Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

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Tom Bombadil
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon Tom Bombadil » Do 10. Mai 2018, 22:14

Selbstverständlich kann man Abdel-Samad kritisieren, aber ihn mit Antimoslem-Rassisten in einen Topf zu werfen, ist keine Kritik sondern Diffamierung.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 07:44

Und direkt zum Thema nochmal: Das NOTOS Quartett, die ersten, die aus Anlass des Skandals bei der ECHO-Verleihung ihren Preis zurückgaben, hat jetzt ein Benefiz-Konzert im Berliner Dom veranstaltet und mit den Erlösen die Reise einer Gruppe von jungen in Deutschland lebenden Israelis zusammen mit einem über 90jährigen Rabbiner sowie jungen in Deutschland lebenden syrischen Flüchtlingen zusammen mit einem Imam zur Gedenkstätte des früheren KZ Auschwitz finanziert. Gute Aktion!
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 07:50

Und weiter: Beispielhaft für viele andere in Berlin lebende Israelis setzt sich der Autor Yossi Bartal für eine "Entzauberung des Mythos der angeblichen No-Go-Area Neukölln" ein.
Israelis wohnen Tür an Tür mit palästinensischen und türkischen Familien, lernen in Sprachschulen gemeinsam mit Syrern, engagieren sich bei der Flüchtlingshilfe, tanzen bei Partys zu orientalischen Beats gemeinsam mit anderen Menschen aus dem Nahen Osten. Oder üben beim Einkauf in arabischen Supermärkten ihr gebrochenes Schul-Arabisch.


Das Motiv ist klar erkennbar und verständlich: Man will sich von den selbsternannten deutschen Beschützern distanzieren, die aus ziemlich durchsichtigen politischen Motiven plötzlich ihre Liebe zu Israel meinen, erkannt zu haben.
http://www.deutschlandfunkkultur.de/antisemitismus-debatte-der-mythos-vom-no-go-neukoelln.1005.de.html?dram:article_id=417399
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 10:33

Der jüngste aktuelle Zwischenfall betrifft die (fast 90jährige) Langzeit-Rechtsextremistin und mehrfach wegen Holocaust-Leugnung verurteilte Ursula Haverbeck. Sie sollte am 2. Mai (wiederum wegen Holocaust-Leugnung) eine Haftstrafe antreten, erschien nicht und wurde deshalb am 9. Mai zwangsmäßig in die JVA Bielefeld überstellt. Am 10. Mai (also gestern) gab es dort in Bielefeld "Solidaritätskundgebungen" von über 350 Neonazis. Haverbeck wird - neben Horst Mahler - von den Rechtsextremen als die "Märtyrerfigur" verehrt. „Ich bin froh, dass ich nicht zu dieser Partei gehöre, die wahrscheinlich ihre Befehle direkt aus Israel erhält.[zur AfD]“ „Nie wieder Israel“, „Antisemiten kann man nicht verbieten“ „Wer Deutschland liebt, ist Antisemit“ u.ä. sind die typischen Sprüche der Haverbeck-Sympathisanten. Den 350 standen allerdings auch 600 Gegendemonstranten gegenüber.

Interessant bei Ursula Haverbeck ist, aus welchem politischen und soziokulturellen Bereich sie kommt. Aus der Lebensreform- und Vollkornbrotecke. Sie war zeitweise aktives Mitglied der ÖDP (aus der sie allerdings dann auch ausgeschlossen wurde).

https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2018/05/10/ursula-haverbeck-heldenfigur-der-rechten-szene_26377
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 10:57

Eine der politisch aktivsten antiisraelischen (und mutmaßlich antisemitischen) Bewegungen ist die transantionale BDS: Das Kürzel steht für "Boycott, Divestment and Sanctions" bzw. "Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen" (gegen Israel natürlich). Es wäre sehr interessant, etwas genauer zu analysieren, wer und was eigentlich dahinter steht. Formal geht es um das Ziel, Israel in ein- und dieselbe Ecke zu stellen wie das (ehemalige) südafrikanische Apartheidregime und das "palästinensische Volk" in gleicher Weise als Opfer zu betrachten wie dort und damals die schwarze Bevölkerung. Maßgebliche Organisationen wie die Palästeninensische Autonimiebehörde oder auch die (palästinensisch-arabische) al-Quds--Universität distanzieren sich jedoch vom BDS. Es ist die Frage, welches politische Spiel da eigentlich gespielt wird.

