Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

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Soll wieder ein Pflichtdienst in der Bundesrepublik eingeführt werden?

Umfrage endete am Fr 30. Mär 2018, 18:26

JA - Wehr- und Wehrersatzdienst
23
25%
JA - NUR Wehrdienst
0
Keine Stimmen
JA - NUR Sozialdienst
5
5%
NEIN - keine Dienstverpflichtung
30
32%
Pflichtdienst NUR für Männer
2
2%
Pflichtdienst NUR für Frauen
2
2%
Pflichtdienst für ALLE
31
33%
 
Abstimmungen insgesamt: 93
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Weltregierung » Mo 12. Mär 2018, 22:46

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Mar 2018, 22:41)

Im gewöhnlichen, kommerziellen Bereich verdient der Lehrling auch deutlich weniger als der Geselle.


Äpfel und Birnen? Es handelt sich beim Wehrdienst nicht um eine Berufsausbildung, für die man sich davon abgesehen freiwillig entscheidet. Es ist ein von Gesellschaft und Staat auferlegter Zwangsdienst und keine Investition in die eigene Zukunft.
Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, sondern um die ganze Bäckerei.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 12. Mär 2018, 22:53

Weltregierung hat geschrieben:(12 Mar 2018, 22:46)

Äpfel und Birnen? Es handelt sich beim Wehrdienst nicht um eine Berufsausbildung, für die man sich davon abgesehen freiwillig entscheidet. Es ist ein von Gesellschaft und Staat auferlegter Zwangsdienst und keine Investition in die eigene Zukunft.

Es ist eine Investition in die Sicherheit, aber da wir hier ja bislang hauptsächlich pekunäre Aspekte diskutieren, muss ein Vergleich zum Zivilleben schon gestattet sein.

Der Bürger hat Rechte und Pflichten, steht in fast jedem Gemeinschaftskundebuch. Der Ausdruck "Zwangsdienst" erscheint da etwas martialisch.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Weltregierung » Mo 12. Mär 2018, 23:03

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Mar 2018, 22:53)

Es ist eine Investition in die Sicherheit, aber da wir hier ja bislang hauptsächlich pekunäre Aspekte diskutieren, muss ein Vergleich zum Zivilleben schon gestattet sein.

Der Bürger hat Rechte und Pflichten, steht in fast jedem Gemeinschaftskundebuch. Der Ausdruck "Zwangsdienst" erscheint da etwas martialisch.


Wenn Staat und Gesellschaft meinen, so massiv in die Selbstbestimmungsrechte junger Menschen eingreifen zu müssen, sollten sie auch bereit sein, sie dafür angemessen zu entschädigen.

Wer sich dem Wehr- oder Zivildienst verweigert, dem drohen bis zu 5 Jahren Zuchthaus. Wenn der Ausdruck "Zwang" an dieser Stelle nicht angemessen sein soll, dann weiß ich nicht, wo sonst.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 12. Mär 2018, 23:10

Weltregierung hat geschrieben:(12 Mar 2018, 23:03)

Wenn Staat und Gesellschaft meinen, so massiv in die Selbstbestimmungsrechte junger Menschen eingreifen zu müssen, sollten sie auch bereit sein, sie dafür angemessen zu entschädigen.
Das ist so diese Auffassung vom Staat als Pizza-Service - er hat zu liefern, aber nichts zu holen.
Ich würde das umgekehrt sehen, das Gemeinwesen stellt Bibliotheken und Schulen hin, warum nicht auch mal dem Land etwas zurück geben.

Wer sich dem Wehr- oder Zivildienst verweigert, dem drohen bis zu 5 Jahren Zuchthaus. Wenn der Ausdruck "Zwang" an dieser Stelle nicht angemessen sein soll, dann weiß ich nicht, wo sonst.
In dem Sinne, wie die Steuer ein Zwang ist. War Uli Hoeneß nicht sogar im Gefängnis, nur weil er sich so einem Zwang entzogen hatte ?
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Weltregierung » Mo 12. Mär 2018, 23:15

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Mar 2018, 23:10)

Das ist so diese Auffassung vom Staat als Pizza-Service - er hat zu liefern, aber nichts zu holen.
Ich würde das umgekehrt sehen, das Gemeinwesen stellt Bibliotheken und Schulen hin, warum nicht auch mal dem Land etwas zurück geben.


Für die Errichtung von öffentlichen Bibliotheken und Schulen ist es notwendig, Steuern zu erheben. Ein Pflichtdienst ist dafür nicht erforderlich.

