Ist unsere Demokratie in Gefahr?

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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon think twice » So 17. Jun 2018, 18:17

Da hat Dark Angel wohl bei Udo Ukfkotte abgekupfert. Nur, dass sie aus Arabern Afrikaner gemacht hat:

"So lügt Udo Ulfkotte: Fordert die UNO, die deutsche Bevölkerung durch Araber zu ersetzen?

Es ist nämlich so, dass die Sache mit den ganzen Asylbewerbern, die jetzt nach Deutschland kommen, von langer Hand geplant war, seit mindestens eineinhalb Jahrzehnten schon. Die Vereinten Nationen forderten damals schon heimlich, dass die deutsche Bevölkerung einfach durch Migranten aus Nahost und Nordafrika ersetzt wird. Das wird zwar ein Vermögen kosten und Unruhen auslösen, aber Politik und Wirtschaft wollen es so.

Das klingt natürlich erst einmal etwas abwegig, aber der Bestsellerautor Udo Ulfkotte kann es beweisen. Er hat ein entsprechendes Papier der UN „aus dem Jahr 2001“ entdeckt und berichtet darüber auf der Seite des auf solche brisanten Enthüllungen spezialisierten Kopp-Verlages.

Es ist ein schönes, schlimmes, besonders anschauliches Beispiel dafür, wie einflussreiche ausländer- und islamfeindliche Hetzer wie Ulfkotte mit Lügen Propaganda machen.

Das vermeintliche Skandal-Papier gibt es tatsächlich. Ulfkotte verlinkt sogar darauf und zeigt einen Ausriss des Titelblattes:

(Link von Dark Angel)

Und schon an dem Fragezeichen, das da am Ende des Titels steht, könnte man erkennen, dass es sich nicht um ein Papier mit „Forderungen“ der UNO handelt. Der Bericht der UNO-Abteilung für Bevölkerungsfragen rechnet verschiedene Szenarien durch, wie viel Einwanderung nötig wäre, um die schrumpfenden Bevölkerungszahlen in acht Ländern mit besonders niedrigen Geburtenraten in den nächsten Jahrzehnten auszugleichen. Es geht darum, die Auswirkungen „unterschiedlich großer Migrationsströme auf den Umfang der Bevölkerung und ihren Alterungsprozess deutlich [zu] machen“.

Berechnet wird je nach Szenario, wie viel Zuwanderung nötig wäre, um bestimmte, unterschiedliche Ziele für das Jahr 2050 zu erreichen, zum Beispiel: die Größe der Bevölkerung insgesamt aufrecht zu erhalten; die Zahl der Menschen zwischen 15 und 64 beizubehalten; zu verhindern, dass weniger als drei Menschen dieses Alters auf einen Über-65-Jährigen kommen.

Ulfkotte schreibt über den Bericht, er sei „erst jetzt bekannt geworden“. Das ist ulfkottinesisch für „ich persönlich habe gerade erst von diesem Bericht erfahren“, lässt das Papier aber natürlich ungemein viel geheimnisvoller, wichtiger und brisanter erscheinen.

(...)
Ulfkotte verfälscht nicht nur die UN-Studie in grotesker Weise. Er hat nicht einmal verstanden, dass die Überlegungen, die darin angestellt werden, letztlich den von besonders niedrigen Geburtenraten betroffenen Ländern dienen sollen; Ländern wie Deutschland, die ohne Einwanderung gravierende Probleme mit ihren Sozialsystemen bekommen. Nicht auszuschließen ist natürlich, dass er nicht zu dumm ist, das zu verstehen, sondern es eine bewusste Lüge als Teil seiner Propaganda ist.

