Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

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Soll wieder ein Pflichtdienst in der Bundesrepublik eingeführt werden?

Umfrage endete am Fr 30. Mär 2018, 18:26

JA - Wehr- und Wehrersatzdienst
23
25%
JA - NUR Wehrdienst
0
Keine Stimmen
JA - NUR Sozialdienst
5
5%
NEIN - keine Dienstverpflichtung
30
32%
Pflichtdienst NUR für Männer
2
2%
Pflichtdienst NUR für Frauen
2
2%
Pflichtdienst für ALLE
31
33%
 
Abstimmungen insgesamt: 93
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Kritikaster
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon Kritikaster » Fr 10. Aug 2018, 08:43

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:35)

Was die BW braucht sind Menschen, die sich für den Soldatenberuf entscheiden. Und keine Zwangsrekrutierten.

Irgendwie drängt sich mir allerdings der Eindruck auf, dass die BW zu Zeiten der Wehrpflicht erheblich besser funktionierte.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 10. Aug 2018, 08:54

Kritikaster hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:43)

Irgendwie drängt sich mir allerdings der Eindruck auf, dass die BW zu Zeiten der Wehrpflicht erheblich besser funktionierte.

Das mag sein. Da wurde auch noch ganz andere Summen aufgewandt. An der Mauer lauerte ja schließlich "DER RUSSE".

Der Zustand der BW ist beklagenswert. Man hat es mit der Friedensdividende nach 1990 wohl etwas übertrieben. Aber das wird eben nicht durch Wehrpflichtige behoben. Dafür braucht es Geld und qualifiziertes Personal. Und mit letzterem sind nicht nur Soldaten gemeint. Sondern z. B. auch fähige Beamte, die das Beschaffungswesen der BW wieder in Ordnung bringen. Dort werden nämlich Milliarden versenkt.
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Re: Un

Beitragvon sünnerklaas » Fr 10. Aug 2018, 08:56

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:38)


Weil die Wehrpflicht nicht aus dem GG gestrichen wurde sondern nur ausgesetzt wurde, das ist in dem Thread schon 20 mal erörtert worden. In deinem Artikel geht es um eine allgemeine Dienstpflicht, also nicht nur Millitär sondern auch Feuerwehr.


Beim Brandschutz gibt es eine Allgemeine Wehrpflicht. Die greift dann, wenn sich nicht genug Freiwillige für die Freiwillige Feuerwehr finden. Dann kommt die Pflichtfeuerwehr zum Zuge.
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon imp » Fr 10. Aug 2018, 09:04

sünnerklaas hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:31)

Schütze Arsch, dessen einzige Aufgabe es ist, an der Front Dauerfeuer zu machen, den gibt es nicht mehr. Das, was gebraucht wird, bedarf einer umfangreichen Ausbildung - und die ist nun mal nicht in 12 Monaten zzgl. einiger Reserveübungen - machbar. In 12 Monaten kann man zwar Stubendienst und Kloputzen und Marschieren üben, tiefergehendes zu vermitteln und auch zu verinnerlichen ist aber allein zeitlich in der kurzen Zeit nicht drin.

Das mit dem Dauerfeuer ist ohnehin vorbei. Ein modernes automatisches Gewehr schießt dermaßen viel Zeug pro Sekunde, dass binnen kürzester Zeit ganze Lagerbestände verschossen werden, wenn man einfach nur draufhält.
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Re: Un

Beitragvon Ein Terraner » Fr 10. Aug 2018, 09:05



Das ist anscheinend nur eine Uraltparagraph in einem Niedersächsischen Gesetz, ich denke wenn es da wirklich dazu kommen sollte das 18-55 Jährige willkürlich zur Feuerwehr eingezogen werden wird die Dienstzeit wohl in einem Gerichtssaal abgesessen werden. :D
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon relativ » Fr 10. Aug 2018, 09:41

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:54)

Das mag sein. Da wurde auch noch ganz andere Summen aufgewandt. An der Mauer lauerte ja schließlich "DER RUSSE".

