Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » Fr 23. Feb 2018, 15:44

Was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, ist dieses "Bekenntnis". Da muss ich schoko recht geben, klingt wirklich nach "seid bereit, immer bereit". Da musste man sich auch dauernd zu irgendwas "bekennen". Gut, dass das vorbei ist.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Woppadaq » Fr 23. Feb 2018, 16:21

Selina hat geschrieben:(23 Feb 2018, 15:44)

Was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, ist dieses "Bekenntnis".


Menschen bekennen sich doch immer zu irgendwas. Sei es zur Demokratie, zur Toleranz, zu irgendwas, zu dem du stehst. Wenn du zu nichts stehst, brauchst du auch hier nicht zu diskutieren, denn was willst du denn dann diskutieren ? Da wäre dann einfach nichts, dir wär alles egal.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » Fr 23. Feb 2018, 16:40

Selina hat geschrieben:(23 Feb 2018, 15:44)

Was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, ist dieses "Bekenntnis". Da muss ich schoko recht geben, klingt wirklich nach "seid bereit, immer bereit". Da musste man sich auch dauernd zu irgendwas "bekennen". Gut, dass das vorbei ist.

Sorry, wenn du das Bekenntnis zu den grundlegenden Werten unserer (westlichen) Kultur nicht nachvollziehen kannst, tust du mir schrecklich leid.
Was dann noch übrig bleibt, ist Beliebigkeit.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » Fr 23. Feb 2018, 17:00

Dark Angel hat geschrieben:(23 Feb 2018, 16:40)

Sorry, wenn du das Bekenntnis zu den grundlegenden Werten unserer (westlichen) Kultur nicht nachvollziehen kannst, tust du mir schrecklich leid.
Was dann noch übrig bleibt, ist Beliebigkeit.


Die Werte sind doch ok, der Knackpunkt ist das "Bekenntnis". So etwas wird schnell penetrant und hat was von Uniformiertheit.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon schelm » Fr 23. Feb 2018, 17:07

Selina hat geschrieben:(23 Feb 2018, 17:00)

Die Werte sind doch ok, der Knackpunkt ist das "Bekenntnis". So etwas wird schnell penetrant und hat was von Uniformiertheit.

Der Knackpunkt ist dein Suchen von Haaren in der Suppe, wo keine drin sind. Widerspruch als Selbstzweck.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » Fr 23. Feb 2018, 17:16

Selina hat geschrieben:(23 Feb 2018, 17:00)

Die Werte sind doch ok, der Knackpunkt ist das "Bekenntnis". So etwas wird schnell penetrant und hat was von Uniformiertheit.

Ich bekenne mich zu etwas, war mir wichtig ist, wofür ich auch einstehe und was ich verteidige - und das sind nunmal die grundlegenden Werte unserer (westlichen) Kultur, Werte die ihren Usprung in unserer Kultur haben, die unsere Kultur - und nur unsere - hervor gebracht hat.
Wenn das für dich penetrant und uniform ist - na gut dann ist das so.
Nun - wenn für dich alles beleibig ist, es nichts gibt, was für dich verteidigungswürdig ist, dann unterlass es aber jeden als räächts zu diffamieren, der sich zu diesen grundlegenden Werten bekennt und diese Werte verteidigt.
Vielmehr solltest du mal darüber nachdenken, was du da eigentlich als rääächts diffamierst.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Woppadaq » Fr 23. Feb 2018, 23:00

Selina hat geschrieben:(23 Feb 2018, 17:00)

Die Werte sind doch ok...


Damit hast du dich zu diesen Werten bekannt. Was ist jetzt das Problem?
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Zunder » Sa 24. Feb 2018, 11:23

Selina hat geschrieben:(23 Feb 2018, 11:54)
Die, die ich kenne, tragen das Tuch aus eigenem Antrieb und nicht aus den Gründen "kultureller Identität" mit ihrem "islamischen Kulturkreis".

Eine Muslima, die aus eigenem Antrieb das Kopftuch trägt, identifiziert sich unübersehbar mit der islamischen Kultur. Ihr Verhalten entspricht genau dem, was der Begriff "kulturelle Identität" beschreibt.
Offensichtlich hast du nicht wirklich verstanden, was "deskriptiv" bedeutet.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » Sa 24. Feb 2018, 12:02

Woppadaq hat geschrieben:(23 Feb 2018, 23:00)

Damit hast du dich zu diesen Werten bekannt. Was ist jetzt das Problem?


