Neues aus der Parallelgesellschaft

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Dr. Nötigenfalls
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » So 8. Mär 2015, 12:24

SIRENE » So 8. Mär 2015, 12:03 hat geschrieben:Danke vorab auch an Dr. Nötigenfalls!

Die meisten Problemanalysen verhedderten sich bisher in dem Schwierigkeitensalat, den wir anrichten, weil das "Tandemkonzept", das ich gerne "DAS GROSSE KLEINMALZWEI" nenne (weil das Grundlagenwissen dazu von essentieller Bedeutung ist), kaum jemandem bewusst ist. Denn meist geht es darum, Zutaten zu organisieren, sie mühevoll in den Kuchen zu rühren, und den Kuchen nach dem Backen zu schneiden und "gerecht" zu verteilen. Insofern kann eine treffende Problemanalyse nur mehr nutzen als solche, die nicht getroffen haben.

Mein Vorschlag ist simple und orientiert sich an dem "menschlichen Konzept", das auch all dem zugrunde liegt, das uns umgibt und unsere Existenz ermöglicht: Dem großen Kleinmalzwei. Das ist letztlich überall aktiv und beherrscht jede wahrnehmbare Aktivität. Sehr wahrscheinlich auch die, die sich noch unentdeckt in der "dunklem Materie" verstecken. Das Prinzip dahinter ist genial einfach: Der eine gibt Energie ab, der andere nimmt sie auf, behält das, was er zum Existieren braucht, und gibt den Rest wieder frei. (Wer dieses fundamentale Prinzip mal konsequent weiterdenkt und aus seiner Abstraktion ins Konkrete umsetzt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.)

Unser menschliches Problem dabei ist, dass uns das, was wir von anderen erwarten, unrealistisch sein kann. Und was wir erwarten, stützt sich auf Wahrnehmungen, Wertungen und Erinnerungen, die aufgrund unserer oft zu egoistischen Einbildungen mehr unserer Wirklichkeit entsprechen, als dem, was auf uns wirkte - also dem, was sich tatsächlich ereignet hat: Wahrheit.

Praktisch umsetzen lässt sich das, wenn man weiß, worum es letztlich geht, und wenn man ggf. stärkere Partner zuhilfe nehmen kann, die allfällige Balancestörungen in Ordnung bringen. Bei uns heißen diese Leute Juristen. Erst wenn die versagen, müssen Ärzte, Psychologen, Konfliktmanager und Politiker ran. Große Frage: Worum geht es letztlich allen? Um Wahrnehmung von Energie! Komplexe Systeme wie Pflanzen, Tiere, Menschen haben die an Wahrnehmung, Wertung und Erinnerung von Gefühlen gekoppelt. Das entwickelte sich genauso wie alles andere. Letztlich geht es nur um Wohlgefühle im weitesten Sinne. Und die können nur über Unwohlgefühle i. w. S. wahrgenommen werden, weil nur Unterschiede Wahrnehmungen erlauben ... (Selbst die Vorstellung von was Höherem hinter allem produziert nur Impulse in unserem Belohnungszentrum im Hirn und gar keine im Angst- und Panikzentrum ...)


Es geht ja wohl darum das die "Energie" durch starke Partner in der Politik und bei den Unternehmen,zunehmend zu diesen Akteuren selbst zurückgeleitet wird.
DAS ist das Problem.
Der Name "Freihandelsabkommen" im Zusammenhang mit TTip ist irreführend !
Es geht um die Macht,Standards und Regularien den Staaten aus den Händen zu nehmen,und dem Markt zu überlassen.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Córdoba » So 8. Mär 2015, 15:21

SIRENE » So 8. Mär 2015, 12:03 hat geschrieben:

Die meisten Problemanalysen verhedderten sich bisher in dem Schwierigkeitensalat, den wir anrichten, weil das "Tandemkonzept", das ich gerne "DAS GROSSE KLEINMALZWEI" nenne (weil das Grundlagenwissen dazu von essentieller Bedeutung ist), kaum jemandem bewusst ist. Denn meist geht es darum, Zutaten zu organisieren, sie mühevoll in den Kuchen zu rühren, und den Kuchen nach dem Backen zu schneiden und "gerecht" zu verteilen. Insofern kann eine treffende Problemanalyse nur mehr nutzen als solche, die nicht getroffen haben.

