Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

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Chajm
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Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Chajm » Mo 23. Apr 2018, 20:58

So lautete gestern Abend im Ersten Deutschen Fernsehen der Titel der Talkrunde bei Anne Will.
Unter Bezug auf die Echoverleihung und den letzten Angriff auf zwei Kippa tragende junge Maenner in Berlin diskutierten
Shimon Stein - ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland,
Volker Kauder - CDU
Katja Kipping - Die Linke
Ahmad Mansour - Psychologe und Autor
Ulf Poschardt - "Welt"-Chefredakteur

die oben genannte Frage.
Wer von den Usern hat die Sendung gesehen?
Teilt ihr die Meinungen eines oder mehrerer Teilnehmer und wenn ja warum gerade diese?
Link zur Sendung: https://daserste.ndr.de/annewill/Skanda ... l5578.html
"Where no counsel is, the people fall, but in the multitude of counselors there is safety."
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Tom Bombadil
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 21:18

Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber solange man Anti"zionisten" und Antisemiten ins europäische Parlament einlädt, solange zweifle ich daran, dass überhaupt ein ernsthafter Kampf gegen Antisemitismus geführt wird. Da fehlt aus Deutschland die lautstarke Distanzierung und der geschlossene Auszug aus dem Plenarsaal.
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BingoBurner
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon BingoBurner » Mo 23. Apr 2018, 21:21

Habe die Sendung nicht gesehen.......a

ABER NEIN !!!!!!!!

Wenn doch..........will ich kein Deutsccher mehr sein................

Just my two cents.....




SCHÄMEN SIE SICH......

Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
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Bleibtreu
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Bleibtreu » Mo 23. Apr 2018, 21:22

Ich habe die Sendung gesehen. Ein guter Freund hatte mir heute den Link zur Sendung zugeschickt.

Vorab: Antisemitismus ist in der gesamten Gesellschaft vertreten, nicht nur bei RechtsKnallern. Unter Linken, bei den "Buergerlichen" und auch unter Muslimen sind Antisemitismus und antisemitische Narrative/Klischees zu finden.

Wie Herr Stein bin ich sehr skeptisch und wenig optimistisch. Ich neige eher zu der Beurteilung, dass der Kampf verloren ist. :|

Ebenso stimme ich Herrn Mansour zu, dass bei den IntegrationsMassnahmen umgehend umgeschaltet werden muss. Klare Kante zu den Werten der GleichBerechtigung, sex. SelbstBestimmung, Juden- und IsraelHass als NoGo zu lehren.

Durch den Skandal bei der EchoVerleihung + den zunehmenden Angriffen auf Juden werden in den Medien zwar Diskussionen angestossen, aber am naechsten Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Wenn nicht schnell und entscheidend eingegriffen wird, ist die Sache endgueltig verloren.

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 22:18)

Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber solange man Anti"zionisten" und Antisemiten ins europäische Parlament einlädt, solange zweifle ich daran, dass überhaupt ein ernsthafter Kampf gegen Antisemitismus geführt wird. Da fehlt aus Deutschland die lautstarke Distanzierung und der geschlossene Auszug aus dem Plenarsaal.

Richtig - das ist ein weiteres Symptom der Krankheit.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 23. Apr 2018, 21:25

Habe sie heute Abend auf Tagesschau24 gesehen.

Da nur zwei (deutsche) Politiker anwesend waren und es nur wenig parteipolitisches Geplänkel gab, habe ich die Diskussion als außergewöhnlich angenehm empfunden.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Adam Smith
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Adam Smith » Mo 23. Apr 2018, 21:40

Bielefeld09 hat geschrieben:(23 Apr 2018, 22:27)

Sorry, aber ich habe keine Sendung gesehen,,
aber ich brauche auch keine Nachhilfe .
Mensch ist Mensch.
Wer will das bezweifeln?

