Importierter Antisemitismus

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Senexx
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Importierter Antisemitismus

Beitragvon Senexx » So 6. Mai 2018, 11:08

Antisemitismus ist und war immer ein Problem in Deutschland und andernlands. Derzeit hat die Diskussion darüber wieder Hochkonjunktur, auch durch den Vorfall, bei den ein arabischer jugentlicher Israeli in Berlin nach einer Wette eine Mutprobe veranstaltete, in dem er eine Kippa spazieren trug und postwendend den Hass vermutlich islamischer Schläger auf sich zog. Das Video hat er ins Internet gestellt. Nach meinem bisherigen Kenttnisstand sind die Täter noch nicht ermittelt, die Polizei tappt im Dunkeln.

Dieser Vorfall war auch Anlass für Josef Schuster, den Zentralsratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, sich in einem Interview zu äußern:

"Signale, die man nicht überhören darf"
Antisemitismus in Deutschland in seiner jetzigen Form sei etwas, was er sich "vor zehn Jahren in Albträumen nicht habe träumen lassen", sagte Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, im Dlf. Da habe sich offensichtlich eine rote Linie verschoben.


May: Aber eine hier in Deutschland gängige These, die ja auch Shalicar zumindest implizit vertritt, ist: Der Antisemitismus wird vor allem durch die vielen arabischen Immigranten wieder ins Land getragen. Ist das so?

Schuster: Er wird auch durch arabische Migranten wieder oder ins Land getragen.


Schuster: Die Abneigung gegen Menschen muslimischen Glaubens hat ebenfalls zugenommen, und ich bin auch nicht derjenige, der hier alle Muslime unter Generalverdacht stellt. Wichtig ist: Man muss klar differenzieren, dass es allerdings unter dem muslimischen, insbesondere auch arabischstämmigen, aber auch zum Teil türkischstämmigen muslimischen Bevölkerungsanteil offensichtlich eine höhere Quote, eine höhere Anzahl von Menschen mit antijüdischen Vorurteilen gibt. Ich glaube, das ist unbestreitbar


http://www.deutschlandfunk.de/zentralra ... _id=416084

Eben jener Schuster hatte schon 2015 gewarnt, als Merkel die Tore geöffnet hat

Zentralratspräsident Josef Schuster hatte zuvor betont: "Über kurz oder lang werden wir um Obergrenzen nicht herumkommen." Er plädierte in einem Interview mit der "Welt" für kontrollierte Zugänge in die Bundesrepublik und verwies auf die großen Herausforderungen bei der Integration.


"Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des 'Islamischen Staates' und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist", so Schuster. "Denken Sie nicht nur an die Juden, denken Sie an die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder den Umgang mit Homosexuellen."


Schuster führte die Einstellungen weniger auf den muslimischen Glauben zurück, sondern eher auf die Herkunft zahlreicher Asylsuchender aus arabischen Ländern. "Wenn ich mir die Orte und Länder in Europa anschaue, in denen es die größten Probleme gibt, könnte man zu dem Schluss kommen, hier handele es sich nicht um ein religiöses Problem, sondern um ein ethnisches."


http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 64110.html

Man hätte besser auf ihn hören sollen. Nun ist das Kind ja bekanntlich in den Brunnen gefallen.

Dann stellt sich die Frage: Was tun, um das Problem des importierten Antisemitismus in den Griff zu bekommen?
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon Troh.Klaus » So 6. Mai 2018, 14:12

Vielleicht hilft ja Totschweigen, wie man das mit dem einheimisch-endemischen Antisemitismus jahrzehntelang recht erfolgreich geschafft hat.
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 8. Mai 2018, 16:25

Troh.Klaus hat geschrieben:(06 May 2018, 15:12)

Vielleicht hilft ja Totschweigen, wie man das mit dem einheimisch-endemischen Antisemitismus jahrzehntelang recht erfolgreich geschafft hat.

