Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

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Der Neandertaler
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Der Neandertaler » Mi 19. Sep 2018, 17:26

Hallo Amun Ra.
Amun Ra hat geschrieben:Da braucht man sich aber nicht wundern, wenn immer mehr Menschen das Vertrauen in den Rechtsstaat verlieren. Verstehe mich nicht falsch, ich halte die Resozialisierung, gerade im Jugendstrafrecht, ebenfalls für immens wichtig. Aber trotz allem darf eines nicht ausser Acht gelassen werden: Strafe muss nunmal auch sein. Es ist schlichtweg nicht vermittelbar, dass jemand einen anderen Menschen töten darf, ob absichtlich oder nicht, ohne dafür bestraft zu werden. Selbst im Jugendstrafrecht wird für Körperverletzung mit Todesfolge eine Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis vorgesehen.
Gut, daß Du dies erkannt hast. Es ist durchaus für den ein oder anderen Jugendlichen schon eine weitaus höhere Strafe wegen Mordes ausgesprochen worden, als etwa "nur" eine Bewährungsstrafe. À propos Höchsztstrafe bei einem Jugendlichen wegen Mord:
    § 105 Satz 2 - Jugendgerichtsgesetz (JGG):
      "Das Höchstmaß der Jugendstrafe für Heranwachsende beträgt zehn Jahre. Handelt es sich bei der Tat um Mord und reicht das Höchstmaß nach Satz 1 wegen der besonderen Schwere der Schuld nicht aus, so ist das Höchstmaß 15 Jahre."
Was mich nur an den Kommentaren nach solch einem "milden" Urteil stört, ist die Tatsache, daß der ein oder andere Wutbürger ... der ein oder andere selbsternannte Rächer der humanen Gerechtigkeit reflexartig auf diese oder jene Meldung eines vermeintlich milden Urteils anspringt - als wäre dieses Urteil schon das Ende der Fahnenstange. Wenn die Staatsanwaltschaft oder die eventuelle Nebenklage meint, dies Urteil wäre zu milde, ... der Rechtsweg zu einem "gerechteren" und letztinstanzlichen Urteil ist seeeeehr lang.
Amun Ra hat geschrieben:Das gilt nun aber ebenso für die Behauptung, im Gefängnis würde jemand noch erheblich krimineller...
Nein! Dieses wird von allgemeiner und verantwortlicher Seite immer wieder betont, daß es so ist ... daß Jugendliche nasch Jugendarrest im allgemeinen krimineller werden - es kursiert hier im Diskurs auch schon ein derartiges Zitat!
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Teeernte » Mi 19. Sep 2018, 19:05

Schnitter hat geschrieben:(19 Sep 2018, 00:12)

Geht's noch ?

Ich habe lediglich festgestellt dass es kaum ein Land auf dieser Erde gibt in dem es keine Intensivtäter gibt.

Deiner simplen Logik folgend sind also fast alle "Systeme im Arsch", was natürlich völliger Blödsinn ist.

Wahr ist aber: Ein Land in dem es keine Intensivtäter gibt muss so autoritär sein dass kaum ein Schwein dort leben möchte.


Nun ja... - Diebstahl (Hand AB) geht in Saudi auch nur 2 mal... mehr Hand hat keiner. Schwerer Raub (Hand und Fuß ab) ...macht man auch nur maximal 2 mal verurteilt..
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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omegaunion
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon omegaunion » Do 20. Sep 2018, 07:45

Dampflok94 hat geschrieben:(19 Sep 2018, 17:25)

Und, wäre das so schlimm? Denn...

Das gab es vor tausenden von Jahren sicherlich nicht. Sonst gäbe es uns nämlich nicht mehr.

Du scheinst eher kulturpessimistisch zu sein. Das kann ich sogar nachvollziehen. Aber dazu sollte man nicht den Vergleich mit unseren Vorfahren heranziehen. Die schneiden in dieser Beziehung häufig besser ab als wir.


So gesehen stimmt das sogar, da müssen wir nicht mal lange zurück schauen. Schon in der vorletzten Generation gab es andere Umgangsformen, andere Grenzen und andere Hemmschwellen.
Allerdings möchten wir ja gerne in dem Bewusstsein leben, dass wir zu einer Generation gehören die sich stetig weiterentwickelt hat. Und das sehe ich eben nicht in allen Belangen.
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon jack000 » Do 20. Sep 2018, 09:58

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(19 Sep 2018, 07:04)

Vielleicht Umziehen? Singapur Lifestyle ist hier nicht gefragt.

