Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

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Dark Angel
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » So 11. Mär 2018, 13:21

Tomaner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 11:42)

interessen der Mehrheit sollen immer über die der Minderheit gehen? Sicher haben Autofahrer bestimmte und nachvollziebare Interessen, aber Bürger die in der Stadt leben auch, wie beispielweise saubere Luft. Und wenn Institute ausrechnen, es würden an Feinstaub pro Jahr 8000 Leute sterben, dann muß man handeln, wenn dies wahr ist. Ich will es mal übertreiben was ich meine, wenn 90 Prozent Autofahrer meinen, sie können 10 Prozent Fußgänger straffrei umfahren, dann endet hier eine Demokratie und der Schutz von Minderheiten ist höher zu bewerten.

Es gibt aber keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die auf Feinstaub als Todesursache schließen lassen.
Es gibt allerdings wissenschaftliche Untersuchungen, dass sich der Schadstoffgehalt der Luft seit 1990 um mehr als 40% reduziert hat - und zwar ganz ohne den Aktionismus um die die Dieselfahrverbote. Ebenso ist nachgewiesen, dass der Aufstellungsort der Sensoren maßgeblich für die gemessenen Werte sind und die Konzentation schon wenige Meter von den Messtationen drastisch abnimmt.
Hinzu kommt dass Höchstwerte ganz willkürlich festgelegt werden. Dies wird bei den festgelegten Grenzwerten für Stickoxide besonders deutlich - während für die Außenluft (Aufenthalt im Freien) 40 µg/m³ als Grenzwert festgelegt ist, gelten für Arbeitsplatz und Wohnung(!) Grenzwerte von 950 µg/m³, zu Reizungen der Atmemwege kommt es allerdings erst oberhalb 2000 µg/m3
Feinstaub hat viele Ursachen, wobei der Autoverkehr im Vergleich zu Heizungsanlagen - insbesondere Kamin- und Pellettheizungen - nur einen geringen "Beitrag" leistet.
Ganz abgesehen davon, dass Dieselfahrverbote nur PKW betreffen würden und einer Enteignung gleichkommen, damit grundgesetzwidrig sind.

Tomaner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 11:42)"Undemokratisch ist, wenn eine Minderheit ihre Ziele gegen die Interessen der Mehrheit durchsetzen will." halte ich für totalen Quatsch!

Ist es aber nicht. In einer Demokratie gilt das Mehrheitsprinzip! Mehrheitsprinzip bedeutet NICHT, dass Minderheiten diskriminiert werden.

Tomaner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 11:42) Demnach, nennen wir rollstuhlfahrer eine Minderheit.

Rollstuhlfahrer SIND eine Minderheit!

Tomaner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 11:42)]Wenn die sich also gegenüber einer Mehrheit, für barieredreie Zugänge einsetzen, wären die für dich alle Undemokraten?

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!
1. hat sich bezüglich Barrierefreiheit KEINE Minderheit durchgesetzt

2. ist es gesellschaftlicher Konsens, dass Minderheiten nicht diskriminiert werden dürfen ==> wieder Mehrheitsprinzip

3. auch wenn's nicht gefällt, aber in einer Demokratie gilt a) Meinungsfreiheit und b) zählt die Willensbekundung der Mehrheit

4.wird das demokratische Mehrheitsprinzip a) bei jeder Wahl durchgesetzt und b) bei jeder Abstimmung im Bundestag ==> die Minderheit (Gegenstimmen) hat sich der Mehrheit unterzuordnen.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Chajm
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Chajm » Mo 9. Apr 2018, 15:56

think twice hat geschrieben:(27 Feb 2018, 21:23)