Ist es angesichts eines Volkes, das historisch gestern noch den systematischen, industriellen Millionentod veranstaltet hat, überhaupt relevant, irgendwelche Theorien über Zugereiste zu spinnen?
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon Ebiker » Di 8. Mai 2018, 16:32

Es sind keine Theorien sondern Tatsachen das der überwiegende Teil antisemitischer Straftaten von muslimischen Tätern begangen wird. Hattest du selber leider im falschen Thread verlinkt.
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Mai 2018, 09:05

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 12:08)



Dann stellt sich die Frage: Was tun, um das Problem des importierten Antisemitismus in den Griff zu bekommen?


Dem “biodeutschen“ Antisemitismus mit allen gesellschaftlichen, politischen und u.a. daraus resultierender Gesetzgebung und Strafverfolgung den Nährboden zu entziehen, dann verkümmert auch der darauf zusätzlich wachsende importierte Antisemitismus.

Solange wir und unsere politische Vertretung bis in die Behörden nur immer mal kurz in Schnappatmung verfallen, wenn sich wieder ein antisemitischer Vorfall ereignet, befruchtet das den Nährboden. Aufrecht gehen wäre angesagt.

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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon relativ » Mi 9. Mai 2018, 10:37

Ebiker hat geschrieben:(08 May 2018, 17:32)

Es sind keine Theorien sondern Tatsachen das der überwiegende Teil antisemitischer Straftaten von muslimischen Tätern begangen wird. Hattest du selber leider im falschen Thread verlinkt.

Dann hat unserer "bayrischer" bundesdeutscher Innenminister gestern also wieder gelogen bis sich die Balken biegen?
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 9. Mai 2018, 13:29

ThorsHamar hat geschrieben:(09 May 2018, 11:49)
Für mich ist Antisemitismus Hass auf Juden, allein deshalb, weil diese Juden sind. Damit ist alles erklärt und definiert, ohne wenn und aber, klar und deutlich!
Ich habe seit fast 40 Jahren ein grosses Interesse daran, dieses Thema zu (er)klären, denn die liebsten Menschen auf der Welt, die ich kenne, waren und sind Juden, nämlich meine Kinder.

Aus dieser Definition lassen sich konkrete Handlungsoptionen ableiten unabhängig davon, wie andere Antisemitismus definieren mögen.
So kann es in einer nach deiner Definition antisemitischen Situation angezeigt sein, mit Einspruch oder Tat einzuschreiten. Evtl kürzt sich das spezifisch antisemitische dabei heraus, aber wie wir zeigen wollen, schadet es nicht.

Ein Beispiel, ganz fiktiv:
Nehmen wir mal an, ein psychisch labiler Mensch gleich welcher Hautfarbe begehrt Einlass in ein Restaurant oder anderes öffentliches Geschäft, das von außen als jüdisch oder mit dem Judentum sympathisierend zu erkennen ist. Der Betreiber möchte das nicht, vielleicht hat er Angst, Vorerfahrungen oder warum auch immer. Er verweigert den Einlass. Der Fortgebetene beginnt zu schimpfen, zu randalieren oder den Betreiber zu drangsalieren. Je nach Intensität wäre es vielleicht angebracht, durch Worte oder Tat diesen Angriff zu behindern, zu beenden.

Lassen wir jetzt einmal den spezifischen Grund, die spezifische Verlaufsform des Angriffs weg. Ändert sich dann etwas?
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Mai 2018, 14:04

ThorsHamar hat geschrieben:(09 May 2018, 11:49)

