Braucht Deutschland eine Regierung?

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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon H2O » Di 19. Dez 2017, 07:25

Woppadaq hat geschrieben:(18 Dec 2017, 20:22)

Weder Frankreich noch Polen haben eine derartig föderative Struktur wie wir. Vergleichbar wäre eher Grossbritannien (650) oder Italien (630).


Ich würde nicht behaupten, daß eines der genannten Länder erfolgreich regiert wird. Das ist sicher Geschmacksache! Hey, und wir Deutschen kommen sogar ohne eine uneingeschränkt handlungsfähige Regierung aus. Behördenversagen ging mit eifrig kontrollierender Regierung; nun warten wir einmal ab, ob das auch ohne Regierung daneben gelingt.

Die Gliederung der Bundesrepublik in Bundesländer beschert uns noch einmal eine Heerschar von Ganztagspolitikern. Vergleichbares suchen Sie in Frankreich vergebens, oder in Polen. Trotzdem funktioiniert's ganz ordentlich.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Dampflok94 » Di 19. Dez 2017, 08:29

Sextus Ironicus hat geschrieben:(18 Dec 2017, 10:02)Weil man alle vier Jahren ein Kreuz machen kann? Das genügt, um Demokratie zu haben?

Nein, das alleine würde nicht genügen. Wählen durfte man in der DDR ja auch. ;) Es gehören schon noch so ein paar Dinge wie z.B. Rechtsstaat und Menschenrechte dazu. Und die sind hier gegeben. Wir haben halt eine repräsentative Demokratie.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Dampflok94 » Di 19. Dez 2017, 08:36

H2O hat geschrieben:(18 Dec 2017, 10:03)
705 Abgeordnete im Bundestag sind zu viel für unser Land, das ja auch noch Landesparlamente
beschäftigt. 598 Abgeordnete ließen sich mit dem französischen Wahlsystem auf 299 mindern. Ein Abgeordneter, den die Wähler sogar spätestens bei der Stichwahl vom Namen und der Parteizugehörigkeit her kennen. Frankreich läßt sich doch auch ordentlich regieren...

Warum sollte man das tun? Frankreich hat ein anderes Regierungssystem. Eines das wesentlich mehr Macht auf die Exekutive legt. Der französische Präsident hat Rechte, von denen unsere Kanzlerin nicht mal träumt. Einige Aufgaben, die in hier das Parlament macht, erledigt in F die Exekutive. Ich kann nicht irgend einen beliebigen Punkt eines anderen politischen Systems nehmen, um ihn dann hier aufzupropfen.

Wir haben grundsätzlich ein Verhältniswahlrecht. Wenn man Deiner Idee zur Halbierung folgen würde, wäre es da eher sinnvoll auf die Direktkandidaten zu verzichten und ein reines Verhältniswahlrecht einzuführen. Damit könnte ich zwar leben, aber ob das wirklich sinnvoll wäre? Ich glaube nicht, daß 300 Abgeordnete eine ausreichende Zahl wäre, um alle Aufgaben zu erledigen.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 09:07

Dampflok94 hat geschrieben:(19 Dec 2017, 08:29)

Nein, das alleine würde nicht genügen. Wählen durfte man in der DDR ja auch. ;) Es gehören schon noch so ein paar Dinge wie z.B. Rechtsstaat und Menschenrechte dazu. Und die sind hier gegeben. Wir haben halt eine repräsentative Demokratie.


Jaja, eine repräsentative Demokratie. Man hat den aristokratischen Erbadel durch den gewählten Erbadel ersetzt, der dann ganz unrepräsentativ nach dem Schafsherdenprinzip repräsentiert. Diese Farce kann man sich wirklich sparen.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 09:15

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:07)

Jaja, eine repräsentative Demokratie. Man hat den aristokratischen Erbadel durch den gewählten Erbadel ersetzt, der dann ganz unrepräsentativ nach dem Schafsherdenprinzip repräsentiert. Diese Farce kann man sich wirklich sparen.


