Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

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Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 24. Nov 2017, 17:44

Die neue schwarzgelbe Landesregierung will den Landeszuschuss zum Sozialticket für Hartzer abschaffen. Das Land spart dabei Kosten im Wert von 4 km Autobahn (ohne Leitplanken), für die Mobilität der Betroffenen ist es aber ein harter Einschnitt. In einem Landeshaushalt von 75 Milliarden geht es um 40 Millionen Euro. Das verbilligte Sozialticket kostet etwa 38 Euro. Im ALG 2 sind im Modellkorb für den Regelsatz etwa 26 Euro der Mobilität zugeordnet. Ein reguläres Ticket kommt merklich teurer. Es gibt rund 300.000 Nutzer, einige Millionen Berechtigte. In Berlin hat der Senat kürzlich den Preis des Sozialtickets auf den Referenzsatz im ALG 2 gesenkt, ca 26 Euro kostet der Armenfahrschein dort nun.

Glaubt ihr, dass Sozialtickets eine geeignete Methode sind, die Inklusion von Armen in Ballungsgebieten zu fördern? Wer weniger abgehängt ist, hängt weniger ab und kann leichter wieder Arbeit und Anschluß finden.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon KarlRanseier » Fr 24. Nov 2017, 17:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(24 Nov 2017, 17:44)

Die neue schwarzgelbe Landesregierung will den Landeszuschuss zum Sozialticket für Hartzer abschaffen. Das Land spart dabei Kosten im Wert von 4 km Autobahn (ohne Leitplanken), für die Mobilität der Betroffenen ist es aber ein harter Einschnitt. In einem Landeshaushalt von 75 Milliarden geht es um 40 Millionen Euro. Das verbilligte Sozialticket kostet etwa 38 Euro. Im ALG 2 sind im Modellkorb für den Regelsatz etwa 26 Euro der Mobilität zugeordnet. Ein reguläres Ticket kommt merklich teurer. Es gibt rund 300.000 Nutzer, einige Millionen Berechtigte. In Berlin hat der Senat kürzlich den Preis des Sozialtickets auf den Referenzsatz im ALG 2 gesenkt, ca 26 Euro kostet der Armenfahrschein dort nun.

Glaubt ihr, dass Sozialtickets eine geeignete Methode sind, die Inklusion von Armen in Ballungsgebieten zu fördern? Wer weniger abgehängt ist, hängt weniger ab und kann leichter wieder Arbeit und Anschluß finden.



Es geht ja nichts ums Geld. Davon hat die Schwarze Null doch viel mehr als genug.

Es geht der Politik natürlich darum, die Armen immer mehr an den Rand zu drängen. Jeden GeHartzten, der sich aufhängt oder wenigstens an schweren Depressionen erkrankt, verbuchen sie als Erfolg, weil er aus der Arbeitslosenstatistik verschwindet. Und in einem kulturlosen Land, in dem sich das Volk wirklich alles bieten lässt und selbst Weihnachtsbäume zu "überflüssigem Luxus" erklärt werden, ist es schon erstaunlich, dass Mobilität bezuschusst wurde.

Übrigens müssen sich GeHartzte auch verschulden. Sie sind nämlich dazu verpflichtet, zu Vorstellungsgesprächen zu fahren, was allerdings wiederum als "Privatvergnügen" gilt und von den Leuten selbst bezahlt werden muss. Aber natürlich müssen sie sich nicht verschulden, sie können alternativ dazu auch mal ein paar Tage aufs Essen verzichten...
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Quatschki » Fr 24. Nov 2017, 18:05

Die Hartz4-Sätze sind ja kalkuliert.
Und wer knapp drüber liegt, kriegt kein Hartz4, muß alles voll bezahlen,
ob das nun Fahrschein ist oder Fernsehgebühr.
Deshalb ist es auch eine Frage der Transparenz und der sozialen Gerechtigkeit, da nicht noch haufenweise zusätzliche versteckte Zugaben zu schaffen, sondern lieber den Leistungssatz entsprechend anzupassen.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Ebiker » Fr 24. Nov 2017, 18:09

KarlRanseier hat geschrieben:(24 Nov 2017, 17:57)


Übrigens müssen sich GeHartzte auch verschulden. Sie sind nämlich dazu verpflichtet, zu Vorstellungsgesprächen zu fahren, was allerdings wiederum als "Privatvergnügen" gilt und von den Leuten selbst bezahlt werden muss.


