Asyl-Affäre beim Bamf

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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon H2O » Di 11. Sep 2018, 07:42

Ein halbes Jahr später und nach voller Eifer betriebener Untersuchungen haben sich im Bremer BAMF 145 Fälle von Fehlentscheidungen bei weit über 10.000 ordnungsgemäß entschiedenen Fällen ergeben. Also eine Fehlerrate von <1,4%... und überhaupt nichts Aufregendes. Ich vermute eine innerbetriebliche Intrige, die unerwartet hohe Wellen geschlagen hat.

Unser aller Innenminister Seehofer muß nun seine schnelle Zunge hüten; er darf bei Strafe die ehemalige Amtsleiterin des BAMF nicht mehr vorverurteilen wegen Bestechlichkeit und vorsätzlicher Unregelmäßigkeiten.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html

Das ist selbstverständlich erst ein Teilsieg, den die ehemalige Leiterin der Bremer Dienststelle errungen hat. Aber hier und heute ist zu vermuten, daß nicht neue belastende Erkenntnisse gewonnen werden.

Was nach dem erwartbaren abschließenden Urteil des Bremer Oberverwaltungsgerichts folgen müßte, das wäre eine amtliche Ehrenerklärung für die gemobbte Amtsleiterin und die Wiedereröffnung der Dienststelle in Bremen unter ihrer Leitung. Vielleicht auch noch eine Aufarbeitung der Intrige und personelle Folgen für alle daran Beteiligten.

Schon richtig, was der Innenminister geseufzt hat: "Die Flüchtlinge sind die Mutter aller Probleme." Nur gewinne ich inzwischen den Eindruck, daß unsere Flüchtlinge sich ausnahmslos gegen ihn verschworen haben, indem sie allein durch ihre Anwesenheit offenlegen, daß er seiner Aufgabe in keiner Weise gewachsen ist.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Fliege » Di 11. Sep 2018, 08:34

Mir scheint eher, dass sich im Rahmen der BAMF-Verfahrensabläufe beliebige Geschichten beliebiger Antragsteller beliebig entscheiden lassen.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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jorikke
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon jorikke » Di 11. Sep 2018, 08:51

H2O hat geschrieben:(11 Sep 2018, 08:42)

Ein halbes Jahr später und nach voller Eifer betriebener Untersuchungen haben sich im Bremer BAMF 145 Fälle von Fehlentscheidungen bei weit über 10.000 ordnungsgemäß entschiedenen Fällen ergeben. Also eine Fehlerrate von <1,4%... und überhaupt nichts Aufregendes. Ich vermute eine innerbetriebliche Intrige, die unerwartet hohe Wellen geschlagen hat.

Unser aller Innenminister Seehofer muß nun seine schnelle Zunge hüten; er darf bei Strafe die ehemalige Amtsleiterin des BAMF nicht mehr vorverurteilen wegen Bestechlichkeit und vorsätzlicher Unregelmäßigkeiten.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html

Das ist selbstverständlich erst ein Teilsieg, den die ehemalige Leiterin der Bremer Dienststelle errungen hat. Aber hier und heute ist zu vermuten, daß nicht neue belastende Erkenntnisse gewonnen werden.

Was nach dem erwartbaren abschließenden Urteil des Bremer Oberverwaltungsgerichts folgen müßte, das wäre eine amtliche Ehrenerklärung für die gemobbte Amtsleiterin und die Wiedereröffnung der Dienststelle in Bremen unter ihrer Leitung. Vielleicht auch noch eine Aufarbeitung der Intrige und personelle Folgen für alle daran Beteiligten.

Schon richtig, was der Innenminister geseufzt hat: "Die Flüchtlinge sind die Mutter aller Probleme." Nur gewinne ich inzwischen den Eindruck, daß unsere Flüchtlinge sich ausnahmslos gegen ihn verschworen haben, indem sie allein durch ihre Anwesenheit offenlegen, daß er seiner Aufgabe in keiner Weise gewachsen ist.


