Ist Rassismus gesetzwidrig?

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Bengelbert
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon Bengelbert » Sa 7. Jul 2018, 19:25

Humelix33 hat geschrieben:(07 Jul 2018, 14:49)

Nein, aus reiner Fauhlheit, und weil man sich in irgendeiner Ehre verletzt fühlt, was in solch einer Situation völlig unangebracht ist, spielt man die Rassismuskarte. Das kommt leider viel zu oft vor, und es nervt vor allem, weil es a) billig ist und b) werden sie dann auch nicht ernst genommen, wenn sie mal wirklich rassistisch beleidigt oder angegriffen werden.

Richtig! Die Rassismuskeule stumpft ab, wenn sie zu oft geschwungen wird. (Und immer nur in eine Richtung.)
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon Tomaner » So 8. Jul 2018, 09:53

oga hat geschrieben:(10 Jun 2018, 22:24)

Neulich lief eine Nachbarin herunter auf dem Spielplatz um für Ordnung zu sorgen. Eine Schar Kinder wurde beim Spielen von ihren Müttern verpflegt und hatte das Areal im nu mittels achtlos auf den Boden geworfenen Bananenschalen und Getränkeverpackungen in eine Müllhalde verwandelt.
Die Nachbarin wandte sich an die mit Knöchellangen Mäntel und Kopftücher bekleidete Gruppe von Muttis, welche das Treiben ihrer Kinder nicht zu stören schien mit der Bemerkung, diese Art von Abfallentsorgung sei nicht in Ordnung. Jene unter den Muttis, die wohl am besten Deutsch konnte, konterte sofort mit der Frage: "Sind Sie Rassistin?"

Ok, die Rasismuss-, Antisemitismus- etc. Keule ist bekannt, sie hat den Zweck mundtot zu machen und meistens schafft sie es auch. Aber ich überlegte mir, was passiert wäre, wenn die Nachbarin mit "ja" geantwortet hätte und das publik geworden wäre...

Keine Verstoss gegen geltende antirassistische oder Gleichbehandlungs Gesetze, keine Verbreitung oder Verherrlichung von nationalsozialistischem Gedankengut, keine Holocaust Leugnung.

Lediglich Rassismus als Gesinnung. Ist das strafbar?


Bei uns ist auch ein Spielplatz gegenüber. Den "übernahmen" Jugendliche von Harz4 Familien und verschmutzten ihn total und glaubten Feten bis Nachts um 3 feiern zu müssen. Dagegen wehrten wir uns und wir bekamen ebenfalls Probleme mit deren Muttis, die aber alles "gute" Deutsche waren und mehr zum Spektrum AfD Wähler. Dies war auch so, als diese einer Frau mit einem kleinen Kind ein Handy klauten das neben ihr lag, als sie kurz abgelenkt war um ihr Kind bei Rutsche zu helfen. Ein Jugendlicher nahm unbemerkt das Handy und haute ab, die Restlichen blieben da. Als sie die Jugendliche zu Rede stellte wegen Handy holten die ihre Muttis und machten die Frau wegen falscher Verdächtigung nieder. Die Muttis wollten dann sogar Polizei holen und die Frau, also das Opfer anzeigen. Es wurde im Prinzip das selbe Spiel wie bei AfD aufgeführt, Opfer werden zu Täter gemacht und die Täter zu Opfer. Erst als wir uns einmischten und wußten das sich die Jugendlichen untereinander seit Jahren kannte und meineten, dann holen wir eben Polizei und die soll dann den ausfindig machen der abgehaun ist und von den anderen gedeckt wurde, ruderten sie zurück. Aber eben das bekannte AfD Schauspiel, sie werden in Deutschland verfolgt und die gesammte Gesellschaft ist gegen sie und ihnen als Deutsche werden die Rechte genommen usw.!


Was willst du uns aber sagen? Kopftuchmuttis mit langen Mändeln sind gleich Muttis die unsere Spielplätze verschmutzen. Dies natürlich kein Einzelfall, sondern ist so.