Weisst du, was ich morgen machen werde?
Ich werde das Interview mit Rebecca Sommer morgen dem Fluechtlingsrat Berlin übermitteln, mit der Bitte um Pruefung, ob sie eine "Hilfsorganisation", auf deren Homepage solcher rechter Scheissdreck zu lesen ist, wirklich weiterhin als Anlauf-Adresse fuer Fluechtlinge listen wollen. Dieses Interview lässt nun wirklich keine Pauschalisierung, keine Diffamierung, kein Vorurteil, keine Hetze gegen Muslime aus. Dazu kommen noch ihre Kontakte zur AfD, zu Tichy, Abdel-Samad und Vera Lengsfeld.
Vielleicht mache ich auch noch mehr, denn ich fühle mich persönlich von Frau Sommer angegriffen. Sie stellt Fluechtlingshelfer als naive Trottel dar, die sich von muslimischen Fluechtlingen betrügen, verarschen und beleidigen lassen. Spinnt die Alte? Ich bin seit 2Jahren in der Flüchtlingsunterbringung tätig, habe ein halbes Jahr mit ihnen in einer Sporthalle ohne jegliche Privatsphäre gelebt und niemals ist mir jemand so unverschämt gekommen oder hat sich so undankbar gezeigt, wie die frustrierte Kraehe es behauptet. Im Gegenteil: Die 180 Fluechtlinge, meine Kollegen und ich haben gezeigt, dass es geht. Dass Menschen aus 18 Nationen, jeden Alters und auf engstem Raum zu einer Familie zusammenwachsen koennen, wenn sie sich mit Respekt begegnen. Auf diese Gemeinschaftsleistung bin ich stolz. Und ich bin tierisch sauer, wenn ich dann so einen Scheiss lese. Es ist offensichtlich, dass die Frau ihre eigene Enttäuschung mit ein paar Fluechtlingen auf fast alle uebertraegt (ein paar Ausnahmen kennt sie ja immerhin) und ich denke, ich nehme das nicht so hin.

In diesem Sinne: Dank an Dark Angel, dass sie mich auf Rebecca Sommer und ihre dubiose Organisation aufmerksam gemacht hat.


Nach dieser doch recht vollmundigen Ankuendigung vermisse ich bislang aber noch die Nachricht, ob seitens des Fluechtlingsrates Berlin schon eine Anwort auf Ihre diesbezuegliche Anfrage vorliegt.
Weiterhin waere natuerlich auch interessant zu wissen, ob Sie das "vielleicht noch mehr machen" ob Ihres Gefuehls des persoenlichen Angriffes bereits realisiert haben und ob dazu auch schon Ergebnisse vorliegen.

Vielen Dank!
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Tomaner » Mo 16. Apr 2018, 10:29

Dark Angel hat geschrieben:(11 Mar 2018, 13:21)

Es gibt aber keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die auf Feinstaub als Todesursache schließen lassen.
Es gibt allerdings wissenschaftliche Untersuchungen, dass sich der Schadstoffgehalt der Luft seit 1990 um mehr als 40% reduziert hat - und zwar ganz ohne den Aktionismus um die die Dieselfahrverbote. Ebenso ist nachgewiesen, dass der Aufstellungsort der Sensoren maßgeblich für die gemessenen Werte sind und die Konzentation schon wenige Meter von den Messtationen drastisch abnimmt.
Hinzu kommt dass Höchstwerte ganz willkürlich festgelegt werden. Dies wird bei den festgelegten Grenzwerten für Stickoxide besonders deutlich - während für die Außenluft (Aufenthalt im Freien) 40 µg/m³ als Grenzwert festgelegt ist, gelten für Arbeitsplatz und Wohnung(!) Grenzwerte von 950 µg/m³, zu Reizungen der Atmemwege kommt es allerdings erst oberhalb 2000 µg/m3
Feinstaub hat viele Ursachen, wobei der Autoverkehr im Vergleich zu Heizungsanlagen - insbesondere Kamin- und Pellettheizungen - nur einen geringen "Beitrag" leistet.
Ganz abgesehen davon, dass Dieselfahrverbote nur PKW betreffen würden und einer Enteignung gleichkommen, damit grundgesetzwidrig sind.


Ist es aber nicht. In einer Demokratie gilt das Mehrheitsprinzip! Mehrheitsprinzip bedeutet NICHT, dass Minderheiten diskriminiert werden.


Rollstuhlfahrer SIND eine Minderheit!