In einer Situation, in der allein die Menge der zu prüfenden und auf dringende Entscheidung wartende Fälle, das Personal mangels Masse überforderte, war es ein Zeichen von pragmatischem Entscheidungsmut, komplizierte Fälle durch Abnicken zu entfernen um Sand aus dem Getriebe zu entfernen.
Laisser faire als Erfolgsrezept.
Den Mut hatte die Behördenleiterin und wurde abgestraft.
Keine Krokodilstränen bitte, in ihrer Position musste sie damit rechnen.
… trotzdem kann sie in der Sache stolz auf ihr Handeln sein.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Kritikaster » Di 11. Sep 2018, 08:57

jack000 hat geschrieben:(10 Sep 2018, 21:46)

Das Bedeutet ja dann natürlich, das beim BAMF alles i.O. gelaufen ist ... :rolleyes:

Das sicher nicht, aber wie ja bereits früher festgestellt wurde, gab es, im Gegensatz zur dieser Kampagne gegen das BAMF zugrunde liegenden Unterstellung, erstens keinen Vorsatz bei getroffenen Fehlentscheidungen, und zweitens wirkten sich diese in der Mehrzahl ZUM NACHTEIL der Antragsteller aus.

Kurz gesagt: Der Diskreditierungsversuch gegen die Behörde scheint immer deutlicher voll in die Hose zu gehen.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon H2O » Di 11. Sep 2018, 09:04

jorikke hat geschrieben:(11 Sep 2018, 09:51)

In einer Situation, in der allein die Menge der zu prüfenden und auf dringende Entscheidung wartende Fälle, das Personal mangels Masse überforderte, war es ein Zeichen von pragmatischem Entscheidungsmut, komplizierte Fälle durch Abnicken zu entfernen um Sand aus dem Getriebe zu entfernen.
Laisser faire als Erfolgsrezept.
Den Mut hatte die Behördenleiterin und wurde abgestraft.
Keine Krokodilstränen bitte, in ihrer Position musste sie damit rechnen.
… trotzdem kann sie in der Sache stolz auf ihr Handeln sein.


Es gab sogar eine (sinnvolle!) Anweisung des Innenministers de Maizière, nicht in gewohnter Weise pingelig zu prüfen. Was aber hilft der Amtsleiterin ihr ganzer Stolz, wenn ihr ihr Verantwortungsbereich entzogen wurde und sie nun mit ihrem Dienstherrn Seehofer vor Gericht streitet, um ihren guten Ruf wieder zu erlangen?

Na gut, das abschließende Urteil wird hoffentlich in wenigen Monaten veröffentlicht werden. Dann ist der Horst vermutlich schon Geschichte durch inzwischen weitere Unbedachtheiten mit wehrhafteren Gegnern.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Orbiter1 » Di 11. Sep 2018, 09:11

H2O hat geschrieben:(11 Sep 2018, 08:42)

Ein halbes Jahr später und nach voller Eifer betriebener Untersuchungen haben sich im Bremer BAMF 145 Fälle von Fehlentscheidungen bei weit über 10.000 ordnungsgemäß entschiedenen Fällen ergeben. Also eine Fehlerrate von <1,4%... und überhaupt nichts Aufregendes. Ich vermute eine innerbetriebliche Intrige, die unerwartet hohe Wellen geschlagen hat.

Unser aller Innenminister Seehofer muß nun seine schnelle Zunge hüten; er darf bei Strafe die ehemalige Amtsleiterin des BAMF nicht mehr vorverurteilen wegen Bestechlichkeit und vorsätzlicher Unregelmäßigkeiten.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html

Das ist selbstverständlich erst ein Teilsieg, den die ehemalige Leiterin der Bremer Dienststelle errungen hat. Aber hier und heute ist zu vermuten, daß nicht neue belastende Erkenntnisse gewonnen werden.

