Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Bleibtreu » Do 26. Apr 2018, 21:58

Vongole hat geschrieben:(26 Apr 2018, 22:08)
[...] Edit: Ja, Dark Angel, und wie recht Lapid hat, nach diesem Interview eben bin ich noch mehr davon überzeugt.

Wir unterhielten uns ja bereits Gestern darueber, wie wichtig ich es finde, wenn wir Juden die Kippa tragen, wenn Juden sich in Europa als Juden zeigen. :)
Schoen, dass es dieses Interview mit Lapid gab, dass mir uebrigens vorhin ein Freund zukommen lies. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Und nach allem, was ich ueber den AntisemitismusBeauftragten lese... auch das bestaetigt meine Ansicht, dass der Kampf so gut wie verloren ist.

Zur Info:
Yair Lapid (hebräisch יאיר לפיד‎; * 5. November 1963 in Tel Aviv) ist ein israelischer Politiker der liberalen Partei Jesch Atid, Journalist, Autor und Schauspieler. Von 2013 bis 2014 war er israelischer Finanzminister.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Dark Angel » Do 26. Apr 2018, 22:31

Vongole hat geschrieben:(26 Apr 2018, 22:08)

Gerade eben lief ein Interview mit Felix Klein, dem Antisemitismus-Bauftragten, im Heute-Journal.
Antwort auf die Frage, welche Möglichkeiten er habe, Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen: "Ich werden die vorhandenen Initiativen koordinieren".
Frau Slomka hakte nach, mehr oder weniger die gleiche Antwort.
Auf die Vorhaltung, dass Herr Schuster davor warnte, mit Kippa auf die Straße zu gehen, dass es hier Nogo-Areas für Juden gäbe, kam nach bedauerlichen Worten die Antwort:
"Ich möchte aber darauf hinweisen, dass jüdisches Leben in Deutschland wieder regelrecht aufblüht"
Frau Slomka darauf: Das sehen Juden aber anders, auch wegen des gestiegenen importierten Antisemitismus.?
Klein: Wir wollen die PKS dahingehend ändern, dass antisem. Taten besser erfasst werden, aber ich weise wiederholt darauf hin....."

Noch ein Feigenblatt, diesmal auf zwei Beinen im Auftrag der Regierung.


Edit: Ja, Dark Angel, und wie recht Lapid hat, nach diesem Interview eben bin ich noch mehr davon überzeugt.

Es gibt doch keinen importierten Antisemitismus, es gibt ja nichtmal islamischen Antisemitismus - hat uns doch User Schokoschendretzki im Nachbarthread belegt. Sind doch alles nur "christlich-europäische Stereotype" die da übernommen wurden. Wir Europäer haben doch die armen Muslime erst mit Antisemitismus verseucht, wir sind schuld und die armen Muslime können da doch gar nichts dafür. [sarcasm off]

Sorry, aber wenn ich sowas lese, könnte ich nen Knüppel nehmen und dazwischen dreschen. Wie kann man ernsthaft solche Ansichten vertreten und verbreiten - ist mir ein Rätsel.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon ThorsHamar » Do 26. Apr 2018, 22:35

Dark Angel hat geschrieben:(26 Apr 2018, 21:07)

Der Antisemitismus hat Deutschland nie verlassen, so wie er auch anderswo auf der Welt nie verschwunden ist."


Ja - hier ist die Bundesregierung gefragt, sie muss die Weichen stellen, aber dafür reichen heuchlerische Lippenbekenntnisse nicht aus.