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1. hat sich bezüglich Barrierefreiheit KEINE Minderheit durchgesetzt

2. ist es gesellschaftlicher Konsens, dass Minderheiten nicht diskriminiert werden dürfen ==> wieder Mehrheitsprinzip

3. auch wenn's nicht gefällt, aber in einer Demokratie gilt a) Meinungsfreiheit und b) zählt die Willensbekundung der Mehrheit

4.wird das demokratische Mehrheitsprinzip a) bei jeder Wahl durchgesetzt und b) bei jeder Abstimmung im Bundestag ==> die Minderheit (Gegenstimmen) hat sich der Mehrheit unterzuordnen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 72454.html
Demnach sterben in Deutschland 66 000 durch Feinstaub!
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 16. Apr 2018, 11:08

Chajm hat geschrieben:(09 Apr 2018, 16:56)

Nach dieser doch recht vollmundigen Ankuendigung vermisse ich bislang aber noch die Nachricht, ob seitens des Fluechtlingsrates Berlin schon eine Anwort auf Ihre diesbezuegliche Anfrage vorliegt.
Weiterhin waere natuerlich auch interessant zu wissen, ob Sie das "vielleicht noch mehr machen" ob Ihres Gefuehls des persoenlichen Angriffes bereits realisiert haben und ob dazu auch schon Ergebnisse vorliegen.

Vielen Dank!

Eine weitere Woche ist vergangen. Gibt es noch keine Antwort seitens des Fluechtlingsrates Berlin?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon CaptainJack » Mo 16. Apr 2018, 11:49

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Apr 2018, 12:08)

Eine weitere Woche ist vergangen. Gibt es noch keine Antwort seitens des Fluechtlingsrates Berlin?

Weiß der überhaupt etwas davon?
Grundsätzlich, ich finde es eine Anmaßung, etwas zu bezweifeln, nur weil es anderenorts "mal gutgegangen ist". Diese Frau ist Menschenrechtlerin, Humanistin und Flüchtlingshelferin. Warum sollte sie lügen? Jeder kann sich ja selbst ein Bild machen
https://diekolumnisten.de/2018/03/02/in ... ca-sommer/
Und plötzlich ist es raus gekommen, dass diese Leute, für die ich alle Probleme gelöst hatte, die mit mir gegessen, gelacht und getanzt haben, die weder beteten noch in die Moscheen gingen, Ramadan nicht einhielten und über fundamental religiöse Muslime lachten, mich hinter meinem Rücken und in meinem Garten sitzend, eine „deutsche dumme Nutte“ nannten. Das hat mir nicht nur sehr wehgetan, weil ich gerade ihnen, denen ich Retterin, Freundin, Schwester und Mutter war, wirklich vertraute, sondern es hat mir einen weiteren Anstoß zur Besinnung gegeben. Denn sie waren ein gelebtes Beispiel und Hoffnung für eine gelingende Integration und auch auf Freundschaft zwischen westlich orientierten und arabisch-muslimischen Menschen. Ich habe ihnen nichts als geholfen, sie geschützt und gestützt und echte Freundschaft geschenkt. Sie mit offenen Armen in Deutschland willkommen geheißen – und als Dank wurde ich von ihnen in Worten, Gedanken und Taten beschmutzt.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » Mo 16. Apr 2018, 13:38

Tomaner hat geschrieben:(16 Apr 2018, 11:29)

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 72454.html
Demnach sterben in Deutschland 66 000 durch Feinstaub!

Ich sprach von wissenschaftlichen Untersuchungen und nicht von irgendwelchen haltlosen Behauptungen die von irgendwelchen Agenturen verbreitet werden.
Die EUA ist kein Institut, das wissenschaftlich arbeitet und/oder sich wissenschaftlicher Methodik bedient.
Es gibt keine - nicht eine einzige - wissenschaftliche Untersuchung, die eindeutig belegt, dass die behaupteten "vorzeitigen Todesfälle" ursächlich auf Feinstaub und/oder Stickoxide zurück zuführen sind.
Die Annahme (Vermutung), dass Feinstaub/Stickoxide zu Atemwegserkrankungen und Herzkreislauferkrankungen führt/führen kann, ist kein Beweis, dafür dass Feinstaub/Stickoxide auch tatsächlich die Ursache für die individuelle Erkrankung ist.
Die Behauptung, dass Feinstaub/Stickoxide zur Verkürzung der Lebenszeit um 10 Monate führt, ist kein Beweis dafür, dass Feinstaub/Stickoxide auch tatsächliche Todesursache sind.

Die in den veröffentlichten Studien aufgestellten Behauptungen über die "vorzeitigen Todesfälle" entbehren jedes wissenschaftlichen Beleges dafür, dass Feinstaub/Stickoxide auch die Ursache darstellen.
Und nochwas - wie wollen die "Macher der Studie" überhaupt belegen, dass es sich um "vorzeitige Todesfälle" handelt.