Mein Vorschlag ist simple und orientiert sich an dem "menschlichen Konzept", das auch all dem zugrunde liegt, das uns umgibt und unsere Existenz ermöglicht: Dem großen Kleinmalzwei. Das ist letztlich überall aktiv und beherrscht jede wahrnehmbare Aktivität. Sehr wahrscheinlich auch die, die sich noch unentdeckt in der "dunklem Materie" verstecken. Das Prinzip dahinter ist genial einfach: Der eine gibt Energie ab, der andere nimmt sie auf, behält das, was er zum Existieren braucht, und gibt den Rest wieder frei. (Wer dieses fundamentale Prinzip mal konsequent weiterdenkt und aus seiner Abstraktion ins Konkrete umsetzt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.)

Unser menschliches Problem dabei ist, dass uns das, was wir von anderen erwarten, unrealistisch sein kann. Und was wir erwarten, stützt sich auf Wahrnehmungen, Wertungen und Erinnerungen, die aufgrund unserer oft zu egoistischen Einbildungen mehr unserer Wirklichkeit entsprechen, als dem, was auf uns wirkte - also dem, was sich tatsächlich ereignet hat: Wahrheit.

Praktisch umsetzen lässt sich das, wenn man weiß, worum es letztlich geht, und wenn man ggf. stärkere Partner zuhilfe nehmen kann, die allfällige Balancestörungen in Ordnung bringen. Bei uns heißen diese Leute Juristen. Erst wenn die versagen, müssen Ärzte, Psychologen, Konfliktmanager und Politiker ran. Große Frage: Worum geht es letztlich allen? Um Wahrnehmung von Energie! Komplexe Systeme wie Pflanzen, Tiere, Menschen haben die an Wahrnehmung, Wertung und Erinnerung von Gefühlen gekoppelt. Das entwickelte sich genauso wie alles andere. Letztlich geht es nur um Wohlgefühle im weitesten Sinne. Und die können nur über Unwohlgefühle i. w. S. wahrgenommen werden, weil nur Unterschiede Wahrnehmungen erlauben ... (Selbst die Vorstellung von was Höherem hinter allem produziert nur Impulse in unserem Belohnungszentrum im Hirn und gar keine im Angst- und Panikzentrum ...)


Gesellschaftliche Alternativen müssen im Ergebnis immer in das Korsett von Gesetzestexten gefaßt werden.
Also klare Regeln, klare Handlungsanweisungen, nach denen Behörden, Justiz, Ökonomie, bzw der Apparat im Allgemeinen funktionieren soll.
So eine Art Butter bei den Fischen.

Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie deine Ideen in Gesetze gefaßt werden sollen?
Zuletzt geändert von Córdoba am So 8. Mär 2015, 15:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon SIRENE » Mo 9. Mär 2015, 11:38

Dr. Nötigenfalls » So 8. Mär 2015, 13:24 hat geschrieben:
Es geht ja wohl darum das die "Energie" durch starke Partner in der Politik und bei den Unternehmen,zunehmend zu diesen Akteuren selbst zurückgeleitet wird.
DAS ist das Problem.

Besser wäre aber allemal, wir würden rechtzeitig verhindern, dass irgendwo zu viel Energie zusammen kommt. Die Natur ist mit einem sehr rationellen Energiemanagement faszinierend erfolgreich, und das schon recht lange ...
Das Bisschen, auf das viele nicht verzichten und sich damit rechtschaffene Wampen anfressen,
gönnen sie auch Mächtigeren. Und das türmt sich dann zu dem auf, was weder Juristen noch Politiker beherrschen ...
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon SIRENE » Mo 9. Mär 2015, 11:51

Córdoba » So 8. Mär 2015, 16:21 hat geschrieben:
Gesellschaftliche Alternativen müssen im Ergebnis immer in das Korsett von Gesetzestexten gefaßt werden.
Also klare Regeln, klare Handlungsanweisungen, nach denen Behörden, Justiz, Ökonomie, bzw der Apparat im Allgemeinen funktionieren soll.
So eine Art Butter bei den Fischen.

Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie deine Ideen in Gesetze gefaßt werden sollen?

Das müssen sie überhaupt nicht, weil meine Ideen auf Grundlage einer der besten Rechtsordnungen der Welt legitim sind und schon oft genug sich verwirklichen konnten.

Regelwerke, die sich gegen das stellen, was ich will, scheitern auch regelmäßig früher oder später. Es kommt ja auch gar nicht so sehr auf eine superkorrekte Ausgestaltung der Regeln an. Das Ziel hinter allen Gesetzen, Rechtsnormen, Verordnungen usw. zu kennen, wäre viel wichtiger, weil dann auch bei allfälligen Regellücken zweckdienlich gehandelt werden kann!

    Unsere recht gut funktionierende Fortbewegung auf zwei Beinen ließe sich auch so kompliziert durch Anweisungen regeln, daß das automatisch korrekte Zusammenspiel unserer Nerven, Muskeln, Sehnen und Knochen theoretisch klappt. Doch dann würden Versuche, nur ein paar Schritte "nach Vorschrift" zu laufen, schnell auf der Nase enden.

    So etwa kann man sich juristisches Bemühen vorstellen, menschliches Verhalten einem Regelwerk zu unterwerfen. Dieser Versuch kann nur Lust am Leben nehmen, zumal sich die meisten auch ohne §§ recht verhalten und von der Justiz erwarten, dass sie Rechtsverletzer bestraft! Nur das verhindert neue Rechtsverletzungen.

Würden Supermärkte monopolisiert und würde den Verkäufern gestattet, Waren willkürlich zu benennen, ihnen beliebige Leistungsmerkmale anzudichten, könnte man Verbrauchern Billigsocken statt Stiefel andrehen. Dürften Supermärkte obendrein Eintritt kassieren, unreklamierbare Pfuschware verkaufen, herrschten dort schnell "juristisch legitimierte, demokratische Zustände". Irgendwann würden Käufer wegbleiben. Steuerzahler müssten Konjunktureinbrüche kompensieren, und schließlich bräche alles zusammen, auch Versorgungssysteme. Die "Rechtswirtschaft" unterstützt genau so etwas seit langem, weil nur wenige Bürger Juristen tatsächlich das abverlangen, was in den Gesetzbüchern steht. Das ist bedauerlich und sorgt dafür, dass viele Menschen Juristen als Macht des Unrechts verachten. Würden sie als Macht des Rechts geachtet werden, wäre das für alle besser.
Das Bisschen, auf das viele nicht verzichten und sich damit rechtschaffene Wampen anfressen,
gönnen sie auch Mächtigeren. Und das türmt sich dann zu dem auf, was weder Juristen noch Politiker beherrschen ...
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Córdoba » Mo 9. Mär 2015, 13:18

SIRENE » Mo 9. Mär 2015, 11:51 hat geschrieben: Die "Rechtswirtschaft" unterstützt genau so etwas seit langem, weil nur wenige Bürger Juristen tatsächlich das abverlangen, was in den Gesetzbüchern steht. Das ist bedauerlich und sorgt dafür, dass viele Menschen Juristen als Macht des Unrechts verachten. Würden sie als Macht des Rechts geachtet werden, wäre das für alle besser.


Mir ist im Grunde nicht klar was du willst.
Es gibt Leute, die sind für Atomkraft, andere dagegen.
Es gibt Leute,die sind für Frauenquoten, andere dagegen.
Es gibt Leute, die sind vegan, andere trinken noch Milch, wieder andere essen die Kühe auch noch.
Andere essen Schweine, das finden andere wiederum ekelhaft, auch aus religiösen Gründen.
Bei dir ist nicht klar, was du überhaupt willst.

Du willst also, daß Menschen ihr juristisches Recht stärker wahrnehmen, ist es das?
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Córdoba » Mo 9. Mär 2015, 13:30

Córdoba » Mo 9. Mär 2015, 13:18 hat geschrieben: Du willst also, daß Menschen ihr juristisches Recht stärker wahrnehmen, ist es das?


