Warum ich Demokratie hasse

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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Betrachter » Mi 17. Okt 2018, 10:58

Uffhausen hat geschrieben:(17 Oct 2018, 11:50)

Ich möchte, dass das Volk mehr Verantwortung und Kontrolle übernimmt - nicht eine einzelne Person oder eine einzelne Partei!



Das liebe Volk gibt doch gerade mit der Wahl der Herrschaft jegliche Verantwortung und Kontrolle ab. Ganz in seinem Interesse als Konkurrenzgesellschaft, die ohne staatliche Gewalt gar nicht so wunderbar friedlich existieren kann. Das, was da als "Volk" existiert, ist kein harmonisches Kollektiv, sondern ein Gegeneinander von lauter Privatinteressen, die um Arbeitsplätze und Geld kämpfen.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Uffhausen » Mi 17. Okt 2018, 11:21

Betrachter hat geschrieben:(17 Oct 2018, 11:58)

Das liebe Volk gibt doch gerade mit der Wahl der Herrschaft jegliche Verantwortung und Kontrolle ab.

Das Volk hat "zwischen den Wahlen" viel mehr Macht, als ihm offentlichtlich bewusst ist.

Siehe bspw. die Demos gegen Flüchtlinge - die "Herrschaft" erkennt diese korrekterweise als fremdenfeindliche Entwicklung und versucht, politisch entgegen zuwirken. Würde es entsprechendes Demonstrationverhalten auch bei anderen Themen, bspw. steigende Mieten, Rentenunsicherheit, Sanierungsstau bei öffentlichen Einrichtungen usw. geben, meinst du nicht, dies würde nicht auch "bei denen da oben" ankommen und sie würden dadurch zum politischen Handeln "gezwungen" sein?

Nur leider gibt es kein entsprechendes Demonstrationsverhalten bspw. bei sozialen Themen - die macht das Volk lieber am Stammtisch hinter Bierflaschen, im Fernsehsessel hinter einer Chipstüte oder anonym im Internet hinter diversen Hetztiraden unter sich selbst aus - und wundert sich allen Ernstes, dass in Berlin nix dergleichen wahr- und somit auch ernstgenommen und folglich nix in Angriff genommen, bewältigt und beseitigt wird. Die merkelsche "Weiter so!"-Politik beweist es doch!
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Betrachter » Mi 17. Okt 2018, 11:34

Uffhausen hat geschrieben:(17 Oct 2018, 12:21)

Das Volk hat "zwischen den Wahlen" viel mehr Macht, als ihm offentlichtlich bewusst ist.

Siehe bspw. die Demos gegen Flüchtlinge - die "Herrschaft" erkennt diese korrekterweise als fremdenfeindliche Entwicklung und versucht, politisch entgegen zuwirken. Würde es entsprechendes Demonstrationverhalten auch bei anderen Themen, bspw. steigende Mieten, Rentenunsicherheit, Sanierungsstau bei öffentlichen Einrichtungen usw. geben, meinst du nicht, dies würde nicht auch "bei denen da oben" ankommen und sie würden dadurch zum politischen Handeln "gezwungen" sein?

Nur leider gibt es kein entsprechendes Demonstrationsverhalten bspw. bei sozialen Themen - die macht das Volk lieber am Stammtisch hinter Bierflaschen, im Fernsehsessel hinter einer Chipstüte oder anonym im Internet hinter diversen Hetztiraden unter sich selbst aus - und wundert sich allen Ernstes, dass in Berlin nix dergleichen wahr- und somit auch ernstgenommen und folglich nix in Angriff genommen, bewältigt und beseitigt wird. Die merkelsche "Weiter so!"-Politik beweist es doch!


Wer seine Meinung "demonstriert" und danach wieder friedlich an die Arbeit fürs Kapital und den Staat geht, der hat seine Interessen eben nicht durchgesetzt.
Und das bisschen geänderte Flüchtlingspolitik macht die Leute auch nicht glücklicher. Die haben auch ohne Ausländer um Arbeitsplätze konkurriert- als Einheimische.
Auch Streiks, brav gewerkschaftlich organisiert und ganz im Sinne des Gesetzes, verhindern keine Armut. So geht das in der Demokratie- jeder darf ein bisschen meckern, nur den ganzen Laden in Frage stellen, das darf er nicht.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Uffhausen » Mi 17. Okt 2018, 20:18

Betrachter hat geschrieben:(17 Oct 2018, 12:34)
So geht das in der Demokratie- jeder darf ein bisschen meckern, nur den ganzen Laden in Frage stellen, das darf er nicht.

Ich stelle den ganzen Laden nicht in Frage - für mich ist er voll und ganz "funktionstüchtig". Das Problem ist, das Angebot entspricht nicht dem Bedarf; es gibt zwar allseits zig Erwartungen, aber keine Nachfrage.