Der Mann, der sich nach eigener Auskunft als Journalist von Regimen und Unternehmen kaufen und Artikel vom Bundesnachrichtendienst diktieren ließ, macht seit Jahren Stimmung gegen Ausländer, Asylbewerber und Moslems. Und er hat damit Erfolg, auch mit diesem Stück. „Kopp-Online“ ist eine Nachrichtenquelle bei Google News. Der Artikel wurde im Netz tausendfach empfohlen und geteilt. Diverse andere Blogs verbreiten die Desinformation weiter. In den Kommentarspalten der Medien tauchen Ulfkottes Lügen jetzt schon auf."
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Troh.Klaus » So 17. Jun 2018, 19:08

Dark Angel hat geschrieben:(17 Jun 2018, 19:08)
Und wo steht, dass das gegenwärtige Bevölkerungsniveau aufrecht gehalten werden MUSS?

Genau, wo steht das? Ich habe das nicht behauptet. Im Gegenteil. Und die Studie eben auch nicht.
Wenn das [Erhalten des Bevölkerungsniveaus], wie du zu suggerieren versuchst, allein Sache Deutschlands bzw der Industrienationen ist, dann ist die Studie für die Tonne, hätte "man" sich das Geld dafür sparen können. Es werden keine Studien erarbeitet, wenn damit nicht irgend ein Ziel verfolgt würde und das Ziel IST Migration.

Dass das Ziel der Studie IST, die Migration von Afrikanern nach Europa vorzubereiten, zu fördern, zu erzwingen, IST genau Deine Interpretation. Ich habe jedenfalls nirgends gelesen, dass die UN Deutschland auffordert, z.B. nach Szenario IV jährlich 500.000 Migranten (aus Afrika) aufzunehmen. Den Untergang des Abendlandes gibt diese Studie nicht her. Dazu muss man doch noch einige Zusatzannahmen treffen.
Aber natürlich hat die Studie etwas mit dem Resettlement-Programm zu tun. Ohne diese Studie gäbe es dieses Programm gar nicht.

Dazu bitte einen Beleg, ein Dokument der UN, der die beiden Dinge - die Studie und das Resettlement-Programm - eindeutig in einen Zusammenhang bringt. Ich sehe diesen Konnex gerade gar nicht.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon think twice » So 17. Jun 2018, 20:06

Troh.Klaus hat geschrieben:(17 Jun 2018, 20:08)

Dazu bitte einen Beleg, ein Dokument der UN, der die beiden Dinge - die Studie und das Resettlement-Programm - eindeutig in einen Zusammenhang bringt. Ich sehe diesen Konnex gerade gar nicht.

Ist überflüssig. Ursprünglich hatte sie ja behauptet, dass Resettlement-Programm wuerde belegen, dass es das erklärte Ziel der UNO zur Bestandserhaltung ist, Afrikaner nach Europa umzusiedeln.
Als ihr das widerlegt wurde, hat sie die Studie hinterher geschoben, welche die Behauptung natürlich genauso wenig belegt.
Bin gespannt, was sie als Nächstes anführt.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Mo 18. Jun 2018, 09:13

Troh.Klaus hat geschrieben:(17 Jun 2018, 20:08)

Genau, wo steht das? Ich habe das nicht behauptet. Im Gegenteil. Und die Studie eben auch nicht.

Dass das Ziel der Studie IST, die Migration von Afrikanern nach Europa vorzubereiten, zu fördern, zu erzwingen, IST genau Deine Interpretation. Ich habe jedenfalls nirgends gelesen, dass die UN Deutschland auffordert, z.B. nach Szenario IV jährlich 500.000 Migranten (aus Afrika) aufzunehmen. Den Untergang des Abendlandes gibt diese Studie nicht her. Dazu muss man doch noch einige Zusatzannahmen treffen.