Die Boykott-Aufrufe von BDS richten sich vor allem gegen Unternehmen, die Israel beliefern, unterstützen, dort investieren. Allen voran der Technologie-Konzern Hewlett-Packard.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 12:39

Eine der - besonders im Berliner Raum - aggressivsten und gewalttätigsten Gruppierungen mit antisemitischer und israelfeindlicher Ausrichtung ist der sogenannte "Jugendwiderstand". Vom demonstrativen Verbrennen israelischer Flaggen bis hin zu Schmierereien mit Wortlaut "Neun Millimeter für Zionisten". Die an sich eigentlich völlig zusammanhanglose Orientierung auf "Mao", "palästinensischer Widerstand", "Erster Mai" usw. deutete für mich darauf hin, dass hier einfach tatsächliche oder vermeintliche politische Richtungen mit Potenzial für Gewaltausübung gesucht werden. Eine sehr krude Mischung aus Antisemitismus und antifaschistisch verbrämter "Arbeiterbewegungstradition".
Was diese Bewegung natürlich keine Spur harmloser oder ungefährlicher macht.
https://www.huffingtonpost.de/entry/jugendwiderstand-berlin-linksextremistisch-antisemitisch_de_5ab3750ae4b0decad046e27f
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon Zunder » Fr 11. Mai 2018, 12:49

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2018, 07:57)

Das ist schon richtig. Aber es ging Luther nicht einfach so "gegen die Synagogen" sondern (wörtlich) um "das Niederbrennen der Synagogen". Für mich liegt das schon sehr nahe an der Grenze zu einem exterminatorischen Antisemitismus.

Wenn man Gebäude mit Menschenleben gleichsetzt, mag das hinkommen.
Dann wäre es aber dringend angeraten, seine Wertvorstellungen zu überarbeiten.

Vielleicht hast du es ja überlesen:
"Aber wiewohl er Juden gern eigenhändig erwürgen würde, sei es Christen verboten, sie zu verfluchen und persönlich anzugreifen."
https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Lu ... anuar_1543)

Wenn es Christen verboten ist, Juden persönlich anzugreifen, findet auch die Ausrottung nicht statt.
Da kannst du rumschwurbeln soviel du willst.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 12:52

Eine weitere politische Gruppierung, die als Kleinpartei im Zuge der diesjährigen Maidemos antisemitische Pöbeleien fabrizierte, ist "Der dritte Weg". Vom inneren Führungszirkel her eine Abspaltung der NPD und eher im Osten Deutschlands aktiv. Von der Masse der Mitglieder und Sympathisanten eher in den sogenannten "Freien Kameradschaften" und in Süddeutschland vertreten. Linksnationalistisch. Sofern politische Begriffe wie "links" oder "nationalistisch" auf Zusammenstellungen solcher Wirrköpfe überhaupt anwendbar sind. Die Parolen sind so bekannt, ausgeleiert und einschlägig wie gefährlich. Als "Antikapitalismus" getarnter Judenhass. Das besondere vielleicht die demonstrative Hinwendung zu einem heidnischen Germanentum. Teil der extrem nationalistischen "neopaganistisch" gefärbten Szene Europas, die in Osteuropa, RUssland, Griechenland, Skandinavien, Deutschland von sich reden macht.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 13:11

Zunder hat geschrieben:(11 May 2018, 13:49)

Wenn man Gebäude mit Menschenleben gleichsetzt, mag das hinkommen.
Dann wäre es aber dringend angeraten, seine Wertvorstellungen zu überarbeiten.