Der Zustand der BW ist beklagenswert. Man hat es mit der Friedensdividende nach 1990 wohl etwas übertrieben. Aber das wird eben nicht durch Wehrpflichtige behoben. Dafür braucht es Geld und qualifiziertes Personal. Und mit letzterem sind nicht nur Soldaten gemeint. Sondern z. B. auch fähige Beamte, die das Beschaffungswesen der BW wieder in Ordnung bringen. Dort werden nämlich Milliarden versenkt.

Die Krux an der Sache ist ja, ohne das GG zu ändern darf so ein Dienst eigentlich nur Wehrdienst heissen, was anderes gibt unser GG leider nicht her.
Da das freiwillige Jahr qausi ein Witz ist, weil es kaum jemand nutzt, wird es mal wieder Zeit die Jugend mit der "erziehungstechnischen Keule" von Staats wegen zu treffen, mit die auch wieder weiss, was es heisst in einer Gemeinschaft zu leben.
Natürlich wäre Freiwilligkeit immer besser, nur ist dazu eben kaum mehr einer bereit. Nach dem Motto sollen doch die anderen die Gesellschaft zusammen halten wird sich vermehrt versucht diesbezüglich ein schlanken Fuss zu machen.
Die Bundeswehr kann also wenn so ein Dienst kommt sowieso organisatorisch bedingt nicht sofort alle Dienstpfichtigen übernehmen, die dann Wehrdienst machen wollen.
In Zivilen Sektor kann es aber wesentlich schneller gehen.
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon imp » Fr 10. Aug 2018, 09:51

relativ hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:41)
Da das freiwillige Jahr qausi ein Witz ist, weil es kaum jemand nutzt

Die Freiwilligendienste haben immer dann Konjunktur, wenn es weniger gebildeten Menschen zwischen 18 und 35 am Arbeitsmarkt zu gut oder besser gebildeten Menschen allgemein zu schlecht geht. Oder war es andersrum?
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 10. Aug 2018, 09:52

relativ hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:41)

Die Krux an der Sache ist ja, ohne das GG zu ändern darf so ein Dienst eigentlich nur Wehrdienst heissen, was anderes gibt unser GG leider nicht her.
Da das freiwillige Jahr qausi ein Witz ist, weil es kaum jemand nutzt, wird es mal wieder Zeit die Jugend mit der "erziehungstechnischen Keule" von Staats wegen zu treffen, mit die auch wieder weiss, was es heisst in einer Gemeinschaft zu leben.
Natürlich wäre Freiwilligkeit immer besser, nur ist dazu eben kaum mehr einer bereit. Nach dem Motto sollen doch die anderen die Gesellschaft zusammen halten wird sich vermehrt versucht diesbezüglich ein schlanken Fuss zu machen.
Die Bundeswehr kann also wenn so ein Dienst kommt sowieso organisatorisch bedingt nicht sofort alle Dienstpfichtigen übernehmen, die dann Wehrdienst machen wollen.
In Zivilen Sektor kann es aber wesentlich schneller gehen.

Auch letzteres halte ich für unklar. Ich las, daß es um ca. 800.000 Personen pro Jahrgang geht. Das ist viel. Werden die alle in Wohnortnähe untergebracht werden können? Wohl kaum! Es bedürfte also der Errichtung von entsprechenden Wohnmöglichkeiten. Da sind wir ja momentan grade ganz vorne. ;) Dazu kommt die Frage, was die eigentlich außerhalb der BW machen sollen. Denn es wird ja immer versprochen, daß dies nicht zu Lasten der regulären Stellen gehen soll. Das wird man kaum halten können. Und wie bezahlt man dann die Leute? Mindestlohn müßte es dann schon sein. Und wer bezahlt den Spaß?

