Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

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Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Balsamico » So 21. Jan 2018, 15:05

Hallo ihr,

im Sondierungspapier der eventuellen GroKo (falls das Thema in einer Stunde nicht schon Geschichte ist) ist die BAFöG-Reform aufgeführt. Sollte sowohl GroKo als auch BAFöG-Reform zustande kommen, wäre es dann eher so, dass es nach Regierungsbildung noch einer Abstimmung bedarf und man zum nächsten 1.1. mit dem Inkrafttreten rechnen kann oder muss alles erst noch in Ausschüssen entwickelt und sicher nicht in der ersten Hälfte der Legislaturperiode entgültig beschlossen werden?

Was schätzt ihr konkret, wie lange würde dieser, oder generell ein solcher, Prozess dauern?

Danke!
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Balsamico » Fr 2. Feb 2018, 14:10

Ich erlaube mir mal hochzuposten.

Angenommen, es käme zur GroKo, wann könnte mit dem Inkrafttreten der BAFöG-Reform gerechnet werden? Ist das eine Frage von wenigen Wochen/Monaten oder eher 2-3 Jahren?

Ich wäre sehr dankbar für eine Antwort.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 4. Mär 2018, 21:34

Eine Reform / Abschaffung dieser Studentenverhätschelung würde aus wahltaktischen Gründen erst in der folgenden Periode wirksam werden.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Balsamico » Do 8. Mär 2018, 18:13

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(04 Mar 2018, 21:34)

Eine Reform / Abschaffung dieser Studentenverhätschelung würde aus wahltaktischen Gründen erst in der folgenden Periode wirksam werden.


Also willst du damit sagen, dass du die Chancenungleichheit, die uns in die Wiege gelegt worden ist, richtig findest: Alleine Kinder reicher Eltern sollen studieren dürfen. Ein Studium ohne jegliche finanzielle Unterstützung ist fast unmöglich. Und wenn, dann kann man davon ausgehen, dass mindestens die doppelte Zeit benötigt wird, absolut kein Leben abseits Arbeit+Lernen stattfinden kann und trotzdem nicht die gleiche Leistung erbracht werden kann. Von einem 450€-Job kann man nicht Mite zahlen UND leben. Und Teilzeitarbeit+Studium... wer glaubt, dass das man das können muss, hat keine Ahnung, wie zeitaufwändig ein Studium tatsächlich ist.

Nur leider ist die Chancengleichheit momentan bei Weitem noch nicht hergestellt. Deswegen braucht es die Reform. Ich weiß garnicht, wie du auf Abschaffung kommst, das Gegenteil wird der Fall sein.

Ich gehe mal davon aus, dass alleine der Wunsch Vater deines Gedanken ist, dass die Reform erst in der folgen Periode wirksam werden wird. Aus dir spricht der Neid. Weil du selber das Privileg zu studieren nur Kindern reicher Eltern gönnst, empfinde ich da wenig Mitleid. Im Gegenteil.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 12. Mär 2018, 22:12

Balsamico hat geschrieben:(08 Mar 2018, 18:13)

Also willst du damit sagen, dass du die Chancenungleichheit, die uns in die Wiege gelegt worden ist, richtig findest: Alleine Kinder reicher Eltern sollen studieren dürfen.

So ein Blödsinn.

Ein Studium ohne jegliche finanzielle Unterstützung ist fast unmöglich.

Es gibt da was, das nennt sich Arbeit. Viele der Ur-68er kannten das noch. Duales Studium, Werksstudententum oder - heute selten - ganz normal malochen.

Ich weiß garnicht, wie du auf Abschaffung kommst, das Gegenteil wird der Fall sein.

Die Abschaffung der staatlichen Gymnasiastenrente ist die einzig faire Option. Immerhin wird die von Leuten querfinanziert, die ab 18 im Handwerk tätig sind.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Balsamico » Mi 14. Mär 2018, 15:09

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Mar 2018, 22:12)
So ein Blödsinn.

Dann willst du sagen, dass studierende Kinder reicher Eltern keinen Vorteil genießen den es auszugleichen gilt?