Demnach würdest du dich trauen mit einer Kippa rumzulaufen?
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon van Kessel » Mo 23. Apr 2018, 21:42

Ich schaltete nach der Vorstellung der Teilnehmer ab. Weil Themen nicht vorhanden sind, sondern 'produziert' werden. Sie werden aufgeblasen und gewinnen so ein Eigenleben, welches eine deutsche Realität vorspiegelt. Die Xenophobie (nicht nur die Judenfeindlichkeit) wird in einer immer voller werdenden Welt zunehmen, weil die fehlende 'Beinfreiheit' nicht mehr gegeben ist.
Ich habe in meinem 78-jährigen Leben, weder in Deutschland noch in den vielen Städten Europas oder Afrikas, keine spezielle Judenfeindlichkeit ausgemacht (Fremdenfeindlichkeit schon, je nach Gebrauch). So waren die Diebe in Afrika stets aus den Nachbarstaaten zugereiste Spitzbuben (sagte man mir).

Einmal allerdings hat mich ein Ägypter - ob meiner Staatsangehörigkeit gelobt - weil er 'Adolf' für den Größten hielt. Aber dumme Menschen sind internationaler Standard.

Ich sehe in diesen Polit-Talk-Shows eher eine Gefahr, als eine Aufklärung, weil sich einfache Gemüter ohne Geschichtskenntnisse, auf die Diskussionsbrocken stürzen, als wären sie das Salz der Erde. Die unseligen YouTube-Schnipsel machen ein Übriges. Klamauk-Presse und TV machen den Menschen eine Realität weiß, welche in Wirklichkeit eine 'Truman Show' sind.

In der virtuellen Welt der Medien gibt es keine Alltagsgespräche mehr, sondern nur inszenierte Schaukämpfe.

Deshalb schaltete ich ab.
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Bielefeld09
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 23. Apr 2018, 21:56

Adam Smith hat geschrieben:(23 Apr 2018, 22:40)

Demnach würdest du dich trauen mit einer Kippa rumzulaufen?

Ja.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Teeernte » Mo 23. Apr 2018, 21:56

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Apr 2018, 22:22)

Ich habe die Sendung gesehen. Ein guter Freund hatte mir heute den Link zur Sendung zugeschickt.

Vorab: Antisemitismus ist in der gesamten Gesellschaft vertreten, nicht nur bei RechtsKnallern. Unter Linken, bei den "Buergerlichen" und auch unter Muslimen sind Antisemitismus und antisemitische Narrative zu finden.

Wie Herr Stein bin ich sehr skeptisch und wenig optimistisch. Ich neige eher zu der Beurteilung, dass der Kampf verloren ist. :|

Ebenso stimme ich Herrn Mansour zu, dass bei den IntegrationsMassnahmen umgehend umgeschaltet werden muss. Klare Kante zu den Werten der GleichBerechtigung, sex. SelbstBestimmung, Juden- und IsraelHass als NoGo zu lehren.

Durch den Skandal bei der EchoVerleihung + den zunehmenden Angriffen auf Juden werden in den Medien zwar Diskussionen angestossen, aber am naechsten Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Wenn nicht schnell und entscheidend eingegriffen wird, ist die Sache endgueltig verloren.


Richtig - das ist ein weiteres Symptom der Krankheit.


Der "Kampf" ist doch gar nicht aufgenommen worden. Man verdrängt, schaut/hört weg und will nichts davon wissen.

Tut es als Kinderdummheiten ab. ist - wie "falsch parken" ...(Wenn man grad kein Jude ist.)

....und wen die Bertelsmänner erst mal den "Schaden" gegen den Umsatz ausrechnen müssen - ehe man reagiert - (ECHO) ist damit eigentlich alles gesagt.

Was dagegen machen ? Austausch .....Schulkinder, Studenten... Urlauber, Arbeiter ...Handwerker - Rezepte, Witze , Besuche.

