Ist unsere Demokratie in Gefahr?

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Selina
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Selina » Sa 25. Aug 2018, 14:48

Dark Angel hat geschrieben:(25 Aug 2018, 13:37)

Der Kapitalismus-Begriff IST (und bleibt) ein marxistischer Begriff - ein Begriff aus der marxistischen Theorie - WEIL dieser Begriff überhaupt erst von Marx und Engels geprägt/entwickelt wurde.
Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass dieser Begriff von Dr. Heiner Geißler verwendet wurde, der nachweislich zunehmend linke - und damit marxistische - Positionen vertrat.
Geißler war in seinen letzten Jahren alles, aber NICHT konservativ!

Und "selbstverständlich" hat Demokratie KEINEN Platz bei Marx und Engels (in der marxistischen Theorie). Nicht ohne Grund ist immer wieder die Rede von der Diktatur des Proletariats. Eine Diktatur - egal welches Mäntelchen ihr umgehängt wird - ist und bleibt das Gegenteil von Demokratie.

"Sie wird vor allen Dingen eine demokratische Staatsverfassung und damit direkt oder indirekt die politische Herrschaft des Proletariats herstellen."
"Die Demokratie würde dem Proletariat ganz nutzlos sein, wenn sie nicht sofort als Mittel zur Durchsetzung weiterer, direkt das Privateigentum angreifender und die Existenz des Proletariats sicherstellender Maßregeln benutzt würde"
(Quelle:"Grundsätze des Kommunismus"; Marx-Engels Werke, Band 4, Seite 361-380)


Was Engels da als Demokratie bezeichnet, ist KEINE Demokratie, sondern Diktatur!


Der Marxsche Demokratiebegriff ist schon ein wenig komplexer als in dieser Lieschen-Müller-Darstellung. Fest steht jedenfalls, dass heute wieder mehr Marx gelesen wird, und das auch von sehr jungen Leuten. Auch die SPD beruft sich nach wie vor auf Marx. Das ist zwar eine neue sehr kritische Marx-Rezeption, aber dennoch ist der Philosoph nicht wegzudenken aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Sozialdemokratie.

Zitat:

Die SPD entdeckt Karl Marx neu
Für die Sozialdemokraten ist Karl Marx nach wie vor aktuell. Das sagt zumindest Parteichefin Nahles bei den Feierlichkeiten zu seinem 200. Geburtstag.

SPD-Parteichefin Andrea Nahles sieht die SPD nicht als marxistische Weltanschauungspartei. Aktuell ist Marx für die Sozialdemokraten auch 200 Jahre nach seiner Geburt.

Trier. Die SPD hat den Philosophen und Ökonomen Karl Marx 200 Jahre nach seiner Geburt für sich wiederentdeckt. „Marx ist wieder „in“. Und das ist auch gut so, denn es ist erkenntnisreich und gewinnbringend“, sagte die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles am Samstag in Trier bei einer Parteiveranstaltung zum 200. Geburtstag des Denkers. Marx' Analysen seien auch für die anstehende Gestaltung des digitalen Wandels interessant. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte: „Wir haben heute das Privileg - der Kalte Krieg ist ja schon länger vorbei - noch mal neu auf Karl Marx zu blicken und uns mit ihm auseinanderzusetzen.“

Die SPD sei in ihrem Godesberger Programm 1959 auf Distanz zu Marx gegangen, sagte Nahles. Marx sei lange „nicht mehr diskursfähig und tabuisiert“ gewesen. „Ich bin sehr froh, dass wir heute wieder einen anderen Blick haben können.“ Marx habe wie die Sozialdemokraten „die Notwendigkeit einer demokratischen Politik der schrittweisen Verbesserung der Lebensverhältnisse“ gesehen. „Der Kommunismus hat dieses Bild verdunkelt.“

Für heute gilt laut Nahles: „Marx ist wieder interessant, wo Sozialstaat, sozialer Aufstieg, Mittelstandsgesellschaft und Wert der Arbeit nicht mehr selbstverständlich sind.“ Dreyer betonte, natürlich treibe es um, „dass es im 21. Jahrhundert immer noch extrem schlechte Arbeitsverhältnisse gibt, dass es immer noch Kinderarbeit gibt, dass es häufig zu geringe Löhne gibt“.