Ich verstehe nicht, was es helfen sollte, deshalb den ganzen Laden gleich in Frage zu stellen - wäre es nicht klüger und vorallem logischer, für Nachfrage zu sorgen, damit der Laden sein Angebot entsprechend anpassen und somit die Erwartungen erfüllen kann?
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Betrachter » Do 18. Okt 2018, 07:11

Uffhausen hat geschrieben:(17 Oct 2018, 21:18)

Ich stelle den ganzen Laden nicht in Frage - für mich ist er voll und ganz "funktionstüchtig". Das Problem ist, das Angebot entspricht nicht dem Bedarf; es gibt zwar allseits zig Erwartungen, aber keine Nachfrage.

Ich verstehe nicht, was es helfen sollte, deshalb den ganzen Laden gleich in Frage zu stellen - wäre es nicht klüger und vorallem logischer, für Nachfrage zu sorgen, damit der Laden sein Angebot entsprechend anpassen und somit die Erwartungen erfüllen kann?



Für Bedarf wird gar nicht produziert, sondern für Gewinn. Sonst gäbe es keine giftigen Lebensmittel- oder haben sich die Verbraucher dieses Zeug bestellt?
nachfrage nach guten und haltbaren Dingen gibt es überall- das Angebot richtet sich jedoch nicht nach Nachfrage, sondern nach zahlungsfähiger Nachfrage.
Du kannst alles bekommen, was heute technisch möglich ist- wenn du es bezahlen kannst.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Letzter_Hippie » Sa 20. Okt 2018, 19:50

Uffhausen hat geschrieben:(11 Oct 2018, 21:33)

Freilich ist in einer Demokratie politische Manipulation in Form von Lobbyismus möglich - aber nur weil es möglich ist, ist man in einer Demokratie nicht gezwungen, darauf einzugehen!

Ich habe heute morgen im Radio irgendwas davon gehört, dass die deutschen Autokonzerne fürchten (oder drohen?), dass, wenn die CO2-Richtlinien verschärft werden, 100 000 Arbeitsplätze gefährdet wären (oder abgebaut werden?) - DAS ist höchstwahrscheinlich Manipulation in Form von Lobbyismus! Die Wirtschaft versucht, der Regierung Politik zu diktieren.


Nein, das ist ein Spiel. ;) Und ich fand es geschmacklos in seiner Dreistigkeit. Eigentlich finde ich es schon geschmacklos, wenn mit "Arbeitsplätzen" geschachert wird als wäre das eine Ware - aber das ist wohl normal.

(Ich war ein bischen auf Reisen - hab die Südgrenze der EU inspiziert und fand sie von zwei Rehpinschern bewacht. Die hatten sogar die Frechheit mich anzukläffen.)

Die Frage ist, warum man Angst haben muss, dass unsere Politiker nicht schlau agieren wollen, um der Manipulation zu entgehen und es dem wirtschaftlichen Lobbyismus so schwer wie nur möglich macht.


Das ist eine sehr gute Frage. Dazu hat schon der Begründer des ersten Instituts für politische Bildung was gesagt.

Und eine weitere, fast noch wichtigere Frage ist, warum die Bürger im Falle des Falles lieber die Politik abstrafen, anstatt die Wirtschaft. Doch nicht etwa, weil dem Deutschen sein Auto heiliger ist, als seine Regierung?!


Der Bürger ist das Nutztier, das von Wirtschaft und Politik gehalten wird. Bei der Politik wird ihm zumindest gesagt, er hätte einen Einfluss drauf.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Letzter_Hippie » Sa 20. Okt 2018, 20:20

Tomaner hat geschrieben:(12 Oct 2018, 11:11)
Genau deshalb spreche ich einer AfD Demokratie ab, weil sie eben keine Interessen vertreten, außer ihren eigenen, die schlicht auf den Nenner sind, keine Ausländer und alles ist gut. Um es mal zu übertreiben, Millionen Arbeitnehmer sind ihre eigenen Interessen egal und man könnte in Millionen zusammen mit Familie verhungern, hauptsächlich wir haben keine Ausländer und Moslems.


Das ist so nicht haltbar -mit oder ohne Übertreibung-, und ich denke das weisst Du auch.