Ich bleibe dabei, es ist ein Sommerlochthema. Nessie könnte sich mal wieder blicken lassen. ;)
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon imp » Fr 10. Aug 2018, 09:58

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:52)

Auch letzteres halte ich für unklar. Ich las, daß es um ca. 800.000 Personen pro Jahrgang geht. Das ist viel. Werden die alle in Wohnortnähe untergebracht werden können? Wohl kaum! Es bedürfte also der Errichtung von entsprechenden Wohnmöglichkeiten. Da sind wir ja momentan grade ganz vorne. ;) Dazu kommt die Frage, was die eigentlich außerhalb der BW machen sollen. Denn es wird ja immer versprochen, daß dies nicht zu Lasten der regulären Stellen gehen soll. Das wird man kaum halten können. Und wie bezahlt man dann die Leute? Mindestlohn müßte es dann schon sein. Und wer bezahlt den Spaß?

Ich bleibe dabei, es ist ein Sommerlochthema. Nessie könnte sich mal wieder blicken lassen. ;)

Man könnte die neu errichteten Kasernen nach ca 6-18 Monaten im Bereich des Studenten-, Sozial- und Flüchtlingswesens nachnutzen, sobald man merkt, was für ein grober Unfug das alles ist. Man muss sie nur in den richtigen Regionen aufbauen.
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Re: Un

Beitragvon sünnerklaas » Fr 10. Aug 2018, 10:32

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:05)

Das ist anscheinend nur eine Uraltparagraph in einem Niedersächsischen Gesetz, ich denke wenn es da wirklich dazu kommen sollte das 18-55 Jährige willkürlich zur Feuerwehr eingezogen werden wird die Dienstzeit wohl in einem Gerichtssaal abgesessen werden. :D

Hier der wikipedia-Artikel zu dem Thema.
Zum Thema Pflichtfeuerwehr gab es auch schon höchstrichterliche Urteile (Hier ist eines davon). Dienstverpflichtet können alle werden, man kann sich auch nicht aus der Dienstpflicht heraus kaufen.
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 10. Aug 2018, 14:57

sünnerklaas hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:31)

Schütze Arsch, dessen einzige Aufgabe es ist, an der Front Dauerfeuer zu machen, den gibt es nicht mehr. Das, was gebraucht wird, bedarf einer umfangreichen Ausbildung - und die ist nun mal nicht in 12 Monaten zzgl. einiger Reserveübungen - machbar. In 12 Monaten kann man zwar Stubendienst und Kloputzen und Marschieren üben, tiefergehendes zu vermitteln und auch zu verinnerlichen ist aber allein zeitlich in der kurzen Zeit nicht drin.

Eine Armee kann nicht nur aus Hauptleuten und Generälen bestehen. Und man kann in 12 Monaten sehr wohl die taktischen Grundlagen erfahren und Waffen beherrschen.
Man muss natürlich die Spezialmissionen von Landesverteidigung unterscheiden.
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon unity in diversity » Fr 10. Aug 2018, 16:53

Tannenberg hat geschrieben:(09 Aug 2018, 19:39)

Daß die Deutschen viel zu spät in das Berufsleben eintreten würden ist blanker Unsinn, insbesondere ansgesichts steigender Lebenserwartung und längerer Lebensarbeitszeit. Darum waren die Abschaffung des neunjährigen Gymnasiums, des Diplom- und Magisterstudiums und der Wehrpflicht auch schwerwiegende politische Fehlentscheidungen der wirtschaftshörigen Politkaste in diesem Land.

Das neunjährige Gymnasium sollte wieder eingeführt werden, ebenso wie Diplom- und Magisterstudium.

Und dann brauchen wir unbedingt wieder eine Wehrpflicht, die ihren Namen auch verdient. 18 Monate Wehrdienst für alle deutschen Männer ohne Ausnahme.

Äquivalent dazu sollte man einen Sozialdienst einführen, den alle deutschen Frauen mit Ausnahme von Müttern zu leisten haben
.

