Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

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Uffzach
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Uffzach » Mo 11. Dez 2017, 15:39

Schulz soll auf jeden Fall alles gegen eine GroKo mobilisieren. Jetzt bloß nicht aufgeben! Jusos und Schulz!!! :cool:
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Dez 2017, 15:40

Uffzach hat geschrieben:(11 Dec 2017, 15:39)

Schulz soll auf jeden Fall alles gegen eine GroKo mobilisieren. Jetzt bloß nicht aufgeben! Jusos und Schulz!!! :cool:


Weshalb?
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Uffzach » Mo 11. Dez 2017, 15:42

JJazzGold hat geschrieben:(11 Dec 2017, 15:40)

Weshalb?


Weil eine Minderheitsregierung genau das Richtige ist. :cool:
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Agesilaos Megas » Mo 11. Dez 2017, 15:54

JJazzGold hat geschrieben:(11 Dec 2017, 14:48)

Ein gewisses Schwanken hat sich abgezeichnet, weshalb ich konstatierte:

Je länger ich Schulz beobachte, desto mehr verstärkt sich mein Eindruck, dass er nicht so recht weiß, wohin er mit seiner SPD will und wenn er es dann mal weiß, dann ist unklar ob die SPD Basis auch dorthin will.


Ich denke, Du hast es nicht beabsichtigt, aber schon die Formel "gewisses Schwanken" lässt durchaus relativere, größere Perspektiven zu: Das Scheitern von Jamaika hinterließ bundesweit ein "gewisses Schwanken", i.d.S. des Unbestimmten. Und diese Unbestimmtheit der Situation rührt ja nicht aus der SPD her - sie war ja an Jamaika nicht beteiligt. Aber sie wirkt sich auch auf alle Parteien aus, auch die SPD. Die CDU ist sich auch nicht ihres Kurses so sicher, ihre Flügel sind alarmiert. Aber sie ist eine andere Partei mit weniger basisdemokratischer Ausrichtung. Die Konflikte sind daher nicht so offen sichtbar. Die Linke z.B., die ja nicht einmal daran beteiligt ist, ist in ihren Aussagen auch nicht konsistent. Die einen warnen Schulz vor der Groko, die anderen sagen, sein zweites Nein sei ein Fehler gewesen etc. - und der Kurswechsel der FDP muss ja nicht erwähnt sein. Machtkämpfe im Södhofer-Stadl. Seehofer betont, es gebe keinen Richtungsstreit, aber gibt zu, dass man sich zukünftig verändern müsse (Meisterleistung!). Wirklich gefestigt sind m.E. nur die Grünen und die AfD hervorgegangen. Die Grünen haben sich "realo"mäßig profiliert und rücken evtl. nach rechts; und die AfD wildert jetzt auch links und hat einen Nimbus, von dem die anderen Parteien träumen. Aus dieser größeren Perspektive sieht man schon, dass eine Krise (im pos. Sinn) herrscht. Und Krisen sind Momente, in denen Medien nichts vorhersagen können; je mehr sie aber berichten, desto verzerrter, emotionalisierter und fremder die Entscheidungsprozesse. Die Flüchtlingskrise hat daher auch nicht zur Thematisierung von Geld- und Sozialfragen geführt, sondern zu öfftl.-rechtl. Showauftritten der AfD und Burkaverboten. Das Schwanken geht durch die gesamte Parteienlandschaft, sollte aber nicht so negativ betrachtet werden. CSU/CDU z.B. haben längst Erneuerung nötig.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Agesilaos Megas » Mo 11. Dez 2017, 16:17

Uffzach hat geschrieben:(11 Dec 2017, 15:42)

Weil eine Minderheitsregierung genau das Richtige ist. :cool:


Ja, aber warum, Deines Erachtens?
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Teeernte » Mo 11. Dez 2017, 16:27

Uffzach hat geschrieben:(11 Dec 2017, 15:39)

Schulz soll auf jeden Fall alles gegen eine GroKo mobilisieren. Jetzt bloß nicht aufgeben! Jusos und Schulz!!! :cool:


Soll er....es geht auch ohne ihn.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Uffzach » Mo 11. Dez 2017, 16:44

Agesilaos Megas hat geschrieben:(11 Dec 2017, 16:17)

Ja, aber warum, Deines Erachtens?


Weil sich so ein Umsturz in der CDU rascher vollziehen kann. :cool:
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Teeernte » Mo 11. Dez 2017, 17:01

Uffzach hat geschrieben:(11 Dec 2017, 16:44)

Weil sich so ein Umsturz in der CDU rascher vollziehen kann. :cool:


....mit der AfD als Koalitionspartner für Neuwahlen ??
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Uffzach » Mo 11. Dez 2017, 17:32

Teeernte hat geschrieben:(11 Dec 2017, 17:01)

....mit der AfD als Koalitionspartner für Neuwahlen ??