Bindungen , Freundschaften . Geschäftsverbindungen

"Anweisungen" von OBEN ? ....das kann nur in Schulen bei Direktoren wirken.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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SpukhafteFernwirkung
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mo 23. Apr 2018, 22:09

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Billie Holiday
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Billie Holiday » Mo 23. Apr 2018, 22:13

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Apr 2018, 23:04)

Es reicht jetzt mit der Spamerei! Ist denn kein Thema vor eurem Schredder sicher? Wollt ihr, dass der Strang auch noch geschlossen wird?!
Wer nicht zum StrangThema diskutieren will, der soll gefaelligst verschwinden. :mad: :mad2:
Ist es in diesem Forum nicht moeglich sachlich ueber das Thema Antisemitismus zu diskutieren? Was ein ArmutsZeugnis!


Weißt Du, wenn jemand aus seiner Harmoniewolke heraus -vermutlich noch begleitet von Harfenklängen- trällert, Mensch ist Mensch und wer wollte das bezweifeln, dann wage ich den Einwand, dass es durchaus Figuren gibt, die das etwas anders sehen, nämlich die von mir genannten. Wenn dann besagter Wolkenbewohner mit „Rotz des Lebens“ daherkommt, von dem ich keine Ahnung habe, was damit gemeint sein könnte, beziehe den Vorwurf des Schredderns nicht auf mich.
Aber recht hast Du.
Nun, wenn jemand auf die mittlerweile gefährliche Mutprobe verweist, eine Kippa zu tragen, muß sofort mit Kopftuchfrauen abgelenkt werden. : :rolleyes:
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
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SpukhafteFernwirkung
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mo 23. Apr 2018, 22:15

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Apr 2018, 22:22)

Ich habe die Sendung gesehen. Ein guter Freund hatte mir heute den Link zur Sendung zugeschickt.

Vorab: Antisemitismus ist in der gesamten Gesellschaft vertreten, nicht nur bei RechtsKnallern. Unter Linken, bei den "Buergerlichen" und auch unter Muslimen sind Antisemitismus und antisemitische Narrative/Klischees zu finden.

Wie Herr Stein bin ich sehr skeptisch und wenig optimistisch. Ich neige eher zu der Beurteilung, dass der Kampf verloren ist. :|

Ebenso stimme ich Herrn Mansour zu, dass bei den IntegrationsMassnahmen umgehend umgeschaltet werden muss. Klare Kante zu den Werten der GleichBerechtigung, sex. SelbstBestimmung, Juden- und IsraelHass als NoGo zu lehren.

Durch den Skandal bei der EchoVerleihung + den zunehmenden Angriffen auf Juden werden in den Medien zwar Diskussionen angestossen, aber am naechsten Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Wenn nicht schnell und entscheidend eingegriffen wird, ist die Sache endgueltig verloren.


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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 22:19

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(23 Apr 2018, 23:15)

israel liefert genug gründe für kritik...

Genau, da zuckt das Anti"zionisten"herzlein, weil Israel irgendwas macht, darf man in Deutschland endlich wieder gegen Juden hetzen und sie auf offener Straße beschimpfen und verprügeln. Nicht.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Bleibtreu » Mo 23. Apr 2018, 23:08

Billie Holiday hat geschrieben:(23 Apr 2018, 23:13)
[...] Nun, wenn jemand auf die mittlerweile gefährliche Mutprobe verweist, eine Kippa zu tragen, muß sofort mit Kopftuchfrauen abgelenkt werden. : :rolleyes:

Ja, das ist fuer mich graesslich. Ebenso wird von anderer Seite so getan, als waere das HauptProblem mit JudenHass nur durch Muslime importiert. Beides sind ideologisch motivierte MissbrauchsFormen, die vom eigentlichen Problem ablenken, naemlich etwas gegen DEN Antisemitismus, den es in allen GesellschaftsSchichten gibt, zu unternehmen. :|

Ist der Kampf gegen JudenHass verloren oder ist noch was zu retten - was meinst du, Billie?
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Adam Smith » Mo 23. Apr 2018, 23:18

KarlRanseier hat geschrieben:(23 Apr 2018, 22:43)

Frage mal eine Frau, ob sie es sich traut, in Leipzig oder Dresden mit einem Kopftuch herumzulaufen! :rolleyes:

Das Problem in diesem Lande ist nicht "Antisemitismus", sondern prinzipiell Menschenhass.