Hier geht es nicht um Rassismus sondern Intressen von Kindern, die einen Anspruch auf sauberen Spielplatz haben. Spielplätze werden aber nicht nur von Kopftuchmuttist beschmutzt und schon gar nicht von allen, sondern von allen möglichen Personen, bis hin zum guten deutschen Rentner und Rechtswähler mit seinem Hund.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon Tomaner » So 8. Jul 2018, 10:11

Bengelbert hat geschrieben:(07 Jul 2018, 20:25)

Richtig! Die Rassismuskeule stumpft ab, wenn sie zu oft geschwungen wird. (Und immer nur in eine Richtung.)


Es wird hier über etwas diskutiert ohne genau zu wissen, was überhaupt genau gesagt wurde. Denn ein sachlicher Hinweis den Spielplatz so zu verlassen, damit die nächsten Kinder sich da auch wohl fühlen, soll dies Mütter mit Rassismusvorwürfen argumentieren lassen? Gibt es da nicht auch ein Sprichwort wie, "wie man in den Wald ruft..."? Um also den Fall wirklich beurteilen zu können, müßte man doch erst mal genau wisssen, was die Frau zu den "Muttis" gesagt hat.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon Provokateur » So 8. Jul 2018, 23:25

Bengelbert hat geschrieben:(07 Jul 2018, 20:25)

Richtig! Die Rassismuskeule stumpft ab, wenn sie zu oft geschwungen wird. (Und immer nur in eine Richtung.)


Ja...in die Richtung von Rassisten zum Beispiel.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon oga » Mi 11. Jul 2018, 22:18

Tomaner hat geschrieben:(08 Jul 2018, 10:53)

Was willst du uns aber sagen? Kopftuchmuttis mit langen Mändeln sind gleich Muttis die unsere Spielplätze verschmutzen. Dies natürlich kein Einzelfall, sondern ist so.


Was ich sagen wollte, habe ich geschrieben. Es ist nicht nötig meine Aussage zu extrapolieren. Die Gleichung hast Du aufgestellt. Sie ist der Argumentationstaktik der Mutti sehr ähnlich.

Tomaner hat geschrieben:(08 Jul 2018, 10:53)

Hier geht es nicht um Rassismus sondern Intressen von Kindern, die einen Anspruch auf sauberen Spielplatz haben. Spielplätze werden aber nicht nur von Kopftuchmuttist beschmutzt und schon gar nicht von allen, sondern von allen möglichen Personen, bis hin zum guten deutschen Rentner und Rechtswähler mit seinem Hund.
Vollkommen richtig, um Rassismus geht es nicht, aber die Frage danach wurde gestellt. Und zwar, wie ich bereits bemerkte, um die Fragerin mundtot zu schlagen, indem man das Gespräch auf eine andere Ebene schiebt. Es hat funktioniert. Die Nachbarin hat die Diskussion abgebrochen.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon Tomaner » Mi 11. Jul 2018, 22:38

oga hat geschrieben:(11 Jul 2018, 23:18)

Was ich sagen wollte, habe ich geschrieben. Es ist nicht nötig meine Aussage zu extrapolieren. Die Gleichung hast Du aufgestellt. Sie ist der Argumentationstaktik der Mutti sehr ähnlich.

Vollkommen richtig, um Rassismus geht es nicht, aber die Frage danach wurde gestellt. Und zwar, wie ich bereits bemerkte, um die Fragerin mundtot zu schlagen, indem man das Gespräch auf eine andere Ebene schiebt. Es hat funktioniert. Die Nachbarin hat die Diskussion abgebrochen.


Es ist nun aber man so, man weiß nicht was die Frau zu den Muttis gesagt hat. Gab es einen Anlass oder nicht?
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon oga » Mi 11. Jul 2018, 23:07

Ich habe nur mit der Nachbarin gesprochen. Soweit sie mir erzählt hat, hat sie die Muttis auf die umherliegenden Verpackungen und Bananenschalen angesprochen, welche die Kinder auf dem Spielplatz weggeworfen haben. Falls das ein Anlas ist, dann gab es einen.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon Bengelbert » Do 12. Jul 2018, 12:03

Provokateur hat geschrieben:(09 Jul 2018, 00:25)
Ja...in die Richtung von Rassisten zum Beispiel.