Ein Ansatz dazu wäre es, für jedermann einen kostenlosen Rechtsbeistand in jedem beliebigen Verfahren zu forden?
Auch dann, wenn es aussichtslos erscheint.

Könnte aber sein, daß das dazu führen würde, daß die Anzahl der Verfahren in die Höhe schnellen würde, die Kosten für den Staat ins unermessliche Steigen...................

Vielleicht so eine Art eine gesetzliche Krankenkasse für Jedermann, für Rechtsfälle?

Dann müßte man allerdings die Vergütungsordnung für Juristen neu regeln, sonst wäre es schlicht und einfach nicht bezahlbar.
Volkswirtschaftlich gesehen................
Zuletzt geändert von Córdoba am Mo 9. Mär 2015, 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon SIRENE » Mo 9. Mär 2015, 18:07

Córdoba » Mo 9. Mär 2015, 14:18 hat geschrieben:
Mir ist im Grunde nicht klar was du willst.
Es gibt Leute, die sind für Atomkraft, andere dagegen.
Es gibt Leute,die sind für Frauenquoten, andere dagegen.
Es gibt Leute, die sind vegan, andere trinken noch Milch, wieder andere essen die Kühe auch noch.
Andere essen Schweine, das finden andere wiederum ekelhaft, auch aus religiösen Gründen.
Bei dir ist nicht klar, was du überhaupt willst.

Du willst also, daß Menschen ihr juristisches Recht stärker wahrnehmen, ist es das?

Ich erwarte nur von Leute etwas Bestimmtes, die mit mir ein partnerschaftliches Verhältnis haben.

Z. B. erwarte ich von Foristen hier, dass sie sich so verhalten, wie das die Netiquette vorgibt, damit möglichst viele ihre Meinungen mit anderen austauschen können.

Von Politikern würde ich erwarten, dass sie sicherstellen, dass Juristen das tun, was eine der besten Rechtsordnungen garantiert.

Um Leute, die Schweine essen, auf gar keinen Fall Kühe, die Frauen verbrennen, wenn sie genug von ihnen haben, oder die sonst was tun, müssen sich die kümmern, die mit denen Partnerschaften unterhalten.

Auch Frauenquoten würde ich nicht vorschreiben wollen. Die ergeben sich, wenn alle partnerschaftlicher miteinander umgehen, weil sie wissen, was gerecht ist, und weil sie mit Juristen so umgehen können, dass die allfällige Ungerechtigkeiten justieren und nicht auf die lange Bank schieben oder über Deals und Vergleiche die Rechtsverletzer ermuntern, so weiter zu machen wie bisher.

Solange durch ein zielorientiertes Geben und Nehmen die Richtung stimmt, ist vieles möglich beim Miteinander und Nebeneinander. Erst wenn durch zu viel Ma§losigkeiten zu viele Ungerechtigkeiten entstehen mit immer mehr Unrecht, wird ein Aneinandervorbei und Gegeneinander daraus, das menschlichen Gesellschaften so viele Schwierigkeiten macht.

Gegen mehr gemeinsame Zufriedenheit, die erreicht werden kann, wenn viele mehr auf das achten, was dafür ma§geblich und entscheidend ist, sollte eigentlich niemand etwas haben, oder? Das könnten viele realisieren, ohne Kompetenz einzubüßen oder auf Verantwortung und Erfolge zu verzichten. Das Einzige, was sich ändern würde, wäre ja, dass mehr Leistung entsteht durch Wegfall sehr vieler unerfüllbarer Hoffnungen,
dummer Missverständnisse,
lästiger Reibungsverluste,
ärgerlicher Misserfolge,
belastender Frustrationen
und Korrekturbemühungen,
schwer zu beherrschender Aggressionen
und Gewalteskalationen
mit im Grunde destruktiven Wohlgefühlüberschüssen aufkosten zu vieler Unwohlgefühle.