Vielleicht hast du es ja überlesen:
"Aber wiewohl er Juden gern eigenhändig erwürgen würde, sei es Christen verboten, sie zu verfluchen und persönlich anzugreifen."
https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Lu ... anuar_1543)

Wenn es Christen verboten ist, Juden persönlich anzugreifen, findet auch die Ausrottung nicht statt.
Da kannst du rumschwurbeln soviel du willst.


Ich habe den ganzen Artikel komplett gelesen. Und ich weiß auch, dass die Verfolgung der Juden, der Übergang von Diskriminierung zu exterminatorischem Judenhass 1938 mit Synagogenbränden begann. Wenn man die als ja noch durch das Luthersche Verbot des persönlichen Angriffs legitimiert ansieht, sollte man seine Wertvorstellungen aber sehr sehr überdenken.

Und dass Hitler sich (u.a.) explizit auf Luther als Vorbild für seinen Aufstieg (schon ab 1923) bezog. Das war ganz sicher nicht im Sinne Luthers! Alle diese Bezugnahmen, auch die in die andere Richtung (etwa von Schirrmacher), die eine klare Linie von Luther zu Hitler auszumachen glauben, übersehen, dass man Geschehnisse, die etwa 500 Jahre zurückliegen nicht so ohne weiteres aus Sicht der Gegenwart interpretieren kann. Interessant für das Thema dieses Threads ist auch weniger die reale Geschichte etwa der Reformation sondern die jeweilige Wirkungsgeschichte.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 13:38

(Schon mal zitiert aber nochmal): Drei Artikel aus der "Jüdischen Allgemeinen", die sich allesamt dem Problem der Kriminalstatistik antisemitischer Vorfälle widmen. Die Problematik der Verzerrungen durchaus wahrnehmen. Aber kühl und sachlich feststellen:
Doch Steinitz warnt davor, rechten Gruppen und Parteien wie der AfD zu glauben, die behaupten, ein Großteil der antisemitischen Straftaten hätte einen mus­limischen Hintergrund. »Wer das be­­hauptet, macht es sich viel zu einfach.

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30812
https://www.juedische-allgemeine.de/article/print/id/31356
https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30850
Der in der JA interviewte Stenitz ist Leiter der RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus). Über eine angebliche "amtliche Irreführung" durch staatliche Kriminalstatistiken schreiben Leute wie der Schauspieler Buurmann (von dem ich nicht wüsste, was ihn für solche Aussagen - im Gegensatz zu Steinitz - besonders qualifiziert) in zweifelhaften Publikationen wie "Tichys Einblick".

Und im Gegenteil: Dieses Geraune von "Schreiberlingen", Lügenpresse, von uns irreführenden Medien, von einer linken angeblichen Deutungsübermacht irgendwo ....
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Fr 11. Mai 2018, 14:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2018, 14:38)

(Schon mal zitiert aber nochmal): Drei Artikel aus der "Jüdischen Allgemeinen", die sich allesamt dem Problem der Kriminalstatistik antisemitischer Vorfälle widmen. Die Problematik der Verzerrungen durchaus wahrnehmen. Aber kühl und sachlich feststellen:

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30812
https://www.juedische-allgemeine.de/article/print/id/31356
https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30850
Der in der JA interviewte Stenitz ist Leiter der RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus). Über eine angebliche "amtliche Irreführung" durch staatliche Kriminalstatistiken schreiben Leute wie der Schauspieler Buurmann (von dem ich nicht wüsste, was ihn für solche Aussagen - im Gegensatz zu Steinitz - besonders qualifiziert) in zweifelhaften Publikationen wie "Tichys Einblick".

Und im Gegenteil: Dieses Geraune von "Schreiberlingen", Lügenpresse, von uns irreführenden Medien, von einer linken angeblichen Deutungsübermacht irgendwo ....


Doch Steinitz warnt davor, rechten Gruppen und Parteien wie der AfD zu glauben, die behaupten, ein Großteil der antisemitischen Straftaten hätte einen mus­limischen Hintergrund. »Wer das be­­hauptet, macht es sich viel zu einfach.


