Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

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CaptainJack

Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon CaptainJack » So 11. Feb 2018, 23:11

Selina hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:03)

Ja, aber hier wird Links-sein (also ohne Extremismus) gleichgesetzt mit Rechtsextremismus. Mir ging es aber gerade um die Leute, die sich links nennen und keine Extremisten sind. So jemand wie ich zum Beispiel: Linksorientiert, aber niemals extremistisch.
Hört, hört! Leider bezeichnen User wie du und deinesgleichen, Leute ohne Extremismus, also Leute, die sich konservativ/rechts nennen, wahllos und sofort als rechtsextrem, braun, Nazis usw.. ... und damit schließt sich der Kreis!
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Bielefeld09 » So 11. Feb 2018, 23:12

Rote_Galaxie hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:05)

Was ist denn für dich "Linksextrem"?

Erklär doch einmal,
warum es besser ist für die" Putzelse"
mehr Lohn zu verlangen.
Oder für andere.
Willkommen im Leben!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » So 11. Feb 2018, 23:13

H2O hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:08)

Wenn Menschen ein Verhältnis zu anderen Menschen haben, dann sehe ich durchaus auch Gefühle im Spiel. Und die können nun einmal krankhaft oder gesund sein, also durchaus ein Fall für den Arzt. Aber sei's drum. Daß der Giftschrank nicht weit davon weg steht, das habe ich an anderer Stelle schon gesagt.


Das mit dem "Giftschrank" ist doch auch ok. Sehe ich ja auch so. Nur wäre dieser Giftschrank-Hinweis bei dem User angebracht gewesen, der das von dem "gesunden Verhältnis zu Deutschland" geschrieben hat. Die anderen - ich auch - haben seine Worte ja nur interpretiert.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » So 11. Feb 2018, 23:15

CaptainJack hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:11)

Hört, hört! Leider bezeichnen User wie du und deinesgleichen, Leute ohne Extremismus, also Leute, die sich konservativ/rechts nennen, wahllos und sofort als rechtsextrem, braun, Nazis usw.. ... und damit schließt sich der Kreis!


Nein, konservative Menschen werden von mir immer auch als konservativ bezeichnet. Und rechtsradikale Menschen als rechtsradikal. Da bin ich sehr genau.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Rote_Galaxie » So 11. Feb 2018, 23:15

Bielefeld09 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:12)

Erklär doch einmal,
warum es besser ist für die" Putzelse"
mehr Lohn zu verlangen.
Oder für andere.
Willkommen im Leben!


Der Kommunismus spricht zum Faschismus:" Ich weiß dass du mich hasst aber du kannst mich nicht vernichten denn ich bin Teil der Menschen so wie du Teil der Menschen bist."
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » So 11. Feb 2018, 23:22

H2O hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:11)

An wieder anderer Stelle habe ich gesagt, daß ich das gelten lasse. Aber vollständig gibt das Wort
"vernünftig" keine Beziehung unter Lebewesen wieder. Wichtigkeit, chacun à son goût.


Ok, alles gut. Ich will dich echt nicht ärgern, aber ich fände es gut, wenn die menschlichen Beziehungen von mehr statt von weniger Vernunft geprägt werden würden ;)
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon CaptainJack » So 11. Feb 2018, 23:24

Selina hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:15)

Nein, konservative Menschen werden von mir immer auch als konservativ bezeichnet. Und rechtsradikale Menschen als rechtsradikal. Da bin ich sehr genau.
Schön, dass du das anscheinend im real life machst (face to face ist eben nicht so einfach ;) ), aber hier im Forum wartet man noch auf deine Läuterung. :)
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon H2O » So 11. Feb 2018, 23:26

Selina hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:13)

Das mit dem "Giftschrank" ist doch auch ok. Sehe ich ja auch so. Nur wäre dieser Giftschrank-Hinweis bei dem User angebracht gewesen, der das von dem "gesunden Verhältnis zu Deutschland" geschrieben hat. Die anderen - ich auch - haben seine Worte ja nur interpretiert.


Deshalb ja mein Hinweis, sich nicht mutwillig miß zu verstehen. Nachfragen, wie das gemeint war, und nicht gleich in den Gegenangriff übergehen. Dazu gibt es immer noch reichlich Gelegenheit. :)
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Bielefeld09 » So 11. Feb 2018, 23:29

Rote_Galaxie hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:15)

Der Kommunismus spricht zum Faschismus:" Ich weiß dass du mich hasst aber du kannst mich nicht vernichten denn ich bin Teil der Menschen so wie du Teil der Menschen bist."

