Jens Spahn und die Kinderlosen

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Sofawolf
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Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Sofawolf » Fr 9. Nov 2018, 14:12

Alle Jahre wieder hört man die Forderungen, dass die Kinderlosen irgendwelche höheren Beiträge leisten sollen (z.B. zur Pflegeversicherung), weil sie sich, weil sie keine Kinder zeugen, nicht an der Sicherung der Renten/Pensionen beteiligen.

Nun auch wieder Jens Spahn (CDU), der den Beitrag der Kinderlosen zur Pflegeversicherung kräftig erhöhen will. Ich finde jetzt muss mal Schluss sein damit. Der Staat muss das Rentenproblem anders lösen! Warum?

https://www.welt.de/politik/deutschland ... itten.html

(1.) Kinderlose zahlen durch ihre Steuern und Abgaben alles bislang ohne Murren mit, was Familien mit Kindern zugute kommt, ohne dass sie selbst etwas davon haben. Das sind rund 150 sozialpolitische Maßnahmen ( = rund 130 Milliarden Euro), aber das sind z.B. auch das Elterngeld, das Kindergeld, die gesamte schulische Ausbildung, unterschiedliche Steuerklassen, die Gehälter der Lehrkräfte, jegliche Ermäßigungen und Vergünstigungen usw. Woher kommt denn das Geld dafür? Maßgeblich aus Steuern und Abgaben.

https://www.baby-und-familie.de/Familie ... 14179.html

(2.) Das Rentensystem kann auch anders gesichert werden. Man schaue sich die Rentensysteme anderer Länder an. Lücken, die entstehen auf dem Arbeitsmarkt, kann Deutschland einfach auffüllen, indem es Menschen aus anderen Ländern hierher einlädt (Stichwort: Einwanderergesetz, siehe Gastarbeiter der 1960er Jahre, siehe klassische Einwanderungsländer in Amerika). Jeder weiß, dass es Millionen Interessenten gibt! Das wäre womöglich "billiger" als alle die Milliarden Euro (siehe 1.), die doch nicht dazu fühern, dass die Deutschen mehr Kinder zeugen, denn seit Jahrzehnten ändert sich daran doch nichts.
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JJazzGold
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon JJazzGold » Fr 9. Nov 2018, 18:54

Sofawolf hat geschrieben:(09 Nov 2018, 14:12)

Alle Jahre wieder hört man die Forderungen, dass die Kinderlosen irgendwelche höheren Beiträge leisten sollen (z.B. zur Pflegeversicherung), weil sie sich, weil sie keine Kinder zeugen, nicht an der Sicherung der Renten/Pensionen beteiligen.

Nun auch wieder Jens Spahn (CDU), der den Beitrag der Kinderlosen zur Pflegeversicherung kräftig erhöhen will. Ich finde jetzt muss mal Schluss sein damit. Der Staat muss das Rentenproblem anders lösen! Warum?

https://www.welt.de/politik/deutschland ... itten.html

(1.) Kinderlose zahlen durch ihre Steuern und Abgaben alles bislang ohne Murren mit, was Familien mit Kindern zugute kommt, ohne dass sie selbst etwas davon haben. Das sind rund 150 sozialpolitische Maßnahmen ( = rund 130 Milliarden Euro), aber das sind z.B. auch das Elterngeld, das Kindergeld, die gesamte schulische Ausbildung, unterschiedliche Steuerklassen, die Gehälter der Lehrkräfte, jegliche Ermäßigungen und Vergünstigungen usw. Woher kommt denn das Geld dafür? Maßgeblich aus Steuern und Abgaben.

https://www.baby-und-familie.de/Familie ... 14179.html

(2.) Das Rentensystem kann auch anders gesichert werden. Man schaue sich die Rentensysteme anderer Länder an. Lücken, die entstehen auf dem Arbeitsmarkt, kann Deutschland einfach auffüllen, indem es Menschen aus anderen Ländern hierher einlädt (Stichwort: Einwanderergesetz, siehe Gastarbeiter der 1960er Jahre, siehe klassische Einwanderungsländer in Amerika). Jeder weiß, dass es Millionen Interessenten gibt! Das wäre womöglich "billiger" als alle die Milliarden Euro (siehe 1.), die doch nicht dazu fühern, dass die Deutschen mehr Kinder zeugen, denn seit Jahrzehnten ändert sich daran doch nichts.


