Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

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Analyst

Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon Analyst » Fr 9. Feb 2018, 12:06

Die GroKo-Parteien haben sich nach langem Verhandeln darauf geeinigt, eine Kommission zu bilden, welche die Möglichkeiten zur Änderungen des Gesundheitssystem erarbeitet und prüft.

Da frage ich mich: Auf welcher Basis haben die Parteien eigentlich ihren so engagierten Wahlkampf betrieben? Die einen waren entschieden für eine Bürgerversicherung, die anderen entschieden dagegen. Wenn die Möglichkeiten bisher noch gar nicht ausgearbeitet sind, warum waren die Positionen dann so hart?
Müssten solche Fragen nicht im Vorfeld geklärt werden? Haben wir nicht genau für solche Fragen Institute und Denkfabriken, die mit Experten aller beteiligten Professionen ein solches Konzept erarbeiten, Möglichkeiten vorschlagen und voraussichtliche Vor- und Nachteile prognostizieren könnten?
Könnte man nicht auf Basis eines solches Konzeptes und mit Bezug darauf einen viel besseren und nachvollziehbareren Wahlkampf betreiben?

Wäre es nicht grundsätzlich wesentlich professioneller, solche Fragen vor(!) einem Wahlkampf klären zu lassen, als engagiert für eine Meinung zu stehen, die auf Laienwissen oder gefährlichem Halbwissen der Politiker beruht - oder gar auf einseitiger Beeinflussung einer gewissen Lobby?

Wären dies vorher geschehen, und wäre alles nur eine Frage der Lobby gewesen, hätte ich den Streit der Parteien einigermaßen verstehen können. Würde z.B. die CDU ausschließlich die Lobby der Privatpraxen vertreten, die durch ein einheitliches System aller Voraussicht nach schlechter gestellt würden, so könnte man sagen: Die Lobby der Privatpraxen kämpft gegen die Lobby der GKV-Patienten. Aber so einfach ist es nicht. Die Ärzte und Mitarbeiter der Privatpraxen machen einen wesentlich kleineren Anteil der CDU-Wähler aus, als die der GKV-Patienten.

Mir kommt das Vorgehen der Parteien diesbezüglich ziemlich unprofessionell vor. Eine vorherige Analyse durch Denkfabriken klingt für mich wesentlich sachdienlicher und nachvollziehbarer. Insofern halte ich es für gut, dass sie diese Kommission jetzt einberufen, aber vom Prinzip her hätten alle Beteiligten das viel früher tun müssen, oder etwa nicht??
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Dampflok94
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 9. Feb 2018, 12:22

Die Kommission wird doch nicht gemacht, weil man sich neue Informationen von denen erhofft. Die wird gemacht, um das Thema auf die lange Bank zu schieben.
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon pikant » Fr 9. Feb 2018, 12:27

Dampflok94 hat geschrieben:(09 Feb 2018, 12:22)

Die Kommission wird doch nicht gemacht, weil man sich neue Informationen von denen erhofft. Die wird gemacht, um das Thema auf die lange Bank zu schieben.

:D

ich finde es nicht schlecht, wenn man ein kompliziertes Sachthema in einer Fachkkommission mit Experten bestueckt weiter diskutiert um dann am Ende Vorschlaege auszuarbeiten, die der Politik fuer ihre Entscheidung eine fundierte Grundlage bildet.
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Der Neandertaler
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon Der Neandertaler » Fr 9. Feb 2018, 12:55

Hallo Analyst.
Aus einer Statistik wie auch aus einem Gutachten kann jeder grundsätzlich das herauslesen, was ihm gerade paßt.
    ... was in sein Denkschema paßt.
Die Frage einer eventuellen Gesundheitsreform wurde seitens der Union mit "mehr Wettbewerb" beantwortet. Die SPD sah die Solidarität verlorengehen - daher war ihr Ansatz eine Gemeinschaftskasse. Insofern ist die jetzt gefundene Kommissionsbildung ein wahrer Kompromiss. Dieses schon im Vorhinein anzudenken, wäre aber nicht zielführend gewesen. Denn jedweder Ansatz würde einen Kompromiss nach sich ziehen.
    ... und wäre dieser Ansatz auch noch so kompromissbehaftet.
Denn wenn dieser kompromissbehaftete Denkansatz nur von einer Seite propagiert würde - die andere Seite hingegen andere, härtere Forderungen aufstellen würde, ... so würde dieser kompromissbehaftete Ansatz dennoch immer zu einem Kompromiss führen.