Rechte müssen ja nur dann juristisch umgesetzt werden, wenn Rechtsverletzungen entstanden sind. Leider ist damit bei uns vieles nicht so, wie das Volk das eigentlich erwarten kann und wohl auch erwartet.
Zuletzt geändert von SIRENE am Mo 9. Mär 2015, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Wasteland » Sa 3. Okt 2015, 15:14

Zwei Artikel die ich soeben beim googeln fand zum Thema der Ruhrpolen.

Die polnische Parallelgesellschaft
Hunderttausende Menschen aus Preußisch-Polen kamen nach 1871 ins Ruhrgebiet. Hier bewahrten sie ihre Sprache und Kultur, scharf beobachtet durch die Obrigkeit.

»Die Anhäufung großer Arbeitermassen slawischer Abkunft im rheinisch-westfälischen Industriegebiete«, stellte 1896 der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Heinrich Konradt von Studt, in einer Denkschrift fest, berge bedeutende Gefahren. Denn es handele sich um »Elemente, welche dem Deutschthume feindlich gegenüberstehen, sich auf einer niedrigen Stufe der Bildung und Gesittung befinden und zu Ausschreitungen geneigt sind«.
Und noch 1920 warnte die rheinisch-westfälische Landesgruppe der »Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier« davor, dass »Westfalen, dieses kerndeutsche Land, das stolz ist auf die Taten eines Arminius und Wittekind«, nicht zu einem gemischtsprachigen Gebiet werden dürfe. »Westfalen ist deutsch und soll es unverfälscht bleiben [...]. Polnische Schulen im Industriegebiet sind eine nationale Gefahr, wir werden sie mit deutscher Zähigkeit bekämpfen und ihre Einrichtung nicht dulden.«

http://www.zeit.de/2010/50/Polen-Ruhrgebiet

Zu verdeutscht
Die Mär von den integrierten Ruhr-Polen


http://www.zeit.de/2015/07/integration- ... ruhr-polen
Zuletzt geändert von Wasteland am Sa 3. Okt 2015, 15:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon HugoBettauer » Sa 3. Okt 2015, 15:16

Toller Fund. Drei Begriffe getauscht und es könnte um heute gehen.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Wasteland » Sa 3. Okt 2015, 15:26

HugoBettauer » Sa 3. Okt 2015, 16:16 hat geschrieben:Toller Fund. Drei Begriffe getauscht und es könnte um heute gehen.


In der Tat. Wem kommt das hier nicht bekannt vor?

Die Folgen dieser »Ghettoisierung« sorgten schon damals für eine heftige Debatte. Die liberale Frankfurter Zeitung, die generell mit der preußischen Polenpolitik streng ins Gericht ging, schrieb 1902: »Von den polnischen Einwanderern sind mindestens 60 Prozent in den Kolonien dem ständigen Verkehr mit den Eingesessenen entzogen. [...] Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder auf der Straße sprechen polnisch. Diese ausgedehnten Werkskolonien sind polnische Enklaven auf deutschem Boden.« Dabei wollte auch der Kommentator der Frankfurter kein Sprachenverbot aufstellen, wie es die Nationalisten für »Preußisch-Polen« forderten. »Jeder vernünftige Mensch wird den Polen den Gebrauch ihrer Nationalsprache unbeschränkt zuerkennen. Was ist denn dabei, wenn etliche Hunderttausende neben der offiziellen Landessprache noch ihre besondere Nationalsprache kultivieren? Daran geht niemand zu Grunde.«

Immerhin trug die hohe ethnische Konzentration in bestimmten Vierteln oder Siedlungen dazu bei, dass sich die Menschen, die ja größtenteils vom Land kamen, schneller zurechtfanden und in die neue Umgebung einfügten, trotz oder wegen der Beibehaltung ihrer Sprache und anderer Lebensgewohnheiten. So besteht in »Ausländervierteln« zwar immer die Gefahr, dass sie zur Parallelwelt werden – bezeichnend, dass die Zahl der deutsch-polnischen Mischehen noch 1910 extrem gering war. Andererseits aber bieten sie auch die Chance, im Lande heimisch zu werden.