Dampflok94 hat unser Rechts-und Demokratiesystem gut beschrieben - hat sich ueber Jahrzehnte bewaehrt.
ein Erfolgsmodell de luxe!
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 09:21

pikant hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:15)

Dampflok94 hat unser Rechts-und Demokratiesystem gut beschrieben - hat sich ueber Jahrzehnte bewaehrt.
ein Erfolgsmodell de luxe!


Na, dann ist ja gut. Dann ist alles unterm Signum des Bewährten ganz hegelianisch zu verstehen: Alles was ist, ist gut, und alles was gut ist, ist auch. Die einzige Frage, die zu klären wäre, hieße demnach: Soll die Michelsmütze aus Schafswolle sein oder doch irgendeine Kunstfaser?
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 09:23

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:21)

Na, dann ist ja gut. ... Alles was ist, ist gut, und alles was gut ist, ist auch.


falsch - alles was gut ist ist gut und nicht alles was ist, ist gut - diese Aussage ist grundfalsch
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 09:30

pikant hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:23)

falsch - alles was gut ist ist gut und nicht alles was ist, ist gut - diese Aussage ist grundfalsch


Wenn dein Satz stimmen würde, stimmt der Satz über das Bewährte nicht mehr. Beides kannst du nicht haben, "mein" Satz fasst nur den Satz über das Bewährte zusammen.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 09:33

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:30)

Wenn dein Satz stimmen würde, stimmt der Satz über das Bewährte nicht mehr. Beides kannst du nicht haben, "mein" Satz fasst nur den Satz über das Bewährte zusammen.


Sie lenken nur ab, denn wir waren bei unserem demokratischem System, das sich seit Jahrsehnten bewaehrt hat.
Wenn Sie das nicht so sehen, dann bringen sie bitte Alternativvorschlaege, wie unsere Demokratie noch besser werden kann.
nur kritisieren a la AfD springt viel zu kurz und ist nicht zielfuehrend in dieser Debatte.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 09:37

[quote="Sextus Ironicus"](18 Dec 2017, 10:02)

Weil man alle vier Jahren ein Kreuz machen kann? Das genügt, um Demokratie zu haben? /quote]

nein, das lernt man aber schon in der Schule.
Zur Demokratie gehoert Gewaltenteilung und ein funktionierendes Rechtssystem unbedingt dazu.

Zudem kann jeder Buerger die Politik mitgestalten indem er in politische Parteien eintritt oder Organisationen foerdert, unterstuetzt, die unsere Demokratie vor Demokratiefeinden beschuetzen.
Zudem haben wir auf kommunaler Ebene massenhaft Moeglichkeiten die Politik zu beeinflussen und mitzugestalten.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 09:45

pikant hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:33)

Sie lenken nur ab, denn wir waren bei unserem demokratischem System, das sich seit Jahrsehnten bewaehrt hat.
Wenn Sie das nicht so sehen, dann bringen sie bitte Alternativvorschlaege, wie unsere Demokratie noch besser werden kann.
nur kritisieren a la AfD springt viel zu kurz und ist nicht zielfuehrend in dieser Debatte.


Sind wir echt schon soweit, dass alle Kritik als AfD-Kritik diffamiert wird?
Dann kann ich nur viel Vergnügen mit der "Demokratie" auch weiterhin wünschen und Schafswolle für die Michelsmütze empfehlen.
Und wer die Mütze mal abnehmen mag, kann sich mit aleatorischen, demarchischen, deliberativen, partizipatorischen Modellen beschäftigen und vielleicht mal Fishkin, van Reybrouck, Manin, Hubertus Buchstein, Daniel Baron oder auch den alten Aristoteles oder den nicht ganz so alten Tocqueville lesen, um sich schlau zu machen. Oder halt sitzen bleiben und warten, bis ihm das Bewährte ganz neuzeitgemäß um die Ohren fliegt. Was verdient wäre.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 09:47

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:45)