Das ist absoluter Unfug, Fahrtkosten für Bewerbungsgespräche werden erstattet. Allerdings muß man das vor der Fahrt beantragen und wohl in Vorkasse gehen.

Das Sozialticket zu streichen ist politischer Schwachsinn. Braucht man sich über wahlerfolge der AfD nicht zu wundern.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 24. Nov 2017, 18:11

Ebiker hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:09)

Das ist absoluter Unfug, Fahrtkosten für Bewerbungsgespräche werden erstattet. Allerdings muß man das vor der Fahrt beantragen und wohl in Vorkasse gehen.
.

Die Erstattung von Bewerbungsmaterial und Anfahrt ist ein kann.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 24. Nov 2017, 18:17

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(24 Nov 2017, 17:44)

Die neue schwarzgelbe Landesregierung will den Landeszuschuss zum Sozialticket für Hartzer abschaffen. Das Land spart dabei Kosten im Wert von 4 km Autobahn (ohne Leitplanken), für die Mobilität der Betroffenen ist es aber ein harter Einschnitt. In einem Landeshaushalt von 75 Milliarden geht es um 40 Millionen Euro. Das verbilligte Sozialticket kostet etwa 38 Euro. Im ALG 2 sind im Modellkorb für den Regelsatz etwa 26 Euro der Mobilität zugeordnet. Ein reguläres Ticket kommt merklich teurer. Es gibt rund 300.000 Nutzer, einige Millionen Berechtigte. In Berlin hat der Senat kürzlich den Preis des Sozialtickets auf den Referenzsatz im ALG 2 gesenkt, ca 26 Euro kostet der Armenfahrschein dort nun.

Glaubt ihr, dass Sozialtickets eine geeignete Methode sind, die Inklusion von Armen in Ballungsgebieten zu fördern? Wer weniger abgehängt ist, hängt weniger ab und kann leichter wieder Arbeit und Anschluß finden.


Ist wohl erst der Einstieg in den sozialen Kahlschlag den man bei schwarz-Gelb erwarten durfte.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon KarlRanseier » Fr 24. Nov 2017, 18:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:17)

Ist wohl erst der Einstieg in den sozialen Kahlschlag den man bei schwarz-Gelb erwarten durfte.



Die SPD hat den Sozialstaat wegreformiert, und nun brechen wohl auch die letzten Dämme. Man darf gespannt sein, wann auch Wohnen und Essen als "Luxus" definiert werden. Letztlich regiert die Wirtschaft, und die scheint seit GerHartz ganz besonders daran interessiert zu sein, Arbeitslose zu schikanieren und auszugrenzen, um auf diese Weise Arbeitnehmer mehr unter Druck setzen zu können.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 24. Nov 2017, 18:38

KarlRanseier hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:27)

Die SPD hat den Sozialstaat wegreformiert, und nun brechen wohl auch die letzten Dämme. Man darf gespannt sein, wann auch Wohnen und Essen als "Luxus" definiert werden. Letztlich regiert die Wirtschaft, und die scheint seit GerHartz ganz besonders daran interessiert zu sein, Arbeitslose zu schikanieren und auszugrenzen, um auf diese Weise Arbeitnehmer mehr unter Druck setzen zu können.

Das ist Quark. Die SPD hat den Sozialstaat gerettet. Die SPD musste ihn reformieren. Aus staatspolitischer Verantwortung wohl wissend das viele Wähler lieber den alten Sozialstaat behalten hätten. Aber er war nicht mehr bezahlbar. Er führte am Ende der Ära Kohl zu einer Situation wo die Sozialabgaben und Ausgaben die Betriebe sowie Arbeitnehmer durch immer höhere Sozialabgaben strangulierten.
Karl! Es ist nun mal so daß gute Politik nicht alle glücklich machen kann. Aber schau dich in Europa oder Amerika um. Unser Sozialstaat ist bei aller Kritik schon eine gute Absicherung. In vielen anderen Ländern in Europa oder in den USA wäre ich schon lange tot da es dort keine so gute Absicherung bei Krankheit gibt. Hier in D. haben die Sozialkassen einen 6stelligen Betrag ausgegeben um mir zu helfen. Das hätte ich selber nie aufbringen können. Ich weiß dies zu würdigen.