Man kann abhauen wie so manche aus ihren Heimatländern und es sich woanders bequem machen oder man kann die Dinge auch selbst anpacken und verbessern.
Singapur Livestyle ist selbstverständlich auch hier gefragt:
- Nirgendwo liegt Müll rum
- Frauen können im Minirock nachts allein durch den Park laufen ohne in Gefahr zu sein
- ÖPNV ist pünktlich, sauber und komfortabel
- Nirgendwo gibt es vollgeschmierte und sonstwie verunstaltete Gebäude oder Züge
- Kriminalität ist quasi abgeschafft
=> Seit ist sowas hier nicht gefragt? Von wem denn?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Dampflok94 » Do 20. Sep 2018, 10:17

jack000 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 10:58)

Man kann abhauen wie so manche aus ihren Heimatländern und es sich woanders bequem machen oder man kann die Dinge auch selbst anpacken und verbessern.
Singapur Livestyle ist selbstverständlich auch hier gefragt:
- Nirgendwo liegt Müll rum
- Frauen können im Minirock nachts allein durch den Park laufen ohne in Gefahr zu sein
- ÖPNV ist pünktlich, sauber und komnfortabel
- Nirgendwo gibt es vollgeschmierte und sonstwie verunstaltete Gebäude oder Züge
- Kriminalität ist quasi abgeschafft
=> Seit ist sowas hier nicht gefragt? Von wem denn?

Man muß doch immer das Gesamtsystem betrachten. Ich kann garantiert in vielen Ländern der Welt Dinge finden, die besser als in D geregelt sind. Ich möchte trotzdem nicht da leben. Weil es meist auch viele Dinge gibt, die ich für wesentlich schlechter als in D geregelt halte.

In diesem Strang geht es um den Rechtsstaat. Dieses Label würde ich Singapur nicht geben. Hat den Vorteil, daß man auch das Vertrauen in diesen nicht verlieren kann.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Sep 2018, 10:31

jack000 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 10:58)
- Kriminalität ist quasi abgeschafft
=> Seit ist sowas hier nicht gefragt? Von wem denn?

Auch in Singapur geschieht jedes Jahr Mord, Betrug, Diebstahl. Abgesehen davon, 153/175 bei Reporter ohne Grenzen - große Klasse.
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon jack000 » Do 20. Sep 2018, 13:33

Dampflok94 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 11:17)

Man muß doch immer das Gesamtsystem betrachten. Ich kann garantiert in vielen Ländern der Welt Dinge finden, die besser als in D geregelt sind. Ich möchte trotzdem nicht da leben. Weil es meist auch viele Dinge gibt, die ich für wesentlich schlechter als in D geregelt halte.

In diesem Strang geht es um den Rechtsstaat. Dieses Label würde ich Singapur nicht geben. Hat den Vorteil, daß man auch das Vertrauen in diesen nicht verlieren kann.

Wieso muss die Pressefreiheit in Deutschland eingeschränkt werden wenn Drecksäue härter bestrafen will?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Fliege » Do 20. Sep 2018, 13:39

jack000 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 14:33)
Wieso muss die Pressefreiheit in Deutschland eingeschränkt werden wenn [man] Drecksäue härter bestrafen will?

Wie ich schon angedeutet habe, fehlen in Deutschland die nötigen Haftplätze, um die betreffende Klientel sofort in Untersuchungshaft mit anschließender Strafhaft und/oder Abschiebehaft zu nehmen. Warum der Bund bislang kein großes Gefängnis für kriminelle "Gäste" gebaut hat (beispielsweise auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Niedersachsen oder Brandenburg, wobei jedes Bundesland dort anteilig Haftplätze zur Verfügung gestellt bekäme), obwohl die Problematik seit mindestens 2015 zunehmend verschärft besteht, ist mir nicht bekannt geworden.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Amun Ra » Do 20. Sep 2018, 13:50

Der Neandertaler hat geschrieben:(19 Sep 2018, 18:26)

Hallo Amun Ra.Gut, daß Du dies erkannt hast. Es ist durchaus für den ein oder anderen Jugendlichen schon eine weitaus höhere Strafe wegen Mordes ausgesprochen worden, als etwa "nur" eine Bewährungsstrafe. À propos Höchsztstrafe bei einem Jugendlichen wegen Mord:
    § 105 Satz 2 - Jugendgerichtsgesetz (JGG):
      "Das Höchstmaß der Jugendstrafe für Heranwachsende beträgt zehn Jahre. Handelt es sich bei der Tat um Mord und reicht das Höchstmaß nach Satz 1 wegen der besonderen Schwere der Schuld nicht aus, so ist das Höchstmaß 15 Jahre."