Es bleibt dabei: Für die aufgestellten Behauptungen gibt es keinerlei wissenschaftliche Grundlage!

Und nochwas: Im Vergleich zur Industrie, Luft und Seefahrt hat der Straßenverkehr den geringsten Beitrag zur Feinstaub- und Stickoxidbelastung beigetragen, sogar noch weniger als die so genannten "Ökoheizungen" (Holzpellets).

Und last but not least - Feinstaub und Stickoxide kümmern sich einen Feuchten um Staatsgrenzen, die werden durch Luftströmungen rund um den Globus transportiert und zwar mehrfach. Aus genau diesem Grund gelangt auch Sand aus der Sahara bis in unsere Breiten.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Tomaner » Do 19. Apr 2018, 11:32

Dark Angel hat geschrieben:(09 Mar 2018, 17:12)

Umweltpolitk wissenschaftlich gestützt? Welche denn?



Undemokratisch ist, wenn eine Minderheit ihre Ziele gegen die Interessen der Mehrheit durchsetzen will.
Die Grünen sind eine Minderheitenpartei, sie vertreten nicht die Ziele der Mehrheit



Mit der Ausssetzung von Schengen wird keine Reisefreiheit eingeschränkt! Niemand wird trotz Grenzkontrollen daran gehindert, andere Länder zu bereisen. Reisefreiheit war schon vor Schengen garantiert!
Das als Eingriff in die Reisefreiheit des Bürgers zu darzustellen, ist Humbug!
Und auch der freie Handel ist nicht betroffen. Einführung von Grenzkontrollen ist nicht gleichbedeutend mit Handelsbeschränkungen und/oder der Einführung von Zöllen.
Und noch weniger wäre es für Europa problematisch.
Für Europa ist ganz was anderes problematisch!


Also mal schön langsam, mit Mehrheit und Minderheiten. Es ist schon mal alles andere als undemokratisch, auch Interessen von Minderheiten durchzusetzen. Soll es für dich wirklich undemokratisch sein, wenn beispielsweise Radfahrer Radfahrwege fordern, weil es mehr Autofahrer gibt? Oder wenn Behinderte teuere barierefreie Zugänge wollen, gegen eine nichtbehinderte Mehrheit?
Hast du Nachholbedarfe in Demokratie? In einer Demokratie ist es eine Macht auf Zeit! Mehrheiten gestern und heute, können morgen Minderheiten sein. Deshalb sollten Mehrheiten auch Rücksicht auf Minderheiten nehmen. Nur in Dikturen hat man dies nicht nötig, weil man sich alleine als etwas Höheres betrachtet und eben daher keine Rücksicht auf Interessen von Minderheiten nehmen muß oder will!

Dann fragt man sich, um auf Grüne zurück zu kommen, was soll Bevormundung sein in Bezug auf Mehrheiten? Nimmt man beispielsweise die Fischerei, würde eine Mehrheit in Deutschland nichts gegen Überfischen haben, ist es in weltweiten Interesse? Ist es richtig, wenn hochmoderne Fischerboote, für ein Apfel und ein Ei, vor afrikanischen Küsten, diese leer machen?

Zurück zu Deutschland, meinst du das Recht auf ein Schnitzel für 39 Cent die 100 Gramm? Ist es wirklich eine Bevormundung, auf eine Bestimmte Menge Billigfleisch zu verzichten, um eine besser Qualität herstellen zu können, einschließlich Haltung der Tiere? Schmeckt das 39 Centfleisch wirklich noch, wenn man exakt weiß, wie es produziert wird? So ganz nebenbei. Lege mal ein gutes Stück Steak zusammen mit einem Billigstück in Pfanne oder auf Grill, was dann nachdem es fertig ist, übrig bleibt.