Ich habe manchmal den Eindruck das man gar nicht so richtig zu schätzen weiß was man hat wenn man in D. lebt.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon KarlRanseier » Fr 24. Nov 2017, 19:21

Alter Stubentiger hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:38)

Das ist Quark. Die SPD hat den Sozialstaat gerettet. Die SPD musste ihn reformieren. Aus staatspolitischer Verantwortung wohl wissend das viele Wähler lieber den alten Sozialstaat behalten hätten. Aber er war nicht mehr bezahlbar. Er führte am Ende der Ära Kohl zu einer Situation wo die Sozialabgaben und Ausgaben die Betriebe sowie Arbeitnehmer durch immer höhere Sozialabgaben strangulierten.
Karl! Es ist nun mal so daß gute Politik nicht alle glücklich machen kann. Aber schau dich in Europa oder Amerika um. Unser Sozialstaat ist bei aller Kritik schon eine gute Absicherung. In vielen anderen Ländern in Europa oder in den USA wäre ich schon lange tot da es dort keine so gute Absicherung bei Krankheit gibt. Hier in D. haben die Sozialkassen einen 6stelligen Betrag ausgegeben um mir zu helfen. Das hätte ich selber nie aufbringen können. Ich weiß dies zu würdigen.

Ich habe manchmal den Eindruck das man gar nicht so richtig zu schätzen weiß was man hat wenn man in D. lebt.



Du meinst, der Ungetönte wollte sparen? Wie passt denn diese Vorstellung zu der Tatsache, dass er Unternehmen und Großverdiener wesentlich stärker entlastet hat, als es sich die Faulen Dekadenten jemals hätten träumen lassen? Ich verstehe diese Logik nicht. Wenn ich mir morgen einen Ferrari kaufe, kann ich doch nicht zeitgleich meine Frau dafür kritisieren, dass sie die Butter vielleicht nicht im billigsten Supermarkt kaufte, oder? :?: :?: :?:

Die Rentenreform hatte auch kaum Spareffekte. Die Beiträge steigen, die Leistungen sinken. Genial, oder? Wie ist das möglich? Der GerHartz sorgte dafür, dass die Beiträge nicht mehr bei den Rentnern landen, sondern z.T. erstmal bei privaten Versicherungsunternehmen, die damit selbstverständlich, wie jedes Privatunternehmen, ein Maximum an Gewinnen erwirtschaften wollen. Ich schätze, dafür werden sie der SPD ewig dankbar sein, die Arbeitnehmer und Rentner allerdings weniger!

Richtig ist, dass die Sozen die Krankenversicherung nicht wegreformiert haben, sie wurden ja, Gott sei Dank, rechtzeitig abgewählt. Die Praxisgebühr hat selbst die Ärmsten kaum abgeschreckt, weshalb sie auch nicht vorzeitig "sozial verträglich ablebten", jedenfalls nicht wegen der abschreckenden Wirkung der finanziellen Belastung eines Arztbesuches.

Der Möchtegern-Großinquisitor Müntefering meinte einst: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen". Da er also intellektuell nichteinmal in der Lage ist, richtig zu zitieren, hätte es wohl auch dann, wenn er im Mittelalter gelebt hätte, nicht zum Inquisitor gereicht, dafür brauchte man zwar ähnlich viel Gewissenlosigkeit wie ein SPD-Funktionär, aber etwas Intellekt war schon notwendig...
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 24. Nov 2017, 20:03

Quatschki hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:05)

Die Hartz4-Sätze sind ja kalkuliert.
Und wer knapp drüber liegt, kriegt kein Hartz4, muß alles voll bezahlen

Wer über der Freigrenze liegt, bekommt sein alg gekürzt. 0 alg gibts erst bei Verdienst über Freigrenze+Alg. Da gibts dann noch Wohngeld, womit man in verschiedenen Verkehrsverbunden immer noch berechtigt zum Sozialticket ist.