Die Antwort steckt schon in dem, was ich sagte. Hier nochmal der ganze Wortlaut meines Beitrages: "Die Werte sind doch ok, der Knackpunkt ist das 'Bekenntnis'. So etwas wird schnell penetrant und hat was von Uniformiertheit."

Die Geschichte ist voll von solchen "Bekenntnissen". Wohin sie führten, ist bekannt. Solche "Bekenntnisse" und "Gelöbnisse" braucht kein einziger wirklich liberal denkender Mensch. Man kann Werte durchaus anerkennen, ohne das nun permanent bekennen und zelebrieren zu müssen. Dieses Vorzeigen, Bekennen und Zelebrieren hat nur einen Zweck, nämlich, den vermeintlich "Fremden" oder Andersdenkenden mitzuteilen: Seht her, wir sind groß und bedeutsam, man kommt an uns nicht vorbei, hütet euch davor, uns zu nahe zu kommen. So eine Denkweise zeugt von einem einfach gestrickten Gemüt voller Selbstüberhöhung und von Kleingeist. Alleine der Umstand, länger als ne halbe Minute über irgendwelche Kopfbedeckungen und Verschleierungen zu reden und sich darüber zu echauffieren, ist die pure Kleingeistigkeit, die pure Selbstüberhöhung.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Woppadaq » Sa 24. Feb 2018, 12:35

Selina hat geschrieben:(24 Feb 2018, 12:02)

Die Antwort steckt schon in dem, was ich sagte. Hier nochmal der ganze Wortlaut meines Beitrages: "Die Werte sind doch ok, der Knackpunkt ist das 'Bekenntnis'. So etwas wird schnell penetrant und hat was von Uniformiertheit."

Die Geschichte ist voll von solchen "Bekenntnissen". Wohin sie führten, ist bekannt. Solche "Bekenntnisse" und "Gelöbnisse" braucht kein einziger wirklich liberal denkender Mensch. Man kann Werte durchaus anerkennen, ohne das nun permanent bekennen und zelebrieren zu müssen. Dieses Vorzeigen, Bekennen und Zelebrieren hat nur einen Zweck, nämlich, den vermeintlich "Fremden" oder Andersdenkenden mitzuteilen: Seht her, wir sind groß und bedeutsam, man kommt an uns nicht vorbei, hütet euch davor, uns zu nahe zu kommen. So eine Denkweise zeugt von einem einfach gestrickten Gemüt voller Selbstüberhöhung und von Kleingeist.


Mir sind deine Gedanken zwar nicht völlig fremd, aber ich halte das jetzt auch für übertrieben. Schliesslich verlangt niemand von dir ein Bekenntnis zu was auch immer, es geht eher darum, dass aus einem Bekenntnis zu seiner kulturellen Identität ein Politikum gemacht wird, das keinerlei Bezug zum eigentlichen Sinn dieses Bekenntnisses mehr hat. Oder anders gesagt: darf ich nur noch als Nazi mein Land lieben? Bin ich als bekennender und damit auch irgendwie stolzer Deutscher automatisch ein Rechter? Mir ist relativ egal, ob das jetzt kleingestig oder irgendwie anderweitig unsympathisch ist, es geht darum, ob es unbedingt diesen Automatismus geben muss.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » Sa 24. Feb 2018, 12:58

Selina hat geschrieben:(24 Feb 2018, 12:02)

Die Antwort steckt schon in dem, was ich sagte. Hier nochmal der ganze Wortlaut meines Beitrages: "Die Werte sind doch ok, der Knackpunkt ist das 'Bekenntnis'. So etwas wird schnell penetrant und hat was von Uniformiertheit."

Die Geschichte ist voll von solchen "Bekenntnissen". Wohin sie führten, ist bekannt. Solche "Bekenntnisse" und "Gelöbnisse" braucht kein einziger wirklich liberal denkender Mensch. Man kann Werte durchaus anerkennen, ohne das nun permanent bekennen und zelebrieren zu müssen. Dieses Vorzeigen, Bekennen und Zelebrieren hat nur einen Zweck, nämlich, den vermeintlich "Fremden" oder Andersdenkenden mitzuteilen: Seht her, wir sind groß und bedeutsam, man kommt an uns nicht vorbei, hütet euch davor, uns zu nahe zu kommen. So eine Denkweise zeugt von einem einfach gestrickten Gemüt voller Selbstüberhöhung und von Kleingeist.