Zum 200. Geburtstag wurde am Samstag eine 5,50 Meter hohe, von China gespendete Bronzestatue von Marx in seiner Geburtsstadt enthüllt. Es ist das erste neue Marx-Denkmal in Deutschland seit Ende des Kalten Krieges. Kritiker protestierten gegen ihrer Ansicht nach zu viel Jubel um Marx und verwiesen auf die Opfer von Sozialismus und Kommunismus. Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren, er verbrachte die ersten 17 Jahre seines Lebens dort. Er gilt als geistiger Vater des Kommunismus und ist bis heute umstritten.


https://www.handelsblatt.com/politik/de ... 47850.html
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Aug 2018, 15:20

Selina hat geschrieben:(25 Aug 2018, 15:48)

Der Marxsche Demokratiebegriff ist schon ein wenig komplexer als in dieser Lieschen-Müller-Darstellung. Fest steht jedenfalls, dass heute wieder mehr Marx gelesen wird, und das auch von sehr jungen Leuten. Auch die SPD beruft sich nach wie vor auf Marx. Das ist zwar eine neue sehr kritische Marx-Rezeption, aber dennoch ist der Philosoph nicht wegzudenken aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Sozialdemokratie.

Diese "Lieschen-Müller-Darstellung" stammt von Friedrich Engels himself!

Willst du mir ernsthaft erzählen irgendwelche Rezensenten wüssten besser was Marx und Engels meinen, als die beiden selber?
Nicht wirklich - oder?

Tut mir schrecklich traurig, aber ich halte mich lieber an Originalaussagen, als an das was irgendwer glaubt, was Marx und Engels gemeint haben könnten.

Und ganz nebenbei - die SPD hat sich kürzlich ihrer Vergangenheit zu entledigen. Frau Nahles verfügt die Abschaffung der Historischen Kommission (HiKo), die 1981 unter Willy Brandt gegründet wurde. Mit Geschichtsbewusstsein hat man es bei der SPD nicht so. ABER - ohne ihre Geschichte hat die SPD auch keine Zukunft.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Aug 2018, 15:24

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 15:16)

Also sind Leute, die laut Armutsbericht in D arm sind (13 Millionen) selbst für ohre Armut verantwortlich? Sind die dann faul, dumm usw?

1. ist Armut relativ!

2. Ja - de facto sind die Menschen dafür selber verantwortlich!
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Realist2014 » Sa 25. Aug 2018, 15:26

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 13:55)

Also sollten Menschen, die nicht arbeitsfähig sind oder/und ohne Vermögen sind (ungleiche Mittel) schlechter leben als andere? Meinst du das?


logisch...

unsere Verfassung & Demokratie garantiert NUR das Existenzminimum.

Alles andere muss sich jeder SELBER erwirtschaften ( außer Erben...)
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Realist2014 » Sa 25. Aug 2018, 15:26

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 15:16)

Also sind Leute, die laut Armutsbericht in D arm sind (13 Millionen) selbst für ohre Armut verantwortlich? ?



bei arbeitsfähigen Erwachsenen ist genau DAS der Fall.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Realist2014 » Sa 25. Aug 2018, 15:32

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 14:18)

das war nicht meine Frage. Sondern: soll es den Mittellosen schlechter gehen?



die Frage ist sinnfrei.

logischerweise GEHT es denen KONSUMTECHNISCH schlechter
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Betrachter » Sa 25. Aug 2018, 15:36

Realist2014 hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:26)

logisch...

unsere Verfassung & Demokratie garantiert NUR das Existenzminimum.

Alles andere muss sich jeder SELBER erwirtschaften ( außer Erben...)


Dann solltest du dir mal Gedanken daürüber machen, was "unsere" Demokratie bedeutet. "NUR das Existenzminimum"...
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Realist2014 » Sa 25. Aug 2018, 15:39

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:36)

Dann solltest du dir mal Gedanken daürüber machen, was "unsere" Demokratie bedeutet. "NUR das Existenzminimum"...


Wir haben eine Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft

Wettbewerb bedeutet "Gewinner" aber auch "Verlierer"

Nur sorgt das Existenzminimum dafür , dass auch für die "Verlierer" ein menschenwürdiges Dasein, wenn logischerweise auch in relativer Bescheidenheit, sichergestellt wird.

worüber soll ich mir daher Gedanken machen?

das ist logisch , transparent und gerecht
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Betrachter » Sa 25. Aug 2018, 15:43

Selina hat geschrieben:(25 Aug 2018, 15:48)

Der Marxsche Demokratiebegriff ist schon ein wenig komplexer als in dieser Lieschen-Müller-Darstellung. Fest steht jedenfalls, dass heute wieder mehr Marx gelesen wird


Dann lesen wir mal Marx.