In diese Richtung wird sie eher selten geschwungen. Die herrschende Antifa-Merkel-Ideologie der "no-border-no-nations" nennt zwar jeden Europäer einen "Rassisten", sofern er dieser Politik kritisch gegenübersteht, aber bei tatsächlichem Rassismus schaut sie weg. Oder hat irgendeiner dieser "Linken" sich darüber empört, daß es unter den IS-Psychopathen Leute gibt, die hellhaarige Menschen ausrotten wollen? Siehe hier:

http://gruppenaturblond.blogspot.com/2015/04/antiblonder-hass-unter-isis-terroristen.html

Das erinnert sehr an die Hexenprozesse der frühen Neuzeit, in welcher die südeuropäische Terrororganisation "Kirchenstaat" zig Tausende rotblonde Frauen auf den Scheiterhaufen gebracht hat. Rassismus ohne explizite Rassen-Ideologie scheint sogar weitaus gefährlicher zu sein als der ideologisch untermauerte, da er von den meisten gar nicht so leicht als solcher erkannt wird. -
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon DGDG » Do 12. Jul 2018, 13:11

Rassismus ist selbstverständlich keine Straftat. Rassistisch motivierte Straftaten dagegen schon (so, wie jede andere Straftat auch). Rassismus per se kann überhaupt nicht strafbar werden, denn im Prinzip ist jeder Mensch ein Rassist. Niemand ist völlig vorurteilsfrei, wenn es um fremde Menschen geht - genau das wäre aber die Bedingung, um nicht rassistisch zu sein.

Rassismus ist, heutzutage mehr denn je, eine beliebte Keule um nicht mit Argumenten diskutieren zu müssen. Das man Rassismus mit Nationalsozialismus gleichsetzt, zeigt das ziemlich deutlich. Der Begriff ansich ist mittlerweile korrumpiert und an einen Austausch von rationalen Argumenten ist leider nicht mehr zu denken. Übrigens auf beiden prominenten Seiten dieser Kinderzankerei um die moralische Überlegenheit. Schuld daran ist auch die fehlerhafte Nutzung des Begriffes, denn hätte man diesen verstanden, so würde man ihn nicht nutzen und den Rassismus als das anerkennen, was er ist: ein natürlicher Schutzmechanismus.

Ob die Ängste, die dazu führen, rational sind, oder nicht, spielt für die Politik auf beiden Seiten leider keine Rolle mehr.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon imp » Fr 13. Jul 2018, 08:06

oga hat geschrieben:(10 Jun 2018, 22:24)

Neulich lief eine Nachbarin herunter auf dem Spielplatz um für Ordnung zu sorgen. Eine Schar Kinder wurde beim Spielen von ihren Müttern verpflegt und hatte das Areal im nu mittels achtlos auf den Boden geworfenen Bananenschalen und Getränkeverpackungen in eine Müllhalde verwandelt.
Die Nachbarin wandte sich an die mit Knöchellangen Mäntel und Kopftücher bekleidete Gruppe von Muttis, welche das Treiben ihrer Kinder nicht zu stören schien mit der Bemerkung, diese Art von Abfallentsorgung sei nicht in Ordnung. Jene unter den Muttis, die wohl am besten Deutsch konnte, konterte sofort mit der Frage: "Sind Sie Rassistin?"

Ok, die Rasismuss-, Antisemitismus- etc. Keule ist bekannt, sie hat den Zweck mundtot zu machen und meistens schafft sie es auch. Aber ich überlegte mir, was passiert wäre, wenn die Nachbarin mit "ja" geantwortet hätte und das publik geworden wäre...

Keine Verstoss gegen geltende antirassistische oder Gleichbehandlungs Gesetze, keine Verbreitung oder Verherrlichung von nationalsozialistischem Gedankengut, keine Holocaust Leugnung.

Lediglich Rassismus als Gesinnung. Ist das strafbar?

Rassismus ist als Geisteshaltung nicht strafbar. Rassistische Handlungen können durchaus strafbar sein, dazu gehören auch Beleidigungen. Deine Frau hat mit der Bitte, den Müll nicht zu verteilen, nichts falsches getan. Das mit der Keule ist aber ein Ammenmärchen. Rassismus ist ein ernstes Problem, das man auch diskutieren und abwehren muss. In den allermeisten Fällen wünschen sich die Gegenüber nicht Schweigen sondern eine Antwort, am Besten eine erleichternde, aber auch eine streitbare Antwort ist besser als ein schweigsamer Rassist.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon imp » Fr 13. Jul 2018, 08:09

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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon imp » Fr 13. Jul 2018, 08:13

Bengelbert hat geschrieben:(07 Jul 2018, 20:25)

Richtig! Die Rassismuskeule stumpft ab, wenn sie zu oft geschwungen wird. (Und immer nur in eine Richtung.)