Zähen Streit gab es um die religiöse Betreuung der Migranten. Die nationalistischen Auseinandersetzungen machten auch vor der Polenseelsorge nicht halt, und eine Sonntagsmesse in polnischer Sprache wurde zum Politikum. Allerdings verlangten die Polen nicht nur Polnisch sprechende Seelsorger, sondern auch polnische Priester.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Wasteland » Mi 23. Dez 2015, 12:25

Aus gegebenem Anlass...

Es heisst ja oft das Asiaten sich vorbildlich integrieren.

43% der Einwohner Vancouvers sind asiatiascher Herkunft, zumeist chinesisch. Mehr als 30% von ihnen sprechen kein Englisch und haben keinerlei verwertbare Fertigkeiten für den Arbeitsmarkt.
Das Stadtbild Vancouvers ist teilweise stark asiatisch geprägt und ethnische Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen nehmen zu. Viele holen über den Familiennachzug Angehörige ins Land, die auf Kosten der Steuerzahler in Kanada leben, zum Teil handelt es sich dabei auch um ältere Verwandte, die direkt in kanadischen Altenheimen landen.
Auch das organisierte chinesische Verbrechen ist aktiv in Vancouver. Sie kontrollieren unter anderem 90% des Heroin-Handels in Vancouver. Vancouver ist aufgrund seiner Lage ein wichtiger Umschlagplatz für Drogen aus Asien, die nach Nordamerika exportiert werden.

Vancouver is the most ‘Asian’ city outside Asia. What are the ramifications?

Iranian-born Rohani, a successful importer-exporter specializing in Asian goods, worries members of some large Asian ethnic groups isolate themselves by forming cultural, language and moral silos, which work against the principles of liberal democracy.


Saying tensions among new Asian ethnic groups are to be expected, Hui said: “In a way, new immigrants bring their rivalries with them: Chinese versus Korean; Chinese versus Japanese; Chinese-plus-Korean versus Japanese; Hong Kong versus Filipino; Chinese versus Vietnamese, and so on.

“The most fascinating tension, for me anyway, is the one between mainland Chinese and Hong Kong Chinese. These divisions exist everywhere: from within the Christian church to ping-pong tournaments in community centres in Vancouver.”


More than 30 per cent of immigrants to B.C. do not speak English, says Rheault. And many come without recognized skills. In 2012, B.C. had the largest proportion of permanent residents admitted solely through family reunification (33 per cent to 25 per cent for Canada as a whole).


http://blogs.vancouversun.com/2014/03/2 ... fications/

Chinese becomes No.3 language in Canada
http://en.people.cn/200403/01/eng20040301_136199.shtml

Asian gang networks in Canada revealed at immigration hearing
http://blogs.vancouversun.com/tag/asian ... zed-crime/

Canada's gang hotspots — are you in one?
http://www.cbc.ca/news/canada/canada-s- ... -1.2912442



Warum integrieren die sich nicht und bilden Parallelgesellschaften, sprechen ihre eigene Sprache, fallen dem Steuerzahler zur Last und bringen sogar noch organisierte Clans mit die kriminell tätig sind? Kommt jemandem das bekannt vor?
Zuletzt geändert von Wasteland am Mi 23. Dez 2015, 12:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Joker » Mi 23. Dez 2015, 13:15

Wasteland » Mi 23. Dez 2015, 13:25 hat geschrieben:

Warum integrieren die sich nicht und bilden Parallelgesellschaften, sprechen ihre eigene Sprache, fallen dem Steuerzahler zur Last und bringen sogar noch organisierte Clans mit die kriminell tätig sind? Kommt jemandem das bekannt vor?

Ja ,haben wir mit den sogenannten Libanesenclans.

Ähnlich die Lage in Kanada: Zu den knapp 1,3 Millionen chinesisch-stämmigen Kanadiern stießen allein im letzten Jahr 250.000 neue Migranten. Von ihnen zählen die meisten zur chinesischen Wirtschafts- oder Bildungselite.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-07/china-migration-usa-kanada
Kanada zählt aber weiter auf Einwanderer aus China.

Im fall der Flüchtlinge die uns derzeit beschäftigen sieht es in Kanada so aus.