Ich habe widerliche Probleme mit Glaubenssätzen:
Sie stimmen nie!
Das ist die Wahrheit.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon H2O » So 11. Feb 2018, 23:35

Selina hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:22)

Ok, alles gut. Ich will dich echt nicht ärgern, aber ich fände es gut, wenn die menschlichen Beziehungen von mehr statt von weniger Vernunft geprägt werden würden ;)


Oh ja, Sympathie und Antipathie können zu schrecklichen Fehleinschätzungen führen. Mir fällt aber nichts ein, wodurch dieser sehr schnelle innere Entscheidungsweg ersetzt werden könnte.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Rote_Galaxie » So 11. Feb 2018, 23:35

Bielefeld09 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:29)

Ich habe widerliche Probleme mit Glaubenssätzen:
Sie stimmen nie!
Das ist die Wahrheit.


Die Wahrheit ist dass wir in einer Maschine leben die aus uns Maschinen macht und durch Gier angetrieben wird.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Hyde » So 11. Feb 2018, 23:40

H2O hat geschrieben:(11 Feb 2018, 22:34)
Die nächste Frage. "Warum kann man den EU-Haushalt nicht an geringere Mittelzuflüsse anpassen?" Auch Deutschland kann in eine Notlage geraten... sollen wir dann trotzdem zahlen, als ob diese Notlage gar nicht bestände?


Italien ist seit gefühlt 25 Jahren in einer Notlage und zahlt trotzdem an die EU.
Entscheidendes Kriterium bei den Zahlungen ist doch die Wirtschaftskraft. Und da Deutschlands Wirtschaftskraft ca 125% des EU-Durchschnitts beträgt, ist man eben Nettozahler. Geriete Deutschland in eine Wirtschaftskrise und hätte dann z.B. nur noch 110% des EU-Durchschnitts, dann würden auch die Zahlungen entsprechend weniger werden.

Andere Länder zahlen pro Kopf ähnlich viel wie Deutschland, zum Beispiel Niederlande, Schweden oder Dänemark.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » So 11. Feb 2018, 23:41

CaptainJack hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:24)

Schön, dass du das anscheinend im real life machst (face to face ist eben nicht so einfach ;) ), aber hier im Forum wartet man noch auf deine Läuterung. :)


Ich hab noch zu keinem User "du Nazi" oder "du Rechtsradikaler" gesagt. Ich entdeckte lediglich einige Neue Rechte. Was nicht so schwierig ist, weil sich diejenigen genau so äußern.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Selina » So 11. Feb 2018, 23:43

H2O hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:35)

Oh ja, Sympathie und Antipathie können zu schrecklichen Fehleinschätzungen führen. Mir fällt aber nichts ein, wodurch dieser sehr schnelle innere Entscheidungsweg ersetzt werden könnte.


Vielleicht durch näheres Kennenlernen? ;)
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Hyde » Mo 12. Feb 2018, 00:05

Ger9374 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 22:31)
Wir deutschen werden wieder auf dauer ein gesundes verhältnis zu diesem land entwickeln. So wie andere Staaten auch.


Ich will dich mal was fragen. Und zwar hätte ich von dir gerne eine rationale Begründung für Patriotismus. Inwiefern schadet es, wenn es nicht so viel Patriotismus gibt? Inwiefern schadet es, wenn Menschen eher ein kritisch-distanziertes Verhältnis zu ihrer Nation haben?
Wären mit Patriotismus die Einkommen höher? Wäre mit Patriotismus die Lebenserwartung höher? Gäbe es mit Patriotismus weniger Armut? Gäbe es mit Patriotismus weniger Kriege, weniger Gewalt? Wäre mit Patriotismus die Wohnungsnot geringer, wäre mit Patriotismus die digitale Infrastruktur in den ländlichen Regionen besser?
Wenn überall Deutschlandfahnen hängen, wäre dann das Bruttoinlandsprodukt höher?

Welche konkreten Vorteile für die Menschen verbindest du mit „Patriotismus“? Warum findest du es notwendig, dass Patriotismus herrscht?

Schau dir doch mal den Hurra-Patriotismus in Russland an. Da ist nix toll dran. Der führt nur dazu, dass Russland andere Gebiete erobern und unterdrücken muss, damit die Russen sich besser in ihrem Nationalstolz fühlen („wir sind wieder wer in der Welt!“).