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Mar 2018, 22:12)
Es gibt da was, das nennt sich Arbeit. Viele der Ur-68er kannten das noch. Duales Studium, Werksstudententum oder - heute selten - ganz normal malochen.

Ein Student malocht, und wie! Unter 40h/Woche kommt da keiner davon, zumindest nicht mit Erfolg. Der Student, der nur auf der faulen Haut liegt ist ein Mythos, bzw. wird vorzeitig "ausgesiebt". Nur ist die Produktivität auf die Zeit nach dem Studium verlagert. Trotzdem leistet ein Student und zahlt das BAFöG indirekt in Form von Steuern auch wieder zurück (leider teilweise immernoch auch direkt).
Du weißt nicht wovon du redest: Du setzt Universitäten/Hochschulen mit Berufsakademien (Duales Studium) gleich, bzw. behauptest, dass wessen Eltern es sich nicht leisten können, sich mit weniger zufrieden geben müssen. Auch im Sinne des Technologiestandort Deutschlands ist es nicht, potentielle Uni-/Hochschulakademiker ohne wohlhabende Herkunft zu verlieren.

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Mar 2018, 22:12)
Die Abschaffung der staatlichen Gymnasiastenrente ist die einzig faire Option. Immerhin wird die von Leuten querfinanziert, die ab 18 im Handwerk tätig sind.

Und wer entwickelt, womit Handwerker arbeiten? Und abgesehen davon, ein Handwerker verdient 7-8 Jahre früher und hat die ersten Gehaltserhöhungen hinter sich, wenn ein Akademiker erst anfängt zu verdienen. Trotzdem ist ein Studium zu meistern ein Vollzeitjob und eine harte Herausforderung, die nichteinmal sicher zum Erfolg führt. Wer leistet, wenn auch die ersten Jahre nicht produktiv, gehört unterstützt/bezahlt. Alles andere ist ungerecht gegenüber weniger wohlhabenden Teilen der Bevölkerung.

Zu studieren, was sich aufwandsbedingt nunmal nicht parallel komplett finanzieren lässt, willst du also tatsächlich nur gönnen, wer aus wohlhabenden Verhältnissen stammt? Bzw. soll wer kein Glück diesbezüglich hatte, die Nachteile einer mindestens doppelt-dreifachen Studiendauer, wesentlich schlechterem Resultat usw. usw. gefälligst hinnehmen? Oder sind die Gründe für deine Aussagen doch eher die bereits genannten, leider menschlichen?

Falls es dich tröstet, mit der Reform wird der Meister gebührenfrei werden und ich nehme an, auch das Meister-BAFöG wird angehoben werden. Hast du daran auch was auszusetzten? Menschen haben Phasen in denen sie sich bilden müssen und Phasen in denen sie produktiv leisten. Und wir unterstützen uns dabei gegenseitig, um die Zeiten die wir zur Bildung benötigen, zu überbrücken. Was soll daran falsch sein?


Falls jemand auch eine neutrale Antwort auf meine Frage hat, mich würde immernoch sehr interessieren, wie lange wir ungefähr auf die Reform zu warten haben.

Danke!
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 14. Mär 2018, 15:36

Balsamico hat geschrieben:(14 Mar 2018, 15:09)

Dann willst du sagen, dass studierende Kinder reicher Eltern keinen Vorteil genießen den es auszugleichen gilt?

Geld zu haben, ist kein Nachteil. Das heißt nicht, dass man jetzt irgendwen gleichmachen muss.

Ein Student malocht, und wie!

Ja, aber der Rest macht Party von Staatsgeld und Papas Spesen.

Trotzdem leistet ein Student und zahlt das BAFöG indirekt in Form von Steuern auch wieder zurück (leider teilweise immernoch auch direkt).

Steuern treffen jedes Einkommen aus Lohnarbeit und Selbständigkeit, unabhängig von der Finanzierung der Ausbildung. Steuern sind keine zweckgebundene Rückzahlung. Die Steuerzahlung begründet auch keinen konkreten Anspruch auf irgendwas.

Du setzt Universitäten/Hochschulen mit Berufsakademien (Duales Studium)

Wir haben ECTS - wie deine Bildungseinrichtung sich nennt und organisiert, ist nicht mehr wichtig.

behauptest, dass wessen Eltern es sich nicht leisten können, sich mit weniger zufrieden geben müssen.

