Warum driftet Deutschland nach rechts?

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Warum driftet Deutschland nach rechts?

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zollagent
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon zollagent » Di 24. Jul 2018, 17:47

firlefanz11 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:40)

Simple Denke ist lediglich jene welche postuliert, dass alles von der eigenen Position abweichende räääächts ist...
Differenzierung ist Euch nicht möglich aber passt scho...



Doch, ist durchaus möglich und wird auch praktiziert. Die Simplifizierung, die auch du wieder mal betreibst (siehe Unterstreichung), zeugt davon, daß du doch der bist, der hier pauschaliert und das damit einhergehende Opfergeweine ist einfach nur .... abstoßend!

firlefanz11 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:40)Ja, zum Glück...



...allerdings einem Glück, an dem du mit deinen Vorstellungen wenig Anteil hast.


firlefanz11 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:40) :D Jo! Wenn dann eine Wagenknecht als räächts abgestempelt wird weil sie es wagt was gegen unkontrollierte Migration zu sagen, sieht man das... :thumbup:


Niemand mit etwas Verstand muß die schwachsinnigen Parolen der Rechtsdraußen ernst nehmen. Und als Grundlage für eine Diskussion taugt das auch nur in den alternativen Welten, in denen sich unsere "Weltenretter" gerne bewegen. Radikale Positionen lassen sich bei den Außenflügeln der politischen Landschaft offensichtlich eher vereinen als bei der Mehrheit der Menschen.



firlefanz11 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:40)Nur wäre es nicht die Pflicht der Kräfte, die demokratisch vereinbar denken u. handeln, jene die es nicht tun in die Schranken zu weisen?



Eben das tun wir hier, und Leute wie du haben nichts anderes zu tun, als rumzuopfern, wie ungerecht RÄÄCHTS so behandelt würde. ;)



firlefanz11 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:40)Hätte bei der AfD auch passieren müssen, nur leider wurde die so schnell infiltriert, dass Lucke & Co sich plötzlich in der Minderheit befanden.
Muss zugeben da habe ich zunächst auch nur gedacht das wäre linke Propaganda aber kann auch mal passieren...



Wenn man mal ansieht, als was die AfD mal gestartet ist, nämlich eine wirtschaftskritische Partei, und wie schnell sie zu einer Rassistenvereinigung mit Anleihen an unselige Tausend Jahre degeneriert ist, und wie schnell die ursprünglichen Führer da abgesprungen sind, kann man nur noch staunen. NEIN-Sagen, egal, zu was, das scheint unwiderstehlich anziehend für die gefühlten Verlierer zu sein. Übrigens, selbst wenn ein Herr Lucke weniger radikal als die jetzigen Galionsfiguren sein sollte, so war er doch einer derjenigen, die den Weg bereitet haben. Daher kann ich kein Mitleid mit ihm empfinden.

firlefanz11 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:40)Echt?! Die CSU lehnt viele Grundsätze der Demokratie ab? Steile These...! :thumbup:



Die Gleichheit aller Menschen ist gewissen Leuten schon lange aus dem Gedächtnis entschwunden. :rolleyes: Und "Christen", die andere Menschen ablehnen, weil sie irrationale Ängste vor sich her schieben, sind keine "steile These", sondern rauhe Wirklichkeit. Und nun sinniere mal darüber nach, wofür das "C" und wofür das "S" im Parteinamen stehen könnte. Kleiner Tipp, für das, was einen Herrn Seehofer und einen Herrn Söder umtreibt, steht das ganz sicher nicht. Denk mal über einen christlichen Grundsatz nach: "Was Ihr dem Geringsten unter den Menschen antut, das habt Ihr mir getan". Ob das Handeln der CSU damit noch übereinstimmt?


firlefanz11 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:40)Bei den Parteien evtl. nicht bei den Anhängern der linken- u. rechten Lager allerdings schon, wie man hier immer wieder zu lesen bekommt.
Je extremer die Position desto symmetrischer sind Argumentation, Verhalten u. Mittel der Wahl um gegen die Gegner vorzugehen.
Und da ich mich in der Mitte befinde werde ich auch nicht müde immer wieder darauf hinzuweisen.