Ich hab heut den Tag damit verbracht, mich mit Vertretern aller Parteien ausgiebig zu unterhalten - und es waren, zu meiner eigenen Überraschung, durchweg sehr gute Gespräche. Das kenne ich aus der Vergangenheit, vor früheren Wahlen, ziemlich anders. Schon das könnte den Schluss nahelegen: AfD wirkt. ;)

Darüberhinaus bin ich darin begriffen, meinen Eindruck von der AfD weiter zu schärfen. Ich bin inzwischen der Ansicht, dass da ein Problem ist, aber ich meine, Deine Darstellung trifft es nicht. Eher geht es in die Richtung, dass sie selber nicht recht zu wissen scheinen, welche Interessen sie vertreten. Das ist aus meiner Sicht ein großes Problem, weil ich der Überzeugung bin, dass man positive Ideale und Ziele braucht um irgendetwas sinnvoll zu bewegen - es muss aber für eine Gruppe, die sich in erster Linie als Kritikfunktion (Opposition) begreift, kein vorrangiges Problem sein - und dass eine reine Kritikfunktion ohne konkrete Interessenvertretung den demokratischen Prinzipien widerspräche, sehe ich so nicht.

Wenn Du aber eher darauf zielst, dass da Leute ihre individuelle Unzufriedenheit ausdrücken, ohne dabei viel an das größere Ganze zu denken, dann würde ich da mal ein vorsichtiges Nicken erwiedern. Dann ist aber die Frage: wo sollen sie denn hin mit ihrer Unzufriedenheit? In sich hineinfressen und ärgern? Halte ich nicht für klug. Da ein Vehikel, eben eine Partei, zu bilden, um diesem Umstand Ausdruck zu geben, scheint mir nicht das verkehrteste, und auch nicht undemokratisch.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Uffhausen » Sa 20. Okt 2018, 22:30

Betrachter hat geschrieben:(18 Oct 2018, 08:11)

Für Bedarf wird gar nicht produziert, sondern für Gewinn. Sonst gäbe es keine giftigen Lebensmittel- oder haben sich die Verbraucher dieses Zeug bestellt?

Indirekt. Freilich gibt es auch eiskalte Hersteller, die für den maximalen Gewinn notfalls über Leichen gehen. Aber Tatsache ist, die Konsumenten wollen immer billiger einkaufen - und das mindert die Qualität der Waren. Die Qualität sollte eigentlich den Preis bestimmen und nicht umgekehrt der Preis die Qualität.

Aber sag' das mal als Händler deinen Kunden, dass sie absofort tiefer in die Tasche greifen müssen für bessere Qualität - die zeigen dir den Vogel und rennen zur Konkurrenz.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Uffhausen » Sa 20. Okt 2018, 23:03

Letzter_Hippie hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:50)

Nein, das ist ein Spiel. ;)

Natürlich ist das ein Spiel. Ein Spiel, bei dem die Wirtschaft die Regeln bestimmt und der Bürger das Endergebnis: Gewinner ist immer die Wirtschaft und Verlierer ist immer die Politik. Die Wirtschaft hat absolute Narrenfreiheit durch Volkes Gnaden; da erscheint es eigentlich idiotisch, dass das Volk sich zunehmend über handlungsunfähige oder volksfremde Politik echauffiert.


Der Bürger ist das Nutztier, das von Wirtschaft und Politik gehalten wird.

Ist das so, oder bildet der Bürger sich das nur ein - aus Gründen von Naivität, Dummheit oder Feigheit?
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon zollagent » So 21. Okt 2018, 08:18

Letzter_Hippie hat geschrieben:(20 Oct 2018, 21:20)

Das ist so nicht haltbar -mit oder ohne Übertreibung-, und ich denke das weisst Du auch.

Ich hab heut den Tag damit verbracht, mich mit Vertretern aller Parteien ausgiebig zu unterhalten - und es waren, zu meiner eigenen Überraschung, durchweg sehr gute Gespräche. Das kenne ich aus der Vergangenheit, vor früheren Wahlen, ziemlich anders. Schon das könnte den Schluss nahelegen: AfD wirkt. ;)

Darüberhinaus bin ich darin begriffen, meinen Eindruck von der AfD weiter zu schärfen. Ich bin inzwischen der Ansicht, dass da ein Problem ist, aber ich meine, Deine Darstellung trifft es nicht. Eher geht es in die Richtung, dass sie selber nicht recht zu wissen scheinen, welche Interessen sie vertreten. Das ist aus meiner Sicht ein großes Problem, weil ich der Überzeugung bin, dass man positive Ideale und Ziele braucht um irgendetwas sinnvoll zu bewegen - es muss aber für eine Gruppe, die sich in erster Linie als Kritikfunktion (Opposition) begreift, kein vorrangiges Problem sein - und dass eine reine Kritikfunktion ohne konkrete Interessenvertretung den demokratischen Prinzipien widerspräche, sehe ich so nicht.

Wenn Du aber eher darauf zielst, dass da Leute ihre individuelle Unzufriedenheit ausdrücken, ohne dabei viel an das größere Ganze zu denken, dann würde ich da mal ein vorsichtiges Nicken erwiedern. Dann ist aber die Frage: wo sollen sie denn hin mit ihrer Unzufriedenheit? In sich hineinfressen und ärgern? Halte ich nicht für klug. Da ein Vehikel, eben eine Partei, zu bilden, um diesem Umstand Ausdruck zu geben, scheint mir nicht das verkehrteste, und auch nicht undemokratisch.