Anerkennen von Werten reicht aber nicht, man muss sich auch ZU diesen Werten bekennen und diese Werte verteidigen, ansonsten sind diese Werte sehr schnell Vergangenheit.
Unsere Urgroßmütter, Großmütter und Mütter haben für diese Werte gekämpft, Olympe de Gouges starb dafür auf der Guillotine!
Bei den zu verteidigenden Werten handelt es sich um Gleichberechtigung von Mann und Frau, um Humanismus, Menschenrechte, Demokratie, Freiheit von Kunst und Wissenschaft und Toleranz.
Aber Toleranz Grenzen - keine Toleranz der Intoleranz.
Toleranz endet dort, wo diese Werte nicht nur nicht anerkannt, sondern als Schwäche ausgelegt werden, Toleranz endet dort wo archaische Welt- und Menschenbilder, wo mittelalterliche Werte installiert werden sollen.
Die "schlichten Gemüter" sind nicht auf Seiten derjenigen, die sich zu diesen Werten bekennen und diese Werte verteidigen, sondern auf der Seite derjenigen, die der Beliebigkeit das Wort reden - wobei "schlichtes Gemüt" trifft es nicht ganz, hier trifft eher der Ausspruch von der Unendlichkeit menschlicher Dummheit zu.

Selina hat geschrieben:(24 Feb 2018, 12:02)]Alleine der Umstand, länger als ne halbe Minute über irgendwelche Kopfbedeckungen und Verschleierungen zu reden und sich darüber zu echauffieren, ist die pure Kleingeistigkeit, die pure Selbstüberhöhung.

Es handelt sich aber nicht um irgendwelche Kopfbedeckungen und Verschleierungen, sondern um das Zeichen der Unterwerfung/Unterordnung der Frau! Es handelt sich auch nicht um Selbsterhöhung, sondern um genau die Verteidigung DER Werte, für die unsere Urgroßmütter, Großmütter und Mütter gekämpft haben.
Man sollte halt nicht naiv und toleranzbesoffen alles nachplappern, was einem erzählt wird, sondern sich eingehend mit der Ideologie beschäftigen, der dieses Zeichen der Unterwerfung entstammt und welche Ziele diese Ideologie verfolgt.
Die kopftuchtragende/sich verschleiernde Muslima grenzt sich ganz bewusst gegen die "Ungläubigen" ab, SIE ist es, die sich als "Rechtgläubige" gegen die "Ungläubigen" abgrenzt, die die "Ungläubigen" belügt, wenn das ihrer Ideologie zum Vorteil gereicht.

"In einem bestimmten Moment habe ich schließlich bemerkt, dass diese Leute mit mir ein falsches Spiel, also Taqiyya spielten." [...]
Das Wort Taqiyya ist den meisten Europäern nicht bekannt. Menschen, die versuchen, vor dieser Form des religiös gerechtfertigten Lügenverhaltens zu warnen, selbst, wenn sie aus dem gleichen Kulturkreis kommen wie die Immigranten, die wir Flüchtlinge nennen, werden sofort als Rassisten gebrandmarkt. Taqiyya bedeutet „Täuschung“. Sie gibt die Erlaubnis dafür, dass Muslime äußerst betrügerisch zu uns Nicht-Muslimen sein dürfen, wenn dies dem Schutz des Islams und der Muslime dient. Es gibt verschiedene Formen des Lügens, die im Umgang mit Nicht-Muslimen unter bestimmten Umständen erlaubt sind, wobei das bekannteste die Taqiyya ist."
Quelle

Die Vita der Frau, mit der das Interview geführt wurde, dürfte über eine Diffamierung als rääächts erhaben sein.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » Sa 24. Feb 2018, 14:09

Woppadaq hat geschrieben:(24 Feb 2018, 12:35)

Mir sind deine Gedanken zwar nicht völlig fremd, aber ich halte das jetzt auch für übertrieben. Schliesslich verlangt niemand von dir ein Bekenntnis zu was auch immer, es geht eher darum, dass aus einem Bekenntnis zu seiner kulturellen Identität ein Politikum gemacht wird, das keinerlei Bezug zum eigentlichen Sinn dieses Bekenntnisses mehr hat. Oder anders gesagt: darf ich nur noch als Nazi mein Land lieben? Bin ich als bekennender und damit auch irgendwie stolzer Deutscher automatisch ein Rechter? Mir ist relativ egal, ob das jetzt kleingestig oder irgendwie anderweitig unsympathisch ist, es geht darum, ob es unbedingt diesen Automatismus geben muss.