Gutes will Weile haben. So rasch geht das nicht.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon jorikke » Mo 11. Dez 2017, 17:59

Agesilaos Megas hat geschrieben:(11 Dec 2017, 15:54)

Ich denke, Du hast es nicht beabsichtigt, aber schon die Formel "gewisses Schwanken" lässt durchaus relativere, größere Perspektiven zu: Das Scheitern von Jamaika hinterließ bundesweit ein "gewisses Schwanken", i.d.S. des Unbestimmten. Und diese Unbestimmtheit der Situation rührt ja nicht aus der SPD her - sie war ja an Jamaika nicht beteiligt. Aber sie wirkt sich auch auf alle Parteien aus, auch die SPD. Die CDU ist sich auch nicht ihres Kurses so sicher, ihre Flügel sind alarmiert. Aber sie ist eine andere Partei mit weniger basisdemokratischer Ausrichtung. Die Konflikte sind daher nicht so offen sichtbar. Die Linke z.B., die ja nicht einmal daran beteiligt ist, ist in ihren Aussagen auch nicht konsistent. Die einen warnen Schulz vor der Groko, die anderen sagen, sein zweites Nein sei ein Fehler gewesen etc. - und der Kurswechsel der FDP muss ja nicht erwähnt sein. Machtkämpfe im Södhofer-Stadl. Seehofer betont, es gebe keinen Richtungsstreit, aber gibt zu, dass man sich zukünftig verändern müsse (Meisterleistung!). Wirklich gefestigt sind m.E. nur die Grünen und die AfD hervorgegangen. Die Grünen haben sich "realo"mäßig profiliert und rücken evtl. nach rechts; und die AfD wildert jetzt auch links und hat einen Nimbus, von dem die anderen Parteien träumen. Aus dieser größeren Perspektive sieht man schon, dass eine Krise (im pos. Sinn) herrscht. Und Krisen sind Momente, in denen Medien nichts vorhersagen können; je mehr sie aber berichten, desto verzerrter, emotionalisierter und fremder die Entscheidungsprozesse. Die Flüchtlingskrise hat daher auch nicht zur Thematisierung von Geld- und Sozialfragen geführt, sondern zu öfftl.-rechtl. Showauftritten der AfD und Burkaverboten. Das Schwanken geht durch die gesamte Parteienlandschaft, sollte aber nicht so negativ betrachtet werden. CSU/CDU z.B. haben längst Erneuerung nötig.


Die AfD hat einen "Nimbus" (Nimbus lt. Duden = Ansehen ) von dem die anderen Parteien träumen.
Könntest du bei einigen Nachdenken, mir verzeihen, dass ich den Satz nicht kapiere?
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Dez 2017, 18:24

Agesilaos Megas hat geschrieben:(11 Dec 2017, 15:54)

Ich denke, Du hast es nicht beabsichtigt, aber schon die Formel "gewisses Schwanken" lässt durchaus relativere, größere Perspektiven zu: Das Scheitern von Jamaika hinterließ bundesweit ein "gewisses Schwanken", i.d.S. des Unbestimmten. Und diese Unbestimmtheit der Situation rührt ja nicht aus der SPD her - sie war ja an Jamaika nicht beteiligt. Aber sie wirkt sich auch auf alle Parteien aus, auch die SPD. Die CDU ist sich auch nicht ihres Kurses so sicher, ihre Flügel sind alarmiert. Aber sie ist eine andere Partei mit weniger basisdemokratischer Ausrichtung. Die Konflikte sind daher nicht so offen sichtbar. Die Linke z.B., die ja nicht einmal daran beteiligt ist, ist in ihren Aussagen auch nicht konsistent. Die einen warnen Schulz vor der Groko, die anderen sagen, sein zweites Nein sei ein Fehler gewesen etc. - und der Kurswechsel der FDP muss ja nicht erwähnt sein. Machtkämpfe im Södhofer-Stadl. Seehofer betont, es gebe keinen Richtungsstreit, aber gibt zu, dass man sich zukünftig verändern müsse (Meisterleistung!). Wirklich gefestigt sind m.E. nur die Grünen und die AfD hervorgegangen. Die Grünen haben sich "realo"mäßig profiliert und rücken evtl. nach rechts; und die AfD wildert jetzt auch links und hat einen Nimbus, von dem die anderen Parteien träumen. Aus dieser größeren Perspektive sieht man schon, dass eine Krise (im pos. Sinn) herrscht. Und Krisen sind Momente, in denen Medien nichts vorhersagen können; je mehr sie aber berichten, desto verzerrter, emotionalisierter und fremder die Entscheidungsprozesse. Die Flüchtlingskrise hat daher auch nicht zur Thematisierung von Geld- und Sozialfragen geführt, sondern zu öfftl.-rechtl. Showauftritten der AfD und Burkaverboten. Das Schwanken geht durch die gesamte Parteienlandschaft, sollte aber nicht so negativ betrachtet werden. CSU/CDU z.B. haben längst Erneuerung nötig.


