Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

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JJazzGold
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Di 19. Dez 2017, 12:00

yogi61 hat geschrieben:(19 Dec 2017, 11:38)

Weil die Abschaffung des Solis nicht dazu beiträgt die Kluft zwischen Arm und Reich in diesem Land zu verringern.


Das schafft auch keine Reichensteuer.

Nachdem der SPD bewusst sein muss, dass sie die nicht durchsetzten kann, wollte Schäfer- Gümbel wohl nur die Verhandlungsmasse aufblasen.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon sünnerklaas » Di 19. Dez 2017, 15:07

JJazzGold hat geschrieben:(19 Dec 2017, 11:22)


Wie erklären Sich, dass sich die SPD in Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen in den anstehenden Gesprävchen nicht auf die Abschaffung des Soli konzentriert, sondern von einer Reichensteuer faselt, die selbst die Grünen bei der Sondierung zu Jamaika bereits über Bord geworfen hat?


Das wird nur die SPD-Spitze wissen. Es könnte sein, dass man davon ausgeht, dass bezüglich der Abschaffung des Solis sowieso inzwischen ein Konsens besteht.
Ich persönlich halte allerdings die Debette um den Solidaritätszuschlag auch für einen Popanz. Was sich für jeden Bürger sichtbar und spürbar negativ auswirkt - zum Beispiel durch marode Schulen und marode kommunale Straßen, ist die Gewerbesteuerumlage. Die Gewerbesteuer fließt zum großen Teil eigentlich in die kommunalen Kassen. Es ist allerdings so, dass durch den Solidarpakt I (nicht zu verwechseln mit dem Solidaritätszuschlag) große Teile der Einnahmen westdeutscher Kommunen einfach abgeschöpft werden und nach Ostdeutschland fließen.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon sünnerklaas » Di 19. Dez 2017, 15:12

JJazzGold hat geschrieben:(19 Dec 2017, 12:00)


Das schafft auch keine Reichensteuer.

Nachdem der SPD bewusst sein muss, dass sie die nicht durchsetzten kann, wollte Schäfer- Gümbel wohl nur die Verhandlungsmasse aufblasen.



Die Reichensteuer ist ein Popanz. Die Einnahmen dürften, selbst wenn alle sogenannten "Reichen" sie abführen würden, von den Einnahmen her überschaubar sein.
Ich frage mich überhaupt, warum man die ganze Zeit mit Einkommens- und Vermögenssteuern im Gange ist. Ich fände ja zum Beispiel eine Senkung oder sogar eine völlige Reform der Mehrwertsteuer sehr interessant...
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Di 19. Dez 2017, 18:18

sünnerklaas hat geschrieben:(19 Dec 2017, 15:07)

Das wird nur die SPD-Spitze wissen. Es könnte sein, dass man davon ausgeht, dass bezüglich der Abschaffung des Solis sowieso inzwischen ein Konsens besteht.
Ich persönlich halte allerdings die Debette um den Solidaritätszuschlag auch für einen Popanz. Was sich für jeden Bürger sichtbar und spürbar negativ auswirkt - zum Beispiel durch marode Schulen und marode kommunale Straßen, ist die Gewerbesteuerumlage. Die Gewerbesteuer fließt zum großen Teil eigentlich in die kommunalen Kassen. Es ist allerdings so, dass durch den Solidarpakt I (nicht zu verwechseln mit dem Solidaritätszuschlag) große Teile der Einnahmen westdeutscher Kommunen einfach abgeschöpft werden und nach Ostdeutschland fließen.


Unser “Problem“ ist, dass wir wenig kontrovers debattieren können. ;) Siehe auch Ihre nächste Antwort.
Wir stimmen in vielen Ansichten überein. Meinetwegen kann man gerne den Soli für mittlere und niedrige Einkommen abschaffen. Ca. 400 Euro per anno haben oder nicht haben, kann für eine Familie durchaus relevant sein. Ich bin durchaus gewillt, ihn weiterhin zu leisten, wenn er zweckgebunden wird, vorzugsweise in Bildungsinstitutionen.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Di 19. Dez 2017, 18:19

sünnerklaas hat geschrieben:(19 Dec 2017, 15:12)

Die Reichensteuer ist ein Popanz. Die Einnahmen dürften, selbst wenn alle sogenannten "Reichen" sie abführen würden, von den Einnahmen her überschaubar sein.
Ich frage mich überhaupt, warum man die ganze Zeit mit Einkommens- und Vermögenssteuern im Gange ist. Ich fände ja zum Beispiel eine Senkung oder sogar eine völlige Reform der Mehrwertsteuer sehr interessant...


Ich auch, die Mwst hätte schon längst reformiert werden müssen. :thumbup:
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon H2O » Di 19. Dez 2017, 18:24

JJazzGold hat geschrieben:(19 Dec 2017, 18:19)


Ich auch, die Mwst hätte schon längst reformiert werden müssen. :thumbup:


Schon deshalb, weil dieser Steuertyp jeden Mitbürger belastet, der wohnen, sich nähren und sich kleiden muß. Aber dieser Steuertyp ist doch weit verbreitet... er muß also auch sinnvolle Wirkung haben.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Di 19. Dez 2017, 18:35

H2O hat geschrieben:(19 Dec 2017, 18:24)

Schon deshalb, weil dieser Steuertyp jeden Mitbürger belastet, der wohnen, sich nähren und sich kleiden muß. Aber dieser Steuertyp ist doch weit verbreitet... er muß also auch sinnvolle Wirkung haben.