Richtig, wo wollen sie hin? Und die Richtung haben sie doch bereits deutlich angezeigt. Nach braunrechts. Das sehe ich nicht als positives Zeichen. Und auch als Zeichen "AfD wirkt" in dem Sinn wie eine Krankheit. All die Probleme der Unzufriedenen gab es nämlich schon lange vor der Flüchtlingswelle. Nur ist es leichter, einen Sündenbock zu haben, als sich selbst und seine Handlungen zu hinterfragen. Ich würde sogar sagen, die Wenigsten können das überhaupt.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Großer Adler » So 21. Okt 2018, 09:22

Warum ich Demokratie Hasse:

http://www.tagesschau.de/ausland/usa-in ... n-101.html
Vermutungen dienen als Grundlage dafür, aufwendige Abkommen aufzukündigen.

http://www.tagesschau.de/inland/kita-plaetze-103.html

Jahrzehte ein Problem, bis heute nicht gelöst.

http://www.tagesschau.de/inland/maas-sa ... n-101.html

Nichteinhaltung von Koalitionsverträgen "für die Wirtschaft".

Warum ich Demokratie mag? Weil es sonst keinen Grund gibt, gegen etwas zu kämpfen.
http://www.tagesschau.de/ausland/afghan ... l-109.html
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Betrachter » So 21. Okt 2018, 10:23

Uffhausen hat geschrieben:(20 Oct 2018, 23:30)

Indirekt. Freilich gibt es auch eiskalte Hersteller, die für den maximalen Gewinn notfalls über Leichen gehen. Aber Tatsache ist, die Konsumenten wollen immer billiger einkaufen - und das mindert die Qualität der Waren. Die Qualität sollte eigentlich den Preis bestimmen und nicht umgekehrt der Preis die Qualität.

Aber sag' das mal als Händler deinen Kunden, dass sie absofort tiefer in die Tasche greifen müssen für bessere Qualität - die zeigen dir den Vogel und rennen zur Konkurrenz.


Wer will denn miese Qualität? Niemand. Aber wer hat das Geld, um immer nur gute Qualität zu kaufen?
Rechne mal vor, wie ein armer Mensch (in D sind das 13 Mio, die laut offiziellem Armutsbericht nicht von ihrer Arbeit leben können und staatliche Hilfe brauchen)
sich ständig nur gute Sachen kaufen kann?
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Tomaner » So 21. Okt 2018, 11:48

Letzter_Hippie hat geschrieben:(20 Oct 2018, 21:20)

Das ist so nicht haltbar -mit oder ohne Übertreibung-, und ich denke das weisst Du auch.

Ich hab heut den Tag damit verbracht, mich mit Vertretern aller Parteien ausgiebig zu unterhalten - und es waren, zu meiner eigenen Überraschung, durchweg sehr gute Gespräche. Das kenne ich aus der Vergangenheit, vor früheren Wahlen, ziemlich anders. Schon das könnte den Schluss nahelegen: AfD wirkt. ;)

Darüberhinaus bin ich darin begriffen, meinen Eindruck von der AfD weiter zu schärfen. Ich bin inzwischen der Ansicht, dass da ein Problem ist, aber ich meine, Deine Darstellung trifft es nicht. Eher geht es in die Richtung, dass sie selber nicht recht zu wissen scheinen, welche Interessen sie vertreten. Das ist aus meiner Sicht ein großes Problem, weil ich der Überzeugung bin, dass man positive Ideale und Ziele braucht um irgendetwas sinnvoll zu bewegen - es muss aber für eine Gruppe, die sich in erster Linie als Kritikfunktion (Opposition) begreift, kein vorrangiges Problem sein - und dass eine reine Kritikfunktion ohne konkrete Interessenvertretung den demokratischen Prinzipien widerspräche, sehe ich so nicht.

Wenn Du aber eher darauf zielst, dass da Leute ihre individuelle Unzufriedenheit ausdrücken, ohne dabei viel an das größere Ganze zu denken, dann würde ich da mal ein vorsichtiges Nicken erwiedern. Dann ist aber die Frage: wo sollen sie denn hin mit ihrer Unzufriedenheit? In sich hineinfressen und ärgern? Halte ich nicht für klug. Da ein Vehikel, eben eine Partei, zu bilden, um diesem Umstand Ausdruck zu geben, scheint mir nicht das verkehrteste, und auch nicht undemokratisch.