Keulen sind immer stumpf. Es sind Schlagwaffen, die nicht in den Körper hineinstechen sollen, sondern durch ihr Gewicht und die Wucht des Schlages wirken. Das funktioniert sehr gut :)
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon DGDG » Fr 13. Jul 2018, 09:47

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:06)
Rassismus ist ein ernstes Problem, das man auch diskutieren und abwehren muss. In den allermeisten Fällen wünschen sich die Gegenüber nicht Schweigen sondern eine Antwort, am Besten eine erleichternde, aber auch eine streitbare Antwort ist besser als ein schweigsamer Rassist.


Rassismus als Geisteshaltung ist kein sonderlich großes Problem. Wer sich Vorurteilen hingeben will, der kann und darf das auch tun - alles im Sinne der Meinungsfreiheit. Problematisch ist nur die Gewalt, die manchmal daraus resultiert.

Rassismus mit rassistisch motivierter Gewalt oder gar dem Nationalsozialismus gleichzustellen, ist jedoch falsch, da der Mensch inherent rassistisch ist (Es ist ein entwickelter Schutzmechanismus!). Man hat Vorurteile gegen Menschen aus anderen Bevölkerungsgruppen und dies resultiert daraus, dass man nichts über diese weiß und daher auf Annahmen und persönliche Erfahrungen zurückgreifen muss. Es gibt ja schließlich auch "positiven Rassismus", bei dem Menschen anderen Bevölkerungsgruppen rein positive Eigenschaften zuschreiben (und ja, auch zu sagen dass "Deutsche fleißig sind" oder "Syrer allgemein nett sind" ist Rassismus) - einfach, weil sie nett sein wollen.

Rassismus kann daher nur nativ "beseitigt" werden und dies passiert dann, wenn man generell keine schlechten Erfahrungen mit anderen Bevölkerungsgruppen macht, und mit "generell" meine ich auch faktisch Null. Dazu müsste man aber miteinander im Reinen sein. Wenn du es also schaffst, selbst so umstrittene Themen wie "Kinderehen" oder "Zwangsverstümmelung von Kindern" aus der Welt zu schaffen, dann, aber auch nur DANN hast du vielleicht die Chance, Rassismus über die nächsten 50-100 Jahre abzuschaffen. Da sich die politische Debatte in dieser Frage aber immer nur um die moralische Überlegenheit dreht, erscheint mir dies als "Mission Impossible".

Bis es soweit ist, ist ne Debatte um Rassismus wie ein Streit im Kindergarten => Man findet keine Lösung. Diese kann man eben nur finden, indem man die Reibungspunkte aus der Welt schafft und nicht indem man die Menschen denunziert, die sich aneinander reiben.

Aus meiner Sicht sind die Voraussetzungen dafür auch noch lange nicht gegeben. Dafür gibt es zuviel Ungereimheiten auf der Welt. Ungleiche Verteilung von Wohlstand, Ausbeutung anderer Länder (vorallem, aber nicht ausschließlich durch Staaten wie Deutschland und die USA), Kriege und vieles, vieles mehr, stehen dazwischen. Da man sich aber nicht mit den Ursachen, sondern nur mit den Symptomen beschäftigt, wird das alles nix. Man hat resigniert und lässt sich nun von ner Runde Whack-a-Mole mit der R-Keule berieseln.
Zuletzt geändert von DGDG am Fr 13. Jul 2018, 10:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon JFK » Fr 13. Jul 2018, 10:05

DGDG hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:47)

Wenn du es also schaffst, selbst so umstrittene Themen wie "Kinderehen" oder "Zwangsverstümmelung von Kindern" aus der Welt zu schaffen, dann, aber auch nur DANN hast du vielleicht die Chance, Rassismus über die nächsten 50-100 Jahre abzuschaffen. Da sich die politische Debatte in dieser Frage aber immer nur um die moralische Überlegenheit dreht, erscheint mir dies als "Mission Impossible".