Da die SPD nicht soviel Vorstellungskraft besaß sich vorzustellen, dass Sondierungsgespräche auch scheitern können, kam sie durch Schulzens Absichtserklärung am Wahlabend, sich in die Opposition zurückziehen zu wollen, ins Schwanken. Sie hat bis heute nicht aufgehört zu schwanken.
Jetzt will Schulz vielleicht, vielleicht auch nicht, wieder in eine GroKo und die SPD Basis vielleicht, vielleicht auch nicht, doch lieber in der Opposition bleiben, oder vielleicht, vielleicht auch nicht, der Union eine Minderheitsregierung andienen.

Kein Wunder, dass sich Bürger und Medien fragen, quo vadis Schulz, quo vadis SPD? Den Raum zur Spekulation hat die SPD und nur die SPD selbst eröffnet.

Einige notwendige Korrekturen,

- Sondierungsgespräche abzubrechen ist kein Kurswechsel, die FDP ist immer noch die liberale Partei
- die Grünen wollen linksliberal werden, das ist keine Orientierung nach rechts
- die AfD befindet sich anteilig in Auflösung und der Rest ist in der Tat gefestigt endgültig rechtsaußen angekommen, eindeutig nichts, wovon seriöse Parteien träumen.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Dampflok94 » Mo 11. Dez 2017, 18:26

JJazzGold hat geschrieben:(11 Dec 2017, 14:48)

Ein gewisses Schwanken hat sich abgezeichnet, weshalb ich konstatierte:

Je länger ich Schulz beobachte, desto mehr verstärkt sich mein Eindruck, dass er nicht so recht weiß, wohin er mit seiner SPD will und wenn er es dann mal weiß, dann ist unklar ob die SPD Basis auch dorthin will.

Die Frage ist doch, gibt es eine positive Option für die SPD. Und wenn Herr Schulz da keine sieht, dann würde ich ihm das nicht vorwerfen. Ich sehe nämlich auch keine. Jemandem vorzuwerfen sich nicht mit Volldampf ins verderben zu stürzen, hielte für ziemlich merkwürdig.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Dez 2017, 18:31

Dampflok94 hat geschrieben:(11 Dec 2017, 18:26)

Die Frage ist doch, gibt es eine positive Option für die SPD. Und wenn Herr Schulz da keine sieht, dann würde ich ihm das nicht vorwerfen. Ich sehe nämlich auch keine. Jemandem vorzuwerfen sich nicht mit Volldampf ins verderben zu stürzen, hielte für ziemlich merkwürdig.


Ich auch, weshalb mich das kontinuierliche FDP Bashing durch die SPD und deren Vertreter höchst erstaunte.

Nichts desto trotz ist die Frage, wohin Schulz und die SPD jetzt geht, legitim. Denn dass man sich innerhalb der SPD nicht wirklich einig über den Weg ist, das war an den Parteitagen klar erkenntlich.

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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Dampflok94 » Mo 11. Dez 2017, 18:36

JJazzGold hat geschrieben:(11 Dec 2017, 18:31)

Ich auch, weshalb mich das kontinuierliche FDP Bashing durch die SPD und deren Vertreter höchst erstaunte.

Nichts desto trotz ist die Frage, wohin Schulz und die SPD jetzt geht, legitim. Denn dass man sich innerhalb der SPD nicht wirklich einig über den Weg ist, das war an den Parteitagen klar erkenntlich.

Die FDP hat die SPD in eine höchst unkommode Situation gebracht. Das macht sie jetzt nicht gerade sympathisch (für die SPD).

Und natürlich ist man sich nicht einig. Jede Option hat so ihre Tücken. Wobei ich meine, daß man erst mal jede klären muß. Wie soll man eine GroKo beurteilen, so lange inhaltlich nix geklärt ist? Wäre die CDU/CSU überhaupt zu einer Minderheitsregierung bereit? Das muß geklärt werden, bevor man was ausschließen kann.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Dez 2017, 18:48

Dampflok94 hat geschrieben:(11 Dec 2017, 18:36)

Die FDP hat die SPD in eine höchst unkommode Situation gebracht. Das macht sie jetzt nicht gerade sympathisch (für die SPD).