Wer sich keine Premiummarke leisten kann, fährt Toyota&Co. Wer von zuhause nicht genug mitbekommt, muss arbeiten und/oder einen Kredit aufnehmen. Das hat gleich den heilenden Effekt, dass es dem Kreditgeber überlassen bleibt, wie lange er Vertrauen in die Rückzahlung des 40semestrigen Studiums in ägyptisch-hethitischer Setik hat und dem Studenten, wie sehr er seine Zukunft mit verdaddelten Jahren belasten möchte. Der Moral Hazard durch das faktische Geschenk Bafög ist glatt aufgehoben. Das ist gut für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Raus aus der Komfortzone, reinknien in Lohnarbeit und ernst gemeintes Studium. Wir haben noch zu viele Leute, die direkt von der Schule in die Hochschule wechseln. Vielen wäre mit einem niedrigschwelligen Einstieg ins echte Leben mit der Option auf begleitendes Studium oder eine Auszeit besser gedient. Dann brauchts auch kein Abitur, jedenfalls nicht für alle: 10 Jahre Schule, Lehrberuf, Berufspraxis, dabei/danach Bachelor. Mit 25-28 hast du dann lebenserfahrene Menschen, die entweder keine Zeit mit Studium verplempert haben oder ihr Wissen bereits auf die reale Wirtschaft anwenden können. Für die geringe Zahl von Überfliegern, Talenten, Grundlagenforschern und die schlichtweg begüterten steht über Familienkonto, Stipendien, usw der Direktweg ins Studium immer noch offen. Das muss ja nicht der Regelzustand sein.

Auch im Sinne des Technologiestandort Deutschlands ist es nicht, potentielle Uni-/Hochschulakademiker ohne wohlhabende Herkunft zu verlieren.

Für nicht wenige ist nach dem Bachelor Schluß. Das ist auch so gewollt. Nur qualifiziert der Bachelor nur zu produktiver Arbeit, wenn er in Lebenserfahrung und echten Kontakt mit Betriebsabläufen eingebettet ist. Das kann vor, während oder nach dem Erwerb des Abschlusses erfolgen.

Und wer entwickelt, womit Handwerker arbeiten?

Ganz überwiegend nicht der durchschnittliche Uni-Abgang, der die Regelstudienzeit maßvoll überzogen hat und mit Ende 20 weder Frau und Kind noch wirtschaftliche Erfahrung vorweisen kann.

Und abgesehen davon, ein Handwerker verdient 7-8 Jahre früher und hat die ersten Gehaltserhöhungen hinter sich, wenn ein Akademiker erst anfängt zu verdienen.

Nicht mein Problem. Selbst gewählter Lebensweg der Uni-Abgänger.

Trotzdem ist ein Studium zu meistern ein Vollzeitjob und eine harte Herausforderung, die nichteinmal sicher zum Erfolg führt

Wer es so schwer hat, sollte vielleicht seine Wahl von Bildungsweg und Bildungsinhalt noch einmal überdenken. Wer ungelogen mehr als 20 SWS aufbringt, ist entweder wirklich glücklich mit seinem Fach oder mit Selbstorganisation und Fachinhalt überfordert. Oder C schlecht im Kopfrechnen.

Wer leistet, wenn auch die ersten Jahre nicht produktiv, gehört unterstützt/bezahlt. Alles andere ist ungerecht gegenüber weniger wohlhabenden Teilen der Bevölkerung.

Der Opa, der am Tag fünf Leinwände vollmalt, leistet auch. Produktiv ist das nicht. Willst du den bezahlen? Dann kauf seine Bilder. Wir müssen mal aus dieser Vollkasko-Denke heraus, dass jeder, wenn er sich nur anstrengt, automatisch von irgendwem, notfalls vom Staat, reich gemacht werden muss. Scheitern und Umgang damit gehören zum Leben dazu. Bloß weil ein unangenehmer Mensch besonders viele Frauen anbaggert, wird keine einzelne aus Mitleid mitgehen. Allenfalls landet er statistisch wahrscheinlicher bei der passenden als wenn er es weniger versucht.