Obwohl er Demokratien gegenüber Alleinherrschaften unterstützte,
kritisierte Marx diese Staatsform als "Diktatur des Kapitals"

"Die zentralisierte Staatsmacht, mit ihren allgegenwärtigen Organen - stehende Armee, Polizei, Bürokratie, Geistlichkeit, Richterstand, Organe, geschaffen nach dem Plan einer systematischen und hierarchischen Teilung der Arbeit – stammt her aus den Zeiten der absoluten Monarchie. ... Während der nachfolgenden Herrschafts-formen wurde die Regierung unter parlamentarische Kontrolle gestellt, d. h. unter die direkte Kontrolle der besitzenden Klassen. Einerseits entwickelte sie sich jetzt zu einem Treibhaus für kolossale Staatsschulden und erdrückende Steuern und wurde vermöge der unwiderstehlichen Anziehungskraft ihrer Amtsgewalt, ihrer Einkünfte und ihrer Stellenvergebung der Zankapfel für die konkurrierenden Fraktionen und Abenteurer der herrschenden Klassen – andererseits änderte sich ihr politischer Charakter gleichzeitig mit den ökonomischen Veränderungen der Gesell-schaft. In dem Maß, wie der Fortschritt der modernen Industrie den Klassengegensatz zwischen Kapital und Arbeit entwickelte, erweiterte, vertiefte, in demselben Maß erhielt die Staatsmacht mehr und mehr den Charakter einer öffentlichen Gewalt zur Unterdrückung der Arbeiterklasse, einer Maschine der Klassen-herrschaft." K. Marx, Bürgerkrieg in Frankreich, MEW 17, 336.

Ergänzt von Engels:

"... Die demokratische Republik weiß offiziell nichts mehr von Besitzunterschieden. In ihr übt der Reichtum seine Macht indirekt, aber um so sicherer aus. Einerseits in der Form der direkten Beamtenkorruption, wofür Amerika klassisches Muster ist, andererseits in der Form der Allianz von Regierung und Börse, die sich um so leichter vollzieht, je mehr die Staatsschulden steigen ..." F. Engels, Ursprung der Familie, MEW 21, 167.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Kritikaster » Sa 25. Aug 2018, 15:51

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 15:16)

Also sind Leute, die laut Armutsbericht in D arm sind (13 Millionen) selbst für ohre Armut verantwortlich? Sind die dann faul, dumm usw?

So kann eigentlich nur fragen, wer nicht zu differenzieren beabsichtigt.

Die Ursachen für relative Armut sind natürlich mannigfaltig. Das, was hierzulande in solche Horrordarstellungen(13 Millionen) einfließt, ist ganz sicher von echter, absoluter Armut im größten Teil des Restes der Welt zu unterscheiden.

Hierzulande muss niemand verhungern, der seinen Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten KANN. Das entbindet allerdings niemanden, der dazu in der Lage ist, von der Verantwortung, selbst für seinen Broterwerb zu sorgen. Daher sind auch Suggesivfragen der Art, ob sich Vertreter des Prinzips der Eigenverantwortung "langsam in Richtung 'unwertem Leben'" bewegten, nicht nur unangemessen, sondern schlicht als schäbig zu bewerten.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Aug 2018, 15:53

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:36)

Dann solltest du dir mal Gedanken daürüber machen, was "unsere" Demokratie bedeutet. "NUR das Existenzminimum"...

Demokratie bedeutet Herrschaft des (Staats)Volkes - heißt das Volk bestimmt über die Politik, indem es "seine" gewählten Vertreter ins Parlament schickt.
Demokratie bedeutet definitiv NICHT "jeder kriegt das gleiche"!
In unserer Demokratie gibt es ein Sozialsystem, in welchem dafür gesorgt wird, dass niemand völlig mittellos ist, in welchem Bedürftige eine Grundversorgung/existenzsichernde Maßnahmen erhalten.
Unsere Demokratie ist aber auch eine Leistungsgesellschaft, was bedeutet, dass Leistung honoriert wird.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Betrachter » Sa 25. Aug 2018, 15:59

Kritikaster hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:51)

So kann eigentlich nur fragen, wer nicht zu differenzieren beabsichtigt.

Die Ursachen für relative Armut sind natürlich mannigfaltig. Das, was hierzulande in solche Horrordarstellungen(13 Millionen) einfließt, ist ganz sicher von echter, absoluter Armut im größten Teil des Restes der Welt zu unterscheiden.