Solange die Definitionen von Antisemitismus durch Leute mit selbsternannter Deutungshoheit ständig so erweitert werden, dass es praktisch immer Antisemitismus geben muss, ist ein tatsächlicher Entzug des Nährbodens gar nicht möglich.
Heute gibt es nicht nur den eigentlichen, nämlich rassistischen Antisemitismus, nein, es gibt mittlerweile den linken, rechten, sekundären, religiösen, antizionistischen, antiisraelischen, ...
Diese Entwicklung ist dermassen absurd, dass es heute sogar möglich ist, Juden als Antisemiten zu deklarieren.
Und diese Entwicklung erlaubt, dass allen möglichen Vorfällen, in welche irgendwie Juden, Israel oder Zionismus involviert sind, bei Bedarf antisemitische Motivation unterstellt werden kann.
Hier die momentane "Definition" der Bundesregierung, Hervorhebungen von mir:

""Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen." https://www.tagesschau.de/inland/antise ... n-101.html

Das konjunktive "kann", also eine zu beurteilende Eventualität, kein definierter Fakt, führt den vernünftigen Rest der Formulierung ad absurdum!
Was ist nämlich, wenn sich der Passus "Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden" NICHT in Hass gegenüber Juden ausdrückt? ( kann ja so sein, per definitionem )
Ist es dann halt nur "eine bestimmte Wahrnehmung" und ist sowas dann strafrechtlich relevant? Ist "eine bestimmte Wahrnehmung" überhaupt irgend ein
...-ISMUS ?

Für mich ist Antisemitismus Hass auf Juden, allein deshalb, weil diese Juden sind. Damit ist alles erklärt und definiert, ohne wenn und aber, klar und deutlich!
Ich habe seit fast 40 Jahren ein grosses Interesse daran, dieses Thema zu (er)klären, denn die liebsten Menschen auf der Welt, die ich kenne, waren und sind Juden, nämlich meine Kinder.

Diese Definition reicht aber nicht mehr aus, weil damit bestimmte politische Felder nicht abgedeckt werden, nämlich Zionismus und Israel, welche ohne Antisemitismus ja logischerweise keine Basis mehr hätten ...
Der Terminus Antisemitismus ist eine politische Waffe, fordert praktisch unbedingte Loyalität und Staatsräson und ist gleichzeitig ein politisches Werkzeug zum Siedlungsbau ...
Insofern sind wir praktisch chancenlos, den Nährboden für Antisemitismus zu entsorgen, denn es gibt ein vitales, politisches Interesse daran, dass Antisemitismus weiterhin existiert!

Ansonsten würden nicht Kinder mit Kippa von Schulen genommen, sondern die Eltern der "Täter" ( die Täter sind ja selbst Kinder ) zur Verantwortung gezogen.
Das ist meine Meinung zu dem Thema.



Das “kann“ hat mich auch irritiert, zumal ich mich bemüht habe, aus allen Manuals, die meiner Verantwortung unterlagen, “should“ und “could“ zu eliminieren. Es ist zwar manchmal nicht einfach, aus einer gewissen Schwammigkeit, die sich an den Rändern ergibt, einen Fakt zu machen, aber es geht. Letztendlich entscheidet bei Unsicherheit ein Versierter, im ersten Fall die geltende Rechtsprechung, im zweiten Fall war ich es. In der Definition darf eine Bewertung der Emotionalität keine Rolle spielen, weshalb ich auch mit “Hass“ nicht konform gehe, sondern nur die Auswirkung, die sich durch die Emotionalität ergibt.

Wenn Frau Höger, Die Linke, Israel von der Landkarte tilgt, dann werde ich ihr schwerlich das Gefühl Hass nachweisen können, aber sehr wohl Antisemitismus.

Wenn Vertreter einer Behörde die Israelflagge entfernen, dann werde ich ihr keinen Hass nachweisen können, auch keinen Antisemitismus, aber ich kann ihr nachweisen dem Antisemitismus mit dieser präventiven Maßnahme Vorschub geleistet zu haben.