Und natürlich ist man sich nicht einig. Jede Option hat so ihre Tücken. Wobei ich meine, daß man erst mal jede klären muß. Wie soll man eine GroKo beurteilen, so lange inhaltlich nix geklärt ist? Wäre die CDU/CSU überhaupt zu einer Minderheitsregierung bereit? Das muß geklärt werden, bevor man was ausschließen kann.


Die FDP hat nicht die Funktion, die SPD zu pampern. Jetzt bringt die SPD eventuell die Union in eine unkomfortable Situation, soll sie darauf Rücksicht nehmen?
Na also.

Es ist nur meine ganz persönliche Meinung, aber mit dem Zögern, inzwischen soll der Bürger mit irgendeiner Regierung nicht erst zu Ostern, sondern erst zu Pfingsten rechnen, wird die SPD mehr Zustimmung verlieren, als sie ggfls. durch die zügige Absichtserklärung nach Jamaika, "packen wir es an", in eine erneute GroKo einzutreten verloren hätte.

Too little - too late.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Dampflok94 » Mo 11. Dez 2017, 18:53

JJazzGold hat geschrieben:(11 Dec 2017, 18:48)

Es ist nur meine ganz persönliche Meinung, aber mit dem Zögern, inzwischen soll der Bürger mit irgendeiner Regierung nicht erst zu Ostern, sondern erst zu Pfingsten rechnen, wird die SPD mehr Zustimmung verlieren, als sie ggfls. durch die zügige Absichtserklärung nach Jamaika, "packen wir es an", in eine erneute GroKo einzutreten verloren hätte.

Too little - too late.

So ist das mit den persönlichen Meinungen. Andere sind da der Überzeugung, würde die SPD zügig in die GroKo gehen, dann würde sie rasant an Zustimmung verlieren. Und das schlimmste für die SPD ist doch, vielleicht sind beide Meinungen richtig.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Dez 2017, 18:57

Dampflok94 hat geschrieben:(11 Dec 2017, 18:53)

So ist das mit den persönlichen Meinungen. Andere sind da der Überzeugung, würde die SPD zügig in die GroKo gehen, dann würde sie rasant an Zustimmung verlieren. Und das schlimmste für die SPD ist doch, vielleicht sind beide Meinungen richtig.


Wir werden nie wissen, welche Meinung letztendlich richtig war. ;)
Die SPD wird jetzt auf "no risk - no fun" setzen müssen.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon unity in diversity » Di 12. Dez 2017, 01:45

Im Rahmen einer Groko bevorzugt Schulz:

...Kooperationsmodelle mit festen Vereinbarungen nur in einigen Politikbereichen…

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 36502.html

Alle Themen, ohne feste Vereinbarungen, sind „nichts Genaues- weiß man nicht“, oder wahlweise „no risk-no fun“.
Über die offen gelassenen Politikbereiche, dürfe aber der Bundestag diskutieren.
Kernthemen unterliegen der Koalitionsdisziplin.
Ob die Basis von dieser reduzierten Taktik begeistert ist und auf eine Mitgliederbefragung verzichtet, muß man abwarten.
Es hängt wohl von den Kernthemen ab und von der allgemeinen Resignation und Politikverdrossenheit der Mitglieder.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Polibu

Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Polibu » Di 12. Dez 2017, 02:01

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Nov 2017, 19:38)

Schulz macht alles richtig.
Er hat am Wahlabend gesagt:
Keine GroKo mit uns.
Jamaika hat verhandelt und ist an der FDP gescheitert.
FDP hat mangels Masse sich aus der Verantwortung gezogen.
Nun ist aber eine Regierungskrise entstanden.
Und nun soll die SPD neu verhandeln.
Wie einfach ist das,
jetzt eigene Themen in einer Groko voranzubringen!
Nun macht doch endlich mal!


Die FDP hat sich nicht aus der Verantwortung gezogen. Sie wollte keine verantwortungslose CDU/CSU/Grünen Politik unterstützen.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 12. Dez 2017, 16:52

jorikke hat geschrieben:(11 Dec 2017, 17:59)

Die AfD hat einen "Nimbus" (Nimbus lt. Duden = Ansehen ) von dem die anderen Parteien träumen.
Könntest du bei einigen Nachdenken, mir verzeihen, dass ich den Satz nicht kapiere?


Nimbus ist eine religiöse Metapher, kennst Du vllt. von den orthodoxen Lichtscheiben hinter Heiligen. Wurde später auch für Ruhm verwendet. Und wenn es darum geht, Stimmen zu gewinnen, und sich zu vergrößern, heimst die AfD halt allen Ruhm ein, während wir in den Volksparteien schmähliche Niederlagen verzeichnen. So ehrlich muss man sein. Wer als Sozialdemokrat den Untergang seiner eigenen Partei in Sachsen-Anhalt über die Jahre mitverfolgen konnte, während die AfD überall mobilisiert, den lässt das nicht kalt.
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