Wer abzüglich miete, alg 2 und freigrenze noch Einkommen hat, ist vielleicht ärmer als der Durchschnitt und subjektiv arm, aber irgendwo muss die Grenze nun mal sein. Die Diskrepanz zwischen Mobilitätsanteil von alg 2 (ca 26 Euro) und einer Monatskarte zu senken (NRW) oder zu tilgen (Berlin) ist deswegen nicht verkehrt.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 24. Nov 2017, 20:04

Die Senkung des Spitzensteuersatzes als soziale Tat. Heute FDP-Tasse erwischt beim Kaffee? ;)
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 24. Nov 2017, 20:10

KarlRanseier hat geschrieben:(24 Nov 2017, 19:21)

Du meinst, der Ungetönte wollte sparen? Wie passt denn diese Vorstellung zu der Tatsache, dass er Unternehmen und Großverdiener wesentlich stärker entlastet hat, als es sich die Faulen Dekadenten jemals hätten träumen lassen? Ich verstehe diese Logik nicht. Wenn ich mir morgen einen Ferrari kaufe, kann ich doch nicht zeitgleich meine Frau dafür kritisieren, dass sie die Butter vielleicht nicht im billigsten Supermarkt kaufte, oder? :?: :?: :?:

Die Rentenreform hatte auch kaum Spareffekte. Die Beiträge steigen, die Leistungen sinken. Genial, oder? Wie ist das möglich? Der GerHartz sorgte dafür, dass die Beiträge nicht mehr bei den Rentnern landen, sondern z.T. erstmal bei privaten Versicherungsunternehmen, die damit selbstverständlich, wie jedes Privatunternehmen, ein Maximum an Gewinnen erwirtschaften wollen. Ich schätze, dafür werden sie der SPD ewig dankbar sein, die Arbeitnehmer und Rentner allerdings weniger!

Richtig ist, dass die Sozen die Krankenversicherung nicht wegreformiert haben, sie wurden ja, Gott sei Dank, rechtzeitig abgewählt. Die Praxisgebühr hat selbst die Ärmsten kaum abgeschreckt, weshalb sie auch nicht vorzeitig "sozial verträglich ablebten", jedenfalls nicht wegen der abschreckenden Wirkung der finanziellen Belastung eines Arztbesuches.

Der Möchtegern-Großinquisitor Müntefering meinte einst: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen". Da er also intellektuell nichteinmal in der Lage ist, richtig zu zitieren, hätte es wohl auch dann, wenn er im Mittelalter gelebt hätte, nicht zum Inquisitor gereicht, dafür brauchte man zwar ähnlich viel Gewissenlosigkeit wie ein SPD-Funktionär, aber etwas Intellekt war schon notwendig...


1. Die Einkommessteuerreform hat nichts mit Hartz IV zu tun und ist mit dem Einfluss der damals von allen Seiten bejubelten Wirtschaftswissenschaften erklärbar. Im Nachhinein ist man schlauer. Wobei ich nie was von den Theorien eines Milton Friedman hielt.
2. Vor der Rentenreform waren die Beiträge höher und es war abzusehen das sie ohne eine Reform durch die Decke gehen würden. Nimm einfach zur Kenntnis das immer mehr Rentner mit immer höherer Lebenserwartung zu immer höheren Kosten führen. Das ist nun mal so. Wie stark willst du die Jungen denn mit Abgaben belasten?

Ansonsten empfehle ich dir die Hasstiraden einfach mal wegzulassen. Kritik kann auch konstruktiv sein. Ist sie bei dir aber gar nicht. Du jammerst nur hast aber auch keine Lösungen. Mich stört auch viel an der SPD, Es gibt aber auch viel was sie bewegt hat. Ganz sicher mehr als die Union die nur die Agenda 2010 verwaltet und die Lobbyverbände der Industrie gewähren lässt (Dobrindt + Grohe)
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon KarlRanseier » Fr 24. Nov 2017, 20:55

Alter Stubentiger hat geschrieben:(24 Nov 2017, 20:10)

1. Die Einkommessteuerreform hat nichts mit Hartz IV zu tun und ist mit dem Einfluss der damals von allen Seiten bejubelten Wirtschaftswissenschaften erklärbar. Im Nachhinein ist man schlauer. Wobei ich nie was von den Theorien eines Milton Friedman hielt.
2. Vor der Rentenreform waren die Beiträge höher und es war abzusehen das sie ohne eine Reform durch die Decke gehen würden. Nimm einfach zur Kenntnis das immer mehr Rentner mit immer höherer Lebenserwartung zu immer höheren Kosten führen. Das ist nun mal so. Wie stark willst du die Jungen denn mit Abgaben belasten?