Sind wir echt schon soweit, dass alle Kritik als AfD-Kritik diffamiert wird?
Dann kann ich nur viel Vergnügen mit der "Demokratie" auch weiterhin wünschen und Schafswolle für die Michelsmütze empfehlen.
Und wer die Mütze mal abnehmen mag, kann sich mit aleatorischen, demarchischen, deliberativen, partizipatorischen Modellen beschäftigen und vielleicht mal Fishkin, van Reybrouck, Manin, Hubertus Buchstein, Daniel Baron oder auch den alten Aristoteles oder den nicht ganz so alten Tocqueville lesen, um sich schlau zu machen. Oder halt sitzen bleiben und warten, bis ihm das Bewährte ganz neuzeitgemäß um die Ohren fliegt. Was verdient wäre.


danke, dass sie keine Alternativvorschlaege zur Hand haben, wie unsere Demokratie verbessert werden kann.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 09:55

pikant hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:47)

danke, dass sie keine Alternativvorschlaege zur Hand haben, wie unsere Demokratie verbessert werden kann.


Gerne, lesen muss halt jeder selbst, es waren ja genügend Stichworte genannt, mit denen man sich mal beschäftigen kann. Aber es ist natürlich bequemer, beim Bewährten und der reinen Meinungsabsonderung zu bleiben. Das ist natürlich Teil von Demokratie: nichts wissen wollen zu dürfen und sich mit nichts beschäftigen zu müssen.

Dass die Vorschläge fürn Müll sind, ist dabei schon klar. Die Parteien müssten ja bei demarchischen, deliberativen und partizipatorischen Modellen ihre Deutungshoheit und ihre Zuständigkeit wieder auf das grundgesetzlich vorgesehene Maß der Mitwirkung zurückfahren.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 09:58

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:55)

Gerne, lesen muss halt jeder selbst, es waren ja genügend Stichworte genannt, mit denen man sich mal beschäftigen kann.


in der Politik zaehlen keine Stichwoerte, sondern Vorschlaege, wie man den demokratischen Prozess verbessern kann - Stichwoerter kann man im Bundestag nicht zur Abstimmung stellen, sondern nur Gesetze und oder Entschliessungsantraege.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 10:18

Wer nach diesem Wahlergebnis immer noch nicht begriffen hat, dass die Voraussetzungen für die Stabilität des Systems an den neuen gesellschaftlichen Wirklichkeiten zerschellt sind, sollte Kirchen- und keine Staatspolitik betreiben. Und die neue Wirklichkeit wird nicht primär durch den Einzug der AfD abgebildet, sondern durch erodierende Parteibindungen, die Unmöglichkeit eindeutiger Mehrheiten und die damit einhergehende Verwässerung aller klaren Politik. Frankreich und Österreich sollten eigentlich jedem klar gemacht haben, dass es immer leichter wird, beinahe handstreichartig die Macht zu erringen. Der Liberalismus zerschießt sich von innen her selbst.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Dampflok94 » Di 19. Dez 2017, 11:54

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 09:07)

Jaja, eine repräsentative Demokratie. Man hat den aristokratischen Erbadel durch den gewählten Erbadel ersetzt, der dann ganz unrepräsentativ nach dem Schafsherdenprinzip repräsentiert. Diese Farce kann man sich wirklich sparen.

Erbadel? Wo lebst Du denn? Siehst Du irgendwo die Kinder von Adenauer, Brandt oder Kohl in der Politik? Ich nicht! Das hat also mit Erbadel nix zu tun. Nun mag man sich aufregen, daß ja immer die gleichen gewählt würden. Was zwar nicht stimmt, aber sei es drum. Das kann dann aber schlicht daran liegen, daß der Wähler das so will. :cool:
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 12:16

Dampflok94 hat geschrieben:(19 Dec 2017, 11:54)

Erbadel? Wo lebst Du denn? Siehst Du irgendwo die Kinder von Adenauer, Brandt oder Kohl in der Politik? Ich nicht! Das hat also mit Erbadel nix zu tun. Nun mag man sich aufregen, daß ja immer die gleichen gewählt würden. Was zwar nicht stimmt, aber sei es drum. Das kann dann aber schlicht daran liegen, daß der Wähler das so will. :cool:


Wie lange sitzt Herr Schäuble im BT? Wie lange saß Herr Riesenhuber dort (und vor allem: für wen eigentlich?).
Und wenn der Wähler es nicht will, gibt's ja noch die Landeslisten.