Um den deutschen Wohlstand zu retten, sollte man alle Bürger/innen mit einem Jahreseinkommen unter 50.000 € zum Kampfeinsatz nach Afghanistan, oder Mali delegieren, bzw. abordnen.
Natürlich mit dem Vermerk, Rückkehr unerwünscht.
Würde dich Deutschland vermissen?
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Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon Progressiver » Fr 10. Aug 2018, 21:48

DarkLightbringer hat geschrieben:(10 Aug 2018, 04:33)

Folgende europäische "Psychopathen"-Länder haben die Wehrpflicht: Schweiz, Dänemark, Griechenland, Litauen, Estland, Finnland, Österreich, Zypern und Norwegen.
Schweden führte die Wehrpflicht 2017 wieder ein, stellt vor der Einberufung jedoch jedem die Frage, wie hoch der "Grad der Bereitschaft" sei, dem Land zu dienen.

Sog. Rambos sind ja eher nicht gefragt, weder beim Bund noch bei der Polizei. Erwünscht ist Teamfähigkeit, Fitness, Verantwortungsbewusstsein. Vom MAD detektierte Extremisten sind auch schon aussortiert worden.
Und eine Wehrpflichtigen-Armee würde wohl weit eher den Bevölkerungsdurchschnitt abbilden als eine Freiwilligen-Armee mit Personalmangel.


Es geht mir aber nicht um die Bundeswehr. Meine Fragen waren vielmehr: Welche Vorteile bringt das für die Exrekruten und Exzwangsarbeiter bzw. Zivis dann nachher im Zivilleben, wenn sie diese Zwangsdienste mitmachen müssen? Glaubst du etwa, ein Professor lässt sich davon beeindrucken und vergibt bessere Benotungen im Studium, wenn da jemand vorher gelernt hat, zu schießen oder Handgranaten zu werfen? Oder gibt es überhaupt Vorteile bei der späteren Karriere oder aber im Privatleben, wenn jemand diese Fähigkeiten besitzt, im Notfall einen Mitmenschen abzuknallen? Eine andere Antwort als "nein" würde mich schwer verwundern.

Wenn also besagte CDU-Politiker/innen diese Zwangsdienste befürworten, sollen sie diese erst einmal selbst vorexerzieren. Das ist dann das Gleiche wie bei Kriegen allgemein. Wenn die verantwortlichen Politiker selbst an die Front müssten, dann wäre der Kampf bald vorbei.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Neue Wehrpflicht - ein allgemeiner Dienst an der Gemeinschaft für junge Leute?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 11. Aug 2018, 07:22

Progressiver hat geschrieben:(10 Aug 2018, 22:48)

Es geht mir aber nicht um die Bundeswehr. Meine Fragen waren vielmehr: Welche Vorteile bringt das für die Exrekruten und Exzwangsarbeiter bzw. Zivis dann nachher im Zivilleben, wenn sie diese Zwangsdienste mitmachen müssen? Glaubst du etwa, ein Professor lässt sich davon beeindrucken und vergibt bessere Benotungen im Studium, wenn da jemand vorher gelernt hat, zu schießen oder Handgranaten zu werfen? Oder gibt es überhaupt Vorteile bei der späteren Karriere oder aber im Privatleben, wenn jemand diese Fähigkeiten besitzt, im Notfall einen Mitmenschen abzuknallen? Eine andere Antwort als "nein" würde mich schwer verwundern.

Wenn also besagte CDU-Politiker/innen diese Zwangsdienste befürworten, sollen sie diese erst einmal selbst vorexerzieren. Das ist dann das Gleiche wie bei Kriegen allgemein. Wenn die verantwortlichen Politiker selbst an die Front müssten, dann wäre der Kampf bald vorbei.

Frankreich führt einen 4-wöchigen Pflichtdienst ein, um den Zusammenhalt der "Grande Nation" zu stärken. President Macron ist nämlich überzeugt, Kasernierung verbrüdere die jungen Bürger - quer durch alle Schichten und Herkünfte.

Ursprünglich sollten es drei Monate sein, die Generalität leistete jedoch Widerstand.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 22578.html

Was das Individuum davon hat? Nun, aus französischer Sicht wohl vor allem "Fraternité", Würde und Aufklärung.