Trugschluss, der Rassist könnte sich auch selber informieren und seine Vorurteile abbauen, die meisten aber sehen in diesem Rassismus ihre existenzberechtigung (muss das abendland retten)
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon DGDG » Fr 13. Jul 2018, 10:27

JFK hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:05)

Trugschluss, der Rassist könnte sich auch selber informieren und seine Vorurteile abbauen, die meisten aber sehen in diesem Rassismus ihre existenzberechtigung (muss das abendland retten)


Das Problem daran ist: Wenn sich der Rassist informiert, dann wird er genau das finden, was er nicht finden sollte/darf. Negative Beispiele, die ihn bestätigen. Egal ob das nun Rape-Gangs in England, Enthauptungen von Kindern usw. sind. Man beseitigt das Problem eben nicht, indem man sagt: "Du bist n Rassist weil du das für problematisch hälst". Genau das ist der Trugschluss der Keulenschwinger.

Für mich sind z.B. Kinderehen so ein Tabu-Thema. Du wirst mich nicht davon überzeugen können, dass das gut oder sogar "rechtens" ist und ich werde notfalls auch meinen letzten Atemzug dafür geben, solche Verbrechen zu verurteilen. Wenn du mich deshalb als Rassist beschimpfen willst, dann tu das. Überzeugen wirst du mich damit nicht. Ich bin mir meiner eigenen moralischen Überlegenheit bei diesem Punkt zu 110% sicher und deshalb auf mich schimpfen wird weder dem linken helfen, der meine Überzeugung als das Problem ansieht, noch mir, der das Verbrechen als Problem ansieht.

So führt man nunmal keinen Diskurs - zumindest keinen sinnvollen. Das wird nur: destruktiv und genau das ist es ja, was in der Politik, in den Medien und auch im Zwischenmenschlichen passiert. Nein, tut mir leid, so wird man den Rassismus nicht los.
Zuletzt geändert von DGDG am Fr 13. Jul 2018, 10:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon Tomaner » Fr 13. Jul 2018, 10:34

Bengelbert hat geschrieben:(07 Jul 2018, 20:25)

Richtig! Die Rassismuskeule stumpft ab, wenn sie zu oft geschwungen wird. (Und immer nur in eine Richtung.)

Sehe ich anders. Auf einer Seite haben wir rechtsradikale Demos und meist viele Gegendemonstranten. Es gibt viele Leute mit rechter Gesinnung, aber sind nicht unbedingt dazu bereit Gesicht zu zeigen. Die Gegendemos schrecken also durchaus ab. Wenn ein Schüler rechtsradikale Einstellungen hat ist es erst mal das eine, aber offen dafür zu demonstrieren wenn so ziemlich die ganze Schule, also die Mitschüler, auf die andere Seite stehen, etwas anderes.

Dann haben wir eben noch die kleinen Gesellschaften, kann eine Geburtstagsfeier sein, oder einfach nur Bier- oder Stammtische. Da kommt es andauernd vor, dass der eine oder andere "Versuchsballons" steigen läst und eben rassistische Bemerkungen los läst. Dann entscheidet eben durchaus, welche Runde hier zusammen sitzt. Bekommt er von allen Seiten "Feuer", ist es meist sofort ruhig und es kommt vielleicht noch zu Relativierungen. Sitzen aber noch mehr mit ähnlichen Gedankengut dabei, steigern sich sofort rassistische und ausländerfeindliche Bemerkungen und zum Teil verschwinden jegliche Hemmungen. Das Gleiche spielt sich doch im Netz ab. Da werden anonym teilweise übelste menschenverachtende Bemerkungen losgelassen. Wird die Person aber erwischt und es kommt vor Gericht, steht diese kaum noch dahinter. Auch würde diese Person kaum bei öffentlichen politischen Runden, diese so loslassen. Im Grunde genommen sind die meisten Rechten sehr feige und drehen ihr Fähnchen nach dem Wind. Haben sie Unterstützer fangen sie sofort an auf dem Tisch zu "tanzen", bekommen sie Widerstand ziehen sie meist ihren Schwanz ein. Jedenfalls anders wie vielleicht früher Grüne, die unter sich gegen Kernkraft sind, dies aber auch wenn politisch andere zugegen waren, dies so vertreten.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon DGDG » Fr 13. Jul 2018, 10:52