Nehmen wir doch mal nur die Fakten. die Wirtschaft läuft gut, wir sind nahe an Vollbeschäftigung. Die Vermögen ohne Grundstückbesitz, der Deutschen sind seit Wende nahezu verdreifacht auf jetzt 6000 Milliarden und dies ohne wesentliche Inflation. So nebenbei erwähnt von Rechten, Deutschland zahle für alle armen EU Länder kann so also nicht stimmen, sonst könnten sich unser Vermögen nicht so nach oben schießen. Das wirkliche Problem dürfte dann also sein, wie ist dieses vermögen verteilt und ist dies gerecht. SPD führte Mindeslohn ein und jetzt Krankenkassenparität und wirkt an Mietpreisbremse mit. Alles Dinge die etwas von Oben nach Unten verteilen und wird dafür brutalst abgestraft. Auch das Geschrei einer AfD stimmt so nicht, denn bei Kriminalitätsstatistiken, sind Morde, Gewalttaten und auch Vergewaltigungen rückläufig auf 30 Jahren betrachtet. Dennoch sind viele Leute unzufrieden und gehen weit nach rechts und da bleibe ich dabei, eine AfD hat da keine Antworten und Lösungen und vertritt die Interessen der abhängig Beschäftigten nicht. Weder bei Gewerkschaften und versuchten Verbesserungen, noch bei Steuerrecht (Versteuerung von Nachtschichtzulagen), auch nicht bei Sozialen und bei Rente haben sie noch nicht mal einen Plan.

So stellt sich mir doch mal die schlichte Frage, was wollen die Leute wirklich genau und was bieten die verschiedenen Parteien dazu an? Was vor allem gibt es für Angobote von denen die Demokratie hassen? Unsewre Demokratie in die Tonne treten, für eine Katze im Sack?
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Uffhausen » So 21. Okt 2018, 20:09

Betrachter hat geschrieben:(21 Oct 2018, 11:23)

Wer will denn miese Qualität? Niemand. Aber wer hat das Geld, um immer nur gute Qualität zu kaufen?
Rechne mal vor, wie ein armer Mensch (in D sind das 13 Mio, die laut offiziellem Armutsbericht nicht von ihrer Arbeit leben können und staatliche Hilfe brauchen)
sich ständig nur gute Sachen kaufen kann?

Erstmal: Was ist "miese" bzw. "gute Qualität"? Gibt es da allgemein gültige Richtlinien oder bestimmen darüber einzig persönliche Vorlieben?

Weißt du, ich arbeite in der Altenpflege und habe auch nicht Geld wie Heu - aber es gibt entsprechende Alternativen. Z. B. ein regionaler Bio-Landwirt auf unserem Wochenmarkt bietet krummgewachsenes Gemüse an - die gleiche Demeter-Qualität wie das gerade Zeugs - aber dafür ZUM HALBEN PREIS! Gleiche Qualität, anderer Preis - WARUM? Warum sind für so viele Menschen da draußen bspw. gerade und gesäuberte Karotten qualitativ hochwertiger, warum entscheidet bei Qualität die Optik? Tatsächlich könnten sie Unmengen an Geld sparen, wenn sie "natürlich gewachsenes" Gemüse kaufen würden. Gleiches beim Obst - bspw. die Äpfel und Birnen mit nur minimalen Druckstellen kauft keine Sau - kriegste auch zum halben Preis bei gleicher Qualität.

Ich habe den Bauer mal gefragt, wieviele Kunden diesen Preisvorteil nutzen würden - er meinte, von hundert Kunden vielleicht zehn. Einige wenige weichen "notgedrungen" (also ungern) auf das krumme Sach aus, wenn das "normale" ausverkauft sein sollte. Sorry - DUMMES VOLK! :mad:

Ich wollte auch mal wissen, was mit dem "unverkäuflichen" Obst und Gemüse ansonsten passiert - ein Drittel wird (bzw. muss) weggeschmissen (werden), ein Drittel dem eigenen Vieh verfüttert und ein Drittel weiterverkauft - z. B. sofort weiterverarbeite Unternehmen wie Caterer. Für diese ist das freilich ein lohnendes Geschäft - Spitzenqualität zum absoluten Spottpreis. Und so kannst du wiederrum auch dort gute Qualität vorfinden, wo du es im Grunde am allerwenigsten erwartest (z. B. Schulkantinen)

Zu "armen" Menschen - nun, bei allen aus meinem persönlichem Umfeld bekannten Fällen, die entweder Hartz-4 empfangen oder nur schwer von ihrer Arbeit, bzw. verschiedenen Arbeiten leben können, muss ich ganz ehrlich sagen, erkenne ich einzig und allein, dass sie sich "weigern", ihren Lebensstil ihren finanziellen Mitteln anzupassen. Tut mir leid, aber wenn's UNBEGINGT eine Riesen-Flachbildfernseher sein muss, oder Handy und Laptop von Apple, ständig neue Marken-Klamotten, wenn man das immer teurer werdende Rauchen nicht einstellen will, wenn man kurze Strecken partout nicht laufen will, oder längere nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen will, sondern lieber sinnlos Geld für Sprit verpulvert - weil alles andere "voll assi" ist! - dann braucht man sich nicht wundern, wenn bspw. schon zu Monatsmitte das Geld ausgeht oder man kein Geld mehr hat um sich ausreichend und qualitative Lebensmittel einzukaufen.