Na ja, von der Mitte dürftest gerade DU weit entfernt sein. Es ist nun mal so, daß es nicht nur die Lager "Rechts" und "Links" gibt. Das sind Randgruppen. Die Mitte steht weitaus liberaler da, wie gerade die (fallenden) Zustimmungswerte der CSU beweisen. Mitleidsheischen, weil man ja ach so verfolgt sei, das macht nur lächerlich, nicht hilfsbedürftig.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon ThorsHamar » Di 24. Jul 2018, 18:03

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 17:31)

Möchtest du behaupten,
das die AfD ein Sammelbecken für empörte Demokratiewächter sind?
Nur eine Verständnisfrage.


Nein, keine Ahnung, wie Du darauf kommst ....
Die AfD, wie auch Pegida und Co., ist das Ergebnis von praktizierter Politik und eben kein mystisches Ereignis irgendeines "Rechtdrifts" von auf einmal noch blöder gewordenen Wählern ....
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 18:32

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2018, 19:03)

Nein, keine Ahnung, wie Du darauf kommst ....
Die AfD, wie auch Pegida und Co., ist das Ergebnis von praktizierter Politik und eben kein mystisches Ereignis irgendeines "Rechtdrifts" von auf einmal noch blöder gewordenen Wählern ....

Die Afd, Pegida und Reichsbürger machen eben keinen Rechtsdrift deutlich.
Sie sind nur der Stimmungskanal für das,
was in ca.20% der deutschen Bevölkerung schon immer innewohnte!
Das ist eben kein Versagen des aktuellen Systems!
Mindestens 70% sind anderer Meinung und
drücken das allerdings anders aus!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon ThorsHamar » Di 24. Jul 2018, 18:48

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 19:32)

Die Afd, Pegida und Reichsbürger machen eben keinen Rechtsdrift deutlich.
Sie sind nur der Stimmungskanal für das,
was in ca.20% der deutschen Bevölkerung schon immer innewohnte!
Das ist eben kein Versagen des aktuellen Systems!
Mindestens 70% sind anderer Meinung und
drücken das allerdings anders aus!


Und?
Wenn es Parteien, durch ihre jahrelange Beschäftigung mit sich selbst und ihrer, praktisch marktwirtschaftlich orientierten Stromlinienförmigkeit, nicht mehr schaffen, das Vertrauen von Wählern zu gewinnen, beschädigt und bedroht das die Demokratie!!
Und wenn dann Parteien mit Parolen auftreten, welche immerhin teilweise den Wählerwillen plakativ abbilden, dann passiert wieder Demokratie und die Etablierten staunen und können damit nicht umgehen, weil die heile Welt auf einmal nicht mehr existiert ....
Auch das schadet dem hohen Gut Demokratie!
Wir brauchen wieder erkennbare Parteiprofile, mit Opposition, wieder hin zur Mitte.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 18:58

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2018, 19:48)

Und?
Wenn es Parteien, durch ihre jahrelange Beschäftigung mit sich selbst und ihrer, praktisch marktwirtschaftlich orientierten Stromlinienförmigkeit, nicht mehr schaffen, das Vertrauen von Wählern zu gewinnen, beschädigt und bedroht das die Demokratie!!
Und wenn dann Parteien mit Parolen auftreten, welche immerhin teilweise den Wählerwillen plakativ abbilden, dann passiert wieder Demokratie und die Etablierten staunen und können damit nicht umgehen, weil die heile Welt auf einmal nicht mehr existiert ....
Auch das schadet dem hohen Gut Demokratie!
Wir brauchen wieder erkennbare Parteiprofile, mit Opposition, wieder hin zur Mitte.

Nun mal ehrlich!
Das Rumgemotze auf bestehende Parteien ist verständlich,
aber warum gehst du nicht in eine Partei und änderst das?
Was hindert dich einen Rechtsdrift zu verhindern?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon ThorsHamar » Di 24. Jul 2018, 19:23

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 19:58)

Nun mal ehrlich!
Das Rumgemotze auf bestehende Parteien ist verständlich,
aber warum gehst du nicht in eine Partei und änderst das?
Was hindert dich einen Rechtsdrift zu verhindern?