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Mar 2018, 23:10)
In dem Sinne, wie die Steuer ein Zwang ist. War Uli Hoeneß nicht sogar im Gefängnis, nur weil er sich so einem Zwang entzogen hatte ?


So what? Du hast Dich am Begriff "Zwang" gestört, nicht ich.
Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, sondern um die ganze Bäckerei.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 13. Mär 2018, 06:12

Weltregierung hat geschrieben:(12 Mar 2018, 23:15)

Für die Errichtung von öffentlichen Bibliotheken und Schulen ist es notwendig, Steuern zu erheben. Ein Pflichtdienst ist dafür nicht erforderlich.
Wir sehen doch in Syrien, dass Schulen und Bibliotheken im Krieg auch bombardiert und zerstört werden können.
Eine Friedenssicherung ist erforderlich.

So what? Du hast Dich am Begriff "Zwang" gestört, nicht ich.

Das kann man nennen wie man will. Als Tatsache darf gelten, die Staatsbürgerschaft ist mit einer Reihe von Rechten und Pflichten verbunden. Aus Fürsorgepflicht gewährt der Staat beispielsweise diplomatischen Schutz im Ausland. Aber das ist keine Einbahnstraße. Es besteht Schulpflicht, die Steuer- und Abgabenpflicht und gegebenenfalls kann der Ruf zur Verteidigung des Landes bzw. zum Zivilschutz erfolgen.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 13. Mär 2018, 08:09

Weltregierung hat geschrieben:(12 Mar 2018, 22:46)

Äpfel und Birnen? Es handelt sich beim Wehrdienst nicht um eine Berufsausbildung, für die man sich davon abgesehen freiwillig entscheidet. Es ist ein von Gesellschaft und Staat auferlegter Zwangsdienst und keine Investition in die eigene Zukunft.



So sehe ich das auch.

Wir haben in Australien eine Berufsarmee und man kann sich dort bewerben entweder bei Armee, Marine oder Luftwaffe. Je nach Schulabschluss kann man die Offizierslaufbahn einschlagen und auch auf Staatskosten Ausbildungen in vielen Berufen erhalten und studieren. Der Sold ist am Anfang nicht besonders aber es gibt jede Menge attraktive Verguenstigen, zB eine Gold Health Card, verbilligte flug tickets usw und private Krankenversicherung mit den besten Leistungen zu einem Spottpreis verglichen was nicht Armee Angehoerige bezahlen. Verheiratete haben Mietzushuss und Wohnungen bzw Haueser stehen fuer sie bereit. Selbst die Eltern koennen von Verguenstigungen wie der Gesundheitsversicherung profitieren. Und selbst nach Ausscheiden bei Ablauf der Dienstzeit oder vorzeitig durch Verletzung laufen die Verguenstigungen weiter.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon H2O » Di 13. Mär 2018, 08:14

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(13 Mar 2018, 08:09)

So sehe ich das auch.

Wir haben in Australien eine Berufsarmee und man kann sich dort bewerben entweder bei Armee, Marine oder Luftwaffe. Je nach Schulabschluss kann man die Offizierslaufbahn einschlagen und auch auf Staatskosten Ausbildungen in vielen Berufen erhalten und studieren. Der Sold ist am Anfang nicht besonders aber es gibt jede Menge attraktive Verguenstigen, zB eine Gold Health Card, verbilligte flug tickets usw und private Krankenversicherung mit den besten Leistungen zu einem Spottpreis verglichen was nicht Armee Angehoerige bezahlen. Verheiratete haben Mietzushuss und Wohnungen bzw Haueser stehen fuer sie bereit. Selbst die Eltern koennen von Verguenstigungen wie der Gesundheitsversicherung profitieren. Und selbst nach Ausscheiden bei Ablauf der Dienstzeit oder vorzeitig durch Verletzung laufen die Verguenstigungen weiter.


Das ist aber nicht meine Vorstellung von Landesverteidigung; in der Hinsicht ist Israel ein lebendes Vorbild.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon NMA » Di 13. Mär 2018, 09:58

Ich sehe immer noch ein Spannungsfeld zwischen einerseits werben für die Bundeswehr, damit Leute sich das antun, andererseits dann diese Leute auch schleifen, so wie es in einer Armee nun mal leider sein muss. Wems zu unbequem wird, geht nach Ende der Verpflichtungszeit. Außerdem denke ich jetzt schon immer, die Armee sollte aus der Mitte der Gesellschaft kommen, anstatt nur Notnagel für Arbeitsmarktversager zu sein. Sonst holt man sich nur Leute, die Naziparolen krakelen, anstatt kognitiv in der Lage zu sein, ein Fahr-, oder Flugzeug zu bedienen. Oder gar ein Aushängeschild für die Bundesrepublik Deutschland darzustellen.