Weshalb man nicht auf eine Formulierung zugreift, die Antisemitismus als Angriff auf Juden als Angehörige sowohl einer religiösen Zugehörigkeit, als auch als Anghörige des Volkes der Juden, wie auch deren Einrichten, Eigentum und Gemeindeinstitutionen in Wort und Tat definiert, ist mir nicht begreiflich. Das ließe sich sicherlich noch ausgefeilter und umfänglicher formulieren.

Aber ohne begleitenden, durchgreifenden Maßnahmenkatalog sind das ohnehin nur Worte.

Ich würde gar nicht erst auf innerparteilichen Selbstreinigungsprozess setzen, sondern jedem Abgeordneten sofort das politische Mandat entziehen, der in Wort und Tat gegen obige Formulierung verstößt, Höger, oder es gar nicht erst erteilen, Weiß (AfD).

Ich würde Demonstrationen, die als Grundlage Antisemitismus haben, nicht genehmigen, al-Quds-Tag.

Ich würde den Strafkatalog für Verstöße durch “Biodeutsche“ gravierend verschärfen und zusätzlich zu einer Grundschulung verpflichten, die auch die im Haushalt vorhandendenen Kinder betrifft.

@ Tom Bombadil
Zu einem Entzug der Kinder kann ich mich nicht entscheiden, das ist für mich zu rabiat, weshalb ich auch vor Kurzem nicht darauf eingegangen bin. Das käme für mich nur eventuell in Betracht, wenn nachweislich keine der getroffenen Maßnahmen, im x-tenWiederholungsfall, greifen.

Ich würde jeden Doppelpassbesitzer, der gegen die Regelung verstößt ad hoc ausweisen.

Ich würde jeden Asylsuchenden, der gegen die Regelung verstößt, ad hoc ausweisen, oder abschieben.

Ich würde gerne in einem Staat leben, in dem man ohne Androhung oder Ausführung von Repressalien auf privater Ebene seine religiöse oder Volkszugehörigkeit sichtbar machen kann.

Vielleicht solltet ihr alle froh sein, dass ich nicht zu bestimmen habe, auf welchen Wegen das erreichbar ist. ;)

Zuletzt geändert von JJazzGold am Mi 9. Mai 2018, 18:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 9. Mai 2018, 14:51

JJazzGold hat geschrieben:(09 May 2018, 15:04)
Ich würde Demonstrationen, die als Grundlage Antisemitismus haben, nicht genehmigen, al-Quds-Tag.

Demonstrationen bedürfen nicht der Genehmigung. Sie müssen nur angezeigt werden. Es können Auflagen erfolgen (Verbot von Gegenständen, Einschränkung der Routen etc). Eine friedliche Demonstration mit politischem Charakter kann als ganzes zwar sehr eingeschränkt und erschwert, aber nicht verboten werden.

Ich würde gerne in einem Staat leben, in dem man ohne Androhung oder Ausführung von Repressalien auf privater Ebene seine religiöse oder Volkszugehörigkeit sichtbar machen kann.

Die konkrete Verlaufsform der Repression wäre hier wichtig.
Auch hier wirst du einem Wirt, Vermieter oder Händler kaum verbieten können, einen spezifischen Kunden nicht haben zu wollen, mit ihm kein Geschäft zu machen. Du wirst einem Verein praktisch nicht verbieten können, jemanden nicht als Mitglied aufzunehmen. Dem Nachbarn, wen er zum Grillfest einlädt. Das wäre ein Eingriff in die persönliche Handlungsfreiheit des Einzelnen. Hingegen ist es selbstverständlich verboten, zu beleidigen, öffentlich-rechtlich zu diskriminieren, zu misshandeln in jeder Art. Es ist problemlos möglich, jemandem das Leben ganz legal schwerer und bitterer zu machen.
Indessen weiß die Polizei noch nicht einheitlich, inwieweit die allgemeine Erfahrung mit der relativen Häufigkeit von Delikten bei Langhaarigen, Dunkelhäutigen, Kippaträgern, Kopftuchträger, Fanschalträgern, Tätowierten, metrosexuell daherkommenden, gleichgeschlechtlich händchenhaltenden etc eine bevorzugte oder besonders gründliche, unangenehme Kontrolle von Individuen ohne konkreten Anlass erlaubt, begründet, etc oder ob sie davon abstand nehmen soll. Im Einzelfall nachweisbar ist es ohnehin schwer. Auch dies also eine Zone, in der vieles denkbar ist, ohne dass man groß was dagegen tun könnte. Außer, es selbst nicht zu tun.
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Mai 2018, 18:24