Gar nichts. Ich bin politisch aktiv und ich schreibe hier in einem Strang "Warum driftet Deutschland nach rechts?" und bin der Meinung, dass diese Frage Blödsinn ist, weil Deutschland gar nicht nach Rechts driftet, sondern diese Einschätzung lediglich ein Ergebnis linker Orientierung ist.
So what ....
Zuletzt geändert von ThorsHamar am Di 24. Jul 2018, 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Al-Suna » Di 24. Jul 2018, 19:23

Aus meiner Sicht war dieser Rechtsruck dringend nötig um den Linksruck den wir in den 10 Jahren davor durchgemacht haben, wieder auszugleichen. Ich bin sehr zufrieden mit der aktuellen politischen Diskussion. Es ist beinahe wieder erlaubt in Deutschland verschiedene Meinungen zu haben. Zumindest darf man ab und zu auch mal gaaaanz vorsichtig darauf hinweisen, dass es durchaus ernsthafte Probleme mit Immigranten gibt.

Warum der Rechtsruck begann, fand eine Studie heraus:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 15172.html
"Statt kritisch zu berichten, habe der „Informationsjournalismus die Sicht, auch die Losungen der politischen Elite“ übernommen und sei selbst mehr als politischer Akteur denn als neutraler Beobachter aufgetreten.... Andersdenkende seien diskursiv ausgegrenzt worden. Haller geht davon aus, dass dies eine „Frontbildung“ in der Gesellschaft befördert habe“.

Jupp, die Neutralität der Berichterstattung war schonmal besser in den 90igern. Und jupp, was anderes als "herzlich Willkommen" zu egal welcher Sorte Immigrant durfte 2015 und 2016 auch keiner sagen, sonst war man ein Nazi.
Endlich können wir wieder halbwegs ehrlich diskutieren, wo es Probleme gibt und wie man diese lösen kann.

سلام عليكم

PS: um Vorurteilen vorzubeugen, nein ich bin kein AfD-Wähler (das ist leider immer noch ein gesellschaftliches Tabu - heehee), ich bin Feminist :p
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 19:37

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2018, 20:23)

Gar nichts. Ich bin politisch aktiv und ich schreibe hier in einem Strang "Warum driftet Deutschland nach rechts?" und bin der Meinung, dass diese Frage Blödsinn ist, weil Deutschland gar nicht nach Rechts driftet, sondern diese Einschätzung lediglich ein Ergebnis linker Orientierung ist.
So what ....

Genau, aber wer sich in der Politik bewegt,
der weiss doch, das links und rechts keine politischen Inhalte sind
und sich Sachthemen nur in entsprechenden Gremien lösen lassen.
Was meinst du denn hier zum Thema ? :?:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon ThorsHamar » Di 24. Jul 2018, 19:39

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 20:37)

Genau, aber wer sich in der Politik bewegt,
der weiss doch, das links und rechts keine politischen Inhalte sind
und sich Sachthemen nur in entsprechenden Gremien lösen lassen.
Was meinst du denn hier zum Thema ? :?:


Habe ich doch schon längst geschrieben ...
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 19:58

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2018, 20:39)

Habe ich doch schon längst geschrieben ...

Ja, aber du schaltest nicht anscheinend nicht um!
Die Probleme sind klar, wir haben eine Meinung in Deutschland!
Aber definier endlich, was die Mitte ist.
Das ist das, wo die Rechten Demokratie zerreiben!
Und willst du das?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Progressiver » Di 24. Jul 2018, 20:14

Al-Suna hat geschrieben:(24 Jul 2018, 20:23)

Aus meiner Sicht war dieser Rechtsruck dringend nötig um den Linksruck den wir in den 10 Jahren davor durchgemacht haben, wieder auszugleichen. Ich bin sehr zufrieden mit der aktuellen politischen Diskussion. Es ist beinahe wieder erlaubt in Deutschland verschiedene Meinungen zu haben. Zumindest darf man ab und zu auch mal gaaaanz vorsichtig darauf hinweisen, dass es durchaus ernsthafte Probleme mit Immigranten gibt.

Warum der Rechtsruck begann, fand eine Studie heraus:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 15172.html
"Statt kritisch zu berichten, habe der „Informationsjournalismus die Sicht, auch die Losungen der politischen Elite“ übernommen und sei selbst mehr als politischer Akteur denn als neutraler Beobachter aufgetreten.... Andersdenkende seien diskursiv ausgegrenzt worden. Haller geht davon aus, dass dies eine „Frontbildung“ in der Gesellschaft befördert habe“.

