Angst vor einem Umsturz von Rechts?

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Kann es zu einem Umsturz von rechts kommen?

ja, die Gefahr besteht
19
31%
nein, das ist total unrealistisch
42
69%
 
Abstimmungen insgesamt: 61
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Bielefeld09
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 17. Feb 2018, 00:18

CaptainJack hat geschrieben:(16 Feb 2018, 23:37)

Verstehe die Fragen nicht!? :?: Fast Null ist fast null und Millionenstärke ist Millionenstärke. :rolleyes:
Außerdem gibt es keinen Umsturz von Rechts. Was du meinst, ist die immer stärker werdende Reaktion des Bürgers auf das, was ihm widerfährt.

Dann erklär doch mal,
was dem Bürger wiederfährt.
Er bekommt heute seine Rente , der Arzt behandelt ihn ,
erhält einen Mindestlohn, Arbeitslohn, Krankengeld und wir lassen den Bürger nicht verhungern.
Nun erkläre doch mal,
welche Wohltaten von"Rechts" noch mehr zu verteilen wären.
Ausser Propaganda?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Skeptiker
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Skeptiker » Sa 17. Feb 2018, 00:28

Progressiver hat geschrieben:(16 Feb 2018, 22:24)

Du beschreibst als Links im Wesentlichen die Politik für die einfachen Leute, den Kampf gegen das Auseinanderdriften von Arm und Reich.

Das sehe ich aber nicht mehr als den Schwerpunkt linker Politik. Links ist für viele Menschen eher zu einer Art Pseudoreligion geworden. Deutlich stärker mit Schwerpunkt auf Minderheiteninteressen und Weltverbesserung. Mein Eindruck ist, dass der Casiosozialismus die einfachen Leute vergessen hat. Hinzu kommt noch eine immer stärker wahrgenommene Einseitigkeit in vielen Medien, die Abwehrreaktionen erzeugt.

Das Erstarken der Rechten sehe ich dann auch als Gegenbewegung zu diesen Trends, aber nicht als Neoliberalismus oder klassischen Nationalismus (der darüber natürlich bedient wird). Eher als weltanschauliche Opposition, mit dem Gefühl, dass eine politische Klasse der Normalbevölkerung gegenüber illoyal geworden ist.

Daher sehe ich auch keine Rechte Revolution. Die Menschen wollen die Balance zurück, also eben keine Einseitigkeit.
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Bielefeld09
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 17. Feb 2018, 00:40

Skeptiker hat geschrieben:(17 Feb 2018, 00:28)

Du beschreibst als Links im Wesentlichen die Politik für die einfachen Leute, den Kampf gegen das Auseinanderdriften von Arm und Reich.

Das sehe ich aber nicht mehr als den Schwerpunkt linker Politik. Links ist für viele Menschen eher zu einer Art Pseudoreligion geworden. Deutlich stärker mit Schwerpunkt auf Minderheiteninteressen und Weltverbesserung. Mein Eindruck ist, dass der Casiosozialismus die einfachen Leute vergessen hat. Hinzu kommt noch eine immer stärker wahrgenommene Einseitigkeit in vielen Medien, die Abwehrreaktionen erzeugt.

Das Erstarken der Rechten sehe ich dann auch als Gegenbewegung zu diesen Trends, aber nicht als Neoliberalismus oder klassischen Nationalismus (der darüber natürlich bedient wird). Eher als weltanschauliche Opposition, mit dem Gefühl, dass eine politische Klasse der Normalbevölkerung gegenüber illoyal geworden ist.

Daher sehe ich auch keine Rechte Revolution. Die Menschen wollen die Balance zurück, also eben keine Einseitigkeit.