Falls es dich tröstet, mit der Reform wird der Meister gebührenfrei werden und ich nehme an, auch das Meister-BAFöG wird angehoben werden. Hast du daran auch was auszusetzten?

Alle Formen von staatlicher Unterstützung der Berufsbildung müssen kritisch hinterfragt werden. Wer glaubt, dass die Welt auf ihn als Meister wartet, soll das auch selbst finanzieren oder eine Bank überzeugen, dass es sich lohnen wird.

Menschen haben Phasen in denen sie sich bilden müssen

Jeder wählt selbst sein Leben. Da "muss" gar nichts. Es ist auch jeder ersetzbar. Der Druck der wirtschaftlichen Notwendigkeit schafft bedarfsgerecht Förderinstrumente interessierter Firmen. Aber dazu fehlt der aktuellen Krokodil-Koalition der Mut. Frau Merkel wartet darauf, dass endlich einer ihrer Schüler keine Einladung braucht, sondern selbst Mut, Rückhalt und Geschick genug hat, ihr die Führung abzunehmen - egal ob aus der eigenen Partei oder sonst wie. Herr Maas sammelt Lebensmonate als Minister, um für die Zeit danach materiell und netzwerkmäßig gut gerüstet zu sein. Herr Schulze hat wie zu erwarten war endgültig verzockt. Frau Nahles hat die Hexe ins Feuer geschubst und weiß jetzt nicht, wo der Ausgang vom Lebkuchenhaus ist. Es sagt ihr auch keiner. Die ist es schon mal nicht.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Balsamico » Mi 14. Mär 2018, 16:49

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Mar 2018, 15:36)
Wer ungelogen mehr als 20 SWS aufbringt, ist entweder wirklich glücklich mit seinem Fach oder mit Selbstorganisation und Fachinhalt überfordert.


Wie soll das gehen? 30 SWS sind alleine Vorlesungszeit. Danach weiß man, was man können muss, kann aber noch garnichts -oder kaum etwas. Ist auch auch so gedacht. Der zusätzliche (eigentliche) Workload für die reine Lernarbeit + die Aufgaben jede Woche ist gewaltig. Was in Ingeneursdisziplinen die Aufgaben und die Lernarbeit sind, sind in anderen Studiengängen die Hausarbeiten und Referate -schenkt sich zeitlich nichts denk ich. Nur wer außerhalb dieser Zeit nicht mehr als einen 400€-Job zu bewältigen hat, hat da eine Chance -und selbst dieser Nachteil wirkt sich schon sehr stark auf das Resultat, die Dauer und die Erfolgschancen überhaupt aus.

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Mar 2018, 15:36)
Nicht mein Problem.


Also kein Problem. Klasse Einstellung. Leider viel zu verbreitet, das ist vielleicht das größte Problem der Welt überhaupt.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon jack000 » Mi 14. Mär 2018, 17:00

Aus den Eingangsbeitrag ist eine BaFÖG-Grundsatzdiskussion geworden. BaFÖG an sich steht aber zumindest politisch gar nicht zur Diskussion, bzw. ist dort kein Thema.
Die Frage die gestellt wurde war nach dem Zeitraum. M.E. ist diese aber zweitrangig, da ja noch kein konkreter Gesetzesentwurf zur Abstimmung vorliegt.
=> Wäre es also nicht erstmal wichtiger darüber zu diskutieren was überhaupt geändert werden soll? Was sind denn die Ansätze/Vorschläge seitens der Politik?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon frems » Mi 14. Mär 2018, 17:06

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(04 Mar 2018, 21:34)

Eine Reform / Abschaffung dieser Studentenverhätschelung würde aus wahltaktischen Gründen erst in der folgenden Periode wirksam werden.