Das ist schon längst keine Forderung mehr, der Pflegebeitrag für Kinderlose ist bereits höher, um 0,25% und das, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, bereits ab einem Alter von 25 Jahren.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Sofawolf » Fr 9. Nov 2018, 19:09

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2018, 18:54)

Das ist schon längst keine Forderung mehr, der Pflegebeitrag für Kinderlose ist bereits höher, um 0,25% und das, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, bereits ab einem Alter von 25 Jahren.


Ja, das ist klar, dass es diesen "Aufschlag" bereits gibt. Jens Spahn will ihn aber, so habe ich es verstanden, kräftig erhöhen. Und das finde ich zutiefst ungerecht. Kinderlose haben bereits ein höheres Steueraufkommen, da sie Freibeträge nicht nutzen können, da sie "Rückzahlungen" in Form von Kindergeld, Elterngeld, Baukindergeld etc. nicht bekommen. Das alles fand ich ja bisher ok, aber nun ist doch auch mal gut, oder?!?
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Kiwikopf » Fr 9. Nov 2018, 19:20

Halte ich auch gar nichts von. Werden Randgruppen, die keine Kinder bekommen können auch gezwungen mehr beizutragen?

Auch müsste man sich fragen ob ein kinderloses Paar mehr arbeitet als eines mit Kindern und daher schon mehr Steuer- und Pflegegeld erwirtschaftet.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Nightrain » Fr 9. Nov 2018, 19:31

Die Frage nach dem "oder" ist aufgrund der kompliziert vielen Faktoren natürlich schwierig zu beantworten. Richtig ist allerdings, dass Kinder nicht nur ein Hobby sind, sondern deren "Aufzucht" ziemlich dem Gemeinwohl dient, also von gesellschaftlichem Interesse ist. Dabei entsteht bei den Eltern natürlich mehrfache Belastungen: einerseits die Kosten für Lebensunterhalt der Kinder, andererseits auch höhere Mietkosten und natürlich immernoch kräftige Lohnverluste durch Benachteiligungen im Berufsleben.
Migration löst das Problem auch nur teilweise. Hier entstehen auch hohe Kosten bei der Integration und Aufpäppelung der Migranten, dass diese auch einem gut bezahlten Beruf nachgehen können.

Im Grunde würde ich nur an der Rente ansetzen. Kinder sind im Grunde eine Rentenvorsorge, die deren Eltern sehr viel Geld kosten. Entweder sollte das sich in einer höheren Rente für die Eltern wiederspiegeln oder aber in einer notwendigen höheren Eigenvorsorge für Kinderlose.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Skeptiker » Fr 9. Nov 2018, 19:42

Tja, wenn Du also meinst, Deine Abgaben sind hoch genug, damit die Gesellschaft die Kinderlosen endlich in Ruhe lassen soll, dann ist das DEINE Meinung, auf die Du natürlich ein Recht hast.

Solange aber die Reproduktionsrate in Deutschland zeigt, dass es viel attraktiver ist sein Leben kinderlos zu gestalten als mit Kindern, solange ist offensichtlich, dass es eine Schieflage zuungunsten von Familien besteht.
Um es anders zu formulieren: Dein Geldangebot ist leider nicht gut genug, dass die anderen für Dich die Kinder in die Welt setzen, welche die Gesellschaft benötigt.

Man mag darüber streiten ob das wirklich ausschließlich etwas mit Geld zu tun hat (wir haben eine ausgesprochen kinderentwöhnte Gesellschaft), aber es wäre naiv diesen Aspekt außen vor zu lassen. Schonmal was von Kindern als Armutsrisiko gehört?