Ansonsten empfehle ich dir die Hasstiraden einfach mal wegzulassen. Kritik kann auch konstruktiv sein. Ist sie bei dir aber gar nicht. Du jammerst nur hast aber auch keine Lösungen. Mich stört auch viel an der SPD, Es gibt aber auch viel was sie bewegt hat. Ganz sicher mehr als die Union die nur die Agenda 2010 verwaltet und die Lobbyverbände der Industrie gewähren lässt (Dobrindt + Grohe)



1. Wenn ich einerseits mit Milliarden um mich werfe, andererseits aber behaupte, fast pleite zu sein, dann stimmt wohl irgendetwas nicht.

2.1. Ist nicht die Produktivität so stark gestiegen, dass man den "demographischen Wandel" ganz getrost vernachlässigen kann? Das Herumgereite auf dem "demographischen Wandel" ist, meine ich, versuchte Volksverdummung.

2.2. Der Staat wirtschaftet wesentlich besser als jedes Privatunternehmen. Das ist ja auch ganz leicht nachvollziehbar, dafür muss man nicht BWL studiert haben. Ein Privatunternehmen muss in erster Linie Profit machen. Dann muss es unzählige Aktionäre durchfüttern. Und letztlich sind deren Bonzen auch längst nicht so bescheiden wie Staatsbedienstete. Die Rentenreform diente ausschließlich dazu, den Privatversicherungen, die übrigens auch die "unabhängigen Experten" stellten, Kunden zukommen zu lassen. Und wenn ein Privatunternehmen mit vielen Rentnern pleite ist, muss auch wieder der Staat einspringen. Es ist doch Augenwischerei zu meinen, dass man mit so einer freundlichen Lobbypolitik Geld spart.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 25. Nov 2017, 15:56

KarlRanseier hat geschrieben:(24 Nov 2017, 20:55)

1. Wenn ich einerseits mit Milliarden um mich werfe, andererseits aber behaupte, fast pleite zu sein, dann stimmt wohl irgendetwas nicht.

2.1. Ist nicht die Produktivität so stark gestiegen, dass man den "demographischen Wandel" ganz getrost vernachlässigen kann? Das Herumgereite auf dem "demographischen Wandel" ist, meine ich, versuchte Volksverdummung.

2.2. Der Staat wirtschaftet wesentlich besser als jedes Privatunternehmen. Das ist ja auch ganz leicht nachvollziehbar, dafür muss man nicht BWL studiert haben. Ein Privatunternehmen muss in erster Linie Profit machen. Dann muss es unzählige Aktionäre durchfüttern. Und letztlich sind deren Bonzen auch längst nicht so bescheiden wie Staatsbedienstete. Die Rentenreform diente ausschließlich dazu, den Privatversicherungen, die übrigens auch die "unabhängigen Experten" stellten, Kunden zukommen zu lassen. Und wenn ein Privatunternehmen mit vielen Rentnern pleite ist, muss auch wieder der Staat einspringen. Es ist doch Augenwischerei zu meinen, dass man mit so einer freundlichen Lobbypolitik Geld spart.


1-Nochmal: Steuern und Sozialabgaben sind verschiedene Dinge. Und zweitens weiß jeder, mit dem Wissen von heute (!!!), das die Senkung des Einkommenssteuersatzes ein Fehler war. Das wird auch kein heute aktiver SPD Politiker abstreiten. Damals hat man gesehen wie die USA und GB mit so einer Steuersenkung eine Scheinblüte erlebten. Das sah damals unglaublich gut aus. Darum fühlte man sich genötigt dies nachzumachen. Gleiches gilt auch die Liberalisierung der Finanzmärkte in ganz Europa. Alle haben sich blenden lassen. Nur dass die SPD aus Fehlern lernte. FDP und AFD sind dagegen sind heute noch marktradikal.