Tomaner hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:34)

Sehe ich anders. Auf einer Seite haben wir rechtsradikale Demos und meist viele Gegendemonstranten. Es gibt viele Leute mit rechter Gesinnung, aber sind nicht unbedingt dazu bereit Gesicht zu zeigen. Die Gegendemos schrecken also durchaus ab. Wenn ein Schüler rechtsradikale Einstellungen hat ist es erst mal das eine, aber offen dafür zu demonstrieren wenn so ziemlich die ganze Schule, also die Mitschüler, auf die andere Seite stehen, etwas anderes.

Dann haben wir eben noch die kleinen Gesellschaften, kann eine Geburtstagsfeier sein, oder einfach nur Bier- oder Stammtische. Da kommt es andauernd vor, dass der eine oder andere "Versuchsballons" steigen läst und eben rassistische Bemerkungen los läst. Dann entscheidet eben durchaus, welche Runde hier zusammen sitzt. Bekommt er von allen Seiten "Feuer", ist es meist sofort ruhig und es kommt vielleicht noch zu Relativierungen. Sitzen aber noch mehr mit ähnlichen Gedankengut dabei, steigern sich sofort rassistische und ausländerfeindliche Bemerkungen und zum Teil verschwinden jegliche Hemmungen. Das Gleiche spielt sich doch im Netz ab. Da werden anonym teilweise übelste menschenverachtende Bemerkungen losgelassen. Wird die Person aber erwischt und es kommt vor Gericht, steht diese kaum noch dahinter. Auch würde diese Person kaum bei öffentlichen politischen Runden, diese so loslassen. Im Grunde genommen sind die meisten Rechten sehr feige und drehen ihr Fähnchen nach dem Wind. Haben sie Unterstützer fangen sie sofort an auf dem Tisch zu "tanzen", bekommen sie Widerstand ziehen sie meist ihren Schwanz ein. Jedenfalls anders wie vielleicht früher Grüne, die unter sich gegen Kernkraft sind, dies aber auch wenn politisch andere zugegen waren, dies so vertreten.


Das Ändert aber in den allermeisten Fällen rein gar nichts an dem Grund für den Denkprozess dahinter.

Wir versuchen nun schon seit 60 (!) Jahren, dieses Gedankengut auf diesem Wege abzuschaffen. Wie gut das funktioniert, sieht man ja selbst. Man überzeugt Menschen nunmal nicht vom Gegenteil, indem man aufhört, vernünftig mit denen zu reden. Dadurch entstehen schlimmsten Falls Kriege. Was man damit primär geschaffen hat, ist erstmal ein Stigma für jeden, der Kritik äußert. Kritik hat aber generell nichts mit Rassismus zu tun. Ja, in vielen Fällen trifft es durchaus die richtigen, aber das Denunzieren von Andersdenkenden auf Kosten von berechtigter Kritik (und somit auf Kosten des DISKURSES!) ist gleich doppelt falsch.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon JFK » Fr 13. Jul 2018, 10:55

DGDG hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:27)

Das Problem daran ist: Wenn sich der Rassist informiert, dann wird er genau das finden, was er nicht finden sollte/darf. Negative Beispiele, die ihn bestätigen. Egal ob das nun Rape-Gangs in England, Enthauptungen von Kindern usw. sind. Man beseitigt das Problem eben nicht, indem man sagt: "Du bist n Rassist weil du das für problematisch hälst". Genau das ist der Trugschluss der Keulenschwinger.


Du willst aber dritte, die mit sowas nichts am Hut haben hier in Sippenhaft nehmen, das ist Rassismus, da lässt sich nicht schön reden.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon imp » Fr 13. Jul 2018, 10:57

DGDG hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:47)

Rassismus als Geisteshaltung ist kein sonderlich großes Problem. Wer sich Vorurteilen hingeben will, der kann und darf das auch tun - alles im Sinne der Meinungsfreiheit.