Ich schrieb "es gibt Pläne" und NICHT die UNO "zwingt" oder "fordert". Ich bin immer noch fähig, den Unterschied zwischen etwas planen und etwas erzwingen und etwas fordern zu erkennen. Genau diese Fähigkeit erwarte ich von meinen Diskussionspartnern auch. Stattdessen wird unterstellt und werden Strohmänner gebastelt.
Nochmal: Studien werden mit einem ganz bestimmten Ziel durchgeführt und nicht aus lauter Jux und Dollerei.
Eine Studie, die sich nur an Geburtenrückgang und Alterung der Bevölkerung in einer bestimmten Region orientiert und Szenarien entwickelt, wie dem entgegen gewirkt werden kann, ohne wichtige Aspekte wie Bildung, Erfordernisse des Arbeitsmarktes, Bevölkerungspolitik etc unberücksichtigt lässt, IST für die Tonne!
Migration ist aus mehreren Gründen keine Lösung. Diese Gründe habe ich genannt!

Troh.Klaus hat geschrieben:(17 Jun 2018, 20:08)Dazu bitte einen Beleg, ein Dokument der UN, der die beiden Dinge - die Studie und das Resettlement-Programm - eindeutig in einen Zusammenhang bringt. Ich sehe diesen Konnex gerade gar nicht.

Tut mir leid, wenn du angesichts der weltweiten Flüchtlingszahlen (über 60 Mio Menschen, wenn ich nicht sehr irre) keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der UN-Studie und dem Resettlement-Programm erkennen kannst.
Eigentlich liegt der auf der Hand.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Mo 18. Jun 2018, 09:14

think twice hat geschrieben:(17 Jun 2018, 19:17)

Da hat Dark Angel wohl bei Udo Ukfkotte abgekupfert. Nur, dass sie aus Arabern Afrikaner gemacht hat:

"So lügt Udo Ulfkotte: Fordert die UNO, die deutsche Bevölkerung durch Araber zu ersetzen?

Es ist nämlich so, dass die Sache mit den ganzen Asylbewerbern, die jetzt nach Deutschland kommen, von langer Hand geplant war, seit mindestens eineinhalb Jahrzehnten schon. Die Vereinten Nationen forderten damals schon heimlich, dass die deutsche Bevölkerung einfach durch Migranten aus Nahost und Nordafrika ersetzt wird. Das wird zwar ein Vermögen kosten und Unruhen auslösen, aber Politik und Wirtschaft wollen es so.

Das klingt natürlich erst einmal etwas abwegig, aber der Bestsellerautor Udo Ulfkotte kann es beweisen. Er hat ein entsprechendes Papier der UN „aus dem Jahr 2001“ entdeckt und berichtet darüber auf der Seite des auf solche brisanten Enthüllungen spezialisierten Kopp-Verlages.

Es ist ein schönes, schlimmes, besonders anschauliches Beispiel dafür, wie einflussreiche ausländer- und islamfeindliche Hetzer wie Ulfkotte mit Lügen Propaganda machen.

Das vermeintliche Skandal-Papier gibt es tatsächlich. Ulfkotte verlinkt sogar darauf und zeigt einen Ausriss des Titelblattes:

(Link von Dark Angel)

Und schon an dem Fragezeichen, das da am Ende des Titels steht, könnte man erkennen, dass es sich nicht um ein Papier mit „Forderungen“ der UNO handelt. Der Bericht der UNO-Abteilung für Bevölkerungsfragen rechnet verschiedene Szenarien durch, wie viel Einwanderung nötig wäre, um die schrumpfenden Bevölkerungszahlen in acht Ländern mit besonders niedrigen Geburtenraten in den nächsten Jahrzehnten auszugleichen. Es geht darum, die Auswirkungen „unterschiedlich großer Migrationsströme auf den Umfang der Bevölkerung und ihren Alterungsprozess deutlich [zu] machen“.

Berechnet wird je nach Szenario, wie viel Zuwanderung nötig wäre, um bestimmte, unterschiedliche Ziele für das Jahr 2050 zu erreichen, zum Beispiel: die Größe der Bevölkerung insgesamt aufrecht zu erhalten; die Zahl der Menschen zwischen 15 und 64 beizubehalten; zu verhindern, dass weniger als drei Menschen dieses Alters auf einen Über-65-Jährigen kommen.