Und noch mal ein anderer Aspekt zu Mehrheiten! Was ist eine Mehrheitsmeinung, gegenüber die Verantwortung von zukünftigen Generationen? Ist es wirklich richtig, wenn heute eine Mehrheit die Meere leer fischen will, landwirtschaftliche Nutzflächen verseuchen, Öl und Gas verprassen, auf Kosten zukünftiger Enkelskinder? Soll es für dich wirklich undemokratisch sein, sich für zukünftige Generationen einzusetzen, für die es im Moment möglicherweise noch keine Mehrheit gibt? Die Geschichtsbücher und deren Neubewertung schreiben nämlich die! Vor ein paar hundert Jahren fand vielleicht eine Mehrheit die Hexenverbrennungen für richtig, wäre es damals also für "undemokratisch" gewesen, sich dagegen zu stellen?
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Tomaner » Do 19. Apr 2018, 11:46

Dark Angel hat geschrieben:(16 Apr 2018, 14:38)

Ich sprach von wissenschaftlichen Untersuchungen und nicht von irgendwelchen haltlosen Behauptungen die von irgendwelchen Agenturen verbreitet werden.
Die EUA ist kein Institut, das wissenschaftlich arbeitet und/oder sich wissenschaftlicher Methodik bedient.
Es gibt keine - nicht eine einzige - wissenschaftliche Untersuchung, die eindeutig belegt, dass die behaupteten "vorzeitigen Todesfälle" ursächlich auf Feinstaub und/oder Stickoxide zurück zuführen sind.
Die Annahme (Vermutung), dass Feinstaub/Stickoxide zu Atemwegserkrankungen und Herzkreislauferkrankungen führt/führen kann, ist kein Beweis, dafür dass Feinstaub/Stickoxide auch tatsächlich die Ursache für die individuelle Erkrankung ist.
Die Behauptung, dass Feinstaub/Stickoxide zur Verkürzung der Lebenszeit um 10 Monate führt, ist kein Beweis dafür, dass Feinstaub/Stickoxide auch tatsächliche Todesursache sind.

Die in den veröffentlichten Studien aufgestellten Behauptungen über die "vorzeitigen Todesfälle" entbehren jedes wissenschaftlichen Beleges dafür, dass Feinstaub/Stickoxide auch die Ursache darstellen.
Und nochwas - wie wollen die "Macher der Studie" überhaupt belegen, dass es sich um "vorzeitige Todesfälle" handelt.

Es bleibt dabei: Für die aufgestellten Behauptungen gibt es keinerlei wissenschaftliche Grundlage!

Und nochwas: Im Vergleich zur Industrie, Luft und Seefahrt hat der Straßenverkehr den geringsten Beitrag zur Feinstaub- und Stickoxidbelastung beigetragen, sogar noch weniger als die so genannten "Ökoheizungen" (Holzpellets).

Und last but not least - Feinstaub und Stickoxide kümmern sich einen Feuchten um Staatsgrenzen, die werden durch Luftströmungen rund um den Globus transportiert und zwar mehrfach. Aus genau diesem Grund gelangt auch Sand aus der Sahara bis in unsere Breiten.

http://www.stmuv.bayern.de/themen/luftr ... /index.htm
https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/ar ... _index.htm

Langzeiteffekte

Epidemiologische Studien zu Langzeiteffekten von partikelförmiger Luftbelastung haben gesundheitliche Auswirkungen in Bezug auf die Morbidität, gemessen z. B. als Änderung der Lungenfunktion, das Auftreten infektiöser Atemwegserkrankungen (Bronchitis) oder atopischer Erkrankungen, und auf die Mortalität (Gesamtsterblichkeit, kardiopulmonare Mortalität, Lungenkrebs) nachgewiesen.

Bezogen auf einen Anstieg der PM10-Belastung um 10 µg/m³ wurde ein um rund 30 % höheres Risiko für Bronchitis bei Kindern und ein um 10 % höheres Sterblichkeitsrisiko bei Erwachsenen geschätzt. Bei einer gegenüber der Hintergrundbelastung um 10 µg/m³ erhöhten Exposition gegenüber PM2.5 ist pro Jahr in einer Population mit 200.000 Kindern mit zusätzlichen 3.350 Kindern mit Bronchitisymptomen zu rechnen sowie bei zusätzlichen 4.000 Kindern mit einer verschlechterten Lungenfunktion. Ausgewählte Studien, die wesentlich für die gesundheitliche Bewertung sind, wurden vertiefend zusammengefasst:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/ar ... tudien.pdf

Deine Aussage es gäbe keinerlei wissenschaftlichen Grundlagen sind schlicht falsch. Das vorhandene Grenzwerte ausgewürfelt sind um das Volk zu ärgern und vor allem AfD, ist an den Haaren herbei gezogen. Umgekehrt habt ihr eine Studie in Auftrag gegeben, die aussagen soll, es bestehe keinerlei Gefahr für Gesundheit und leben?
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Dark Angel » Fr 20. Apr 2018, 10:17

Tomaner hat geschrieben:(19 Apr 2018, 12:46)
Deine Aussage es gäbe keinerlei wissenschaftlichen Grundlagen sind schlicht falsch. Das vorhandene Grenzwerte ausgewürfelt sind um das Volk zu ärgern und vor allem AfD, ist an den Haaren herbei gezogen. Umgekehrt habt ihr eine Studie in Auftrag gegeben, die aussagen soll, es bestehe keinerlei Gefahr für Gesundheit und leben?