Antisemitismus ist kein Mysterium, sondern Rassismus. Und Rassismus ist Ranking von Menschen unter Erhöhung der eigenen Gruppe.
Das ist der notwendige Ansatz zu einer grundlegenden Bekämpfung von Rassismus und somit auch Antisemitismus.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Senexx » Do 26. Apr 2018, 22:46

Bleibtreu hat geschrieben:(26 Apr 2018, 22:58)

Wir unterhielten uns ja bereits Gestern darueber, wie wichtig ich es finde, wenn wir Juden die Kippa tragen, wenn Juden sich in Europa als Juden zeigen. :)

Ist es denn auch wichtig, dass sich Muslime als Muslime zeigen?
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Katenberg » Do 26. Apr 2018, 22:58

Chajm hat geschrieben:(23 Apr 2018, 21:58)

So lautete gestern Abend im Ersten Deutschen Fernsehen der Titel der Talkrunde bei Anne Will.
Unter Bezug auf die Echoverleihung und den letzten Angriff auf zwei Kippa tragende junge Maenner in Berlin diskutierten
Shimon Stein - ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland,
Volker Kauder - CDU
Katja Kipping - Die Linke
Ahmad Mansour - Psychologe und Autor
Ulf Poschardt - "Welt"-Chefredakteur

die oben genannte Frage.
Wer von den Usern hat die Sendung gesehen?
Teilt ihr die Meinungen eines oder mehrerer Teilnehmer und wenn ja warum gerade diese?
Link zur Sendung: https://daserste.ndr.de/annewill/Skanda ... l5578.html



Dafür müsste Deutschland erstmal einen Kampf GEGEN Antisemitismus führen :)

Die letzten Tage waren auch wieder das Zelebrieren reinster Heuchelei mit allerhand politischem Showeffekt. Die Benennung der Probleme ist in den meisten Fällen schon ein Akt für sich, mit der Finanzierung von Antisemitismus, sei es durch Gelder für die Hamas und ihre Brüder im Geiste, oder andere Aktivisten, wollen wir gar nicht mal anfangen.
There was blood upon t risers
there were brains upon t chute
Intestines were a-dangling from his paratroopers suit
He was a mess, they picked him up
and poured him from his boots
And he ain't gonna jump no more
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon JJazzGold » Fr 27. Apr 2018, 06:24

Bleibtreu hat geschrieben:(26 Apr 2018, 22:58)


Und nach allem, was ich ueber den AntisemitismusBeauftragten lese... auch das bestaetigt meine Ansicht, dass der Kampf so gut wie verloren ist.



Das ist mir zu kleinmütig.
So lange man kämpft, ist kein Kampf verloren und der Kampf hat noch gar nicht richtig angefangen.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Senexx » Fr 27. Apr 2018, 06:30

Bleibtreu hat geschrieben:(26 Apr 2018, 22:58)
Und nach allem, was ich ueber den AntisemitismusBeauftragten lese... auch das bestaetigt meine Ansicht, dass der Kampf so gut wie verloren ist.

Was soll das denn wieder heißen?

Was wäre "nicht verlieren"? Gewinnen?
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Adam Smith » Fr 27. Apr 2018, 06:40

Senexx hat geschrieben:(26 Apr 2018, 23:46)

Ist es denn auch wichtig, dass sich Muslime als Muslime zeigen?

Es gab in Deutschland den Holocaust. Aus dem Grund darf es nicht sein, dass ein Jude sich nicht traut sich in Berlin als Jude zu erkennen zu geben, weil er ansonsten angefallen wird.

Dieses ist aus dem Grund hier wichtiger.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Polibu » Fr 27. Apr 2018, 06:56

In Berlin verliert man seinen Posten, wenn man Holocaustrelativierung anprangert.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... osten.html
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Alexyessin » Fr 27. Apr 2018, 07:00

Polibu hat geschrieben:(27 Apr 2018, 07:56)

In Berlin verliert man seinen Posten, wenn man Holocaustrelativierung anprangert.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... osten.html


Du meinst die Fraktion der FDP hat den Rechtspolitischen Sprecher von seinem Posten entbunden - bzw. er hat ihn selbst niedergelegt - weil er den anderen Fraktionen eine Holocaustrelativierung vorgeworfen hat. SO steht es im Artikel.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Polibu » Fr 27. Apr 2018, 07:01

Alexyessin hat geschrieben:(27 Apr 2018, 08:00)

Du meinst die Fraktion der FDP hat den Rechtspolitischen Sprecher von seinem Posten entbunden - bzw. er hat ihn selbst niedergelegt - weil er den anderen Fraktionen eine Holocaustrelativierung vorgeworfen hat. SO steht es im Artikel.