Was nach dem erwartbaren abschließenden Urteil des Bremer Oberverwaltungsgerichts folgen müßte, das wäre eine amtliche Ehrenerklärung für die gemobbte Amtsleiterin und die Wiedereröffnung der Dienststelle in Bremen unter ihrer Leitung. Vielleicht auch noch eine Aufarbeitung der Intrige und personelle Folgen für alle daran Beteiligten.

Schon richtig, was der Innenminister geseufzt hat: "Die Flüchtlinge sind die Mutter aller Probleme." Nur gewinne ich inzwischen den Eindruck, daß unsere Flüchtlinge sich ausnahmslos gegen ihn verschworen haben, indem sie allein durch ihre Anwesenheit offenlegen, daß er seiner Aufgabe in keiner Weise gewachsen ist.
Interessant dürfte hier auch die Rolle der (ehemaligen) "Heldin" Josefa Schmid sein. Sie war ja Nachfolgerin der suspendierten Bremer Amtsleiterin und hat mit ihrem internen Bericht den vermeintlichen BAMF-Skandal nochmal ordentlich angefacht. Nur kurz zur Erinnerung:

"Am Dienstag hatte Schmid mit einem internen Bericht für Aufsehen gesorgt. Darin erhob sie schwere Vorwürfe gegen die Bamf-Zentrale. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schmids Vorgängerin, weil diese mindestens 1200 Menschen zu Unrecht Asyl gewährt haben soll. Dem internen Bericht zufolge soll die Zahl der fragwürdigen Asylbescheide jedoch höher liegen und die Zentrale auch schon früher Hinweise darauf gehabt haben. Es bestehe der Verdacht, dass das Bamf die Affäre nicht aufklären wolle und selbst in diese verstrickt sei, schrieb Schmid." Quelle: http://www.maz-online.de/Nachrichten/Po ... n-versetzt

Und zur Verteidigung des Innenministeriums das Schmid nach Bayern versetzte

"Das Bundesinnenministerium sieht für diese Behauptung keine Grundlage. Der Bericht „reicht nicht aus, um die Vorwürfe zu belegen“, sagte eine Sprecherin in Berlin."

Große Karriere in der FDP wird Frau Schmid dann wohl nicht mehr machen.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon H2O » Di 11. Sep 2018, 09:18

Orbiter1 hat geschrieben:(11 Sep 2018, 10:11)

Interessant dürfte hier auch die Rolle der (ehemaligen) "Heldin" Josefa Schmid sein. Sie war ja Nachfolgerin der suspendierten Bremer Amtsleiterin und hat mit ihrem internen Bericht den vermeintlichen BAMF-Skandal nochmal ordentlich angefacht. Nur kurz zur Erinnerung:

"Am Dienstag hatte Schmid mit einem internen Bericht für Aufsehen gesorgt. Darin erhob sie schwere Vorwürfe gegen die Bamf-Zentrale. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schmids Vorgängerin, weil diese mindestens 1200 Menschen zu Unrecht Asyl gewährt haben soll. Dem internen Bericht zufolge soll die Zahl der fragwürdigen Asylbescheide jedoch höher liegen und die Zentrale auch schon früher Hinweise darauf gehabt haben. Es bestehe der Verdacht, dass das Bamf die Affäre nicht aufklären wolle und selbst in diese verstrickt sei, schrieb Schmid." Quelle: http://www.maz-online.de/Nachrichten/Po ... n-versetzt

Und zur Verteidigung des Innenministeriums das Schmid nach Bayern versetzte

"Das Bundesinnenministerium sieht für diese Behauptung keine Grundlage. Der Bericht „reicht nicht aus, um die Vorwürfe zu belegen“, sagte eine Sprecherin in Berlin."

Große Karriere in der FDP wird Frau Schmid dann wohl nicht mehr machen.