Ich finde, ein kritisches Bild auf sich selbst und auf seine Nation zu haben, ist der bessere Weg, weil man dadurch eher die Fehler erkennt und somit eher sich selbst und sein Land verbessern kann. Und mir jedenfalls geht es darum, Deutschland besser zu machen. Patriotismus kann eher zu einer unkritischen Haltung führen, was ich problematisch finde. Zu sehen ist das auch bei den Türken, die es als eine persönliche Beleidigung empfinden, wenn jemand die Türkei für den Armenien-Völkermord kritisiert. Schrecklich, einen so gestörten (übersteigerten) Bezug zu seiner Nation zu haben.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon H2O » Mo 12. Feb 2018, 00:06

Hyde hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:40)

Italien ist seit gefühlt 25 Jahren in einer Notlage und zahlt trotzdem an die EU.
Entscheidendes Kriterium bei den Zahlungen ist doch die Wirtschaftskraft. Und da Deutschlands Wirtschaftskraft ca 125% des EU-Durchschnitts beträgt, ist man eben Nettozahler. Geriete Deutschland in eine Wirtschaftskrise und hätte dann z.B. nur noch 110% des EU-Durchschnitts, dann würden auch die Zahlungen entsprechend weniger werden.

Andere Länder zahlen pro Kopf ähnlich viel wie Deutschland, zum Beispiel Niederlande, Schweden oder Dänemark.


Auch wieder völlig richtig, so meine ich. Nur bleibt die Frage... einmal unabhängig von unserer Wirtschaftskraft... welcher Fortschritt des europäischen Projekts mit unseren Mehrleistungen gefördert werden soll. Eine rein rechentechnische Anpassung an die derzeitige Wirtschaftslage Deutschlands hätte doch nie zu so viel öffentlichem "Aufruhr" geführt. Ich will ja zahlen, aber doch nicht einfach einmal so, weil jemand meint, ich solle mehr in den Hut werfen!
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon H2O » Mo 12. Feb 2018, 00:08

Selina hat geschrieben:(11 Feb 2018, 23:43)

Vielleicht durch näheres Kennenlernen? ;)


Das ist immer gut, kostet aber Zeit. Bei Antipathie nahezu ausgeschlossen, es sei denn, daß ein Zwang dahinter steht.
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Ger9374 » Mo 12. Feb 2018, 00:21

Woppadaq hat geschrieben:(11 Feb 2018, 22:45)

Sorry, aber diese Aussage ist kompletter Schrott.



Die meisten Deutschen haben ein vernünftiges Verhältnis zu diesem Land.


Das ist deine ansicht.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon H2O » Mo 12. Feb 2018, 00:23

Hyde hat geschrieben:(12 Feb 2018, 00:05)

Ich will dich mal was fragen. Und zwar hätte ich von dir gerne eine rationale Begründung für Patriotismus. Inwiefern schadet es, wenn es nicht so viel Patriotismus gibt? Inwiefern schadet es, wenn Menschen eher ein kritisch-distanziertes Verhältnis zu ihrer Nation haben?
Wären mit Patriotismus die Einkommen höher? Wäre mit Patriotismus die Lebenserwartung höher? Gäbe es mit Patriotismus weniger Armut? Gäbe es mit Patriotismus weniger Kriege, weniger Gewalt? Wäre mit Patriotismus die Wohnungsnot geringer, wäre mit Patriotismus die digitale Infrastruktur in den ländlichen Regionen besser?
Wenn überall Deutschlandfahnen hängen, wäre dann das Bruttoinlandsprodukt höher?

Welche konkreten Vorteile für die Menschen verbindest du mit „Patriotismus“? Warum findest du es notwendig, dass Patriotismus herrscht?

Schau dir doch mal den Hurra-Patriotismus in Russland an. Da ist nix toll dran. Der führt nur dazu, dass Russland andere Gebiete erobern und unterdrücken muss, damit die Russen sich besser in ihrem Nationalstolz fühlen („wir sind wieder wer in der Welt!“).