Aber grundsätzlich she ich es wie Du:
    die Bildung einer Kommission ist gut ... ist aber wohl nur eine Notlösung, um die Regierungsbildung nicht an dieser Frage scheitern zu lassen. Letztlich ist dies aber wohl nur ein Placebo ... der Streit ist nur verschoben - nicht beendet.
Das ganze Prozedere wird nach dem Kommissionsbericht wohl nach bekanntem Schema von vorne ablaufen, wie oben geschildert.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon syna » Fr 9. Feb 2018, 13:26

Analyst hat geschrieben:(09 Feb 2018, 12:06)
Wären dies vorher geschehen, und wäre alles nur eine Frage der Lobby gewesen, hätte ich den Streit der Parteien einigermaßen verstehen können. Würde z.B. die CDU ausschließlich die Lobby der Privatpraxen vertreten, die durch ein einheitliches System aller Voraussicht nach schlechter gestellt würden, so könnte man sagen: Die Lobby der Privatpraxen kämpft gegen die Lobby der GKV-Patienten. Aber so einfach ist es nicht. Die Ärzte und Mitarbeiter der Privatpraxen machen einen wesentlich kleineren Anteil der CDU-Wähler aus, als die der GKV-Patienten.

Mir kommt das Vorgehen der Parteien diesbezüglich ziemlich unprofessionell vor. Eine vorherige Analyse durch Denkfabriken klingt für mich wesentlich sachdienlicher und nachvollziehbarer. Insofern halte ich es für gut, dass sie diese Kommission jetzt einberufen, aber vom Prinzip her hätten alle Beteiligten das viel früher tun müssen, oder etwa nicht??


Haja - also das ist ein sehr heißes Eisen!

Es ist ein höchst komplexes Feld. Nicht umsonst schachern seit Jahren Experten und Lobbyisten
der Parteien um neue Regelungen - dabei ging und geht es immer um die Interessen der
einzelnen Vertreter, also der Vertreter von:

1. Private Krankenversicherung
2. Pharmaindustrie
3. Tabakindustrie
4. Kassenärztliche Vereinigung

345 aller auf der Lobbyliste des Deutschen Bundestages stehenden Verbände sind im
Gesundheitswesen tätig. Das sind die vier stärksten Lobbygruppen, die ihren Einfluss
nicht nur bei den Verhandlungen einbringen, sondern auch via Medien nachdrücklich
Meinung machen.

Deshalb ist in einer GroKo immer alles ruhig, um nichts aufzuscheuchen. Diesmal ist
die Besonderheit, dass die SPD-Oberen sich von den unteren SPD-lern, den
Ortsgruppen vor Ort, verantworten müssten und sagen sollen, was sie "erreicht
haben". Und bei den Verbänden vor Ort sind neben dem Arbeitsmarkt und dessen
Probleme für prekär Beschäftigte (sachgrundlose Befristung usw.) eben auch
die 2-Klassengesellschaft auf der Agenda. Eigentlich ist das Thema längst überfällig -
nur Deutschland hat so ein 2-Klassensystem (!) - kommt aber nur im Wahlkampf
oder bei Verhandlungen, über die noch abgestimmt werden muss, überhaupt "nach
vorne".
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 9. Feb 2018, 14:51

pikant hat geschrieben:(09 Feb 2018, 12:27)

:D

ich finde es nicht schlecht, wenn man ein kompliziertes Sachthema in einer Fachkkommission mit Experten bestueckt weiter diskutiert um dann am Ende Vorschlaege auszuarbeiten, die der Politik fuer ihre Entscheidung eine fundierte Grundlage bildet.