Du darfst selbstverständlich "dein Land lieben", egal, welcher politischen Richtung du anhängst. Obwohl ich nicht genau weiß, wie das praktisch aussehen soll, ein ganzes Land zu lieben. Ich kenne den Begriff "lieben" vorwiegend im Zusammenhang mit dem Partner, der Familie, den Freunden. Und natürlich ist man damit nicht "automatisch ein Rechter". Es fällt nur auf, dass die Neue Rechte (AfD, Identitäre, Burschenschaften, Denkfabrik etcpp) eben besonders häufig den Begriff der "kulturellen Identität" bemüht. In den liberalen Kreisen, in denen ich mich bewege, ist das kein Thema.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 24. Feb 2018, 14:19

Selina hat geschrieben:(24 Feb 2018, 14:09)

Du darfst selbstverständlich "dein Land lieben", egal, welcher politischen Richtung du anhängst. Obwohl ich nicht genau weiß, wie das praktisch aussehen soll, ein ganzes Land zu lieben. Ich kenne den Begriff "lieben" vorwiegend im Zusammenhang mit dem Partner, der Familie, den Freunden. Und natürlich ist man damit nicht "automatisch ein Rechter". Es fällt nur auf, dass die Neue Rechte (AfD, Identitäre, Burschenschaften, Denkfabrik etcpp) eben besonders häufig den Begriff der "kulturellen Identität" bemüht. In den liberalen Kreisen, in denen ich mich bewege, ist das kein Thema.



Vaterlandsliebelei, ich liebe mich selbst damit bin ich schon beschäftigt genug, Flaggen Fetisch und Heimat Schwärmerei haben da kein Platz, Patrioten und Nationalisten gehören auf die Psycho Couch und nicht un sie Politik
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » So 25. Feb 2018, 18:46

Selina hat geschrieben:(24 Feb 2018, 14:09)
Obwohl ich nicht genau weiß, wie das praktisch aussehen soll, ein ganzes Land zu lieben.

Wenn du nicht weißt bzw dir nicht vorstellen kannst, wie man ein ganzes Land lieben kann, dann fällt dir wahrscheinlich auch kein Grund ein, warum man ein Land z.B. gegen Aggressoren verteidigen soll(te), warum man sein Leben für dieses Land einsetzen soll(te).
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » So 25. Feb 2018, 20:05

Dark Angel hat geschrieben:(25 Feb 2018, 18:46)

Wenn du nicht weißt bzw dir nicht vorstellen kannst, wie man ein ganzes Land lieben kann, dann fällt dir wahrscheinlich auch kein Grund ein, warum man ein Land z.B. gegen Aggressoren verteidigen soll(te), warum man sein Leben für dieses Land einsetzen soll(te).


Ja, Deutschland ist ja umzingelt von Aggressoren :D Wie ich schon sagte: Man kann einzelne Menschen lieben, auch mal einen bestimmten Landstrich oder eine bestimmte Speise, ein bestimmtes Buch oder dergleichen mehr, aber ein ganzes Land in seiner gesamten Vielfalt, das schafft ein Einzelner einfach nicht. So eine umfassende Liebe ist dann eher was Eingebildetes in all seiner Abstraktheit. Aber mach nur...
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Woppadaq » So 25. Feb 2018, 20:22

Selina hat geschrieben:(25 Feb 2018, 20:05)
Wie ich schon sagte: Man kann einzelne Menschen lieben, auch mal einen bestimmten Landstrich oder eine bestimmte Speise, ein bestimmtes Buch oder dergleichen mehr, aber ein ganzes Land in seiner gesamten Vielfalt, das schafft ein Einzelner einfach nicht.


Was gibts denn da zu schaffen? Reicht es nicht einfach, dass man sich da wohl fühlt, wo man ist, dass man sich ein bisschen mit der Geschichte beschäftigt, wo man lebt, dass man die Leute, mit denen man in unmittelbarer Nachbarschaft lebt, als Menschen und nicht als Bekloppte sieht, die man nie verstehen wird, dass man gemneinsame Werte teilt, man sich auf gewisse Selbstverständlichkeiten verlassen kann und das auch mal geniesst ?

Ich werd diese ständige Weigerung, mal über seinen eigenen Tellerrand zu gucken, nie verstehen.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Polibu » So 25. Feb 2018, 20:29

Selina hat geschrieben:(25 Feb 2018, 20:05)

Ja, Deutschland ist ja umzingelt von Aggressoren :D Wie ich schon sagte: Man kann einzelne Menschen lieben, auch mal einen bestimmten Landstrich oder eine bestimmte Speise, ein bestimmtes Buch oder dergleichen mehr, aber ein ganzes Land in seiner gesamten Vielfalt, das schafft ein Einzelner einfach nicht. So eine umfassende Liebe ist dann eher was Eingebildetes in all seiner Abstraktheit. Aber mach nur...