Da macht es sich Steinitz zu einfach, oder er drückt sich missverständlich aus.
Aus deinen Links:

Dezember 2017 in einer Schulkantine im Berliner Wedding. »Ihr seid Kindermörder«, muss sich F. (Name ist der Redaktion bekannt) anhören. »Euch sollte man die Köpfe abschneiden.« Einige Mitschüler, alle sind arabischer Herkunft, umringen den 18-Jährigen.

»Wallah, Hitler war gut!«, ruft ein Mädchen. »Denn er hat die Juden umgebracht! Er war ein guter Mann!« Seit zweieinhalb Jahren ist F. Schüler des Gymnasiums, gerade macht er sein Abitur. Angefeindet wird er, seitdem er da ist.


Aber auch die Zuordnung der Delikte sei zweifelhaft: »Wir kennen Fälle, wo Israelis antisemitisch beschimpft wurden, die Tat aber in der PMK dem Unterthema ›Israel-Palästina-Konflikt‹ und nicht Antisemitismus zugeordnet wurde.« PMK ist die Statistik zur politisch motivierten Kriminalität, in der all diese Fälle auftauchen. Steinitz nennt noch ein Beispiel zumindest fragwürdiger Zuordnung: »Hitlergrüße und ›Sieg Heil‹-Rufe auf einer Al-Quds-Demonstration in Berlin wurden als rechtsradikale Straftaten gewertet, obwohl der Hitlergruß ja auch bei der Hisbollah üblich ist.«


Rechte Gruppierungen, auch die AfD, nutzen muslimischen Antisemtismus, um gegen Muslime zu hetzen, und vom eigenen Antisemitismus abzulenken.
Trotzdem zeigt die Anzahl antisemitischer Straftaten, dass der muslimische Antisemitismus daran in hohem Maße beteiligt ist, das kannst du nicht wegdiskutieren, so sehr du dich auch bemühst.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon think twice » Fr 11. Mai 2018, 14:26

Vongole hat geschrieben:(11 May 2018, 15:17)

Rechte Gruppierungen, auch die AfD, nutzen muslimischen Antisemtismus, um gegen Muslime zu hetzen, und vom eigenen Antisemitismus abzulenken.
Trotzdem zeigt die Anzahl antisemitischer Straftaten, dass der muslimische Antisemitismus daran in hohem Maße beteiligt ist, das kannst du nicht wegdiskutieren, so sehr du dich auch bemühst.

Die Fraktion, die so tut, als wäre der deutsche Antisemitismus ausgemerzt gewesen und würde mit muslimischen Migranten eine Art Renaissance erleben, ist (nicht nur in diesem Forum) ungleich grösser.

Komischerweise eilst du dann nicht herbei als Hüterin über Moral und Anstand und Sitte mit erhobenen Zeigefinger.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Fr 11. Mai 2018, 15:12

think twice hat geschrieben:(11 May 2018, 15:26)

Die Fraktion, die so tut, als wäre der deutsche Antisemitismus ausgemerzt gewesen und würde mit muslimischen Migranten eine Art Renaissance erleben, ist (nicht nur in diesem Forum) ungleich grösser.

Komischerweise eilst du dann nicht herbei als Hüterin über Moral und Anstand und Sitte mit erhobenen Zeigefinger.


Vielleicht, weil ich Beiträge ungetrübt von rosaroter Brille besser interpretieren und damit deine Aussage nicht nachvollziehen kann?

Diese übrigens auch nicht:
By the way: Antisemitismus wird anscheinend auch nur unter ostdeutschen Fussballfans ausgelebt. In westdeutschen Stadien gibt es so was nicht.
Vielleicht sollte man sein Augenmerk lieber auf diese Leute lenken, anstatt themenfremd über Islamophobie zu schwafeln.