Über dieses Thema wird seit Jahren diskutiert. Auch von vielen Experten. Wer glaubt denn da, jetzt würde man aber eine ganz tolle für alle befriedigende Lösung finden :?:
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon pikant » Fr 9. Feb 2018, 14:54

Dampflok94 hat geschrieben:(09 Feb 2018, 14:51)

Über dieses Thema wird seit Jahren diskutiert. Auch von vielen Experten. Wer glaubt denn da, jetzt würde man aber eine ganz tolle für alle befriedigende Lösung finden :?:


Wenn man nicht zusammenkommt, dann bleibt es halt beim status quo!
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon syna » Sa 10. Feb 2018, 13:39

Analyst hat geschrieben:(09 Feb 2018, 12:06)

Die einen waren entschieden für eine Bürgerversicherung, die anderen entschieden dagegen. Wenn die Möglichkeiten bisher noch gar nicht ausgearbeitet sind, warum waren die Positionen dann so hart?

Müssten solche Fragen nicht im Vorfeld geklärt werden? Haben wir nicht genau für solche Fragen Institute und Denkfabriken, die mit Experten aller beteiligten Professionen ein solches Konzept erarbeiten, Möglichkeiten vorschlagen und voraussichtliche Vor- und Nachteile prognostizieren könnten?

Könnte man nicht auf Basis eines solches Konzeptes und mit Bezug darauf einen viel besseren und nachvollziehbareren Wahlkampf betreiben?


Haha, da müssen wir ein bißchen in die Geschichte
blicken. Dann kann man nicht so einfach eine
"Expertenkommission" aufmachen. Und alle Fragen
sind eigentlich im Vorfeld schon läääängst bekannt.

So verhinderten beispielsweise Lobbygruppen mit
Hilfe der CDU/CSU FDP 2007 die Abschaffung der Privaten
Krankenversicherung und sie verhinderten über ihre
geschickte Lobbyarbeit die sogar von der Kanzlerin geforderte
Erhöhung des Steueranteils für die gesetzlichen Krankenkassen.

So protestierten bei der Gesundheitsreform 2007 etwa die
Kassenärztliche Vereinigung, die Bundesärztekammer, der
Bundesverband der pharmazeutischen Industrie, der Verband
der privaten Krankenversicherungen, der Zentralverband des
deutschen Handwerks, der Deutsche Beamtenbund, die
Deutsche Krankenhausgesellschaft sowie der Bundesverband
der Freien Berufe erfolgreich gegen die Abschaffung der PKV.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass die Macht der
Privilegierten groß ist. Beamte, Gutverdiener und Selbständige
hätten auch keinen Vorteil davon, wenn sie sich an der Finanzierung
der Systeme der sozialen Sicherung beteiligen würden und dabei die
Vorzüge der Zweiklassenmedizin für sich auch noch einbüßen müssten.

Für Selbständige ist es lukrativer, sich privat für das Alter abzusichern,
statt die Rente all derer mitzubezahlen, die in den neuen
Bundesländern lange Erwerbsbiographien vorweisen können und
heute eine Rente beziehen, die im Durchschnitt sogar höher ist als
in den alten Bundesländern.

Es ist also keine Frage der "Expertenkommission" oder von
"inhaltlich offenen Fragen". Es ist immer eine Frage des Einflusses
und der Macht der einzelnen Interessengruppen und Verbände!

:rolleyes:
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon jorikke » Sa 10. Feb 2018, 20:27

Dampflok94 hat geschrieben:(09 Feb 2018, 12:22)

Die Kommission wird doch nicht gemacht, weil man sich neue Informationen von denen erhofft. Die wird gemacht, um das Thema auf die lange Bank zu schieben.


Wenn du nicht mehre weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon frems » Sa 10. Feb 2018, 21:29

jorikke hat geschrieben:(10 Feb 2018, 20:27)

Wenn du nicht mehre weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.