Schonmal überlegt wie Familien es machen Wohnraum zu bezahlen in dem man eine Familie mit 2-3 Kindern großzieht? Es würde mich sehr überraschen, wenn eine wirtschaftliche Betrachtung, incl. Rentenausfallzeiten für die Eltern, Nachteilen in Job für den Lebensschwerpunkt auf Erziehung (der sehr oft unterschätzt wird), nicht hohe 5 oder 6-stellige Beträge zuungunsten der Kindererziehenden zeigen würde.

Ich könnte mich auf eine Diskussion einlassen, warum die Diskussion wieder in Richtung einer Teilgruppe der Gesellschaft, nämlich der gesetzlich Versicherten, geht. Da könnte man gerne drüber diskutieren. Der Gedanke allerdings die "armen" Kinderlosen wären in unserer Republik denen, die Kinder erziehen, unter dem Strich benachteiligt gegenübergestellt, ist angesichts der gesellschaftlichen Realitäten mE vollkommen absurd.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon JJazzGold » Fr 9. Nov 2018, 19:45

Sofawolf hat geschrieben:(09 Nov 2018, 19:09)

Ja, das ist klar, dass es diesen "Aufschlag" bereits gibt. Jens Spahn will ihn aber, so habe ich es verstanden, kräftig erhöhen. Und das finde ich zutiefst ungerecht. Kinderlose haben bereits ein höheres Steueraufkommen, da sie Freibeträge nicht nutzen können, da sie "Rückzahlungen" in Form von Kindergeld, Elterngeld, Baukindergeld etc. nicht bekommen. Das alles fand ich ja bisher ok, aber nun ist doch auch mal gut, oder?!?


Bei diesem Thema bin ich völlig bei Ihnen.
Ich habe schon gewettert, als der Zuschlag von 0,25% erhoben wurde. Nicht nur, weil ich ihn in Anbetracht der Leistungen durch Sinks und Dinks ungerechtfertigt finde, sondern auch, weil er z.B. Paaren, die gerne Kinder hätten, aber aus diversen Gründen keine bekommen können, psychisch Salz in offene Wunden reibt.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon imp » Fr 9. Nov 2018, 19:46

Dieser Spahn ist kein guter Mensch. Viele Menschen sind ungewollt kinderlos.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon aleph » Fr 9. Nov 2018, 19:48

130t € soll es kosten, ein kind aufzuziehen. kindergeld oder höhere bemessungsgrenzen bei der lohnsteuer können das nicht kompensieren.
https://www.familie.de/eltern/wie-viel- ... 36481.html
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon aleph » Fr 9. Nov 2018, 19:51

imp hat geschrieben:(09 Nov 2018, 19:46)

Dieser Spahn ist kein guter Mensch. Viele Menschen sind ungewollt kinderlos.

ich zum beispiel. allerdings haben wir auch weniger kosten dadurch. ist ja keine strafe für faulheit beim kinderkriegen, sondern eine gleichverteilung von lasten.

im übrigen reden wir nicht nur vom geld. eltern sind in iher freizeit an die kinder bis zu einem bestimmten alter gebunden, können abends nicht überall hingehen und sind bei urlsubsgestaltung eingeschränkt
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon imp » Fr 9. Nov 2018, 19:57

aleph hat geschrieben:(09 Nov 2018, 19:51)
im übrigen reden wir nicht nur vom geld. eltern sind in iher freizeit an die kinder bis zu einem bestimmten alter gebunden, können abends nicht überall hingehen und sind bei urlsubsgestaltung eingeschränkt

Das sind Sachen, die man bedenken muss, bevor man sich Kinder oder Haustiere anschafft. Wieviele Kinder hat denn dieser Spahn? Übrigens sind unter den Armen mehr Eltern als unter den Reichen - die sind urlaubsmäßig also von Anfang an nicht Ritz-tauglich.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Nightrain » Fr 9. Nov 2018, 22:14