Nun erkläre doch mal was sich hinter Begriffen wie:
Balance, politische Klasse oder Gegenbewegung versteckt.
Werde doch mal konkret im Leben der Menschen
oder kann Rechts das nicht?
Oder ist die Frage des Threads nicht schon die Erklärung für den selben?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
CaptainJack

Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon CaptainJack » Sa 17. Feb 2018, 00:42

Bielefeld09 hat geschrieben:(17 Feb 2018, 00:18)

Dann erklär doch mal,
was dem Bürger wiederfährt.
Er bekommt heute seine Rente , der Arzt behandelt ihn ,
erhält einen Mindestlohn, Arbeitslohn, Krankengeld und wir lassen den Bürger nicht verhungern.
Nun erkläre doch mal,
welche Wohltaten von"Rechts" noch mehr zu verteilen wären.
Ausser Propaganda?
Ich brauche nicht viel zu erklären. Es geht sowohl um das Alltagsleben (was sich jetzt schon negativ verändert hat) als auch um Dinge, die den Bürger finanziell krass belasten werden. Es geht also sowohl um die Gegenwart als auch um die Zukunft.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 17. Feb 2018, 01:08

CaptainJack hat geschrieben:(17 Feb 2018, 00:42)

Ich brauche nicht viel zu erklären. Es geht sowohl um das Alltagsleben (was sich jetzt schon negativ verändert hat) als auch um Dinge, die den Bürger finanziell krass belasten werden. Es geht also sowohl um die Gegenwart als auch um die Zukunft.

Nicht das wir uns falsch verstehen,
aber ich habe Hochachtung und Respekt vor dir.
Aber warum sollte ich Angst vor Umsturz Rechts haben,
wenn links alles in Bewegung ist?
Oder noch mal anders.
Es gibt die Macht des Faktischen.
Und die ist brutal.
Aber auch das ist wieder ein anderes Thema.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Winzer » Sa 17. Feb 2018, 01:16

Rechts, links, oben, unten ... den Leuten ist das herzlich wurst, sie sehen einfach das da was nicht rund läuft habe ich den Eindruck.
Eurorettung, Bankenrettung, Griechenladrettung, Aufkauf von Staatsanleihen, für alles ist Geld da und an der KiTa-Toilette ist seit Monaten die Tür kaputt ... während die Nullzinspolitik die Sparguthaben schrumpfen lässt, die kalte Progression zuschlägt und in Brüssel die Beitrittskandidaten Schlange stehen.
Leute haben, oft als geringqualifizierte, ihre Leben lang gearbeitet und rutschen in die Altersarmut, gleichzeitig gehen die Mieten dank diverser Ökoverordnungen, Konjunkturprogramme und Spekulationsblasen durch die Decke.
Der kleine Mann wird bei 5km/h zu schnell geblitzt und wird wenns sein muss gepfändet dafür, während Firmen mit ihren Produkten lügen, betrügen, mit deren Autos man evtl. demnächst man nicht mehr fahren darf bei Umweltalarm aber noch 60 Raten anstehen ... und die Lobbyisten gehen in den Ministerien ein und aus als wäre nichts.
Eine Kanzlerin erzählt was vom "neuen aufregenden Internet", propagiert Industrie 4.0, als große Herausforderung die Digitalisierung, faselt was von "alternativlos" und lässt die CSU-Kasper Nebelkerzen von Obergrenzen zünden.

... das war nur n kleiner Abriss, da wäre noch der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg, Dazu dann noch diese mediale kollektive Entrüstung über den angeblichen Rechtsruck ... Beschimpfungen als "Pack", Internetzensur von Maas ... verordnete Denkverbote ... etc etc.

und dann wundert sich die Politwelt wenn die Leute schlicht keinen BOCK mehr auf die Truppe hat? Trump wurde aus ähnlichen Motiven heraus gewählt ... nicht mehr der Beste für den Job, sondern das augenscheinlich geringste Übel ... so wird der Bock zum Gärtner gemacht.
... denn wäre nicht der Bauer, so hättest Du kein Brot ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Riesenspielzeug

Nein, ich mag keine Besucher die erst die Tür eintreten und nicht merken wenn die Party vorbei ist.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Winzer » Sa 17. Feb 2018, 01:28

Ach so, ganz vergessen ... Türkei ... bei uns schlachtet man Politiker wegen angeblichen Schießbefehlen und zahlt Blutzoll an die Türkei das die den Job übernimmt ... ist das moralisch oder Bigotterie?