Ulfkotte schreibt über den Bericht, er sei „erst jetzt bekannt geworden“. Das ist ulfkottinesisch für „ich persönlich habe gerade erst von diesem Bericht erfahren“, lässt das Papier aber natürlich ungemein viel geheimnisvoller, wichtiger und brisanter erscheinen.

(...)
Ulfkotte verfälscht nicht nur die UN-Studie in grotesker Weise. Er hat nicht einmal verstanden, dass die Überlegungen, die darin angestellt werden, letztlich den von besonders niedrigen Geburtenraten betroffenen Ländern dienen sollen; Ländern wie Deutschland, die ohne Einwanderung gravierende Probleme mit ihren Sozialsystemen bekommen. Nicht auszuschließen ist natürlich, dass er nicht zu dumm ist, das zu verstehen, sondern es eine bewusste Lüge als Teil seiner Propaganda ist.

Der Mann, der sich nach eigener Auskunft als Journalist von Regimen und Unternehmen kaufen und Artikel vom Bundesnachrichtendienst diktieren ließ, macht seit Jahren Stimmung gegen Ausländer, Asylbewerber und Moslems. Und er hat damit Erfolg, auch mit diesem Stück. „Kopp-Online“ ist eine Nachrichtenquelle bei Google News. Der Artikel wurde im Netz tausendfach empfohlen und geteilt. Diverse andere Blogs verbreiten die Desinformation weiter. In den Kommentarspalten der Medien tauchen Ulfkottes Lügen jetzt schon auf."
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 18. Jun 2018, 09:33

Troh.Klaus hat geschrieben:(17 Jun 2018, 20:08)

Genau, wo steht das? Ich habe das nicht behauptet. Im Gegenteil. Und die Studie eben auch nicht.

Dass das Ziel der Studie IST, die Migration von Afrikanern nach Europa vorzubereiten, zu fördern, zu erzwingen, IST genau Deine Interpretation. Ich habe jedenfalls nirgends gelesen, dass die UN Deutschland auffordert, z.B. nach Szenario IV jährlich 500.000 Migranten (aus Afrika) aufzunehmen. Den Untergang des Abendlandes gibt diese Studie nicht her. Dazu muss man doch noch einige Zusatzannahmen treffen.

Dazu bitte einen Beleg, ein Dokument der UN, der die beiden Dinge - die Studie und das Resettlement-Programm - eindeutig in einen Zusammenhang bringt. Ich sehe diesen Konnex gerade gar nicht.


Dass die niedrigen Geburtenraten und die daraus resultierenden Probleme - u.a. bei der Rente - nur durch Zuwanderung gelöst werden können, ist ein alter Hut.

Und es geht ja nicht nur um die Rente. Viele Unternehmen - vom Großunternehmen bis hin zum kleinen Handwerker und Dienstleister - haben inzwischen echte Probleme, geeignetes Personal zu finden. Und mit "geeignet" sind Leute gemeint, die nicht zwangsläufig einen extrem niedrigen Lohn erhalten. Es sind Leute, die gewisse Grundfertigkeiten an den Tag legen: zum Beispiel pünktlich und regelmässig zur Arbeit kommen, Arbeiten selbständig und ohne andauernde Aufsicht zu erledigen, vielleicht einen freundlichen Umgangston pflegen und Spaß bei der Arbeit haben.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Felio » Mo 18. Jun 2018, 09:43

sünnerklaas hat geschrieben:(18 Jun 2018, 10:33)

Dass die niedrigen Geburtenraten und die daraus resultierenden Probleme - u.a. bei der Rente - nur durch Zuwanderung gelöst werden können, ist ein alter Hut.