Ich habe keine Ahnung, was da genau reformiert werden soll. Die letzte Änderung war eine Anpassung des Höchstsatzes (bei gleichzeitiger Anhebung der KV- und PV-Beiträge) unter Wanka, aber am System hat sich an sich nichts geändert. Dass eine Groko nun bspw. ein "Bafög für alle" unabhängig des Elternhauses einführt, glaube ich persönlich nicht. Davon abgesehen kannte ich damals keine Kommilitonen, die ihr Studium schmissen, weil sie zu viel arbeiten mussten. Klar, vielleicht sind die Noten dann nicht die besten, aber die Arbeitgeber interessieren sich für längere Tätigkeiten bzw. Praxiserfahrung meistens mehr als für die Frage, ob die 2,7 in Fach X an TU Y nun eine gute Note ist oder nicht. Zudem kann einem ein fachnaher Nebenjob auch im Studium weiterhelfen, da man dort ja auch Wissen ansammelt. Und Studentenjobs gibt's ja in den Großstädten noch und nöcher. Studiert wer hingegen an der FH Hintertupfingen, wo es zwischen Pizzadienst und Callcenter nicht viel gibt, der hat dann meistens auch kein Problem mit hohen Wohnkosten für WG-Zimmer wie bspw. in den Städten der Hochschulen der beiden großen Verbände U15 und TU9. :?:
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 14. Mär 2018, 17:14

Balsamico hat geschrieben:(14 Mar 2018, 16:49)

Wie soll das gehen? 30 SWS sind alleine Vorlesungszeit.

In den Vorlesungswochen. Die sind an der klassischen Uni in fortlaufende Blöcke strukturiert. An anderen Formen sind die Semester/Trimester oft in Blöcke zu 1-4Wochen gegliedert und wechseln sich mit vorlesungsfreier Zeit scheibchenweise ab, sodass man immer wieder Zeit hat für selbstbestimmte Bildung, etwa am Arbeitsplatz.

Der zusätzliche (eigentliche) Workload für die reine Lernarbeit + die Aufgaben jede Woche ist gewaltig.

Wenn du mit der Lernorganisation, dem Ausarbeiten von Referaten oder anderen praktischen Arbeitsformen überfordert bist, gibt es Kurse, das zu lernen. Wenn du fachlich nicht mitkommst, studierst du vielleicht nicht deiner Eignung gemäß.

Nur wer außerhalb dieser Zeit nicht mehr als einen 400€-Job zu bewältigen hat, hat da eine Chance -und selbst dieser Nachteil wirkt sich schon sehr stark auf das Resultat, die Dauer und die Erfolgschancen überhaupt aus.

Das kann ich so nicht bestätigen.

Also kein Problem. Klasse Einstellung.

Ich finde es wichtig, zu unterscheiden zwischen gesellschaftlichen Problemen, die die Politik regeln muss und persönlicher Lebensgestaltung. Der Wunsch, auf Staatskosten, also auf Kosten aller anderen, möglichst lange und von Arbeit unbehelligt ein Studentenleben zu führen und irgendwann ganz in Ruhe mal einen Abschluß zu haben ist so ein Privatproblem. Der Nächste würde gern mit seiner Band auf Tour gehen, aber sein blöder Job bei der Bundeswehr beschränkt die Möglichkeiten. Selbst gewählt. Nicht mein Problem. Irgendsoeine Gleichmachertante hat sogar schon Sex auf Rezept "vorgeschlagen". Das ist ein Irrweg. Die Gesellschaft ist nicht in der Pflicht, die Lebensträume einzelner zu finanzieren.

Der Staat sollte sich aus der Finanzierung solcher Dinge zurückziehen - und umgedreht auch das Angebot an halb freiwilligen Subventionsjobs eindämmen ("Freiwilliges Jahr", ehemals Zivildienst usw). Eine Ausnahme ist das Stipendienwesen wie etwa die Fördermittel für die Studienstiftung des deutschen Volkes e. V..
Jeder sollte selbst wählen, ob er ein Studium zur Selbstveredelung/als Zeitvertreib angeht oder als Qualifikationsmaßnahme in einem gefragten Berufszweig. Er sollte auch selbst schauen, wie er das Leben in dieser Zeit finanziert und wenn er das nicht kann, ob jemand ihn fördert oder kreditiert. Da Kredite zurückzuzahlen sind, wird aus dem Selbstverwirklichungstraum Studium so eine nüchterne, wirtschaftliche Lebensentscheidung.