Hierzulande muss niemand verhungern, der seinen Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten KANN. Das entbindet allerdings niemanden, der dazu in der Lage ist, von der Verantwortung, selbst für seinen Broterwerb zu sorgen. Daher sind auch Suggesivfragen der Art, ob sich Vertreter des Prinzips der Eigenverantwortung "langsam in Richtung 'unwertem Leben'" bewegten, nicht nur unangemessen, sondern schlicht als schäbig zu bewerten.


Versuche mal, deine Polemik mit Bezug auf den Kommentar von Dark Angel zu differenzieren.

Und versuche mal, von Negativ- Vergleichen (woanders ist es viel schlimmer) abzusehen und einen positiven Vegleich anzustellen:
Was ist möglich angesichts des ungeheuren Reichtums hier und jetzt?

Du erinnerst an die Antwort auf die Frage "Warum muss ich in der Stadt Feinstaub atmen?"- Antwort: "Versuche mal, auf dem Mond zu atmen."

Das ist das Denken aus dem Geist der Rechtfertigung mieser Verhältnisse.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Realist2014 » Sa 25. Aug 2018, 16:01

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:59)

V
Und versuche mal, von Negativ- Vergleichen (woanders ist es viel schlimmer) abzusehen und einen positiven Vegleich anzustellen:
Was ist möglich angesichts des ungeheuren Reichtums hier und jetzt?

.



dieser "Reichtum" ist EIGENTUM derer, die ihn haben.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Kritikaster » Sa 25. Aug 2018, 16:02

Realist2014 hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:53)

das offenbart den wahren Charakter des Fragestellers.... :dead:

Diese Schlußfolgerung würde ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt als nicht vollkommen aus der Luft gegriffen betrachten.

Es besteht aber auch noch die geringe Möglichkeit, dass sich der Verfasser nur unklar und damit für uns missverständlich ausgedrückt hat und dies noch zu korrigieren wünscht. Warten wir's also ab.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Kritikaster » Sa 25. Aug 2018, 16:05

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:59)

Versuche mal, deine Polemik mit Bezug auf den Kommentar von Dark Angel zu differenzieren.

Und versuche mal, von Negativ- Vergleichen (woanders ist es viel schlimmer) abzusehen und einen positiven Vegleich anzustellen:
Was ist möglich angesichts des ungeheuren Reichtums hier und jetzt?

Ganz einfach: Das, was jeder, der Teile dieses "Reichtums" sein Eigen nennen kann, damit machen möchte.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Aug 2018, 16:08

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 16:43)

Dann lesen wir mal Marx.

Obwohl er Demokratien gegenüber Alleinherrschaften unterstützte,
kritisierte Marx diese Staatsform als "Diktatur des Kapitals"

"Die zentralisierte Staatsmacht, mit ihren allgegenwärtigen Organen - stehende Armee, Polizei, Bürokratie, Geistlichkeit, Richterstand, Organe, geschaffen nach dem Plan einer systematischen und hierarchischen Teilung der Arbeit – stammt her aus den Zeiten der absoluten Monarchie. ... Während der nachfolgenden Herrschafts-formen wurde die Regierung unter parlamentarische Kontrolle gestellt, d. h. unter die direkte Kontrolle der besitzenden Klassen. Einerseits entwickelte sie sich jetzt zu einem Treibhaus für kolossale Staatsschulden und erdrückende Steuern und wurde vermöge der unwiderstehlichen Anziehungskraft ihrer Amtsgewalt, ihrer Einkünfte und ihrer Stellenvergebung der Zankapfel für die konkurrierenden Fraktionen und Abenteurer der herrschenden Klassen – andererseits änderte sich ihr politischer Charakter gleichzeitig mit den ökonomischen Veränderungen der Gesell-schaft. In dem Maß, wie der Fortschritt der modernen Industrie den Klassengegensatz zwischen Kapital und Arbeit entwickelte, erweiterte, vertiefte, in demselben Maß erhielt die Staatsmacht mehr und mehr den Charakter einer öffentlichen Gewalt zur Unterdrückung der Arbeiterklasse, einer Maschine der Klassen-herrschaft." K. Marx, Bürgerkrieg in Frankreich, MEW 17, 336.

Ergänzt von Engels:

"... Die demokratische Republik weiß offiziell nichts mehr von Besitzunterschieden. In ihr übt der Reichtum seine Macht indirekt, aber um so sicherer aus. Einerseits in der Form der direkten Beamtenkorruption, wofür Amerika klassisches Muster ist, andererseits in der Form der Allianz von Regierung und Börse, die sich um so leichter vollzieht, je mehr die Staatsschulden steigen ..." F. Engels, Ursprung der Familie, MEW 21, 167.