Und es geht ja nicht nur um die Rente. Viele Unternehmen - vom Großunternehmen bis hin zum kleinen Handwerker und Dienstleister - haben inzwischen echte Probleme, geeignetes Personal zu finden. Und mit "geeignet" sind Leute gemeint, die nicht zwangsläufig einen extrem niedrigen Lohn erhalten. Es sind Leute, die gewisse Grundfertigkeiten an den Tag legen: zum Beispiel pünktlich und regelmässig zur Arbeit kommen, Arbeiten selbständig und ohne andauernde Aufsicht zu erledigen, vielleicht einen freundlichen Umgangston pflegen und Spaß bei der Arbeit haben.

Also in unserem Betrieb sind die Chefe auch am stöhnen. Es kommen zwar Bewerber, aber keine Arbeitswilligen, es hat eher den Anschein das diese vom Amt zum vorbeikommen verdonnert wurden, aber nicht wirklich wollen.
Kein Wunder also, das viele Betriebe vergeblich suchen. Manche denken wohl, man könne Geld durch Gamen und surfen verdienen.

Aber die Nummer mit der Volksersetzung ist wohl das lächerlichste, das ich seit ich denken kann gehört habe.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 18. Jun 2018, 09:55

sünnerklaas hat geschrieben:(18 Jun 2018, 10:33)

Viele Unternehmen - vom Großunternehmen bis hin zum kleinen Handwerker und Dienstleister - haben inzwischen echte Probleme, geeignetes Personal zu finden. Und mit "geeignet" sind Leute gemeint, die nicht zwangsläufig einen extrem niedrigen Lohn erhalten. Es sind Leute, die gewisse Grundfertigkeiten an den Tag legen: zum Beispiel pünktlich und regelmässig zur Arbeit kommen, Arbeiten selbständig und ohne andauernde Aufsicht zu erledigen, vielleicht einen freundlichen Umgangston pflegen und Spaß bei der Arbeit haben.

Diese Probleme lassen sich aber nur mit gut ausgebildeten Menschen lösen. In Europa grassiert die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen, die sind in der Regel vernünftig ausgebildet, kommen aber trotzdem nicht nach Deutschland. Die, die kommen, lösen die Probleme nicht, sondern verschärfen sie im Grunde nur noch. Was also tun?
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Sundance » Mo 18. Jun 2018, 10:04

Ich bin sicher, die überwiegend jungen, männlichen Schutzsuchenden werden den sich abzeichnenden Pflegenotstand verhindern können.
Hat sich Daimler-Chef Zetsche nicht wie ein Schneekönig über all die zuwandernden, hochqualifizierten Fachkräfte gefreut? Und wieviele davon hat sein Konzern bisher eingestellt?
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Felio » Mo 18. Jun 2018, 10:04

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 10:55)

Diese Probleme lassen sich aber nur mit gut ausgebildeten Menschen lösen. In Europa grassiert die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen, die sind in der Regel vernünftig ausgebildet, kommen aber trotzdem nicht nach Deutschland. Die, die kommen, lösen die Probleme nicht, sondern verschärfen sie im Grunde nur noch. Was also tun?

Warum immer anderen die Schuld geben? Man sollte mal überlegen warum die jungen Leute keine Arbeit haben. Das liegt nicht an Flüchtlingen oder sonstigen Anschuldigungen.
Könnte es auch damit zusammenhängen das unsere junge Generation schlicht keine Lust mehr auf Arbeit hat?
Wenn ich mich so umschaue, rennen ein Haufen junger Leute rum, denen Party und virtuelle Freunde wichtiger als Selbstständigkeit und Pflichtgefühl ist.
Die ihr Abi machen und sobald Mama und Papa nicht mehr da sind in ein tiefes Loch verfallen und da nie wieder raus finden.
Anstatt da einmal anzusetzen wird das Problem im Notfall auf den Mond geschoben, obwohl wir wissen das das nicht das eigentliche Problem ist.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Troh.Klaus » Mo 18. Jun 2018, 10:07

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jun 2018, 10:13)
Ich schrieb "es gibt Pläne" und NICHT die UNO "zwingt" oder "fordert". Ich bin immer noch fähig, den Unterschied zwischen etwas planen und etwas erzwingen und etwas fordern zu erkennen. Genau diese Fähigkeit erwarte ich von meinen Diskussionspartnern auch. Stattdessen wird unterstellt und werden Strohmänner gebastelt.
Nochmal: Studien werden mit einem ganz bestimmten Ziel durchgeführt und nicht aus lauter Jux und Dollerei.