Inwiefern steht das jetzt im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe?
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Adam Smith » Fr 27. Apr 2018, 07:05

Ist es denn hier einer der Meinung, dass es keine Nachteile mit sich bringt, wenn Juden in Berlin angefallen werden?
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Alexyessin » Fr 27. Apr 2018, 07:06

Polibu hat geschrieben:(27 Apr 2018, 08:01)

Inwiefern steht das jetzt im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe?


Das er nicht entlassen wurde, weil er eine Holocaustrelativierung angeprangert hat, sondern weil er sie den anderen Parlamentariern unterstellt hat. Erkenne den Unterschied.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Polibu » Fr 27. Apr 2018, 07:08

Alexyessin hat geschrieben:(27 Apr 2018, 08:06)

Das er nicht entlassen wurde, weil er eine Holocaustrelativierung angeprangert hat, sondern weil er sie den anderen Parlamentariern unterstellt hat. Erkenne den Unterschied.


Wenn das, was er sagt korrekt ist, dann hat er Recht mit seinen Aussagen. Soweit möglich werde ich mir den Inhalt des entsprechenden Antrages noch besorgen.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Polibu » Fr 27. Apr 2018, 07:28

Na ja. Da hat er sich wohl ein bisschen zu weit aus dem Fenster gelehnt.

"Ihr Redner Marcel Luthe monierte vor zunehmend fassungslosen rot-rot-grünen Koalitionären, dass in der zuletzt eingereichten Textversion nicht nur der Antisemitismus verurteilt werde, sondern nun die freie Glaubensäußerung – wörtlich: „ob durch Kippa, Kreuz oder Kopftuch“ – auf Berlins Straßen propagiert werde. Für Luthe ist dies eine Abschwächung: „Es ist deutsche Staatsräson, dass wir durchaus mit zweierlei Maß messen und Verbrechen gegen die Juden nicht mit irgendetwas anderem vergleichen“, sagte er. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/30081984 ©2018"

Das hat mit Holocaustrelativierung nichts zu tun.

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/ ... t-30081984
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon sünnerklaas » Fr 27. Apr 2018, 09:06

JJazzGold hat geschrieben:(27 Apr 2018, 07:24)

Das ist mir zu kleinmütig.
So lange man kämpft, ist kein Kampf verloren und der Kampf hat noch gar nicht richtig angefangen.


Kleinmütigkeit ist sowieso im Moment seh 'in' und very hip. Am besten mit so starkem ängstlichem Hyperventilieren, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob man nicht den RTW und den Notarzt rufen muss.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Adam Smith » Fr 27. Apr 2018, 09:22

sünnerklaas hat geschrieben:(27 Apr 2018, 09:57)

Es ist ein Feigenblatt. Mehr nicht. Besonders schlaue Islamkritische User haben sich schon immer einen betont "jüdisch" klingenden Fake-Namen zugelegt. Da kann man dann nach Herzenslust rassistischen Dreck raus hauen - und Gegenargumente als "antisemitisch" vom Tisch wischen.

Es geht darum zu verhindern, dass Juden in Berlin angefallen werden, wenn sie sich als Juden zu erkennen geben. Dieses könnte dadurch geschehen, dass auch Nichtjuden mit Kippa durch Berlin gehen.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Bleibtreu » Fr 27. Apr 2018, 09:51

JJazzGold hat geschrieben:(27 Apr 2018, 07:24)

Das ist mir zu kleinmütig. So lange man kämpft, ist kein Kampf verloren und der Kampf hat noch gar nicht richtig angefangen.
sünnerklaas hat geschrieben:(27 Apr 2018, 10:06)

Kleinmütigkeit ist sowieso im Moment seh 'in' und very hip. Am besten mit so starkem ängstlichem Hyperventilieren, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob man nicht den RTW und den Notarzt rufen muss.