So, jetzt kann man mich hier als Nazi betiteln weil auch ich die Saubande satt habe, mir soll's recht sein.
... denn wäre nicht der Bauer, so hättest Du kein Brot ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Riesenspielzeug

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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon CaptainJack » Sa 17. Feb 2018, 01:34

Bielefeld09 hat geschrieben:(17 Feb 2018, 01:08)

Nicht das wir uns falsch verstehen,
aber ich habe Hochachtung und Respekt vor dir.
Aber warum sollte ich Angst vor Umsturz Rechts haben,
wenn links alles in Bewegung ist?
Oder noch mal anders.
Es gibt die Macht des Faktischen.
Und die ist brutal.
Aber auch das ist wieder ein anderes Thema.
Na also, dann ist ja alles in Ordnung. Auch ich habe keine Angst vor Umsturz durch Rechts.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Uffzach » Mo 19. Feb 2018, 20:17

Warum Angst? Ich befürchte, es wird keinen geben. :D
Für die Freiheit des sprachlichen Ausdrucks !
Macht ist Macht über die Sprache der anderen. Fürchtet euch nicht, denn Bezeichner sind a priori bedeutungsleere Zeichenfolgen. :cool:
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Cat with a whip » Mi 21. Feb 2018, 22:37

Ich glaube eher an einen täglichen Dummfurz von rechts.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Dampflok94 » Do 22. Feb 2018, 08:03

Momentan spricht nichts für einen derartigen Umsturz. Muß man also auch keine Angst vor haben. Aber eben momentan.

1928 sprach nichts für einen Reichskanzler Hitler. Die NSDAP errang 2 Komma irgendwas Prozent der Stimmen. 5 Jahre später sah das bekanntlich völlig anders aus. Wie sieht unsere Welt in 5 Jahren aus? Wahrscheinlich nicht viel anders als heute. Wahrscheinlich.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Alexyessin » Do 22. Feb 2018, 08:11

Skeptiker hat geschrieben:(16 Feb 2018, 23:13)

Für mich hat der Linksdrift Ende der 60er angefangen. Und, ja, das glaube ich.


Von was sprichst du da bitte?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon sünnerklaas » Do 22. Feb 2018, 09:10

Odin1506 hat geschrieben:(16 Feb 2018, 18:22)

Die AfD ist eine neoliberale Partei mit rechtsgerichteten bzw. nationalistischen Tendenz.
Ich will nicht behaupten, dass es keine Gefahr von Rechten gibt, aber ich denke mal nicht, dass die AfD, wenn sie an die entsprechende Macht kommt, weiter an die rechtsradikalen Gruppierungen wie die Pegida usw. festhalten will. Die AfD wird wahrscheinlich sich dann von diesen Gruppieungen lossagen bzw. diese Gruppierungen fallen lassen wie eine heisse Kartoffel. Und was danach kommt ist unsozialer wie die FDP.


Ich bezweifle, dass sich die AfD von den Radikalen lossagen kann. Die gelten als die "Seele der Partei", vergleichsweise Moderate aus der Lucke-Zeit haben die Partei inzwischen verlassen bzw. werden das noch tun.
Und man sollte nicht vergessen, was die AfD eigentlich ist: ein Auffangbecken für enttäuschte und verbitterte Alte und Leute aus abgehängten Regionen. Und die AfD in ihrer jetzigen Form ist eine Art "Aufstand des Ostens".
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Marmelada » Do 22. Feb 2018, 09:50

Dampflok94 hat geschrieben:(22 Feb 2018, 08:03)

Momentan spricht nichts für einen derartigen Umsturz. Muß man also auch keine Angst vor haben. Aber eben momentan.

1928 sprach nichts für einen Reichskanzler Hitler. Die NSDAP errang 2 Komma irgendwas Prozent der Stimmen. 5 Jahre später sah das bekanntlich völlig anders aus. Wie sieht unsere Welt in 5 Jahren aus? Wahrscheinlich nicht viel anders als heute. Wahrscheinlich.
Wer hätte vor 5 Jahren vermutet, dass die AfD heute in (bald) allen Landesparlamenten und als dritte Kraft im Bund vertreten sein würde? Ich nicht, aber im Moment sehe ich auch nichts, was sie am weiteren Aufstieg hindern sollte. Im Gegenteil, CDU und SPD sind am Abschmieren und die SPD-Führung hat bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht im geringsten begriffen, wie sie sich in diese Situation gebracht hat. Die Basis hat da einen realistischeren Überblick, aber die Führung stopft sich die Ohren zu, liefert eine extrem peinliche Posten-Show und ist fest gewillt, den nächsten Schritt in den eigenen Untergang zu vollziehen. Unter diesen Voraussetzungen sehe ich düster für die Zeit in 5 Jahren.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Christian S. » Do 22. Feb 2018, 10:14

sünnerklaas hat geschrieben:(22 Feb 2018, 09:10)
Und man sollte nicht vergessen, was die AfD eigentlich ist: ein Auffangbecken für enttäuschte und verbitterte Alte und Leute aus abgehängten Regionen. Und die AfD in ihrer jetzigen Form ist eine Art "Aufstand des Ostens".