Das stützt meine Vermutung einer innerbetrieblichen Intrige. Die feine Dame möchte ich nicht in meinem Team sehen, weder als Leiterin noch Mitarbeiterin. Die muß dort eingesetzt werden, wo sie nur mit sich selbst hadern kann.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon H2O » Di 11. Sep 2018, 09:43

jack000 hat geschrieben:(10 Sep 2018, 21:46)

Das Bedeutet ja dann natürlich, das beim BAMF alles i.O. gelaufen ist ... :rolleyes:


Nein, so lupenrein sicher nicht. Aber mit vertretbarer Fehlerquote in der Massenabfertigung. Vielleicht erinnern Sie sich an die Weisung / Aufmunterung des Innenministers de Maizière, den Tiefgang der Prüfungen zweckmäßig zurück zu nehmen, um erst einmal mit dem hohen Andrang umgehen zu können. Durch die Brille gesehen hat das BAMF in der Tat eine starke Leistung abgeliefert.

Amtsversagen muß man derzeit an anderer Stelle beklagen; da flutscht etwas hinten und vorne nicht, weil das Miteinander der Dienststellen nicht zeit- und aufgabengemäß organisiert ist. Auch ein dolles Ding, daß man sich wochenlang mit der rechtswidrigen Abschiebung eines bekannten Gefährders beschäftigt... ob der nun wieder zurück geholt werden müsse. Da hätte eine öffentliche Rüge doch genügt!

Da muß man politisch und als Dienstherr und Regierung ansetzen!
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Fliege » Di 11. Sep 2018, 12:49

jack000 hat geschrieben:(10 Sep 2018, 21:46)

Das Bedeutet ja dann natürlich, das beim BAMF alles i.O. gelaufen ist ... :rolleyes:

Es ist verblüffend und vielleicht gar beglückend, wie reibungslos es ohne Untersuchungsausschuss gelingt, das BAMF von allen Vorwürfen (Schlamperei, Inkompetenz, Rechtsbeugung, Korruption, Bestechlichkeit) zu entlasten. :D
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon imp » Di 11. Sep 2018, 12:52

H2O hat geschrieben:(11 Sep 2018, 10:43)
Auch ein dolles Ding, daß man sich wochenlang mit der rechtswidrigen Abschiebung eines bekannten Gefährders beschäftigt... ob der nun wieder zurück geholt werden müsse. Da hätte eine öffentliche Rüge doch genügt!

So eine Rüge bringt den Menschen nicht zurück in Sicherheit. Das muss nun mit diplomatischen Mitteln ersucht werden.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Tom Bombadil » Di 11. Sep 2018, 13:07

Tja, mal wieder wurde eine Chance versäumt. Dass sich der Tatverdächtige selber der Tat überführen soll, ist ja schon der Witz an sich, da muss man gar nicht mehr weiter reden, dass so eine Untersuchung selbstverständlich wie das Hornberger Schießen ausgeht, sollte auch jedem klar sein. Nicht Neues aus Schilda.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon H2O » Di 11. Sep 2018, 13:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Sep 2018, 13:52)

So eine Rüge bringt den Menschen nicht zurück in Sicherheit. Das muss nun mit diplomatischen Mitteln ersucht werden.


In diesem besonderen Fall bin ich froh, wenn der Kerl nie mehr unser Land betritt. :mad:
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon imp » Di 11. Sep 2018, 13:44

H2O hat geschrieben:(11 Sep 2018, 14:44)

In diesem besonderen Fall bin ich froh, wenn der Kerl nie mehr unser Land betritt. :mad:

Ich bin da mehr für Rechtsstaat
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Cat with a whip » Di 11. Sep 2018, 13:59

Kritikaster hat geschrieben:(11 Sep 2018, 09:57)

Das sicher nicht, aber wie ja bereits früher festgestellt wurde, gab es, im Gegensatz zur dieser Kampagne gegen das BAMF zugrunde liegenden Unterstellung, erstens keinen Vorsatz bei getroffenen Fehlentscheidungen, und zweitens wirkten sich diese in der Mehrzahl ZUM NACHTEIL der Antragsteller aus.