Du solltest nicht von dir auf andere schliessen.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » So 25. Feb 2018, 21:56

Selina hat geschrieben:(25 Feb 2018, 20:05)

Ja, Deutschland ist ja umzingelt von Aggressoren :D Wie ich schon sagte: Man kann einzelne Menschen lieben, auch mal einen bestimmten Landstrich oder eine bestimmte Speise, ein bestimmtes Buch oder dergleichen mehr, aber ein ganzes Land in seiner gesamten Vielfalt, das schafft ein Einzelner einfach nicht. So eine umfassende Liebe ist dann eher was Eingebildetes in all seiner Abstraktheit. Aber mach nur...

Ich spreche nicht von Deutschland im besonderen, sondern ganz allgemein davon "sein" Land, seine Heimat zu lieben.
Das ist nämlich kein Alleinstellungsmerkmal für Deutsche.
Deshalb meine ganz allgemeine Aussage:

Wenn du nicht weißt bzw dir nicht vorstellen kannst, wie man ein ganzes Land lieben kann, dann fällt dir wahrscheinlich auch kein Grund ein, warum man ein Land z.B. gegen Aggressoren verteidigen soll(te), warum man sein Leben für dieses Land einsetzen soll(te).

Du kannst dir also nicht vorstellen, dass jemand ein ganzes Land - "sein" Land/seine Heimat lieben kann.
Nun - dann werde ich eben konkreter:
Aus welchem Grund haben wohl die Menschen in der SU gegen die Nazis gekämpft, aus welchem Grund hat sich in Frankreich eine Resistance gebildet, aus welchem Grund haben Polen sogar in zwei Armeen gegen die Nazis gekämpft?
Warum haben sie ihr Leben auf's Spiel gesetzt? Nur so aus Dumdideldei, weil sie grade nix besseres zu tun hatten oder aus Heimat-/Vaterlandsliebe?
ist das wirklich so unvorstellbar, so weit hergeholt?

Nur weil DU unfähig bist, dich deiner Heimat, "deinem" Land auch emotional verbunden zu fühlen, müssen nicht alle anderen auch diese emotionalen Defizite aufweisen.
Und vor allem sind die, die sich ihrer Heimat emotional verbunden fühlen und diese im Not- oder Krisenfall auch zu verteidigen bereit sind, nicht rääächts!

Und hier noch was zum Nachdenken über die Liebe zur Heimat, zu "seinem" Land - ein Auszug aus einem Lied:
"...
Die schwarzen Flügel sollen es nicht wagen,
über unserem Mutterland zu fliegen,
Auf unsere weite Feldern
Soll der Feind keinen Schritt wagen!

Lasst die Rache
Wie eine Welle überkochen!
Das ist der Krieg unseres Volkes!
Der heilige Krieg!!"
...


Um welches Lied es sich handelt, wer es geschrieben hat, DAS herauszufinden überlasse ich dir!
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Ein Terraner » So 25. Feb 2018, 22:33

Dark Angel hat geschrieben:(25 Feb 2018, 18:46)

Wenn du nicht weißt bzw dir nicht vorstellen kannst, wie man ein ganzes Land lieben kann, dann fällt dir wahrscheinlich auch kein Grund ein, warum man ein Land z.B. gegen Aggressoren verteidigen soll(te), warum man sein Leben für dieses Land einsetzen soll(te).

"Geh dich für dein Land opfern!" Klasse Spruch für ein T-Shirt. :thumbup:
Licht und Dunkel

Artikel 13, Save the Internet Petition: https://www.change.org/p/stoppt-die-zen ... loadfilter
Was ist Artikel 13? https://www.youtube.com/watch?v=1DKk69J5pb4
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Tom Bombadil » So 25. Feb 2018, 23:10

Dark Angel hat geschrieben:(24 Feb 2018, 12:58)

Quelle[/i]
Die Vita der Frau, mit der das Interview geführt wurde, dürfte über eine Diffamierung als rääächts erhaben sein.

Ist dieses Interview echt? Falls ja, ist das ganz schön harter Tobak. Ich kann aber kaum glaube, dass Fr. Sommer so etwas sagt.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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