BESTANDSERHALTUNGSMIGRATION: EINE LÖSUNG FÜR ABNEHMENDE UND ALTERNDE BEVÖLKERUNGEN?
ZUSAMMENFASSUNG
Die Abteilung Bevölkerungsfragen der Vereinten Nationen verfolgt die Fruchtbarkeits-, Sterblichkeits- und Migrationstrends für alle Länder der Welt und erstellt auf dieser Grundlage die offiziellen Schätzungen und Prognosen der Vereinten Nationen zur Bevölkerungsentwicklung. Zwei der demografischen Trends, die diese Zahlen aufzeigen, springen dabei besonders ins Auge: der Bevölkerungsrückgang und die Bevölkerungsalterung.

Die vorliegende Studie konzentriert sich auf diese beiden auffälligen, kritischen Trends und befasst sich mit der Frage, ob Bestandserhaltungsmigration eine Lösung für den Rückgang und die Alterung der Bevölkerung darstellt. Der Begriff "Bestandserhaltungsmigration" bezieht sich auf die Zuwanderung aus dem Ausland, die benötigt wird, um den Bevölkerungsrückgang, das Schrumpfen der Erwerbsfähigenbevölkerung sowie die allgemeine Überalterung der Bevölkerung auszugleichen.

Das hier ist der (deutsche) Abstract der Studie (von 2000). Eine Abteilung "Bevölkerungsfragen" der UN beschäftigt sich nun mal mit Fragen, Prognosen, Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung. Dazu gehören auch Studien wie diese. Man beachte das Fragezeichen in der Überschrift.

Eine Studie ist noch kein Plan! Hat also eine Instanz der UN auf Basis dieser Studie einen Plan entwickelt? Welche Instanz, welche Unterorganisation? Ist dieser Plan Entscheidungsgremien, z.B. der Vollversammlung oder dem Sicherheitsrat, vorgelegt worden? Wie haben sich die in der Studie genannten Länder, allesamt gewichtige Mitglieder der UN, zu diesem Plan positioniert? Gab es, z.B. von Deutschland, Zustimmung? Und das Ganze bitte mit entsprechenden Dokumenten der UN belegen.
Tut mir leid, wenn du angesichts der weltweiten Flüchtlingszahlen (über 60 Mio Menschen, wenn ich nicht sehr irre) keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der UN-Studie und dem Resettlement-Programm erkennen kannst.
Eigentlich liegt der auf der Hand.

Deutschland beteiligt sich seit 2011 an den UNHCR-Resettlement-Programmen. Im Jahre 2017 kamen insgesamt ca. 3.000 Migranten über das UNHCR-Resettlement nach Deutschland. Beste "Kunden" sind im Übrigen die USA, die ca. 80% der Resettlement-Plätze zur Verfügung stellen, aber immer noch weniger als 10% des von der UNHCR genannten Bedarfs von ca. 800.000 pro Jahr.
Da liegt also offensichtlich Nichts auf der Hand!
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 18. Jun 2018, 10:10

Felio hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:04)

Das liegt nicht an Flüchtlingen oder sonstigen Anschuldigungen.

Das liegt daran, dass der europäische Exportweltmeister die Industrie in den anderen Staaten mehr und mehr verdrängt, ebi.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Felio » Mo 18. Jun 2018, 10:17

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:10)

Das liegt daran, dass der europäische Exportweltmeister die Industrie in den anderen Staaten mehr und mehr verdrängt, ebi.