Bisher passiver Leser, habe ich mich wegen der Aussage angemeldet. Deine Aussage bzw. Einstellung ist meiner Meinung nach ein Kernproblem der heutigen Gesellschaft. Es gilt das simple Prinzip, alle anderen Meinungen als die meinige sind falsch. Die Reaktion auf eine "falsche" Meinung ist die Diffamierung eben dieser.

Ich wohne mitten in Hamburg, habe einen guten Job und bin mit Mitte 30 somit weder "alt" noch aus einer "abgehängten Region". Das Motiv mittlerweile zur AfD zu tendieren (bei der letzten Wahl nicht aber bei zukünftigen), ist eher dass das Maß gegenüber den "etablierten" Parteien einfach voll ist. Ich zitiere Müntefering als damaligen SPD-Chef, während den Verhandlungen zur ersten GroKo unter Merkel "Wir werden an den Wahlversprechen gemessen - das ist unfair.".

Dieses Zitat ist für mich demokratieschädlicher als sämtlicher geistige Unfug eines Höckes (dessen Aussagen ich übrigens ebenfalls mit Abscheu sehe). Und eben dieses Denken unserer Politiker ist der Ursprung der aktuellen Frustration und "rechten Gegenbewegung". Der einfache Mensch wird belogen, nicht aufgeklärt - eher verklärt -, die Probleme und Ängste des kleinen Mannes werden klein geredet und sämtliche Glaubwürdigkeit politischer Vertreter kann man mittlerweile ad acta legen. Bin ich als Mensch daher mittlerweile verbittert und enttäuscht? Ja. Entschuldige, aber kann hier jemand diesen Zustand ernsthaft leugnen? Um heute in die Politik zu gelangen ist es doch völlig un relevant wie kompetent du in einem Themengebiet bist, du musst ein Menschenfänger sein (die seltensten sind es mit Ehrlichkeit), darüberhinaus zählt das allseits bekannte Vitamin B, wer kennt wen etc pp. und darüber hinaus darf man am besten kein "weißer Mann" mehr sein, bitte entweder Migrationshintergrund oder zumindest weiblich - alles für die Quoten und Vermarktbarkeit -.

- Um dem entgegen zu wirken, ich habe gegen keine der beiden Personengruppen etwas, ich bin nur der Meinung Deutschland sollte von den besten und klügsten regiert werden, ob dass dann zu 100% Frauen, zu 100% Personen mit Migrationshintergrund oder 100% weiße deutsche Männer sind, ist mir total egal. Man sollte keinen Posten zu unserem Wohl übernehmen nur weil es einer Quote entspricht -

Gibt es verwerfliche Personen in der AfD? Ja, definitiv. Gibt es leider in fast allen Parteien, hier benötigt die Partei definitiv einen Reinigungsprozess. Aber wen interessieren heute bei den Grünen noch die vermeintlichen Kinderschänder und Polizistenschläger? Ich denke dass die Grünen einen wichtigen ideologischen Beitrag zur deutschen Gesellschaft hatte, trotzdem hatten sie auch sehr sehr zweifelhaftes Personal in ihren Reihen - über Jahre hinweg.

