Schärfere Abschiebegesetze...

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Radiergummi
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Re: Schärfere Abschiebegesetze...

Beitragvon Radiergummi » Di 24. Jun 2008, 08:30

adal hat geschrieben:Wieso nicht?

Das steht in dem Teil des Satzes, den du nicht zitiert hast.
Kopernikus hat geschrieben:
Ok, wir sollten uns in Zukunft immer daran orientieren, dass es irgendwo ja noch viel schechter geht. Da ergben sich ganz neue Möglichkeiten. Wenn irgendwo Menschen einfach ermordet werden, weil sie einer Diktatur nicht in den Kram passen, dann ist es doch purer Luxus, wenn wir "nur" foltern. Zumal angesichts des Arguments der "Kostenersparnis" so ziemlich jedes Menschenrecht ehrfürchtig kapituliert.
Keine Ahnung, was für ein Geist hinter solch einer Einstellung stecken muss, ich würde ihn mindestens 300 Jahre in der Vergangenheit ansiedeln.

Jaja, und trotzdem liegt es einzig und allein in unserem Ermessensspielraum, wieviel "Luxus" wir in Haft befindlichen Menschen angedeihen lassen wollen, solange wir internationale Mindeststandards einhalten bzw. ausreizen. Ob es euch nun gefällt oder nicht, es existiert keine zwingende moralische Verpflichtung oder eine rationale Grundlage, die gegen Haft für die Dauer des illegalen Aufenthalts unter dem absoluten Mindeststandard an Zuwendungen sprechen.

Fluchtgefahr und Kostenersparnis sind dagegen zwei rationale Gründe, die dafür sprechen. Hinzu kommt meiner Meinung nach noch, dass es ethisch kaum zu vertreten ist, seine Mitbürger aus persönlichen Gründen vollkommen unnötig finanziell zu belasten und Gesetzesbrecher für ihren Gesetzesbruch auch noch zu belohnen.
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Es ist gefährlich, Moslems dieselben Bürgerrechte zuzugestehen wie anderen Menschen, da dies den Islam auf Kosten unserer Freiheit und unserer christlich-jüdisch geprägten Kultur stärkt. - Geert Wilders
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Radiergummi
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Re: Schärfere Abschiebegesetze...

Beitragvon Radiergummi » Di 24. Jun 2008, 08:47

Dampflok94 hat geschrieben:Wie soll ich denn Brot&Wasser-Haft ansonsten interpretieren?

Diese Frage beantwortest du dir doch selbst. Das ist keine Folter sondern der absolute Mindeststandard an Zuwendungen, der lediglich die Gesundheit der Inhaftierten sicherstellen soll. Weniger wäre rechtswidrig, mehr hat schon allein aufgrund der entstehenden Kosten mehr als gut begründet zu sein.

"Wir müssen, weil wir können" ist übrigens keine gute Begründung.
Dampflok94 hat geschrieben:Man kann ja darüber streiten, ob Haft das richtige ist. Sie wäre jedenfalls noch legitim. Aber besonders strenge Haftbedingungen? Jeder Schwerverbrecher hat Anrecht auf gewisse Mindeststandards. Und bei jemandem dessen einziges "Verbrechen" darin besteht in Deutschland bleiben zu wollen willst Du die aushebeln? Deine Maßstäbe scheinen doch völlig verschoben zu sein.

Ich betrachte meine eigenen Maßstäbe eher als rational, an den Bedürfnisses dieser Gesellschaft orientiert und linksideologisch unangetastet. Kurz: vernünftig.

Und nein, deren einziges Verbrechen besteht nicht darin nur hier bleiben zu wollen, sondern in der Verletzung unserer Hoheitsrechte, der finanzielle Schädigung dieser Gesellschaft und der bewussten Aushebelung unserer Rechtsnormen, um Immunität gegenüber der folgerichtigen Strafmaßnahme (Abschiebung) zu erlangen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
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Re: Schärfere Abschiebegesetze...

Beitragvon stilicho » Di 24. Jun 2008, 10:19

Dampflok94 hat geschrieben:Das Asylrecht ist schon so weit verwässert worden, daran braucht man gar nichts zu ändern. Illegale Einwanderung findet kaum noch über diesen Hebel statt. Wie man an der 90%igen Ablehnungsquote ja sieht.

Aha. Und nun? Wo ist die Dramatik? Wir werden gewisse Menschen nicht los. Das mag für dich ärgerlich sein. Ist aber ein Resultat der Beachtung von Menschenrechten. Und ich bin nicht bereit die zu opfern, nur weil einige sie ausnutzen, um daraus einen Vorteil zu erlangen.


Falls die zitierte Zahl stimmt (kann ja jemand mal eine andere suchen) dann wird nur jeder dritte der abgelehnten Asylwerber wirklich abgeschoben. Daher bleibt der überwiegende Teil der Migranten im Land, obwohl sie kein Recht dazu hätten.

Daher es findet erhebliche illegale Migration statt, diese führt unseren Rechtsstaat systematisch vor und wir sind nicht in der Lage diese zu kontrollieren.

Das Problem muß gelöst werden und die EU Präsidentschaft des Herrn Sarkozy wird hoffentlich ihren Teil dazu beitragen.

Man kann es übrigens auch von einem humanitären Standpunkt sehen. Solange das Asylsystem für 2/3 der Scheinflüchtlinge offen bleibt, solange hat jeder der den Mut (und das nötige Geld) hat, eine Perspektive nach Europa zu migrieren.

und genau solange werden wir Leichen aus dem Mittelmeer fischen.
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Re: Schärfere Abschiebegesetze...Gutmenschen ausser sich vor Wut

Beitragvon bakunicus » Do 26. Jun 2008, 21:08

HiOctane77 hat geschrieben:ach HIER seid ihr alle!

ich bin die letzten wochen mit ner flackernden kerze durch die riesigen, leeren hallen des alten pf´s gelaufen ("Haaaalloooo?!? ist hier jemaaaad?!??")

:clap:


herzlich willkommen;
hoffentlich schaffst du es hier mal mehr als nur eine zeile zu schreiben ... ;)

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Re: Schärfere Abschiebegesetze...

Beitragvon bakunicus » Do 26. Jun 2008, 21:15

Thomas I hat geschrieben:
Man hätte ja Kolonie bleiben können. Dann wäre ganz Afrika jetzt in der EU.... :giggle:



sehr witzig ....

die frage ist doch wohl eher, warum wirtschaftliche gründe nicht auch für ein asyl gelten.
natürlich können wir nicht das elend der ganzen welt auffangen, aber einen gewissen anteil schon.
immerhin ist auch deutschland kolonialmacht gewesen, und somit bis heute verantwortlich für die zustände der in der welt. mal abgesehen davon, dass es auch einen modernen imperialismus gibt.

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