Kurz gesagt: Der Diskreditierungsversuch gegen die Behörde scheint immer deutlicher voll in die Hose zu gehen.



Unser eigentliches Problem ist, dass die vielen rechtswidrigen Entscheidungen des BAMF zu Ungunsten der Antragsteller relevant sind und die dann zur Überlastung der Gerichte führen.

Die Realtiät ist: Die Tendenz der um eine Größenordnung höher liegenden Entscheidungen zu Ungunsten der Anstragsteller ist nicht zufällig, sondern sie ist die Folge der politisch gewollten und als Effekt einkalkulierten systematische Erschwerung der Antragserstattungen mit formalen Auflagen, die in Folge dann die Gerichte belasten.

Das heißt, das BAMF lässt in der überwältigenden Tendenz eben nicht Fünfe grade sein, eher produziert es selbst falsche Fünfen zu Ungunsten der Antragsteller.

Bezeichnend für die Irrationalität der ganzen rechtsextremen Spinner ist, dass sie nicht dem BAMF für dessen fremdenfeindliche Verfahrensweise auf die Schulter klopfen, indem es ja in der Realität in ihrem Sinne Fakten schafft.

Der einzige leider auch traurige Grund ist, diese Faktenlage passt nicht in die systemfeindlichen und elitenfeindlichen Verschwörungstheorien der rechtsextremistischen Hetzpropaganda. Das BAMF muß Teil der großen Umvolkungsveschwörung sein. :D
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 09:33

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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Nightrain » Di 9. Okt 2018, 00:30

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 10:33)
Welcher BAMF Skandal ?
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/d ... 6-140.html


Erst mal die Staatsanwaltschaft fertig ermitteln lassen. Zum Beispiel den Mailverkehr im beschlagnahmten Privatrechner von Ulrike B.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon jack000 » Di 9. Okt 2018, 05:37

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 10:33)

Welcher BAMF Skandal ?

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/d ... 6-140.html

Na schoen wie der von Zwangsgebuehren finanzierte [oeffentlich-rechtlicher Sender - Mod] die Dinge mal wieder so hindreht das ja alles in bester Ordnung ist (Natuerlich in Comedy Form) .
Hat das BAMF ja auch selbst schon festgestellt :thumbup:
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Fr 26. Okt 2018, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ausdruck editiert
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Wolverine » Di 9. Okt 2018, 10:14

jack000 hat geschrieben:(09 Oct 2018, 06:37)

Na schoen wie der von Zwangsgebuehren finanzierte [oeffentlich-rechtlicher Sender - Mod] die Dinge mal wieder so hindreht das ja alles in bester Ordnung ist (Natuerlich in Comedy Form) .
Hat das BAMF ja auch selbst schon festgestellt :thumbup:

Wusste gar nicht, dass das überhaupt noch thematisiert wird. Die Gerichte sind so oder so überlastet.
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Fr 26. Okt 2018, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ausdruck im Zitat editiert
If Israel were to put down its arms there would be no more Israel.
If the Arabs were to put down their arms there would be no more war.
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon jack000 » Do 25. Okt 2018, 17:46

Familie Aloyan: Eingeholt von der Vergangenheit

"Ich bin Knyaz Aloyan", sagt der Mann, den wir in Flintbek treffen, und dabei zieht er die Augenbrauen hoch und verzieht das Gesicht zu einem schiefen Lächeln, als wundere er sich selbst über die vier Worte, die er gerade gesagt hat. "Ich habe den Namen fast vergessen. Ich reagiere nicht mehr, wenn jemand mich so nennt." Fast fünf Jahre lang hat er mit seiner Frau und den drei Kindern unter falscher Identität gelebt, als "Familie Alo aus Syrien". Das Haar des 31-Jährigen ist lichter geworden in der Zeit. Er trägt eine Schirmmütze.