Ich weiß, was Marx und Engels geschrieben haben - ich kann nämlich lesen und stell dir vor, ich HABE Marx und Engels gelesen.
Das Problem ist nur, DAS was Marx und Engels unter Demokratie verstehen, nichts mit Demokratie zu tun.
Demokratie hat nämlich nichts, aber auch gar nichts mit Besitz/Eigentum zu tun.
Und es gab und gibt auch KEINE "Diktatur des Kapitals"!

Halten wir fest: Demokratie ist eine Herrschaftsform IN einem Staat und ein Staat ist eine/die politische Organisationsform einer Personengemeinschaft. Diese Personengemeinschaft wird als Staatsvolk bezeichnet.
Die politische Organisationsform Staat ist durch drei wesentliche Merkmale gekennzeichnet.
1. Staatsgebiet als geographisch abgegrenzten Teil der Erdoberfläche

2. Staatsvolk = die Summe der Staatsangehörigen und

3. Staatsgewalt = stabile Regierung, die effektiv hoheitliche Gewalt ausübt. Diese hoheitliche Gewalt wiederum unterliegt in einer Demokratie der Gewaltenteilung - in Legislative, Exekutive und Judikative.
Zuletzt geändert von Dark Angel am Sa 25. Aug 2018, 16:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Betrachter » Sa 25. Aug 2018, 16:11

Dark Angel hat geschrieben:(25 Aug 2018, 17:08)

Ich weiß, was Marx und Engels geschrieben haben - ich kann nämlich lesen und stell dir vor, ich HABE Marx und Engels gelesen.
.


Warum beziehst du deinen Kommentar nicht konkret auf die Zitate von Marx und Engels?
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Aug 2018, 16:26

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 17:11)

Warum beziehst du deinen Kommentar nicht konkret auf die Zitate von Marx und Engels?

Ich bin doch darauf eingegangen!

Die Vorstellungen, die die Ideologen Marx und Engels von Demokratie haben, hat nichts mit Demokratie zu tun - gar nichts.
Was die unter Demokratie verstehen ist Diktatur in Reinform.
Demokratie hat - entgegen der Behauptung im Zitat - nicht das Geringste mit Besitz/Eigentum zu tun.

Was willst du denn noch?

Menschen haben sich ihren Besitz/ihr Eigentum selbst erarbeitet UND sie haben dieses Eigentum zum Wohle der Allgemeinheit genutzt und nutzen es immer noch zum Wohle der Allgemeinheit.
Es gibt da ein Sprichwort: "Eigentum verpflichtet!" - d.h. wer über Eigentum verfügt, trägt auch die Verantwortung dafür!

Der Reichtum, von dem du immer faselst und den du/ihr so gerne verteilen wollt, ist KEIN monetärer Reichtum, sondern dient als Gegenwert zur Wertschöpfung.
Ihr wollt alles Eigentum vergesellschaften, vergesst dabei jedoch etwas ganz Wichtiges - wenn allen alles gehört, gehört niemandem irgend etwas konkret und wenn niemandem etwas gehört, übernimmt auch niemand Verantwortung.
Und das wiederum bedeutet Stagnation und gesellschaftlich-kultureller Verfall!
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Kritikaster » Sa 25. Aug 2018, 16:32

Betrachter hat geschrieben:(25 Aug 2018, 17:08)

Was kann einer, der nicht mal von seiner Arbeit leben kann, hierzulande von seinem "Reichtumsanteil" anstellen? Neue Tüten fürs Flachensammeln kaufen?

Du verstehst offensichtlich meine deutliche Antwort auf Deine Frage nicht: Jeder kann mit dem, was ihm gehört, genau das machen, was er möchte.

Ansprüche Dritter auf Teile dieses Eigentums ergeben sich nur in so weit, als gesetzliche Vorgaben zu deren Abgabe an die Allgemeinheit verpflichten. Das Recht auf Eigentum ist nun mal grundgesetzlich geschützt, und daran ändert auch die x+erste Neiddebatte nichts.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Realist2014 » Sa 25. Aug 2018, 16:56

Kritikaster hat geschrieben:(25 Aug 2018, 17:32)


Das Recht auf Eigentum ist nun mal grundgesetzlich geschützt, .


DAS würde unser "Betrachter" ja gerne ÄNDERN.....
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