Vorschläge gegen Unzufriedenheit in Deutschland

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hrkrspnd
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Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon hrkrspnd » So 30. Sep 2018, 11:01

Hallo zusammen!
Ich frage mich seit einiger Zeit, warum so viele Leute in Deutschland so unzufrieden/ängstlich/pessimistisch sind? Historisch und global betrachtet leben wir doch in einem Paradies: Medizinische Versorgung ist extrem gut, es gibt eine gute Grundsicherung, es gibt freie Wochenenden/Feiertage/Urlaub, ein riesiges Freizeitangebot. Der Staat nimmt ordentlich Steuern ein, Arbeitslosigkeit ist gering, Kriminalität geht (insgesamt!) nach unten.

Also: woran liegts? Und was kann man dagegen machen?

---Nachtrag: ich versuche hier mal die genannten Diskussionspunkte zusammenzufassen:

1. Abstiegsangst: Die Leute haben Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg
2. Berufsmoralisten: Es wirkt sich kontraproduktiv aus, wenn die Leute für ihre pessimistischen Ansichten beschimpft werden
3. Politische Teilhabe: Menschen können nicht so teilhaben, wie sie möchten
4. Oberflächliches Jammern: Bei Nachfrage relativieren einige Leute ihren Standpunkt.
5. Denkfaulheit /Gewohnheitsbildung: Leute vergleichen ihre Situation nicht global/historisch.
6. Neophobie: Angst vor Veränderungen / schnellen Entwicklungen / Wegbruch von Gewissheiten
7. Medien: aufgrund der Marktlogik zu Fokus auf negativem verdammt.
8. Filterblasen: Menschen leben zunehmend in Informations-Parallelgesellschaften. Hänge zum Pessimismus werden so verschärft.
9. Lebenswelt und politische Welt klaffen zunehmend auseinander: Die Welt wird immer schneller, die Politik - gefühlt - immer langsamer.
10. Menschen spüren einen Machtverlust, weil ihre Entscheidungsspielräume durch EU-Politik, Industriekonzerne etc (vermeintlich) beschränkt werden. Hierauf haben sie aber keinen Einfluss.
Zuletzt geändert von hrkrspnd am Mo 1. Okt 2018, 18:32, insgesamt 3-mal geändert.
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Fuerst_48
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Fuerst_48 » So 30. Sep 2018, 11:22

hrkrspnd hat geschrieben:(30 Sep 2018, 12:01)

Hallo zusammen!
Ich frage mich seit einiger Zeit, warum so viele Leute in Deutschland so unzufrieden/ängstlich/pessimistisch sind? Historisch und global betrachtet leben wir doch in einem Paradies: Medizinische Versorgung ist extrem gut, es gibt eine gute Grundsicherung, es gibt freie Wochenenden/Feiertage/Urlaub, ein riesiges Freizeitangebot. Der Staat nimmt ordentlich Steuern ein, Arbeitslosigkeit ist gering, Kriminalität geht (insgesamt!) nach unten.

Also: woran liegts? Und was kann man dagegen machen?

Das Jammern auf hohem Niveau ist Bestandteil des Selbstverständnisses von uns Mitteleuropäern.
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Skeptiker
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Skeptiker » So 30. Sep 2018, 12:21

Man sollte bei alledem nicht vergessen, dass es sehr viele Menschen in Deutschland gibt, denen es eben nicht so gut geht. Auch ist das Risiko bald zu denen zu gehören für viele Menschen real. Wenn dann eine aufgeheizte Stimmung in der Bevölkerung dazu kommt, und der Eindruck die Teilhabe am politischen Prozess ist nicht so offen und fair, wie das gerne dargestellt wird, dann kommt schonmal schlechte Stimmung auf.