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2018, 19:45)
Nicht nur, weil ich ihn in Anbetracht der Leistungen durch Sinks und Dinks ungerechtfertigt finde, sondern auch, weil er z.B. Paaren, die gerne Kinder hätten, aber aus diversen Gründen keine bekommen können, psychisch Salz in offene Wunden reibt. [/color]


Über den Grund für die Kinderlosigkeit findet doch gar keine Wertung statt. Die "Rentenleistung" ist ohne Kinder geringer und dem Staat entstehen später im Pflegefall höhere Kosten. Da muss man doch völlig wertungsfrei überlegen können, ob und wie man hier einen Lastenausgleich schafft.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Mahmoud » Fr 9. Nov 2018, 22:30

Sofawolf hat geschrieben:(09 Nov 2018, 14:12)

Alle Jahre wieder hört man die Forderungen, dass die Kinderlosen irgendwelche höheren Beiträge leisten sollen (z.B. zur Pflegeversicherung), weil sie sich, weil sie keine Kinder zeugen, nicht an der Sicherung der Renten/Pensionen beteiligen.

Nun auch wieder Jens Spahn (CDU), der den Beitrag der Kinderlosen zur Pflegeversicherung kräftig erhöhen will. Ich finde jetzt muss mal Schluss sein damit. Der Staat muss das Rentenproblem anders lösen! Warum?



.


Da bin Ich ganz bei Dir! Es ist schon geradezu eine Frechheit, was den Unverheirateten und Kinderlosen an Steuern abgezogen wird.
Wenn Ich so mitkriege, was meinen Arbeitskollegen in Steuerklasse 1 ohne Kinder netto übrig bleibt, dann finde Ich das nicht gerecht. Ich bin übrigens nicht in Stkl. 1 und bin auch nicht kinderlos, was mich umso glaubwürdiger macht. Ich finde aber diese Haltung "Die Anderen sollen zahlen, damit ich mehr bekomme" zum Kotzen! Kinder sind Jedermannes private Entscheidung. Jemand, der sich dagegen entscheidet, gehört nicht bestraft.
Und Jemand, der gerne Kinder hätte, aber keine kriegen kann, erst Recht nicht!
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon JJazzGold » Fr 9. Nov 2018, 23:32

Nightrain hat geschrieben:(09 Nov 2018, 22:14)

Über den Grund für die Kinderlosigkeit findet doch gar keine Wertung statt. Die "Rentenleistung" ist ohne Kinder geringer und dem Staat entstehen später im Pflegefall höhere Kosten. Da muss man doch völlig wertungsfrei überlegen können, ob und wie man hier einen Lastenausgleich schafft.


Indem man diese Totgeburt Pflegeversicherung abschafft. Die war von Anfang an zum Scheitern verurteilt und kommt dem Scheitern jeden Tag ein Stück näher.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 9. Nov 2018, 23:37

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2018, 23:32)

Indem man diese Totgeburt Pflegeversicherung abschafft. Die war von Anfang an zum Scheitern verurteilt und kommt dem Scheitern jeden Tag ein Stück näher.



Ist ja nicht nur bei der Pflegesystem so, auch.das Rentensystem wird in seiner jetzigen.Form scheitern, dass was Spahn will sind wie auch bei der Rente im Grunde nur Verzweiflungstaten um ein System dass sichtbar scheitern wird am laufen zu halten.
van Kessel
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon van Kessel » Fr 9. Nov 2018, 23:47

Jens Spahn lebt privat mit dem Journalisten Daniel Funke zusammen, welchen er im Dezember 2017 in Essen heiratete. Daher sind seine Kinderwünsche 'beschränkter'.