Was ist Ebi? Soll das heißen, wir sollten die Industrie lahm legen und dann wird alles gut? Kann man machen, muß man aber nicht.
Dadurch steigt die Arbeitslosenrate allerdings extrem schnell an.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Felio » Mo 18. Jun 2018, 10:30

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:10)

Das liegt daran, dass der europäische Exportweltmeister die Industrie in den anderen Staaten mehr und mehr verdrängt, ebi.

Brauchen wir denn solche Studenten, die Prüfungen abbrechen weil ihnen Mathe zu anstrengend ist?

https://www.watson.ch/schule%20-%20bildung/deutschland/999427383-mit-dieser-begruendung-brechen-37-studenten-pruefung-ab-ob-es-funktioniert-hat-
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 18. Jun 2018, 10:40

Felio hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:17)

Was ist Ebi? Soll das heißen, wir sollten die Industrie lahm legen und dann wird alles gut? Kann man machen, muß man aber nicht.

Stell dich nicht dumm :cool: Du hattest nach einem Grund für die hohen Arbeitslosigkeit von jungen Menschen in Europa gefragt, was meiner Meinung nach der Grund dafür ist, habe ich dir geschrieben. Wenn du daraus irgendwelche hanebüchenen Konsequenzen in rhetorischer Frageform ziehen willst, dann ist das dein Bier.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Felio » Mo 18. Jun 2018, 10:45

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:40)

Stell dich nicht dumm :cool: Du hattest nach einem Grund für die hohen Arbeitslosigkeit von jungen Menschen in Europa gefragt, was meiner Meinung nach der Grund dafür ist, habe ich dir geschrieben. Wenn du daraus irgendwelche hanebüchenen Konsequenzen in rhetorischer Frageform ziehen willst, dann ist das dein Bier.

Aber man könnte auch einen echten Grund nennen. Was kann die Wirtschaft dafür das andere Europäische Länder nicht mitkommen und wie will man dem begegnen außer immer gleich auf Deutschland zu schimpfen.
Sollen wir alle die Arbeit niederlegen damit es anderen besser geht. Das ist idiotisch und keine Lösung.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 18. Jun 2018, 11:32

Felio hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:45)

Aber man könnte auch einen echten Grund nennen.

Was ist denn der "echte" Grund?

Das ist idiotisch und keine Lösung.

Warum thematisierst du es dann überhaupt?
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Mo 18. Jun 2018, 11:32

Troh.Klaus hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:07)

Das hier ist der (deutsche) Abstract der Studie (von 2000). Eine Abteilung "Bevölkerungsfragen" der UN beschäftigt sich nun mal mit Fragen, Prognosen, Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung. Dazu gehören auch Studien wie diese. Man beachte das Fragezeichen in der Überschrift.

Und was hat der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Studie damit zu tun, dass Migration nach Europa seitens der UNO als Lösung des "Überalterungsproblems" betrachtet wird?
Habe ich irgendwo einen Zusammenhang zur Flüchtlingskrise 2015 hergestellt? - Nein habe ich NICHT!
Massenmigration ist kein Phänomen der letzten 3 Jahre.

Troh.Klaus hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:07)
Eine Studie ist noch kein Plan! Hat also eine Instanz der UN auf Basis dieser Studie einen Plan entwickelt? Welche Instanz, welche Unterorganisation? Ist dieser Plan Entscheidungsgremien, z.B. der Vollversammlung oder dem Sicherheitsrat, vorgelegt worden? Wie haben sich die in der Studie genannten Länder, allesamt gewichtige Mitglieder der UN, zu diesem Plan positioniert? Gab es, z.B. von Deutschland, Zustimmung? Und das Ganze bitte mit entsprechenden Dokumenten der UN belegen.