Mal davon abgesehen: 17 % der Menschen dieses Landes haben einen Hochschulabschluss, im letzten Bundestag hatten 91 % der Abgeordneten einen. Bricht man das noch einmal runter, welche Hochschulabschlüsse die 17% der Gesamtbevölkerung haben und welche die BTAs, dann wird das Ausmaß des "Repräsentativen" noch etwas deutlicher. Und weil es kommt: Nein, die BTAs kaufen Sachverstand (von Lobbyisten und von Beauftragten) sowieso, dass die Menschen zu dumm wären, ist kein Argument. Und schließlich: Abgeordneter zu werden verschlingt je nach Wahlkreis zwischen 20.000 und 100.000 Euro. Also gute und faire Chancen für alle, Abgeordneter zu werden. Um nur mal ein paar kleine Punkte zu nennen.
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 12:22

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 12:16)

Wie lange sitzt Herr Schäuble im BT? Wie lange saß Herr Riesenhuber dort (und vor allem: für wen eigentlich?).
Und wenn der Wähler es nicht will, gibt's ja noch die Landeslisten.



es gbit in Deutschland keine Begrenzeung der Amtszeit eines Abgeordneten - das sieht unser GG nicht vor.
der Waehler hat 2 Stimmen und mit der Zweitstimme entscheidet er ueber die Landesliste - ja der Waehler hat da das letzte Wort :thumbup:
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 19. Dez 2017, 12:25

pikant hat geschrieben:(19 Dec 2017, 12:22)

es gbit in Deutschland keine Begrenzeung der Amtszeit eines Abgeordneten - das sieht unser GG nicht vor.
der Waehler hat 2 Stimmen und mit der Zweitstimme entscheidet er ueber die Landesliste - ja der Waehler hat da das letzte Wort :thumbup:


Illusionen sind halt die schönste Form der Realität :D
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Re: Braucht Deutschland eine Regierung?

Beitragvon pikant » Di 19. Dez 2017, 12:28

Sextus Ironicus hat geschrieben:(19 Dec 2017, 10:18)

Wer nach diesem Wahlergebnis immer noch nicht begriffen hat, dass die Voraussetzungen für die Stabilität des Systems an den neuen gesellschaftlichen Wirklichkeiten zerschellt sind, sollte Kirchen- und keine Staatspolitik betreiben. Und die neue Wirklichkeit wird nicht primär durch den Einzug der AfD abgebildet, sondern durch erodierende Parteibindungen, die Unmöglichkeit eindeutiger Mehrheiten und die damit einhergehende Verwässerung aller klaren Politik. Frankreich und Österreich sollten eigentlich jedem klar gemacht haben, dass es immer leichter wird, beinahe handstreichartig die Macht zu erringen. Der Liberalismus zerschießt sich von innen her selbst.


die Mehrheiten in Deutschland sind doch klar und eine der moeglichen Mehrheiten wird jetzt sondert - Verwaesserung einer klaren Politik gibt es nicht und sowas ist auch unmoeglich, denn klare Politik kann man nicht definieren. Vielleicht meinen Sie die Verwaesserung eines Parteiprogrammes durch Koaliitonen - ja das gibt es in Deutschland fast immer seit dem zweiten Weltkrieg nach Wahlen.

Frankreich und Oesterreich zeigen, dass immer der Waehler wie in Deutschland das letzte Wort hat und besonders Frankreich ist zu danken, dass man dort das Rechts-Linksmuster aufgebrochen hat mit einer neuen Partei in der Mitte des Spektrums und das nennt sich Demokratie!

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