Ich finde, ein kritisches Bild auf sich selbst und auf seine Nation zu haben, ist der bessere Weg, weil man dadurch eher die Fehler erkennt und somit eher sich selbst und sein Land verbessern kann. Und mir jedenfalls geht es darum, Deutschland besser zu machen. Patriotismus kann eher zu einer unkritischen Haltung führen, was ich problematisch finde. Zu sehen ist das auch bei den Türken, die es als eine persönliche Beleidigung empfinden, wenn jemand die Türkei für den Armenien-Völkermord kritisiert. Schrecklich, einen so gestörten (übersteigerten) Bezug zu seiner Nation zu haben.


Eigentlich hat der Teilnehmer doch von einem gesunden Verhältnis der Menschen zu ihrem Staat oder besser zu ihrem Volk gesprochen. Dann ist es doch nicht so gelungen, dem krankhafte Verhältnisse nach dem Muster "right or wrong, my country" gegenüber zu stellen.

Machen Sie doch ihre eigenen Empfindungen an sportlichen Erfolgen deutscher Sportler in internationalen Wettbewerben fest. Also, ich empfinde Freude darüber, wenn es einer unserer deutschen Sportler auf das Treppchen schafft, bin aber nicht ärgerlich, wenn der Sportler einer anderen Nation diesen Erfolg erringt.

Warum freuen wir uns denn darüber? Ich habe dazu sicher keinen persönlichen Beitrag geleistet.

Ich will's jetzt nicht unnötig vertiefen. Unser Verhältnis zu unseren Mitbürgern ist eben nicht nur von Vernunft getragen, selbst bei immer sinnvoller kritischer Distanz nicht. Also, Selbsthaß ist wirklich keine meiner großen Stärken... obwohl unser Volk doch mehr als genug auf dem Kerbholz hat!
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Re: Wie sehr darf eine Nation "an sich" denken? Wo beginnt Nationalismus bzw. ab wo wirds eklig?

Beitragvon Hyde » Mo 12. Feb 2018, 00:43

H2O hat geschrieben:(12 Feb 2018, 00:23)

Eigentlich hat der Teilnehmer doch von einem gesunden Verhältnis der Menschen zu ihrem Staat oder besser zu ihrem Volk gesprochen. Dann ist es doch nicht so gelungen, dem krankhafte Verhältnisse nach dem Muster "right or wrong, my country" gegenüber zu stellen.

Machen Sie doch ihre eigenen Empfindungen an sportlichen Erfolgen deutscher Sportler in internationalen Wettbewerben fest. Also, ich empfinde Freude darüber, wenn es einer unserer deutschen Sportler auf das Treppchen schafft, bin aber nicht ärgerlich, wenn der Sportler einer anderen Nation diesen Erfolg erringt.

Warum freuen wir uns denn darüber? Ich habe dazu sicher keinen persönlichen Beitrag geleistet.


Nun, vielleicht kommt es darauf an, wie man Patriotismus definiert. Ich bin bei den Sportarten, die ich verfolge, auch in der Regel für die deutschen Sportler. Aber bin ich deswegen ein Patriot? Aber selbst wenn man dies schon als Patriotismus definiert, dann wäre es immer noch so, dass dieser Patriotismus nicht notwendig wäre. Denn davon hängt nicht das Wohl oder Wehe eines Landes ab. Es gibt keine rationale Begründung dafür, warum man aktiv auf mehr Patriotismus hinarbeiten sollte.

Ich will's jetzt nicht unnötig vertiefen. Unser Verhältnis zu unseren Mitbürgern ist eben nicht nur von Vernunft getragen, selbst bei immer sinnvoller kritischer Distanz nicht. Also, Selbsthaß ist wirklich keine meiner großen Stärken... obwohl unser Volk doch mehr als genug auf dem Kerbholz hat!


Man sollte sich aber stets um Vernunft bemühen. Objektiv und vernünftig (gegenüber sich selbst und seinem Staat) sein zu wollen, also mit sich selbst und seinem Land in konstruktiv-kritischer Beziehung stehen zu wollen, ist doch das Gegenteil von Selbsthass.
Selbsthass hieße ja, dass man sich selbst schaden wolle. Aber sein Land besser machen zu wollen (und dafür ist ein möglichst objektiver kritischer Blick auf das Land notwendig, keine Gefühlsduselei), ist dann doch eher ein Ausdruck von Selbstliebe und Liebe zu seinem Land.

Hätte Hitler sein Land geliebt, dann hätte er es nicht zurück ins Mittelalter geführt. Wenn es je jemanden mit Selbsthass gegeben hat, dann war es doch Hitler und seine Nazis. Nie hat wer mehr dem Land Deutschland geschadet.

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