Mord, Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässige Tötung sind im deutschen Strafrecht unterschiedliche Straftaten mit unterschiedlichen Strafmaßen. Es ist darum nicht sinnvoll eine Verurteilung wegen Mordes mit einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu vergleichen. Zum Beispiel weil es bei Mord laut Gesetzbuch keine Bewährung geben kann.
Was mich nur an den Kommentaren nach solch einem "milden" Urteil stört, ist die Tatsache, daß der ein oder andere Wutbürger ... der ein oder andere selbsternannte Rächer der humanen Gerechtigkeit reflexartig auf diese oder jene Meldung eines vermeintlich milden Urteils anspringt - als wäre dieses Urteil schon das Ende der Fahnenstange.

Mich stört es, wenn man in politischen Diskussionsforen Menschen Vorwürfe macht "Wutbürger" zu sein, weil sie nicht verstehen können warum jemand der einen anderen Menschen tötet ohne nennenswerte Strafe davonkommt. Wenn aber eine Person des öffentlichen Lebens wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis kommt sind es diesselben "selbsternannten Verteidiger des ewig gerechten Rechtsstaats" die Zeter und Mordio schreien, weil die Gefängnisstrafe zu kurz, das Urteil zu Milde und die Straftat das schlimmste Verbrechen seit der Erfindung des Mayochups sei. Und selbstredend sind es jene "Moralbürger", die dann auch ganz plötzlich nichts mehr von Resozialisierung hören wollen. Einmal ein Steuerhinterzieher, auf ewig ein Verbrecher. Aber einen Menschen töten... meh... shit happens, nobody's perfect. Kein Grund gleich ein rechtmäßiges Urteil zu hinterfragen. Der deutsche Rechtsstaat ist schliesslich objektiv gerecht, unfehlbar und bar jeglicher Kritik.

Polemik beiseite, man hat immer den einen oder anderen Kasper der Rosinen pickt und dann schreiend durch die Foren zieht. Doch um die geht es garnicht, die bekommt man eh nie weg. Es geht um diejenigen die nicht laut schreien, sondern murren. Diejenigen, die man nur in Umfragen und Studien sieht, wie hier am Anfang des Threads. Um die geht es. Die rosinenpickenden Kasper sind doch nur ein Ablenkungsmanöver, weil man sich mit dem eigentlichen Thema nicht beschäftigen möchte.
Wenn die Staatsanwaltschaft oder die eventuelle Nebenklage meint, dies Urteil wäre zu milde, ... der Rechtsweg zu einem "gerechteren" und letztinstanzlichen Urteil ist seeeeehr lang.

Und wenn darüber nicht berichtet wird sind nicht die Leser der Nachrichten daran schuld, die sich über erstinstanzliche "zu milde" Urteile wundern oder aufregen, sondern die Medien die über den Nachgang nicht berichten.
Wenn juristisch unbedarfte Menschen sich in solchen Rechtsvorgängen nicht auskennen, darum zu Schnellschüssen tendieren (welch nur all zu menschliche Eigenschaft) dann hat, unter anderem, der öffentlich-rechtliche Bildungsauftrag versagt, denn genau das wäre sein Auftrag.
Und wenn man Kritik, auch von Menschen die nicht in der Materie stecken, mit einem "Oh, ihr dummen Wutbürger mal wieder" abtut, dann braucht man sich nicht wundern, wenn die "dummen Wutbürger" irgendwann mal den Institutionen nicht mehr vertrauen. Warum auch sollten sie? Nur hilft das eben der Diskussion, was man dagegen tun könnte , nicht weiter.
Nein! Dieses wird von allgemeiner und verantwortlicher Seite immer wieder betont, daß es so ist ... daß Jugendliche nasch Jugendarrest im allgemeinen krimineller werden - es kursiert hier im Diskurs auch schon ein derartiges Zitat!

Selbst wenn eine Mehrheit dadurch krimineller wird bedeutet das im Umkehrschluss eben nicht, dass darum alle zwingend krimineller werden!