Vor allem sollte man aber die menschliche Natur nicht außer acht lassen. Der Mensch orientiert sich an seiner Umgebung. Für die Mittelschicht die in Gefahr ist abzurutschen, ist es eben nur eine zynischer Trost, dass man ja immer genug zu beißen hat, im Gegensatz zu Menschen in Afrika. Es mag die Stimmung auch nicht bessern, wenn demjenigen das mit erhobenem Zeigefinger von Berufsmoralisten vorgehalten wird, und einem gleich noch der Kosename „Abgehängter“ angeheftet wird.
In dem Sinne steht man auch kopfschüttelnd vor der Unzufriedenheit eines zum Tode verurteilten. Immerhin darf er sich froh schätzen in so menschenfreundlicher Zeit zu leben, in der er eben nicht gepfählt, sondern nur „milde eingeschläfert“ wird.

Klagen hängt eben vom Vergleich ab. Der scheint für viele negativ zu verlaufen.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon zollagent » So 30. Sep 2018, 12:23

hrkrspnd hat geschrieben:(30 Sep 2018, 12:01)

Hallo zusammen!
Ich frage mich seit einiger Zeit, warum so viele Leute in Deutschland so unzufrieden/ängstlich/pessimistisch sind? Historisch und global betrachtet leben wir doch in einem Paradies: Medizinische Versorgung ist extrem gut, es gibt eine gute Grundsicherung, es gibt freie Wochenenden/Feiertage/Urlaub, ein riesiges Freizeitangebot. Der Staat nimmt ordentlich Steuern ein, Arbeitslosigkeit ist gering, Kriminalität geht (insgesamt!) nach unten.

Also: woran liegts? Und was kann man dagegen machen?

Jedem vielleicht noch ein Pfund Zucker in den Hintern blasen?
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Billie Holiday
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Billie Holiday » So 30. Sep 2018, 12:51

Mag am Bundesland liegen, aber ich erlebe im Großen und Ganzen überwiegend im Alltag Menschen, die eher zufrieden sind, ihr Leben realistisch betrachten und gelegentlich auf hohem Niveau jammern, was nicht immer ernst gemeint ist.
Bei Nachfrage kommt nämlich meist ein Augenzwinkern und die Erkenntnis, dass wir verdammt gut leben.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon hrkrspnd » So 30. Sep 2018, 13:03

Skeptiker hat geschrieben:(30 Sep 2018, 13:21)

Man sollte bei alledem nicht vergessen, dass es sehr viele Menschen in Deutschland gibt, denen es eben nicht so gut geht. Auch ist das Risiko bald zu denen zu gehören für viele Menschen real. Wenn dann eine aufgeheizte Stimmung in der Bevölkerung dazu kommt, und der Eindruck die Teilhabe am politischen Prozess ist nicht so offen und fair, wie das gerne dargestellt wird, dann kommt schonmal schlechte Stimmung auf.

Vor allem sollte man aber die menschliche Natur nicht außer acht lassen. Der Mensch orientiert sich an seiner Umgebung. Für die Mittelschicht die in Gefahr ist abzurutschen, ist es eben nur eine zynischer Trost, dass man ja immer genug zu beißen hat, im Gegensatz zu Menschen in Afrika. Es mag die Stimmung auch nicht bessern, wenn demjenigen das mit erhobenem Zeigefinger von Berufsmoralisten vorgehalten wird, und einem gleich noch der Kosename „Abgehängter“ angeheftet wird.
In dem Sinne steht man auch kopfschüttelnd vor der Unzufriedenheit eines zum Tode verurteilten. Immerhin darf er sich froh schätzen in so menschenfreundlicher Zeit zu leben, in der er eben nicht gepfählt, sondern nur „milde eingeschläfert“ wird.

Klagen hängt eben vom Vergleich ab. Der scheint für viele negativ zu verlaufen.