Auf die Kernfrage, habe ich Angst vor einen rechten Umsturz? Nein. Ich sehe es als normale Gegenbewegung. Franz Josef Strauß, ehemaliger verstorbener CSU Politiker, hatte das Zitat gebracht "Rechts von uns ist nur noch die Wand". Diese Position haben die Unionsparteien unter Merkel allerdings zu unserem Schaden aufgegeben. Merkel ist mehr links der Mitte orientiert als Rechts. Rechts ist eben nicht "nur" Nationalismus bzw. "Ausländerfeindlichkeit", rechte Politik steht auch für konservative Werte. Da gibt es viele Menschen in Deutschland denen die immer noch wichtig sind bzw. es gibt auch viele in meiner Generation welche diese Werte wieder wichtig werden. Für mich gibt es aber keine Partei mehr die da durch aus klare Kante zeigt. Jetzt etwas plakativ zum Ende "Wer verraten wird von den alten Parteien, darf sich nicht wundern wenn man sich neuen Optionen zuwendet". Ich denke die AfD tut Deutschland gut, etablierte Parteien übernehmen wieder konservativere Positionen, selbst Punkte aus der PEGIDA Demo haben es in das Parteiprogramm von FDP und Co geschafft. Positionen wofür andere als Nazis, braunes Pack bzw Gesindel bezeichnet wurden, sind heute auch von den etablierten Parteien auf einmal wieder akzeptabel. Man muss Politik halt für alle Menschen machen und nicht nur für ein Klientel.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Schnitter » Do 22. Feb 2018, 10:18

Christian S. hat geschrieben:(22 Feb 2018, 10:14)
Ich wohne mitten in Hamburg, habe einen guten Job und bin mit Mitte 30 somit weder "alt" noch aus einer "abgehängten Region". Das Motiv mittlerweile zur AfD zu tendieren (bei der letzten Wahl nicht aber bei zukünftigen), ist eher dass das Maß gegenüber den "etablierten" Parteien einfach voll ist.


So enttäuscht könnte ich gar nicht sein dass die einzige Alternative wäre eine Partei zu wählen in der es von Rassisten, Neonazis und Antisemiten nur so wimmelt.

Da würde ich mich in Grund und Boden schämen.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Christian S. » Do 22. Feb 2018, 10:24

Schnitter hat geschrieben:(22 Feb 2018, 10:18)

So enttäuscht könnte ich gar nicht sein dass die einzige Alternative wäre eine Partei zu wählen in der es von Rassisten, Neonazis und Antisemiten nur so wimmelt.

Da würde ich mich in Grund und Boden schämen.


Ich würde mich eher schämen, wenn meine einzige Antwort auf einen längeren konstruktiven Beitrag ein kurzes Zitat ist, beantwortet mit einem vorurteil behafteten Ressentiment. Danke übrigens für das perfekte Beispiel zu meinem einleitenden Satz mit "Es gilt das simple Prinzip, alle anderen Meinungen als die meinige sind falsch. Die Reaktion auf eine "falsche" Meinung ist die Diffamierung eben dieser.".
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Kritikaster » Do 22. Feb 2018, 10:34

Christian S. hat geschrieben:(22 Feb 2018, 10:14)

Man muss Politik halt für alle Menschen machen und nicht nur für ein Klientel.

Mit der Forderung bist Du aber bei den Rechten, die ja nun gerade auf Ausgrenzung ganzer Personengruppen abzielen, so schlecht aufgehoben wie nirgendwo sonst.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon CaptainJack » Do 22. Feb 2018, 10:59

Kritikaster hat geschrieben:(22 Feb 2018, 10:34)

Mit der Forderung bist Du aber bei den Rechten, die ja nun gerade auf Ausgrenzung ganzer Personengruppen abzielen, so schlecht aufgehoben wie nirgendwo sonst.
Das stimmt nicht! Die "Rechtskonservativen" (nicht die Rechtsextremen) wollen weiterhin Einwanderung ... aber gemäßigt, sozialverträglich und nicht in der Form, wie sie bei uns stattfindet. Die FDP und auch die AFD wollen Zuzug. Wer etwas anderes behauptet ist ein Lügner. Es geht schließlich auch darum, wenigstens ein bisschen an die eigene Bevölkerung zu denken.
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Re: Angst vor einem Umsturz von Rechts?

Beitragvon Christian S. » Do 22. Feb 2018, 11:05

Kritikaster hat geschrieben:(22 Feb 2018, 10:34)

Mit der Forderung bist Du aber bei den Rechten, die ja nun gerade auf Ausgrenzung ganzer Personengruppen abzielen, so schlecht aufgehoben wie nirgendwo sonst.