Ich neige also eher zum Pflichtdienst. Ich selbst war Zivi, was aber nicht mit Berührungsängsten gegenüber der Bundeswehr zu tun hat, sondern schlicht, weil die Gelegenheit zu gut war.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 13. Mär 2018, 11:05

H2O hat geschrieben:(13 Mar 2018, 08:14)

Das ist aber nicht meine Vorstellung von Landesverteidigung; in der Hinsicht ist Israel ein lebendes Vorbild.


Wieso nicht. Es funktioniert!

Israel ist (oder glaubt es zu sein) im permaneten Krieg mit seinen Nachbarn und es ist auch ein gewisser religioeser Fanatismus.

Wir leben nicht mit unseren nachbarn im Kriegszustand! Grosser Unterschied.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon H2O » Di 13. Mär 2018, 11:20

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(13 Mar 2018, 11:05)

Wieso nicht. Es funktioniert!

Israel ist (oder glaubt es zu sein) im permaneten Krieg mit seinen Nachbarn und es ist auch ein gewisser religioeser Fanatismus.

Wir leben nicht mit unseren nachbarn im Kriegszustand! Grosser Unterschied.


Das ist irgendwann La Fontaines Geschichte von der Grille und der Ameise, nur auf anderem Gebiet. Ich kann nur hoffen, daß hier einige Politiker wach werden.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 13. Mär 2018, 14:35

H2O hat geschrieben:(13 Mar 2018, 08:14)

Das ist aber nicht meine Vorstellung von Landesverteidigung; in der Hinsicht ist Israel ein lebendes Vorbild.

Glaube, dort muss fast jeder ran. Orthodoxe nicht.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 13. Mär 2018, 14:39

NMA hat geschrieben:(13 Mar 2018, 09:58)

Ich sehe immer noch ein Spannungsfeld zwischen einerseits werben für die Bundeswehr, damit Leute sich das antun, andererseits dann diese Leute auch schleifen, so wie es in einer Armee nun mal leider sein muss. Wems zu unbequem wird, geht nach Ende der Verpflichtungszeit. Außerdem denke ich jetzt schon immer, die Armee sollte aus der Mitte der Gesellschaft kommen, anstatt nur Notnagel für Arbeitsmarktversager zu sein. Sonst holt man sich nur Leute, die Naziparolen krakelen, anstatt kognitiv in der Lage zu sein, ein Fahr-, oder Flugzeug zu bedienen. Oder gar ein Aushängeschild für die Bundesrepublik Deutschland darzustellen.

Ich neige also eher zum Pflichtdienst. Ich selbst war Zivi, was aber nicht mit Berührungsängsten gegenüber der Bundeswehr zu tun hat, sondern schlicht, weil die Gelegenheit zu gut war.

Endlich mal ein nichtkommerzielles Argument, klingt insgesamt sehr vernünftig.

Im Zivildienst wäre dann ebenfalls die Mitte der Gesellschaft vertreten.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon H2O » Di 13. Mär 2018, 15:27

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Mar 2018, 14:35)

Glaube, dort muss fast jeder ran. Orthodoxe nicht.

Darum gibt es derzeit ernstlichen Zoff zwischen Liebermann und Netanjahu. Die Orthodoxen sind keine winzige Minderheit mehr, machen nix und kosten viel... weil viele Kinder. Netanjahu braucht die Wählerstimmen der Orthodoxen, und Liebermann steht wohl eher zum weltlichen Judentum, das sich ungerecht ausgenutzt fühlt..
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Kunigunde » Sa 17. Mär 2018, 22:22

Wehrdienst hin oder her-
auf jeden Fall sollte jeder Mensch nach der Schule ein Jahr lang ein gesellschaftlich relevantes Dienstjahr machen. Vielleicht kommt diese Generation dann mal un die Verlegenheit, von ihrem Smartphone aufzublicken. - Für die Persönlichkeitsentwicklung dieser verwirrten Helikopter-oder Unterschichtskinder wäre das ein Segen - zugleich für die Zukunft unseres Landes. - So ein "WIR!" Projekt - das brauchen WIR.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon frems » Sa 17. Mär 2018, 22:32

Kunigunde hat geschrieben:(17 Mar 2018, 22:22)

Wehrdienst hin oder her-
auf jeden Fall sollte jeder Mensch nach der Schule ein Jahr lang ein gesellschaftlich relevantes Dienstjahr machen. Vielleicht kommt diese Generation dann mal un die Verlegenheit, von ihrem Smartphone aufzublicken. - Für die Persönlichkeitsentwicklung dieser verwirrten Helikopter-oder Unterschichtskinder wäre das ein Segen - zugleich für die Zukunft unseres Landes. - So ein "WIR!" Projekt - das brauchen WIR.