Darüber hinaus stellt sich immer noch die Frage: wie viel krimineller soll denn noch jemand werden, der schon einen Menschen getötet hat? So jemand dürfte im Ranking der "schwersten Jungs" eh schon ganz oben stehen. Und von der moralischen Implikation will ich garnicht erst anfangen. Bestrafen wir nun niemanden mehr, weil durch die Bestrafung könnte er ja noch schlimmer werden?
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon jack000 » Do 20. Sep 2018, 13:57

Fliege hat geschrieben:(20 Sep 2018, 14:39)

Wie ich schon angedeutet habe, fehlen in Deutschland die nötigen Haftplätze, um die betreffende Klientel sofort in Untersuchungshaft mit anschließender Strafhaft und/oder Abschiebehaft zu nehmen. Warum der Bund bislang kein großes Gefängnis für kriminelle "Gäste" gebaut hat (beispielsweise auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Niedersachsen oder Brandenburg, wobei jedes Bundesland dort anteilig Haftplätze zur Verfügung gestellt bekäme), obwohl die Problematik seit mindestens 2015 zunehmend verschärft besteht, ist mir nicht bekannt geworden.

Neben Wohnungen ist der Neubau von Gefängnissen die höchste Priorität. Allein in NRW laufen 10.000 abgelehnte Straftäter frei rum weil die Gefängnisse rappelvoll sind.
Eine noch bessere Idee wäre das Knastwesen auszulagern,denn es gibt ja keinen Grund warum Straftäter unbedingt in Deutschland in Haft müssen.Z.B. in Russland sind sicherlich noch Kapazitäten frei.
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Fliege » Do 20. Sep 2018, 14:12

jack000 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 14:57)
Neben Wohnungen ist der Neubau von Gefängnissen die höchste Priorität. Allein in NRW laufen 10.000 abgelehnte Straftäter frei rum weil die Gefängnisse rappelvoll sind.
Eine noch bessere Idee wäre das Knastwesen auszulagern,denn es gibt ja keinen Grund warum Straftäter unbedingt in Deutschland in Haft müssen.Z.B. in Russland sind sicherlich noch Kapazitäten frei.

War es nicht Kurz, der Albanien zur Mitarbeit gewinnen wollte? Dort würde auch das passende mohammedanische Gedöns mitgeliefert.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Der Neandertaler » Fr 21. Sep 2018, 04:51

Hallo Amun Ra.
Es ist wirklich nicht mein Anliegen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. ... sprich: Mord, Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässige Tötung - mit eventueller "Schwere der Schuld" und mit dafür unterschiedlichen Strafmaßen zu vermengen ... nicht zu berücksichtigen. Meine Argumentation ging immer dahin, daß dies adäquat berücksichtigt werden soll. Diese Frage solltest Du lieber Anderen stellen.
Nebeibei:
    Du versuchst mir zu unterstellen, daß ich diese Unterscheidung nicht beachte, nimmst es aber (zumindest unbewußt ... unterschwellig) hin, daß ein sogenannter "Wutbürger" (dessen Bezeichnung Du nicht so gerne hörst) dies nicht erkennt ... nicht erkennen will ... nicht wahrhaben will.
Amun Ra hat geschrieben:... weil sie nicht verstehen können warum jemand der einen anderen Menschen tötet ohne nennenswerte Strafe davonkommt.
Wer dies nicht verstehen kann, der will es vielleicht nicht verstehen oder er hat dermaßen kognitive Probleme, daß er keinen Anwalt braucht (... der ihm das erklärt), sondern einen Arzt.
Amun Ra hat geschrieben:Kein Grund gleich ein rechtmäßiges Urteil zu hinterfragen.
Hast Du denn festgestellt, daß etwa hier im Forum diese Urteil hinterfragt wurde? Von Einigen wurde lediglich bemängelt, daß dieses Urteil für einen "Mörder" zu milde sei.