Wie gesagt, ich bin "neu" hier im Forum. Allerdings stelle ich mir hier die Frage ob solch eine Behauptung, von einer Person mit dem Titel "Vorstand" nicht auch mit Argumenten unterlegt werden sollte? Welche Partei wäre denn deiner Meinung nach besser für mich geeignet?

FDP - nicht erst seit ihren Einsatz für Hoteliers ist diese Partei für ihre Klientel-Politik verrufen. Das Auftreten während der Jamaika-Verhandlungen, hat gezeigt dass diese Partei weiterhin eher auf parteipolitische Spielerein aus ist, nicht darauf sich konstruktiv in eine Regierung einzubringen. Trotzdem hatte ich bei der Wahl hier schweren Herzens (als ehemaliger CDU-Wähler) mein Kreuz gemacht. Die Partei brüstet sich mit dem abgedroschenen Wort "Digitalisierung" um jung und cool zu wirken. Wirklich Content steckt meiner Meinung nach aber nicht dahinter.

Grüne - Aus meiner Sicht zusammen mit der FDP eine Klientel-Politik in reinster Form. Realos und Fundis streiten sich dort permanent, dabei raus kommen kommen meist surreale Forderungen, für die ich fast eine gewisse Art von fremdschämen empfinde. Eine Partei welche bei den aktuellen Problemen eher dazu neigt über einen Veggi-Day, Tempo-Limit oder Unisex-Toiletten zu diskutieren, kann ich persönlich einfach nicht wählen. Wenn man sich dann für eine deutschlandweite Abschaffung der Verbrennungsmotoren einsetzt, zeigt man einen interessanten Punkt aber durch die verankerten Umsetzungszeiträumen entfernt man sich wieder von sämtlicher Realität.

Die Linke - im Gegensatz zur AfD unterstützt die Linke mit ihren Stiftungen (zusammen mit der SPD übrigens) sehr viele "Antifa" Projekte. Man beteiligt sich an der Schaffung bzw. am Schutz rechtsfreier Räume wie der roten Flora oder der Rigaer-Straße. Mir ist egal warum mir eine Person auf die Mütze hauen will. Ob rechte, linke, religiöse Motive oder aus Habgier, die Strafe sollte bei allen Fällen gleich konsequent sein. Deutschland ist auf dem rechten Auge sehr wachsam, aber sämtliche Schärfe die wir diesem Auge widmen ziehen wir vom linken Auge ab - auf dem wir gänzlich blind sind. Wo in Deutschland zieht ein rechter Mob marodierend durch die Straße? Bei den linken ist das im Vergleich beim 1. Mai oder Events wie der EZB Eröffnung in Frankfurt oder dem G20 Gipfel in Hamburg schon der gute Ton geworden.

CDU / SPD - hier gibt es für mich kaum noch ein Unterschied zwischen den beiden Parteien. Für mich hat die CDU kein eigenes Profil mehr, ich weiss ganz offen nicht für was diese Partei heute noch einstehen will. Zumindest sehe ich hier keine "ernsthaften" Forderungen. Ich mag diese pauschalen "Merkel-muss-weg"-Rufe nicht. Allerdings sehe ich in Merkel eine enorme Belastung. Die SPD gilt für mich dagegen seit dem Zitat von Müntefering nicht mehr als wählbar. Es ist eine permanente Versteifung auf angeblich prestigeträchtige Themen, nett gewollt nicht gekonnt trifft es. Wie hoch ist der aktuelle Mindestlohn? 8,84 Brutto? Das macht bei einer 40-Stundenwoche und einem 4 Wochen Monat ein Gehalt von 1.414 € aus. Heißt nach Steuern und Mehrkosten durch eine Betätigung steht die Person trotzdem mit einem Gehalt da was in einer Großstadt ungefähr bei Hartz-4-Niveau liegt. Für so einen Mist feiert sich eine Partei? Für mich sind SPD und CDU beide schlicht nicht mehr wählbar.

Sehr geehrter Herr Kritikaster, anstatt mit irgendwelchen populistischen Äußerungen zu kommen würde ich mich freuen wenn Sie versuchen mich mit Argumenten zu überzeugen. Ich stehe gerne für eine konstruktive Diskussion bereit, bin gerne bereit eigene Standpunkte zu überdenken wenn man selbst ebenso frei ist zu diskutieren.

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