Ich glaube nicht, dass wir eine weitere Generation verbitterter Meckerzausel benötigen.
Labskaus!

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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon unity in diversity » Mo 6. Aug 2018, 01:19

Moses hat geschrieben:(28 Feb 2018, 18:26)

Nach einer aktuellen Umfrage sprechen sich mehr als 60% der Deutschen für die (wieder-) Einführung eines Pflichtdienstes aus.

Wie steht den die Userschaft zu diesem Thema?

Ich hab die Frage selbst noch ein wenig verfeinert, dass kann dann gern auch Diskussionsgrundlage dienen!

Alle halben Jahre wieder:
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... ereinigung
Der Vorteil liegt auf der Hand, anstatt Mindestlohn reicht ein Taschengeld.
Ob man damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt festigt, darf bezweifelt werden.
Den "Fachkräftemangel" kann man nicht mit Zwangsdiensten bekämpfen.
Dienst für Deutschland, hört sich so pompös an, daß es die Moral untergräbt..
Wer ist dieser ominöse Deutschland, ein Gott, oder ein anderer Götzenkult?
Gott Mammon kann gemeint sein.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Aug 2018, 07:48

unity in diversity hat geschrieben:(06 Aug 2018, 02:19)

Alle halben Jahre wieder:
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... ereinigung
Der Vorteil liegt auf der Hand, anstatt Mindestlohn reicht ein Taschengeld.
Ob man damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt festigt, darf bezweifelt werden.
Den "Fachkräftemangel" kann man nicht mit Zwangsdiensten bekämpfen.
Dienst für Deutschland, hört sich so pompös an, daß es die Moral untergräbt..
Wer ist dieser ominöse Deutschland, ein Gott, oder ein anderer Götzenkult?
Gott Mammon kann gemeint sein.


Aus der Not geboren, nicht aus der Tugend, angeregt durch Spahns Gesetzentwurf zur Stärkung der Pflegekräfte.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Senexx » Mo 6. Aug 2018, 07:54

Wenn die Union tatsächlich eine neuen Reichsarbeitsdienst durchsetzt, wird sie für mich für immer unwählbar.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 6. Aug 2018, 08:06

JJazzGold hat geschrieben:(06 Aug 2018, 08:48)

Aus der Not geboren, nicht aus der Tugend, angeregt durch Spahns Gesetzentwurf zur Stärkung der Pflegekräfte.



Wir erleben gerade, wie die Marktwirtschaft an ihre Grenzen gerät. Immer deutlicher wird, dass das marktwirtschaftliche Prinzip im Bereich der medizinischen Versorgung, Pflege, ja sogar in der Daseinsvorsorge nicht funktioniert. In der Pflege gibt es nicht genug Arbeitskräfte. Der Grund sind eine unzureichende Belohnung und schlechte Arbeitsbedingungen. Beides kann man im Grunde auf Grund leerer Kassen nicht verbessern. Aus dem Ausland kann man auch niemanden holen - das gibt einerseits einen Aufstand bei vielen Bürgern, die sich mit Neuerungen und mit Fremden sehr schwer tun, andererseits bieten andere Länder deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung. Die Folge: die wirklich guten Leute zieht es in andere Länder. Pflege muss aber getan werden.
Aber es ist ja nicht nur da, wo die Marktwirtschaft versagt. Ein schönes Beispiel ist die nicht mehr funktionierende privatisierte Bahn oder das Telekommunikationswesen. Auch dort funktioniert praktisch kaum noch etwas. Die Netze sind veraltet, marode und kaputt gespart. Schon jedes kleinere Unwetter führt im Bahnverkehr für langwierige Unterbrechungen - man hatte halt 25 Jahre lang mit dem Rasenmäher gespart.

Ich kann allen nur eines sagen: soll das alles langfristig funktionieren, dann müssen alle Abstriche vornehmen. Vor allem wird es deutlich weniger Netto vom Brutto geben.
ABER: was wir eindrucksvoll vorgeführt bekommen - die Daseinsvorsorge gehört nicht in private Hände.

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