2. Die Produktivität steigt mit Sicherheit bei den Dax-Konzernen so wie du es annimmst. Die allermeisten Beschäftigten arbeiten aber in kleinen und mittleren Betrieben und die müßen wirklich kämpfen um am Markt bestehen zu können. Da kann man nicht einfach immer mehr abgreifen. Wo wirklich was zu holen wäre ist an den Finanzmärkten. Dort kann und sollte der Staat viel mehr kassieren. Das wollte Peer Steinbrück und wurde daraufhin mit einer Schmutzkampagne vor der Wahl medial hingerichtet. Davon abgesehen ist es schwierig solche Dinge mit nationalen Alleingängen zu regeln.

Der letzte Teil deines Postings ist für mich an keiner Stelle nachvollziehbar. Das sind Ansichten aus der SED-Mottenkiste.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon KarlRanseier » Sa 25. Nov 2017, 16:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(25 Nov 2017, 15:56)

1-Nochmal: Steuern und Sozialabgaben sind verschiedene Dinge. Und zweitens weiß jeder, mit dem Wissen von heute (!!!), das die Senkung des Einkommenssteuersatzes ein Fehler war. Das wird auch kein heute aktiver SPD Politiker abstreiten. Damals hat man gesehen wie die USA und GB mit so einer Steuersenkung eine Scheinblüte erlebten. Das sah damals unglaublich gut aus. Darum fühlte man sich genötigt dies nachzumachen. Gleiches gilt auch die Liberalisierung der Finanzmärkte in ganz Europa. Alle haben sich blenden lassen. Nur dass die SPD aus Fehlern lernte. FDP und AFD sind dagegen sind heute noch marktradikal.

2. Die Produktivität steigt mit Sicherheit bei den Dax-Konzernen so wie du es annimmst. Die allermeisten Beschäftigten arbeiten aber in kleinen und mittleren Betrieben und die müßen wirklich kämpfen um am Markt bestehen zu können. Da kann man nicht einfach immer mehr abgreifen. Wo wirklich was zu holen wäre ist an den Finanzmärkten. Dort kann und sollte der Staat viel mehr kassieren. Das wollte Peer Steinbrück und wurde daraufhin mit einer Schmutzkampagne vor der Wahl medial hingerichtet. Davon abgesehen ist es schwierig solche Dinge mit nationalen Alleingängen zu regeln.

Der letzte Teil deines Postings ist für mich an keiner Stelle nachvollziehbar. Das sind Ansichten aus der SED-Mottenkiste.



Wieso ist der letzte Teil nicht nachvollziehbar? Die staatliche RV hat bestens funktioniert und zwei Weltkriege überstanden. Sie sorgte nicht nur dafür, dass deutsche Rentner im Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung geradezu unverschämt viel Geld zur Verfügung hatten, sondern die jeweiligen Regierungen bedienten sich aus dieser Kasse. Nur ca. 1% der Beiträge wurde zur Verwaltung und zur Bezahlung der Beamten dort aufgewendet. Die Sozen an der Macht waren allerdings das Ende dieses Teils des Sozialstaates.

Bei einer privaten KV verschwinden MINDESTENS 20% der Beiträge, und zwar in der Portokasse des Unternehmens, bei seinen Aktionären und in den Taschen des Betrügers, der den jeweiligen Vertrag zum Wohle der Versicherung verkaufte ("Provision").

Rate mal, wie alt ein Durschnittsverdiener werden muss, um die Beiträge, die er z.B. in eine Rieserrente steckt, wieder herauszubekommen. Und dabei subventionieren er und alle Steuerzahler die Versicherungen auch noch damit! Herr Heesters hätte sicherlich profitiert, aber ein Mensch, der vielleicht "nur" 90 Jahre alt wird, wird über den Tisch gezogen...

Es wäre besser für Deutschland gewesen, wenn der GerHartz den Amigos mal eben 150 Milliarden Euro aus der Staatskasse geschenkt, dafür aber die staatliche Rente nicht abgewrackt und den Versicherungsbonzen keinen Sozialismus auf Steuerzahlerkosten beschert hätte.

Wie bescheuert die Ideologie der Marktextremen in allen Hartzparteien ist, sieht man außerdem schon allein daran, dass man den Versicherungen aufgrund der Reformen eine sozialistische Bestandsgarantie geben musste. Die Sozen stehen für SED-Ideologie, allerdings mit dem Unterschied, dass sie die Gewinne selbstverständlich nicht verstaatlichen wollen, nur eben die Verluste.

