Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

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Heums
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Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Heums » Fr 12. Jan 2018, 18:36

Guten Tag,

ich erzähle hier meine politische Lebensgeschichte und empfehle euch, sie bis zum Ende durchzuverfolgen. Als Kind war ich Calvinist und lente die katholische Soziallehre ab, war also in gewisser Hinsicht politisch rechts. Die Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2007 und 2008 führte dann bei mir zu einem massiven Linksruck. Viele negative Erfahrungen in meiner frühen Jugend und der späten Schulzeit führten dazu, dass ich das Finanzsystem kritisierte und zum Kommunisten wurde. 2013 trat ich der Linkspartei bei, aus der ich 2016 wieder austrat, weil sie der rechtspopulistischen AfD immer ähnlicher wurde. Nun bin ich ein scharfer Kritiker des reaktionären Populismus und sehe als einzigsten Ausweg den Transhumanismus. Meine Chronologie kann ich also wie folgt zusammenfassen:
Kindheit - Kritik an der katholischen Soziallehre, Bekenntnis zum Calvinismus (Rechtes Spektrum) - Bessere Institutionen
Jugend - Kritik am Kapitalismus, Kommunistischer Widerstand (Linkes Spektrum) - Bessere Welt
Restliche Lebenszeit - Kritik am Populismus, Einsatz für Transhumanismus (Politische Mitte) - Besserer Mensch
Kindheit und Jugend waren durch politische Extreme gekennzeichnet. In meiner Kindheit grenzte ich mich extrem Stark ab, ich fand nur den Protestantismus und den Kapitalismus in Ordnung, lehnte aber den Katholizismus und den Kommunismus ab und sah in diesen Sytemen belehrende Prinzipien, von denen ich meine Freiheit eingeschränkt sah. In meiner Jugend dann änderte sich alles von Grund auf. Durch den Besuch eines humanistischen Gymnasiums wurde ich zum Kommunisten, ich entwickelte eine kritische Einstellung zum Kapitalismus, da dieser Ungerechtigkeit und damit viel Not, Leid und Armut in die Welt bringt. Ausschlaggebend dafür war die Weltwirtschaftskrise 2007 und 2008, die apokalyptisch anmutete und mich seither zu der Überzeugung bringt, dass das kapitalistische System nicht so stabil ist, wie es sich immer dargestellt hat. Doch das Auftauchen der AfD und das Fischen dieser Partei in allen Wählerschichten sowie die Fehler der Großen Koalition bringen mich nun zu der Überzeugung, dass die Menschen solange sie technologisch nicht weiterentwickelt sind, grundsätzlich falsch ticken. Egal, ob katholische Soziallehre, Kapitalismus oder Populismus, in allen sehe ich grundsätzlich negative Tendenzen in Bezug auf Freiheit, es sind also alles Prinzipien, die den Menschen unfrei machen. Die katholische Soziallehre zwingt den Menschen zu Asketischer Toleranz und Stoizismus, der Kapitalismus zwingt den Menschen, sich für höhergestellte als Sklave zum Dienst zu stellen und der Populismus zwingt den Menschen zu unbedingtem Gehorsam gegenüber dem Rechtsstaat und den Regeln und Gesetzen, die dieser aufstellt. In all diesen Systemen findet sich ein gemeinsamer Nenner: Verzicht auf Angenehmes und Ertragen von Unerträglichem. Egal ob Caritas, Schwarz-Gelb oder AfD, bei allen finde ich dasselbe Problem. Daher braucht es jetzt einen aktiven Widerstand gegen diese Tendenzen und diesen sehe ich im Transhumanismus, also der Idee, den Menschen mittels Technnologie zu einem besseren Menschen zu machen, damit dieser nicht länger auf angenehmes verzichten und unangenehmes ertragen muss. Dies ist die goldene Mitte zwischen Technologischem Fortschritt und Enteignung, der Mensch gehört enteignet und technologisch aufgerüstet. Die Zivilisation hat ihre Beherrschung verloren und muss daher konsequent umerzogen werden. Das bedeutet der Mensch muss dazu gebracht werden, sich technologisch aufrüsten zu lassen, damit er nicht auf irgendwelche falschen Gedanken kommt. Der Wahlsieg von Donald Trump, der Brexit und das starke Abschneiden der AfD im Osten von Sachsen sind Symptom dieses Beherrschungsverlustes, nicht deren Ursache, denn die Ursache ist die verfehlte Politik der Großen Koalition von 2001 bis 2009 in Kooperation mit George W. Bush und dem Papst (Katholische Soziallehre), Schwarz-Gelb in Kooperation mit George W. Bush von 2005 bis 2013 (Kapitalismus) und der Großen Koalition in Kombination mit Donald Trump seit 2013 (Populismus).

Gruß, Heums :|
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twilight
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon twilight » Fr 12. Jan 2018, 18:53

Einmal diese Sorgen haben :rolleyes:
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Adam Smith
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Adam Smith » Fr 12. Jan 2018, 18:59

Facebook, Netflix, Google, Amazon, YouTube, Twitter und das Smartphone haben doch schon eine bewirkt. Es fehlen nur noch die selbstfahrenden Autos.
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon jellobiafra » Fr 12. Jan 2018, 19:13

Ist denn der Humanismus bereits abgeschlossen?
Sind die Menschen denn schon menschlich genug?
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 12. Jan 2018, 19:26

2001 gab es rotgrün noch.
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 12. Jan 2018, 19:36

Und was soll eine transhumanistische Revolution sein?
Und was ist ein "Berherschungsverlust?
Und was soll denn der " unbedingte Gehorsam" gegenüber dem Rechtsstaat sein?
Fragen über Fragen und ich finde keine Antworten.
Und dabei könnte Politik so einfach sein! ;)
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon jellobiafra » Fr 12. Jan 2018, 19:42

Wichtige Ziele des Transhumanismus könnten sein:

Eine Verlängerung der maximalen Lebenszeit des Menschen.
Das Ende von Leid und Erwerbsarbeit.
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 12. Jan 2018, 19:45

jellobiafra hat geschrieben:(12 Jan 2018, 19:42)


Das Ende von Leid und Erwerbsarbeit.