Jupp, die Neutralität der Berichterstattung war schonmal besser in den 90igern. Und jupp, was anderes als "herzlich Willkommen" zu egal welcher Sorte Immigrant durfte 2015 und 2016 auch keiner sagen, sonst war man ein Nazi.
Endlich können wir wieder halbwegs ehrlich diskutieren, wo es Probleme gibt und wie man diese lösen kann.

سلام عليكم

PS: um Vorurteilen vorzubeugen, nein ich bin kein AfD-Wähler (das ist leider immer noch ein gesellschaftliches Tabu - heehee), ich bin Feminist :p



Es gab in den letzten zehn Jahren keinen Linksruck. Einen solchen gab es 1998 in der Republik, als die Leute Helmut Kohl abwählen wollten. Auch ich habe damals Rot-Grün gewählt in der Hoffnung, dass diese eine ähnliche Politik machen würden wie seinerzeit die sozialliberale Koalition mit Willy Brandt. Freilich erweitert um die ökologische Komponente. In den Augen vieler Bürger hat aber Gerhard Schröder nicht die sozialen Versprechen erfüllt, die man auf ihn gesetzt hat. Spätestens 2005 blieben viele SPD-Wähler dann enttäuscht zu Hause. Augenscheinlich kam es schon damals zu einem Rechtsruck, da ab dann Angela Merkel Kanzlerin wurde. Die Bankenrettung ab 2008ff war ebenfalls kein LInksruck. Vielmehr hatten die Sozialdemokraten ihre Glaubwürdigkeit verspielt, so dass Rot-Rot-Grün im Endeffekt heute keine politischen Mehrheiten im Parlament finden würde. Die SPD hat ihre Umfragewerte mehr als halbiert. Und dies wurde nicht von den LINKEN oder den Grünen aufgefangen.

Die Desperados unter den deutschen Wählern klammern sich jetzt an die AfD. Aber diese wird ihnen weder besser bezahlte Jobs bringen noch mehr bezahlbare Sozialwohnungen da, wo sie auch gebraucht werden.

Und was meinst du zu den Medien in den 1990ern? Etwa die Themen Mölln, Solingen, Hoyerswerda? Damals gab es einen Aufschrei, als Nazis Ausländerwohnungen angezündet hatten. Heute scheint das niemanden zu interessieren, was der NSU-Komplex in den Folgejahren getrieben hat bzw. wie tief verstrickt der Verfassungsschutz in diese Sache war.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Al-Suna » Di 24. Jul 2018, 20:26

Progressiver hat geschrieben:(24 Jul 2018, 21:14)

Es gab in den letzten zehn Jahren keinen Linksruck. Einen solchen gab es 1998 in der Republik, als die Leute Helmut Kohl abwählen wollten. Auch ich habe damals Rot-Grün gewählt in der Hoffnung, dass diese eine ähnliche Politik machen würden wie seinerzeit die sozialliberale Koalition mit Willy Brandt. Freilich erweitert um die ökologische Komponente. In den Augen vieler Bürger hat aber Gerhard Schröder nicht die sozialen Versprechen erfüllt, die man auf ihn gesetzt hat. Spätestens 2005 blieben viele SPD-Wähler dann enttäuscht zu Hause. Augenscheinlich kam es schon damals zu einem Rechtsruck, da ab dann Angela Merkel Kanzlerin wurde. Die Bankenrettung ab 2008ff war ebenfalls kein LInksruck. Vielmehr hatten die Sozialdemokraten ihre Glaubwürdigkeit verspielt, so dass Rot-Rot-Grün im Endeffekt heute keine politischen Mehrheiten im Parlament finden würde. Die SPD hat ihre Umfragewerte mehr als halbiert. Und dies wurde nicht von den LINKEN oder den Grünen aufgefangen.

Die Desperados unter den deutschen Wählern klammern sich jetzt an die AfD. Aber diese wird ihnen weder besser bezahlte Jobs bringen noch mehr bezahlbare Sozialwohnungen da, wo sie auch gebraucht werden.