In meinem Altenheim haben bspw. Obdachlose die Möglichkeit, kostenlos Reste von den täglichen Mahlzeiten zu bekommen (z. B. Nudeln, Gemüse, Fleisch, Suppen oder Brot usw) und sich diese Sachen nur ein paar Häuser weiter in einer Obdachloseneinrichtung warm zu machen - die wenigsten sind dankbar, sondern stellen Ansprüche. Nein, dass will ich nicht, gaben Sie mir gefälligst davon mehr. Wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, oder schlicht nichts mehr da ist, einige also leer ausgehen, gehen einige auch schon zu Sachbeschädigung über. Treten die Glasscheibe der Tür ein, beschädigen die Klingel oder urinieren an die Hauswand.
Wie mir die Kolleginnen und Kollegen aus der Küche berichteten, kommen zunehmend auch Leute, die keinesfalls obdachlos oder sonstwie hilfsbedürftig sind - und nein: Keine Flüchtlinge! Sondern Studenten, oder ältere Herr- und Damenschaften, die ganz bestimmt einfach nur zu faul sind, sich selber was zu kochen, oder zu geizig sind, für Essen Geld auszugeben, weil ihnen bspw. Zigaretten und Alkohol soviel wichtiger sind. Einmal habe ich gesehen, dass da eine Frau mit ihrem nagelneuen Mercedes (!) vorfuhr...

"Armen" Menschen bin ich misstrauisch gegenüber. Z. B. habe ich mal vor Jahren spontan den Selbstversuch gestartet und einem Trio von Obdachlosen, die vor der Sparkasse rumlümmelten (aber nicht bettelten) ein paar belegte Brötchen und süße Stückle beim naheliegenden Bäcker gekauft. Als ich es ihnen anbot, guckten sie mich an, als käme ich vom Mond. Einer warf mir die Brötchentüte vor die Füße und meinte, ich sollte ihnen lieber eine Kiste Bier spenden, wenn ich doch so sozial wäre. Oder noch besser ein paar Flaschen Schnaps, wenn ich nicht geizig sei. Die anderen beiden beleidigten mich grob. Einige Passanten wurden Zeuge und es entstand ein heftige Diskussion über Dankbarkeit und "überlebenswichtige" Lebensmittel - schlußendlich haben ein paar andere und ich uns den "Armen" gegenüber gesetzt und demonstrativ die Brötchen und süßen Sachen gefuttert und uns über Gott und die Welt unterhalten - das obdachlose Trio hat sich nach einigen Minuten, nicht ohne würste Beleidigungen gegen uns auszustoßen, verkrümmelt.

Von "Armut" war auch selbst mal betroffen - meine Mutter starb, als ich sieben war und mein Vater wurde relativ zeitgleich arbeitslos. Das Amt wollte uns nicht unterstützen, weil mein Vater "vermögend" war - also musste mein Vater erstmal sein Gespartes verjubeln. Er kaufte eine Eigentumswohnung und verschuldete sich damit gleichzeitig für die nächsten zehn Jahre. Erst jetzt galten wir als "arm" und qualifizierten uns für staatliche Unterstützung (man bedenke, wie einfach das geht...!). Wie hat unser Umfeld darauf reagiert - die Nachbarsmütter rotteten sich zusammen und wollten auf Gedeih und Verderb, dass ich in ein Heim komme - weil ein MANN kann doch kein kleines Kind großziehen! In der Schule hatte ich jahrelang unter Mobbing zu leiden, weil mein Vater mir eben keine Marken-Turnschuhe, keinen Computer usw. kaufen konnte und alle meine Schulbücher nur geliehen waren. Ich habe folglich schon im Alter von zehn Jahren mehr als eindeutig feststellen können, dass eigentlich diejenigen, die sich über Geld keine Gedanken machen müssen, die "ärmeren" in unserer Gesellschaft sind.
Ich hatte trotz allem eine wunderschöne Kindheit. Ich hatte zwar keine Marken-Sachen, aber dafür qualitativ hochwertiges und abwechslungsreiches Essen. Die anderen hatten zwar Turnschuhe von Adidas & Co., aber wohl häufig dafür Dosenfutter und Fertiggerichte zum Essen.

Meine Fazits:

- Optik geht vor Qualität - gerade bei Lebensmitteln!
- Ein Apfel auf dem Handy ist wichtiger, als ein Apfel auf dem Teller
- Arme sind reich - an Undank!
- Gesellschaftliche Intoleranz ist der Armut Lohn
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Letzter_Hippie » Di 23. Okt 2018, 00:10

BlueMonday hat geschrieben:(16 Oct 2018, 13:09)

Politik gibt es nur, weil es Konflikte gibt. Konflikte gibt es, weil es Knappheit gibt.