Ist das nicht beides das Gleiche?

:D
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon H2O » Fr 12. Jan 2018, 20:02

jellobiafra hat geschrieben:(12 Jan 2018, 19:42)

Wichtige Ziele des Transhumanismus könnten sein:

Eine Verlängerung der maximalen Lebenszeit des Menschen.
Das Ende von Leid und Erwerbsarbeit.


Könnte man dem Leid durch Erwerbsarbeit nicht durch vorzeitiges Ableben entgehen? :eek:
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Adam Smith
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Adam Smith » Fr 12. Jan 2018, 20:08

H2O hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:02)

Könnte man dem Leid durch Erwerbsarbeit nicht durch vorzeitiges Ableben entgehen? :eek:

Und wann soll das sein? Nach dem Abib oder nach dem Studium, wenn man reiche Eltern hat?
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon H2O » Fr 12. Jan 2018, 20:12

Adam Smith hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:08)

Und wann soll das sein? Nach dem Abib oder nach dem Studium, wenn man reiche Eltern hat?

Das bleibt doch frei; aber Sie haben damit doch schon handfeste Vorschläge gemacht. Die reichen Eltern sind eine Quelle des Glücks... wenn sie geduldig zahlen! :cool:
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 12. Jan 2018, 20:12

jellobiafra hat geschrieben:(12 Jan 2018, 19:42)

Wichtige Ziele des Transhumanismus könnten sein:

Eine Verlängerung der maximalen Lebenszeit des Menschen.
Das Ende von Leid und Erwerbsarbeit.

Aber sind wird dann nicht schon annähernd im transhumanistischen Zeitalter?
Die Menschen werden immer älter
und viele leiden nicht an ihrer Erwerbsarbeit,
sondern verdienen ihr Geld damit.
Und frei sind sie auch noch obendrein.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon H2O » Fr 12. Jan 2018, 20:14

Bielefeld09 hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:12)

Aber sind wird dann nicht schon annähernd im transhumanistischen Zeitalter?
Die Menschen werden immer älter
und viele leiden nicht an ihrer Erwerbsarbeit,
sondern verdienen ihr Geld damit.
Und frei sind sie auch noch obendrein.


Spielverderber!
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 12. Jan 2018, 20:14

H2O hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:02)

Könnte man dem Leid durch Erwerbsarbeit nicht durch vorzeitiges Ableben entgehen? :eek:

Ist das hier für Sie die :eek: :D Weinstube?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon H2O » Fr 12. Jan 2018, 20:15

Bielefeld09 hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:14)

Ist das hier für Sie die :eek: :D Weinstube?


Der Eindruck drängte sich mir in der Tat auf.
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 12. Jan 2018, 20:37

H2O hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:15)

Der Eindruck drängte sich mir in der Tat auf.

Wir bewegen uns hier allerdings im Forum 2
und es erscheint mir,
das wir gerade auch " junge" Threadersteller mit ihren Themen ernst nehmen sollten.
Nur schade, das er auch meine Fragen nicht antwortet.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon SirToby » Fr 12. Jan 2018, 20:39

twilight hat geschrieben:(12 Jan 2018, 18:53)

Einmal diese Sorgen haben :rolleyes:


Einmal Zeit für solche Sorgen haben...
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon SirToby » Fr 12. Jan 2018, 20:40

H2O hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:15)

Der Eindruck drängte sich mir in der Tat auf.


Hätte mit sehr gewundert, wenn ich da der einzige wäre.
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon H2O » Fr 12. Jan 2018, 20:47

Bielefeld09 hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:37)

Wir bewegen uns hier allerdings im Forum 2
und es erscheint mir,
das wir gerade auch " junge" Threadersteller mit ihren Themen ernst nehmen sollten.
Nur schade, das er auch meine Fragen nicht antwortet.


Das mache ich für gewöhnlich doch genau so! Sogar dann, wenn da ein jugendlicher Überschwang nicht zu übersehen ist. Nur finde ich für eine derartig geballte Ladung von Weltsichten keine andere Antwort... außer Schweigen. Das wäre aber auch nicht in Ordnung.
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Re: Transhumanistische Revolution im 21. Jahrhundert

Beitragvon Europa2050 » Fr 12. Jan 2018, 20:48

H2O hat geschrieben:(12 Jan 2018, 20:15)

Der Eindruck drängte sich mir in der Tat auf.


Würde ich nicht sagen, vernünftig diskutiert ist das das Zukunftsthema - allerdings wohl eher in Forum 7.

Empfehlen kann ich dazu das Buch „Homo Deus“ von Yuval Noah Harari. Er postuliert zeitnah ein Ende von Krieg und Hunger, mittelfristig der Sterblichkeit.
Allerdings sieht er als Preis, den die Menscheit zu zahlen hat ein Ende des Liberalismus (die anderen-ismen sieht er eh als obsolet).
Und stellt die Frage, ob es das wert ist.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.

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