Demnach würdest du dich nicht trauen.
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Adam Smith
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Adam Smith » Mo 23. Apr 2018, 23:21

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(23 Apr 2018, 23:15)

du bist ned fähig antisemitismus von israelkritik zu unterscheiden, also bitte bezichtige ned die ganze welt des antisemitismus, nur weil du jemandem schuldgefühle einreden willst.
israel liefert genug gründe für kritik, alleine der teilweise schon nach israelischem recht illegale siedlungsbau...- :p

Nur gab es den Holocaust ganz ohne Israel.
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unity in diversity
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon unity in diversity » Mo 23. Apr 2018, 23:30

Merkel bedauert es, daß man dem Antisemitismus noch keine abschließende Abfuhr erteilen konnte.
Sie hat das latente Problem erkannt.
Man setzt daher auf Symbolpolitik:
https://www.uni-jena.de/Mitteilungen/180423_Kippa.html

Die früheren Teddybärenwerfer werden mit Kippas ausgestattet durch die Straßen laufen.
Ob das hilft?
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA
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H2O
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon H2O » Mo 23. Apr 2018, 23:32

Chajm hat geschrieben:(23 Apr 2018, 21:58)

So lautete gestern Abend im Ersten Deutschen Fernsehen der Titel der Talkrunde bei Anne Will.
Unter Bezug auf die Echoverleihung und den letzten Angriff auf zwei Kippa tragende junge Maenner in Berlin diskutierten
Shimon Stein - ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland,
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die oben genannte Frage.
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Link zur Sendung: https://daserste.ndr.de/annewill/Skanda ... l5578.html


Ich habe mir die Aufzeichnung gemäß Querverweis angesehen. Ja, bedrückend, was der Politik- und Sport-Lehrer an der Otto-Hahn-Schule beobachtet hat... und wie hilflos er das hin zu nehmen hat. Deshalb leuchtet mir der Vorschlag von Herrn Mansour ein, über die Politik in die Schulen ein zu wirken. Sein Tenor: Die Zuwanderer und ihre Kinder lernen die Erwartung kennen, daß man hier seinen Müll trennt, aber sie erfahren nicht nachdrücklich, daß hier Gleichberechtigung, Toleranz gegenüber Homosexuellen, Religionsgruppen, Juden, das Existenzrecht Israels von ihnen erwartet werden. Da hat die Bundesregierung eine heikle Aufgabe, weil die Schulen und die Vermittlung von Werten Ländersache ist. Aber hilft nix, da müssen wir durch.

Richtig fand ich auch den Vorschlag, in den sozialen Medien ein demokratisches Korrektiv ein zu bauen, wenn wieder und wieder bestimmte Verschwörungstheorien hohe Wellen schlagen. Das hat wohl gerade hohe Konjunktur. Nur: Wie macht man so etwas?

Schließlich noch regelmäßig "Israelkritik" in Medien hinterfragen, wie weit sich dort Antisemitismus als Triebfeder erweist, und in diesen Fällen dagegen vorgehen.

Ich meine auch, daß der Bundestag einen Beauftragten ernennen muß, bei dem solches Verhalten benannt werden kann, um dann gezielt gegen Häufungspunkte vor zu gehen.

Interessant noch der Wunsch von Herrn Kauder, im Falle gemobbter Kinder (Christen, Juden, Moslems) die Belästiger aus der Schule zu entfernen und nicht die Belästigten... was natürlich der bequemere Weg ist. Da war die Schulleitung ganz einfach bequem und feige.

Da liegt ein Dauerkonflikt und Generationenprojekt vor uns, das sich offenbar durch Liegenlassen nicht von allein löst! Die hier im Forum gelegentlich verlachte "deutsche Leitkultur" kommt so wieder zu Ehren.