Genau, unterstellen wir Frau Bleibtreu doch einfach mal was, statt ihre Beitraege richtig zu lesen! Weil ich sooo kleinmuetig und aengstlich hyperventilierend bin, plaediere ich wie Lapid dafuer, dass wir Juden die Kippa offen zeigen. - Und wer wie ich nicht dafuer ist, ist dann eben ein vor Angst schlotternder Feigling. :rolleyes:

Eben Jazz, nach 70 Jahren ist der Kampf noch nicht mal begonnen worden! Und da erwartest du ob der Zustaende in Europa von mir Optimismus? Den hat sogar Broder ueber Bord geworfen.
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Fr 27. Apr 2018, 09:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon sünnerklaas » Fr 27. Apr 2018, 10:18

Bleibtreu hat geschrieben:(27 Apr 2018, 10:51)

Genau, unterstellen wir Frau Bleibtreu doch einfach mal was, statt ihre Beitraege richtig zu lesen! Weil ich sooo kleinmuetig und aengstlich hyperventilierend bin, plaediere ich wie Lapid dafuer, dass wir Juden die Kippa offen zeigen. - Und wer wie ich nicht dafuer ist, ist dann eben ein vor Angst schlotternder Feigling. :rolleyes:


Wir haben es leider in sehr vielen Bereichen mit extrem ängstlicher Kleinmütigkeit zu tun - und das bezog sich jetzt nicht auf Deine Beiträge.

Allein, was den klassischen Antisemitismus europäischer Prägung angeht, so ist der bei ca. 15% der hier ansässigen Bevölkerung tief verwurzeit. Im Osteuropa der Orbans und Kaczynskis dürfte die Zustimmung noch viel größer sein. Dort gehört Antisemitismus quasi zum guten Ton, man leitet seine eigene Identität daraus ab, wäscht aber seine Hände stets in absoluter Unschuld.

Nur ein Teil gibt hier in D seinen Antisemitismus öffentlich zu - ein sehr viel größerer Teil versteckt ihn hinter dem Ausspruch, man würde das wohl doch noch mal sagen dürfen - oder hinter Gewettere über "Soros". Und diese Klientel reagiert auf Hinweise sehr kleinkindhaft - je mehr man drauf haut, desto mehr fühlen sie sich bestätigt und bekräftigt in ihrem Wahn. Der "schlaue" Antisemit bedient sich übrigens jüdisch klingender Stereotypen, wie sie aus dem Stürmer nicht besser sein könnten - um mal so richtig kräftig was vom Stapel zu lassen.

Was man dagegen machen kann: klare Grenzen setzen. Nein ist Nein. Punkt, ende der Debatte, keine Widerworte. Genau dazu können sich viele aber nicht durchringen - unter anderem mit blödsinnigen Ausreden, dann würde man viele Leute "verlieren".

Eben Jazz, nach 70 Jahren ist der Kampf noch nicht mal begonnen worden! Und da erwartest du ob der Zustaende in Europa von mir Optimismus? Den hat sogar Broder ueber Bord geworfen.


Liegt zum einen daran, dass die Entnazifizierung schon Anfang 1946 aus rein praktischen Gründen gescheitert war. Zum anderen daran, dass selbst die Holocaust-Überlebenden nach Kriegsende bei den alliierten Siegermächten als "ünerwünschte Personen" angesehen wurden. Keiner von den Siegermächten wollte sie haben. Diese DP's waren Verschiebemassen. Danach kam der Kalte Krieg - und da war's eh egal, da wurden andere poltische Säue durchs Dorf gejagt.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Bleibtreu » Fr 27. Apr 2018, 10:21

sünnerklaas hat geschrieben:(27 Apr 2018, 11:18)

Wir haben es leider in sehr vielen Bereichen mit extrem ängstlicher Kleinmütigkeit zu tun - und das bezog sich jetzt nicht auf Deine Beiträge [...]

Da du auf Jazz Antwort an mich eingingst ist das fuer mich wenig glaubhaft - guten Tag!
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Fr 27. Apr 2018, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
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