"Wir sind in den Wahlkampf mit der Forderung nach dem Ende der Zwei-Klassen-Medizin gestartet. Gelandet sind wir bei einer Kommission, die Vorschläge zur Entwicklung der Arzthonorare machen soll." (Kevin Kühnert)

Und in der CDU jault man, dass ein knallharter Sparpolitiker Schulden-Wolle beerben könnte. :|
Labskaus!

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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon jorikke » Sa 10. Feb 2018, 22:04

frems hat geschrieben:(10 Feb 2018, 21:29)

"Wir sind in den Wahlkampf mit der Forderung nach dem Ende der Zwei-Klassen-Medizin gestartet. Gelandet sind wir bei einer Kommission, die Vorschläge zur Entwicklung der Arzthonorare machen soll." (Kevin Kühnert)

Und in der CDU jault man, dass ein knallharter Sparpolitiker Schulden-Wolle beerben könnte. :|


Er hat aus seiner Sicht völlig recht.
Aus meiner Sicht ist allerdings das Gejaule von einer Zwei-Klasse-Medizin Unsinn.
Leider wurde da ein Thema aufgebauscht, bei dem, bei rechtem Licht besehen, kaum was dran ist.
Bei einem Verhältnis von 9:1, GKV/PV kann schon mal grundsätzlich kein Katastrophenansatz bestehen.
Wenn man dann noch betrachtet, die 10% sind deshalb anders krankenversichert, weil sie durch andere Grundlagen, Beamte/Selbstständige, sich nicht "gerecht" in eine Massengemengelage einordnen lassen, ist ein Sonderstatus gerade zu Pflicht.
Das gibt es vielfältig auf den unterschiedlichsten Feldern.
Nur hier, weil emotional ausschlachtbar - wird eine Sau durchs Dorf getrieben.
Dann treib mal mit.
...während der Zeit haben die Rentner Ruhe vor dir. :D
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon jorikke » Sa 10. Feb 2018, 22:05

jorikke hat geschrieben:(10 Feb 2018, 22:04)

Er hat aus seiner Sicht völlig recht.
Aus meiner Sicht ist allerdings das Gejaule von einer Zwei-Klasse-Medizin Unsinn.
Leider wurde da ein Thema aufgebauscht, bei dem, bei rechtem Licht besehen, kaum was dran ist.
Bei einem Verhältnis von 9:1, GKV/PV kann schon mal grundsätzlich kein Katastrophenansatz bestehen.
Wenn man dann noch betrachtet, die 10% sind deshalb anders krankenversichert, weil sie durch andere Grundlagen, Beamte/Selbstständige, sich nicht "gerecht" in eine Massengemengelage einordnen lassen, ist ein Sonderstatus gerade zu Pflicht.
Das gibt es vielfältig auf den unterschiedlichsten Feldern.
Nur hier, weil emotional ausschlachtbar - wird eine Sau durchs Dorf getrieben.
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon frems » Sa 10. Feb 2018, 22:08

jorikke hat geschrieben:(10 Feb 2018, 22:04)

Er hat aus seiner Sicht völlig recht.
Aus meiner Sicht ist allerdings das Gejaule von einer Zwei-Klasse-Medizin Unsinn.
Leider wurde da ein Thema aufgebauscht, bei dem, bei rechtem Licht besehen, kaum was dran ist.
Bei einem Verhältnis von 9:1, GKV/PV kann schon mal grundsätzlich kein Katastrophenansatz bestehen.
Wenn man dann noch betrachtet, die 10% sind deshalb anders krankenversichert, weil sie durch andere Grundlagen, Beamte/Selbstständige, sich nicht "gerecht" in eine Massengemengelage einordnen lassen, ist ein Sonderstatus gerade zu Pflicht.
Das gibt es vielfältig auf den unterschiedlichsten Feldern.
Nur hier, weil emotional ausschlachtbar - wird eine Sau durchs Dorf getrieben.
Dann treib mal mit.
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Mir ist das Thema ziemlich unwichtig. Ich fand es auch merkwürdig, dass die SPD es erst nach der Wahl so zentral als Forderung positionierte. Und nun wollen sie einen Koalitionsvertrag, der noch nicht einmal eine grobe Möglichkeit der Umsetzung beinhaltet. Bei der sachgrundlosen Befristung ist auch so gut wie nichts erreicht und das größte Problem, wenn mal wieder irgendein Fall durch die Medien geistert, sind in dem Falle ja die Befristigungen mit Sachgrund. Aber sollen sie mal darüber abstimmen, die Genossen.
Labskaus!