Er hat seinen Sinn, immerhin kommen dadurch rund 18,5 Mrd per Monat in den Steuertopf. Aber schauen Sie sich mal die Struktur an.
Es ist bizarr, wenn ein Reitpferd zum Grundbedarf zählt, oder die unterschiedliche Besteuerung von Holzschnitzeln, je nachdem wo sie anfallen.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon H2O » Di 19. Dez 2017, 18:45

JJazzGold hat geschrieben:(19 Dec 2017, 18:35)

Er hat seinen Sinn, immerhin kommen dadurch rund 18,5 Mrd per Monat in den Steuertopf. Aber schauen Sie sich mal die Struktur an.
Es ist bizarr, wenn ein Reitpferd zum Grundbedarf zählt, oder die unterschiedliche Besteuerung von Holzschnitzeln, je nachdem wo sie anfallen.


Tja, wenn die Höhe des Steueraufkommens aus der MWSt der Maßstab ist, dann habe ich wohl verspielt!
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon JJazzGold » Di 19. Dez 2017, 18:49

H2O hat geschrieben:(19 Dec 2017, 18:45)

Tja, wenn die Höhe des Steueraufkommens aus der MWSt der Maßstab ist, dann habe ich wohl verspielt!


Es spricht nichts dagegen, die Umsatzsteuer einer genauen Betrachtung zu unterziehen und sie entsprechend tatsächlichenm Grundbedarfs zu reformieren. Auch hier würde in der sog. Kürze die Würze liegen, sprich dem Bierdeckelprinzip.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Bielefeld09 » Di 19. Dez 2017, 19:13

JJazzGold hat geschrieben:(19 Dec 2017, 18:49)


Es spricht nichts dagegen, die Umsatzsteuer einer genauen Betrachtung zu unterziehen und sie entsprechend tatsächlichenm Grundbedarfs zu reformieren. Auch hier würde in der sog. Kürze die Würze liegen, sprich dem Bierdeckelprinzip.

Was für ein Grobfug?
Warum sollte sich Scholz bei Sondierungsverhandlungen für eine Steuerreform einsetzen?
Weniger Steuereinanhmen generiert mehr Armut.
Bittere einfache Wahrheiten.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon H2O » Di 19. Dez 2017, 19:39

JJazzGold hat geschrieben:(19 Dec 2017, 18:49)


Es spricht nichts dagegen, die Umsatzsteuer einer genauen Betrachtung zu unterziehen und sie entsprechend tatsächlichenm Grundbedarfs zu reformieren. Auch hier würde in der sog. Kürze die Würze liegen, sprich dem Bierdeckelprinzip.


Bei mir hat sich festgesetzt: Einfaches Steuerrecht = viele Ungerechtigkeiten mit Blick auf die Lebenssituation der Steuerzahler. Hochkompliziertes Steuerrrecht = Maschine zum Geld Drucken für große Anwaltskanzeleien und Banken. Ein Mittelweg wäre vielleicht nicht schlecht...
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon sünnerklaas » Mi 20. Dez 2017, 13:00

Bielefeld09 hat geschrieben:(19 Dec 2017, 19:13)

Was für ein Grobfug?
(...)
Bittere einfache Wahrheiten.



Was Du da ablieferst, ist die Paradeargumentation des Deutschen Bedenkenträgers.
Meine These: die Gesellschaft ist in Teilen derart verkrustet und erstarrt, dass keinerlei Innovation, ja nicht einmal neue Gedanken und Frischer Wind mehr möglich sind. Könnte ja schief gehem, das würde man noch bitter bereuen, besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach, früher war alles besser.
Sorry, aber dieser Fatalismus nervt total.
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Dampflok94 » Mi 20. Dez 2017, 21:20

Also gerade im Bereich der Märchensteuer wäre eine Vereinfachung mal angesagt. Da ist ein völlig wirrer Mist entstanden. Esel kosten 19%, Maulesel/Maultiere 7%. Was soll der Mist? Denn das ist kein einmaliger Ausrutscher. (Noch einer gefällig? Viele Gewüze 7%, Gewürzmischungen 19%) Oder der Schwachsinn, wenn sie dich mei McDoof fragen, ob man hier ist oder zummitnehmen. Weil der Steuersatz unterschiedlich ist. Hier könnte man einigen Unsinn bereinigen. Und das ganze aufkommensneutral.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon winkler » So 24. Dez 2017, 04:01

Solange die SPD nicht endlich wieder sozialdemokratisch wird, ist ihr scheitern in jeder Konstellation vorprogrammiert ...
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Wähler » So 24. Dez 2017, 07:28

winkler hat geschrieben:(24 Dec 2017, 04:01)
Solange die SPD nicht endlich wieder sozialdemokratisch wird, ist ihr scheitern in jeder Konstellation vorprogrammiert ...

Es wird aber für die SPD nicht reichen, wenn sie, wie 2013, nur für ihre gewerkschaftlich organisierte Klientel Verbesserungen bei der Rente herausholt. Der Vorschlag mit der Weiterbildung für Arbeitslosengeld-I-Bezieher ist leider wieder in der Versenkung verschwunden. Außerdem muss sie sich auch Angebote für selbständige Dienstleister in der sich zunehmend digitalisierenden Arbeitswelt überlegen. Nur wenn die SPD über den Tellerrand ihres traditionellen Milieus hinausschaut, hat sie eine Chance, von der 20%-Linie wegzukommen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Wie soll Schulz jetzt handeln (Scheitern Jamaika)

Beitragvon Antonius » Mo 1. Jan 2018, 15:44

Wie soll Martin Schulz jetzt handeln?

Eigentlich ganz einfach.
Er bittet die Kanzerin darum, zurückzutreten
und die CDU/CSU, die FDP und seine eigene Partei darum,
für ihn als Kanzler zu stimmen.
:cool:
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Immanuel Kant (1724-1804)

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