Übergriffe und Messerattacken - fast schon alltägliche Gewalt, die die Sportler des TuS Makkabi auf dem Fußballplatz erleben. Alon Meyer, der Präsident des Vereins, erzählt, wie sehr das Thema Antisemitismus seine Sportler, die ganz offiziell als jüdische Mannschaft auftreten, betrifft.
Dass sich die Fußballmannschaft des TuS Makkabi Frankfurt nur um den Sport Gedanken machen muss, ist nicht immer selbstverständlich. Spieler und Trainer des jüdischen Vereins müssen sich Beleidigungen wie "Du Scheißjude, man hat vergessen dich zu vergasen" gefallen lassen - offen ausgesprochen und herausgebrüllt auf hessischen Fußballplätzen. Nicht selten seien die Beschimpfungen zu hören bei Vereinen, die muslimische Spieler haben, berichten Spieler des TuS Makkabi.

https://www.hr-inforadio.de/programm/da ... r-102.html

By the way, es geht hier nicht um Frankfurt/Oder.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 15:18

Vongole hat geschrieben:(11 May 2018, 16:12)

Vielleicht, weil ich Beiträge ungetrübt von rosaroter Brille besser interpretieren und damit deine Aussage nicht nachvollziehen kann?


Solange es tatsächlich geschriebene und nicht nur imaginierte Meinungen, Ansichten, Motive betrifft, ist auch die Behauptung einer Interpretationsfähigkeit kein Problem.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon think twice » Fr 11. Mai 2018, 15:51

Vongole hat geschrieben:(11 May 2018, 16:12)

Vielleicht, weil ich Beiträge ungetrübt von rosaroter Brille besser interpretieren und damit deine Aussage nicht nachvollziehen kann?

Diese übrigens auch nicht:



https://www.hr-inforadio.de/programm/da ... r-102.html

By the way, es geht hier nicht um Frankfurt/Oder.

Es geht nicht um Frankfurt/Oder? Es geht nicht um Antisemitismus in grossen Stil? Es geht nicht um ganze ostdeutsche Fangruppierungen, die antisemitische Sprüche in relativ grossen Stadien rauskotzen?

Worum geht es? Um vereinzelte bekloppte, muslimische Fußballspieler, die antisemitische Sprüche reissen?

Die ganze Antisemitismusdiskussion in diesem Thread dreht sich vom ersten Beitrag an um Islam und Muslime und ist an Heuchelei, Augenwischerei und Ablenkungsmanoevern nicht zu überbieten.

Und du schlägst hier auch nur auf, wenn du bei einem User Antisemitismus witterst.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon Keoma » Fr 11. Mai 2018, 16:21

think twice hat geschrieben:(11 May 2018, 16:51)

Es geht nicht um Frankfurt/Oder? Es geht nicht um Antisemitismus in grossen Stil? Es geht nicht um ganze ostdeutsche Fangruppierungen, die antisemitische Sprüche in relativ grossen Stadien rauskotzen?

Worum geht es? Um vereinzelte bekloppte, muslimische Fußballspieler, die antisemitische Sprüche reissen?

Die ganze Antisemitismusdiskussion in diesem Thread dreht sich vom ersten Beitrag an um Islam und Muslime und ist an Heuchelei, Augenwischerei und Ablenkungsmanoevern nicht zu überbieten.

Und du schlägst hier auch nur auf, wenn du bei einem User Antisemitismus witterst.

Es geht unter anderem darum, dass von gewisser Seite krampfhaft versucht wird, dem islamischen Antisemitismus zu relativieren, auch mit dem kläglichen Versuch, ihn mit Islamophobie gleichzusetzen.
Ausserdem wird behauptet, dass der rechte Antisemitismus viel schlimmer ist und jeder, der den islamischen kritisiert, sowieso nur islamophob sein kann.
Und natürlich verkappter Nazi.
Moralische Entrüstung ist Eifersucht mit einem Heiligenschein.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon Dark Angel » Fr 11. Mai 2018, 16:36

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2018, 14:38)

(Schon mal zitiert aber nochmal): Drei Artikel aus der "Jüdischen Allgemeinen", die sich allesamt dem Problem der Kriminalstatistik antisemitischer Vorfälle widmen. Die Problematik der Verzerrungen durchaus wahrnehmen. Aber kühl und sachlich feststellen:

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30812
https://www.juedische-allgemeine.de/article/print/id/31356
https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30850
Der in der JA interviewte Stenitz ist Leiter der RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus). Über eine angebliche "amtliche Irreführung" durch staatliche Kriminalstatistiken schreiben Leute wie der Schauspieler Buurmann (von dem ich nicht wüsste, was ihn für solche Aussagen - im Gegensatz zu Steinitz - besonders qualifiziert) in zweifelhaften Publikationen wie "Tichys Einblick".