Also ein ganzer Strauß gleichzeitig notwendiger Maßnhmen.
Zuletzt geändert von H2O am Mo 23. Apr 2018, 23:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Antonius » Mo 23. Apr 2018, 23:33

Ich denke, der "Kampf gegen JudenHass" ist keineswegs verloren, wenn wir uns dessen erinnern und immer wieder verinnerlichen,
was der damalige Bundespräsident Gauck zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Ausschwitz gesagt hat:

    "Solange ich lebe, werde ich darunter leiden, dass die deutsche Nation mit ihrer so achtenswerten Kultur
    zu den ungeheuerlichsten Menschheitsverbrechen fähig war.
    Selbst eine überzeugende Deutung des schrecklichen Kulturbruchs wäre nicht imstande, mein Herz und meinen Verstand zur Ruhe zu bringen."
Damit hat mir damals Bundespräsident Gauck aus der Seele gesprochen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/bund ... .2322759-5
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)
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Re: Verliert Deutschland den Kampf gegen Antisemitismus?

Beitragvon Vongole » Mo 23. Apr 2018, 23:43

Ich bin da mittlerweile sehr pessimistisch.
In einem anderen Strang hab ich das schon mal thematisiert, ich halte die Reden der Politiker und auch viele Presseartikel zu dem Thema für pure Heuchelei.
Bestes Beispiel dafür ist die AfD, die sich Juden regelrecht zunutze macht, um unter dem Mäntelchen "Kampf gegen Antisemitismus" gegen Muslime zu hetzen.

Und die Bundesregierung, die anderen Parteien?

Merkel "beklagt", aber was tut sie dagegen? Okay, jetzt gibt es einen Antisemitismus-Beauftragten, aber mit welchen Kompetenzen ist der ausgestattet?
Wird es mehr Mittel für die Arbeit in Schulen zu dem Thema geben?
Wird man wirklich kompetente Menschen in die Moscheen schicken, um aufzuklären?
Wird man bei der Polizei Verbindungsbeamte schaffen, damit antisem. Straftaten nicht nur als rechte Kriminalität gelten, sondern als das, was sie sind?
Wird es Debatten im Bundestag zu dem Thema geben?
Wird man unsere Politker so schulen, dass sie ein Gefühl dafür entwickeln, wie es z.B. klingt, wenn sie von unseren jüdischen "Mitbürgern" statt Bürgern sprechen?
Mit anderen Worten, wird Merkel das zur Chefsache machen?
Wahrscheinlich, sicher nicht.

Und dann wären da noch Presse und andere Medien.
Da steht auf der einen Seite der Zeitung eine Meldung über antismitische Angriffe auf Juden in Deutschland, geradezu triefend vor Mitgefühl und Abscheu.
Und eine Seite weiter, oder ein paar Scrolls runter, ein derart antizionistischer Artikel, das einem die Haare zu Berge stehen.
Besonders perfide, wie letzt in den Tagesthemen zum 70. Geburtstag Israels, werden dann der "Vorzeigejüdinnen und -juden" eingeblendet, die mit isr. Politk nicht einverstanden sind,
in diesem Fall aus Israel, in vielen Fällen aus Deutschland.
Nach dem Motto, wenn schon Juden mit dem Judenstaat ihre Probleme haben, dann dürfen wir doch auch draufhauen.
Auch findet sich in vielen Artikeln, z.B. über reiche oder mächtige Menschen, der Zusatz "jüdischer Herkunft". Wozu, frage ich?
Christlicher Herkunft hab ich noch nie gelesen, außer es ging um Missionare oder kirchl. NGOs.

Wie soll da in unserer Gesellschaft ein breiter Konsens entstehen, dass Antisemitismus eine durch nichts zu rechtfertigende üble,verleumdnerische, hassende Ablehnung jüdischer Menschen ist?

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