Wer seinen Rassismus für sich behält, ist natürlich ausgenommen. Das ist wie mit Pädos, die sich ihres Problems bewusst sind und diszipliniert dafür sorgen, dass es ihres bleibt. Wer versucht, seinen Rassismus zu argumentieren, kann natürlich entmutigende Reaktionen bekommen, im Gespräch, aber auch in den Handlungen anderer. Besonders, wenn er dabei unfein vorgeht. Auch das ist Freiheit. Wer Gesetze dagegen übertritt, muss damit rechnen, dass es Strafen geben kann.

Rassismus mit rassistisch motivierter Gewalt oder gar dem Nationalsozialismus gleichzustellen, ist jedoch falsch

Das stimmt. Es gibt viele versteckte Rassisten, die bisher keine Gewalt verübt haben, das vielleicht auch nicht vorhaben.

da der Mensch inherent rassistisch ist

Das stimmt nicht. Selbst, wenn manche Menschen xenophobe Reflexe oder Voreinstellungen haben, muss das nicht ihr reflektiertes Denken und Handeln leiten.

"Deutsche fleißig sind"

Ist vor allem überholt.

Bis es soweit ist, ist ne Debatte um Rassismus wie ein Streit im Kindergarten => Man findet keine Lösung.

Die Lösung ist simpel. Da es keine guten Argumente für Rassismus gibt, geht die Diskussion im Allgemeinen gleich aus - außer bei Rassisten unter sich. Was bleibt, ist das Nach-der-Diskussion.
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Re: Ist Rassismus gesetzwidrig?

Beitragvon DGDG » Fr 13. Jul 2018, 11:21

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:57)

Wer seinen Rassismus für sich behält, ist natürlich ausgenommen. Das ist wie mit Pädos, die sich ihres Problems bewusst sind und diszipliniert dafür sorgen, dass es ihres bleibt. Wer versucht, seinen Rassismus zu argumentieren, kann natürlich entmutigende Reaktionen bekommen, im Gespräch, aber auch in den Handlungen anderer. Besonders, wenn er dabei unfein vorgeht. Auch das ist Freiheit. Wer Gesetze dagegen übertritt, muss damit rechnen, dass es Strafen geben kann.


Entmutigende Reaktionen in Form von Naming/Shaming lösen aber den Konflikt des Denkenden nicht. Das löst generell keine Konflikte. Argumentationen können das, aber dazu ist man heutzutage selten zu bereit.

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Das stimmt nicht. Selbst, wenn manche Menschen xenophobe Reflexe oder Voreinstellungen haben, muss das nicht ihr reflektiertes Denken und Handeln leiten.


Selbstverständlich muss das nicht das Denken und Handeln bestimmen, es trägt aber dazu bei, bestimmte Themen eben anders zu betrachten. Ängste, so irrational sie auch sein können, beinflussen nunmal unser Leben und haben durchaus Einfluss auf unser Denken und Handeln. Oder möchtest du das tatsächlich bestreiten?


Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Die Lösung ist simpel. Da es keine guten Argumente für Rassismus gibt, geht die Diskussion im Allgemeinen gleich aus - außer bei Rassisten unter sich. Was bleibt, ist das Nach-der-Diskussion.


Natürlich gibt es keine sinnvollen Argumente für Rassimus mehr. Es sind meist Ängste, die da bekämpft werden müssen und das tut man nunmal nicht durch Naming und Shaming, sondern, indem man die Menschen damit begleitet und diese Stückchen für Stückchen aus der Welt schafft. Das ist des Pudels Kern, der von den Keulenschwingern einfach ignoriert wird. Naming und Shaming hat die letzten 60 Jahre nichts daran geändert und wird auch die nächsten 60 nichts daran ändern, wenn man nicht mal langsam damit anfängt, besser damit umzugehen. Nur, weil es keine guten Argumente mehr gibt, heißt es eben noch lange nicht, dass es keine Argumente mehr dafür gibt. Diese beruhen zum größten Teil auf Ängsten und diese muss man aus der Welt schaffen.

Anders gesagt: wer so auf die Ängste anderer reagiert, hat dauernden Konflikt nicht nur verdient, sondern ihn selbst heraufbeschworen.
Zuletzt geändert von DGDG am Fr 13. Jul 2018, 11:53, insgesamt 2-mal geändert.

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