Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

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Rainald de Gien
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Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Rainald de Gien » Do 23. Apr 2009, 06:22

Diese Frage stellt sich mir ganz akruell aus folgenem Grund.

Gestern fiehlen mir Militärmaschinen auf, die in ungewohnter Tiefe und Richtung offensichtlich den Flughafen Zweibrücken anflogen, also suchte ich im Internet und fand auch mehrere Artikel. Es war nach diesen das 42. Manöver "Colibri", im ersten Moment also nichts besonders, doch dann fand ich noch einen Artikel, der die Manöverzielbeschreibung enthielt:

http://www.gesichterparty.de/index.php?modul=magazin&action=show_article&magazin_article_id=2277

In einem grenznahen Gebiet "Provinz Lothringen des Landes Westfrankien“ sind Unruhen zwischen verschiedenen Ethnien zweier Länder entstanden. Darüber hinaus existiert ein soziales Ungleichgewicht und es gibt wertvolle Ressourcen (Uran) in dem Gebiet. All dies bringt Politik und militante Gruppierungen dazu, gegeneinander zu kämpfen. Bürgerkriegsähnliche Zustände führen schließlich zu einer UN-Resolution. Die radikal operierenden Rebellen geben jedoch nicht klein bei und planen die Entwicklung und den Einsatz einer "schmutzigen Bombe". Das muss zum Schutz der Bevölkerung und Stabilisierung der gesamten Grenzregion verhindert werden.

Zum Glück ist diese Ausgangslage ebenso wie das Land, nicht real und Inhalt der der diesjährigen Gefechtsübung "Colibri". "Die Lage könnte aber jederzeit Wirklichkeit werden", sagte Claus Peter Schulz, Presseoffizier der Luftlandebrigade 26. ...


Rechnet man also mit der zunehmenden Möglichkeit eines realen Bürgerkrieges in den europäischen Ländern ?
Zuletzt geändert von Rainald de Gien am Do 23. Apr 2009, 06:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 23. Apr 2009, 07:15

Liest sich für mich wie "Kongo".
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Rainald de Gien » Do 23. Apr 2009, 07:35

Tom Bombadil hat geschrieben:Liest sich für mich wie "Kongo".


Der Kongo hat etwas andere Infrastrukturen. Es wird besonders um die Stadt Saarlouis herum geübt, mit Stoßrichtung in die Stadt. (steht so nicht in dem Artikel, weiß ich aus dem Radio und von Leuten die da wohnen). Also ich glaube schon, dass hier ganz konkret auf einen Innereuropäischen Schauplatz hin geübt wird.

Das allerdings verrät mir, dass ein solches Szenario als ganz konkrete Möglichkeit in der nächsten Zeit für möglich gehalten wird. Wahrscheinlich unterstellt man solche Aufstände wie 2005 in Frankreich könnten auf Grund der Krise langanhaltender und vor allem nicht mehr anarchistisch sondern von einer eigenen inneren Struktur getragen werden und diese gelte es dann nieder zu ringen.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 23. Apr 2009, 08:21

Rainald de Gien hat geschrieben:Also ich glaube schon, dass hier ganz konkret auf einen Innereuropäischen Schauplatz hin geübt wird.

Möglich ist sicher alles, aber auch im Kongo gibt es größere Städte ;) Und vor Ort zu üben wäre nicht wirklich sinnvoll.

Das allerdings verrät mir, dass ein solches Szenario als ganz konkrete Möglichkeit in der nächsten Zeit für möglich gehalten wird.

Naja, ich weiß ja nicht, halte ich doch für sehr weit hergeholt. Zumindest in D darf die Bundeswehr ja nicht im Inneren eingesetzt werden, wie es in Frankreich aussieht, weiß ich nicht.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon K.-H. Hirmer » Do 23. Apr 2009, 08:28

Ich glaube, Du machst Dir unnötige Sorgen.

Solche Übungen waren in meiner Kindheit an der Tagesordnung. Jeden Herbst und jedes Frühjahr waren bei uns im Dorf (Münsterland, NRW) auf einer größeren Anhöhe "Feindkräfte" positioniert, die dann mit manchmal dutzenden Tiefflugangriffen attackiert wurden. An manchen Tagen haben wir Kinder zusätzlich mehr als 100 Panzer gezählt, die durch unser Dorf auf den "Feind vorrückten".

Wo sollen Militärs üben, wenn nicht bei uns?
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Keoma » Do 23. Apr 2009, 08:40

K.-H. Hirmer hat geschrieben:Ich glaube, Du machst Dir unnötige Sorgen.