Kanada will erst einmal nur Familien, Kinder und Frauen aus Syrien aufnehmen - und keine alleinreisenden Männer.
Das Land plant, 25 000 Flüchtlinge aufzunehmen, allerdings nicht schon bis zum Jahresende, wie zunächst vorgesehen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-kanada-will-vorerst-nur-kinder-frauen-und-familien-aus-syrien-aufnehmen-1.2753441
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Wasteland » Mi 23. Dez 2015, 13:26

Joker » Mi 23. Dez 2015, 14:15 hat geschrieben:Ja ,haben wir mit den sogenannten Libanesenclans.


Genau. Wir sehen also, Chinesen wandern nach demselben Muster ein wie Araber. Und verhalten sich auch genau so. Sie bilden Parallelgesellschaften, bleiben ihrer Kultur und Sprache treu und manch einer schleppt noch die Organisierte Kriminalität mit ein.

Joker » Mi 23. Dez 2015, 14:15 hat geschrieben:Kanada zählt aber weiter auf Einwanderer aus China.


Die wiederrum über den Familiennachzug zahlreiche Sozialfälle mitbringen die von Steuergeldern finanziert werden und Parallelgesellschaften bilden.

Die Parallelen stechen ins Auge. Einwanderung, egal welcher Gruppe, verläuft weltweit immer nach demselben Muster.

Don't bring parents here for welfare, Kenney says
http://www.cbc.ca/news/politics/don-t-b ... -1.1351002

Vancouver Is Astir Over Chinese Abuse of Immigration Law
http://www.nytimes.com/1999/08/29/world ... n-law.html
Zuletzt geändert von Wasteland am Mi 23. Dez 2015, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Wasteland » Mi 5. Okt 2016, 23:41

Fox News schickt einen Reporter nach Chinatown in New York, um die Menschen über die Wahlen und ihre politischen Ansichten zu befragen.

Das Ergebnis ist wie erwartet: Einige wissen nicht wie die Kandidaten heißen, andere sprechen kein Englisch wieder andere sind gut informiert, vor allem die Jüngeren.

Typisch?

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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon HugoBettauer » Mi 5. Okt 2016, 23:46

In Deutschland weiß doch auch ein guter Teil nicht, wie die anderen Politiker außer Merkel und Seehofer heißen.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Do 6. Okt 2016, 08:25

Wasteland hat geschrieben:(06 Oct 2016, 00:41)

Typisch?

Schön mit allen Klischees und Stereotypen gespielt. Was soll das Video "beweisen"? Parallelgesellschaften sind gar nicht so schlimm? Chin. Triaden sind böser als Libanesenclans? Und warum hängt in dem Karateladen eine Flagge von Südkorea und Hong Kong neben der amerikanischen?
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon schokoschendrezki » Do 6. Okt 2016, 08:42

Es ist übrigens die Stadtverwaltung von Vancouver selbst, die für chinesisch-sprachige Straßenschilder sorgt und Latenen in den chinesischen Nationalfarben anstreichen lässt. Die Chinatown ist mindestens ebenso Touristenattraktion und befördertes Markenzeichen wie soziales Problem.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Do 6. Okt 2016, 08:48

Was die Einwohner von Vancouver von der Masseneinwanderung von Indern und Chinesen unter Umgehung der Einwanderungsgesetze halten, musst du dir mal vor Ort anhören. Die sind davon alles andere als begeistert.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Wasteland » Do 6. Okt 2016, 13:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Oct 2016, 09:25)

Schön mit allen Klischees und Stereotypen gespielt. Was soll das Video "beweisen"? Parallelgesellschaften sind gar nicht so schlimm? Chin. Triaden sind böser als Libanesenclans? Und warum hängt in dem Karateladen eine Flagge von Südkorea und Hong Kong neben der amerikanischen?


Z.B. Das es recht irrelevant ist woher die Einwanderer kommen, die Probleme sind recht ähnlich.

Ich musste auch ein wenig an Broder denken, der immer von den Chinatowns fabuliert, wo es all diese Probleme gar nicht gäbe.
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Re: Neues aus der Parallelgesellschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Do 6. Okt 2016, 17:38

Welche ähnlichen Probleme entstehen denn in Chinatowns? Werden da Selbstmordattentäter wie in Molenbeek rangezogen?
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