Hallo Skeptiker,
die Vergleiche finde ich problematisch (vielleicht sind sie auf gewisse weise auch wieder bezeichnend): Selbst unter den schlechtesten Bedingungen gibt es gegenwärtig doch immer noch mehr Möglichkeiten als anderswo / zu jeder anderen Zeit. Es ist ja eben NICHT so, dass es nur ums "zu beißen haben" geht. Das irgendwie mit der Unzufriedenheit eines zum Tode zu verurteilten zu vergleichen ist doch absurd (mir ist schon klar, dass du nur das Gefühl anderer wiedergibst ohne es vll zu teilen).

Ich fasse mal die Punkte zusammen, die ich überzeugender finde.
1. Abstiegsangst: Es ist ja aus der Soziologie bekannt, dass die Leute (materielle) Verluste sehr schlecht wegstecken und sich davor fürchten. So gehen gibt es eine hohe Fallhöhe aufgrund des hohen Lebensstandards - was gewissermaßen natürlich paradox ist. Die Frage bleibt aber: Woher kommt die Angst? Es geht doch bergauf, ich kann mich an keine Zeit erinnern, in der es so viele Jobs gab, in der von so vielen Steuereinnahmen gesprochen wurde, etc.
2. Berufsmoralisten: Das stimmt natürlich, dass man den Leuten, die so empfinden, keinen Vorwurf machen kann oder sollte. Das daraus sonst Frust und Ärger erwächst ist verständlich.
3. Politische Teilhabe: Ich weiß zwar nicht, ob das so wichtig für viele Leute ist. Aber auch hier gilt doch grundsätzlich: Es gibt doch die Möglichkeiten, sie werden halt nur nicht genutzt. Es werden im Gegenteil doch sogar große Bemühungen unternommen um die Leute zur Partizipation zu bewegen.... es schert sich in der Regel aber niemand darum.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Fuerst_48 » So 30. Sep 2018, 13:04

Billie Holiday hat geschrieben:(30 Sep 2018, 13:51)

Mag am Bundesland liegen, aber ich erlebe im Großen und Ganzen überwiegend im Alltag Menschen, die eher zufrieden sind, ihr Leben realistisch betrachten und gelegentlich auf hohem Niveau jammern, was nicht immer ernst gemeint ist.
Bei Nachfrage kommt nämlich meist ein Augenzwinkern und die Erkenntnis, dass wir verdammt gut leben.

Danke für die zumindest indirekte Unterstützung.
Man muß ein System und dessen itglieder nicht krankjammern oder schlecht reden. Auch die Medien mit ihrem Hang zur Übertreibung sollten sich da zurücknehmen. Alles gut ist auch nicht zutreffend, aber ein realistischer Blick auf das, was ist, reicht völlig.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon hrkrspnd » So 30. Sep 2018, 13:10

Billie Holiday hat geschrieben:(30 Sep 2018, 13:51)

Mag am Bundesland liegen, aber ich erlebe im Großen und Ganzen überwiegend im Alltag Menschen, die eher zufrieden sind, ihr Leben realistisch betrachten und gelegentlich auf hohem Niveau jammern, was nicht immer ernst gemeint ist.
Bei Nachfrage kommt nämlich meist ein Augenzwinkern und die Erkenntnis, dass wir verdammt gut leben.

Hallo Billie Holiday, ja, das Phänomen kenne ich: dass bei Nachfragen der Standpunkt ein wenig relativiert wird. Ich habe aber schon den Eindruck, dass dieses "Jammern" / Unbehagen stark im Vordergrund steht und auch im Alltag die "primäre Gefühlslage" ist und dementsprechend auch die Handlungen und Ansichten antreibt.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon hallelujah » So 30. Sep 2018, 13:18

hrkrspnd hat geschrieben:(30 Sep 2018, 14:10)

Hallo Billie Holiday, ja, das Phänomen kenne ich: dass bei Nachfragen der Standpunkt ein wenig relativiert wird. Ich habe aber schon den Eindruck, dass dieses "Jammern" / Unbehagen stark im Vordergrund steht und auch im Alltag die "primäre Gefühlslage" ist und dementsprechend auch die Handlungen und Ansichten antreibt.