Und im Gegenteil: Dieses Geraune von "Schreiberlingen", Lügenpresse, von uns irreführenden Medien, von einer linken angeblichen Deutungsübermacht irgendwo ....

Nur zu deiner Information: "Tichys Einblick" ist KEIN zweifelhaftes Medium, sondern ein der FDP nahe stehendes Medium.
Wenn du "Tichys Einblick" als zweifelhaft bezeichnest, dann ist die FDP in deinen Augen offensichtlich auch zweifelhaft

edit: fehlendes Wort eingesetzt
Zuletzt geändert von Dark Angel am Fr 11. Mai 2018, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon JFK » Fr 11. Mai 2018, 19:19

Dark Angel hat geschrieben:(11 May 2018, 11:16)

1. Was hat Kritik am Islam mit Antisemitismus zu tun?

2. Unterlass deine Diffamierungen!

3. beantworte meine Frage, welche meiner Beiträge/Aussagen zum Antisemitismus unglaubwürdig sind!


Es gibt Kritik am Islam, und es gibt "Kritik" am Islam.

Ich zitiere den Teil, wo du deine Thesen auf die von Abdel Samad aufgebaut hast.
Dark Angel hat geschrieben:(11 May 2018, 09:59)

Kann es sein, dass nicht Angst, sondern die bessere Kenntnis der Ziele des Islam als Herrschaftsideologie Auslöser dieser Warnungen sind?


Nur weil Abdel Samad einen Muslimischen Hintergrund hat, bedeutet es ja nicht, das er nicht auch Scheiss labern kann.

Der Islam kann an und für sich keine Ziele haben, weil kein eigenes Bewusstsein, der Islam wird getragen von Muslimen, es ist die Summe aller.
Hier wird den Muslimen eine zwanghafte Umsetzung des Fundamentalismus angedichtet, als hätten sie keine andere Wahl als den Islamofaschismus auszuleben, oder wie Tom es so treffend beschrieb, hirnlose Korandrohnen.

Diese agitationen sollen den Eindruck wecken, Muslime sind unheilbar "Krank", diese auf Sand gebaute These, die kruder weise damit belegt wird, das der urheber einen Islamischen Hintergrund hat und es am besten wissen würde, was an sich schon Paradox ist, aber für die neue Rechte nicht dumm genug die These üngeprüft zu übernimmen, modifizieren und zu verbreiten, es als eine Tatsache zu verkaufen.
Von diesen stilmitteln kann die bis 1949 größte Minderheit im Abendland ein Lied davon singen, die größte Minderheit hat gewechselt, die Mittel sind geblieben, weil, und das sage ich als meine Persönliche Einschätzung, ist die Spitze des Braunen Eisberg, der Genetische Rassismus.
»Menschen, weigert euch, Feinde zu sein« (Römer 12)
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Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 22:07

Zunder hat geschrieben:(11 May 2018, 16:19)

Luther hat den Christen Übergriffe gegen Juden untersagt. Darauf habe ich wiederholt hingewiesen. Wenn du also im Zerstören der Synagogen einen exterminatorischen Ansatz siehst, mußt du Gebäude und Menschenleben auf eine Stufe stellen.
Daß deine notorische Rechthaberei diese banale Einsicht verhindert, ändert weder etwas am Sachverhalt, noch berechtigt es dich, andere User mit wahrheitswidrigen Unterstellungen zu diffamieren.

Die sogenannte Reichskristallnacht hatte übrigens noch Pogromcharakter. Der Übergang zur exterminatorischen Politik begann mit Hitlers Reichstagsrede im Januar 1939. Das Vorspiel zum Holocaust fand nach dem Überfall auf Polen statt. Die uneingeschränkte Ausrottung begann nach dem Überfall auf die UdSSR. Mit Luther hatte alles nichts zu tun.