Aber woran glaubt eigentlich die deutsche Fraktion der Zweifler - an die ökonomisierte Betrachtung des Menschen?
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Re: Un

Beitragvon MäckIntaier » Sa 11. Aug 2018, 11:42

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:38)

Hast du auch einen richtigen Grund oder nur dieses patriotische geschwurbel ?



Anders als das Urteilen, das im Gewand der Unhöflichkeit noch beim ärgsten Tropf immer klar daherkommt, lassen sich komplexe Sachverhalte natürlich nicht immer auf Anhieb griffig formulieren. Falls der Gedanke, der ein völlig unpatriotischer ist, also zu schwierig war, kann man auch den Zeit-Journalisten Jochen Bittner zu Wort kommen lassen. Mit Blick auf die Risse und die Fliehkräfte in der deutschen Gesellschaft ist er der Meinung, dass ein verpflichtendes "Gesellschaftsjahr" hierzu eine Gegenbewegung darstelle.

Es wäre die gelebte Wiederhertellung dessen, was immer mehr Deutsche vermissen: das Vertrauen darauf, dass trotz aller Meinungsunterschiede die Bewohner dieses Landes bereit sind, füreinander einzustehen. (In: Die Zeit vom 9. August 2018 N°33)


Einen solchen nüchternen Gedanken in die Diskussion einzubeziehen, sofern man ihn versteht, würde die Diskussion in der Sache sicherlich um einen wichtigen Aspekt bereichern.
Zuletzt geändert von MäckIntaier am Sa 11. Aug 2018, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Un

Beitragvon Ein Terraner » Sa 11. Aug 2018, 12:18

MäckIntaier hat geschrieben:(11 Aug 2018, 12:42)

Anders als das Urteilen, das im Gewand der Unhöflichkeit noch beim ärgsten Tropf immer klar daher daherkommt, lassen sich komplexe Sachverhalte natürlich nicht immer auf Anhieb griffig formulieren. Falls der Gedanke, der ein völlig unpatriotischer ist, also zu schwierig war, kann man auch den Zeit-Journalisten Jochen Bittner zu Wort kommen lassen. Mit Blick auf die Risse und die Fliehkräfte in der deutschen Gesellschaft ist er der Meinung, dass ein verpflichtendes "Gesellschaftsjahr" hierzu eine Gegenbewegung darstelle.


Also nichts konkretes und nur die Hoffnung das ein Jahr verpflichtendes katzbuckeln irgendwelche Gesellschaftlichen Vorteile bringen soll.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Konservativer » Sa 11. Aug 2018, 18:42

Alleine schon das Argument, der Plfichtdienst solle den Zusammenhalt der "Volksgemeinschaft" stärken. :rolleyes:

Was kommt als nächstes? Staatlich verordnete Eintopfsonntage? Die Einführung einer staatlichen Jugendorganisation mit Pflichtmitgliedschaft?
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Senexx
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Senexx » Sa 11. Aug 2018, 18:46

Außer Spesen nix gewesen

Ökonomen habe errechnet, dass modernisierter Faschismus auch noch ökonomisch schädlich ist

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 22537.html

Ob das ausreicht, die schwarz-braunen Deppen von ihrer Ideen abzubringen, ist fraglich.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Umetarek » Sa 11. Aug 2018, 18:53

Also für Einwanderer bedeutet ein freiwilliges soziales Jahr erstmal ein Jahr in Deutschland ohne Ärger :D :D :D
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 11. Aug 2018, 19:09

Welcher Staat hat das Recht,
über ein Lebensjahr eines freien Menschen zu verfügen?
Meine Antwort ist da klar!
Kein Staat, es sei denn, der junge Mensch habe gegen geltendes Recht verstossen.
Bundesfreiwilligendienst und das freiwillige soziale Jahr
sind demokratische Antworten.
So kann man das weitermachen!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p

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