Nein, die Aussage ist NICHT falsch!
Es besteht ein Unterschied zwischen einem Risikofaktor, der die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Krankheit auszulösen/an einer bestimmten Krankheit tatsächlich zu erkranken, erhöht und der tatsächlichen Todesursache.
In Epidemiologische Studien können lediglich Risikofaktoren und deren Auswirkungen auf die Gesamtpopulation nachgewiesen werden, aber niemals auf die tatsächliche Todesursache des jeweiligen Individuums geschlossen werden.
Niemand bestreitet, dass Luftschadstoffe - egal welcher Art - gesundheitliche Risikofaktoren darstellen.
Entscheident ist allerdings ab welcher Konzentration, welches Risiko besteht, tatsächlich zu erkranken.
Und genau darum geht es. Für die festgesetzen Grenzwerte gibt es keinerlei wissenschaftliche Grundlagen.
Epidemiologische Studien stellen in diesem Zusammenhang keine wissenschaftliche Grundlage dar.
Wissenschaftliche Grundlage wäre der Nachweis eines kausalen Zusammenhangs von Schadstoffkonzentration und Erkrankung bzw Todesursache. Genau das kann eine Epidemiologische Studie nicht leisten.

"Da aber im Regelfall davon auszugehen ist, dass eine Erkrankung multikausalen Ursprungs ist, sind bei der Untersuchung der interessierenden Ursache-Wirkungs-Beziehung weitere Faktoren zu berücksichtigen. Wird also z.B. nach den Ursachen des Auftretens des Lungenkarzinoms gefragt und hierbei etwa die Luftverunreinigung als eine mögliche Erkrankungsursache diskutiert, so ist immer auch zu fragen, ob weitere Risikofaktoren existieren, ob diese konkurrierend sind oder ob und in welcher Form auch Synergismen für die Entstehung dieses Krankheitsbildes verantwortlich gemacht werden können.
Daher reicht es im Regelfall nicht aus, Gruppen von Individuen durch einfache Vergleiche gegenüberzustellen und entsprechende epidemiologische Kennzahlen zu berechnen. "
Quelle


Genau dieser multikausale Ursprung einer Erkrankung wird bei der gesamten Grenzwertdiskussion ausgeblendet und auf eine monokausale Ursache - nämlich Freinstaub/Stickoxide aus Dieselmotoren - reduziert und das IST unwissenschaftlich!

"Das grundlegende Problem der analytischen Epidemiologie ist nun, dass die "Versuchseinheiten" den "Behandlungen" nicht zufällig zugeteilt werden können, denn die epidemiologische Untersuchungsmethodik ist in der Regel die Beobachtung und nicht das Experiment. Daher ist die durch eine Randomisierung erreichbare direkte Vergleichbarkeit in der Epidemiologie nicht gegeben.
So gibt es in dem Beispiel zur Frage des durch Radon induzierten Lungenkrebses keine Möglichkeit, eine bestimmte Radonexposition einer Personengruppe zuzuordnen, denn dies würde bedeuten, Personen wissentlich dieser schädlichen Exposition auszusetzen."
Quelle


Womit wir wieder bei der Eingangsaussage wären - nämlich es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung, dass die Krankheits- und Todesfälle in monokausalem Zusammenhang mit Feinstaub/Stickoxiden stehen.
Den Epidemiologischen Studien wird ein Nachweis unterstellt, den Epidemiologische Studien gar nicht liefern und auch nicht liefern können.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon MRP » So 22. Apr 2018, 04:52

Das strikte globale Denken würde ich beschränken auf Informationsaustausch und Reisen.
Klar sollte man auf sein Heimatland stolz sein dürfen, stolz sein können, sich gleichzeitig als Weltbuerger zu empfinden, neutralisiert den uebertriebenen Nationalstolz.

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