Und was meinst du zu den Medien in den 1990ern? Etwa die Themen Mölln, Solingen, Hoyerswerda? Damals gab es einen Aufschrei, als Nazis Ausländerwohnungen angezündet hatten. Heute scheint das niemanden zu interessieren, was der NSU-Komplex in den Folgejahren getrieben hat bzw. wie tief verstrickt der Verfassungsschutz in diese Sache war.

Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten Jahren Molotovcocktails auf bewohnte Flüchtlingsheime geworfen wurden.....anders als in den 90igern.

Dann findest du also die Studie der Otto-Brenner-Stiftung für Schwachsinn? und es gab keine Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit???? Diese Meinung wird durch die Studie widerlegt.
Vielleicht lieber erstmal lesen? https://www.otto-brenner-stiftung.de/wi ... en-medien/

Es gab sehr wohl einen Linksruck der Mitte, aufgrund des Linksrucks der CDU unter Angela Merkel.


Progressiver hat geschrieben:Die Desperados unter den deutschen Wählern klammern sich jetzt an die AfD. Aber diese wird ihnen weder besser bezahlte Jobs bringen noch mehr bezahlbare Sozialwohnungen da, wo sie auch gebraucht werden.

allerdings werden sie das nicht. Gibts jemanden der das erwartet? :?
Zuletzt geändert von Al-Suna am Di 24. Jul 2018, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Alexyessin » Di 24. Jul 2018, 20:31

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2018, 16:32)

Wenn man einen "Gesprächspartner" hat, der nicht folgen kann, muss ich mich nicht bewegen. Es gibt hier genügend User, mit denen ich mich vorzüglich unterhalten kann, gerade im Disput.
Meine Erklärung ist EINDEUTIG, es gab auch keine "Gegenfrage", sondern ich habe meine Frage an MEINE Erklärung angehängt.
Hier nochmal meine Antwort, ohne Frage:
1. Die "Partei" der Nichtwähler wuchs seit Jahren.
2. Ein Sammelbecken wie die AfD wird zur ( scheinbaren ) Alternative, sogar für Parteimitglieder von Linke.
Beide Punkte sind Belege für das Missachten der Demokratie durch die Parteien, welche ( hier kein Fragewort! ) die Möglichkeit gehabt hätten, diese gefährliche Entwicklung zu vermeiden!


Immer noch keine Belege für undemokratisches Verhalten. Kann hier jeder lesen das du dich mit deiner Antwort drückst.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon ThorsHamar » Di 24. Jul 2018, 20:47

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 20:58)

Ja, aber du schaltest nicht anscheinend nicht um!
Die Probleme sind klar, wir haben eine Meinung in Deutschland!
Aber definier endlich, was die Mitte ist.
Das ist das, wo die Rechten Demokratie zerreiben!
Und willst du das?


Ich habe im Strang "Was ist die Mitte der Gesellschaft" geschrieben, was für mich die Mitte ist.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 21:01

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2018, 21:47)

Ich habe im Strang "Was ist die Mitte der Gesellschaft" geschrieben, was für mich die Mitte ist.

Dann äussere das auch in diesem Strang!
Wir sind hier eben nicht bei Watts App! :D
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Progressiver » Di 24. Jul 2018, 21:12

Al-Suna hat geschrieben:(24 Jul 2018, 21:26)

Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten Jahren Molotovcocktails auf bewohnte Flüchtlingsheime geworfen wurden.....anders als in den 90igern.

Dann findest du also die Studie der Otto-Brenner-Stiftung für Schwachsinn? und es gab keine Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit???? Diese Meinung wird durch die Studie widerlegt.
Vielleicht lieber erstmal lesen? https://www.otto-brenner-stiftung.de/wi ... en-medien/


