USA/Iran gilt auch hier, daß nie etwas von Dauer ist und jeder natürlich auch auf seinen Vorteil bedacht ist. Das die USA aber Schweres Wasser aus der iranischen Atomindustrie kaufen, nach all dem "Geschreie" zwischen Bush und Ahmadinejad und dem Hype um einen Atomkrieg, ist immerhin eine Notiz wert.

Warum sollte der Iran keine eigene Atomindustrie aufbauen, wo doch ein anderer Staat des Nahen Ostens mit einer einst von Deutschland zerschundenen Bevölkerung mit Hilfe der USA sehr wohl eine eigene Atomindustrie aufgebaut hat, und damit die gesamte Region bedroht, bedrohen kann, und dieses vor Dekaden?

Hoffentlich betreibst Du nun keinen Lobyismus.

-
Die Zitiertechnik ist ...
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Mai 2016, 10:31

Vardarovic hat geschrieben:(01 May 2016, 11:19)

Deine Signatur ist jedem ersichtlich.


Ja, schmissiger, dahingeworfen.


Warum sollte der Iran keine eigene Atomindustrie aufbauen, wo doch ein anderer Staat des Nahen Ostens mit einer einst von Deutschland zerschundenen Bevölkerung mit Hilfe der USA sehr wohl eine eigene Atomindustrie aufgebaut hat, und damit die gesamte Region bedroht, bedrohen kann, und dieses vor Dekaden?

Hoffentlich betreibst Du nun keinen Lobyismus.

-
Die Zitiertechnik ist ...


Anhand deiner Signatur erkenne ich eine gewisse Befindlichkeit bei diesem Thema?

Was für eine Lobbyarbeit?
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Vardarovic » So 1. Mai 2016, 10:36

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 May 2016, 11:31)

Anhand deiner Signatur erkenne ich eine gewisse Befindlichkeit bei diesem Thema?

Dann benenne diese "Befindlichkeit"

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