Solche Übungen waren in meiner Kindheit an der Tagesordnung. Jeden Herbst und jedes Frühjahr waren bei uns im Dorf (Münsterland, NRW) auf einer größeren Anhöhe "Feindkräfte" positioniert, die dann mit manchmal dutzenden Tiefflugangriffen attackiert wurden. An manchen Tagen haben wir Kinder zusätzlich mehr als 100 Panzer gezählt, die durch unser Dorf auf den "Feind vorrückten".

Wo sollen Militärs üben, wenn nicht bei uns?


Nur kam der Fein damals immer aus dem Osten.
Ich kann mich noch gut an meine Waffenübungen an der Donau erinnern und an unser mittlerweile überflüssiges Bunkersystem.

Die im Eingangsbeitrag zitierte Übungsannahme ist doch anders.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon K.-H. Hirmer » Do 23. Apr 2009, 08:50

Keoma hat geschrieben:Nur kam der Fein damals immer aus dem Osten.
Ich kann mich noch gut an meine Waffenübungen an der Donau erinnern und an unser mittlerweile überflüssiges Bunkersystem.

Die im Eingangsbeitrag zitierte Übungsannahme ist doch anders.

Das ist richtig.

Allerdings müssen auch Auslandseinsätze größeren Stils der Bundeswehr/NATO irgendwo geübt werden. Vielleicht haben die z. B. eine Intervention im Kongo geübt. Und das eben bei uns, denn der Kongo wird kaum unsere Truppen zum Üben reinlassen.

Ich glaube nicht, dass sich diese Übung auf Europa bezog.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon bakunicus » Do 23. Apr 2009, 09:04

mhh ...

warum kräht schäuble dann ständig vom einsatz der bundeswehr im inneren ?
ich höre die nachtigall trapsen, oder bin zumindest sehr mißtrauisch an dieser stelle.

nur eines sollte protestlern wie der führung der BW kar sein;
ein solcher konflikt wird nicht militärisch gewonnen ....

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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Claud » Do 23. Apr 2009, 09:24

Es gibt in Deutschland keine großen Gruppen welche sich im Bürgerkrieg gegenüberstehen könnten.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon bakunicus » Do 23. Apr 2009, 09:38

Claud hat geschrieben:Es gibt in Deutschland keine großen Gruppen welche sich im Bürgerkrieg gegenüberstehen könnten.


du hast wohl hoffentlich recht;

aber wenn, dann wird es ein konflikt arm gegen reich sein ...
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon K.-H. Hirmer » Do 23. Apr 2009, 09:39

bakunicus hat geschrieben:warum kräht schäuble dann ständig vom einsatz der bundeswehr im inneren ?

Weil bestimmte Dinge nur von der Bundeswehr getan werden können. Z. B. Angriffe mit gepanzerten Fahrzeugen auf Kernkraftwerke aufhalten.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon bakunicus » Do 23. Apr 2009, 09:47

K.-H. Hirmer hat geschrieben:Weil bestimmte Dinge nur von der Bundeswehr getan werden können. Z. B. Angriffe mit gepanzerten Fahrzeugen auf Kernkraftwerke aufhalten.


mir ist nicht bekannt, dass akw gegner panzer zu protesten auffahren;
das wäre auch absurd. man will ja die umwelt vor strahlung schützen, und nicht löcher in die anlagen schießen.

nein, das ist GANZ SICHER nicht die intention ....

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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Wasteland » Do 23. Apr 2009, 09:54

Claud hat geschrieben:Es gibt in Deutschland keine großen Gruppen welche sich im Bürgerkrieg gegenüberstehen könnten.


Das glaube ich auch. Mir fallen zumindest keine ein. Nein, wenn es zum Krieg kommt wird der woanders stattfinden. Vielleicht wird Deutschland mit dabei sein, aber nicht auf deutschem Boden. Das halte ich für unrealistisch.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Claud » Do 23. Apr 2009, 10:00

bakunicus hat geschrieben:
du hast wohl hoffentlich recht;

aber wenn, dann wird es ein konflikt arm gegen reich sein ...


Iwo. Schau mal nach Frankreich oder Griechenland. Selbst derer Ausnahmezustände sind noch weit entfernt von so etwas ähnlichen wie einen Bürgerkrieg.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon RayBan » Do 23. Apr 2009, 10:03

Rainald de Gien hat geschrieben:
Rechnet man also mit der zunehmenden Möglichkeit eines realen Bürgerkrieges in den europäischen Ländern ?