"Sole.survivor@web.de"
Demonstrationen bedürfen nicht der Genehmigung. Sie müssen nur angezeigt werden. Es können Auflagen erfolgen (Verbot von Gegenständen, Einschränkung der Routen etc). Eine friedliche Demonstration mit politischem Charakter kann als ganzes zwar sehr eingeschränkt und erschwert, aber nicht verboten werden.

Deshalb schrieb ich, "ich würde". ;)

Die konkrete Verlaufsform der Repression wäre hier wichtig.
Auch hier wirst du einem Wirt, Vermieter oder Händler kaum verbieten können, einen spezifischen Kunden nicht haben zu wollen, mit ihm kein Geschäft zu machen. Du wirst einem Verein praktisch nicht verbieten können, jemanden nicht als Mitglied aufzunehmen. Dem Nachbarn, wen er zum Grillfest einlädt. Das wäre ein Eingriff in die persönliche Handlungsfreiheit des Einzelnen. Hingegen ist es selbstverständlich verboten, zu beleidigen, öffentlich-rechtlich zu diskriminieren, zu misshandeln in jeder Art. Es ist problemlos möglich, jemandem das Leben ganz legal schwerer und bitterer zu machen.
Indessen weiß die Polizei noch nicht einheitlich, inwieweit die allgemeine Erfahrung mit der relativen Häufigkeit von Delikten bei Langhaarigen, Dunkelhäutigen, Kippaträgern, Kopftuchträger, Fanschalträgern, Tätowierten, metrosexuell daherkommenden, gleichgeschlechtlich händchenhaltenden etc eine bevorzugte oder besonders gründliche, unangenehme Kontrolle von Individuen ohne konkreten Anlass erlaubt, begründet, etc oder ob sie davon abstand nehmen soll. Im Einzelfall nachweisbar ist es ohnehin schwer. Auch dies also eine Zone, in der vieles denkbar ist, ohne dass man groß was dagegen tun könnte. Außer, es selbst nicht zu tun.


Wo kein Nachweis einwandfrei zu erbringen ist, kann auch keine Maßnahme greifen.
Wichtig wäre es, mal einen Anfang zu machen und zwar dort, wo der Nachweis einwandfrei zu erbringen ist und da bietet sich ein reichliches Aufgabenfeld, ohne zu rechercheträchtigen Ausnahmen greifen zu müssen.
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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon Moses » Mi 9. Mai 2018, 22:27

Nach dem der Strang vollständig geschreddert wurde gibts jetzt einen Neustart nach Renovierung.

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Re: Importierter Antisemitismus

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 10. Mai 2018, 10:11

JJazzGold hat geschrieben:(09 May 2018, 19:24)

Deshalb schrieb ich, "ich würde". ;)



Wo kein Nachweis einwandfrei zu erbringen ist, kann auch keine Maßnahme greifen.
Wichtig wäre es, mal einen Anfang zu machen und zwar dort, wo der Nachweis einwandfrei zu erbringen ist und da bietet sich ein reichliches Aufgabenfeld, ohne zu rechercheträchtigen Ausnahmen greifen zu müssen.

Das stimmt. Solange das nicht passiert, und das trifft neben einigen eindeutigen Fällen von religiösem Antisemitismus und arabisch-nationalem Antisemitismus vor allem "ganz normale Deutsche", muss man gar nicht über Spezialfälle reden.
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