Auch vor 1971 haben Menschen studiert. Nicht alle waren reich. Viele waren Kinder von Kriegsflüchtlingen oder anderweitig minder begüterten Familien. Man muss auch mal Schluß machen mit dem Wohlfühl-Blabla, dass ein Studium ohne reichlich Fördergeld in Deutschland nicht machbar sei. Wir haben heutzutage nicht mal Studiengebühren.

frems hat geschrieben:. Davon abgesehen kannte ich damals keine Kommilitonen, die ihr Studium schmissen, weil sie zu viel arbeiten mussten.

Ich kenne Leute, die an der Vereinbarkeit von Elternglück und Studium gescheitert sind und andere, die es hinbrachten. Die meisten gaben aber ihr Studium auf oder wechselten die Richtung, weil sie einfach falsch gewählt hatten.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon frems » Mi 14. Mär 2018, 17:18

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Mar 2018, 17:14)
Ich kenne Leute, die an der Vereinbarkeit von Elternglück und Studium gescheitert sind und andere, die es hinbrachten. Die meisten gaben aber ihr Studium auf oder wechselten die Richtung, weil sie einfach falsch gewählt hatten.

Das geht ja meist einher. Wer feststellt, dass das Fach nicht das richtige ist, hat selten die Motivation, es bis zum Ende durchzuziehen. So leiden mit der Leistung die Noten und irgendwann schmeißt man hin bevor der letzte Versuch ansteht. Ist ja auch nicht weiter tragisch. Lieber früh wechseln statt sich das halbe Leben zu ärgern. Wer richtig auf das Fach brannte, hat sich auch "privat" mit der Thematik intensiv und gerne beschäftigt, sodass das Studium relativ einfach war. Dann kommt man auch mal mit 450 statt 900 Stunden (30 CP mit je 30 Stunden Workload, wovon nur ein kleiner Teil Vorlesung/Seminar/Labor war) pro Semester aus. Braucht man ohne Nebenjob 40 und mehr Stunden im Schnitt fürs Studium, würde ich jedenfalls sehr intensiv darüber nachdenken, ob man nicht woanders besser aufgehoben ist.
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Re: Sollte die eventuelle GroKo die BAFöG-Reform durchziehen, wann würde diese schätzungsweise in Kraft treten?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 14. Mär 2018, 17:26

frems hat geschrieben:(14 Mar 2018, 17:18)

Das geht ja meist einher. Wer feststellt, dass das Fach nicht das richtige ist, hat selten die Motivation, es bis zum Ende durchzuziehen. So leiden mit der Leistung die Noten und irgendwann schmeißt man hin bevor der letzte Versuch ansteht. Ist ja auch nicht weiter tragisch. Lieber früh wechseln statt sich das halbe Leben zu ärgern. Wer richtig auf das Fach brannte, hat sich auch "privat" mit der Thematik intensiv und gerne beschäftigt, sodass das Studium relativ einfach war. Dann kommt man auch mal mit 450 statt 900 Stunden (30 CP mit je 30 Stunden Workload, wovon nur ein kleiner Teil Vorlesung/Seminar/Labor war) pro Semester aus. Braucht man ohne Nebenjob 40 und mehr Stunden im Schnitt fürs Studium, würde ich jedenfalls sehr intensiv darüber nachdenken, ob man nicht woanders besser aufgehoben ist.

Ich denke, das liegt auch ein wenig an dem Normal, dass Leute ihre Studienwahl recht früh und unbedarft treffen. Quereinsteiger aus dem Berufsleben oder im Anschluß an eine Zeit als Soldat haben oft zielorientierter und effektiver gewählt - auch hier gibt es Ausnahmen in beide Richtungen. Gerade in einem so komfortablen Berufseinsteiger-Umfeld wie in diesen Jahren sollte man ernsthaft über die Chance nachdenken, in Ausbildung oder (seltener) ohne formale Qualifikation durch Kompetenznachweis echten Kontakt mit dem angestrebten Beruf zu erleben. Freilich nicht als Arzt oder Chemiker, bei IT-Fritzen und im Werbebereich geht da schon eher was.
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