Vermutlich hat der Volkssport Jammern auch viel damit zu tun, die Verantwortung vor sich selbst und anderen für sein eigenes Leben von sich zu schieben.
Gäbe es einen Gott, hätte er keine Religionen erschaffen.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon yogi61 » So 30. Sep 2018, 13:21

hrkrspnd hat geschrieben:(30 Sep 2018, 14:10)

Hallo Billie Holiday, ja, das Phänomen kenne ich: dass bei Nachfragen der Standpunkt ein wenig relativiert wird. Ich habe aber schon den Eindruck, dass dieses "Jammern" / Unbehagen stark im Vordergrund steht und auch im Alltag die "primäre Gefühlslage" ist und dementsprechend auch die Handlungen und Ansichten antreibt.


Genau,Ora et labora sollte im Vordergrund stehen und Kritik an den Verhältnissen ist völlig unangebracht. Wir benötigen wieder mehr Büttel und Duckmäuser in diesem Land, wir haben da schliesslich eine gewisse Tradition zu verteidigen.
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon JJazzGold » So 30. Sep 2018, 13:22

Billie Holiday hat geschrieben:(30 Sep 2018, 13:51)

Mag am Bundesland liegen, aber ich erlebe im Großen und Ganzen überwiegend im Alltag Menschen, die eher zufrieden sind, ihr Leben realistisch betrachten und gelegentlich auf hohem Niveau jammern, was nicht immer ernst gemeint ist.
Bei Nachfrage kommt nämlich meist ein Augenzwinkern und die Erkenntnis, dass wir verdammt gut leben.


In meinem Umfeld ebenso. Da ist man höchst zufrieden, wenn man in meinem Alter gesund ist. ;)
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Schnitter » So 30. Sep 2018, 13:32

hallelujah hat geschrieben:(30 Sep 2018, 14:18)

Vermutlich hat der Volkssport Jammern auch viel damit zu tun, die Verantwortung vor sich selbst und anderen für sein eigenes Leben von sich zu schieben.


Das ist sowieso das Problem der meisten die jammern.

Die meisten Probleme sind hausgemacht, haben sich die Leute selbst eingebrockt, sei es nun der Fettleibige der über seinen Bluthochdruck klagt, oder der Arbeitslose der den Ausländern die Schuld für sein eigenes Versagen zuschiebt.

Unser Staat ist nicht die Nanny von Leuten die selbst nicht lebensfähig sind.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon hallelujah » So 30. Sep 2018, 13:37

Schnitter hat geschrieben:(30 Sep 2018, 14:32)

Das ist sowieso das Problem der meisten die jammern.

Die meisten Probleme sind hausgemacht, haben sich die Leute selbst eingebrockt, sei es nun der Fettleibige der über seinen Bluthochdruck klagt, oder der Arbeitslose der den Ausländern die Schuld für sein eigenes Versagen zuschiebt.

Unser Staat ist nicht die Nanny von Leuten die selbst nicht lebensfähig sind.



Da ist die Natur eben nicht fair und nicht gerecht ;)
Jammern ist nicht so anstrengend, als diese Zeit sinnvoll zu nutzen :-)
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Vongole » So 30. Sep 2018, 13:59

yogi61 hat geschrieben:(30 Sep 2018, 14:21)

Genau,Ora et labora sollte im Vordergrund stehen und Kritik an den Verhältnissen ist völlig unangebracht. Wir benötigen wieder mehr Büttel und Duckmäuser in diesem Land, wir haben da schliesslich eine gewisse Tradition zu verteidigen.