Khalil heißt Knyaz
An diesem warmen Oktobertag ist Knyaz Aloyan mit seiner Familie zu Gast bei einer Freundin. Traute Garlitz bringt heißen Kaffee auf die Terrasse. "Khalil, möchtest Du auch etwas?" Sie nennt ihn noch bei dem Namen, den er jahrelang getragen hat, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon weiß, dass er eigentlich anders heißt. "Es hat mich geschockt, als ich von der Lüge erfahren habe", sagt sie. "Aber es war keine Wut, sondern Beklommenheit darüber, dass sie so lange lügen mussten." Sie nimmt ein Stück von dem Apfelkuchen, den Frau Aloyan mitgebracht hat. Die Frau, die jahrelang beteuert hat, sie komme aus Syrien, sagt jetzt zu Traute Garlitz: "Nach ukrainischem Rezept."

Mit dem Schlepper nach Deutschland
Es war ein Wintertag in Kiew, Ende 2013, der bis heute alle wichtigen Entscheidungen im Leben der Familie prägt. Familie Aloyan war aus ihrem kleinen Dorf in die Hauptstadt gekommen, um hier die Schlepper zu treffen, die sie nach Deutschland bringen sollten. Es schneite und war bitterkalt. "Sie haben uns geraten, eine falsche Geschichte über unsere Herkunft auswendig zu lernen und niemals davon abzuweichen", sagt Frau Aloyan, und ihr Mann ergänzt: "Wir sollten erzählen, dass wir aus einem Dorf im Norden Syriens kommen. Weil in Syrien Krieg ist und wir dann eine Chance auf Asyl hätten."

"Ich bin froh, dass ich nie so lügen musste"
Sie haben sich daran gehalten. Sie haben versucht, ihre ukrainische Identität hinter sich zu lassen wie abgelegte Kleider. Für ein neues Leben in Europa. Ihre gehbehinderte Tochter wäre in der Ukraine wahrscheinlich im Heim gelandet, erzählen sie am Kaffeetisch im Garten von Traute Garlitz. Je öfter sie von ihrer syrischen Herkunft erzählt haben, je mehr Menschen in Flintbek sie als Kriegsflüchtlinge kennengelernt haben, desto weniger vorstellbar wurde es, irgendwann doch die Wahrheit zu sagen. "Ich bin froh, dass ich nie so lügen musste", sagt Traute Garlitz. "Ich weiß aber, dass sie das für ihre Tochter gemacht haben. Wenn sie gesagt hätten, wir kommen aus der Ukraine, wären sie schon lange wieder weggewesen."

Teil von Flintbek
In Flintbek hatte die Familie nach ihrer Einreise schnell Anschluss gefunden, und ihn in den vergangenen fünf Jahren immer mehr vertieft: Der Sohn spielt Fußball in einer Jugendmannschaft beim TSV Flintbek, die Tochter ist eine der fleißigsten Schülerinnen in ihrer Förderschulklasse an der Lilli-Nielsen-Schule in Kiel. Ihre Lähmungskrankheit wird am Uniklinikum in Kiel behandelt. Ihre Genesung hat deutliche Fortschritte gemacht.

Aber die Integration stand immer unter Vorbehalt. Denn die Ausländerbehörden haben der Familie ihre Geschichte nie geglaubt, vor allem wegen eines Sprachgutachtens, das eine Herkunft aus der ehemaligen Sowjetunion nahelegte. Ihr Asylantrag wurde deswegen im November 2016 als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt. Seitdem galt die Familie als ausreisepflichtig. Im Hintergrund liefen Ermittlungen zur Klärung der Identität. Die Familie wurde zu zehn Botschaften und Konsulaten gefahren, um ihr Herkunftsland festzustellen.