Wenn ich jemanden schlage - er fällt unglücklich und verletzt sich am Kopf - er stirbt daraufhin später an seinen Verletzungen, dann ist der Mann zwar tot, aber ich nicht zwingend sein Mörder. Eine Verurteilung wegen Mordes setzt Vorsatz voraus - daß dürftest sogar Du wissen.
    (auch deshalb der Diskurs, welche Unzulänglichkeiten unser Rechtssytem ... unser Gesetzbuch aufweist?)
Also:
    Eine (zufällige) Schlägerei ist nicht zwingend Mord - fällt also zumindest die "Schwer der Schuld" weg. Meist erkennt dies auch die Staatsanwaltschaft und revidiert ihre Forderung von Mord auf "Totschlag" oder auf "Körperverletzung mit Todesfolge". Wer das nicht berücksichtigt ... wer dies nicht hinterfragt, der versteht auch dessen Urteil nicht - damit hast Du Recht!
Ich erlebe es aber oft in Diskussionen (auch hier in diesem Forum), daß, wenn ich versuche, den sogenannten "Wutbürgern" dieses zu erklären, ... daß ich dann der unzuläßigen Relativierung und Verharmlosung einer Tat und der unberechtigten Verteidigung eines zu milden Urteils bezichtigt werde. Das ist noch die mildeste Reaktion!
Amun Ra hat geschrieben:Und wenn darüber nicht berichtet wird sind nicht die Leser der Nachrichten daran schuld, die sich über erstinstanzliche "zu milde" Urteile wundern oder aufregen, sondern die Medien die über den Nachgang nicht berichten.
Ich dachte, die Zeiten, in denen der Überbringer einer schlechten Nachricht geköpft wird, sind vorbei?
Aber zur Antwort:
    NEIN! - nicht die Medien sind schuld! Schuld ist der Leser .. der Bürger, der sich zu schnell über ein eventuelles erstinstanzliches Urteil aufregt, anstatt das Ende der juristischen Wege abzuwarten.
Warte mal zwei oder drei Wochen - keiner regt sich dann mehr über dieses Urteil auf. Wie auch wohl kaum jemand eine eventuelle Revision des ein oder anderen, erstinstanzlichen "milden" Urteis wahrnimmt.
Amun Ra hat geschrieben:Bestrafen wir nun niemanden mehr, weil durch die Bestrafung könnte er ja noch schlimmer werden?
Das ist jetzt aber Ironie - nicht wahr? Schwarz oder Weiß - Grau ist unerwünscht?!?
Amun Ra hat geschrieben:Darüber hinaus stellt sich immer noch die Frage: wie viel krimineller soll denn noch jemand werden, der schon einen Menschen getötet hat? So jemand dürfte im Ranking der "schwersten Jungs" eh schon ganz oben stehen. Und von der moralischen Implikation will ich garnicht erst anfangen.
Ich komme noch mal zum Anfang zurück (obwohl ich Wiederholungen nur bei Barnaby und Vera zulasse - ansonsten hasse ich diese):
    Die nicht-Relativierung zwischen Mord und den anderen Arten nimmst ja wohl jetzt Du vor!?!
Wenn jemand etwa wegen Totschlages (im Affekt) in's Gefängnis kommt, wird er wohl lernen (können), daß Gewalt die Regel ist. Damit ist eine Resozialisierung wohl gescheitert! Insofern dürfte Deine Frage nicht unbedingt ein gutes Argument sein.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
rain353
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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon rain353 » So 23. Sep 2018, 14:18

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Re: Immer mehr Deutsche verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat

Beitragvon Dampflok94 » So 23. Sep 2018, 14:49

Amun Ra hat geschrieben:(20 Sep 2018, 14:50)
Mich stört es, wenn man in politischen Diskussionsforen Menschen Vorwürfe macht "Wutbürger" zu sein, weil sie nicht verstehen können warum jemand der einen anderen Menschen tötet ohne nennenswerte Strafe davonkommt. Wenn aber eine Person des öffentlichen Lebens wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis kommt sind es diesselben "selbsternannten Verteidiger des ewig gerechten Rechtsstaats" die Zeter und Mordio schreien, weil die Gefängnisstrafe zu kurz, das Urteil zu Milde und die Straftat das schlimmste Verbrechen seit der Erfindung des Mayochups sei. Und selbstredend sind es jene "Moralbürger", die dann auch ganz plötzlich nichts mehr von Resozialisierung hören wollen. Einmal ein Steuerhinterzieher, auf ewig ein Verbrecher. Aber einen Menschen töten... meh... shit happens, nobody's perfect. Kein Grund gleich ein rechtmäßiges Urteil zu hinterfragen. Der deutsche Rechtsstaat ist schliesslich objektiv gerecht, unfehlbar und bar jeglicher Kritik.

Nichts vom Menschen gemachte ist objektiv gerecht (was ist das überhaupt?), unfehlbar oder bar jeglicher Kritik. Das gilt also auch für den Rechtsstaat. Und erst recht für ein einzelnes Urteil. Jedes Urteil kann man kritisieren. Passiert auch andauernd. Jede Revision, egal von wem, stellt ja eine Kritik an einem Urteil da. Und natürlich darf auch jeder Außenstehende seine Kritik öffentlich äußern. Wenn diese Kritik allerdings profund sein soll, dann muß man sich schon näher mit einem Fall beschäftigen. Eine skandalisierende Schlagzeile der BILD reicht da nicht aus.
Und was die Steuerhinterzieher angeht: Die werden eigentlich wieder voll sozial integriert. Es gibt da ein bekanntes Beispiel. ;)
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