Die Flüchtlingsdebatte interessiert mich nicht. Angela Merkel hat die Flüchtlinge nicht eingeladen, den ganzen Weg von Syrien über die Balkanroute zu machen, sondern sie hat reagiert, als sie die Bahnhöfe Ungarns blockierten. Vorher wurde aber natürlich nur allzu gerne weggeschaut, als der syrische Bürgerkrieg zu toben anfing. Wir leben aber nicht mehr alle isoliert, sondern in einer globalisierten Welt. Wenn es einen Fehler gibt, dann der, dass die Gelder für Entwicklungshilfe gestrichen werden, um vordergründig zu sparen. Wenn die Menschen aber in ihren Heimatländern keine Chance mehr sehen -und sei es in Flüchtlingslagern im eigenen Land-, dann machen sie sich auf den Weg nach Europa. Eine höhere Entwicklungshilfe zu gewähren, war immer ein linkes Projekt. Der SPD-Finanzminister sowie seine Kanzlerin streichen aber gerade die Entwicklungshilfe noch mehr zusammen. Ihre Politik wird also weiter nach rechts driften. Mit der Folge, dass diejenigen, die sowieso nichts mehr zu verlieren haben, bald wieder in viel stärkerem Maße nach Europa kommen wollen.

Es gab sehr wohl einen Linksruck der Mitte, aufgrund des Linksrucks der CDU unter Angela Merkel.


Die CDU vor Angela Merkel war besser bekannt als die Partei der Schwarzen Kassen. Angela Merkel hat anscheinend mit diesen System Schluss gemacht. Findest du diesem Linksruck etwa verwerflich?

Zum anderen hat sie die SPD nicht links überholt, sondern die Agenda 2010 beibehalten. Im Übrigen hat sich die soziale Spaltung unter der Kanzlerin noch mal verschärft. Wäre die Union tatsächlich nach links gerutscht, dann hätte sie dieses Problem beheben müssen. Stattdessen gab es zusammen mit der FDP Steuererleichterungen für Mövenpick-Hoteliers, während die Ärmeren schon ab 2005 mit einer höheren Mehrwertsteuer in die Enge getrieben wurden.

allerdings werden sie das nicht. Gibts jemanden der das erwartet? :?


Das musst du die AfD-Wähler fragen. Denn was gibt es denn schon an rationalen Gründen, eine solche Partei zu wählen, die an Verschwörungstheorien glaubt und dem deutschen Wahlvolk außer hysterischer Angstmache nichts zu bieten hat?
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Al-Suna » Di 24. Jul 2018, 21:15

Progressiver hat geschrieben: Die Flüchtlingsdebatte interessiert mich nicht.

In der Studie geht es um Neutralität der Berichterstattung und die Qualität der Meinungsfreiheit in Deutschland
.....offensichtlich nicht gelesen.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Uffzach » Di 24. Jul 2018, 21:18

Al-Suna hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:15)

In der Studie geht es um Neutralität der Berichterstattung und die Qualität der Meinungsfreiheit in Deutschland
.....offensichtlich nicht gelesen.


Es ist volkommen vergebens eine sachliche Debatte anzustreben.
Al-Suna
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Al-Suna » Di 24. Jul 2018, 21:22

Progressiver hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:12)

Das musst du die AfD-Wähler fragen. Denn was gibt es denn schon an rationalen Gründen, eine solche Partei zu wählen, die an Verschwörungstheorien glaubt und dem deutschen Wahlvolk außer hysterischer Angstmache nichts zu bieten hat?

du hast offensichtlich noch keinen gefragt? Hat sich wohl keiner getraut sich in deiner Gegenwart zu outen und eine politisch unerlaubte Meinung zu haben, hä? :D Das ist schlecht um ins Gespräch zu kommen ;)
Die AfD hat vor allem eines geboten: endlich eine Partei die die Ängste der Leute ernst genommen hat. Keine einzige andere hat das getan.
Ansonsten ist die AfD ein Sammelbecken von Patriarchen, Verschwörungstheoretikern und Gutsituierten Rentnern.

Nur wenn man die Ängste ernst nimmt, kann man entweder belegen, dass es nur Hirngespinste sind oder wenn sie tatsächlich begründet sind - dann kann man sie auch angehen.
Das war vorher beides nichtmal im Ansatz möglich.

PS: ach und nein, mir kam nie ein AfD Wähler unter der erwartet hätte, dass diese Partei billige Wohnungen oder mehr/bessere Arbeitsplätze schafft.
Zuletzt geändert von Al-Suna am Di 24. Jul 2018, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Al-Suna » Di 24. Jul 2018, 21:23

Uffzach hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:18)

Es ist volkommen vergebens eine sachliche Debatte anzustreben.

mit mir?
dem anderen User?
über das Thema der Studie?
ein anderes Thema?

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