"Wir schämen uns"
"Vor zwei Wochen am Freitag kamen die Leute vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten", erzählt Frau Aloyan. "Ich habe gekocht, Khalil saß, und die sind reingekommen und haben gesagt: Wir haben eure Identität." Zusammen mit ihrem Mann hat sie daraufhin entschieden, die ganze Geschichte offenzulegen. "Wir schämen uns, dass wir unsere Freunde belogen haben. Aber uns fällt auch ein Stein vom Herzen. Es ist nicht leicht, so lange mit einer Lüge zu leben."

Wäre die syrische Identität ein neuer Anzug, er hätte der Familie Alo nie gepasst. Die Ausländerbehörden wissen jetzt, woher die Familie kommt. Und damit auch, wohin sie abgeschoben werden könnte. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde erwägt, Strafanzeige zu stellen, weil die Familie Aloyan fünf Jahre lang getäuscht hat. "Menschlich kann ich das Schicksal der Familie nachvollziehen, auch warum sie diesen Weg gegangen sind", sagt Jörn Petersen vom Fachdienst Zuwanderung des Kreises. "Nichtsdestotrotz habe ich mich an das geltende Recht zu halten. Und da sehe ich keine Möglichkeit, ein Bleiberecht zu generieren."

Antrag an die Härtefallkommission
Ein warmer Sonnabend im Oktober. Die kleine Küche der Familie Aloyan ist voll mit Kindern. Kuchen auf Papptellern, Apfelschorle und Obst. Der kleinste Sohn Aram, der schon in Deutschland geboren ist, feiert seinen dritten Geburtstag. Traute Garlitz ist auch dabei. Zusammen mit anderen Freunden und Unterstützern hat sie einen Antrag an die Härtefallkommission gerichtet. Sie wollen erreichen, dass die Familie in Flintbek bleiben darf. "Es ist für mich unvorstellbar, wenn die Kinder in ein Land kommen, wo sie nicht mal die Sprache verstehen", sagt Traute Garlitz. "Oder wo die Tochter nicht mehr medizinisch behandelt wird. Das wäre eine Katastrophe."

Knyaz Aloyan blickt zu seinen Kindern. "Wir haben einen Fehler gemacht, und der überträgt sich jetzt auf unsere Kinder. Wenn wir jetzt nach fünf Jahren zurückmüssen, ist das für sie schwer."

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... lo114.html

Grundsätzlich ist das Verhalten der Familie ja verständlich, zeigt aber doch dass simpelste Lügen zu einem Aufenhalt sowie den Bezug von Sozialleistungen beitragen können (Was das kostet können Flüchtlingsbürgen sicherlich besser erklären).

Generell aber zeigt es aber auch, dass das BAMF ein völlig zahnloser Tiger ist, denn dieser Vorfall war vor der Flüchtlingskatrastophe 2015 und damals hatten die eher noch Zeit da was zu prüfen.
=> Wenn also vor der Zeit so eine Familie, die ja nun gar nichts mit Flüchtlingen zu tun hat, die entsprechende Sprache gar nicht spricht, etc... damit durchkommt, dann stellt sich die Frage, was erst bei der Flut an Geschichtenerzählungen durchgekommen ist!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Asyl-Affäre beim Bamf

Beitragvon Alexyessin » Fr 26. Okt 2018, 09:18

jack000 hat geschrieben:(09 Oct 2018, 06:37)

Na schoen wie der von Zwangsgebuehren finanzierte [oeffentlich-rechtlicher Sender - Mod] die Dinge mal wieder so hindreht das ja alles in bester Ordnung ist (Natuerlich in Comedy Form) .
Hat das BAMF ja auch selbst schon festgestellt :thumbup:


Welcher [oeffentlich-rechtlicher Sender - Mod] Jack? Ich kenne keinen. Somit ist deine Aussage leider in dem Themenbereich recht unsinnig. :thumbup:
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Fr 26. Okt 2018, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ausdruck editiert
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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