Interessanter Ansatz.

Der größte Unsinn überhaupt ist diese Vorstellung eines Allgemeininteresses. Wenn es dieses allgemeine Interesse tatsächlich gäbe, also wenn alle Beteiligten ausnahmslos dasselbe Interesse hätten, dann gäbe es gar keinen Interessenskonflikt, der politisch zu lösen wäre. Politik wäre überflüssig. Es gibt auch kein "Volk" als handelndes Subjekt. Es gibt keine "Gesellschaft". Es gibt höchstens Individuen, die sich zeitweise zu Interessensgruppen zusammenfinden.


Wenn alle dasselbe Interesse haben, dann konkurrieren sie immer noch -oder gerade deswegen- um knappe Dinge.
Es gibt eine andere Theorie (die aber etwas "durchgeknallt" ist), dass die Menschen individuell sind, und sich gerade deshalb konfliktfrei ergänzen könnten - weil der eine das haben will, was der andere geben will. Some of them want to use you / Some of them want to get used by you / Some of them want to abuse you / Some of them want to be abused

Demokratie als eine politische Methode der Entscheidungsfindung blendet eine wesentliche Alternative aus: statt Rückzug zuzulassen, statt auf die Verkleinerung des öffentlichen Raumes zu drängen, zementiert sie diesen öffentlichen Raum, weitet ihn gar noch aus, versucht in jeden noch so privaten Bereich zu kriechen, um über ihn dann eben "demokratisch" im Ideal per "Mehrheitsbeschluss" zu bestimmen. Sie kommt gar nicht auf die Idee, dass man gar nicht möglichst alles öffentlich, also politisch entscheiden sollte oder müsste. Im Gegenteil, diesen Raum gilt es gerade zu minimieren.


Da wäre die Frage, warum das so ist.

Das ist die demokratische Illusion: man glaubt durch "Mitbestimmung" mehr Entscheidungsgewicht zu bekommen. Das Gegenteil ist der Fall, die eigene Stimme wiegt in der Masse der Stimmen praktisch nichts, verliert nahezu völlig ihr Gewicht. Es geht andersherum darum, den öffentlichen Raum so lange in kleinere Entscheidungssphären ("Eigentum") zu teilen, bis der Grad an Konflikten erträglich verkleinert ist. Das ist der Weg zur wirklichen Selbstbestimmung, zur wirklichen Demokratie. Es geht nicht darum, dass ein illusionäres "Volk" regiert, sondern die wirklichen Einzelnen über ihre eigenen Belange entscheiden.


Das hiesse aber auch Selbstverantwortung.

Und da gibt es diesen Spruch von Dostojewski: Für den Menschen gibt es keine unabänderlichere und qualvollere Frage als die, wie man, wenn man freigeblieben ist, so schnell als möglich jenen findet, vor dem man sich niederwirft und ihn anbetet.

Die religiöse Konnotation finde ich hier auch bedeutsam.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Letzter_Hippie » Di 23. Okt 2018, 00:27

Uffhausen hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:03)

Natürlich ist das ein Spiel. Ein Spiel, bei dem die Wirtschaft die Regeln bestimmt und der Bürger das Endergebnis: Gewinner ist immer die Wirtschaft und Verlierer ist immer die Politik. Die Wirtschaft hat absolute Narrenfreiheit durch Volkes Gnaden; da erscheint es eigentlich idiotisch, dass das Volk sich zunehmend über handlungsunfähige oder volksfremde Politik echauffiert.


Das mit der Wirtschaft haben wir schon länger. Eigentlich schon, seit in der Cola kein Koks mehr drin ist. ;)
(Ich meine: es werden entwertete Produkte verkauft - und dem Kunden, dem -in der masse- offenbar der Geschmack abhanden gekommen ist, wird die Illusion eines Wertes vermittelt.)
Und an dem Punkt hatte eben die Hippie-Kultur einen Ansatz, um da auszusteigen und wieder zum lebendigen, gesunden und natürlichen zurückzukommen. Aber der Ansatz ist dann auch wieder nur zu einer Religion gemacht worden - und heute bezahlen die Leute für "Öko", ohne wirklich zu wissen was sie da tun.

Ist das so, oder bildet der Bürger sich das nur ein - aus Gründen von Naivität, Dummheit oder Feigheit?


Sagen wir mal so: wenn der Bürger das so sehen würde, und drauf käme dass er das nicht mag, dann könnte er was dagegen tun. Aber offenbar sieht es der Bürger eher als Segen an, dass er zwischen 385 Fernsehprogrammen wählen kann wo überall nur Mist kommt, dass er 50'000qm Shoppingmalls besuchen kann wo es von oben bis unten nur Neuschrott gibt, und dass er zwischen 30 Parteien wählen kann die ihm alle nur erzählen was er mutmaßlich hören will.