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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon syna » Mo 12. Feb 2018, 22:43

jorikke hat geschrieben:(10 Feb 2018, 22:04)
Bei einem Verhältnis von 9:1, GKV/PV kann schon mal grundsätzlich kein Katastrophenansatz bestehen.
Wenn man dann noch betrachtet, die 10% sind deshalb anders krankenversichert, weil sie durch andere Grundlagen, Beamte/Selbstständige, sich nicht "gerecht" in eine Massengemengelage einordnen lassen, ist ein Sonderstatus gerade zu Pflicht.


Das ist schön, dass Du das so sagst. :D

Dasselbe sagte der Sonnenkönig Ludwig der XIV auch:

"Seht Leute, wir Adligen hier bei Hofe - wir sind ja nur wenige,
deshalb ist es doch kein Problem, wenn wir andere Kleider tragen
und anderen Dingen nachgehen als ihr, das gemeine Volk!
"

Und weiter:

"Und ja: Wir haben ganz andere Grundlagen: Wir haben eine ganz
andere Herkunft - wir sind sogar "von Gott eingesetzt" - da ist
unser Sonderstatus geradezu Pflicht!
"

:thumbup:
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon jorikke » Di 13. Feb 2018, 08:27

syna hat geschrieben:(12 Feb 2018, 22:43)

Das ist schön, dass Du das so sagst. :D

Dasselbe sagte der Sonnenkönig Ludwig der XIV auch:

"Seht Leute, wir Adligen hier bei Hofe - wir sind ja nur wenige,
deshalb ist es doch kein Problem, wenn wir andere Kleider tragen
und anderen Dingen nachgehen als ihr, das gemeine Volk!
"

Und weiter:

"Und ja: Wir haben ganz andere Grundlagen: Wir haben eine ganz
andere Herkunft - wir sind sogar "von Gott eingesetzt" - da ist
unser Sonderstatus geradezu Pflicht!
"

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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon jorikke » Di 13. Feb 2018, 08:36

syna hat geschrieben:(12 Feb 2018, 22:43)

Das ist schön, dass Du das so sagst. :D

Dasselbe sagte der Sonnenkönig Ludwig der XIV auch:

"Seht Leute, wir Adligen hier bei Hofe - wir sind ja nur wenige,
deshalb ist es doch kein Problem, wenn wir andere Kleider tragen
und anderen Dingen nachgehen als ihr, das gemeine Volk!
"

Und weiter:

"Und ja: Wir haben ganz andere Grundlagen: Wir haben eine ganz
andere Herkunft - wir sind sogar "von Gott eingesetzt" - da ist
unser Sonderstatus geradezu Pflicht!
"

:thumbup:


Le roi soleil starb vor ziemlich genau 200 Jahren. Es gehört zum Grundwissen des Geschichtsverständnisses, dass jedwede Aussagen und jedes Handeln immer vor dem Zeitgeist jener Zeit zu beurteilen sind, in dem sie entstanden.
Gleiche Aussagen verschiedener Epochen sinngleich zu beurteilen, ist sinnlos.
Würde man Luthers Schriften und Aussagen wörtlich und auch dem Sinne nach auf die heutige Zeit übertragen, er säße wahrscheinlich lebenslang im Zuchthaus.
Immerhin hast du, indem du Ludwig mit mir vergleichst, ihm ja ein ziemliches Lob ausgesprochen. :D
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon syna » Mi 14. Feb 2018, 17:07

Das ist schön, dass Du das so sagst. :D

Dasselbe sagte der Sonnenkönig Ludwig der XIV auch:

"Seht Leute, wir Adligen hier bei Hofe - wir sind ja nur wenige,
deshalb ist es doch kein Problem, wenn wir andere Kleider tragen
und anderen Dingen nachgehen als ihr, das gemeine Volk!"