Es gibt Pläne und es gibt sogar Empfehlungen an die Industrienationen mit (stark) sinkender Fertilitätsrate.
2005 wurde vom damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan (auf eine Initiative der Sonderberichterstatterin für die Men-
schenrechte von Migranten, Gabriela Rodríguez Pitarro),eine "Weltkommission für internationale
Migration“ mit Sitz in Genf einberufen. Diese Kommission erarbeitet die entsprechenden Lösungsvorschläge, Pläne und Empfehlungen.

Troh.Klaus hat geschrieben:(18 Jun 2018, 11:07)Deutschland beteiligt sich seit 2011 an den UNHCR-Resettlement-Programmen. Im Jahre 2017 kamen insgesamt ca. 3.000 Migranten über das UNHCR-Resettlement nach Deutschland. Beste "Kunden" sind im Übrigen die USA, die ca. 80% der Resettlement-Plätze zur Verfügung stellen, aber immer noch weniger als 10% des von der UNHCR genannten Bedarfs von ca. 800.000 pro Jahr.
Da liegt also offensichtlich Nichts auf der Hand!

Die USA (und andere Staaten) haben im Gegensatz zu Deutschland auch funktionierende Einwanderungsgesetze, auf deren Basis das Resettlement- Programm durchgeführt wird, heißt diese Staaten bestimmen wer einwandern und sich dauerhaft ansiedeln darf und wer nicht. Mit Hilfe der Einwanderungsgesetze ist eine Lösung anstehender Probleme, die sich durch Überalterung ergeben - anders nicht.
In Deutschland werden keine Probleme gelöst, sondern verschärft. Darum fordert u.a. die FDP ein Einwanderungsgesetz, auf dessen Basis bestimmt werden kann bzw bestimmt wird, WER einwandern und sich dauerhaft ansiedeln darf.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 18. Jun 2018, 11:46

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2018, 10:55)

Diese Probleme lassen sich aber nur mit gut ausgebildeten Menschen lösen. In Europa grassiert die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen, die sind in der Regel vernünftig ausgebildet, kommen aber trotzdem nicht nach Deutschland. Die, die kommen, lösen die Probleme nicht, sondern verschärfen sie im Grunde nur noch. Was also tun?


Die Frage schlechthin ist:

Warum kommen keine Qualifizierten - bzw. noch schärfer gefragt: warum bleiben qualifizierte Flüchtlinge nicht in D?
Was läiuft hier falsch?
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 18. Jun 2018, 12:04

Felio hat geschrieben:(18 Jun 2018, 10:43)

Also in unserem Betrieb sind die Chefe auch am stöhnen. Es kommen zwar Bewerber, aber keine Arbeitswilligen, es hat eher den Anschein das diese vom Amt zum vorbeikommen verdonnert wurden, aber nicht wirklich wollen.
Kein Wunder also, das viele Betriebe vergeblich suchen. Manche denken wohl, man könne Geld durch Gamen und surfen verdienen.


Wenn's denn nur das allein wäre! Vielen fehlen einfach kognitive Fähigkeiten. Es ist einfach nur noch erschreckend. Reiner Arbeitswille allein reicht nicht aus. Und man kann nicht jedem einen Polier oder Vorarbeiter vor die Nase setzen.

Umgekehrt: viele sehen nicht, was für Chancen das bietet. In vielen Baubereichen fehlen gute Handwerker. Und wer was drauf hat, wer interessiert ist und wer bereit ist, sich neben der Arbeit stets weiterzubilden, dem bieten sich dort inzwischen mehr als gute Aufstiegschancen - als Polier, als Techniker, als Meister, als Ing. - als Bauleiter. Und wenn man in einer guten Firma ist, dann gibt es vieles, was man peu a peu so nebenher lernt, weil man z.B. Cheffe zuweilen beim Kunden unterstützen muss. Und auch Personalführung lernt man da dann so nebenbei - learning by doing.


Aber die Nummer mit der Volksersetzung ist wohl das lächerlichste, das ich seit ich denken kann gehört habe.
Wird eigentlich nur durch Chemtrails und Roswell übertroffen.


Das ist halt die gaga-Welt.

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