Richtiger ist es wohl, dass die Rentenversicherung auf eine breitere Basis gestellt werden muss und alle Arbeitenden in diese (und nur in diese und nicht in irgendwelche Riester-Abenteuer) einzahlen. Die Interessen vieler Politiker (FDP & Merz), die private Vorsorge auszubauen, ist ein Pferdefuß, welcher den Interessen von Banken und Versicherungen dient, weniger dem zukünftigen Rentenempfänger. Die gesetzliche Rente ist noch immer die kostengünstigste Variante der Alterssicherung.

In dem Zusammenhang muss auch die Finanzierung der Pensionen erwähnt werden, welche davon zu galoppieren scheint, da hier keine Kasse o.ä. die davoneilenden Ansprüche der Pensionisten abfedert, sondern der Staat direkt aus den Steuereinnahmen diese finanziert. Für die öffentlichen Haushalte stellen auch die Pensionen eine beachtliche Belastung dar. Wie Bernd Raffelhüschen u. a. in einer Studie 2005 berechnete, betragen die Barwerte der Pensionslasten der Länder 1.797 Milliarden €[13](Wikipedia) Die Staatsdienerschaft wird in Bälde nicht mehr finanzierbar sein und die Staatstreue muss neu bewertet werden (siehe Maaßen-Finanzierung seines Amtsversagens).

Leider kenne ich keine deutsche Partei, welche dies Problem zu lösen bereit ist. Dass Länder wie Österreich oder die Schweiz dies können (und machen) kann nicht nur auf die schnuckelige Kleinheit dieser Länder zurückgeführt werden. Hier liegt ein echtes, deutsches Staatsversagen vor, weil die Parteien zwei Herren dienen wollen (dem Volk und der Lobby). Dies muss scheitern!
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon PeterK » Fr 9. Nov 2018, 23:49

Mahmoud hat geschrieben:(09 Nov 2018, 22:30)
Kinder sind Jedermannes private Entscheidung. Jemand, der sich dagegen entscheidet, gehört nicht bestraft.
Und Jemand, der gerne Kinder hätte, aber keine kriegen kann, erst Recht nicht!

Weder der eine noch der andere wird "bestraft".

Es ist lediglich so geregelt, dass diejenigen, die Kinder "aufziehen", ein wenig entlastet werden. Das ist doch vollkommen ok.
van Kessel
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon van Kessel » Sa 10. Nov 2018, 00:00

Die Pflegeversicherung ist mitnichten eine Totgeburt, sondern eine der wichtigsten Einrichtungen eines modernen Staates, welcher seinen Bürgern und nicht seiner Lobby verpflichtet ist. Die USA z.B. geben das Doppelte für das Gesundheitssystem aus gegenüber Deutschland (7960 $ USA, 4218 $ D). Sollte nachdenklich stimmen, warum die Superkapitalisten dies 'zulassen'.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon JJazzGold » Sa 10. Nov 2018, 08:04

PeterK hat geschrieben:(09 Nov 2018, 23:49)

Weder der eine noch der andere wird "bestraft".

Es ist lediglich so geregelt, dass diejenigen, die Kinder "aufziehen", ein wenig entlastet werden. Das ist doch vollkommen ok.


Ein wenig?


Mutterschaftsgeld
Elterngeld/Elterngeld plus
Kindergeld
Kinderfreibetrag
Staatliche Krankenversicherung
Kinderzuschlag
Kinderzulage bei Riester
Haushaltshilfe/Au pair
Schulbedarfspaket
Kinderbetreuungskosten
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Bafög
Unterhaltsgeld
Erstausbildung
Baukindergeld
etc.
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Re: Jens Spahn und die Kinderlosen

Beitragvon Kiwikopf » Sa 10. Nov 2018, 08:24

PeterK hat geschrieben:(09 Nov 2018, 23:49)

Weder der eine noch der andere wird "bestraft".

Es ist lediglich so geregelt, dass diejenigen, die Kinder "aufziehen", ein wenig entlastet werden. Das ist doch vollkommen ok.


Natürlich ist das in der Praxis eine Bestrafung für kinderlose Paare.
"Eine sehr schlaue Aussage" - Ein sehr schlauer Mensch

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