Die Franzosen haben bereits pensionierte Polizisten in den Dienst zurück berufen, weil die wohl noch gebraucht werden...
Zuletzt geändert von RayBan am Do 23. Apr 2009, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
Aufgegeben wird höchstens ein Brief
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Johann » Do 23. Apr 2009, 10:28

Wasteland hat geschrieben:
Das glaube ich auch. Mir fallen zumindest keine ein. Nein, wenn es zum Krieg kommt wird der woanders stattfinden. Vielleicht wird Deutschland mit dabei sein, aber nicht auf deutschem Boden. Das halte ich für unrealistisch.


Richtig. Das "westdeutsche" Straßen- und Bahnnetz läßt keine schnellen und konzentrierten Truppenbewegungen mehr zu. Und immer auf die russischen Transportflugzeuge zurück zu greifen ist auch nicht im Sinne von EADS.

Aber mal beim Thema zu bleiben: hat jemand in der letzten Zeit was von BM Schläuble gehört? Ist der schon im Bunker?
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Peddargh » Do 23. Apr 2009, 10:35

Ich copy&paste mich mal selbst: (aus der Weinstube, in der das Thema auch behandelt wird)

usaToday hat geschrieben:Den Menschen heute geht es so gut wie fast nie... Eure Revolutionsträume werden also Träume bleiben. :roll:



Ich lese:
1. Eine Feststellung: "Den Menschen heute geht es so gut wie fast nie"

Ich weiß nicht, wie man auf diese Feststellung kommt.
Ich sehe ein Land mit mehr als 5 Millionen Arbeitslosen.
Ein weitaus größeren Teil mit Angst vor Arbeitslosigkeit.
Hier jetzt zu schreiben, den Leuten würde es gut gehen, halte ich für Augenwischerei.
Es mag sein, dass der HartIV-Regelsatz verhindert, dass Menschen verhungern, dennoch
besteht das Leben aus mehr als aus Kontoauszügen.
Ein HartzIVler ist praktisch vom kulturellen, sozialen Leben ausgeschlossen.
In der Freizeit, wie in der Arbeitswelt.
Das relativiert dieses "...geht es so gut wie fast nie" doch ungemein.
Statistiken zur Entwicklung von depressiven Persönlichkeitsstörungen beweisen das eindrucksvoll.
Fehlendes Geld verstärkt so eine Depression.
Fehlende soziale Kontakte verstärken so eine Depression.
Fehlende Anerkennung durch Arbeit verstärken so eine Depression.
Und weil Depressionen nun mal die Neigung haben, irgendwann zu Agressionen zu werden,
kann ich deine auf die Feststellung folgende Prognose auch nicht teilen.

2. Die Prognose:"Eure Revolutionsträume werden also Träume bleiben."
Revolutionsträume?

Ja glaubst du denn ernsthaft, dass sich die irgendjemand ernsthaft wünscht?
Wenn dem so ist, widersprichst du dir doch selbst, oder etwa nicht?
Ich würde mir ein Überdenken des Systems wünschen.
Denn es ist ganz offensichtlich nicht geeignet, zu leisten wozu es installiert wurde.
Wahrung und Durchsetzung unserer Verfassung.
Da aber die Renditeerwartungen, die Nullen vor dem Komma auf den Kontoauszügen einiger weniger auf dieser Welt als das wahre Maß für Wohlstand herhalten müssen, ist es zu einer Schieflage gekommen.
Diese Schieflage produziert Depression.
Und das längst nicht beim Hartzer, beim Armen allein.
Sogar Ärzte, Anwälte sind mittlerweile in Gehaltsregionen gefallen, in denen Depression droht.
Aus den Ärmsten des Landes ist, trotz der Masse, nichts mehr herauszuholen.
Dennoch muß die Wirtschaft wachsen um uns das Gefühl zu geben in einem reichen Land zu Leben, in Wohlstand.
Was verglichen mit den Zuständen in Somnalia etwa, durchaus hinkommt.

Nein, ich bemühe das Bild der auseinanderspreizenden Schere.
Als ich als Maurer mit dem Ziel Architekt zu werden begann, konnte ich mit meinem Verdienst eine Familie ernähren.
Heute kenne ich Maurer, die als Maurer Vollzeit arbeiten und vom A-Amt Aufstockungen erhalten. Und das während einige in diesem jahrzehte währenden Aufschwung so reich geworden sind, das sie ihr Geld, gar nicht ausgeben können, selbst wenn sie es mit aller Macht versuchten.
Das schürt Neid! Und wieder Depression.