Aber dass ich dieses Bild vom Bürger als Nutztier greife, hat noch andere Gründe. Nehmen wir als Beispiel einen Geldschein: da finden sich seit einigen Jahren unregelmäßige kleine Kreise. Die haben einen Zweck: dein Drucker wird dieses Muster aus Kreisen erkennen, und sich weigern, eine Kopie dieses Geldscheins zu drucken.
Und für dieses Feature bezahlst du natürlich, wenn du einen Drucker kaufst.
Wir bezahlen also inzwischen nicht mehr für Produkte, die uns etwas ermöglichen sollen, sondern für Produkte, die uns etwas verunmöglichen sollen, was nicht gut für uns sein könnte.

Und das ist eine Fürsorge, wie sie ein Landwirt seinen Nutztieren zukommen lassen mag - dass er aufpasst dass sie nicht zu Schaden kommen. Aber unter Menschen, gerade wenn man ansetzt, dass Menschen von natur aus gleichwertig seien, erscheint das etwas eigenartig.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Letzter_Hippie » Di 23. Okt 2018, 00:48

zollagent hat geschrieben:(21 Oct 2018, 09:18)

Richtig, wo wollen sie hin? Und die Richtung haben sie doch bereits deutlich angezeigt. Nach braunrechts. Das sehe ich nicht als positives Zeichen. Und auch als Zeichen "AfD wirkt" in dem Sinn wie eine Krankheit. All die Probleme der Unzufriedenen gab es nämlich schon lange vor der Flüchtlingswelle. Nur ist es leichter, einen Sündenbock zu haben, als sich selbst und seine Handlungen zu hinterfragen. Ich würde sogar sagen, die Wenigsten können das überhaupt.


Kannst Du es denn? Kannst Du etwas anderes als die immergleichen Einwürfe von wegen "braunrechts"? ;)
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Letzter_Hippie » Di 23. Okt 2018, 00:52

Betrachter hat geschrieben:(21 Oct 2018, 11:23)

Wer will denn miese Qualität? Niemand. Aber wer hat das Geld, um immer nur gute Qualität zu kaufen?
Rechne mal vor, wie ein armer Mensch (in D sind das 13 Mio, die laut offiziellem Armutsbericht nicht von ihrer Arbeit leben können und staatliche Hilfe brauchen)
sich ständig nur gute Sachen kaufen kann?


Das greift zu kurz, Stichwort geplante Obsoleszenz. Eine gute Sache, die ein Leben lang hält, kommt dich immer noch billiger als eine schlechte Sache, die du jedes Jahr neu brauchst. Sie wird aber einfach nicht hergestellt.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Betrachter » Di 23. Okt 2018, 06:56

Letzter_Hippie hat geschrieben:(23 Oct 2018, 01:52)

Das greift zu kurz, Stichwort geplante Obsoleszenz. Eine gute Sache, die ein Leben lang hält, kommt dich immer noch billiger als eine schlechte Sache, die du jedes Jahr neu brauchst. Sie wird aber einfach nicht hergestellt.


"Wer billig kauft, kauft doppelt"- so die landläufige Meinung. Und an der ist ja etwas dran. Doch warum gibt es dann überhaupt miese Qualität?
Weil auch aus der Armut der Leute noch ein Geschäft gemacht wird. Was sollen die Armen denn machen? Sollen die sparen (wovon?), um sich Schuhe für 300 @ zu leisten, die jahrelang halten und nicht nur wenige Monate, welche bei 20- € Schuhen zu beobachten sind?

Es wird nur hergestellt, was verkauft werden kann. Und selbst das stimmt nur beschränkt. Wie viele durchaus nützliche Dinge werden vernichtet, nur weil sie nicht zu dem erhofften Preis verkauft werden konnten? Das ist Marktwirtschaft- ein Chaos zu Lasten der meisten Verbraucher.
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Re: Warum ich Demokratie hasse

Beitragvon Betrachter » Di 23. Okt 2018, 07:50

ThorsHamar hat geschrieben:(16 Oct 2018, 14:02)

Das ist imho so nicht ganz richtig. Politik ist die Postulierung, Verwaltung und praktische Umsetzung von Regeln einer Gemeinschaft, z.B. auch, um Konflikte zu vermeiden.
Politik gibt es auch ohne Konflikte.


Politik, also Staatsgewalt, ist nötig, um die Gegensätze der Interessen im "sozialen Frieden" zu halten. Wo kämen wir denn hin, wenn sich Menschen, die den gesellschaftlichen Reichtum erarbeiten, an diesem bedienen würden?

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