Und weiter:

"Und ja: Wir haben ganz andere Grundlagen: Wir haben eine ganz
andere Herkunft - wir sind sogar "von Gott eingesetzt" - da ist
unser Sonderstatus geradezu Pflicht!"



jorikke hat geschrieben:(13 Feb 2018, 08:36)
Le roi soleil starb vor ziemlich genau 200 Jahren. Es gehört zum Grundwissen des Geschichtsverständnisses, dass jedwede Aussagen und jedes Handeln immer vor dem Zeitgeist jener Zeit zu beurteilen sind, in dem sie entstanden.


Ganz genau!

jorikke hat geschrieben:(13 Feb 2018, 08:36)
Gleiche Aussagen verschiedener Epochen sinngleich zu beurteilen, ist sinnlos.


Stimmt fast!

Wenn aber eine eigentlich antiquierte Aussage mit den gleichen Worten
heute getätigt wird, dann lässt dies schon unmittelbar eine Assoziation
an die damaligen Verhältnisse zu. Und insbesondere, wenn es um Stellung
und Wert von Menschen geht, sind Vergleiche geradezu notwendig.
Alleine schon deshalb, um aus einer Distanz zu einer bessere Beurteilung
geschichtlicher Abläufe zu gelangen.

Umso befremdlicher ist es sogar, wenn dann jemand eine solche Aussage, die
schon ein Ludwig XIV in seinem Umfeld, seiner Zeit und seinem Verstsändnis
von Gesellschaft gemacht hat, in der HEUTIGEN ZEIT macht.

Und wenn derjenige das ohne Rückgriff in die damalige Feudalzeit macht,
sondern einfach so, fast so, als ob er sich die damaligen feudalen Zustände
herbeiwünscht. Ist das nicht höchst befremdlich?

Ich finde das sehr sehr befremdlich - fast schon verstörend! :rolleyes:
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon jorikke » Mi 14. Feb 2018, 18:17

syna hat geschrieben:(14 Feb 2018, 17:07)

Ganz genau!



Stimmt fast!

Wenn aber eine eigentlich antiquierte Aussage mit den gleichen Worten
heute getätigt wird, dann lässt dies schon unmittelbar eine Assoziation
an die damaligen Verhältnisse zu. Und insbesondere, wenn es um Stellung
und Wert von Menschen geht, sind Vergleiche geradezu notwendig.
Alleine schon deshalb, um aus einer Distanz zu einer bessere Beurteilung
geschichtlicher Abläufe zu gelangen.

Umso befremdlicher ist es sogar, wenn dann jemand eine solche Aussage, die
schon ein Ludwig XIV in seinem Umfeld, seiner Zeit und seinem Verstsändnis
von Gesellschaft gemacht hat, in der HEUTIGEN ZEIT macht.

Und wenn derjenige das ohne Rückgriff in die damalige Feudalzeit macht,
sondern einfach so, fast so, als ob er sich die damaligen feudalen Zustände
herbeiwünscht. Ist das nicht höchst befremdlich?

Ich finde das sehr sehr befremdlich - fast schon verstörend! :rolleyes:


Völlig daneben liegende Assoziationen fängt man sich auf Wolke Nr. 7 ein.
Komm einfach wieder runter.
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Re: Gesundheits-Kommission der GroKo - warum nicht vor dem Wahlkampf?

Beitragvon syna » Do 15. Feb 2018, 12:21

jorikke hat geschrieben:(14 Feb 2018, 18:17)

Völlig daneben liegende Assoziationen fängt man sich auf Wolke Nr. 7 ein.
Komm einfach wieder runter.


Sach ma jorikke, warst Du nicht derjenige, der sich fleißig und arbeitsreich
von unten "nach oben" emporgearbeitet hat - in unserer heutigen Gesellschaft?

Warum denn so ein standesdünkelhafter Rückgriff auf erzfeudale Prinzipien?
Was ist falsch gelaufen? Ich mache mir echt Sorgen! :?
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