Worauf ich damit hin aus will:
Du wendest dich mit deinen "Revolutionsträumen" an den linken, schwarzen Block.
Dem stelle ich meine Prognose entgegen.
Es werden nicht die Menschen sein, die seit Jahren, jahrzehnten gegen diesen ökonomischen wie sozialen Wahnsinn protestieren, die schlussendlich die Barrikaden gegen die Eliten bauen.
Es werden die ganz normalen Familienväter sein, die vor Jahren noch zufrieden festgestellt haben, dass mit der Hartz-Gesetzgebung, genau das richtige gegen diese arbeitsscheue, den Sozialstaat belastenden Menschen, getan wurde.
Es wurde gefordert, es wurde genommen. Wer vor erreichen des Rentenalters arbeitslos wurde weiß wovon ich spreche.
Wie gefördert wurde. Wer schon mal das Glück hatte ein Bewerbungstraining des Arbeitsamtes mitzumachen, weiß wovon ich rede.

Tscha, der Kuchen ist verteilt, die Krümel werden knapp.
Und diese Krümel sind mittlerweile so klein geworden, dass es sich trotz der Masse, nicht mehr lohnt, diese einzutreiben.
Renditeerwartungen, Zinserträge gibt es aber weiterhin.
Woher soll dieses Geld kommen?
Richtig! Von denen die es haben.
Also der arbeitenden Bevölkerung.
Der Wert der Arbeit ist gefallen, und fällt weiter.
Der Wert des Produktes hingegen ist gestiegen und steigt weiter.
Nicht der Produzierende verdient, es ist der verkaufende.
Das wäre die Basis der Schere.

Dem Hartzer ist das egal.
Er vegetiert in seinem Sumpf aus Resignation, Phlegma und Depression.
Es wird, wie gesagt, der ganz normale Bürger sein, aus Angst vor HartzIV, der nie gehabte
Revolutionsträume umsetzen wird.
Spätestens wenn der Geldautomat den Hunni für den Wocheneinkauf nicht mehr ausspuckt.
Dazu kommen marodierende Horden aus hungrigen Menschen, denen schon kurz vorher der Hahn zugedreht wurde. Das wären Millionen.

Ein Horrorszenario, das man sich nicht wirklich wünschen kann, egal wie links, wie schwarz man ist.
Und doch treiben wir genau darauf zu.

Man nehme die Weißbücher der Regierung, der vergangenen Jahrzehnte und rechen alle sozialen Ausgabe zusammen.
Wie lange muß man in die Vergagenheit gehen um den Betrag zusammenzuhaben, mit dem heuer die "notleidenden" Banken gerettet werden?

Da liegt die Crux!
Wären wir ehrlich so müssten wir das Wort Sozial aus unserem Grundgesetz nehmen.
Der Mensch ist aber nun mal von Grund auf Verlogen.
Verlogen und Gewalttätig, vor allem wenn er merkt beschissen worden zu sein.

Es ist genau dieser Betrug, der eine Revolution heraufbeschwören wird.
Nur ganz anders als wir uns das jetzt vorstellen.
Gegen uns selbst gerichtet!
Denn die Nutzniesser, dieses groß angelegten Ausbeutens eines ganzen Planeten, werden sich das so heraufbeschworene Unheil aus der Distanz ansehen.
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(der George Bernard Shaw (?))
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 23. Apr 2009, 10:42

Peddargh hat geschrieben:Ich sehe ein Land mit mehr als 5 Millionen Arbeitslosen.

Vergleiche deren Leben mal mit dem eines Arbeiters im Frankreich vor 1789. Oder guck dir an, was 1929ff los war, wir schlecht es den Menschen da ging. Das ist alles kein Vergleich, noch geht es uns allen hier richtig gut. Ob und wie lange sich dieser Zustand aufrechterhalten lassen kann, sei dahin gestellt. Das ist sicher eins der größeren Probleme, vor denen unsere Gesellschaft steht.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon USA TOMORROW » Do 23. Apr 2009, 10:48

Peddargh hat geschrieben:Ja glaubst du denn ernsthaft, dass sich die irgendjemand ernsthaft wünscht?


Worauf habe ich denn geantwortet?

missdschei hat geschrieben:ich hoffe, du hast recht. wär mir heute lieber als morgen, es ist wirklich fast alles besser als das, was zur zeit läuft.

viva la revolucion!!!


:roll:
Zuletzt geändert von USA TOMORROW am Do 23. Apr 2009, 10:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kann man mit einem Bürgerkrieg rechnen ?

Beitragvon K.-H. Hirmer » Do 23. Apr 2009, 10:51

bakunicus hat geschrieben:mir ist nicht bekannt, dass akw gegner panzer zu protesten auffahren;
das wäre auch absurd. man will ja die umwelt vor strahlung schützen, und nicht löcher in die anlagen schießen.

Ich rede auch von Terroranschlägen.
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