Warum denn gleich so extrem? Kein Mensch verbietet dir Kritk an Dingen, die dir nicht passen.
Gut, nicht jeder hat die Möglichkeit, Vergleiche anzustellen, aber wenn wer mal das Pech hatte, in GB richtig krank zu werden, wer mal eine Weile in Afrika gearbeitet, sich überhaupt in fernen
Ländern ein wenig umgeschaut hat, der wird schnell feststellen, dass wir hier nicht in der besten aller Welten leben, aber immer noch in einer verdammt guten.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Billie Holiday » So 30. Sep 2018, 14:01

Schnitter hat geschrieben:(30 Sep 2018, 14:32)

Das ist sowieso das Problem der meisten die jammern.

Die meisten Probleme sind hausgemacht, haben sich die Leute selbst eingebrockt, sei es nun der Fettleibige der über seinen Bluthochdruck klagt, oder der Arbeitslose der den Ausländern die Schuld für sein eigenes Versagen zuschiebt.

Unser Staat ist nicht die Nanny von Leuten die selbst nicht lebensfähig sind.


Mir ist in meinem Umfeld kein Arbeitsloser bekannt, der den Ausländern die Schuld für seine Arbeitslosigkeit in die Schuhe schiebt. Mag auch sein, dass diese nicht zwingend durch irgendjemanden ersetzt werden können, der kein Deutsch spricht und außer ein Paar Suren noch nichts gelesen hat - wenn überhaupt.
Aber gut, dass wir nun wissen, dass die Arbeitslosen alle selbst schuld sind.
Zukunftsängste nach mehreren Bewerbungen und Absagen -vor allem Ü50- sind kein Jammern, sondern berechtigte Existenzängste.

Was die Fettleibigkeit angeht, ist mir auch da kein Fetter bekannt, der anderen unterstellt, sie hätten ihm die Hamburger und Pommes in seinen Mund gezwungen. Die meisten wissen, dass sie immer die ersten am Trog sind.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Schnitter » So 30. Sep 2018, 14:03

yogi61 hat geschrieben:(30 Sep 2018, 14:21)

Genau,Ora et labora sollte im Vordergrund stehen und Kritik an den Verhältnissen ist völlig unangebracht.


Das Problem ist, dass meistens nicht irgendwelche diffusen "Verhältnisse" für was auch immer verantwortlich sind, sondern das Handeln und Verhalten des Individuums selbst.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Schnitter » So 30. Sep 2018, 14:06

Billie Holiday hat geschrieben:(30 Sep 2018, 15:01)
Aber gut, dass wir nun wissen, dass die Arbeitslosen alle selbst schuld sind.


Das habe ich nirgendwo behauptet, allerdings ist festzustellen dass wir quasi Vollbeschäftigung haben.

Was die Fettleibigkeit angeht, ist mir auch da kein Fetter bekannt, der anderen unterstellt, sie hätten ihm die Hamburger und Pommes in seinen Mund gezwungen. Die meisten wissen, dass sie immer die ersten am Trog sind.


Dann rede mal mit dem Hausarzt deines Vertrauens und frag den welche Geschichten da so aufgetischt werden um die Verantwortung am eigenen Handeln wegzuschieben.

Das ist immer alles "Pech", "ausgerechnet ich", "Funkmasten" etc.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon DarkLightbringer » So 30. Sep 2018, 14:06

Jammerei ist hier Volkssport. Optimismus gilt als eingeschleppte Krankheit.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon Schnitter » So 30. Sep 2018, 14:07

DarkLightbringer hat geschrieben:(30 Sep 2018, 15:06)

Jammerei ist hier Volkssport. Optimismus gilt als eingeschleppte Krankheit.


Das bringt es auf den Punkt.
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Re: Warum sind die Menschen in Deutschland so unzufrieden?

Beitragvon DarkLightbringer » So 30. Sep 2018, 14:14

Schnitter hat geschrieben:(30 Sep 2018, 15:07)

Das bringt es auf den Punkt.

Danke. Dann sind wir uns ja einig und können zuversichtlich in die nächste Diskussion gehen.
;)
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]

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