Hier wird's recht gut erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=6DX83CNePJw

Erstaunlich eigentlich, dass man diese Sendung noch nicht verboten hat. Satire hat es ja in Deutschland auch nicht mehr so leicht wie früher, besonders dann, wenn sie, wie DIE ANSTALT, gelegentlich auch die tatsächlichen Machtverhältnisse zeigt.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Boracay » Sa 25. Nov 2017, 20:22

KarlRanseier hat geschrieben:Nur ca. 1% der Beiträge wurde zur Verwaltung und zur Bezahlung der Beamten dort aufgewendet. Die Sozen an der Macht waren allerdings das Ende dieses Teils des Sozialstaates.

Bei einer privaten KV verschwinden MINDESTENS 20% der Beiträge


Im Schnitt sind es in Deutschland 10,8% Verwaltungskosten, bei der gesetzlichen Rente sind es 1,2%, was trotz der chronisch dummen und faulen staatlichen Beschäftigten kein Kuststück ist mittels Zwangsbeitrag ohne Vertrieb, Makler, Marketing,... brauchst ja alles nicht. Die GRV ist so gut wie eh und je, heute bekommt man dank gestiegener Lebenserwartung fast doppelt so viel Rente wie vor 30 Jahren und der Nachhaltigkeitsfaktor lässt die Renten immer noch weiter steigen, zumindest derzeit.

Rate mal, wie alt ein Durschnittsverdiener werden muss, um die Beiträge, die er z.B. in eine Rieserrente steckt, wieder herauszubekommen.


Na dann lass das doch. Keiner zwingt dich dazu.

Es wäre besser für Deutschland gewesen, wenn der GerHartz den Amigos mal eben 150 Milliarden Euro aus der Staatskasse geschenkt, dafür aber die staatliche Rente nicht abgewrackt und den Versicherungsbonzen keinen Sozialismus auf Steuerzahlerkosten beschert hätte.


Wo genau würde die staatliche Rente denn beschnitten??
Heute bekommt ein Rentner gut doppelt so viel raus wie vor 30 Jahren, aber auch linkem Dreckspack reicht das nicht?
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Boracay » Sa 25. Nov 2017, 20:25

KarlRanseier hat geschrieben:2.2. Der Staat wirtschaftet wesentlich besser als jedes Privatunternehmen.


Schon mal auf einem Amt gewesen? Die Leute dort sind derart Faul, dumm, langsam, hinterwäldlerisch,.... meine ExFrau war Finanzbeamtin. Ihr Kommentar zur Einführung der 41 Stunden Woche: „Nochmal eine Stunde blöd rum sitzen...“
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Boracay » Sa 25. Nov 2017, 20:29

KarlRanseier hat geschrieben: Und in einem kulturlosen Land, in dem sich das Volk wirklich alles bieten lässt und selbst Weihnachtsbäume zu "überflüssigem Luxus" erklärt werden, ist es schon erstaunlich, dass Mobilität bezuschusst wurde.


Komisch dass du dich als links Spinner über sowas aufregst. Das Sozialticket war eine Migrantensubvention denn die Mehrheit der Hartzer sind Migranten (allein schon 18% Flüchtlinge).
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Ebiker » Sa 25. Nov 2017, 20:31

Boracay hat geschrieben:(25 Nov 2017, 20:22)




Wo genau würde die staatliche Rente denn beschnitten??
Heute bekommt ein Rentner gut doppelt so viel raus wie vor 30 Jahren, aber auch linkem Dreckspack reicht das nicht?


Nee, reicht nicht, oder sind die Preise wie vor 30 Jahren ?
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Minimal gespart, maximal hart. Nrw streicht Sozialticket

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 25. Nov 2017, 20:32

Boracay hat geschrieben:(25 Nov 2017, 20:22)



Heute bekommt ein Rentner gut doppelt so viel raus wie vor 30 Jahren, aber auch linkem Dreckspack reicht das nicht?

Ist sowas eine Meldung wert, weil du nur linke als " Dreckspack" bezeichnest
und die rechte nicht bezeichnest.
Ach was!
Und zum Thema hast du was zu sagen?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(

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