Die "exterminatorische Politik" Hitlers war lange vor der Reichstagsrede beschlossen und vor allem von einer Mehrheit der Deutschen erwartet und begrüßt... au watte. Ich habe regelrecht ein schlechtes Gewissen, dich mit meinen Äußerungen (möglicherweise) zu Gegenäußerungen provoziert zu haben, die du nach einigem Überdenken vielleicht noch mal bereuen könntest. Ich selbst habe klargestellt, dass die Behauptung etwa Schirrmachers in der FAZ (im Rahmen der Goldberg-Debatte), es führe eine direkte Linie von Luther zu Hitler, ungerechtfertigt und übertrieben ist. Aber "Mit Luther hatte alles nichts zu tun"? ... Nicht doch! Wie kann man derlei behaupten, wenn doch die evangelische Kirche selbst und unaufgefordert im Lutherjahr 2017 eine rückhaltlos selbstkritische Aufarbeitung ihrer antisemitischen Traditionslinien mit ganz anderen Aussagen an den Tag legte.

Dieser ganze Aspekt des Problems ist übrigens unser Problem.Die Aufarbeitung ist dringend und notwendig ... aber sie betrifft nur und ausschließlich uns. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Juden in Deutschland genervt die Augen verdrehen, wenn sie für diese Aufarbeitung als Vorwand herhalten sollen.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Fr 11. Mai 2018, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wir wollen das nicht hinnehmen - Gauck zum Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Mai 2018, 22:36

Keoma hat geschrieben:(11 May 2018, 17:21)

Es geht unter anderem darum, dass von gewisser Seite krampfhaft versucht wird, dem islamischen Antisemitismus zu relativieren, auch mit dem kläglichen Versuch, ihn mit Islamophobie gleichzusetzen.
Ausserdem wird behauptet, dass der rechte Antisemitismus viel schlimmer ist und jeder, der den islamischen kritisiert, sowieso nur islamophob sein kann.
Und natürlich verkappter Nazi.

Schau doch mal einfach wie's wirklich ausschaut: Die mit weitem Abstand akuteste und realste Bedrohung jüdischer Menschen in der Welt aktuell und heute ist die der militärischen Vernichtung Israels durch den Iran. Das ist doch gar keine Frage! Ist einem wirklich und tatsächlich und nicht nur politstrategisch an einem verantwortungsvollen Eintreten gelegen, muss man sich zuallererst damit beschäftigen. Mit den politischen Interessen, Machtverhältnissen, historischen Verläufen im Gesamtbereich Nahost. Neben dem eigentlichen Nahostkonflikt (der natürlich dennoch relevant ist und bleibt): Irakkriege, Syrienkonflikt, Kurdenproblem, Machtansprüche Türkei/USA/Russland, Rivalität Iran/Saudi Arabien usw, usf. Und man muss dazu beitragen, das Gesamtpulverfass Naher Osten zugunsten einer Entspannung und Friedfertigkeit im Raum Israel zu entschärfen. Rund um Israel - Libanon, Jordanien usw, leben ungleich mehr Flüchtlinge aus dem Syrien- und Irakkonflikt als in Europa. So gesehen ist die dauernde Behauptung, dass muslimische Flüchtlinge in Europa das zentrale Problem jüdischer Menschen hierzulande sei, eine völlig verlogene und vorgeschobene Schutzbehauptung. Man möchte einfach die bequemen und gemütlichen Zustände der 60er, 70er Jahre wiederhaben. Das steckt dahinter und nicht die vorgeschobene Besorgnis um das Wohlergehen jüdischer Menschen. Wie schon weiter oben zitiert: Israelische Bürger, die in Berlin leben, wollen damit nix zu tun haben. Sie durchschauen das Betreiben ihrer selbsternannten Beschützer als politische Strategie. http://www.deutschlandfunkkultur.de/antisemitismus-debatte-der-mythos-vom-no-go-neukoelln.1005.de.html?dram:article_id=417399
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

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